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Sonntag, 10. Dezember 2023

#564 Bücherregal - Trümmermädchen(Kurzrezension)

  


TitelTrümmermädchen
AutorLilly Bernstein
VerlagUllstein Verlag
GenreHistorischer Roman
Seiten512 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Anna lebt 1941 bei ihrer Tante und ihrem Onkel in Köln, diese betreiben zusammen eine Bäckerei. Erst wird ihr Onkel in den Krieg einberufen und dann wird auch noch die Backstube bei einem Luftangriff zerstört. Anna und ihre Tante müssen fortan noch mehr um Geld und Lebensmittelkarten kämpfen als ohnehin schon. Denn wenn eins knapp ist in der Stadt, dann sind es Lebensmittel. Weil sich Anna nicht anders zu helfen weiß schließt sie sich einer Schwarzmarktbande an. Und als wäre das neben den ganzen Luftangriffen noch nicht genug, verguckt sie sich in jemanden.

Review

Hier wird der II. Weltkrieg aus Sicht eines Grundschulkindes erzählt, was definitiv eine interessante Erzählerwahl ist. All das was in diesen Jahren passiert lässt Anna schlagartig Erwachsen werden und das merkt man an den gewählten Worten, denn all die kindlichen Umschreibungen verschwinden mit der Zeit.

Unter anderen aufgrund der zur Handlung passenden, einfachen Erzählweise hatte ich das Buch innerhalb von kurzer Zeit durchgelesen. Zudem hatte mich das Schicksal der kleinen Familie berührt und ich wollte wissen wie das alles ausgeht. Vor allem die Abschnitte über den Hungerwinter gingen unter die Haut. Die Autorin hat es definitiv geschafft diese schreckliche Zeit lebendig werden zu lassen. Hier wurde nichts beschönigt und es herrschte ein ständiger Kampf ums Überleben. Aus dem Grund musste ich das Buch einige Male auf Seite legen.

Leider waren einige Stellen sehr repetitiv, weshalb ich einen Stern abziehe. Einiges wurde gefühlt 1.000 Ma betont und das war mir schlichtweg ein paar Mal zu oft.

Fazit

Alles in allem hat mich das Buch nachdenklich gestimmt. Ich habe ja schon einige historische Romane über diese Zeit gelesen, aber noch recht wenige aus der Sicht eines Kind. Für mich ist es immer beeindruckend, wenn Autoren es schaffen authentische Geschichten aus dieser Sicht verfassen zu können. Und genau das hat die Autorin definitiv geschafft, denn die Geschichte wirkte sehr realistisch.

Freitag, 8. Dezember 2023

#563 Bücherregal - The cat who saved books(Kurzrezension)

      




TitelThe cat who saved books
AutorSosuke Natsukawa
VerlagHarpervia
GenreRoman
Seiten198 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Rintaro erbt von seinem Opa einen Secondhandshop für Bücher. Gerade als er diesen schließen will begegnet ihm eine sprechende Katze. Diese bitttet ihn darum einsame und ungeliebte Bücher mit der Katze zusammen zu retten. Rintaro ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass diese Katze ihn zu mehreren Abenteuern mitnehmen wird.

Review

Hauptsächlich geht es hier um Freundschaft, Verlust, Mut und die Liebe zu Büchern. Ich hätte liebend gerne mehr über die Abenteuer erfahren, auf die sich der Junge begibt.

Mit dem Buch hatte ich mir richtig schwer getan und ich war mir die ganze Zeit unsicher, ob ich es wirklich zu Ende lesen sollte. Es war total schwer eine Bindung zu dem Jungen aufzubauen, da er schlicht und ergreifen total distanziert und fast schon gleichgültig gegenüber allem war. Ich weiß nicht ob das an der Übersetzung lag. Einige Teile der Handlung wirken sehr steif und emotionslos erzählt. Mit anderen englischen Wörtern mit gleicher Bedeutung hätte es denke ich mal lebendiger gewirkt. Was mir auch im großen und ganzen fehlte war die Tiefe. Die Charaktere wirkten austauschbar, die einzelnen Abenteuer waren sehr schnell zu Ende und es wirkte alles sehr kurzlebig.

Obwohl es laut Titel um eine Katze geht, spielt diese kaum eine Rolle. Und wenn sie da ist wirkt sie alles andere als nett. Zudem lässt sie in typischer Katzenmanier andere für sich arbeiten.

