Sonntag, 14. Juli 2019

#220 Bücherregal - Bauernschädel




TitelBauernschädel
AutorStefan K. Heider
VerlagIndependently published
GenreKrimi
Seiten252 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares über das Portal https://rezi-suche.de/



 Inhalt

Eigentlich wollte Ferl Lässie mit seiner Freundin nur seine Schwiegereltern-in-Spe besuchen fahren. Doch dort tritt er von einem Fettnäpfchen ins nächste und offenbart dabei auch noch eins der größten Familiengeheimnisse. Nach dem ihn seine Freundin kurzerhand vor die Tür gesetzt hat, macht er am nächsten Tag eine grausige Entdeckung im Wald. Schon als Kind hatte er genau an der gleichen Stelle schon einmal einen abgetrennten Bauernschädel entdeckt, aber als er mit der Polizei noch einmal dorthin geht ist der Kopf weg. Was hat es damit auf sich oder hatte er sich das alles nur eingebildet?

Review

Der Krimi plätschert muntert vor sich hin und gefühlt passieren erst gegen Ende die schlimmen Dinge. Die Aufklärung des Falls fand ich recht ungewöhnlich und ich habe schon einige Krimis gelesen, die eben nicht aus der Sicht der Polizei oder von Privatdetektiven erzählt wurden. Da ich nicht unnötig die Spannung wegnehmen möchte, sollte jeder selbst herausfinden was daran so ungewöhnlich war. Ich fand es nicht schlecht gewählt, immerhin erfährt man so ziemlich viel über die Tat und über vieles mehr. Mir waren es zwar ein paar Informationen zu viel auf einmal und einiges hätte man davor noch schön erzählen können, aber da legt man halt mal eine Pause beim Lesen ein um das alles besser verarbeiten zu können.

Durch die Beschreibungen konnte ich mir die Gegend rund um Goldegg gut vorstellen. Es wirkt halt alles sehr idyllisch und nicht wie eine Gegend in der so grausame Dinge passieren können.

Es wird viel mit Klischees gespielt und so gibt es unter anderen den Schwiegervater-in-Spe, der mit Ferl absolut nichts anfangen kann. Zu dem ist er Alkoholiker und kein einfacher Zeitgenosse.

Vor allem Ferl als Hauptprotagonist bzw. Erzähler finde ich faszinierend. Er wirkt wie der typische Anti-Held, der nichts wirklich gebacken bekommt und so wundert es auch nicht, dass er auch seine Beziehung in den Sand setzt. Und dann stolpert er quasi auch über den abgetrennten Schädel, dessen Besitzer er auch nur flüchtig kennt. Als er die Polizei ruft verschwindet das einzige Beweismaterial.
Aber anstatt einfach die schlafenden Hunde ruhen zu lassen macht er sich daran den Sachen auf den Grund zu gehen und begibt sich somit in größte Gefahr. Er wirkt dadurch sehr nahbar und oft habe ich mir beim Lesen an den Kopf fassen müssen, denn so blauäugig und naiv kann ein einzelner Mensch nicht sein? Aber es gibt sie und das macht Ferl wahrscheinlich auch so unglaublich nahbar und authentisch. Er ist halt nicht der perfekte Polizist, dem alles zufällt. Er ist einfach nur ein Mensch, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Und sich eigentlich nur mit der Sache befasst, weil er zu feige ist um seine ehemalige Freundin um ein klärendes Gespräch zu beten. Und ich denke genau das macht den Krimi so anders, denn Ferl stolpert ja wirklich nur darein und will eigentlich gar nicht Teil von dem Ganzen werden. Und solche Dorfgeheimnisse gibt es ja durchaus, auch wenn wahrscheinlich nicht alle Dörfer so schlimme Geheimnisse haben.

Zudem kommt durch Ferl eine Menge Selbstironie, Zynismus und Situationskomik ins Spiel und das lockert den Krimi auf und nimmt ihm etwas die Härte. Denn die Geschehnisse sind eigentlich alles andere als ohne.

