Freitag, 10. Juli 2020

#308 Bücherregal - Clap when you land



Titel(Englisch)Clap when you land
AutorElizabeth Acevedo
VerlagHarperTeen
GenreJugendbücher
Seiten432 Seiten
Meine Bewertung
5/5

 Inhalt

Jeden Sommer wartet Camino Rios darauf, dass ihr Vater sie endlich in der Dominikanischen Republik besucht. Voller Vorfreude reist sie zum Flughafen. Währenddessen wird in New York City Yahaira Rios zum Direkt gerufen und bekommt mitgeteilt, dass ihr Vater bei einem Flugzeugabsturz starb. Und dieser Tod deckt Geheimnisse auf, die eigentlich nie ans Licht kommen sollten. Denn bis zu diesem Zeitpunkt wussten die beiden Mädchen nicht, dass sie eigentlich Halbschwestern sind. Nicht nur der Verlust macht ihnen zu schaffen, sondern dass ihr Vater wohl ein Doppelleben führte.

Review 

Triggerwarnung: Tod eines Elternteils, sexueller Übergriff und Stalking

Direkt einmal vorweg möchte ich anmerken, dass die komplette Handlung in freien Versen geschrieben wurde. Da ich ohnehin schon relativ viel in dem Stil gelesen habe fand ich es nicht weiter schlimm und ich hatte es trotz der 432 Seiten innerhalb von 1 Stunde und 12 Minuten durch gelesen. Durch die Versform sind die Seiten halt relativ leer und es lässt sich wirklich gut lesen, wenn man keine Probleme mit diesem Schreibstil hat. Ich fand es erfrischend mal mit einem anderen Schreibstil konfrontiert zu werden und da ich ohnehin so etwas liebe, war schnell klar diese Geschichte ist genau meins. Man muss halt immer mal bedenken, dass diese Idee nicht neu ist und in abgewandelter Form tausendfach existiert. Und deshalb ist es umso schöner mal was neues zu lesen. Und der Handlungsort ist auch mal ein anderer, was ein zusätzlicher Pluspunkt ist.

Nicht nur der Verlust von einem Elternteil spielt eine große Rolle, sondern auch wie viele Privilegien zum Beispiel der Geburtsort/Wohnort mit sich bringt. Und wie genau das die Auswirkungen von so einem Verlust beeinflussen kann. Durch die Versform werden viele wichtige Themen nur oberflächlich angekratzt, aber das war von vorne herein klar und zu erwarten. Trotz dem hatte ich als Leser das Gefühl genug Informationen zu haben und vieles ist ohnehin selbst erklärend.

Was ich auch total schön fand ist der LGBT-Bezug und das es nicht nur POC sondern auch queere Charaktere gibt. Und es wird hier Bezug auf ein tragisches Flugzeugunglück genommen, welches sich im November 2001 ereignete und für kein großes, lang anhaltendes mediales Aufsehen sorgte. Obwohl das Flugzeug in Queens(New York) mitten in die Häuser stürzte und der 11. September noch gar nicht so lange her war. Da der Großteil der Passagiere dominikanischer Herkunft erschütterte es vor allem die dominikanische Gemeinde in New York. Auch im Buch geht es um die beiden Orte/Länder und ich finde es schön mal in einem YA-Roman über diese zu lesen. Und wenn man mal die Nachrichten de letzten Monate/Jahre betrachtet, dann ist es ja immer noch so. Über manche Flugzeugabstürze wird wochenlang berichtet und andere, vor allem in ärmeren Ländern erscheinen einem nur wie eine Randnotiz(genauso wie viele andere Meldungen).

Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen Fehler der Hauptprotagonisten. Das macht diese so realistisch und es ist immer wieder schön, wenn es keine reine Ansammlung von Klischeehaufen gibt. Und es ist nun einmal sehr prägend, wenn man in dem Alter erfährt was für ein Mensch der eigene Vater war. Und es eben nicht der tolle Papa in erster Linie war, sondern einer der ein 1A-Doppelleben führte und zwei Frauen betrog(Heiratsschwindler). Und es nicht geschafft hatte seinen gar nicht mehr so jungen Töchtern die Wahrheit zu sagen. Es ist auf jeden Fall erschreckend darüber zu lesen, wobei es ja leider kein Einzelschicksal ist und es solche Fälle nun einmal gibt.

Durch die Reimform fiel es mir etwas schwerer in die Handlung wirklich reinzukommen und den Überblick über all die Charaktere zu bekommen. Das fand ich jetzt nicht weiter schlimm und ich finde es gut, dass man sich erst einmal zurecht finden muss. Zumal es relativ schnell ging und es ja klar angegeben ist aus welcher Perspektive nun erzählt wird. Es gibt halt nur einen Hinweis direkt zu Beginn des Kapitels und das war mir einfach zu wenig.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich auf jeden Fall schreiben, dass das Buch einem ein besonderes Leseerlebnis beschert und mit den Themen sensibel umgeht. Die Geschichte hat mich nachdenklich gestimmt, obwohl ich vieles im Vorfeld schon wusste.