Fazit

An sich ist das Buch gut für zwischendurch und ich hatte es schnell durch gelesen. Es scheint eher etwas für junge Teenager zu sein. Für mich war das Buch ganz okay, obwohl es bei mir kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte.

Mittwoch, 11. Oktober 2023

#73 Booktalk - Eine handvoll Worte

 Hallo,

im Jahr 2021 hatte ich den Roman "Eine handvoll Worte" von Jojo Moyes gelesen und heute gibt es dazu den passenden Booktalk. Den Film hatte ich mehrfach versucht zu gucken, jedoch konnte er mich schlichtweg nicht überzeugen. Dem Buch hatte ich 1 von 5 Sternen gegeben.



Ellie findet im Archiv der Zeitung Briefe von einem Mann und diese wecken ihre Neugier. Dieser bittet 1960 eine Frau darum ihren Ehemann zu verlassen, damit beide zusammen nach New York übersiedeln können. Was ist aus dieser Affäre geworden und konnte er eine gewisse Jennifer Sterling wirklich dazu überreden diesen Schritt zu gehen?


Review

Was ich bis zum Schluss nicht verstanden habe ist das extrem komplexe Beziehungsgeflecht. An sich dreht sich ja alles um zwei Paare und jeder davon hat eine Affäre. Das allein sind ja schon 8 Personen und hinzukommen dann Hausangestellte, Arbeitskollegen, Freundinnen und viele mehr. Bei der Seitenanzahl kein Wunder, aber mir waren das einfach zu viele Affären. Schließlich klingt es bis zum Schluss so als würde niemand in diesem Buch monogam leben und so ganz verstehe ich nicht, wie man die Affäre seines Partners verteufeln kann während man selbst eine heimlich führt. Vielleicht habe ich einige Passagen einfach nur falsch gedeutet, aber oft habe ich mich gefragt was überhaupt die Intention der Beteiligten für diese Affären ist, wenn diese sie scheinbar nur unglücklich machen. Und sie eigentlich nichts über diese Personen wissen, sich aber eine neue Partnerschaft mit diesen vorstellen?
Wenn dieses Beziehungsgeflecht nicht schon für genug Verwirrung in meinem Kopf gesorgt hatte, tauchten immer wieder ganz plötzlich Zeitsprünge auf. Im Hörbuch selbst sind die nicht gekennzeichnet und so war ich immer wieder überrascht darüber wenn es um die Jennifer Stirling aus dem Jahr 1960 geht. 

Wie viele Handlungsstränge letztendlich vorlagen weiß ich nicht so recht, jedoch scheinen es an sich eine Menge zu sein. Das war auch der Hauptgrund warum ich den ganzen Kram weiterverfolgt habe, schließlich wollte ich wissen wie die Geschichte für Jennifer Stirling ausging. Was letztendlich mit Ellie war hatte mich nicht interessiert, da ich zu ihr absolut keine Bindung aufbauen konnte und ich bis zum Schluss nicht einordnen konnte mit wem sie nun zusammen ist und wie sie eben tickt. Ich hatte lange Zeit das Gefühl als wäre Ellie eine Person, die gerne Luftschlösser baut und diese bewohnt und halt gerne jammert. Schließlich kann es ja nicht sein, dass ihre verheiratete Affäre immer so kurz angebunden ist und sich gar nicht so wirklich um sie kümmert. Während sie selbst natürlich eine Beziehung hat, die natürlich nicht optimal verläuft. Dass Personen nicht 24/7 am Handy/Telefon hängen scheint sie wohl nicht einsehen zu wollen und solche Personen gehen mir generell sehr schnell auf die Nerven.

Allein in der Vergangenheit gibt es zwei Handlungsstränge bzw. Zeitebene. Einmal geht es um Jennifer Stirling nach dem Unfall und wie dieser ihre Ehe beeinflusst hat. Und dann geht es um die Affäre mit B.(Boot?), die eben vor dem Unfall stattfand und über die man eher weniger erfährt. Hier hätte ich mir einfach klarere Grenzen gewünscht oder einfach nur wenige Absätze, die das alles zusammen fassen. So erfährt man einfach eine Menge Dinge, die absolut keine Rolle spielen und einfach nur schmückendes Beiwerk sind und für unnötige Längen sorgen.

Eigentlich wollte ich mir die Verfilmung anschauen und aus dem Grund hatte ich überhaupt erst zu diesem Buch gegriffen. Und jetzt bin ich mir uneins, schließlich sitze ich hier nach dem Lesen mit vielen Fragezeichen über den Kopf und weiß nicht so recht was ich über all das Denken soll. So wirklich verstanden habe ich gefühlt nichts und ich hoffe der Film wird mir einige Fragen beantworten können.

