Posts mit dem Label 4 Sterne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 4 Sterne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. Dezember 2023

#564 Bücherregal - Trümmermädchen(Kurzrezension)

  


TitelTrümmermädchen
AutorLilly Bernstein
VerlagUllstein Verlag
GenreHistorischer Roman
Seiten512 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Anna lebt 1941 bei ihrer Tante und ihrem Onkel in Köln, diese betreiben zusammen eine Bäckerei. Erst wird ihr Onkel in den Krieg einberufen und dann wird auch noch die Backstube bei einem Luftangriff zerstört. Anna und ihre Tante müssen fortan noch mehr um Geld und Lebensmittelkarten kämpfen als ohnehin schon. Denn wenn eins knapp ist in der Stadt, dann sind es Lebensmittel. Weil sich Anna nicht anders zu helfen weiß schließt sie sich einer Schwarzmarktbande an. Und als wäre das neben den ganzen Luftangriffen noch nicht genug, verguckt sie sich in jemanden.

Review

Hier wird der II. Weltkrieg aus Sicht eines Grundschulkindes erzählt, was definitiv eine interessante Erzählerwahl ist. All das was in diesen Jahren passiert lässt Anna schlagartig Erwachsen werden und das merkt man an den gewählten Worten, denn all die kindlichen Umschreibungen verschwinden mit der Zeit.

Unter anderen aufgrund der zur Handlung passenden, einfachen Erzählweise hatte ich das Buch innerhalb von kurzer Zeit durchgelesen. Zudem hatte mich das Schicksal der kleinen Familie berührt und ich wollte wissen wie das alles ausgeht. Vor allem die Abschnitte über den Hungerwinter gingen unter die Haut. Die Autorin hat es definitiv geschafft diese schreckliche Zeit lebendig werden zu lassen. Hier wurde nichts beschönigt und es herrschte ein ständiger Kampf ums Überleben. Aus dem Grund musste ich das Buch einige Male auf Seite legen.

Leider waren einige Stellen sehr repetitiv, weshalb ich einen Stern abziehe. Einiges wurde gefühlt 1.000 Ma betont und das war mir schlichtweg ein paar Mal zu oft.

Fazit

Alles in allem hat mich das Buch nachdenklich gestimmt. Ich habe ja schon einige historische Romane über diese Zeit gelesen, aber noch recht wenige aus der Sicht eines Kind. Für mich ist es immer beeindruckend, wenn Autoren es schaffen authentische Geschichten aus dieser Sicht verfassen zu können. Und genau das hat die Autorin definitiv geschafft, denn die Geschichte wirkte sehr realistisch.

Sonntag, 3. Dezember 2023

#562 Bücherregal - Wenn Insekten über Leichen gehen(Kurzrezension)

 

 


TitelWenn Insekten über Leichen gehen
AutorMarcus Schwarz
VerlagDroemer Verlag
GenreSachbuch
Seiten288 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Marcus Schwarz studierte Forstwissenschaft und erst später spezialisierte er sich auf Insekten. Schon seit einiger Zeit ist er forensischer Entomologe und wird zu etlichen Tatorten gerufen, da diesen Beruf viel zu wenige ausüben. Für die Insekten ist es ein Festmahl, wenn jemand stirbt. Doch was verraten die am Fundort gefundenen Insekten über den Tathergang?

Review

Während dem Lesen habe ich Menge interessantes über das Thema erfahren. In vielen Kapiteln befinden sich Zeichnungen von den Insekten, was die Beschreibungen noch einmal verständlicher machen.

Am Anfang vom Buch erzählt der Autor wie er überhaupt zu dem Beruf kam und wie er arbeitet. Am Ende vom Buch befindet wird zudem ausführlich darauf eingegangen, was ein Entomologe alles bedenken muss bei seiner Arbeit. 

Es wird ausführlich darauf eingegangen was die vorgefundenen Insekten am Fundort, letztendlich über den Tatort und die Liegezeit aussagen. Schließlich ist der Fundort nicht immer gleich dem Tatort und dementsprechend wichtig ist es Beweise diesbezüglich sicherzustellen. Hierbei können die Insekten einem teils sehr genaue Informationen liefern und dementsprechend wichtig ist es diese einzusammeln und zu bestimmen. Leider passiert das immer noch sehr selten und teils werden erst im Obduktionssaal etwaigige Insekten sicher gestellt. Dem Entomologen fällt es dann entsprechend schwer seiner Arbeit nachzugehen, falls er überhaupt zu Rate gezogen wird.

Den Part über die Insektenbestimmung an sich fand ich besonders interessant. Denn viele sind sich ähnlich und es sind ann nur winzige Kleinigkeiten, die sich dann voneinander unterscheiden. Und genau lassen einen dann mitunter Rückschlüsse auf etwas ziehen.

Fazit


Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, da ich eine Menge beim Lesen lernen konnte. 

Freitag, 24. November 2023

#559 Bücherregal - Falsch verdächtigt

      

 


TitelFalsch verdächtigt
AutorAlexander Stevens
VerlagPiper Verlag
GenreSachbuch
Seiten272 Seiten
Meine Bewertung
4/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.

 Inhalt


Alexander Stevens berichtet hier von Fällen, in denen Personen behaupten zu Unrecht verdächtigt zu werden. Hier reichen die Anschuldigungen von Sexual- und Tötungsdelikte bis zu Brandstiftung und Diebstahl. Unter anderen geht es hier um einen Arzt der in eine finanzielle Schieflage geraten war und dessen Mutter plötzlich verstarb.

Review

Der Autor geht hier auf einige sehr bekannte, recht aktuelle Fälle ein. Obwohl es das Cover vermuten lässt, war der Autor nicht bei allen Fällen der Strafverteidiger. Und genau das fand ich sehr irreführend und hier hätte ich mir eine klarere Formulierung gewünscht.

Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat ist, dass der Autor die jeweiligen Urteile sehr ausführlich und mehr oder wenig neutral erklärt. Er geht auch darauf ein wie diese überhaupt zustande kamen. Und wie das deutsche Strafrecht überhaupt funktioniert. Seine Beschreibungen entsprechen sich oft nicht mit dem, was man vor allem in den Medien darüber liest. Das zeigt einfach einmal wieder wie wichtig es ist Bücher dieser Art bzw. allgemein Interviews und Artikel und Richtern und Anwälten zu lesen. Oft haben die einen neutraleren Blick auf das alles und diese haben im Gegensatz zu den Medien nicht das Ziel mit überzogenen Überschriften hohe Klickzahlen zu erreichen. Stattdessen wird versucht Urteile zu erklären und warum in dubio pro reo so extrem wichtig ist.

Das Buch hatte ich innerhalb kurzer Zeit durchgelesen und der Autor hatte mehrfach zeigen können wie viel Macht vor allem die Medien heutzutage haben. Diesbezüglich geht er sehr ausführlich darauf ein wie wichtig die Unschuldsvermutung ist. Falsche Verdächtigungen können sehr schlimme Auswirkungen haben und diese zerstören mitunter sowohl das Leben als auch die Karriere dieser Person. Zudem ist oft vieles nicht so wie es auf den 1. Blick scheint weshalb nie vorschnell urteilen sollte. 

Mich hat das Gelesene nachdenklich gestimmt, denn nicht jedes Urteil war in meine Augen gerecht. Zudem fand ich es erschreckend wie schnell die Justiz und die Polizei ohne vorige, ausführliche Ermittlungsarbeit ein Urteil fällen. Davon hört man ja immer wieder oder bekommt es im Bekanntenkreis mit, wie Leute falsch verdächtigt werden und wie schwer es ist gegen Fehlurteile anzugehen.

