Mittwoch, 18. Januar 2017

Wie jeder helfen kann

Guten Morgen 😊

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass im Grunde jeder helfen kann in Bezug auf chronische Schmerzen.
Chronische Schmerzen zu haben kann wirklich belastend sein und zur Geduldsprobe werden und das nicht nur für einen selbst. Wer kennt das nicht? Jemand klagt über akute Kopfschmerzen und schon wird dieser bemitleidet. Aber wenn einer schon wieder von seinen chronischen Schmerzen berichtet, dann sieht das schon anders aus. Aus dem Grund habe ich euch heute einige Verhaltenstipps mitgebracht.

Du weißt nicht so recht wie du einer betroffenen Person helfen kannst? Frag nach. Ich für meinen Teil erkläre gerne Menschen, wie sie mir konkret helfen können.
Im Winter trage ich zum Beispiel einen Schal, den ich auch mal quer über Nase und Mund trage. Warum? Das hilft unglaublich und verhindert Nervenschmerzen im Gesicht. Natürlich starren mich die Leute an, aber daran habe ich gewöhnt. Selbst im Sommer trage ich oft ein dünnes Halstuch und selbst dann wird gestarrt. Habe ich eine andere Wahl? Außer mich in der Wohnung zu verschanzen leider nein. Was ich mir jedoch von anderen Menschen wünsche? Anstatt Menschen wie ein Zootier anzustarren und besten Falls noch hinter hervorgehaltener Hand über diesen Menschen zu sprechen, schenkt diesem einfach ein Lächeln. Man kann auch mal lieb fragen, warum derjenige zum Beipiel mit Mundschutz durch die Gegend rennt.

Wenn derjenige jedoch nicht über seine Probleme reden will, dann hilft es oft sich im Internet darüber zu informieren. Es gibt einfach Themen über die man nicht gerne redet und auch ich rede mit manchen Bekannten nicht über das Thema chronische Schmerzen. Ratsam ist es mehrere Seiten anzugucken und mitunter sich auch mit anderen Betroffenen auszutauschen. Zu beachten ist einfach nur, dass man sich Fragen gut überlegt und auch jeder Krankheitsverlauf anders ist. Zudem sollte man niemanden dazu zwingen mit einem über das alles zu reden! Wenn ich von vorne herein weiß, dass die Person mich nur klein machen will, dann bekommt diese auch keine Informationen.
Bitte geht nicht davon aus, dass derjenige an guten Tage keine Schmerzen hat. Wenn man chronische Schmerzen hat, dann definitiert man gute Tage oft ganz anders als ein gesunder Mensch. Auch kann es sein, dass man auch an guten Tagen nicht alles machen kann! Also nimmt es demjenigen nicht übel, wenn er halt nicht mit ins Kino gehen will oder ähnliches. Ich für meinen Teil finde es immer schlimm, wenn der Kommentar kommt: "Stell dich nicht so an". Nur weil ich mich nicht anstelle, werden die Schmerzen ja nicht zwangsläufig geringer. Das ist so als würde man einem mit einer stark blutenden Wunde Blutverdünner geben. Viele mit chronischen Schmerzen haben enorme Einschränkungen und das ist eine große Belastung. Der Nichtbetroffen will ja schließlich auch nicht, dass bei ihm/ihr akute Schmerzen klein geredet werden.

Ganz wichtig ist der würdevolle Umgang! Nur weil einer ständig Schmerzen hat, ist derjenige nicht weniger Mensch. Deshalb behandelt diese auch so und reduziert sie nicht auf eine Erkrankung. Für den Betroffenen ist es wahrscheinlich auch nicht angenehm in seinem Handeln eingeschränkt zu sein, also macht es diesem bitte nicht noch schwerer.

Was auch noch sehr wichtig ist: der richtige Umgangston. Wenn du zum Beispiel Informationen hast, dann frage denjenigen ob er schon davon gehört hat oder wie er es erlebt hat. In der Regel ist man als Betroffener schon gefühlt bei viel zu vielen Ärzten gewesen, da braucht man nicht noch einen Möchtegern-Arzt im Bekanntekreis. Ich finds zum Beispiel jedoch immer wieder toll, wenn mir Bekannte und Freunde Zeitungsartikel oder anderes zu schicken! Mir hat zum Beispiel letztens jemand Zahnpasta für schmerzempfindliche Zähne geschenkt und ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut :)

Ich hoffe diese Tipps helfen einigen weiter.

Bye

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