Freitag, 19. Juli 2019

#221 Bücherregal - In all den Jahren



TitelIn all den Jahren
AutorBarbara Leciejewski
VerlagAcabus Verlag
GenreRoman
Seiten448 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Elsa und Finn sind Nachbarn und beste Freunde. Auch wenn viele Menschen in ihrem Umfeld sie schon längst als Paar sehen, sind sie verhement anderer Meinung. Immer wieder treffen sie andere Menschen, haben mit diesen Beziehungen und setzen alles daran, damit sie tatsächlich nur beste Freunde bleiben. Denn diese Freundschaft ist gut so wie sie ist und eine Beziehung würde sie nur kompliziert machen und mitunter auch zerstören. Und trotz der Tiefen, die das alles immer wieder erschüttern möchten sie den anderen eigentlich nicht missen. Kann eine so tiefe Freundschaft dem Ganzen standhalten?

Review

Der Schreibstil der Autorin ist einfach gehalten und lässt sich angenehm flüssig lesen.
Hier im Buch geht es hauptsächlich um die kleinen Dinge, die eine Freundschaft bzw. Liebe letztendlich ausmachen sollten. Mich hat es nämlich richtig gefreut, dass es kein Standard 08/15 Kitschroman ist. Hier geht es eben nicht darum, dass nach langer Zeit die Jugendliebe wiederauftaucht oder sich der schüchterne Mensch in einen beliebten, extrovertierten Menschen verliebt. Im Mittelpunkt steht nämlich eine Liebe, die langsam wächst und über die bis zum Schluss Unklarheit herrscht. Deshalb ist auch durchgehend was das betrifft Spannung da. Es kann immerhin alles passieren und man weiß nie, ob nicht doch noch etwas unvorhergesehenes wie ein schrecklicher Unfall geschieht. Und das Buch zeigt auch, dass das Leben nicht wirklich planbar ist und die beiden Hauptprotagonisten durchleben viele Höhen und Tiefen.
Im Buch werden immer wieder aktuelle Themen aus den Jahren 1990-2010 in den Handlungsverlauf eingebaut, was ich wirklich toll finde. Unter anderem tauchen die Themen Übergriffe in Rostock, Skinheads, der Terroranschlag vom 11.09 und die WM 2006 auf. Aber auch das Thema Alzheimerdemenz und das daraus resultierende langsam Abschied nehmen wird behandelt.
Die beiden Hauptprotagonisten sind mir richtig ans Herz gewachsen. Vor allem mit Finn konnte ich mich identifizieren, da ich selbst Künstler bin. Aber auch die anderen Charakteren sind liebevoll gezeichnet und mit vielen Eigenheiten ausgestattet. Vor allem die Frau Obermoser fand ich gut beschrieben, denn so eine Frau findet man in vielen Mietshäusern.

Stellenweise zieht sich die Handlung und die Längen nehmen dem Ganzen dann auch die Spannung. Und das obwohl die Wendungen ja einiges an Spannung aufbauen! Auch das Ende ist ziemlich gut vorhersehbar, was mich aber jetzt auch nicht so verwundert hat. Ich hatte jetzt bei dem Ganzen mit keinem anderen Ende gerechnet.

Fazit

Mich hat das Buch jetzt nicht so berührt, da mir der Schreibstil zu simpel war und sich die Handlung immer wieder im Kreis drehte als wäre man in einer Art Zeitschleife gefangen. Wobei ich es auch eher unrealistisch fand, dass sich der ganze Prozess auf fast 2 Jahrzehnte erstreckt. Bei wenigen Jahren kann man das ja noch verstehen, aber bei einem so langen Zeitraum? Mir hätte ein emotionalerer und detaillierter Schreibstil besser gefallen. In meinen Augen ist es eher eine Lektüre für den Urlaub oder zwischendurch. Man hat sie relativ schnell durch gelesen und fliegt quasi nur so durch die Seiten, was für das Genre nicht untypisch ist. Die Geschichte wird ausschließlich von Elsa erzählt, was ich passend fand. Aber trotzdem möchte ich dem Buch 4/5 Schmetterlingen geben, denn es hat mich durchaus gut unterhalten.

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