Sonntag, 26. Januar 2020

#005 Manga - Magus of the library




Titel(Deutsch)Magus of the library
Titel(Englisch)Magus of the library
AutorMitsu Izumi
VerlagCarlsen Manga
GenreAbenteuer/Fantasy
Bände2(3. Band erscheint am 30.06.2020)
Meine Bewertung
4/5


Inhalt

Theo ist ein Mischling und wird von den anderen Bewohnern der Stadt gemieden und drangsaliert. Er ist eine so genannte Halbelfe, weshalb er mit seiner Schwester in den Slums lebt. Seine große Leidenschaft ist das Lesen, aber wegen seinem Wohnort darf er eigentlich nicht in die Bibliothek. Trotzdem schafft er es immer wieder für kurze Zeit dort Bücher zu lesen. Nachdem er den Bibliothekar Sedna kennen gelernt hat beginnt für ihn ein großes Abenteuer und auf einmal sind seine Träume zum Greifen nah.


Review

#1. Band: 

Hier hat mich vor allem das Cover angesprochen und ich war echt überrascht darüber, dass der Zeichenstil im gesamten Band sehr detailliert bleibt. Vor allem gefällt mir der Aufbau der Szenen und wie sie für sich sprechen. Für mich ist es oft eine Anneinanderreihung von kleinen Kunstwerken, die mich zum Staunen gebracht hat. Ich liebe es einfach, wenn ein Manga fantastische Zeichnungen beinhaltet und man diese auch mal länger angucken kann um kleine versteckte Details zu erkennen.
Auch das Thema finde ich sehr interessant, denn ich liebe einfach alte Bücher und ich finde es immer schön Geschichten über Bibliotheken zu lesen. Das ist auch das Hauptthema im ersten Band, weshalb die Magie, magische Kreaturen und Elfen nur am Rande eine Rolle spielen. Hoffentlich werden diese Themen in den Nachfolgebänden ausführlicher behandelt, denn ich möchte einfach wissen wieso Elfen von den Menschen so verachtet werden. Ich denke es hat auch einen wirklich schwerwiegenden Grund warum der kleine Elf eben nicht in die Bibliothek darf. Er lernt zwar in der Schule alles wichtige, aber er darf eben nicht in die Bibliothek. Und ich denke es liegt auch einfach daran, da Wissen Macht bedeutet und die Bewohner Angst davor haben, dass der kleine Junge dieses Wissen gegen sie einsetzen könnte.
Nach und nach lernt man auch all die wichtigen Charaktere kennen und ich fand das Handlungstempo allgemein auch sehr angenehm. Es ist recht langsam, aber dadurch hat man genug Zeit sich in die Welt einzufinden und sich Namen zu merken.

Das einzige wirkliche Manko ist, dass die Seiten oft sehr textbeladen sind. Das ist jetzt reine Geschmackssache, denn mir war es an manchen Stellen einfach zu viel und ich hätte mir dann auch kürzere Erklärungen gewünscht.

#2. Band: 

Direkt zu Beginn gibt es einen riesigen Zeitsprung von insgesamt 7 Jahren. Dadurch erfährt man nichts über das Schicksal von seiner Schwester oder seinem magischen Haustier dem Kukuo. Dafür erfährt man aber wie es überhaupt dazu kam, dass Theo unbedingt Kafna werden wollte und wie er einer werden kann. Es steht mal wieder Freundschaft und Zusammenhalt im Vordergrund, was ich ganz schön finde bei Abenteuergeschichten.

Es ist wirklich interessant Theo bei seiner Reise zu begleiten, denn er möchte unbedingt Kafna werden und muss zum Prüfungsort weit reisen. Hierfür muss er seinen Weggefährten voll und ganz vertrauen und ich finde dadurch merkt man auch immer wieder wie Theo tickt und wie ernst ihm seine Träume sind. Wie im ersten Band sind die Landschaften und auch Gebäude wunderschön. Es gibt so viele unterschiedliche Arten von Gesichtern, was ja bei Mangas nicht selbstverständlich ist.
Der Band endet mit einem riesigen Cliffhänger und ich bin einfach nur gespannt darauf wie das alles weiter gehen wird. Ich denke Mal hier der Band diente nur dazu um die Handlung etwas voran zutreiben und die nötigen Erklärungen abzuliefern. Mich hat er jetzt nicht so begeistert, aber manchmal müssen solche Kapitel/Bände einfach sein.


