Freitag, 3. April 2020

#286 Bücherregal - Mordmethoden(Kurzrezension)


TitelMordmethoden
AutorMark Benecke
VerlagBastei Lübbe
GenreKriminalgeschichte/True Crime
Seiten368 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Der Autor setzt sich mit mal mehr und mal weniger bekannten Fällen des 20. Jahrhunderts auseinander. Anhand des Falles Bernado/Homolka und anderen versucht er der Frage nachzugehen, ob die Todesstrafe angebracht ist oder eben nicht. An anderer Stelle geht er dem Medienrummel nach und wie dieser sich negativ auf den Fall rund um O.J. Simpson auswirkte und dieser dann trotz erdrückender Beweislast freigesprochen wurde. Immer wieder erläutert der Autor wie Morde nachgewiesen werden, wie sich die Methoden im Laufe der Jahrzehnte verändert haben und wie versucht wird diese zu perfektionieren.

Review

Zu Beginn möchte ich direkt darauf hinweisen, dass der Titel des Buches relativ wenig mit dem Inhalt zu tun hat und somit irreführend ist. Hauptsächlich geht es wie in vielen anderen True-Crime-Büchern um verschiedene Mordfälle, die bis ins kleinste Detail leicht verständlich erläutert werden. Hier möchte ich anmerken, dass der Autor Kriminalbiologe ist und man das beim Lesen des Textes immer wieder zum Beispiel anhand der Beschreibungen der Leichen merkt. Und hier sind definitiv einige Fälle dabei, die es in sich haben und bei denen ich als Leser lieber auf bestimmte Details verzichtet hätte(u.a. Kannibalismus). Das Buch an sich ist nicht über die Kriminalbiologie und diese spielt wenn überhaupt nur eine sehr kleine, untergeordnete Rolle bei der Analyse der vielen genannten Fälle.

In diesem Buch beschreibt der Autor viele Fälle, die schon längere Zeit zurück liegen. Einige waren mir schon im Vorfeld bekannt, jedoch finde ich es immer wieder interessant wie unterschiedlich diese immer wieder in True-Crime-Büchern/Zeitschriften erläutert werden, allein weil die Autoren alle etwas anderes in den Fokus rücken aufgrund ihrer Arbeit. Besonders bemerkenswert finde ich es, dass der Autor es geschafft so viele doch recht unbekannte und teils sehr absurde/skurrile Fälle für die einzelnen Themenbereiche zu finden. Es werden sowohl deutsche als auch amerikanische Fälle(+ein kanadischer) ausführlich erläuten und anhand von denen werden auch die Unterschiede unserer Rechtssysteme verdeutlicht. Zum Beispiel wäre der Fall O.J. Simpson in Deutschland ganz anders verhandelt wurden, da bei uns keine Jury bestehend aus Laien bei solchen Fällen eingesetzt wird. In einem Abschnitt geht es auch um die berühmte Bodyfarm in Amerika, auf der bestimmte Leichenfundplätze konstruiert werden um in Zukunft noch besser bestimmen wie derjenige zu Tode kam und wann es passierte.

Leider fiel es mir an manchen Stellen sehr schwer dem Autor zu folgen, da manchmal einfach Unterkapitel eingeschoben wurden und manche Gedankengänge einfach abrupt aufhörten um an einer anderen Stelle weiter geführt zu werden. Teilweise werden diese Einschübe durch graue Kästen hervor gehoben, jedoch erschließt sich mir auch im Nachhinein nicht wofür diese Kästen stehen? Diese scheinen einfach nur sehr willkürlich platziert wurden zu sein und manchmal tauchen die auch einfach in der Hälfte vom Satz auf.


Fazit

Zusammenfassend lässt sich auf alle Fälle schreiben, dass es sich um eine gute Lektüre für zwischendurch handelt. Mir hat vor allem der recht nüchterne Erzählstil gefallen und die breitgefächerte Mischung an Themen/Fällen, die detailliert und in all ihrer Grausamkeit beschrieben werden ohne, dass sich der Autor über die Urteile u.ä. wertend äußert. Abschließend möchte ich erwähnen, dass Benecke die Fälle nicht selbst bearbeitet hat, was aber selbsterklärend ist. Leider wird das nicht bei allen Inhaltsangaben klar hervorgehoben und stattdessen wird dann Beneckes Arbeit als Kriminalbiologe in den Vordergrund gestellt um die es hier aber gar nicht geht.