Mittwoch, 8. Juli 2020

Bloggeburtstag und Geschenke



Hallo,
normalerweise mache ich ja nichts spezielles wenn der Bloggeburtstag ansteht. Jedoch handelt es sich dieses Mal um den 15. und da habe ich mir gedacht, dass sich ein kleiner Rückblick auf die letzten Jahre anbietet. Und natürlich gibt es passend dazu einige Freebies.

Sonntag, 5. Juli 2020

#307 Bücherregal - Der Tote auf Amrum







Titel(Deutsch)Der Tote auf Amrum(6. Fall)
AutorAnna Johannsen
VerlagEdition M
GenreKrimi/Lokalkrimi/Thriller
Seiten334 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Mal wieder ist die Hauptkommissarin Lena Lorenzen wegen einem Fall in ihrer alten Heimat Amrum und muss während den Ermittlungen feststellen, dass das alles ganz schön viel mit ihr zu tun hat. Denn in der Schublade des Mordopfers befindet sich ein Foto von ihrer Mutter und sie kann sich nicht erklären wie es ausgerechnet dahin gekommen sein könnte. Zudem hanelt es sich um Marten Hilmer, einem reichen Immobilienbesitzer, der für seine vielen Fraugengeschichten bekannt ist und bei dem mitunter der ein oder andere Immobilienkauf nicht ganz so glatt lief.

Review

TW: versuchte Vergewaltigung
Am Besten gefällt mir an dieser Krimireihe der Schreibstil und das Setting. Es lässt sich alles flüssig lesen und oft hatte ich dabei die Zeit vergessen. Das Ermittlerteam rund um Lena Lorenzen ist total sympathisch und ich finde es immer wieder schön zu sehen, wie sich die Handlungsstränge rund um diese entwickeln. Denn man erfährt einiges über sie, obwohl diese Informationen immer nur am Rande eingestreut werde und somit nicht den Fokus vom Fall wegnehmen. Zudem gibt es immer genug um Lokalkolorit, damit man auch ja nicht vergisst auf welcher nordfriesischen Insel man sich befindet.

Der Fall an sich ist total komplex und es gibt unheimlich viele, die ein wirklich gutes Mordmotiv hätten. Im Laufe der Handlung gibt es immer wieder neue Ermittlungsansätze und Hinweise und man muss wirklich genau aufpassen um nicht den Überblick zu verlieren. Aus dem Grund hatte ich den Krimi regelrecht verschlungen, weil ich einfach nicht wusste wer denn nun der Täter ist und ich endlich Klarheit haben wollte. Ungefähr nach der Hälfte der Handlung denkt man sich, dass endlich einmal der richtige Verdächtige in Haft sitzt und der Fall endlich gelöst ist nur um festzustellen, dass dem doch nicht so ist.

Dann gibt es im Laufe der Handlung einen Hinweis, der das Leben einiger Hauptprotagonisten ziemlich auf den Kopf stellt. Ich bin total darauf gespannt wie sich das alles noch entwickeln wird und was das letztendlich für Konsequenzen nach sich zieht.

Endlich geht es mal in dem Fall Groll weiter und es werden alle nötigen Informationen geliefert um diesen zu verstehen. Das zieht sich ja jetzt schon über einige Bände und ich wusste auch nur noch ganz grob um was es ging. Es bleibt auf alle Fälle spannend und ich hoffe, dass das alles ein gutes Ende für Lena nehmen wird. Was wahrscheinlich total an der Realität vorbei wäre, wenn man die ganzen Statistiken zu (versuchten) Vergewaltigungen in Betracht zieht. Was das betrifft ist es schön zu sehen, dass sie von anderen unterstützt wird. Leider ist das ja immer noch ein Tabuthema und oft ist es ja so, dass so ein Machtmissbrauch meist nicht geahndet wird und das alles meist nur intern geregelt wird.

Dieses Mal gibt es wieder einmal ein schönes Cover, bei dem mir besonders die Farbauswahl und natürlich das Motiv gefallen. Es zeigt einem einen langen Weg und zeigt einem, dass Lena vermutlich genau dieser bevorsteht. Und nach dem Lesen kann ich dem nur zustimmen. So wie es aussieht steht sie was das betrifft erst am Anfang und jetzt sind ein paar Steine ins Rollen gekommen, die wahrscheinlich noch großes auslösen werden.


Fazit

Den Krimi kann man gut ohne Vorwissen lesen. Trotz der 330 Seiten hatte ich den Krimi wegen des guten Schreibstils rasch durch gelesen. Er kommt komplett ohne grausam zugerichtete Leichen aus und die Ermittlungen stehen zu jeder Zeit im Vordergrund.


