Dienstag, 10. Januar 2017

Innere Einstellung

Guten Morgen 😆

Heute ist es mal wieder pausenlos am schneien und das stimmt mich nachdenklich.
Für mich gehört die Trigeminusneuralgie zum Alltag und schon lange vor der Diagnose machte mir das Wetter immer ziemlich zu schaffen. Ich fand es schon in der Realschule total schlimm, wenn Leute sich Luft zu fächelten und ich deshalb etwas "Wind" abbekam. Und das ist wie lange her? 11 Jahre? 12? Oder doch schon viel länger?

Für mich ist es normal Schmerzen zu haben, die auch mal was heftiger sein können.

Angst

Auch wenn ich weiß, dass bestimmte Tätigkeiten zu großer Wahrscheinlichkeit Schmerzen auslösen werden versuche ich keine Angst vor diesen zu haben. Angst kann nämlich den Schmerz verstärken oder auch letztendlich dann auslösen. Ich versuche einfach mit einer positiven Erwartungshaltung an die Sache heran zugehen und freue mich immer wieder, wenn bestimmte Tätigkeiten ohne Probleme ausgeführt werden können. Und wenn man es genau nimmt müsste ich ja ansonsten sogar Angst vorm Atmen haben, da ich bei Attackenserien oft durch simples durch den Mund atmen Attacken auslösen kann.

Ablenkung

Während schweren Schmerzphasen ist es wirklich anstrengend, jedoch versuche ich mich trotzallem abzulenken. Das ablenken zeigt mir zum Beispiel oft, dass ich trotz starker Schmerzen noch ziemlich viel kann und die Schmerzen nicht mein Leben beherrschen 😊


Erwartungshaltung

Natürliche nehme ich mir immer wieder Dinge vor, aber wenns aufgrund der Schmerzen nicht klappt dann ist es halt so. Ich will mir eigentlich einen Film im Kino angucken, aber das geht nun einmal nicht mehr. Irgendwann kommt die DVD raus, also ist es kein Weltuntergang für mich 😉 Ich habe gelernt die Erwartungen niedrig zu halten, da ständige Enttäuschungen nicht gut fürs eigene Selbstwertgefühl sind. Ja der Schmerz hat mir bisher nicht nur einmal einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht, aber so ist das nun einmal. Die Welt dreht sich ja auch weiter, also versuche ich auch kein Drama aus schlechten Tagen zu machen. Ich sag mir nur immer wieder, dass ich bisher alle schlechten Tage gut überstanden habe und das ist eigentlich eine sehr gute Erfolgsquote 😉


Positiv denken

Anstatt sich im Selbstmitleid zu suhlen versuche ich mich auf die positiven Dinge zu konzentrieren. Natürlich könnte ich den ganzen Tag daheim herumsitzen, alles und jeden verfluchen und mich voll und ganz auf den Schmerz konzentrieren. Was mache ich stattdessen? Mich hinsetzen, Malsachen auspacken und mich über meinen neuen Malblock freuen. Klar ist es nicht das gelbe vom Ei mit 25 jeden Tag Nervenschmerzen zu haben, aber für mich gibt es weitaus schlimmeres. Und durch die Schmerzen nehme ich auch vieles viel stärker wahr und nehme nicht alles für selbstverständlich. Zudem versuche ich mich von Leuten zu distanzieren, die immer alles negativ sehen müssen und anderen noch nicht einmal den Dreck unter den Fingernägeln gönnen. Es ist einfach schwer das "gute" im Leben zu sehen, wenn Leute einen ständig an all das schlechte erinnern. Und es ist wirlich nicht vorteilhaft, wenn einen andere Menschen bewusst immer wieder herunterziehen um ihr eigenes Leid zu mindern. Auch versuche ich es zu vermeiden in "Wettkämpfe" verwickelt zu werden: Manche sind halt der 100%igen Überzeugung, dass es ihnen zwangsläufig schlechter gehen muss.
Oft höre ich auch, dass Schmerzpatienten leiden. Darüber kann man sich streiten: Ich leide allerhöchstens, während der Schmerzspitzen. Aber ansonsten? Schmerzen gehören zum Leben und Schmerzen bedeuten nicht zwangsläufig Leid 😜 Das meinte übrigens ein Neurologe zu mir vor 2 Jahren.

Bye

1 Kommentar:

  1. Was für ein starker Text, dein Abschluss, dass man nicht unter etwas leidet, sondern damit zu leben lernt, ist auf vieles zu beziehen. Mentale Stärke ist ein nicht zu verachtender Faktor :)
    Ganz liebe Grüße
    Julia

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