Mittwoch, 1. April 2020

Lesemonat März





Guten Morgen,
jetzt ist der März auch schon wieder um und aufgrund der aktuellen Ereignisse kam er mir unendlich lang vor. Es fühlt sich alles immer noch alles sehr unwirklich an.
Insgesamt habe ich für den Blog 13.574 Wörter(veröffentlichte Beiträge) und für meine FFs 5.207 Wörter geschrieben. Das macht insgesamt 606 Wörter pro Tag.

  • Mordmethoden von Mark Benecke, 4/5 Sternen
  • Totsee von Arne M. Boehler, Sternen, 4,5/5 Sternen
  • Der Luzifer-Killer von Elias Haller, Sternen, 5/5 Sternen
  • The perks of being a wallflower von Stephen Chbosky, 2,5/5 Sternen
  • Escape from Camp 14 von Blaine Harden, 4,5/5 Sternen
  • Flowers for Algernon von Daniel Keyes, 4/5 Sternen
  • Bernsteinmord von Katharina Peters, 4/5 Sternen
  • My Sister's Keeper von Jodi Picoult, 3,5/5 Sternen
  • Red Queen von Christina Henry, 4/5 Sternen
  • The Guy who died twice von Lisa Gardner, 4/5
  • Coraline von Neil Gaiman, 4,5/5


11 Bücher | 3.419 Seiten | 310 Seiten/Buch | 111 Seiten/Tag
Comic | 8 Graphic Novel | 1 Light Novel | 7 Manga
durchschnittliche Bewertung: 4/5
Verlage: 11
bereiste Länder: 4
Genre: 9(1xBiografie, 1xFantasy, 1xHorror, 1xKlassiker, 1xKrimi, 1xRoman, 3xThriller, 1xTrue Crime, 1xYoung Adult)

Highlight: Der Luzifer-Killer von Elias Haller, Sternen, 5/5 Sternen
Flop: The perks of being a wallflower von Stephen Chbosky, 2,5/5 Sternen

In "Mordmethoden" von Mark Benecke setzt sich der Autor mit mehr oder weniger bekannten Mordfällen aus dem 20. Jahrhundert auseinander. Auch wenn das Buch relativ wenig mit dem Titel zu tun hat und ein anderer weniger irreführend gewesen wäre, hat es mir relativ gut gefallen. Er selbst hat auch gar nicht die Fälle bearbeitet und es geht auch nicht um die kriminalbiologische Seite dieser. Stattdessen erfährt erzählt halt sachlich was sich bei den einzelnen Fällen zugetragen hat und wie diese im einzelnen nachgewiesen/gelöst wurden.

Bei dem Buch "Totsee" von Arne M. Boehler handelt es sich um einen Verschwörungsthriller. Hier geht es um menschliche Abgründe und was passieren kann, wenn andere aufgrund von Wahnvorstellungen eines einzeln instrumentalisiert werden. Mir hat der Thriller wirklich gut gefallen, weil die Stimmung durchgehend beklemmend war und man Tiefe Einblicke in die Psyche der einzelnen bekommen hatte. Und das Szenario ist auch durchaus realistisch.

"Der Luzifer-Killer" von Elias Haller hatte ich ja direkt nach der Ankündigung auf meine Wunschliste gepackt. Dieses Mal geht es sowohl um die Ermittler Klara Frost als auch Erik Donner. Der Ermittlerin wird ein Video zugespielt auf dem angeblich ein Verbrechen gezeigt wird und nach und nach tauchen immer mehr Leihen auf, denen ein L in die Stirn geritzt wurde. Als sie Donner um Hilfe bitten will erfährt sie, dass dieser in der Psychiatrie sitzt. Dabei könnte sie seine Hilfe sehr gut gebrauchen, schließlich ist ein Hinweis in dem Fall ein Foto von den beiden. Auch dieses Mal konnte mich der Thriller überzeugen und ich freue mich einfach unglaublich darauf demnächst die Reihe rund um Klara Frost beginnen zu können.

