Sonntag, 21. Juli 2019

#222 Bücherregal - Das Weinen der Kinder




TitelDas Weinen der Kinder
AutorArne M. Boehler
VerlagEpubli
GenreThriller
Seiten352 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares über das Portal https://rezi-suche.de/



 Inhalt

Für ihren Chef zieht Anke Neuhaus von Köln in eine bayrische Kleinstadt um dort in einem alten Schloss ein Kunstmuseum zusammen mit jemandem zu errichten. Jedoch stellt sie nach dem Umzug  und nach derjenige einfach abgehauen ist fest, dass sehr viel Geld veruntreut wurde. Um ihren Chef und das Projekt vor den finanziellen Ruin zu retten lässt sie sich auf ihren Ex ein, der auf die schnelle ein paar Porträts von weinen Kindern für eine Vernissage herzaubern kann. Doch woher kommen diese Bilder? Zudem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht, dass jemand aufgrund dieser Porträts nach ihrem Leben trachtet.

Review

Der Fokus liegt hauptsächlich auf den Ermittlungen bzw. Anke und so gibt es auch kaum störende Nebenhandlungen. Alle Handlungsstränge fließen nach und nach zusammen und so erfährt man auch, was es mit bestimmten Charakteren oder Rückblenden auf sich hat.

Der Handlungsverlauf nimmt erst langsam Fahrt auf und somit fliegt man ab der Hälfte nur noch so durch die Seiten. Gegen Schluss überschlagen sich die Ereignisse förmlich. Die erste Hälfte nutzt der Autor um all die Charaktere vorzustellen und die Handlung nach und nach aufzubauen. So lernt man ziemlich viel über die einzelnen kennen und kann sich ein gutes Bild von der Umgebung machen. Aber einiges bleibt nach wie vor unklar und so bleibt es bis zum Schluss spannend.

Die einzelnen Hauptprotagonisten wirken sehr authentisch und haben alle ihr Päckchen zu tragen. Vor allem Anke hadert mit ihrem Leben und weiß nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Auch der Nebencharakter Niels wirkt wie ein Querulant, über dem man schon das ein oder andere mal in der Zeitung gelesen hat. Es ist halt ein Künstler, der um jeden Preis auffallen will und das gelingt ihm auch.

Der gefühlt ewig andauernde Streit zwischen Charlie und Wigland sorgten für eine gewisse Lockerheit der Handlung. Charlie besteht auf ihre Paragraphen, während Wigland das alles nicht so genau nimmt. Sie sind doch sehr unterschiedlich in ihrer Arbeitsweise, aber sie schaffen es trotzdem nach anfänglichen Schwierigkeiten zusammen zu arbeiten. Sie geben auf alle Fälle ein sehr interessantes Ermittlerduo ab, von denen man auch gerne einen 2. Fall lesen würde.

Ab ungefähr der Hälfte fiel es mir wirklich schwer das Buch auf Seite zu legen. Auch der angenehm flüssig zu lesende Schreibstil trug dazu bei. Die Spannung ist einfach enorm hoch und man möchte einfach wissen was es nun mit der Bilderreihe auf sich hat. Die vielen Wendungen sorgen dafür, dass man irgendwann jeden verdächtigt.

Das Cover ist hauptsächlich im Hintergrund weiß bzw. grau und erinnert damit an einen weißen Malgrund. Ganz blass kann man zudem passend zum Titel des Buches und den Portraits um die es hauptsächlich geht ein trauriges Kindergesicht erkennen. Im Vordergrund ist ein türkiser Pinsel mit roter Farbe, welcher auch passend zum Thema ist. Es ist wirklich schön aufgebaut und man erkennt direkt um was es geht.

Was mir jetzt nicht so gefallen hat sind die gefühlt zu vielen Probleme der Charaktere. Hier hätte man ein paar weniger thematisieren können und dafür hätte man die anderen dann detaillierter behandeln können. Auch wenn ich die angesprochenen Themen(Alkoholismus, Anorexie, Mobbing und vieles mehr) als sehr wichtig finde, hier hätte man vielleicht 2-3 weniger nehmen sollen. Es ist jetzt nur ein kleiner Kritikpunkt, aber genau das ist mir halt beim Lesen aufgefallen.