Fazit

Das alles passiert in Österreich, was man definitiv auch an der Sprache merkt. Mich hat es beim Lesen nicht gestört und es gibt dem Ganzen auch Authentizität. Denn was will man auch mit einem österreichischen Krimi im perfekten hochdeutsch? Auch sonst merkt man dem Sprachgebrauch sehr deutlich an wo es spielt: Auf dem Land.

Der Krimi ist definitiv nichts für zarte Gemüter, denn hier geht es um Vergewaltigungen und es gibt recht bildhafte Beschreibungen der Leiche und vieles mehr. Das Buch ist recht kurzweilig und eignet sich deshalb prima für zwischendurch.

Freitag, 12. Juli 2019

#219 Bücherregal - Küstenstill








Titel(Deutsch)Küstenstill
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller/Ostseekrimi
Seiten379 Seiten
Meine Bewertung
5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Nach knapp 20 Jahren zieht Hardy Finkel zurück an die Ostsee und wechselt vom BKA zur Landespolizei. Seine neue Partnerin Greta Silber findet das alles sehr merkwürdig und auch ihre Kollegen sind gegenüber Hardy eher misstrauisch.
Direkt am ersten Tag wird er zusammen mit Greta mit eine Fall konfrontiert, der es in sich hat. Auf Instagram wird das Foto einer entstellten Frauenleichen zusammen mit einem verschlüsselten Text hochgeladen. Die Accountinhaberin wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden, aber sie ist nicht die Frau auf dem Bild. Erst bei der Obduktion stößt der Gerichtsmediziner auf ein Puzzleteil und stellt sich die Frage, was der Täter damit aussagen möchte.


Review

Während dem Lesen hatte ich einige Charaktere sehr lange im Verdacht. Sie hatten alle Eigenschaften eines potentiellen Mörders in einem Buch, denn sie waren unsympathisch, nicht wirklich greifbar und hatten auch ein Motiv. Oft haben die Kapitel auch in einer Art kleiner Cliffhanger mit Ortswechsel geendet, so dass sich der Verdacht noch erhärtete. Und dementsprechend geschockt war ich auch, als gegen Ende endlich der Mörder gefasst wurde! Rückblickend wurde die Auflösung einige Male angedeutet, aber in meinen Augen hätte ein anderer Protagonist der Mörder sein müssen. Wobei das Ende wirklich gut in den Handlungsablauf passt und an sich logisch erscheint.
Dieses an der Nase herum geführt werden hat der Autor wirklich gut drauf und so blieb die Handlung bis zum Schluss spannend. Ab der Hälfte ungefähr konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es in einem durch gelesen.
Allein die vielen kleinen Cliffhanger und Wendungen sorgen für ein ziemliches Tempo und so kommt die Handlung auch ohne wilde Verfolgungsjagden mit dem Auto oder anderen Actionszenen gut aus. Auch die relativ kurzen Kapitel mit etlichen Perspektivwechseln tragen dazu bei.

Oft habe ich mich gefragt, warum der Autor gewisse Handlungsstränge anfängt und ob die Informationen darin wirklich eine große Rolle spielen. Sie wirken deplaziert, aber am Ende merkt man wie wichtig sie waren. Sie wurden geschickt in die anderen eingeflochten und geben einem ganz kleine Hinweise auf den Täter, während sie einen zeitgleich auch in die Irre führen.

Was ich auch noch sehr passend und schön fand ist das Cover. Darauf zu sehen ist ein Leuchtturm, die raue See und Blut im Wasser. Es spiegelt perfekt die doch sehr turbulente Handlung wieder und zeigt, dass es trotz allem Licht im Dunkeln gibt.

Auch der Handlungsort, also Greifswald ist sehr gut ausgewählt und durch die vielen Beschreibungen kann man sich das alles gut vorstellen. Es ist eine doch recht idyllische Hansestadt und dort vermutet man so eine grausame Mordserie einfach nicht.
Die verschiedenen Charaktere haben eine unglaubliche Tiefe und sind voller Ecken und Kanten. Es ist der erste Fall von Hardy und Greta und das merkt man ihnen auch. Beide müssen erst ihre Position zu finden und ihnen fällt es schwer sich auf den anderen einzulassen.