Dann habe ich es auch endlich einmal geschafft "The perks of being a wallflower" von Stephen Chobsky zu lesen. Hier geht es um Charlie, der sich als Mauerblümchen versucht an der Highshool zurechtzufinden. Mir hat die Geschichte jetzt nicht zugesagt, weil zu viele wichtige Themen nur oberflächlich angekratzt werden. Zudem habe ich Charlie als Charakter absolut nicht verstanden, da er nicht nur einmal heult und dann von anderen heimgefahren werden muss.

Ein weiteres Buch von meiner Wunschliste war "Escape from Camp 14" von Blaine Harden un in dem geht es um einen im Lager 14(Nordkorea) geborenen Strafgefangenen, der es schafft zu entfliehen. Durch das Buch habe ich eine Menge über Nordkorea gelernt und vor allem auch über das Rechtssystem und somit auch über das Lager 14(und andere Teile dieses Internierungslagers). Es ist einfach nur erschreckend was in dem Buch beschrieben wird.

"Flowers for Algernon" von Daniel Keyes stand auch lange auf meiner Wunschliste und in diesem Buch geht es um Charlie Gordon, der mithile einer Gehirnop überdurchschnittlich intelligent wird und und somit nicht länger einen IQ von 68 hat. Es wird ziemlich eindringlich beschrieben wie es war mit einer geistigen Behinderung in den USA zu leben. Charlie realisiert erst wegen dem Experiment wie mit ihm umgegangen wurde und auch wie die Wissenschaftler ihn sehen. Das Buch hat mich einfach nur unglaublich traurig und wütend gemacht.

Im Laufe des Monats ploppte dann auf einmal "Bernsteinmord" von Katharina Peters in er Ausleihe auf und da ich die Reihe rund um die Komissarin Romy Beccare verfolge, habe ich es direkt ausgeliehen und gelesen. Auf der Rügener Insel wird die Leiche von Mona Gluek gefunden und im Laufe der Ermittlungen kommt heraus, dass ihre Lebensgefährtin vor einem Monat verschwand. Mir hatte es besser als der 1. Teil gefallen, da die Charaktere etwas mehr Tiefe bekommen hatten und der Fall auch interessanter war.

Innerhalb von zwei Tagen hatte ich "My Sister's Keeper" von Jodi Picoult durchgelesen. Über das Buch hatten wir ganz kurz in Ethik gesprochen, weil das Hauptthema Wissenschaftsethik war und es unter anderem in dem Buch darum geht. Ist es richtig ein Baby zu zeugen, dass letztendlich nur als Ersatzteillager für eines herhalten muss, was über kurz oder lang ohnehin sterben wird? Mir hat die Grundidee ganz gut gefallen und es erinnerte mich auch ein wenig an "Alles was wir geben mussten" von Kazuo Ishiguro. Jedoch haperte es einfach an der der Umsetzung und deshalb konnte ich auch nur 3,5 Sterne vergeben.

Bei "Red Queen" von Christina Henry handelt es sich um die Fortsetzung zu der Diologie Alice. Hier machen sich die beiden Hauptprotagonisten Alice und Hatcher auf die Suche nach dessen Tochter Jenny. Mir war die Handlung nicht düster genug und das gewisse etwas fehlte einfach.

Dann habe ich noch die Novella "The guy who died twice" von Lisa Gardner beendet. Die spielt kurz nach Look for me und da ich ein wenig Zeit hatte und kein neues Buch beginnen wollte, hatte ich die zwischendurch gelesen. Es ist ein ganz spannender Fall und die Novella hat mich definitiv gut unterhalten.

Als letztes hatte ich dann "Coraline" von Neil Gaiman gelesen und beendet. Im Zuge des ComicMärz hatte ich ja schon die Graphic Novel und den Film rezensiert und deshalb wollte ich auch noch einmal das Buch lesen und für den Blog rezensieren. Mir hat es wie immer wirklich gut gefallen, aber ich bin eh ein Fan von Fantasyhorror und genau darum handelt es sich ja bei dem Buch. Und Neil Gaiman hat es einfach drauf solche gruseligen Geschichten zu schreiben.

Dann hatte ich im März auch noch an zwei Aktionen teilgenommen. Einmal an #lbmlesen/#time2readweek und dank dieser habe ich endlich einmal meine Wunschliste von 210 auf 190 Bücher reduzieren können. Eine handvoll Bücher hatte ich kurzerhand gelöscht, da mir die Leseprobe nicht zusagte und einige standen gar nicht auf meiner Wunschliste. Es hat auf jeden Fall eine Menge Spaß gemacht und ich denke im April nehme ich noch einmal teil.

