Mittwoch, 9. März 2011

Hass

Es ist eigentlich alles gut,
laut dir, außer eins,
dein eigen Fleisch und Blut,
hättest lieber keins.

Dein Spiegelbild,
für Ewigkeiten,
dein Ebenbild,
für alle Zeiten.

Großer Hass tief in dir,
wozu soll dies dienen,
frag nicht 'wie geht's ihnen?'
denn keiner fragt 'wie geht's dir?'

Andere behandelst du gut,
zum Spielen hast du Mut,
die Wahrheit ist verborgen,
sie ist genau wie du verlogen.
~

Guten Abend :3

http://rakkasei3.blogspot.com/2010/10/schauspieler.html
Zu dem Gedicht gibt es noch eine Rohfassung.
Und das ist die obere, kürzere Version.
Ich stand morgens draußen in der Kälte(-5°C?) und habe auf einen Klassenkameraden gewartet. Wir hatten 2009/10 eine Fahrgemeinschaft. Das Gedicht ist im Januar 2010 entstanden. Ich hatte an dem Morgen einen Streit mit meiner Mutter und auch kurz davor noch mit meinem Vater. Das mit meinem Vater ist nichts neues, wir streiten uns sehr oft.

In der ausgearbeiteten Fassung kann man den Schmerz vielleicht eher erkennen. Aber nicht nur den Schmerz, auch den Hass auf sein Verhalten mitunter.
Ich habe Jahre lang so etwas als normal empfunden, da ich einfach nichts anderes kannte. Meine damalige beste Freundin war in den Augen ihres Vaters auch nur eine willenlose Puppe. Das einzige was zählte waren gute Noten und ein fehlerfreies funktionieren(sie musste immer auf die Geschwister aufpassen und den Haushalt größtenteils nebenbei erledigen). Auch bei anderen Freunden war es nicht viel besser. Der Vater von einer anderen Freundin hatte sie damals vor meinen Augen geschlagen: Mitten ins Gesicht mit der flachen Hand und es sah sehr schmerzhaft aus.
Einen "richtigen" Vater lernte ich durch das Besondere, die wichtigste Person in meinem Leben kennen.

Diese Scheinheiligkeit ist hier "normal". Man spielt allen eine Welt vor, die gar nicht existiert. So war es auch bei mir. Alle in meinem damaligen Freundeskreis waren eifersüchtig auf mein Leben. Sie wollten alle diese Eltern haben. Sie haben nie in Betracht gezogen, dass meine Eltern nur den Erwartungen entsprachen und eine nahezu lückenlose Fassade aufgebaut hatten.
Deshalb auch die letzten paar Zeilen. Die anderen Kinder waren alle gut, nur ich nicht.

Es sind jetzt 7 Jahre. Oder auch schon 8? Ich weiß es nicht mehr. Meine Eltern sind im Rosenkrieg und ich wünsche mir einfach nur, dass sie sich endlich scheiden lassen. Mit 13 haben sie mich vor die Wahl gestellt. "Willst du, dass wir uns trennen?" und ich habe mit nein geantwortet. Meine Welt lag ohnehin schon in Scherben und ich wollte nicht auch noch den letzten Halt verlieren.
Und dann eskalierte es und alles lief aus dem Ruder.
Ich weiß nicht,  was passiert ist an dem Abend. Ich weiß nur, dass mein Vater an dem Abend ausziehen wollte und ich meine Mutter erst am nächsten Morgen wieder gesehen habe.

Zu den Eltern von Freunden habe ich kaum Kontakt. Die Eltern von dem Besonderen meinten, ich wäre einfach zu verängstigt durch das Geschehene und ich glaube sie haben Recht. Ich habe auch schon "perfekte" Familien erlebt. Aber die waren schon zu perfekt und es wirkte alles nur aufgesetzt. Auch in der Familie von ihr war nicht alles perfekt. Aber es war okay so und ihre Eltern kamen auch irgendwie mit mir zurecht. Nachdem das Eis getaut war, war alles okay. Und jetzt wo die Zeit vorbei ist, wünsche ich mir sie mehr denn je zurück. Der erste Todestag war vor zwei Monaten.

Und er ist im Krankenhaus seit drei Wochen und ich habe keine Ahnung, was die Zukunft bringen mag. Auch wenn ich mir die Scheidung wünsche, habe ich Angst davor.

Viele Grüße

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