Fazit

Alles in allem find ich es wirklich gut, dass die Tatorte doch recht nüchtern beschrieben werden. Das heißt es wird vieles der Fantasie des Lesers überlassen und es wird somit von expliziten Beschreibungen abgesehen. So bleibt es jedem selbst überlassen in wiefern er sich das alles vorstellen mag und man muss nicht ganze Absätze überspringen, um zu erfahren wie es weiter geht.

Zudem doch recht ungewöhnlichen und gegensätzlichen Ermittlerduo bestehend aus Greta und Hardy würde ich auch noch eine Fortsetzung lesen wollen. Sie wirken sehr authentisch und nahbar als Komissare und ich habe ihnen quasi gerne bei der Arbeit "zugeschaut". Und ich finde es toll, wenn man bei einem Thriller bzw. Krimi mitraten kann und immer wieder an der Nase herum geführt wird.
Das Buch ist definitiv nichts für zartbesaitete, denn hier geht es unter anderem um menschliche Abgründe.

Mittwoch, 10. Juli 2019

#27 Booktalk - Shining

Hallo,

vor kurzem habe ich das Buch "Shining" von Stephen King gelesen und heute gibt es einen Booktalk dazu. Er ist etwas länger geworden, da ich das Buch so toll fand.





Jack ist Alkoholiker und nicht nur einmal verlor er vollkommen die Beherrschung. Als sein Sohn 3 war, brach er ihm während einer Auseinandersetzung den Arm. Nach dem ein Schüler die Reifen an seinem Auto zerstach, schlug er ihn vor Wut. Aufgrund dessen verlor er seine Stelle als Englischlehrer und es fiel ihm schwer wieder auf die Beine zu kommen. Über Kontakte geriet er dann an die Hausmeisterstelle im Hotel Overlook, denn er wollte um jeden Preis sein Leben wieder in den Griff bekommen. Während der Wintermonate ist man in dem Hotel komplett abgeschnitten von der Außenwelt und Jacks einzige Aufgabe ist es, sich um das Hotel in der Zeit zu kümmern. Als er mit seiner Frau und seinem Sohn ganz alleine in dem Hotel ist, passieren merkwürdige Dinge. Ihm ist nicht bewusst, dass das Hotel versucht von ihm Besitz zu ergreifen. Und zu spät merkt er, dass er den bösen Kräften komplett ausgeliefert ist.

Mir wurde schon oft gesagt, dass man als Stephen King Fan das Buch einfach gelesen haben muss. Und auch von Leuten, die nur den Film kennen wurde mir das Buch nahe gelegt. Dementsprechend lange steht es auch schon auf meiner Wunschliste und wie der Zufall es so wollte, stand es im "öffentlichen Bücherschrank".

Normalerweise nehme ich Abstand von so hoch angepriesenen Büchern, da ich ungern enttäuscht werde. Aber jetzt nach dem Lesen muss ich zugeben, dass mich nach Buch einfach von den Socken gehauen hatte und es wirklich einfach nur gruselig. Ich finde andere Bücher von Stephen King wie "Es" und andere zwar besser, jedoch ist "Shining" auch ein sehr gutes Buch.

Wie gewohnt nutzt Stephen King Jumpscares um einen eiskalt zu erwischen. Die Handlung an sich ist wirklich oft sehr langweilig und alltäglich und dann aus dem Nichts geschieht wieder etwas.

Vor allem der Handlungsstrang rund um Jack ist beängstigend und man erlebt hautnah wie er den Verstand verliert. Man weiß teilweise gar nicht, was wirklich geschieht und was eben nur Halluzinationen/Wunschvorstellungen sind. Jack ist bzw. war bis er den Job als Hausmeister im Hotel annahm alkohol- und tablettenabhängig und deshalb muss man ihn als Erzähler oft genug hinterfragen. Genau die Zusammensetzung birgt ein großes Konfliktpotential, denn eigentlich wollte sich seine Frau von ihm trennen und er wurde schon einmal gewalttätig gegenüber seinem Sohn. Was passiert also wenn so ein psychisch labiler Mensch mehrere Monate vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten mit seiner Familie in einem Hotel lebt? Ein Hotel was den Gerüchten zufolge immer wieder von seinen früheren Bewohnern heimgesucht wird?