Rezension zu "Der Tote im Strandkorb"(Die Inselkommissarin Band 1)

Freitag, 3. Juli 2020

#306 Bücherregal - Der Mann, der kein Mörder war


TitelDer Mann, der kein Mörder war
AutorMichael Hjorth; Hans Rosenfeldt
VerlagRowohlt-Verlag
GenreKrimi/Schweden-Krimi
Seiten625 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Sebastian Bergman ist Kriminalpsychologe und soll bei einem Fall aushelfen. Bei Västerås wird in einem Waldstück die brutal zugerichtete Leiche eines Jungen gefunden. Die Polizei vor Ort fordert Verstärkung aus Stockholm an, da sie sich nicht in der Lage sieht alleine diesen Fall zu lösen. Erst sind die Komissare von Bergman absolut nicht begeistert, da er einfach unausstehlich ist. Aber bald schon sind sie froh darüber einen Kriminalpsycholoen im Team zu haben.

Review

Der Psychologe Sebastian Bergman ist ein durch und durch unsympathischer Mann. Er ist selbstverliebt und springt gefühlt mir jedem in die Kiste, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Trotzdem ist er stellenweise sehr frauenfeindlich, was aber finde ich definitiv zu seiner Persönlichkeit passt. Er liefert einfach gefühlt in jeder Szene einen neuen Grund um ihn nicht zu mögen und es zeigt einfach einmal wieder, dass nicht jeder für den Job eines Psychologen gemacht ist.

Was mir außerdem sehr gut gefallen hat ist die Länge des Krimis. Momentan gibt es ja leider viele Reihen auf dem Markt, bei dem die einzelnen Bände nur knapp 300 Seiten haben und bei dem man deshalb nur oberflächlich in den Fall eintauchen kann. Hier bekommt man auf den 600 Seiten einen komplexen Fall geliefert, über den man erstaunlich viel erfährt und es gibt im Verhältnis recht wenige Leichen. Die Spannung baut sich nur langsam auf und vieles ist typisch für skandinavische Dinge was den Handlungsaufbau betrifft.

Ein weiterer Pluspunkt sind die Beschreibungen der Tatorte. Sie sind weder blutig noch reißerisch, sondern sehr oberflächlich und nüchtern. Nahezu alles wird der Fantasie des Lesers überlassen und genau das liebe ich an solchen Krimis.

Es ist halt an sich ein typischer skandinavischer Krimi, bei dem durch gehend eine düstere Stimmung herrscht. Immer wieder ist er sozialkritisch und es wird nicht davor zurück schreckt Probleme anzusprechen. Unter anderem geht es um eine Privatschule, an der man als Kind von nicht so reichen Eltern schnell ausgegrenzt wird, weil man eben die falsche Kleidung trägt. Dann geht es um Vernachlässigung der eigenen Kinder und was das mit diesen macht. Und dann sind die meisten auftauchenden Personen alles andere als gesprächig und scheinen auf den ersten Blick etwas zu verbergen. Das macht den kompletten Fall komplett undurchsichtig und man weiß nicht so recht, wie man das alles einordnen soll. Und genau das macht das erst so unglaublich spannend, schließlich könnte jeder den Jungen umgebracht haben.

Das Ende hat mich richtig überrascht und ich frage mich immer noch, ob ich einfach wichtige Hinweise übersehen habe und deshalb die falsche Person verdächtigt hatte. Oder ob man es als Leser einfach nicht ahnen konnte aufgrund der Beweislage.

Mein einziger Kritikpunkt ist der Fokus auf Sebastian Bergman. Er ist Hauptprotagonist und natürlich erfährt man am meisten über ihn, ansonsten würde sein Name wahrscheinlich auf dem Cover stehen. Aber leiden bleiben deshalb die ganzen anderen Hauptprotagonisten blass und austauschbar. Ich hatte einige Zeit gebraucht bis ich erst einmal alle wichtigen Charaktere als diese erkannt hatte, denn leider ist das nicht ganz so ersichtlich. Es tauchen einfach unheimlich viele Namen auf und zu Beginn wusste ich deshalb nie wer das nun ist und vor allem ob ich mir den Namen und die Informationen zu der Person überhaupt merken muss. Natürlich spielt jedes Detail eine Rolle und auch im echten Leben gibt es äußerst komplexe Fälle mit vielen Personen, aber mir waren es einfach einen Ticken zu viele teils ähnlich klingende Namen.


Fazit

Wer nicht vor komplexeren und längeren Krimis zurückschreckt, wird wahrscheinlich auch hier den mögen. Er ist Teil einer Reihe(6 Bände) und ich habe richtig Lust darauf so bald wie möglich den 2. Teil zu lesen. Hoffentlich erfährt man in denen mehr über die anderen Hauptprotagonisten.