Fazit

Alles in allem hat mir das Buch ganz gut gefallen, denn es zeigt wie wichtig die Unschuldsvermutung ist. Leider rückt die immer mehr in den Hintergrund, was total erschreckend ist. Zudem werden Menschen tagtäglich in den Medien voreilig verurteilt und genau darauf geht auch der Autor ausführlich ein.

Sonntag, 15. Oktober 2023

#556 Bücherregal - Wie man einen Traum aufgibt, um ein Leben zu gewinnen(Kurzrezension)

   

 


TitelWie man einen Traum aufgibt, um ein Leben zu gewinnen
AutorNico Langmann
VerlagBrandstätter Verlag
GenreBiografie
Seiten206
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Nico Langmann wurde bei einem Autounfall im Alter von 2 Jahren querschnittsgelähmt. Seine Eltern waren fest davon überzeugt, dass er eines Tages wieder laufen wird. Und so steckten sie sehr viel Geld in Therapien und reisten mit ihm in diverse Länder. Doch für Nico Langmann war irgendwann klar, dass er das Laufen nicht mehr erlernen kann egal wie sehr er sich anstrengt. Mittlerweile ist er erfolgreich im Tennis und hat seinen Weg gefunden.

Review

Mich hat das Buch definitiv nachdenklich gestimmt. Der Autor zeigt wie wichtig es ist körperliche Grenzen anzuerkennen und eine Behinderung zu akzeptieren. Nicht jeder kann zum Beispiel das Gehen erlernen. Vor allem das eigene Umfeld sollte dann nicht noch Druck aufbauen und einen immer wieder dazu animieren das Unmögliche noch einmal zu versuchen. 

Die Eltern von Nico Langmann waren in seiner Kindheit sehr verzweifelt und versuchten alles mögliche, damit er wieder in der Lage ist zu gehen. Unter anderen versuchten sie Geheimtinte und vieles mehr. 

Der Autor zeigt immer wieder wie viele Barrieren es gibt im Alltag für Menschen, die einen Rollstuhl nutzen. Er spricht alles mögliche sehr offen an und zeigt wie sein Alltag als Querschnittsgelähmter aussieht. Unter anderen geht er auch darauf ein auf was er im Gegensatz zu anderen alles achten muss.

Das einzige was mich irritiert hatte war, dass zwischen den Jahren gesprungen wurde. Manchmal kam ich deshalb durcheinander und musste den Absatz erneut lesen. Ansonsten ließ sich das aber alles gut lesen und mir hatte der lockere und humorvolle Schreibstil gefallen.

Fazit
 
Insgesa,t hat mir das Buch wirklich gut gefallen, denn der Autor spricht alles mögliche offen an. Und er zeigt wie wichtig es ist bestimmte Träume aufzugeben, wenn diese einem nicht gut tun.

Freitag, 8. September 2023

#553 Bücherregal - Sörensen sieht Land

 

   


TitelSörensen sieht Land(Sörensen 4. Fall)
AutorSven Stricker
VerlagRowohlt Verlag
GenreKrimi
Seiten448 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

In Katenbüll findet ein Jubiläumsfest vom Einkaufszentrum statt. Doch da passiert genau das mit dem niemand gerechnet hatte. Ein Auto rast einfach so in die feiernden Menschen und unter ihnen ist der Vater von Sörensen. Schnell ist klar, dass ein Kriminalkommissaranwärter der Besitzer vom Wagen kennt. Sörensen kennt diesen und deshalb zweifelt er an dessen Schuld.

Review

Man kann diesen Teil der Reihe gut ohne Vorwissen lesen, denn alles wissenswerte über die Vorgeschichte und die Charaktere wird im Laufe der Handlung erzählt.

Obwohl schon viele Autoren über den traurigen Umstand geschrieben haben, dass Menschen bewusst mit einem Kraftfahrzeug in Personengruppen fahren, empfand ich es hier als besonders erschreckend. Schließlich rechnet man ja einem Provinznest bei einem wirklich kleinen Dorffest nicht mit so etwas.
Was mich daran positiv überrascht hatte war, dass der Fall an sich total komplex ist. Und immer wieder überraschende Wendungen kommen, die alle bisherigen Erkenntnisse über den Haufen werfen.

Der Autor spielt richtig mit der deutschen Sprache und sein Schreibstil passt einfach perfekt zu jemanden wie Sörensen. Dieser hadert nach wie vor mit seiner Angststörung und seinem neuen Job. Ständig weicht er beim Erzählen vom Thema ab und seine Gedanken kreisen ständig um alles mögliche, außer dem Kriminalfall. Dementsprechend wenig Struktur findet sich in dem Ganzen, was auch nicht anders zu erwarten ist. Jedes noch so kleine Detail wird erwähnt und er scheinbar entgeht seinen Augen nichts.
Der Humor von Sörensen passt wunderbar zu einem stereotypischen Norddeutschen.
Dieses Mal muss er sich dem Fall auch noch um seinen kranken Vater kümmern, was ihm alles andere als leicht fällt. Schließlich hat er schon so genug um die Ohren und dann ist sein Vater auch noch alles anderer als ein umgänglicher Mensch. Die beiden sind nun einmal komplett verschieden, was das ganze nicht einfacher macht.

Stricker hat es definitiv mal wieder geschafft lebendige und prägnante Figuren mit hohen Wiedererkennungswert zu erschaffen. Und den Hauptfiguren neue Details hinzuzufügen und ihnen somit mehr Tiefe zu geben. Zudem hat er wirklich ein Talent dafür Dialoge natürlich wirken zulassen. Immer wieder nutzt er Situationskomik um die doch sehr belastende Handlung aufzulockern und um den Leser einen Moment vergessen zu lassen wie tragisch all das Geschehene ist.

Fazit

Alles in allem hat mich dieses Buch gut unterhalten und beim Hören hatte ich wie oft die Zeit vergessen. Ich freue mich richtig auf die Fortsetzung.

Sonntag, 20. August 2023

#550 Bücherregal - Im Grunde gut(Kurzrezension)

 

 


TitelIm Grunde gut
AutorRutger Bergman
VerlagRowohlt Verlag
GenreSachbuch
Seiten480 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Rutger Bregman ist Historiker und Journalist und laut ihm haben wir im Westen ein vollkommen falsches Bild vom Wesen des Menschen. Denn dieses ist obwohl man es nicht vermutet im Grunde gut. Wie ändert sich unsere Weltanschauung, wenn man den Menschen nicht mehr als böse sieht?

Review

Der Autor zeigt anhand von vielen Studien und Geschichten, dass der Mensch an sich friedlebend ist. Und das obwohl viele ja aufgrund einiger sehr berühmter Experimente das Gegenteil behaupten. Leider wissen viele nicht, dass diese Experimente lange aufgrund von Fehlinterpretationen oder anderes falsch eingeordnet wurden. Unter anderen geht es hier um Buch um das Stanford- und das Milgramexperiment. So wie der Autor diese schildert wirken diese alles andere als Sensationserregend und wären wahrscheinlich noch nicht einmal ein Artikel in der Zeitung wert.

Unter anderen wird hier auch ausführlich auf den Krieg eingegangen. Wie kann es zum Beispiel sein, dass so selten getroffen wird? Passend dazu geht es um einige bekannte Kriege, über die es allerhand Dokumentationen und Studien gibt. Es ist wirklich interessant das aus der wissenschaftlichen Perspektive zu sehen. Vor allem da solche Handlungen vollkommen entgegen der menschlichen Natur sind.

All seine Argumente untermauert der Autor leicht nachvollziehbar mit allerhand Beispielen.