Fazit

Die Reihe besteht erst aus 2 Bänden und der 2. gefiel mir jetzt nicht so gut, aber trotzdem möchte ich der Reihe 4 von 5 Sternen geben. Ich liebe Abenteuermanga einfach und der Zeichenstil sagt mir zu. Der Hauptprotagonist Theo ist finde ich total sympathisch, neugierig und herzensgut. Noch weiß man nicht so ganz wo die Reise hingeht, aber wenn es so weiter geht dann kann es eigentlich nur gut werden.

Freitag, 24. Januar 2020

#274 Bücherregal - Das Paket


TitelDas Paket
AutorSebastian Fitzek
VerlagDroemer Knaur
GenrePsychothriller
Seiten368 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Nachdem die Psychiaterin in einem Hotel vergewaltigt wurde und ihr der Kopf geschert wurde, verlässt sie aus Angst das Haus nicht mehr. Schon seit längerem überfällt in Berlin jemand Frauen und schert ihnen die Haare, weshalb er von der Presse nur "Friseur" genannt wird. Obwohl Emma nie das Gesicht des Täters gesehen hatte, ist sie total paranoid und glaubt in jedem Mann den Täter zu sehen. Als sie der Postbote bittet ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen, packt sie die Angst. Denn sie wohnt mit ihrem Freund schon lange in Berlin Grunewald und sie hat diesen Namen noch nie gehört. Was hat es mit dem Paket auf sich?

Review

Vor allem die Darstellung der psychischen Erkrankung der Hauptprotagonistin Emma hat mir gefallen, denn diese wird realistisch dargestellt und es passiert auch nicht, dass sie während dem Laufe der Handlung diese Erkrankung plötzlich verliert. Dadurch weiß man als Erzähler eigentlich nie was jetzt nun real und was nur ein Produkt ihrer Fantasie/Paranoia ist. Ein paar Mal habe ich mich schon gefragt, wieso Emma so handelt und fand es dann auch unlogisch, jedoch ist das Handeln eines Menschen selten rational zu erklären und einiges ist wahrscheinlich wirklich ihrer ausgeprägten Paranoia und den Medikamenten geschuldet.

Dieses Mal hatte ich mir die Taschenbuchversion zugelegt, denn das Cover ist einfach ein Traum. Es fühlt sich wie ein Paket an und die blutrote Schrift passt total gut dazu.

Durch das hohe Handlungstempo, die relativ kurzen Kapitel und die vielen Cliffhanger baut sich eine Menge Spannung auf und ich bin quasi nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch kaum auf Seite legen können. Der Schreibstil ist recht einfach und kommt ohne Schnörkel aus. Fitzek schafft es detaillierte Beschreibungen der Umgebung und Charaktere zu liefern und oft kommt später heraus, das viele der genannten Sachen eine Rolle spielen. Eigentlich bin ich nicht so der Fan von detaillierten Beschreibungen, jedoch fand ich sie dieses Mal ganz okay und meist habe ich dann auch beim Lesen dran erinnert, dass das ein oder andere schon einmal eine Rolle spielte.

Leider gibt es was die Auflösung des Falles betrifft mehrere Plotholes, was das alles ziemlich unglaubwürdig erscheinen lässt. Auch sonst gibt es einige Szenen, die man sich ruhig hätte sparen können oder die man einfach näher an der Realität hätte schreiben sollen. Mir war es einfach oft ein wenig zu viel Grausamkeit, ein wenig zu viel konstruiert und vor allem war es dadurch oft einfach abzusehen was da passiert.  Schließlich wartet man auf etwas absurdes und dann hätte einem eher etwas ganz normales/harmloses überrascht.

Was mich auch irritiert hatte war der Klappentext zu dem Buch, denn der hat mehr oder weniger mal so gar nichts mit der Handlung zu tun, Das Paket taucht zwar auf, aber man erwartet als Leser einfach was vollkommen anderes, schließlich bringt es das Böse ins Haus(passiert nicht). Man bekommt zwar eine viel umfangreichere Geschichte geliefert als der Klappentext verspricht, aber trotzdem sollte man genau das doch angeben?

Die Charaktere sind mir zu einfach und bis auf Emma bleiben sie bis zum Schluss blass und austauschbar.