Fazit

Oft habe ich beim Lesen vergessen, dass es sich hierbei um ein Thrillerdebüt handelt. Was mich auch positiv überrascht hat sind die fehlenden blutigen Leichen. Selbst wenn man eine Tote oder ein Toter auftauchte wurde diese nicht bildhaft beschrieben und das hat es richtig angenehm gemacht. Auch die Idee hinter der Handlung wirkt nicht abgegriffen und man findet leider nicht viele Thrillers, die in der Kunstszene spielen.

Freitag, 19. Juli 2019

#221 Bücherregal - In all den Jahren


TitelIn all den Jahren
AutorBarbara Leciejewski
VerlagAcabus Verlag
GenreRoman
Seiten448 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Elsa und Finn sind Nachbarn und beste Freunde. Auch wenn viele Menschen in ihrem Umfeld sie schon längst als Paar sehen, sind sie verhement anderer Meinung. Immer wieder treffen sie andere Menschen, haben mit diesen Beziehungen und setzen alles daran, damit sie tatsächlich nur beste Freunde bleiben. Denn diese Freundschaft ist gut so wie sie ist und eine Beziehung würde sie nur kompliziert machen und mitunter auch zerstören. Und trotz der Tiefen, die das alles immer wieder erschüttern möchten sie den anderen eigentlich nicht missen. Kann eine so tiefe Freundschaft dem Ganzen standhalten?

Review

Der Schreibstil der Autorin ist einfach gehalten und lässt sich angenehm flüssig lesen.
Hier im Buch geht es hauptsächlich um die kleinen Dinge, die eine Freundschaft bzw. Liebe letztendlich ausmachen sollten. Mich hat es nämlich richtig gefreut, dass es kein Standard 08/15 Kitschroman ist. Hier geht es eben nicht darum, dass nach langer Zeit die Jugendliebe widerauftaucht oder sich der schüchterne Mensch in einen beliebten, extrovertierten Menschen verliebt. Im Mittelpunkt steht nämlich eine Liebe, die langsam wächst und über die bis zum Schluss Unklarheit herrscht. Deshalb ist auch durchgehend was das betrifft Spannung da. Es kann immerhin alles passieren und man weiß nie, ob nicht doch noch etwas unvorhergesehenes wie ein schrecklicher Unfall geschieht. Und das Buch zeigt auch, dass das Leben nicht wirklich planbar ist und die beiden Hauptprotagonisten durchleben viele Höhen und Tiefen.
Im Buch werden immer wieder aktuelle Themen aus den Jahren 1990-2010 in den Handlungsverlauf eingebaut, was ich wirklich toll finde. Unter anderem tauchen die Themen Übergriffe in Rostock, Skinheads, der Terroranschlag vom 11.09 und die WM 2006 auf. Aber auch das Thema Alzheimerdemenz und das daraus resultierende langsam Abschied nehmen wird behandelt.
Die beiden Hauptprotagonisten sind mir richtig ans Herz gewachsen. Vor allem mit Finn konnte ich mich identifizieren, da ich selbst Künstler bin. Aber auch die anderen Charakteren sind liebevoll gezeichnet und mit vielen Eigenheiten ausgestattet. Vor allem die Frau Obermoser fand ich gut beschrieben, denn so eine Frau findet man in vielen Mietshäusern.

Stellenweise zieht sich die Handlung und die Längen nehmen dem Ganzen dann auch die Spannung. Und das obwohl die Wendungen ja einiges an Spannung aufbauen! Auch das Ende ist ziemlich gut vorhersehbar, was mich aber jetzt auch nicht so verwundert hat. Ich hatte jetzt bei dem Ganzen mit keinem anderen Ende gerechnet.