Das Buch ist wahrscheinlich eher für diejenigen gedacht, die absolut kein Problem damit haben wenn Affären von verheiraten Menschen als vollkommen normal dargestellt werden. Der Schreibstil der Autorin ist mal wieder grandios und ich konnte mir alles gut vorstellen. Neben der Person Jennifer Stirling war das dann auch der Punkt, warum ich das Hörbuch überhaupt beendet habe und dem Buch 2 statt 1 Stern gegeben habe.


Kennt ihr das Buch und wenn ja, wie findet ihr es?

Liebe Grüße


Freitag, 20. Januar 2023

#517 Bücherregal - Reality Show





TitelReality Show
AutorAnne Freytag
VerlagDTV Verlag
GenreRoman
Seiten464 Seiten
Meine Bewertung
1/5


 Inhalt

Live im Fernsehen werden auf allen Kanälen diverse, einflussreiche Menschen für ihre Taten bestraft. Und es werden zufällig die Zuschauer ausgewählt und angerufen, die mit Hilfe von einem Glücksrad den Spielverlauf bestimmen. Durch den Kapitalismus geht ein tiefer Riss durch die Gesellschaft und die Veranstalter sind der Meinung, dass diese Show eine Möglichkeit ist die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft zu ziehen.

Review

Wie man an der Bewertung schon sehen kann, hat mich das Buch ziemlich enttäuscht. Der Klappentext hatte bei mir recht hohe Erwartungen geweckt, denn an sich liebe ich so ein Setting. Schließlich ist es immer wieder schön wenn eine Spielshow stattfindet und bei der, der Ausgang an sich schon klar ist. Außer natürlich jemand durchkreuzt die Pläne, was ja an sich immer eine Möglichkeit ist. 


Dementsprechend frustriert hatte mich die Umsetzung von dem Ganzen. Durch die vielen und schnellen Perspektiv- und Zeitwechsel hatte ich relativ am Anfang schon den Überblick verloren. Denn die Kapitel sind recht kurz und somit verweilt man an keinem Ort wirklich lange. Im Hörbuch wird das alles nicht klar gekennzeichnet und dementsprechend schwer war es dann für mich gedanklich einen Schnitt zu machen und an einen anderen Ort zu reisen.

Zumal hier von der 1. Person zur 3. Person als Erzähler gewechselt wird und das hatte mich jedes Mal total rausgehauen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die ausufernde Darstellung aller Charaktere samt Handlungsorten. Hier wurde gar nicht differenziert was denn nun am Ende davon wichtig ist und was man getrost ganz schnell wieder vergessen kann. Diese Vorstellung der einzelnen Spielteilnehmer passiert immer nach dem gleichen Schema und wie zu erwarten schnappt bei allen mit relativ gleicher Vorgehensweise die Falle zu.
An sich ist das kein Problem, schließlich kenne ich diese Vorgehensweise aus vielen anderen Romanen, die aber auch doppelt so dick sind. Nur sind hier die einzelnen Personen alle recht blass und mir fiel es richtig schwer diese auseinander zu halten. Und selbst jetzt kann ich mich an keine Person erinnern, die mir in irgendeiner Form im Gedächtnis geblieben ist.

Bis zum Schluss hatte ich die Hoffnung, dass von der Handlung her alles ein wenig nachvollziehbarer wird.

Das Ende ließ mich fassungslos zurück und so wirklich verstanden habe ich es nicht, warum ausgerechnet das gewählt wurde.
Fazit


An sich wundert es mich wirklich, dass das Buch so ein Reinfall war. Die Jugendbücher der Autorin sind an sich ganz okay und haben einen logischen Handlungsaufbau. Aber hier kam ich selbst als Vielleserin sehr schnell an meine Grenzen und hatte ab einem Punkt den kompletten Überblick verloren. Was einfach nur schade ist, denn das Setting an sich liebe ich. Vielleicht hätte ich das Buch einfach abbrechen sollen.

Sonntag, 20. November 2022

#503 Bücherregal - Scharnow(Kurzrezension)

     




TitelScharnow
AutorBela B. Felsenheimer
VerlagHeyne Hardcore Verlag
GenreRoman
Seiten432 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

In dem kleinen Örtchen Scharnow nördlich von Berlin ist absolut nichts los. Jedoch täuscht der erste Eindruck, denn wenn man genauer hinsieht passiert eine Menge. Eine kleine Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht die Weltenlenker zu zerschlagen. Und dann ist da noch ein syrischer Praktikant, der sich für ein Mangamädchen interessiert.