Fazit


Mir hat das Buch wirklich gut gefalle und der Autor hat mich wieder an das Gute im Menschen glauben lassen. Ich habe eine Menge über die Thematik lernen können und kann jetzt einiges besser einordnen.


Freitag, 4. August 2023

#545 Bücherregal - Der stumme Tod

 

  

   


TitelDer stumme Tod(Gereon 2. Fall)
AutorVolker Kutscher
VerlagKiwi Verlag
GenreHistorischer Roman/Krimi
Seiten544 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Im März 1930 wurde eine Schauspielerin während der Dreharbeiten im Filmstudio von einem Scheinwerfer erschlagen. Schnell kommt der Verdacht aus, dass das ganze kein tragischer Unfall war. Auf seiner Suche nach dem Täter lernt der Kommissar Gereon Rath jede Menge über das Filmgeschäft. Und wie sehr das vom neuartigen Tonfilm aufgewirbelt wird und sich immer mehr verändert.

Review



In den 20er und 30er Jahren verändert sich Deutschland vieles, wovon natürlich nicht alle begeistert sind. Der Tonfilm löst nach und nach den Stummfilm ab und bringt vor allem kleine Kinos und Produktionsfirmen in Bedrängnis. Genau diesen Aspekt fand ich unglaublich spannend, denn allzu oft vergisst man ja wie viel Geld und Aufwand so ein Film beansprucht und wie viele Arbeitsplätze daran hängen. Dementsprechend nachvollziehbar ist es, dass viele große Angst vor Veränderungen haben. Schließlich kann nicht jede kleine Firma das nötige Geld aufbringen um mit den anderen mitzuhalten.




Rath hat nach wie vor Probleme damit sich an das Leben in Berlin zu gewöhnen. Zudem kommt seine Art zu ermitteln bei seinen Vorgesetzten absolut nicht gut an. Er hat nun einmal keine Probleme damit Gesetze zu brechen um an Informationen zu kommen.
Auch dieses Mal gibt es vielschichtige Charaktere.

Dank der bildhaften Beschreibungen konnte ich mir alles gut vorstellen. Teilweise sind diese sehr ausufernd, was mich jedoch nicht gestört hatte. Ich konnte viel über diese Zeit lernen. Die Ermittlungsarbeit steht im Vordergrund und es ist richtig interessant, wie das alles damals ablief. Die Morde sind recht erschreckend und ich hatte oft das Gefühl, als wäre dem Täter jedes Mittel recht um an sein Ziel zu kommen.

Im Gegensatz zum vorigen Band haben nun die Nationalsozialisten viel mehr Macht, während die Polizei und andere Politiker diese nach und nach verlieren. Was natürlich beängstigend ist und die große Frage aufwirft, wie es weitergehen wird.

Die Handlung an sich wirkt in sich stimmig und realistisch. Ich fand es nur komisch, dass die Vorgesetzten das Verhalten von Rath duldeten. Er tanzt sehr aus der Reihe und das in diesen Jahrzehnten gar nicht gerne gesehen. Dadurch wirkt er oft aus der Zeit gefallen mit seinem Verhalten, was mich dann doch irritiert hatte beim zuhören.

Viele verschiedene Handlungsstränge führen einen durch das Buch. Obwohl der Mörder relativ früh herausgefunden wird, blieb das alles spannend bis zum Schluss. Mir fiel es deshalb richtig schwer das Hörbuch zu pausieren, da ich schlichtweg wissen wollte wie das alles weitergeht.

Fazit

Mir hat das Buch definitiv gut gefallen und ich freue mich immer darüber, wenn ich einen gelungen Mix aus historischer Roman und Krimi lesen kann.



Mittwoch, 26. Juli 2023

#25 Buch und Film - Todesurteil

      



Hallo,

Vor einiger Zeit hatte ich "Todesurteil“ von Andreas Gruber gelesen und heute möchte ich in einem Blogeintrag das Buch und den Film zu besprechen.

Buch- und Filmbesprechung „Todesfrist“(Sneijder und Nemez 1. Fall)


Über ein Jahr blieb die 10-jährige Clara aus Wien verschwunden, bis sie wie aus dem Nichts wieder auftauchte. Auf ihrem gesamten Rücken sind Motive aus Dantes „Inferno“ tätowiert, jedoch spricht sie mit keinem darüber. Zur gleichen Zeit gibt Sneijder an der Akademie vom BKA eine Vorlesung in dem es um grausame Fälle geht. Sabine Nemez nimmt an dieser Teil und findet tatsächlich einen Zusammenhang zwischen diesen. Und tatsächlich verschlägt es beide aufgrund der Ermittlungen kurz darauf nach Wien.



Todesurteil(2. Fall Sneijder und Nemez) von Andreas Gruber, 592 Seiten, Goldmann Verlag

4 von 5 Sternen

CN: Gewalt gegen Kinder und Tiere

Anfangs fand ich es schwierig mich in der Handlung zurecht zu finden. Das lag aber hauptsächlich daran, dass ich beim Hörbuch eben nicht mal kurz zurück spulen kann an den Kapitelanfang um die Ortsangabe zu finden. Denn dieses Mal geht es um einen Fall in Wiesbaden und einen in Wien, somit wird ständig zwischen den Orten gewechselt und oft hatte ich schlichtweg vergessen wo denn nun alles stattfindet. Als ich mich dann endlich eingefunden hatte, konnte ich das Hörbuch ohne große Pausen durchhören.

Besonders gut hat mir die durchgehend hohe Spannung gefallen. Die Zeit verflog beim Hören wie im Flug und deshalb kam mir das Buch gar nicht so lang vor. Zudem hat die hohe Handlungsgeschwindigkeit einiges zum Empfinden beigetragen. Ich musste sehr aufmerksam zu hören um keine wichtigen Hinweise zu verpassen, schließlich kann bei dem Autor alles mögliche eine Spur zum Mörder sein.

Erst gegen Ende wird klar warum beide Fälle eine Rolle spielen und wie die Verbindung zwischen den beiden ist. An sich gibt es zu den beiden keine detaillierten Beschreibungen, was ich ganz okay finde. Denn auch ohne konkretes zu wissen gehen beide Vermisstenfälle tief unter die Haut. Mir war es trotzdem stellenweise zu viel Gewalt und hier hätte ich mir realistischere Szenarien gewünscht.

Mal wieder konnten mich die Wortgefechte zwischen Nemez und Sneijder gut unterhalten. Auch dieses Mal habe ich einiges über die beiden gelernt und sie sind beide definitiv auf ihre Art und Weise sympathisch. Sneijder gibt zum Beispiel Vorlesungen beim BKA und befasst bei diesen mit sehr grausamen, ungeklärten Fällen um diejenigen bestmöglich vorzubereiten.

Nemez ist mal wieder auf Alleingang und was das betrifft definitiv nicht besser als Sneidjer unterwegs. Sie scheint die Gefahr vollkommen zu unterschätzen und einige Mal habe ich mich gefragt, ob sie wirklich für den Job geeignet ist.

Einige Figuren spielen eine große Rolle und dieses Mal gibt es eine recht spezielle Staatsanwältin. Die macht das alles zusätzlich interessant und oft hatte ich mich gefragt, was für eine Agenda die befolgt.

Am liebsten würde ich direkt zum nächsten Band greifen, jedoch möchte ich die Reihe noch eine Zeit lang genießen. Mir hat der Teil der Reihe richtig gut gefallen und das obwohl er mir wie oben erwähnt stellenweise zu brutal war.



