Samstag, 2. Februar 2013

Du siehst mich an - du siehst es nicht

„Aber ich möchte niemandem zur Last fallen“, wende ich ein.
Deshalb habe ich auch niemandem gesagt, wie schlecht es mir wirklich geht und wie viele Selbstzweifel mich von Tag zu Tag innerlich zerfressen.
Manchmal fühle ich mich wie ein Schatten meiner Selbst. Bin ich das hier wirklich? Bin ich dieses Häufchen Elend wirklich?


 Hallo!

 "Wenn du sie nicht schon länger kennst, dann kannst du es auch nicht erraten"
Wie perfekt kann eine Maske werden?
Wie perfekt kann man eine Lüge leben? 

"Das ist nur eine Entschuldigung, da du keine bessere hast"
Wie lange kann man dem tosenden Meer standhalten?
Wie lange kann man den egoistischen Worten trotzen?

"Warum sagst du nichts?"
Wie viel willst du  von mir wissen?
Wie viel willst du für mich tragen?

Warum fällt es mir so schwer ehrlich zu sein?
Warum kann ich nicht einfach darüber sprechen?
Ist es so schwer zu sagen: "Ich bin ein Schmerzpatient"
Ist es so schwer zu sagen: "Der Schmerz beherrscht mein Leben"

Es gibt die letzte Zeit so viele Dinge, die mich belasten und die ich einfach nicht mehr in meinem Leben haben will.

Es gibt nicht viele in meinem engsten Bekannten- und Freundeskreis, die von den chronischen Schmerzen wissen.
Warum?
Wegen den Kommentaren, die ich immer wieder mir anhören muss und die ich nicht mehr ertragen kann.

Ich bin kein wehleidiger Mensch.
Wenn ich die Schmerzattacken habe, beiße ich die Zähne zusammen und ertrage sie stumm.
Ich rede nicht über den Schmerz.
Ich rede auch nicht darüber, dass mir wegen den Schmerzen so viel Zeit unnütz verloren geht.

Jedoch finde ich es ungerecht, wenn Leute von den Schmerzen wissen und diese keine Rücksicht nehmen :( Das heißt sie schmeißen mich aus dem Bett, machen extrem viel Lärm und meinen dann noch, ich solle mich nicht so anstellen.
Aber wenn diese selbst mit Kopfschmerzen im Bett liegen, darf man absolut gar keinen Lärm machen.

Ist es also ein Unterschied, ob man jeden Tag vom Herrn Schmerz besucht wird oder nur ganz selten?
Haben also die Menschen, die mit diesem Herren täglich auskommen müssen weniger Rechte?

Ich will nicht mit Samthandschuhen angepackt werden.
Ich will nur nicht mehr diese Worte hören, die so sehr weh tun.

Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass ich kein normales Leben führen kann und nie arbeiten gehen werde.
Ich kann damit Leben, dass meine Träume wie Seifenblasen zerplatzt sind.
Und ich kann damit Leben, keine Therapie finanzieren zu können, die mir ermöglichen könnte ein nahezu normales Leben zu führen.

Aber ich kann nicht mehr stuill schweigen über die Dinge, die über mich gesagt oder geschrieben werden.
Ich kann nicht mehr tatenlos dabei zu sehen, wie andere mein Leben zerstören - oder es versuchen.

Ich werde mich an etwas klammern, was an dünnen, hauchdünnen Seilen hängt.
Ich werde es nicht zulassen, dass diese Leute den Keim Hoffnung in mir ersticken.

Jeder der das hier liest: Denkt über euer Urteil nach, bevor ihr es fällt.
Es gibt Menschen die schweigen über ihre Probleme, damit sie anderen nicht zur Last fallen.
Schweigen ist zwar nicht immer der beste Weg, aber manchmal erspart es einem viel Leid.


Bye

1 Kommentar:

  1. manchmal wenn ich deine Texte hier lese, dann denke ich, dass könnte ich sein..in einem anderen Leben.

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