Review

Sonst mache ich einen großen Bogen um diese Art von Büchern, deshalb war ich selbst ganz erstaunt darüber wie gut es mir letztendlich gefallen hatte.

Die Handlung des Buches ist einfach nur absolut bizarr und vollkommen chaotisch. Der Genremix ist total wild und hatte etwas von einem Science-Fictionroman. Mehrmals musste ich aufgrund diverser amüsanten Szenen lachen. Es ist einfach nur absurd sich vorzustellen, das Menschen einen Supermarkt nackt überfallen und nur den Kopf verdecken. Ansonsten hatte mich all das an die zahlreichen Liedtexte vom Autor erinnert, die ja teilweise schon einen sehr speziellen Humor haben.

Der bildhafte, derbe Schreibstil war teilweise nicht so vorteilhaft, da ich mir manche Szenen schlichtweg nicht zu genau vorstellen wollte. Was das betrifft war ich schon froh das alles mit Kopfhörern gehört zu haben, da die jugendfreien Teile schon leicht verstörend waren.

Es wird wirklich sehr viel mit Klischees gespielt, was mir an sich gut gefallen hatte. Obwohl relativ viele Personen auftauchen fiel es mir leicht diese auseinander zu halten. Sie haben halt sehr spezielle Eigenarten, die man sich leicht merken kann. Einer ist zum Beispiel durch den Verkauf von Gülle Millionär geworden, während andere in einer WG voller Verschwörungstheoretiker wohnen. 

Fazit

Alles in allem hatte mich das Hörbuch definitiv gut unterhalten. Am besten hinterfragt man die Handlung nicht und genießt einfach all das bizarre.

Sonntag, 13. November 2022

#501 Bücherregal - Nur kurz leben(Kurzrezension)

  


TitelNur kurz leben
AutorCatherine Strefford
VerlagSelfpublished
GenreRoman
Seiten152 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Richie ist es Leid mehrere Jobs zu haben und trotzdem nicht über die Runden zu kommen. Kurzerhand entwendet er als Tankstellenmitarbeiter 14.000 € und klaut ein Ort. Unterwegs stellt er jedoch erschrocken fest, dass ein Jugendlicher auf der Rücksitz schläft. Zusammen erleben die beiden auf ihrer Flucht allerhand Sachen, denn beide haben kein Interesse daran schnell wieder nachhause zu fahren.

Review

Anfangs wird die Geschichte ausschließlich aus Richies Sicht erzählt. Erst nach einiger Zeit erfährt man warum er auf die Schnapsidee gekommen ist und wortwörtlich mit dem Rücken zur Wand steht. Hier wird was das betrifft absolut nichts geschönt und es ist wirklich beklemmend zu lesen, dass er für sich keine andere Möglichkeit mehr sieht.

Spätestens als auch Leon seine Version erzählt habe ich gemerkt, dass beide massiv mit dem Leben an sich hadern. Sie erzählen beide mit wenigen Worten von einem erlebnisreichen Ausflug. Das alles zeigt wie wichtig es ist zu leben und Momente wertzuschätzen. Und dass man nicht ständig das Haar in der Suppe suchen sollte. 

Durch den lockeren Schreibstil ist die doch recht bedrückende Lage leichter zu ertragen. Das Buch konnte ich kaum aus der Hand legen und hatte es somit recht schnell durch. Es ist mal etwas anderes und hat mich trotz der Thematik gut unterhalten. 

Besonders die Dynamik zwischen Richie und Leon fand ich total interessant, denn beide sind grundverschieden. Richie braucht jemanden an seiner Seite, der ihm aus seiner misslichen Lage hilft und ihm eine andere Perspektive ermöglicht. Und genau dann kommt Leon ins Spiel. 

Mir hat das relativ offene Ende gefallen, denn so konnte ich mir mein Traumende für das alles selbst basteln.

Fazit

Alles in allem ist der Roman mit seinen 152 Seiten recht kurzweilig und eignet sich prima für zwischendurch. Mir hat die relativ melancholische Atmosphäre gepaart mit einer Brise Humor gut gefallen.