Regisseur: Christopher Schier, Spieldauer: 88 Minuten, unter anderem mit Josefine Preuß, Raymond Thiry und Stephan Pohl
4 von 5 Sternen

Der Film ging mir ziemlich nahe und ich habe richtig mitgefiebert. Dabei wusste ich genau wie das ganze ausgehen wird und der Fall einige nicht so schöne Wendungen nimmt. Wie auch im Buch wird hier nichts geschönt und manche Szenen konnten mich richtig schockieren. Die Spannung war durchgehend hoch und rückblickend wundert es mich wirklich, dass Handlung gar nicht so sehr wie gedacht unter der Kürzung leidet. Denn das Buch ist ganz schön dick und es fehlen wirklich einige Schlüsselszenen. Das ist mir ein paar Mal aufgefallen, dass ein paar mehr Minuten die Handlung an sich schlüssiger gemacht hätten. Hierauf lege ich immer sehr großen Wert und dementsprechend schade finde ich es. Wobei das wirklich meckern auf hohen Niveau ist, denn alles in allem hat mir der Film wirklich gut gefallen.

Genauso wie bei „Todesfrist“ hatte mir hier die Darstellungsart gefallen. Es gibt wirklich wenige Farbakzente und alles ist sehr dunkel gehalten. Zudem kommen die Szenen mit wenigen Elementen aus, das heißt es gibt im Hintergrund gar nicht so viel zu denken. Das lenkt natürlich den Fokus zwangsläufig auf das worauf es kommt und somit entgehen einem auch keine Spuren.

Mir hat es richtig Spaß gemacht den Diskussionen von Sneijder und Nemez auf dem Bildschirm zu folgen und die beiden Schauspieler machen ihren Job wirklich gut. Auch die anderen Darsteller wirkten in ihrer Rolle überzeugend.

Hat einer von euch schon das Buch gelesen oder den Film gesehen? Was ist eure Meinung dazu? 
Gerne verlinke ich hier eure Rezensionen. 


LG

Freitag, 21. Juli 2023

#542 Bücherregal - Der nasse Fisch

  

   


TitelDer nasse Fisch(Gereon 1. Fall)
AutorVolker Kutscher
VerlagKiwi Verlag
GenreHistorischer Roman/Krimi
Seiten496 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Kommissar Gereon Rath wird nach Berlin ins Sittendezernat versetzt und ihm kommt es so vor, als wäre er in eine andere Welt katapultiert wurde. 1929 hat das Nachtleben die Stadt fest im Griff und das Kokain fordert seinen Tribut. Doch anstatt etwas dagegen zu unternehmen, wird es schlichtweg toleriert. Gereon macht den großen Fehler sich in Ermittlungen des Morddezernates einzumischen.

Review

Der Auftakt der Reihe spielt um 1929 und er hat definitiv mein Interesse geweckt. Es geht um die goldenen 20er Jahre in Berlin und der Autor investiert richtig viel Zeit um den Leser mit dem Setting vertraut zu machen. Das führt leider auch dazu, dass die Spannung eher niedrig bleibt. Dafür lernt man jedoch eine Menge über die Stadt und kann nachvollziehen, warum die Polizei nicht immer wie gewünscht handelt. Und warum Gereon dort mit seiner Art eben ständig aneckt.

Die Mischung aus historischen Roman und Krimi ist wirklich gut gelungen. Für mich wirkte das beschriebene authentisch und ich konnte mir alles dank der bildhaften Beschreibungen gut vorstellen.

Das schillernde Nachtleben zieht immer mehr Menschen in ihren Bann und die Verbrecherraten nehmen zu. Der Autor zeigt hier ein sehr düsteres Bild von Berlin in dem Drogen und viele Tote eine Rolle spielen. Gefühlt hat niemand groß Interesse daran genau das zu verhindern, da Kokain zu dieser Zeit auf dem Vormarsch ist und davon viele Menschen Vorteile haben.

Der Nationalsozialismus ist zu dieser Zeit auf dem Vormarsch und die Politik an sich übt sehr viel Druck auf die Polizei aus. Sie mischt sich ständig in Ermittlungen ein oder versucht diese aktiv zu verhindern. Es ist wirklich erschreckend wie alles in dieser Zeit vonstatten geht und nur weil manche Angst vor berechtigten Konsequenzen für ihre Taten hatten.

Der Fall an sich ist recht komplex und ich musste aufmerksam zu hören um den Überblick zu behalten. Es gibt recht viele Handlungsstränge und dementsprechend viele Orte und Personen, die man sich merken muss.

Zudem muss sich Gereon erst einmal in Berlin zurecht finden und da er kein einfacher Zeitgenosse ist, dauert das ziemlich lange.

Fazit

Mich hat das Hörbuch definitiv gut unterhalten und ich freue mich schon darauf demnächst einen weiteren Teil lesen zu können. Ich liebe einfach den Mix aus historischen Romanen und Krimis in denen man jede Menge über die damalige Gesellschaft lernt.

Freitag, 26. Mai 2023

#535 Bücherregal - Imperium der Schmerzen(Kurzrezension)

 


TitelIm Auftrag der Toten
AutorAxel Petermann
VerlagHeyne Verlag
GenreTrue-Crime
Seiten384 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Die Familie Sackler ist Inhaber von einem sehr erfolgreichen Pharmaunternehmen. Sie verdankt Valium und Oxycontin ihr Vermögen, letzteres ist mit verantwortlich für die Opiatkrise in den USA. Die Manager der Firma hatten mit ihrer Vermarktungsstrategie für den enormen Umsatz gesorgt. Sackler selbst geben sich gerne großzügig und spenden einen Teil ihrer enormen Einnahmen. Und haben bisher das Medikament Oxycontin noch nicht vom Markt genommen, obwohl das enorme Suchtpotenzial bekannt ist.

Review

Über die Opioidkrise in den USA hatte ich schon einige Dokumentationen gesehen. Es ist total verstörend zu hören wie es überhaupt dazu kam und das Menschen das aus reiner Geldgier verursacht haben. Das Leid unzähliger wurde mutmaßlich billigend in Kauf genommen, was mich schlichtweg fassungslos macht. 

Das Buch ist definitiv sehr umfangreich und ich musste schon sehr genau zu hören um alle Zusammenhänge zu verstehen und den Überblick zu behalten. Es ist wirklich überraschend wie viel über die Familie Sackler bekannt ist.

An sich ist all das Geschilderte sehr komplex, denn viele Faktoren spielen mit rein. Unter anderen wurde genau geguckt an wen man Opioide verkauft um den größtmöglichen Gewinn zu erreichen. Hierbei waren auch einige Ärzte involviert, obwohl diese es besser wissen müssten. Einige davon waren oder sind Teil der so genannten Pill Mills, in denen man ganz leicht an die verschreibungspflichtigen Schmerzmittel insbesondere Opiate kommt. Mich erschüttert es immer wieder wie manche Ärzte das alles leichtfertig verschreiben, obwohl ja das Suchtpotential nicht zu unterschätzen ist.

Es ist wirklich unfassbar wie viel Schaden diese Medikamente anrichten und wie machtlos der Staat scheinbar ist. Allen Anschein nach ist es enorm schwer die Pharmaunternehmen zu verklagen, denn sie scheinen für alles eine Erklärung zu haben.

In den USA muss sich definitiv einiges ändern, damit die Krise endlich ein Ende findet. 


Fazit


Der Autor zeigt mehrfach im Buch wie wichtig es ist, dass Medikamente im Vorfeld umfassend von unabhängigen Stellen geprüft werden. Und bei Gefahr wie zum Beispiel viele Todesfälle oder ähnliches umgehend vom Markt genommen werden. Opiate sind nun einmal keine Bonbons und sollten nicht ohne umfassende Aufklärung verschrieben werden.