Fazit

Mich hat das Buch jetzt nicht so berührt, da mir der Schreibstil zu simpel war und sich die Handlung immer wieder im Kreis drehte als wäre man in einer Art Zeitschleife gefangen. Wobei ich es auch eher unrealistisch fand, dass sich der ganze Prozess auf fast 2 Jahrzehnte erstreckt. Bei wenigen Jahren kann man das ja noch verstehen, aber bei einem so langen Zeitraum? Mir hätte ein emotionalerer und detaillierter Schreibstil besser gefallen. In meinen Augen ist es eher eine Lektüre für den Urlaub oder zwischendurch. Man hat sie relativ schnell durch gelesen und fliegt quasi nur so durch die Seiten, was für das Genre nicht untypisch ist. Die Geschichte wird ausschließlich von Elsa erzählt, was ich passend fand. Aber trotzdem möchte ich dem Buch 4/5 Schmetterlingen geben, denn es hat mich durchaus gut unterhalten.

Mittwoch, 17. Juli 2019

#002 Manga - Given




TitelGiven
AutorNatsuki Kizu
VerlagEgmont Manga
GenreFreundschaft/Boyslove
Bände4
Meine Bewertung
5/5

 Inhalt

Auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen für einen Mittagsschlaf stößt Uenoyama auf Mayufu, der seelenruhig auf dem Lieblingsplatz von ersteren schläft und dabei seine Gitarre umarmt. Nach dem dieser aufgewacht ist kommen die beiden ins Gespräch und Uenoyama fasst sich ein Herz und tausch die rostigen Saiten von Mafuyus Gitarre aus, denn er selbst spielt im Gegensatz zu dem schüchternen Jungen schon länger Gitarre. Schnell schließt er ihn ins Herz und er würde am liebsten wissen was es mit der Gitarre und den rostigen Saiten dieser zu tun hat.

Review

#1 Band: 

Positiv hervorheben möchte ich das Cover, denn es überzeugt mit seiner Schlichtheit und doch recht einfachen Farben. Man sieht die Hauptprotagonisten also die Band in schwarz-weiß mit ihren Instrumenten und im Hintergrund sind farbige Muster. Es fällt vor allem positiv auf, da es im Gegensatz zu anderen Mangas in dem Genre kein einzelnes Gesicht zeigt.

Im gesamten 1. Band ist der Zeichenstil durchgehend schlicht und überzeugt einen einfach mit den doch sehr exakten Zeichnungen. Vor allem sind mir die Hände positiv aufgefallen. Die Gesichter weisen einige sehr typische Merkmale für den jeweiligen Charakter auf und es ist wirklich toll, dass sich das nicht im Laufe der Handlung ändert. Zudem kann man auch immer die Emotionen sehr gut erkennen. Auch die Instrumente möchte ich hervorheben, denn die sie sind auch wirklich gut gezeichnet. Die einzelnen Panels sind sehr übersichtlich gestaltet und man weiß immer wer was sagt. Und es gibt immer wieder einige Details zu entdecken, und oft habe ich mir manche Hintergründe sehr genau angeguckt, weil sie mich so fasziniert haben. Hier sieht man auch deutlich wie viel Zeit in die einzelnen Zeichnungen gesteckt wurde, denn hier wirkt sehr vieles sehr realistisches/plastisch ohne dabei den typischen Manga-Charakter zu verlieren. Leider findet man so einen doch recht realistischen Zeichenstil eher selten.

Der erste Band lässt sich nur erahnen wo die Reise einmal hingeht. Es deutet viel auf eine Boys-Love-Handlung hin, wobei im 1. Band in die Richtung nicht wirklich viel passiert.
Positiv hervor heben möchte ich auch die einzelnen Charaktere über die man wirklich viel erfährt sofern sie eine größere Rolle spielen. Sie sind wirklich sehr unterschiedlich und jeder hat so seine Eigenheiten. Was mir positiv auffällt ist das doch recht erwachsene Verhalten der einzelnen, was ja nicht unbedingt selbstverständlich ist. Zudem werden einige wichtige Themen angesprochen, unter anderem Homosexualität und Selbstmord in Japan. Über beides werden erst nur Andeutungen gemacht, was sich aber wahrscheinlich oder eher hoffentlich im Laufe der Handlung noch ändern wird.