Fazit

Am Ende des Buches gibt es um die 30 Seiten zum Thema "10 Jahre Fitzek", die ich aber um ehrlich zu sein nicht gelesen habe. Ich möchte es einfach mal erwähnt haben, dass man nur um die 335 Seiten Psychothriller und nicht wie angegeben 368 Seiten geliefert bekommt.

Wie soll ich das Buch jetzt abschließend bewerten? Immerhin hat es mich gut unterhalten und wenn man die teilweise abstruse Handlung nicht so kritisch sieht, dann ist es ein wirklich guter Psychothriller. Positiv möchte ich noch hervorheben, dass er recht unblutig ist und ohne viel Gemetzel auskommt. Es ist also eigentlich ein recht klassischer Psychothriller bei dem mit den Erwartungen/Psyche des Lesers gespielt wird.

Allein wegen der Kritikpunkte würde ich nur 3,5 Sterne vergeben, aber dafür fand ich das Cover und den komplexen Aufbau der Handlung einfach zu gut. Und letztendlich zählt ja auch bei einem Buch wie gut es einen unterhalten hat und deshalb vergebe ich 4 Sterne.

Mittwoch, 22. Januar 2020

#001 Light Novel und Manga - your name.







Mitsuha hat das Landleben satt und würde deshalb gerne in Tokio leben, denn dort ist garantiert viel mehr los als in ihrem kleinen Ort. Ihr Wunsch danach ist so stark, dass sie irgendwann sogar anfängt davon zu träumen und so ist sie in ihren Träumen der Oberschüler Taki, der in Tokio lebt. Doch schnell stellt sie fest, dass das alles der Realität entspricht und sie tatsächlich mit einem Jungen den Körper tauscht und sein Leben lebt. Doch wie stellt man das an, wenn man nichts über den anderen weiß? Immer wieder geschieht dieser Tausch vollkommen unerwartet im Traum. Doch was hat es damit auf sich und wie stark ist diese Verbindung der beiden?


Titelyour name.
AutorMakoto Shinkai
VerlagEgmont Manga
GenreFantasy
Bände1
Meine Bewertung
4/5


Erst einmal möchte ich anmerken, dass es sich hierbei "nur" um eine Novel und keine Light Novel handelt. Das heißt es sind keine Zeichnungen o.ä. vorhanden.
Es ist eine sehr kurzweilige Geschichte und man hat die Novel allein wegen dem relativ einfachen Schreibstil sehr schnell durch gelesen. Auch wenn es sich um eine eher traurige Geschichte handelt gibt es viele Szenen, die das alles durch den typischen japanischen Humor auflockern. Der Schreibstil an sich ist typisch für Light Novels und es gibt die typischen langen Dialoge, kaum Beschreibungen, es wird viel mit Klischees gespielt, Handlung steht im Vordergrund(viel Action) und so weiter. Heißt also wer mit so was nichts anfangen kann, sollte lieber den Manga lesen. Leider fällt das vor allem nach der Auflösung negativ auf, was aber wahrscheinlich wirklich einfach dem "Light Novel Stil" geschuldet ist.

Mir hat der Plottwist besonders gut gefallen, denn damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Und ab da wollte ich erst recht heraus finden was es mit all dem auf sich hat und wie das alles ausgehen wird. Durch das hohe Handlungstempo bleibt auch die Spannung durchgehend oben und selbst die typischen Alltagsszenen, die man so oder so ähnlich in vielen Animes hat halten sich in Grenzen und fühlen sich nicht wie Längen an. Zudem liebe ich einfach Geschichten in denen es um die Mythologie/Folklore eines Landes geht und auch hier wird immer wieder darauf zugegriffen(rote Faden des Schicksals u.a.).

Alles in allem merkt man beim Lesen, dass die Handlung besser auf der Leinwand(Film/Anime) funktioniert als in einer Novel. Trotzdem möchte ich der Novel 4 von 5 Sternen geben, denn sie hat mich gut unterhalten und dank ihr möchte ich jetzt bei nächster Gelegenheit den Film sehen, obwohl ich eigentlich nicht so gerne Filme gucke.