Sonntag, 19. März 2023

#528 Bücherregal - Die Krankenschwester(Kurzrezension)

  


TitelDie Krankenschwester
AutorKristian Corfixen
VerlagSaga Egmont
GenreTrue-Crime
Seiten402 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Der Fall Christina Aistrup Hansen sorgte wochenlang für Schlagzeilen in Dänemark. Sie selbst war Krankenschwester und sie wurde für drei Morde an Patienten verurteilt. Auf all das kamen die Ermittler erst, als eine Kollegin von der Nachtschicht den Verdacht äußerte, dass sich ausgerechnet in den Schichten von Frau Hansen die Notfälle häufen. Der Autor beschreibt in diesem Buch unter anderem wie schwierig es war Beweise zu sichern und die Taten tatsächlich nachzuweisen. 

Review

Wenn der Autor eins geschafft hat, dann ist es eine spannende, sachliche Berichterstattung abzuliefern. Und das obwohl der Ausgang des Ganzen von Anfang an klar war. Es ist wirklich erschreckend wie viele Jahre die Täterin aktiv als Krankenschwester gearbeitet hatte. Und es selbst an ihrem vorigen Arbeitsplatz ungeklärte Todesfälle gab. 

Besonders gut hatte mir hier die Erzählstruktur gefallen, denn immer wieder wird erzählt wie sich die mutmaßliche Täterin im Alltag auf Station verhielt. Und wieso das ihr Umfeld stutzig machte und warum viele sich nicht trauten den Mutmaßungen nachzugehen. Schließlich möchte man ja niemanden unterstellen, dass er absichtlich Menschen in Lebensgefahr bringt um diese dann retten zu können. 

Besonders spannend fand ich hierbei wie die Ermittlungen abliefen, denn es ist gar nicht so leicht solche Taten nachzuweisen. 

Nicht nur einmal wird die Frage gestellt, warum erst so spät eingegriffen wurde. Gibt es mitunter Strukturen, die Täter schützen? Schließlich gab es ja schon einige Todesengel, denen man nicht all ihre Taten nachweisen konnten. Auch hier drauf wird eingegangen. 

Beim Lesen war ich oft erstaunt darüber wie viele Details hier genannt wurden und vor allem was die Personen alles bereit waren zuzugeben. 

Fazit


Verbrechen in dem Bereich Gesundheit sind finde ich immer sehr erschreckend, schließlich vertraut man ja dem Pflegepersonal und Ärzten. Hier der Fall zeigt einfach wie wichtig es ist gerade in so einem Sektor die Augen offen zu halten und seinen eigenen Instinkten zu vertrauen. 

Sonntag, 12. März 2023

#526 Bücherregal - Der Fall des Präsidenten(Kurzrezension)

 



TitelDer Fall des Präsidenten
AutorMarc Elsberg
VerlagBlanvalet
GenreThriller
Seiten608 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Ausgerechnet in Athen wird der ehemalige US-Präsident im Auftrag des internationalen Gerichtshofes festgenommen. Genau damit hatte niemand gerechnet, schließlich birgt genauso ein Unterfangen jede Menge politischen Zündstoff. Für den Zeugen in diesem Fall steht jede Menge auf dem Spiel und jetzt kommt es auf jede Kleinigkeit an. Zudem müssen sie sich beeilen, denn der amtierende Präsident ist im Wahlkampf und möchte natürlich seinen Vorgänger um jeden Preis befreien. 

Review


Schon vor dem Lesen war mir klar, wie schwer es für die Protagonisten wird ihren Plan durchzuziehen. Schließlich sieht man ja oft genug in den Nachrichten wie so etwas abläuft und wie selten das alles mit Erfolg gekrönt ist. Und hier wird ja der amerikanische Ex-Präsident angeklagt, was noch einmal eine besondere Herausforderung ist. 


Wie auch bei anderen Romanen hat mir auch dieses Mal der Schreibstil vom Autor total gut gefallen. Er schafft es einfach immer wieder interessante Fakten in seine Geschichten einzubauen und somit habe ich eine Menge über den internationalen Strafgerichtshof gelernt. Zudem hatte er es geschafft die Spannung mehr oder weniger auf hohen Niveau zu halten und so fiel es mir leicht das Hörbuch nahezu komplett am Stück zu hören. 


Elsberg schafft es einfach immer wieder interessante Charaktere mit hohen Wiedererkennungswert zu schaffen. Normalerweise bevorzuge ich Romane mit wenigen Akteuren, da es mir ansonsten ziemlich schwerfällt mir alle Namen und Fakten zu diesen zu merken. Doch hier hatte ich keine Probleme und ich habe mich immer wieder darüber gefreut neues über diese zu erfahren. Ständig müssen diese sich neuen Herausforderungen stellen und sich den neuen Begebenheiten anpassen und alle reagieren wie zu erwarten anders drauf. 


An sich gibt es recht viele Handlungsstränge und so erfährt man unter anderen wie es dem Ex-Präsidenten dabei geht, aber auch wie die Anklage vorbereitet wird. Es ist auf jeden Fall spannend wie sich diese beiden Stränge gegenseitig beeinflussen und wie dadurch ein Katz und Maus Spiel entsteht. 


Obwohl mir der Justizthriller ganz gut gefallen hat, habe ich einen Stern abgezogen. Mir waren es im Endeffekt zu viele Längen und alles wurde mir zu schwarz und weiß dargestellt. Solche komplexen Themen in einem Unterhaltungsroman darzustellen ist ohnehin recht schwer und deshalb hat es mich jetzt weniger gewundert, dass mich das alles nicht zu 100 % überzeugen konnte. Zudem passiert mir für einen Thriller zu wenig, denn im Grunde geht es ja von Anfang an nur um die Festnahme und Verurteilung vom Ex-Präsidenten. 


Fazit

Alles in allem hat mir der Thriller gut gefallen und ich hoffe demnächst noch weitere Bücher vom Autor lesen zu können. 

Sonntag, 12. Februar 2023

#522 Bücherregal - Im Auftrag der Toten(Kurzrezension)

 


TitelIm Auftrag der Toten
AutorAxel Petermann
VerlagHeyne Verlag
GenreTrue-Crime
Seiten384 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Viele im Umfeld von Nora Feller glauben nicht daran, dass diese Suizid begangen haben könnte. Schließlich war ihr Ex gewalttätig und sie macht es stutzig, dass die griechischen Behörden den Fall so schnell zu den Akten legten. Zwei tote Mädchen wurden nach relativ langer Suche in den Kristallhöhlen in der Schweiz gefunden, doch vom Täter fehlt jede Spur. In einem Indizienprozess wird ein Mann wegen Mordes an seiner wohlhabenden Tanten zu lebenslänglich verurteilt. Und das obwohl es noch viele weitere Möglichkeiten gibt die vorhanden Indizien zu interpretieren.

Review

Das Buch beinhaltet insgesamt nur drei Fälle, was wenn man die Seitenzahl betrachtet relativ wenig ist. Hier geht es einmal um den mutmaßlichen Suizid von Nora Feller, die Kristallhöhlenmorde und den Parkhausmord. Bis auf letzteren kannte ich beide nicht und das obwohl ich schon viele Bücher und Magazine aus diesem Genre gelesen habe.

Die Tatorte werden sehr deutlich beschrieben und deshalb konnte ich mir alles gut vorstellen.Die verschieden Theorien zu den jeweiligen Fällen werden umfassend erläutert, also warum zum Beispiel Person X der Täter sein könnte und was alles dagegen spricht. Und vor allem wird hier auch immer wieder auf die menschliche Psyche eingegangen und eventuelle Motive. Genau die Herangehensweise fand ich sehr spannend und es ist auch eine der Gründe warum ich True-Crime-Bücher gerne von Profiler lese.

