Sonntag, 18. Oktober 2020

#013 Graphic Novel - They called us enemy

 





TitelThey called us enemy
AutorStory: George Takei (co-writer), Justin Eisinger (co-writer), Steven Scott (co-writer), Zeichner: Harmony Becker 
VerlagCross Cult
GenreBiografie
FormatHardcover
Bände1(208 Seiten)
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Während des II. Weltkrieges wurde George Takei zusammen mit seinen Eltern und seinen Geschwistern in ein Internierungslager gebracht. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor galten alle Menschen mit japanischen Wurzeln in der westlichen USA als Feinde. Aus diesem Grund wurden all jene enteignet und in Lager gebracht, da sie als Verbündete des Kaisers von Japan galten. Und das selbst wenn sie noch nie einen Fuß auf japanischen Boden gesetzt hatten oder schon lange bei der amerikanischen Armee dienten.
Rezension


Bisher wusste ich im Grunde so gut wie gar nichts über die Internierungslager für japanisch stämmige Personen in den USA während und nach des zweiten Weltkrieges. Es ist schon erschreckend, was diese Lager für eine Ähnlichkeit mit jenen in der heutigen Zeit haben(Internierungslager für Migranten in den USA). Und vor allem wie wenig nach wie vor über all die Internierungslager während des Krieges in den USA bekannt ist. Dabei waren über 110.000 japanisch stämmige Menschen betroffen und all das hat eine lange Vorgeschichte, die aber nicht in der Graphic Novel erzählt wird. 

All das wird aus der Sicht des kleinen George Takei erzählt, der als Kind natürlich nicht begreifen konnte was da um ihn herum passierte und warum er mit seiner Familie in ein Lager ziehen musste. Und genau diese Herangehensweise fand ich gut und das hat das alles nur noch erschreckender gemacht. Denn als erwachsene Person weiß ich natürlich, dass die Welt rund um George Takei nun einmal anders aussah als er sie in seiner kindlich-naiven Sicht gesehen hatte. Nebenbei bekommt man immer wieder wichtige Informationen um all das besser einordnen zu können. Es ist nun einmal ein großer Unterschied zu den Lagern in Deutschland zu jener Zeit vorhanden.

Lediglich mit dem Zeichenstil hatte ich so meine Schwierigkeiten, da er so skizzenhaft, schlicht und modern ist. In jedem Panel wird nur das nötigste gezeigt und da er in schwarz/weiß und generell eher hell gehalten ist, steht er im starken Kontrast zu dem was gezeigt wird. Was ich jedoch wirklich gut daran finde ist, dass es relativ wenig Text gibt und somit das Gezeigte im Vordergrund steht. Und somit spricht es auch die jüngeren Leser an. 

Fazit

Alles in einem ist es eine sehr informative Graphic Novel, die hoffentlich von ganz vielen Menschen gelesen werden. Denn bisher gibt es wirklich wenig Literatur zu dem Thema, dabei wäre es unheimlich wichtig genau jenen Aspekt der amerikanischen Geschichte aufzuarbeiten um in Zukunft nicht mehr so zu handeln.

Freitag, 16. Oktober 2020

#330 Bücherregal - 9 1/2 perfekte Morde


Titel9 1/2 perfekte Morde
AutorAlexander Stevens
VerlagPiper Verlag
GenreTrue Crime
Seiten224 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Die Dunkelziffer bei Tötungsdelikten ist erschreckend hoch, dabei sollte es doch dank DNA-Analysen, Handyortung und vielem mehr ein leichtes sein diese aufzuklären. Jedoch muss man diese Delikte erst einmal als solche erkennen und das passiert leider nicht immer, egal wie offensichtlich ein Tod durch Fremdverschuldung auch sein mag. Aus dem Grund befasst sich der Strafverteidiger Alexander Stevens mit 10 Mordfällen und erläutert warum diese so lang ungeklärt blieben oder die Täter nur vergleichsweisen milde Strafe bekamen. 