Titelyour name.
AutorMakoto Shinkai
ZeichnerRanmaru Kotone
VerlagEgmont Manga
GenreFantasy
Bände3
Meine Bewertung
4/5


Die dreiteilige Mangareihe hat im Grunde genau die gleiche Storyline wie die Light Novel und scheinbar auch wie der Film. Die Zeichnungen sind eher simpel und sie beschränken sich auf das wesentliche. Dadurch fliegt man nur so durch die Seiten und es gibt wirklich wenige Stellen im Manga, die einen dazu verleiten eine Szene mal etwas länger anzugucken. Dadurch hatte ich oft das Gefühl Screenshots von einem wirklich simpel gezeichneten Anime in schwarz-weiß anzugucken und das typische "Manga"-Feeling blieb aus. Sie haben mich teilweise eher an Storyboards erinnert und es fehlt einfach das gewisse Extra. Es lässt sich alles wichtige erkennen wie Aussehen der Charaktere, die Sprechblasen und die Umgebung, wobei die Emotionen teilweise nicht genug rüber kamen. Teilweise wirken die Zeichnungen auch wie digital angefertigte Doodles, also Skizzen und nicht wie ausgearbeitete Panels. Davon bin ich jetzt kein großer Fan, wobei das eigentlich recht hübsch gemacht ist und es nicht wie bei anderen Mangas schlampig wirkt. Am Besten gefallen mir an dem Manga die Covers und ich finde es ein wenig schade, dass die restlichen Zeichnungen nicht genauso eine Qualität haben.

Auch wenn die Charaktere ein reiner Haufen von Klischees sind finde ich sie sympathisch und auch ihr Handeln wirkt authentisch. Sie wirken halt wie ganz normale japanische durchschnittliche Oberschüler.

Das Handlungstempo ist genauso schnell wie in der Light Novel und man ist gefühlt viel zu schnell mit dem Lesen der einzelnen Bände fertig. Dadurch das es nur zwei simpel gehaltene Handlungsstränge gibt hatte ich absolut kein Problem damit diesen zu folgen. Auch den Dialogen kann man gut folgen, was ja bei einem Manga sehr wichtig ist. Deshalb eignet sich der Manga auch prima für zwischendurch oder zum Abschalten.

Trotz der Kritikpunkte möchte ich 4 von 5 Sternen vergeben, denn der Manga hat mich wie die Light Novel gut unterhalten. Ich bin jetzt kein großer Fan der Zeichnungen, aber ich kann über das was mich stört gut hinweg sehen und es ist nichts was mich beim Lesen geärgert geschweige denn gestört hat. Der Manga überzeugt allein mit der liebevoll ausgearbeiteten Handlung mit sympathischen Hauptprotagonisten.


Von solchen Adaptionen kann man ja halten was man will und ich stehe dem auch meist sehr kritisch gegenüber, wenn aus ein und der selben Geschichte alles mögliche produziert wird. Und hier wird ja quasi der Vogel abgeschossen, denn es gibt dem der Novel und dem Manga einen Anime und einen Film und so wirklich einen gewaltigen Unterschied gibt es zwischen denen nicht. Das alles gibt es auch noch aus einer anderen Perspektive und wird unter dem Namen "your name. Another Side: Earthbound" sowohl als Buch als auch Manga verkauft. Ich habe beschlossen jetzt erst einmal eine Pause zu machen und mir in einigen Monaten den Film anzugucken, damit ich wenigstens einen Wow-Effekt beim Gucken habe und nicht die ganze Zeit da sitze und den nächsten Handlungsschritt abwarte oder ihn mit den Mangas oder Light Novel vergleiche. Ich hätte es auf jeden Fall schön gefunden, wenn der Manga als richtige Light Novel samt neuen Informationen und Zeichnungen raus gekommen wäre. Wobei die Novel mehr Details zu dem Leben von Mitsuha enthält, was ich etwas beim Lesen des Mangas vermisst habe. Es ist auf jeden Fall eine unterhaltsame, herzerwärmende und teilweise lustige Geschichte.

Sonntag, 19. Januar 2020

#004 Graphic Novel - Look straight ahead







Titel(Englisch)Look Straight Ahead
AutorElaine M. Will
VerlagAlternative Comics
GenreFiction
FormatPaperback
Seitenanzahl256
Meine Bewertung
5/5

 Inhalt

Jeremys größter Traum ist es eines Tages ein großartiger Künstler zu sein. In der Schule ist er es gewöhnt ausgegrenzt und gemobbt zu werden, weshalb er den bevorstehenden Abschluss kaum abwarten kann. Mit gerade einmal 17 Jahren hat er seinen ersten nervlichen Zusammenbruch, der zu einer Zwangseinweisung in die Psychiatrie führt. In der Schule wird er jetzt erst recht wie ein Verrückter behandelt, weshalb er sich noch mehr auf seine Zeichnungen konzentriert als ohnehin schon.

