Mittwoch, 24. Mai 2017

Geschichten, die das Leben schreibt



Guten Tag :)

Im Krankenhaus erlebt man ja so einiges, aber niemand kann einen auf die Grauen eines Mehrbettzimmers vorbereiten. Versteht mich bitte nicht falsch! Natürlich gibt es auch wirklich herzliche Zimmergenossen und diese machen den Aufenthalt dann auch angenehm, aber mit manchen möchte man dann doch lieber nichts zu tun haben.

Intensivstation 
 
Mit 16 hatte ich leider das Vergnügen auf der Intensivstation zu landen. Da es jedoch in dem Krankenhaus keine Kinderstation gab fand ich mich in einem Mehrbettzimmer wieder. Die Mitpatienten waren alle über 40 Jahre alt und männlich! Das war um ehrlich zu sein nicht weiter schlimm, jedoch hatte einer von denen ständig versucht sich den Katheter zu ziehen und andere Sachen. Irgendwann mitten in der Nacht schrie die Schwester ihn an und droht mit einem Platz auf dem Gang. Mir wurden übrigens eine Stunde vorher Schlafmittel angeboten, da ich beim besten Willen nicht schlafen konnte.
Sehr zu meiner Freude wurde ich dann auf die Neurologie in einem anderen Krankenhaus verlegt und hoffte natürlich auf angenehmere Zimmergenossen.
Am 2. Tag auf der Intensiv dort kam mein neuer Zimmernachbar und der war über 80 Jahre alt und wieder männlich. Und der schrie des öfteren am Tag das Blutdruckmessgerät an und selbst nachts hatte er kein Problem dieses zu tun. Wie soll man denn da gesund werden?

Ruhe bitte?

 
Gegen Ende des Aufenthalts kam eine neue Patienten in das Dreibettzimmer. Diese hatte eine Lungenentzündung und man müsste ja meinen, dass sich die Person dann ausruht um so schnell wie möglich wieder gesund zu werden. Schon morgens kam der Besuch und wenn man Glück hatte, dann war der abends auch wieder weg. Es kamen wirklich viele Leute und ich bin mit meinen Eltern auch immer wieder in die Cafeteria gegangen, da sie im Zimmer selbst keinen Platz bekommen hätten. Hatte ich keinen Besuch war ich im Gang sitzen, da es im Zimmer viel zu laut war! Selbst wenn kein Besuch da war wurde telefoniert. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie toll die Ruhe nach der Entlassung dann war :)

Rücksicht nehmen

Das war wahrscheinlich mit Abstand das schlimmste was ich bisher erlebt habe in Sachen Mitpatienten. Die gute Frau war über 60 und laut ihr galt in dem Zimmer das Recht des Älteren. Der Tisch und die Stühle gehörten ihr, das heißt man musste die teils frei räumen. Die Ablage am Waschbecken war auch komplett ihr, wobei mich das um ehrlich zu sein auch nicht gestört hat. Wenn Besuch kam war er total laut und an Schlaf war da nicht zu denken! Ich war ziemlich lichtempfindlich und trotz allem wurde der Rolladen aufgemacht und sie hat daraufhin immer den Raum verlassen und tauchte für Stunden nicht mehr auf. Das Fenster blieb offen und ich lag deshalb oft im Durchzug und musste dann klingeln, da ich ja nicht aufstehen durfte. Auch die Tür ließ sie meist offen und auch die wurde dann von den Schwestern geschlossen, damit ich wenigstens etwas Ruhe hatte tagsüber. Der Fernseher lief im Grunde 24 Stunden am Tag, solange er nicht von den Schwestern ausgestellt wurde. Nachts wachte ich deshalb gefühlt alle 20 Minuten auf wegen den Werbepausen und wenn ich die Mitpatienten durch laut ansprechen nicht wach bekam musste eine Schwester kommen. Mir wäre es zu dem Zeitpunkt auch lieber gewesen, wenn ich einfach mobiler gewesen wäre. Mir taten nämlich die Schwestern richtig Leid :(  Der Fernseher lief sogar tagsüber, auch wenn die Mitpatienten nur zum Essen da war. Ich hatte dann etwas übers Gesicht gelegt, wegen dem flackern. Das Flackern hat bei mir sehr starke Schmerzen ausgelöst, aber leider wollte sie das nicht verstehen.
Irgendwann reicht es mir und da ich wieder aufstehen konnte habe ich auch besser meinen Willen durchsetzen können. Offene Tür? Wurde direkt geschlossen. Offene Vorhänge? Direkt wieder zu. Sie war ja eh meistens nicht im Zimmer und so hatte ich wenigstens etwas Zeit mich gesund zu schlafen! An einem Tag durfte sie nicht aufstehen und war somit gezwungen mir zuzusehen wie ich die Tür wieder zumache. Und direkt wurde ich darauf hingewiesen, dass die Tür geöffnet bleiben muss und so weiter. Ihr wollt nicht wissen wie schnell sie aufspringen konnte um die Tür zu öffnen! Man muss dazu sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt auch geräuschempfindlich war und der Lärm auf dem Flur war einfach zu viel für mich und verursachte Schmerzen. Nach einer kurzen Auseinandersetzung rief ich die Schwester und schilderte ihr die Sachlage auf dem Flur. Sie stimmte mir zu und ich hatte plötzlich ein viel tolleres Zimmer :) Erstaunlicherweise ging es dann auch schlagartig bergauf in Sachen Genesung. Eine andere Schwester fand es übrigens lustig, dass ich aus dem Zimmer geworfen wurde. Ich hab absolut kein Problem damit ein Zimmer zu teilen und mich anzupassen im Krankenhaus, jedoch war das bei der Person nicht möglich. Auch war es wirklich schwer der Person verständlich zu machen, dass auch ich Respekt verdiene.

Und was denkt ihr so bei solchen Geschichten? Solche Erlebnisse wünsche ich im Krankenhaus keinem. Am liebsten hätte ich natürlich immer Einzelzimmer oder liebe Zimmergenossen, jedoch ist das leider nicht immer möglich.

Viele Grüße

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