Die andere Aktion war der #ComicMärz von Buchwinkel wegen dem ich etliche Comics auf meinem Blog vorstellte und auch gelesen habe. Dank der Aktion hat sich auch wieder meine Wunschliste ziemlich gefüllt. Am meisten freue ich mich über "Metro 2033" von Peter Nuyten, da ich ein riesiger Fan der Metroreihe bin. Leider ging die Veröffentlichung vollkommen an mir vorbei. Wahrscheinlich werde ich aber erst einmal abwarten bis alle 4 Bände davon erschienen sind, da der erste Band mit seinen 64 Seiten relativ dünn ist. Ich bin mit Comics groß geworden und habe viele in meiner Kindheit verschlungen. Auch jetzt noch lese ich diese sehr gerne und ich freue mich jedes Mal, wenn ich neue tolle Reihen entdecken kann.

Für den April habe ich mir "1Q84" von Haruki Murakami vorgenommen. Das Buch wird mich denke ich mit seinen 1328 Seiten eine ganze Weile beschäftigen. Ansonsten möchte ich mich auf meine anderen Projekte konzentrieren, da ich diese die letzten Monate ein wenig vernachlässigt habe. Aus dem Grund habe ich auch schon alle Beiträge für den April vorgeschrieben und auch einen Teil für Mai.

Und wie war euer Lesemonat? Gerne verlinke ich hier eure Beiträge.

LG

Sonntag, 29. März 2020

#007 Manga - Siúil, a Rún – Das fremde Mädchen(Band 1-3)




Titel(Deutsch)Siúil, a Rún – Das fremde Mädchen
Titel(Englisch)The girl from the other side: Siúil, a Rún 
AutorNagabe
VerlagTokypop
GenreFantasy/Horror
Bände1-3(bisher erschienen 7)
Meine Bewertung
5/5

 Inhalt

Das Land ist schon seit Ewigkeiten in zwei Hälften geteilt. In dem inneren Teil leben die Menschen geschützt durch eine hohe Mauer, während in dem äußeren Teil die Außenseiter leben. Ein Fluch hat diese in groteske Gestalten verwandelt. Wenn man diese berührt geht der Fluch auf einen über und man wird zu einem von ihnen. Einer hat es sich zur Aufgabe gemacht sich aufopferungsvoll um ein kleines, blondes Mädchen zu kümmern. Kann er dieses vor dem Fluch beschützen, obwohl er selbst ein Außenseiter ist?


Review

#1. Band: 

Man wird direkt in die Handlung geschmissen und erfährt im 1. Band nur sehr wenig darüber, warum das kleine Mädchen mit dieser gruseligen Gestalt alleine in einem verlassenen Haus/Gegend lebt. Die eher minimalistischen Zeichnungen und die fehlenden Informationen tragen zu einer bedrückenden, angsteinflößenden Grundstimmung bei. Immer wieder werden speziellen Erzählformen/-weisen benutzt um diese Stimmung zu unterstreichen. Am Besten gefallen haben mir die vielen Panels bzw. Seiten, die die Spannung noch erhöht haben und bei denen man direkt umgeblättert hat um endlich erlöst zu werden. Aus dem Grund habe ich den Band auch in einem direkt durch gelesen und würde am liebsten direkt zum nächsten greifen. Dabei müsste man ja eigentlich meinen, dass so ein wirklich langsamer Handlungsverlauf genau das Gegenteilt bezweckt, jedoch empfand ich dieses hier zu dem Auftakt einer Reihe passend.

Der Kontrast zwischen dem kleinen Mädchen und dem "Outsider" könnten nicht größer sein, also zwischen niedlich und furchteinflößend. Irgendwie wünscht man sich, dass sie endlich ihre Tante wiedersieht. Und dann sieht man wie der Outsider mit ihr umgeht und fragt sich, ob die Tante genauso mit ihr umgeht. Das Mädchen ist halt noch sehr naiv und jung und bei mir hat sie nicht nur einmal den Beschützerinstinkt geweckt.