Man weiß nie wie viel nur Resultat der psychischen Erkrankung von Jack ist und wie viel übersinnliches passiert. Falls letzteres überhaupt passiert, denn das wird bis zum Schluss nicht aufgeklärt.

Aber auch die anderen beiden Hauptprotagonisten, also seine Frau und sein Sohn Danny sind vielschichtige und authentische Charaktere. Danny ist wie des öfteren beschrieben hellsichtig und deshalb kann man auch ihm nicht trauen.

Das Ende ist eigentlich recht früh vorhersehbar, was aber nicht schlimm ist. Man weiß ja nie ob King das "angekündigte" Ende tatsächlich verwendet oder eben nicht. Denn wenn man mehrere seiner Bücher gelesen hat, weiß man wie schonungslos er mit einzelnen Protagonisten umgeht.

Das einzige was stört sind die Längen, was aber bei einem Roman von dem Autor und der Länge durchaus zu erwarten war. Er nutzt das halt immer um Jumpscares zu kreieren, jedoch fand ich das einigen Stellen wirklich grenzwertig.

Das Buch hat mich wirklich gut unterhalten und ich war nach dem Lesen nicht enttäuscht. Teilweise habe ich schon nach so hoch angepriesenen Büchern gefragt: "Und was war jetzt so phänomenal daran?", jedoch war genau das Gegenteil der Fall. Ich war restlos begeistert und freue mich schon darauf den 2. Teil in absehbarer Zukunft lesen zu können. Das Buch endet nicht in einem Cliffhanger und der neue Teil wurde auch jetzt erst nach über 30 Jahren veröffentlicht.

Mittlerweile gibt es unzählige Bücher und Film mit diesem Szenario. Eine Familie oder eine Gruppe von Menschen wird aus welchen Gründen auch immer weit abseits von anderen Menschen in einem Hotel eingesperrt und dann passieren grausame Dinge. Trotzdem finde ich das Buch in gewisser Weise einzigartig, denn oft werden die Protagonisten nur mit einem durchgedrehten Axtmörder konfrontiert. Aber hier steckt hinter dem Ganzen noch mehr und man erfährt nach und nach warum der vorige Hausmeister so handelte.

Was ich am gruseligsten fand war die Kombination abgelegenes Hotel mit tragischer Geschichte und die psychische Erkrankung von Jack. Der Rest wie zum Beispiel das mit den Heckentieren erscheint mir nach eltichen Büchern aus dem Genre "Horror" ziemlich harmlos.

Alles in allem vergebe ich dem Buch 5 von 5 Sternen und wer gerne Bücher aus dem Genre liest ist hier gut bedient. Es sollte halt einem von vorne herein klar sein, dass Stephen King gerne mit der Psyche des Lesers spielt und dass das Buch 1977 veröffentlicht wurde. Folglich ist auch die Ausstattung des Hotels aus dieser Zeit.

~

Auf der Seite von Monerl findet eine so genannte Linkparty statt, bei der jeder die Rezension zu seinem persönlichen Monatshighlight eintragen kann. Hier geht es zur Linkparty: https://monerl.de/aktion-monatshighlight-linkparty-juli/

Viele Grüße

Sonntag, 7. Juli 2019

#218 Bücherregal - Jenseits von Schwarz





Titel(Deutsch)Jenseits von Schwarz
AutorLucie Flebbe
VerlagGrafit
GenreKrimi
Seiten288 Seiten
Meine Bewertung
4/5