Rezension


Was mich wirklich positiv überrascht hatte war die realistische Darstellung der Eltern und auch vom Umfeld auf das Thema psychische Erkrankung. Das alles spielt zu Beginn der 00er Jahre(2002?) und da war es leider noch sehr oft so, dass man direkt als "Irrer" galt von dem man Abstand zu nehmen hatte. Und es wurde auch oft gedacht, dass man so eine Erkrankung einfach überwinden kann. Das ist ja heute wenigstens etwas besser geworden und man wird nicht mehr direkt als potentieller Amokläufer gesehen, wenn man zwangsweise in der Psychiatrie war(leider denken aber einige Personen immer noch so!).

Auch sonst erscheint für mich all das was passiert als Laien schlüssig und hier wird auch nichts romantisiert. Hier gibt es auch keine holde Maid, die auf einmal dem Hauptprotagonisten die Heilung bringt(wann ist das bitte nur die Norm geworden bei Romanen?!). Es wird schonungslos berichtet wie Jeremy das alles erlebt und genau das macht das alles so glaubwürdig. Der Hauptfokus liegt genau auf dem Handlungsstrang und es gibt so gut wie keine Nebenhandlung. Und was ich auch immer wieder schön fand waren die Szenen in denen Jeremy gezeichnet hat, immerhin ist er laut Klappentext Zeichner.

Ein anderer klarer Pluspunkt ist die Länge, denn all das wird nicht innerhalb von 100 Seiten abgehandelt und so bekommt man eine recht tiefgründige Handlung geliefert.

Der Zeichenstil ist eindeutig Geschmackssache und mir haben vor allem die Nasen nicht zugesagt, aber das konnte ich alles sehr gut beim Lesen ausblenden. Zumal es ja nur ein kleiner Kritikpunkt ist, schließlich sind die einzelnen Panels teilweise herausragend gut gezeichnet und manche von ihnen würde ich mir sogar als Postkarte aufhängen. Es ist alles bis auf wenige Ausnahmen in schwarz/weiß gehalten, wobei die meisten Zeichnungen sehr düster gehalten sind und so gut zur Grundstimmung des Comics passen. Die wenigen bunten Seiten und vor allem die Kapitelbilder sind beeindruckend und bilden einen starken Kontrast zu dem Rest.

Fazit

Hier geht es um Depression, Bipolare Störung, psychiatrische Einrichtung(Krankenhausabteilung) und vieles mehr, also sollte man den Comic nur lesen wenn man mit solchen Themen klar kommt. Was das Thema Bipolare Störung betrifft habe ich keine Erfahrung, deshalb weiß ich nicht wie realistisch das alles dargestellt wurde. Jedoch was die langsame Bindung und der Vertrauensaufbau zum Therapeuten und der schwierigen Suche nach dem passenden Medikament betrifft kann ich die realistische Darstellung nur positiv hervor heben. Schließlich bedeutet eine Therapie nicht, dass der Weg zur Besserung geradlinig verläuft und man keine Höhen und Tiefen mehr durchlebt und genau dieses Wechselspiel wird hier toll dargestellt. Die Handlung basiert auf den Erfahrungen, die die Zeichnerin gemacht hat.

Wer eine tolle Graphic-Novel zu dem Thema sucht wird definitiv hier fündig. Manche Sachverhalte was psychische Erkrankungen betrifft kann man nun einmal am Besten mit Bildern darstellen und vor allem die Szenen in denen die Gedanken auf den Hauptprotagonisten einstürzen sind beeindruckend authentisch. Es wird relativ viel mit Metaphern gearbeitet, was die Graphic Novel definitiv aus der Masse der Graphic Novels hervorstechen lässt. Es ist mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass Teenager mit psychischen Erkrankungen diagnostiziert werden und deshalb ist es umso wichtiger, dass diese auch in der Literatur thematisiert werden. Und wenn es eins gibt, dann sind es viel zu wenige Geschichten über Betroffene, de eben nicht nur ihre Erkrankung verkörpern und eben auch nicht allein durch die Liebe geheilt werden.