Alles in allem gibt es einige witzige Szenen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt, weshalb die Zeit beim Lesen nur so verflog. Die Vorfreude auf den 2. Band war schon sehr früh geweckt, was nicht nur an den tollen Zeichnungen lag. Ich will einfach wissen, ob Mafuyu sich tatsächlich das Mikro schnappt und trotz all seiner Bedenken der Sänger der Band wird. Zudem steht hier nicht die Liebe im Vordergrund bisher, sondern der Alltag bzw. das Leben der Jungs. Genau das hebt ihn auch von anderen Mangas in dem Genre ab.

#2 Band: 

Auch im 2. Band gibt es wieder einige sehr poetische Textstellen, die einen zum Nachdenken bringen.
Die Band hat auch ihren ersten gemeinsamen Auftritt und man erfährt auch wirklich viel über Mafuyu und was es mit den Gerüchten auf sich hat. Das geschieht größtenteils in Form von Rückblenden.

Alles in allem ist der 2. Band wirklich herzergreifend und geht unter die Haut. Die Liebe der beiden scheint so unschuldig und so rein und da machen einen die Andeutungen auf den Selbstmord nur noch trauriger. Vor allem die Szene mit der Gitarre hat mich wirklich traurig gestimmt, denn für Mafuyu ist sie wirklich sehr wichtig. Und umso glücklich war ich, als sich Uenoyama so um ihn kümmerte. Man merkt richtig wie tief die Bindung zwischen den beiden ist, obwohl sich beide noch nicht so lange kennen. Aber auch die Spannung ist spürbar und gegen Schluss stellt sich die Frage, ob Mafuyu wirklich die Trauer für Uenoyama überwinden kann. Es steht wieder einmal die Freundschaft der Jungs im Vordergrund und die Musik, das heißt BL-Szenen gibt es hier nur sehr wenige. Was finde ich auch gut so ist, denn alles andere würde nicht zur Handlung passen.

Positiv überrascht hat mich auch, dass die Spannung durchweg erhalten bleibt und auch hier konnte ich es kaum erwarten zu erfahren wie es nun weiter geht. Das habe ich auch sehr selten, dass mich eine Mangareihe so extrem packt. Auch der Zeichenstil ist wieder Spitze und hat mich mit den ganzen realistischen Darstellungen überzeugt.
Das Cover ist wie das vom 1. Band gestaltet, wobei Mafuyu dieses Mal tatsächlich singt. Wieder einmal ist die Gitarre rot, das heißt sie spielt mal wieder eine recht große Rolle.
Das einzige was mich irritiert hatte war der fehlende Liedtext. Wobei die Gedanken, die Mafuyu durch den Kopf gehen ja wiedergegeben werden, was das ganze ein bisschen wett macht. 

#3 Band: 

Um ehrlich zu sein fand ich das bisher den schlechtesten Teil, was sowohl an der Handlung als auch am Zeichenstil lag. Es wird sehr viel mit Rasterfolie gearbeitet und die Zeichnungen sind alles andere als zart, schlicht gehalten und realistisch wie in den vorigen beiden Bänden. Sie wirken an einigen Stellen weniger realistisch, was ich sehr schade finde.

Auch hier gibt es wieder sehr wenige BL-Szenen, das heißt die Musik und die Freundschaft stehen nach wie vor im Vordergrund. Die Handlung wirkt an einigen Stellen sehr abgehakt und es fehlen einfach die Übergänge. Es fühlt sich so an als würde man eine Geschichte im Zeitraffer-Tempo angucken und dadurch fehlen einem unheimlich viele Schlüsselmomente. Warum sind Mafuyu und Ritsuka auf einmal ein Paar? Das ging gefühlt wirklich sehr plötzlich, was ja nicht unbedingt untypisch ist bei BL-Mangas. Und bisher erschien es mir so als sollten die beiden nur nach und nach zusammen kommen? Schließlich hatte ja Mafuyu noch sehr mit der Trauer um seine vorige Liebe zu kämpfen und dann passiert so etwas? Vor allem taucht dieser Fakt ja im Grunde gar nicht in Band 3 auf, was ich sehr seltsam finde. Klar kann man das nicht immer in den Fokus rücken, aber mir kam das etwas unter den Teppich gekehrt vor.