Die düsteren Zeichnungen erinnern mich an Geschichten aus dem Mittelalter. Allgemein erinnert es einen an die Märchen, die einen abschrecken und einem etwas lehren sollten. So ganz weiß man noch nicht wo es hingeht, aber ich gespannt darauf wo die Reise hingeht. Immer wieder gibt es auch kleine Hoffnungsschimmer und schöne Momente, was der sonst so düsteren Handlung ganz gut tut.

#2. Band: 

In diesem Band geht es um die Hintergrundgeschichte und man erfährt was es mit den Gestalten/Outsidern auf sich hat. Am Ende bleibt man zwar mit vielen offenen Fragen zurück, aber das hat bei mir nur noch mehr das Interesse geweckt. Denn scheinbar sind die Hintergründe doch viel komplexer als bisher angenommen und die Puzzleteile wollen auch noch nicht so recht zusammen passen. Man bekommt zudem etwas mehr von der Umgebung zu sehen und so wirklich einordnen kann man bestimmte Orte noch nicht in den Gesamtkontext.

Die Handlung driftet auch immer mehr in das Genre "Dark-Fantasy" ab und wird folglich immer düsterer und bei Zeiten sehr brutal. Das alles passt zur Grundatmosphäre und man weiß nicht so recht, was das alles bedeutet und ob man überhaupt noch Hoffnung sollte. Die Geschwindigkeit der Handlung hat auch ordentlich zugenommen. Die Zeichnungen werden auch immer dunkler und das lässt einfach nichts gutes erahnen.

Und was ist das bitte schön für ein fieser Cliffhanger am Ende? Der vom ersten Band war ja schon schlimm, aber dieser hier ist einfach nur gemein. Und wenn man sich mit Märchen auskennt, dann weiß man auch was so ein Cliffhanger bedeutet und das macht das alles nicht wirklich angenehmer. Vor allem da ich genau das Gegenteil möchte und so sehr darauf hoffe, dass das nicht eintritt. Auch wenn der Text am Ende genau das ankündigt.

#3. Band: 

Vorwiegend geht es dieses Mal um die große Frage, was gut und was schlecht ist. Wer erzählt einem die Wahrheit. Was hat es mit dem Fluch auf sich? Wem kann man vertrauen oder kann man niemanden vertrauen, denn alle erzählen sie einem was anderes über den Fluch. Vor allem die Dialoge haben mir gefallen und sie verraten einem unheimlich viel über die Beweggründe der einzelnen Charaktere. Gefühlt verursacht jede Antwort eine neue Frage und das macht sowohl die Handlung als auch die einzelnen total faszinierend. Dadurch kommen auch mehr Handlungsstränge zustande und alles wird ein wenig komplexer. Vielleicht führt das ja dazu, dass in den darauf folgenden Bänden ein höheres Handlungstempo vorherrscht. Auf Dauer ist das jetzige einen Ticken zu langsam.

Langsam ergeben auch einige Sachen Sinn und es zeichnet sich ein klareres Bild des Ganzen ab. Aber wo einen die Reise hinführt ist immer noch nicht so wirklich klar und ob das Bild überhaupt nur annähernd der Wirklichkeit entspricht weiß man auch nicht. Der Band wie schon zu erwarten mit einem gewaltigen Cliffhanger, wie eigentlich jedes Kapitel bisher. Und wieder einmal bin ich dazu geneigt direkt zum nächsten Band zu greifen, aber erst einmal möchte ich die Geschichte etwas sacken lassen.

Fazit

Wenn man mal auf der Suche nach einem Manga der etwas anderen Art ist, dann wird man hier definitiv fündig. Es gibt keine runden Kulleraugen, bis auf das Wesen und zwischendurch das Mädchen ist nichts groß stilisiert und es erinnert bis auf die Leseweise einen nichts an andere Manga. Es ist eine düstere Geschichte, die einen an alte Märchen erinnert und einen auch zum Nachdenken anregt. Wer bestimmt was gut und was schlecht ist? Wie würde man selbst in so einer Situation reagieren? Es gibt kein einfach gut/böse Szenario und das finde ich so toll. Der Manga ist sehr düster und deshalb ist er auch eher etwas für etwas ältere Teenager.