Review

Erst einmal möchte ich vorweg erwähnt haben, dass an wenigen Stellen detailliert beschrieben wird wie Menschen ums Leben kommen und deshalb ist dieses Buch wahrlich nur etwas für Menschen, die mit solchen Themen umgehen können. Es ist jetzt nicht reißerisch beschrieben wurden, aber trotzdem geht es unter die Haut. Und wer suizidal ist bzw. über Selbstmord nachdenkt sollte auch einen großen Bogen um dieses Buch machen. Das Kapitel über dieses Thema beschreibt traurige Tatsachen, über die definitiv geredet werden muss in unserer Gesellschaft, aber vor denen Betroffene auch gewarnt werden müssen. Wer sich vorab informieren möchte dazu: Das Stichwort ist Selbstmordhelfer.

Besonders gut gefallen hat mir der schwarze Humor des Autors und ich denke wenn man daran keinen Gefallen hat empfindet man einige Stellen im Buch als pietätlos. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und ich fand es gut, dass bestimmte Begriffe auf verständliche Weise für den Laien erklärt werden.

Wenn man schon viele True-Crime-Bücher/Zeitschriften gelesen hat kennt man schon den ein oder anderen Fall und kann sich schon denken welche perfekten Morde zu 100%iger Wahrscheinlichkeit in diesem Buch auftauchen werden. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, da jeder Autor meist eine Sichtweise auf die Dinge hat und diese sich allein schon wegen ihrem Beruf maßgeblich unterscheiden. Und ich finde es ganz interessant das alles mal aus der Sicht eines Anwalts zu erfahren.

Das letzte Kapitel des Buches beschäftigt sich mit dem Parkhausmord, den ich im Vorfeld schon kannte durch ein anderes Buch. Es ist immer wieder erschreckend wie dreist und selbstverständlich der Täter dort vorgegangen ist.

Was ein wenig anstrengend war beim Zuhören war, dass der Autor teilweise sehr ausführliche Ausschweifungen bzw. Erklärungen ablieferte. Hier hätte ich lieber noch einen "perfekten" Mord mehr gehabt und dafür etwas kompaktere Erklärungen. Vor allem in der zweiten Hälfte fiel das negativ auf. Passend zu seinem Job geht er auch ausführlich auf das deutsche Rechtssystem ein.

Ein anderer Kritikpunkt ist der Titel des Buches, der finde ich einfach zu überspitzt ist. Auch das Cover hätte man passend wählen können, in dem man eben nicht ein Foto von dem Anwalt drauf packt. Denn das finde ich gibt dem Buch einen schmierigen Beigeschmack, der aber gar nicht sein müssten.


Fazit

Alles in allem ist es mit seinen etwas über 220 Seiten ein sehr kurzweiliges Buch, welches sich durch seine sachlichen und unblutigen Beschreibungen positiv von anderen Büchern in diesem Genre abhebt.

Mittwoch, 14. Oktober 2020

#004 Comic und Verfilmung - Watchmen

 






Während den 30er Jahren entschloss sich eine Gruppe namens "Minutemen" dazu Verbrecher in den USA auf eigene Faust zu jagen. Sie selbst gelten als Superhelden der ersten Generation, obwohl sie ganz normale Menschen waren. In den 60ern Jahren taucht eine neue Gruppierung auf denen auch Dr. Manhattan angehört, welcher durch einen Unfall übernatürliche Kräfte erhielt. In den 70ern wurden dann per Gesetz die Superhelden dazu verpflichtet für die Regierung zu arbeiten, ansonsten mussten sie mit harten Strafen rechnen. Jedoch entschließt sich Rorschach trotz aller Drohungen dazu alleine weiter zu kämpfen. Und so begibt er sich auf die Suche nach demjenigen, der den Comedian(Superheld aus der Gruppe Minutemen) ermordete.




TitelWatchmen
AutorAlan Moore
ZeichnerDave Gibbons
VerlagPanini
GenreSuperhelden
Seitenanzahl436
Meine Bewertung
3,5/5


Im Vordergrund stand die meiste Zeit der kalte Krieg und die permanente Angst vor einem nuklearen Angriff. Die Handlung an sich ist vielschichtig und anspruchsvoll und man muss wirklich aufmerksam lesen um nichts wichtiges zu übersehen.

Wirklich gelungen fand ich die Darstellung der Superhelden, die durchweg bis auf einer eben keine Superkräfte hatten und sich trotzdem für das Gute eingesetzt hatten. Man erfährt viel über ihr Privatleben und wie sie zu dem ganzen Weltgeschehen stehen und was für eine Agenda sie verfolgen. Selbst die Beziehungen der einzelnen Figuren zueinander werden ausführlich beleuchtet und hier wurde sich wirklich viele Gedanken gemacht.