Ansonsten finde ich es witzig, dass vor Beziehungen innerhalb der Band gewarnt wird. Sie sind zwar noch eine unbekannte Band, aber so ist Japan(und andere Länder) nun einmal. Hauptsache der Hübsche Ikemen an der Gitarre ist noch single und wehe er ist vergeben, dann will ihn natürlich keiner mehr haben.
Zudem fehlte mir etwas die bisherige poetische Note.
Auf dem Cover sieht man wieder alle 4 Bandmitglieder und es ist wirklich schön gestaltet.
Trotzdem freue ich mich unheimlich auf Band 4.

#4 Band: 

Der Band ist definitiv viel besser als der vorige und es geht hauptsächlich um Haruki und Akihiko. Was die beiden betrifft wäre es wirklich spannend zu erfahren, ob eine Beziehung zwischen den beiden wirklich eine Chance hätte. Haruki ist mein Lieblingscharakter und ich finde es toll, dass er sich selbst treu bleibt und sich nicht nur aus Liebe alles von Akihiko gefallen lässt. ich möchte hier an der Stelle icht spoilern, aber ich habe der Stelle echt hektisch durch die Seiten geblättert und gehofft, dass Haruki nicht klein beigibt. So hatte ich Akihiko bei weitem nicht eingeschätzt und deshalb war ich ganz schön geschockt. Leider ist das so typisch für Mangas, dass das alles romantisch dargestellt wird. Deshalb lege ich es auch nicht dem Mangaka zur Last, da es wohl oder überall ein gesellschaftliches Problem ist.

Trotzdem steht auch wieder einmal die Musik und die Freundschaft der Jungs im Vordergrund. So erfährt man wieder in Form von Shortcomics(4 Panels) ein wenig über die Jungs und teilweise sind die wirklich witzig aufgebaut.
Ein wenig stört mich das nach wie vor mit den Rasterfolien, aber die Zeichnungen sind wieder besser und realistischer.
Auch das Cover hat mir wieder sehr gut gefallen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den 5. Band, der ja im August rauskommen soll.


Fazit

Bis jetzt finde ich die Reihe einfach klasse und bis auf ein paar wenige Kritikpunkte, habe ich auch nichts daran auszusetzen. Sie hebt sich positiv unter all den BL-Manga, da die Liebe zwischen Mafuyu und Uenoyama ehe eine kleine Nebenrolle einnimmt. Es geht halt hauptsächlich um das Bandleben der 4 und wie es halt so ist als junge Band in Japan. Genau das wird prima dargestellt und ich liebe einfach Mangas über Musik. Und vor allem liebe ich Mangas in denen es auch mal um etwas anderes geht als nur um Liebe und allem was dazu gehört.

Zudem ist es wirklich gut gezeichnet und überzeugt einfach auch mit der Schlichtheit der einzelnen Panels. Die Chibi-Zeichnungen tauchen soweit ich mich erinnere gar nicht auf, was mir auch positiv aufgefallen ist. Man weiß zu jeder Zeit wer was sagt und in welcher Reihenfolge man die Sprechblasen lesen muss, was ja auch nicht bei jedem Manga der Fall ist.

Sonntag, 14. Juli 2019

#220 Bücherregal - Bauernschädel




TitelBauernschädel
AutorStefan K. Heider
VerlagIndependently published
GenreKrimi
Seiten252 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares über das Portal https://rezi-suche.de/



 Inhalt

Eigentlich wollte Ferl Lässie mit seiner Freundin nur seine Schwiegereltern-in-Spe besuchen fahren. Doch dort tritt er von einem Fettnäpfchen ins nächste und offenbart dabei auch noch eins der größten Familiengeheimnisse. Nach dem ihn seine Freundin kurzerhand vor die Tür gesetzt hat, macht er am nächsten Tag eine grausige Entdeckung im Wald. Schon als Kind hatte er genau an der gleichen Stelle schon einmal einen abgetrennten Bauernschädel entdeckt, aber als er mit der Polizei noch einmal dorthin geht ist der Kopf weg. Was hat es damit auf sich oder hatte er sich das alles nur eingebildet?