Besonders gespannt war ich auf den Parkhausmord, schließlich habe ich darüber schon ein komplettes Buch und mehrere kürzere Kapitel in anderen Büchern gelesen. Und tatsächlich wird er hier aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Der Autor gibt sich richtig Mühe herauszufinden inwiefern die Ermittler tatsächlich die richtigen Schlüsse aus den vorliegenden Spuren gezogen haben. Immerhin handelte es sich hier um einen reinen Indizienprozess, der bei genauer Betrachtung viele Fragen aufwirft.

Der Autor schreckt nicht davor zurück Fehler bei den einzelnen Ermittlungen zu benennen. Es ist auf alle Fälle spannend zu lesen wie alte Fälle neu aufgerollt werden. Schließich ist es recht schwer nach all der Zeit neue Spuren und Anhaltspunkte zu finden. An manchen Stellen gibt es einige Längen, doch so sind nun einmal Ermittlungen und manchmal ziehen die sich einfach.


Fazit


Alles in allem wurden die Fälle spannend beschrieben und das ohne pietätlos zu wirken. Der Autor stellt in diesem Buch immer wieder klar wie schwer es ist neue Beweise in solchen Fällen zu sichern und eventuelle Justizirrtümer aufzudecken.




Freitag, 3. Februar 2023

#519 Bücherregal - Das Gold der Krähen

 



TitelDas Gold der Krähen(Das Lied der Krähen Teil 2)
AutorLeigh Bardugo
VerlagKnaur 
GenreFantasy
Seiten592 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Obwohl die Krähen selbst nicht dran geglaubt haben, konnten sie ihren Plan in die Tat umsetzen. Doch dann verrät sie jemand und nur knapp können sie fliehen. Nur Inej können sie schnappen, was sich ihr Geliebter Kaz natürlich nicht gefallen lässt. Er beginnt nun mit allen möglichen Leuten Geschäfte zu machen und der Preis dafür scheint ihm vollkommen egal zu sein. Er möchte einfach nur Inej zurück und Pekka Rollins soll dafür büßen.

Review


Besonders gut haben mir die vielen unerwarteten Wendungen gefallen, die für mächtig Spannung sorgen. Denn hier scheint alles möglich und es scheinen welche mit aller ihrer Macht gegen die Krähen zu arbeiten.

Alles nötige aus dem ersten Teil wird im Laufe der Handlung erwähnt, was mir immens dabei geholfen hat alles zu verstehen. Denn mir es enorm schwer mich anfangs in Ketterdam zurecht zu finden und dementsprechend wenig konnte ich mir an Informationen behalten. Zudem knüpft die Handlung direkt nahtlos an Band 1 an, was ich total schön fand.


Obwohl es wie im ersten Teil viele, komplett unterschiedliche Charaktere gab, fiel es mir dieses Mal deutlich leichter den Überblick zu behalten. Kaz scheint auch dieses Mal eine Lösung für fast alles zu haben, was nicht immer ganz glaubwürdig rüber kam. Einerseits würde ich das ja gerne als bluffen verbuchen, jedoch hätte er dann öfters Mal scheitern müssen. Was an sich wirklich schade ist, denn so wurde die Handlung stellenweise vorhersehbar. Kaz scheint auf jeden Fall immer alle Eventualitäten auf dem Schirm zu haben und wirkt dadurch sehr gewieft. Er scheint skrupellos seine Ziele zu verfolgen, was ihn jetzt genauso wie die anderen Krähen nicht immer ganz so sympathisch erscheinen lässt.

Ansonsten fand ich es schön wie vielschichtig die einzelnen Krähen sind. Sie haben alle einen hohen Wiedererkennungswert und dieses Mal scheint ihre Mission noch unmöglicher zu sein. Sie geben trotzdem alles, auch wenn sie mit den Geschehnissen der Vergangenheit zu kämpfen haben. Ihre enorme Charakterentwicklung steht im Vordergrund und vor allem was diejenigen geprägt hat. Mich hatte es auch hier richtig gewundert wie jung die Charaktere sind, schließlich wirken sie mindestens ein ganzes Jahrzehnt älter.

Auch dieses Mal konnte mich der atmosphärische Schreibstil begeistern. Und dank ihm habe ich den Entschluss gefasst zeitnah mehr aus dem Grishaverse zu lesen.


Ketterdam ist definitiv eine gefährliche, aber auch sehr interessante Stadt mit unterschiedlichen Vierteln. Der Tod lauert an jeder Ecke und Kaz hat dort enorm viele Feinde. Die vielen Rückblenden geben sowohl der Handlung als auch den Charakteren Tiefe.

Leider hatte ich auch dieses Mal meine Schwierigkeiten mit dem Hörbuch. Der Sprecher hatte das alles wunderbar eingelesen, jedoch fehlten hier wichtige Angaben. Jedes Kapitel wird zum Beispiel von einem anderen Charakter erzählt und das wird hier nicht deutlich genug gekennzeichnet. Deshalb fand ich es teils sehr schwer der Handlung zu folgen.

Fazit

Wie oben bereits erwähnt gab es mir zu viele glückliche Zufälle an manchen Stellen. Zudem gab es einige Längen und aus den beiden Gründen ziehe ich einen Stern ab. Ansonsten hat mich der Roman gut unterhalten und ich freue mich schon darauf demnächst mehr aus dem Grishaverse lesen zu können.




Sonntag, 22. Januar 2023

#069 Manga - Flüster mir ein Liebeslied Band 1-2

 




Titel(Deutsch)Flüster mir ein Liebeslied
Titel(Englisch)Whisper me a lovesong
AutorEku Takeshima
VerlagTokyopop
GenreShojo-Ai, Slice-of-Life
Bände2(fortlaufend, in Japan bisher 6 erschienen)
Meine Bewertung
4/5


Inhalt

Auf einem Schulkonzert sieht Himari es erste Mal Yori als Gitarristin und Sängerin auf der Bühne und sie ist direkt hin und weg. Direkt nach der Vorstellung teilt Himari dieser ihre Begeisterung mit und rechnet absolut nicht mit dem, was Yori daraufhin erwidert. Denn diese fasst das Kompliment vollkommen falsch auf und interpretiert es als Liebesgeständnis.

Review

#1. Band

Für den Manga habe ich jetzt mehrere Anläufe gebraucht und so ganz sicher bin ich mir immer noch nicht, ob ich ihn generell mag oder eben nicht. Ich finde es immer sehr schwer, wenn es um Mädchen in der Oberstufe geht, die gefühlt in jeder Szene rot werden und wie eine Karikatur ihrer selbst scheinen. An sich finde ich es auf jeden Fall schon einmal gut, dass sich alles sehr langsam aufbaut und man gar nicht so recht weiß was diesbezüglich auf einen zukommt. Zarte Liebesgeschichten habe ich nun einmal unheimlich gerne, vor allem wenn sich bei denen die kitschigen Szenen in Grenzen halten. Ob letzteres bei dieser Reihe wirklich zutrifft glaube ich zwar eher nicht, aber wenn nicht ist es auch okay.
Der Zeichenstil ist wunderschön und viele Panels enthalten versteckte Details. An sich ist er ziemlich minimalistisch und hauptsächlich sieht man die Gesichter, aber die Figuren und die Hintergründe wirken stimmig. Und ich mag einfach die Atmosphäre, die hier vermittelt wird.
Mal schauen ob mich der zweite Band begeistern kann, denn die Serie scheint ziemlich beliebt zu sein. Ich bin ja schon seit längerem auf der Suche nach einem neuen Manga über Musik, der ein wenig öfters als Given erscheint. 