 Inhalt

Den Tod seiner Schwester hat Joseph Reinhardt, Spitzname "Zombie" alles andere verarbeitet, aber trotzdem beschließt er seiner Arbeit als Securitymann in einer Suchtklinik nachzugehen. Jedoch wird er Opfer eines Überfalls und im Zuge dessen wird er niedergeschlagen, wobei ihm komischerweise niemand etwas entwendete. Er meldet es der Polizei, die aber nicht viel machen kann. Am nächsten Tag wird er wieder nachts überfallen und tötet seine Angreifer kurzerhand aus Notwehr. Da er der Polizei nicht so wirklich traut taucht er unter und dabei behilflich ist ihm ausgerechnet Eddie, die Polizistin in Teilzeit ist. Er versteckt sich in der Suchtklinik als Patient und riskiert dabei nicht nur Eddies Job.

Review

Die beiden Hauptprotagonisten Jo und Eddie machen eine erstaunliche und durchaus nachvollziehbare Entwicklung im Verlauf des Buches durch. Beide haben komplexe Hintergrundgeschichten und mussten schon einiges erleben. Immer wieder erfährt man Bruchstücke davon und bekommt so die Möglichkeit die Handlungsweisen der beiden besser nachvollziehen zu können.

Da die Sichtweise in jedem Kapitel zwischen den beiden hin- und herwechselt erfährt man ziemlich viel über die Gefühlswelt und was die beiden über die Morde so denken. Vor allem Zombie steckt ja ziemlich in der Klemme, da er Hauptverdächtiger ist und er nicht so weiß wie er dem leitenden Ermittler seine Unschuld beweisen soll.

Passend zu Zombie seinem Charakter ist auch der Schreibstil und man muss sich deshalb auch auf einige Kraftausdrücke einstellen. Im Gegensatz dazu wirkt der Schreibstil in den Abschnitten aus Eddies Sicht wirklich brav. Der Kontrast zwischen den beiden Stilen spiegelt auch die Charaktere der beiden wieder und zeigt auch wie unterschiedlich die beiden sind. Dadurch entsteht jede Menge Konfliktpotential und die Spannung wird aufrecht erhalten.

Durch die vielen Beschreibungen der Umgebung und der Charaktere kann man sich alles gut vorstellen. Vor allem die Klinik kam mir nicht wirklich heimelig vor und ich kann verstehen, warum die Patienten dort nicht bleiben wollten.

Das was mich richtig gestört hat war, dass die Kapitel so unterschiedlich lang waren. Entweder sie bestanden aus wenigen Zeilen oder halt mehreren Seiten.
Zudem gab es auch einige Längen, da stellenweise der Fokus auf dem Privatleben von Ebbie und Zombie lag.



Fazit

Den ersten Teil der Reihe habe ich nicht gelesen, aber trotzdem habe ich mich gut in der Handlung zurecht gefunden. Einiges wäre mir wahrscheinlich mit einem bisschen Hintergrundwissen klarer gewesen, aber das hat mich nicht groß gestört.

Hier wird unter anderem das Thema Alkoholismus bzw. allgemein Suchterkrankung aufgegriffen und beleuchtet. Es wird vieles aus dem Klinikalltag erzählt und wer durch solche Themen getriggert werden könnte, sollte besser einen Bogen um das Buch machen. Es wird auf einiges was das Thema nicht explizit eingegangen betrifft, was ich aber auch nicht schlimm fand. Dafür wird aber das Thema Co-Abhängigkeit gegenüber dem Betroffenen genauer beschrieben und das fand ich wirklich gut umgesetzt. Auch die Depression von Zombie fand ich durchaus nachvollziehbar und dass er sich trotz seiner Kinder nicht dazu aufraffen kann wieder auf die Beine zu kommen. Da merkt man vor allem, dass die Autorin etwas von den Themen versteht. Sie werden gut verständlich für Laien beschrieben und es wirkte nicht verharmlosend.

Obwohl in dem Buch ernste Themen behandelt werden, gibt es einiges an Situationskomik. Dadurch wird das alles etwas aufgelockert ohne es jedoch ins lächerliche zu ziehen. Mich hat das Buch auf alle Fälle gut unterhalten, auch wenn es eher kurzweilig war.