Review

Der Krimi plätschert muntert vor sich hin und gefühlt passieren erst gegen Ende die schlimmen Dinge. Die Aufklärung des Falls fand ich recht ungewöhnlich und ich habe schon einige Krimis gelesen, die eben nicht aus der Sicht der Polizei oder von Privatdetektiven erzählt wurden. Da ich nicht unnötig die Spannung wegnehmen möchte, sollte jeder selbst herausfinden was daran so ungewöhnlich war. Ich fand es nicht schlecht gewählt, immerhin erfährt man so ziemlich viel über die Tat und über vieles mehr. Mir waren es zwar ein paar Informationen zu viel auf einmal und einiges hätte man davor noch schön erzählen können, aber da legt man halt mal eine Pause beim Lesen ein um das alles besser verarbeiten zu können.

Durch die Beschreibungen konnte ich mir die Gegend rund um Goldegg gut vorstellen. Es wirkt halt alles sehr idyllisch und nicht wie eine Gegend in der so grausame Dinge passieren können.

Es wird viel mit Klischees gespielt und so gibt es unter anderen den Schwiegervater-in-Spe, der mit Ferl absolut nichts anfangen kann. Zu dem ist er Alkoholiker und kein einfacher Zeitgenosse.

Vor allem Ferl als Hauptprotagonist bzw. Erzähler finde ich faszinierend. Er wirkt wie der typische Anti-Held, der nichts wirklich gebacken bekommt und so wundert es auch nicht, dass er auch seine Beziehung in den Sand setzt. Und dann stolpert er quasi auch über den abgetrennten Schädel, dessen Besitzer er auch nur flüchtig kennt. Als er die Polizei ruft verschwindet das einzige Beweismaterial.
Aber anstatt einfach die schlafenden Hunde ruhen zu lassen macht er sich daran den Sachen auf den Grund zu gehen und begibt sich somit in größte Gefahr. Er wirkt dadurch sehr nahbar und oft habe ich mir beim Lesen an den Kopf fassen müssen, denn so blauäugig und naiv kann ein einzelner Mensch nicht sein? Aber es gibt sie und das macht Ferl wahrscheinlich auch so unglaublich nahbar und authentisch. Er ist halt nicht der perfekte Polizist, dem alles zufällt. Er ist einfach nur ein Mensch, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Und sich eigentlich nur mit der Sache befasst, weil er zu feige ist um seine ehemalige Freundin um ein klärendes Gespräch zu beten. Und ich denke genau das macht den Krimi so anders, denn Ferl stolpert ja wirklich nur darein und will eigentlich gar nicht Teil von dem Ganzen werden. Und solche Dorfgeheimnisse gibt es ja durchaus, auch wenn wahrscheinlich nicht alle Dörfer so schlimme Geheimnisse haben.

Zudem kommt durch Ferl eine Menge Selbstironie, Zynismus und Situationskomik ins Spiel und das lockert den Krimi auf und nimmt ihm etwas die Härte. Denn die Geschehnisse sind eigentlich alles andere als ohne.

Fazit

Das alles passiert in Österreich, was man definitiv auch an der Sprache merkt. Mich hat es beim Lesen nicht gestört und es gibt dem Ganzen auch Authentizität. Denn was will man auch mit einem österreichischen Krimi im perfekten hochdeutsch? Auch sonst merkt man dem Sprachgebrauch sehr deutlich an wo es spielt: Auf dem Land.

Der Krimi ist definitiv nichts für zarte Gemüter, denn hier geht es um Vergewaltigungen und es gibt recht bildhafte Beschreibungen der Leiche und vieles mehr. Das Buch ist recht kurzweilig und eignet sich deshalb prima für zwischendurch.