#2. Band: 

Himari weiß gar nicht so recht, wie sie auf das Liebesgeständnis von Yori reagieren soll.
Dieser Band hat mir schon um einiges besser gefallen und die Charaktere wirken nicht mehr wie Karikaturen. Himari ist auf alle Fälle noch ziemlich kindlich und ist somit vollkommen mit den neuesten Entwicklungen überfordert. Hier hoffe ich einfach einmal, dass alles eine gute Wendung nimmt. Leider gibt es genug Manga auf dem Markt, bei dem das alles sehr schnell eine toxische Richtung einschlägt. Und in der das schüchterne Mädchen, oft von dem älteren Partner/in dominiert und zu Sachen überredet wird. Bisher hat es dann Anschein, als wäre dem nicht so und ich hoffe es bleibt bei dem. Denn nach wie vor geht es hier um Musik, sich selbst finden und Erwachsen werden, alles drei Themen, über die ich gerne Geschichten lese.
Zudem geht es jetzt deutlich langsamer vorran und die beiden Hauptcharaktere lernen sich erst einmal kennen. Es ist auf jeden Fall schön zu sehen, dass die beiden sich Zeit füreinander nehmen und Dinge besprechen. Und jeder dem anderen Zeit gibt, egal wie schmerzhaft es für einen selbst ist.
Mich hat das alles an "Blooms into you" erinnert, bei der es ja auch um eine sehr zarte, sich ganz langsam entwickelte Beziehung zwischen den beiden Mädchen geht.

Sonntag, 8. Januar 2023

#514 Bücherregal - 3 Grad mehr(Kurzrezension)


Titel3 Grad mehr
AutorKlaus Wiegandt(Herausgeber)
VerlagOekom Verlag
GenreSachbuch
Seiten532 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Wenn sich die Erde um durchschnittlich 3°C erwärmt, führt das auf Landflächen um eine Erhöhung um ganze 6°C. Was genau hat das für Auswirkungen auf unser Leben und unser derzeitiges Wetter? Wie kann man es verhindern, dass all das zutrifft? Und vor allem warum ist es so wichtig genau diese Temperaturerhöhung zu verhindern. 

Review

Viele verschiedene Aufsätze zeigen auf was eine globale Durchschnittstemperaturerhöhung um 3°C wirklich bedeuten. Denn wie man schon jetzt merkt hat das überall andere Auswirkungen und an manchen Orten steigen die Durchschnittstemperaturen rascher als anderswo. Und teils werden diese Erhöhungen deutlicher mehr als 3°C betragen. 

Einige Auswirkungen werden anhand von leicht verständlichen Grafiken erklärt. 

Immer wieder werden diverse Lösungsvorschläge präsentiert, die dabei helfen sollen die Klimakatastrophe abzuwenden. Hauptsächlich geht es darum vorige Zustände wieder herzustellen, das heißt getrocknete Moore als CO2-Speicher zu reaktivieren. Und die Wiederaufforstung voran zu treiben. Beides hat enorme Auswirkungen auf das Klima und könnte es unseren jetzigen Klimazielen um einiges näher bringen. Zumal es sich auch positive auf die Tierwelt auswirkt, was auch wiederum uns Menschen zugutekommt. 

Die Autoren zeigen immer wieder wie wichtig es ist jetzt zu handeln, denn die Zeit rennt uns davon. Und es wird noch Jahre dauern bis sich technische Lösungen finden lassen, die das CO2 aus der Luft entnehmen und dieses speichern können. Passend dazu werden die Kipppunkte erläutert und wie wenig man darüber weiß was beim Überschreiten dieser passieren wird. Denn oft entsprechen die Modelle nicht immer den realen Auswirkungen, dafür sind diese schlichtweg zu komplex und man hat noch nicht alle Verknüpfungen gefunden. Schließlich greift in der Natur alles wie Zahnräder ineinander, doch wie lange defekte  Räder kompensiert werden können weiß man nicht. 

Immer wieder wird betont, dass eine 3°C wärmer Welt alles andere als erstrebenswert ist. Das würde zu gewaltigen Migrationsbewegungen führen und die Erde wären in vielen Bereichen unbewohnbar. Die Lebensmittelknappheit würde zudem ein enormes Problem darstellen und der Anstieg der Meeresspiegel wird für viele Küstenstädte der Untergang bedeuten. Zumal wie man jetzt schon merkt sich die Wetterbedingungen verändern werden und noch um einiges rauer werden, als sie jetzt schon sind. 

Das einzige was mich gestört hatte waren die doch sehr detailreichen Texte. Teilweise waren sie recht anstrengend zu lesen und ich hatte schlichtweg nicht mit so viel Fachjargon gerechnet. Deshalb war ich bei manchen Kapiteln richtig froh darüber, dass die komplexen Sachverhalte mithilfe von Grafiken dargestellt wurden. Und ich das alles als eBook vorlegen hatte, weshalb ich manche Abschnitte mehrfach lesen konnte.

Fazit

Alles in allem ist es erschreckend zu lesen was eine durchschnittliche Temperaturerhöhungen um lediglich 3°C für Auswirkungen hat. Es zeigt einfach wieder einmal, dass wir endlich einiges ändern müssen damit die Klimakatastrophe nicht ganz so schlimm werden wird.  

Freitag, 23. Dezember 2022

#510 Bücherregal - Juwelennächte

   

  


TitelJuwelennächte(Jana Vogt/Ahrkrimi #4)
AutorKarin Joachim
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi/Lokalkrimi/Ahrkrimi
Seiten280 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Bei einem Besuch der Ahr-Thermen trifft die Tatortfotografin Jana Voigt auf den Journalisten Daniel Bender. Am nächsten Tag wird dieser von Passanten tot auf einer Parkbank aufgefunden. Bender befasste sich mit den Machenschaften einer kriminellen Gruppierung und scheinbar wusste nicht nur das LKA davon. Jana recherchiert in einem Fall, der sich während den 50ern in Bad Neuenahr rund um die Bundespressebälle ereignete. Damals wurde ein Collier geklaut, was ausgerechnet jetzt wieder auftaucht.

Review

Das Buch lässt sich gut ohne Vorkenntnisse lesen. 

Dieses Mal geht es unter anderen um einen Mordfall aus den 50ern, der eventuell mit einem aktuellen in den Ahr-Thermen zusammen hängt. Es ist interessant zu lesen wie Jana versucht an Informationen zu gelangen. Schließlich liegt der erste Mordfall schon einige Jahrzehnte zurück und ist nicht ohne Grund bislang ungelöst. 

Mal wieder wird es bei der Recherchearbeit für Jana selbst gefährlich, schließlich möchte jemand die Aufklärung um jeden Preis verhindern. Zeitweise hatte ich richtig Angst deswegen, denn im Gegensatz zu Clemens scheint Jana solche Situationen oft zu unterschätzen. Und was das betrifft scheint sie obendrein ziemlich beratungsresistent zu sein.

An einigen Stellen hatte ich richtig Angst um Jana und deshalb konnte ich das Buch zeitweise kaum aus der Hand legen. Immer wieder gab es falsche Fährten und ich musste schon sehr aufmerksam lesen um nichts wichtiges zu verpassen. Deshalb hat das miträtseln richtig Spaß gemacht, einfach weil es so viele Hinweise gab und nicht alle brauchbar waren. 

Mir hat besonders gut der detaillierte Schreibstil und das Lokalkolorit gefallen. An sich gehört das zu den Regiokrimis dazu, nur leider sehen das nicht alle Schreiberlinge so. Ich habe auf alle Fälle während dem Lesen eine Menge über die Kurstadt und dem Rheintal rund um Bonn erfahren. 