Freitag, 27. März 2020

#005 Comic - The Pride Season One







Titel(Englisch)The Pride Season One(#1.-#6. Heft)
AutorJoe Glass
VerlagQueer Comix
GenreLGBTQIA/Superhelden
FormatSoftcover
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Fabman ist es Leid, dass er als queerer Superheld einfach nicht ernst genommen wird. Deshalb entschließt er sich seine eigene Superheldengruppe zu gründen, schließlich sollte es doch keine Rolle spielen sie queer sind oder eben nicht. Er nennt seine Gruppe "The Pride" und zusammen wollen sie sich für mehr Gerechtigkeit auf dieser Welt einsetzen.


Rezension

Im Laufe des Sammelbandes wurden wirklich viele wichtige Themen angeschnitten. Meist sind es dann typische Themen für die LGBT-Community wie Homophobie(nicht nur von Mitmenschen, sondern auch von anderen Superhelden), HIV und ähnliches. Oft werden diese jedoch nur oberflächlich behandelt, was wahrscheinlich auch an dem Format liegt. Trotzdem finde ich es gut wie sie behandelt wurden, da ja leider was HIV zum Beispiel betrifft immer noch zu viele Falschinformationen im Umlauf sind.

Ansonsten dreht es sich auch ziemlich viel um Klischees, was man sich wahrscheinlich auch denken kann. Schließlich geht es hier um queere Archetypen. Wenn man es in dem Kontext betrachtet ist es ganz okay, vor allem da es sich hierbei erst um die ersten 6 Hefte handelt. Jedoch hätte ich es auch schön gefunden, wenn die Charaktere etwas mehr als ihre Klischees gewesen wären. Allein um zu zeigen, dass nicht jeder queere Mensch 1:1 den Klischees entspricht. Mir gefällt es, dass man nach und nach mehr über die doch recht vielen Superhelden erfährt.

Zudem gibt es viele diverse Charaktere, auch wenn genau das noch ausbaufähig ist. Manches vermisst man einfach, aber man kann ja nicht alles haben. Ich hätte mir vor allem was die Männer betrifft mehr Diversität gewünscht, da ich zwischendurch immer mal wieder den Überblick über die drei schwulen hellhäutigen Männer verloren hatte. Mitschuld trägt da leider auch der Zeichenstil, obwohl der eigentlich bei so etwas genau das verhindern sollte.

Um ehrlich zu sein habe ich gar nicht verstanden, warum teilweise der Zeichenstil selbst in den Heften so extrem variiert. Wenn die Zeichner alle einen ähnlichen Stil haben finde ich es ganz okay und mich stört es dann auch nicht weiter, aber hier sind manche Seiten teilweise einfach nicht schön anzusehen, während andere wirklich ganz schön gezeichnet wurden. Vor allem in Heft 5 ist mir das aufgefallen, denn hier springt einem das das Können bzw. Nicht-Können der jeweiligen Zeichner extrem ins Auge und das ist einfach nur störend, es lenkt unglaublich ab und bringt somit den Lesefluss ins stocken.

Was mich dann auch beim Lesen irritiert hatte war der Umgang mit den weiblichen Charakteren. Vor allem eine hat mich einfach nur an WonderWoman erinnert und hier hätte ich mir einfach ein eigenes Charakterkonzept gewünscht. Natürlich gibt es schon recht viel in die Richtung und es ist recht schwer was neues zu finden, aber vor allem bei ihr ist es mir aufgefallen. Auch sonst gibt es recht viele Parallelen zu anderen Comics, was mich teils richtig irritiert hatte.

Mir hat auch irgendwie die Hintergrundgeschichte rund um die weiblichen Charaktere gefehlt und dass diese genau das gleiche erfahren wie die männlichen. Warum? Weil weibliche, queere Personen genauso mit Homophobie und Vorurteilen konfrontiert werden wie männliche, queere Personen.

Fazit

Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht so recht was ich da gelesen habe und warum vieles einfach keinen Sinn ergibt. Und genau das sollte ja nach spätestens 6 Heften nicht mehr der Fall sein, dass man als Leser nicht weiß was da genau Sache ist. Deshalb vergebe ich auch nur wirklich wohl wollend 3,5 von 5 Sternen. Für ein Kickstarterprojekt ist es definitiv okay und ich denke wenn man genau die gleiche Story einmal überarbeitet und es nur von max. 2 Zeichnern anfertigen lässt, dann ist es wahrscheinlich auch um Welten besser.