Man merkt auf alle Fälle wie sehr diese und weitere Geschichten die heutigen Superhelden-Comic geprägt haben. Und zu der Zeit war es nun einmal nicht normal Superhelden als Menschen mit all ihren Schwächen darzustellen. 

Vor allem der Zeichenstil hat mich ziemlich überrascht und mir hat er an sich wirklich gut gefallen, da das düstere einfach zur Handlung passt. Lediglich die Farben fand ich bei Zeiten ziemlich anstrengend.
Was ich stellenweise einfach nur anstrengend fand waren die unzähligen dazwischen geschobenen Interviews und Auszüge aus irgendwelchen Polizeiakten. Oft hätte man diese um die Hälfte kürzen können und hätte trotzdem dem Leser alles nötige vermittelt. Wobei ich hier direkt anmerken möchte, dass diese Texte wichtiges Hintergrundwissen liefern und man ohne dieses vieles nicht versteht. Sie sind teils wirklich anspruchsvoll, was aber auch schlichtweg am Alter der Texte liegen kann(Erstveröffentlichung 1986/87).

Auch bei den Sprechblasen hatte ich nicht nur einmal das Gefühl, dass diese einfach zu textlastig sind und man vieles von dem gesagten besser gezeigt hätte. Aus dem Grund hatte ich unzählige Lesepausen eingelegt, weil ich es einfach nur anstrengend fand der Handlung zu folgen und es mir schlichtweg zu viel Text für dieses Medium war.

Aufgrund der Kritikpunkte und weil mich die Handlung nicht vollends packen konnte vergebe ich 3,5 von 5 Sternen. Trotzdem finde ich das Szenario nach wie vor interessant, dass Superhelden aufgrund eines Anti-Superhelden-Gesetzes im Untergrund agieren müssen und dann so etwas zustande kommt. Hoffentlich schaffe ich es irgendwann noch "Before Watchmen" und "Doomsday Clock" zu lesen.






TitelWatchmen
RegisseurZack Snyder
SchauspielerMalin Åkerman, Billy Crudup, Matthew Goode
Dauer3 Stunden 35 Minuten
Meine Bewertung
3,5/5

TW: Gewalt
Was ist das bitte schön für eine phänomenale Musikauswahl? Dadurch wurden einige Szenen richtig ins groteske gezogen und waren auf eine Art und Weise witzig, die man im ersten Moment nicht vermuten würde. Da merkt man auch einfach wieder wie wichtig die Hintergrundmusik ist und dass es ein wunderbares Mittel ist um beim Zuschauer bestimmte Emotionen auszulösen und vor allem ihn auf eher unscheinbare Dinge aufmerksam zu machen. Vor allem einige Szenen werden mir dadurch lange in Erinnerung bleiben und ich fand es einfach nur total absurd, als zum Beispiel ein Song von Nena abgespielt wurde. Genau damit hatte ich absolut nicht gerechnet!

Es gibt wirklich viele, fantastische Szenen, die mir definitiv in Erinnerung bleiben werden. 
Lediglich mit der Länge des Filmes hatte ich so meine Probleme und deshalb hatte ich immer Kapitelweise alles angeguckt. Die Orginialvorlage ist ja schon gefühlt endlos und das ist beim Film leider genauso. Vor allem manche Szenen waren einfach nur unendlich lang, was mir vor allem bei den Bettszenen negativ auffiel. Die Erzählweise des Filmes ist auch Kapitelweise, deshalb waren die ganzen Pausen absolut kein Problem.