Hauptsächlich ging es dieses Mal um das Leben in dieser Region in den 50ern. Und wie der Bundespresseball in Bad Neuenahr war. An sich stelle ich es mir logistisch sehr schwierig vor die Fahrten in das doch sehr enge Ahrtal zu organisieren. Schließlich hatten ein paar Menschen Interesse an den Reichtümern der Teilnehmenden. Und die Polizei hatte zu dem Zeitpunkt noch lange nicht die Möglichkeiten wie heute. 

Was mich am Ende überrascht hatte war, wir komplex der Fall an sich war. Er war gar nicht so leicht zu lösen wie gedacht und bei den wenigen Seiten hatte ich damit definitiv gerechnet. Jana überschreitet dafür mehrfach ihre Befugnisse, womit sie sich nicht nur einmal Ärger einhandelt. Zudem hat sie aufgrund vergangener Ereignisse immer mehr mit Selbstzweifeln zu kämpfen und hat privat einige Probleme. Ich finde es schön, dass auch diese Aspekte in der Reihe eine Rolle spielen, denn sie hauchen den Charakteren leben ein. 

Bezüglich der Rahmenhandlung rundum Jana und Clemens bleibt es spannend. So ganz ist gar nicht klar in welche Richtung sich das alles entwickeln wird. Das was angedeutet wird, hatte mich nachdenklich gestimmt. Auf alle Fälle bin ich deshalb sehr gespannt auf den fünften Fall der Reihe. 

Fazit

Alles in allem handelt es sich hierbei um einen ruhigeren Ahrtalkrimi, bei dem man eine Menge über die Region lernt. Mich konnte die Handlung so sehr fesseln, dass ich ihn innerhalb von zwei Tagen durch gelesen hatte.

Freitag, 16. Dezember 2022

#509 Bücherregal - Die Akte Adenauer

 



TitelDie Akte Adenauer(Die Philipp-Gerber Romane #1)
AutorRalf Langroth
VerlagRowohlt Verlag
GenreThriller
Seiten376 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Philipp Gerber wird zum Kriminalhauptkommissar beim BKA ernannt und das obwohl er bis vor kurzem noch Amerikaner war. Er wurde extra für die Stelle ausgesucht, da sein Vorgänger ermordet wurde und dieser selbst Amerikaner war. Während seiner Ermittlungsarbeit findet er zusammen mit der Journalistin Eva Herden heraus, dass die "Wölfe Deutschlands" einen linken Politiker töten wollen. Und das nur um den derzeit laufenden Wahlkampf zu ihrem Gunsten zu manipulieren. Aus dem Grund bekommt Gerber einen ganz speziellen Auftrag vom Bundeskanzler Adenauer, schließlich ist die Demokratie noch sehr fragil im Nachkriegsdeutschland. 

Review

Wenn der Autor eins geschafft hat mit diesem Buch, dann ist es ein gelungener Genremix. Ich liebe einfach fiktive Kriminalfälle, die nicht in unserer heutigen Zeit stattfanden. 

Während dem Lesen habe ich eine Menge über die Zeit nach dem II. Weltkrieg in Deutschland erfahren. Zum Beispiel hatten viele Nazigrößen hohe Ämter bekleidet und hatten somit weiterhin viel Einfluss. Viele kleine Gruppierungen agierten munter weiter und an sich war es generell keine leichte Zeit. Die Armut machte dem Großteil der Bevölkerung zu schaffen und jeder misstraute jedem. Die Besatzer trauten den Deutschen absolut nicht und umgekehrt war es genauso. 

Dank dem detaillierten Schreibstil konnte ich mir alles gut vorstellen. Für mich wirkte die Handlung nachvollziehbar und glaubwürdig, weshalb ich so schnell wie möglich die Fortsetzung lesen möchte. Der Autor weiß einfach wie man Szenen Leben einhaucht und interessante Kulissen aufbaut. 

An sich handelt es sich hierbei um einen politischen Krimi, da für einen Thriller der nötige Nervenkitzel fehlt. Und die Handlungsgeschwindigkeit recht niedrig ist. Gerber hadert mit seinem Job beim BKA, da er vorher für den amerikanischen Geheimdienst gearbeitet hatte. Und dementsprechend fällt es ihm schwer sich dieser Arbeit zu widmen, schließlich ist es schon verdächtig wenn ein Amerikaner so einen Posten bekleidet. Während dem Lesen konnte ich immer wieder seine Zerrissenheit diesbezüglich nachempfinden. Er versucht trotzdem sein bestes diesen Fall zu lösen. 
Jedoch hatten mir einige Seiten an Gerber absolut nicht zugesagt, denn mir war er schlichtweg zu perfekt und superheldenhaft. Dadurch wirkte er aus der Zeit gefallen und passte nicht zu dieser Handlung. 

Die restlichen Charaktere waren mir zu flach und stereotypisch, weshalb ihr Handeln oft vorhersehbar war. Was wirklich schade ist, denn das Setting war definitiv vielversprechend. 

Hoffentlich findet in den Nachfolgebänden mehr Charakterentwicklung statt. Leider gibt es auch hier eine Liebesgeschichte, die die Handlung nicht voran bringt und sehr konstruiert wirkt. Diese hätte man definitiv weglassen können.


Fazit

Das Buch hatte ich innerhalb von drei Tagen fertig gehört. Mir hat es definitiv gefallen und ich freue mich schon darauf demnächst den Nachfolgeband lesen zu können.

Sonntag, 13. November 2022

#501 Bücherregal - Nur kurz leben(Kurzrezension)

  


TitelNur kurz leben
AutorCatherine Strefford
VerlagSelfpublished
GenreRoman
Seiten152 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Richie ist es Leid mehrere Jobs zu haben und trotzdem nicht über die Runden zu kommen. Kurzerhand entwendet er als Tankstellenmitarbeiter 14.000 € und klaut ein Ort. Unterwegs stellt er jedoch erschrocken fest, dass ein Jugendlicher auf der Rücksitz schläft. Zusammen erleben die beiden auf ihrer Flucht allerhand Sachen, denn beide haben kein Interesse daran schnell wieder nachhause zu fahren.

Review

Anfangs wird die Geschichte ausschließlich aus Richies Sicht erzählt. Erst nach einiger Zeit erfährt man warum er auf die Schnapsidee gekommen ist und wortwörtlich mit dem Rücken zur Wand steht. Hier wird was das betrifft absolut nichts geschönt und es ist wirklich beklemmend zu lesen, dass er für sich keine andere Möglichkeit mehr sieht.

Spätestens als auch Leon seine Version erzählt habe ich gemerkt, dass beide massiv mit dem Leben an sich hadern. Sie erzählen beide mit wenigen Worten von einem erlebnisreichen Ausflug. Das alles zeigt wie wichtig es ist zu leben und Momente wertzuschätzen. Und dass man nicht ständig das Haar in der Suppe suchen sollte. 

Durch den lockeren Schreibstil ist die doch recht bedrückende Lage leichter zu ertragen. Das Buch konnte ich kaum aus der Hand legen und hatte es somit recht schnell durch. Es ist mal etwas anderes und hat mich trotz der Thematik gut unterhalten. 

Besonders die Dynamik zwischen Richie und Leon fand ich total interessant, denn beide sind grundverschieden. Richie braucht jemanden an seiner Seite, der ihm aus seiner misslichen Lage hilft und ihm eine andere Perspektive ermöglicht. Und genau dann kommt Leon ins Spiel. 

Mir hat das relativ offene Ende gefallen, denn so konnte ich mir mein Traumende für das alles selbst basteln.

Fazit

Alles in allem ist der Roman mit seinen 152 Seiten recht kurzweilig und eignet sich prima für zwischendurch. Mir hat die relativ melancholische Atmosphäre gepaart mit einer Brise Humor gut gefallen.