Freitag, 29. Juli 2022

#475 Bücherregal - Solange du bleibst

 





TitelSolange du bleibst(Julia und Jeremy Teil 2)
AutorJessica Winter
VerlagSelfpublishing
GenreRoman
Seiten384 Seiten
Meine Bewertung
1/5

 Inhalt

Julia hat unheimliche Probleme damit von ihrem Elternhaus loszukommen und nicht einfach aufzugeben. Zudem erfährt Jeremy Sachen über seine Vergangenheit, die ihn ins wanken bringen. Können die beiden das alles meistern?

Review

TW: Alkohol
Wenn ich mich auf was gefreut hatte, dann war es auf die Fortsetzung von dem ersten Teil der Reihe. Aus dem Grund bin ich auch total bestürzt darüber, dass mich dieses Buch so absolut nicht fesseln und mitreißen konnte. Mehrere Male hatte ich beim Lesen das Bedürfnis all die Erinnerungen von Julia und Jeremy aus meinem Gedächtnis zu löschen und einfach nicht weiter zu lesen. Aus dem Grund möchte ich in der nachfolgenden Rezension darauf eingehen, was mich beim Lesen so massiv gestört hatte.

Was mich vor allem gestört hatte in diesem Teil war die Handlungsweise von Julia. Es ist schlichtweg keine realistische Darstellung von einer Person mit traumatischen Erfahrungen. Oft genug grenzt all das was gezeigt wird an einer Romantisierung von all dem. Was mit daran liegt, dass gar nicht gezeigt wird wie Julia konkret mit all dem umgeht. Stattdessen scheint es eher so als würde sich zu 100 % auf Gott verlassen und alles würde der Glaube an ihn alle Probleme und belastenden Erinnerungen auslöschen.

Immer wieder kommt es im Laufe der Handlung zu abstrusen Wendungen, die mich oft kopfschüttelnd zurück gelassen haben. Denn nicht nur Julia macht traumatische Erfahrungen, was an sich jetzt nichts ungewöhnliches ist. Jedoch passiert in diese Richtung sehr viel in dieser Reihe und das wirkt dadurch alles sehr gewollt. Zumal nie ganz klar wird warum ausgerechnet diese Art immer wieder vorkommt. Oft genug wird dann Schema F bedient und man weiß dadurch sehr früh wie das alles ausgehen wird. Mir war das einfach alles zu viel auf einmal und ein paar wenige Ereignisse hätten viel besser zu der Reihe gepasst. Denn so wird vieles nur oberflächlich behandelt und schnell abgehakt und deshalb hatte ich ein paar Mal das Gefühl, als wären die traumatischen Sachen alles andere als einschneidend für das Leben der Beteiligten gewesen.

Hier in dem Buch kommen tatsächlich viele Tropes vor, die ich beim Schmerz/Trost Genre als problematisch erlebe. Und mich erschreckt es immer wieder, dass diese so gerne bedient werden und es gefühlt für alles eine schnelle Lösung gibt. 

Zudem wird immer wieder zwischen verschiedenen Zeiten gesprungen und das ohne jegliche Kennzeichnung. Dadurch war ich nicht nur einmal total verwirrt und manches wird deshalb doppelt erzählt. Zudem fand ich es total merkwürdig, dass die Geschichte in Amerika spielt und andauernd österreichische Begriffe auftauchen. Und das selbst bei Organisationen!

Und zum Schluss wurde gefühlt noch der Vogel mit dem Ende abgeschossen. Und das war für mich dann letztendlich mit eine der Gründe, warum ich die Reihe nicht beenden werde.


Fazit

Alles in allem hat mich das Buch enttäuscht zurückgelassen und ich finde es immer wieder schade, wenn traumatische Ereignisse auf diese Weise dargestellt werden.

Freitag, 24. Juni 2022

#467 Bücherregal - Was wir von Quallen lernen können

 


TitelWas wir von Quallen lernen können
AutorKatharina Wolf
VerlagDrachenmond Verlag
GenreRoman
Seiten256 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Wöchentlich nimmt Henry mit einer Gruppe von Freunden an dem Pubquiz teil. Dabei kommt ihm immer wieder sein umfangreiches Wissen über alle möglichen Themen zu gute. Schon seit längerem hat er sich vorgenommen endlich einmal dem Barkeeper Max näher zu kommen, weshalb er all seinen Mut zusammen nimmt und diesem auf einen Zettel seine Nummer gibt. Tatsächlich meldet sich dieser kurz darauf bei ihm und bei den darauf folgenden Dates verläuft es immer ganz wunderbar zwischen ihnen. Doch warum verschwindet Max zwischen diesen immer wieder von der Bildfläche und warum hält er Henry auf Abstand?