Ein anderer Grund warum ich den Film nicht in einem Stück geguckt hatte waren die ganzen Gewaltszenen. Hier werden wirklich bewusst Grenzen überschritten und vieles was gezeigt wird war schwer auszuhalten. Sie sind nicht zu vergleichen mit Szenen in anderen Superheldenmovies, die ja ohnehin für ein jüngeres Publikum gedreht werden und deshalb meist sehr harmlose Gewaltszenen enthalten.Ob bestimmte Szenen wirklich in dem Ausmaße gezeigt werden mussten um wirklich jeden Zuschauer wachzurütteln weiß ich nicht. Wahrscheinlich hätten auch einige wenige dieser Szenen gereicht, denn so wirkt es streckenweise einfach nur wie Gemetzel mit einer Prise Handlung.
Wie auch dem Comic vergebe ich hier nur 3,5 von 5 Sternen. An sich ist es ein wirklich schöner Film, nur geht durch die ganzen Gewaltszenen(und Bettszenen) der Rest der Handlung unter. 



Ich habe mir auf alle Fälle fest vorgenommen den Film noch einmal in ein paar Jahren zu schauen. Es ist nun einmal Geschichte, die in den 80ern nun einmal recht neu waren und ein ganz anderes Bild von Superhelden zeigt. Denn hier sind es keine unfehlbaren Menschen und sie alle haben ihre Laster und Probleme. Mittlerweile gibt es unzählige Geschichten in diese Richtung und deshalb fällt es mir auch so schwer Watchmen nicht mit diesen zu vergleichen. Und mir sagen einige der neuen Geschichten einfach mehr zu. Trotzdem kann ich verstehen warum Watchmen zu den bedeutendsten Comics der letzten Jahrzehnte zählt und ich bin froh darüber ihn endlich einmal gelesen zu haben. 

Sonntag, 11. Oktober 2020

#329 Bücherregal - Deichmord(Kurzrezension)


TitelDeichmord(6. Fall Romy Beccare)
AutorKatharina Peters
VerlagAufbau Taschenbuch 
GenreKrimi/Lokalkrimi/Ostseekrimi
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Scheinbar plant jemand einen Anschlag auf die Störtebeker-Festspiele, doch die Ermittler können dem Hauptverdächtigen einem Hotelbetreiber nichts nachweisen. Doch das ungute Gefühl will nicht verschwinden und so bleibt Romy Beccare an dem Fall dran. Während sie weitere Nachforschungen anstellt stöß sie auf zwei Vermisstenfälle auf Rügen, bei denen junge Frauen nach einem Besuch in dem Hotel spurlos verschwanden.

Review

Man kann den Teil der Reihe gut ohne Vorkenntnisse lesen und alles nötige über die Personen findet man am Ende des Buches. Das Lokalkolorit der Insel Rügen wird wieder einmal gut eingefangen und ich finde es immer wieder schön, wenn unter anderem auf die landschaftlichen Besonderheiten in Regiokrimis eingegangen wird.

Der gesamte Krimi hat mich nach dem Lesen einfach nur ratlos zurück gelassen. Normalerweise sollte es ja spätestens bei der Auflösung bei einem Klick machen, aber das war absolut nicht der Fall.
Ich gehe Mal stark davon aus, dass zu Beginn des Buches tatsächlich die Drohmail eine Rolle spielte. Jedoch driftet die komplette Handlung ab einem recht frühen Punkt von dieser Drohkulisse hab und es gibt plötzlich gefühlt 1.000 verschiedene Fälle. Ich finde es einfach schade, dass es sich "nur" um alte Fälle handelt und hatte mich eigentlich darauf eingestellt über einen Fall rund um die Festspiele lesen zu können. Zu einem späteren Zeitpunkt ist von vier Fällen die Rede, aber für mich waren es einfach zu viele verschiedene Handlungsstränge und damit auch zu viele Personen. Irgendwann wusste ich einfach nicht mehr wer was getan haben sollte und warum die überhaupt eine Rolle spielten.

Dadurch wechselte man auch ständig zwischen den einzelnen Personen und Orten und darunter litt dann wie zu erwarten die Spannung. Ich hatte den Krimi recht zügig durch gelesen wegen dem einfachen Schreibstil, aber mir wäre es lieber gewesen wenn das wegen einem spannend Fall gewesen wäre.


Fazit

Der Teil der Reihe ist finde ich bisher der schwächste von denen, die ich bisher gelesen habe und deshalb gibt es nur aufgerundete 3 Sterne. Mir war das alles ein wenig zu kompliziert und verschachelt und bis zum Ende nicht eindeutig genug. Entweder hätte man das doppelte an Seiten schreiben sollen oder sich auf wenige Fälle und somit Personen beschränken sollen.