Review

TW: Alkohol, Tod, Verlust

Die Geschichten ist mit seinen 260 Seiten recht kurzweilig, jedoch erfährt man trotzdem allerhand liebevolle Details von Henry. Max bleibt lange eher blass und nicht wirklich greifbar, man guckt quasi immer auf die Mauer, die er um sich aufgebaut hat. Was das total interessant macht, denn erst ziemlich spät erfährt man warum er so wenig über sich preis gibt. Es ist auf jeden Fall ein nachvollziehbarer Grund und ich hätte es schön gefunden, wenn es nach diesem Punkt noch weiter gegangen wäre. Besonders gut hieran ist, dass das Grundproblem nicht romantisiert wurde, geschweige denn die Verhaltensweise von Max.

Vor allem hat mich die Diversität der Charaktere positiv überrascht, da sie so natürlich wirkte. So etwas sollte viel öfters passieren und selbstverständlicher werden. Man lernt im Laufe der Handlung eine Menge über die einzelnen Charaktere. Als ich den Klappentext las hatte ich absolut gar nicht damit gerechnet, dass die anderen auch eine große Rolle einnehmen werden und es nicht nur hauptsächlich um Max und Henry gehen wird. Es ist auf jeden Fall schön zu sehen, dass hier offen im Freundeskreis über Probleme geredet wird und Henry diese Personen nicht Hals über Kopf wegen Max fallen lässt.

Was mir beim lesen aufgefallen ist, dass es viel mehr Storys mit Charakteren mit unnützen Wissen braucht. Beim Lesen ist mir richtig aufgefallen wie gut es mir tut endlich mal jemanden zu haben, mit dem ich mich diesbezüglich identifizieren kann.

Die Handlung kriecht förmlich nur vor sich her, was ich bei Romanen einfach nur Liebe. Für mich muss nichts im Zeitraffertempo geschehen und ich mag es Charaktere im Alltag zu begleiten. Dadurch wiederholen sich manche Sachen ziemlich oft, aber das gehört nun einmal zu solchen Geschichten dazu. Vor allem Henry und Max nähern sich nur langsam an und dazu passt dieses dahin plätschern der Handlung definitiv. An sich stehen die normalen Probleme im Alltag im Vordergrund und nicht, dass die beiden homo- bzw. bisexuell ist. Was mir total entgegen kommt, denn alles andere stört mich total in Romanen wenn es nur noch um die Liebe und die damit teils sehr fragwürdigen Handlungsstränge geht. 

Mir persönlich waren das jetzt zu viele Partys samt Alkohol und es hätten ruhig ein paar weniger Bettszenen sein können. Das alles ist aber reine Geschmackssache und an sich waren die Szenen gut geschrieben und fügten sich definitiv in den Handlungsverlauf ein. 

Fazit

Alles in allem ist es ein Buch, welches mich gut unterhalten hat und das gerne etwas dicker hätte sein dürfen.

Sonntag, 8. Mai 2022

#456 Bücherregal - Kat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes(Kurzrezension)

     




TitelKat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes
AutorKat Menschik(Illustrationen), Mark Benecke
VerlagGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
GenreRoman
Seiten160 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

In seinem Podcast redet Mark Benecke gerne über kuriose Fakten aus der Tierwelt. Unter anderem hat er schon von Glühwürmchen, betrunkenen Elchen, aber auch Fauchschaben thematisiert. Kat Menschik hört liebend gerne genau diesen Podcast und hat deshalb in Zusammenarbeit mit Benecke dieses Buch entworfen.

Review

Im Buch befinden sich zahlreiche eher weniger bekannten Fakten über diverse Tierarten. Obwohl ich schon einige Bücher in die Richtung gelesen habe, konnte ich noch eine Menge interessantes lernen. 
Passend dazu werden auch Fabelwesen aufgelistet, an deren Existenz lange geglaubt wurde. Unter anderem geht es deshalb in einem Kapitel um Meerjungfrauen.

Einige Passagen wie die über nekrophilie Enten sind recht verstörend, aber nichts anderes habe ich bei einem Buch von Benecke erwartet. Er ist ja nun einmal ein sehr bekannter Kriminalbiologe mit dem Fachbereich Entomologie(Insektenkunde) und deshalb wundern mich die Kapitel über die Silberfischchen und diverse Insekten absolut gar nicht. 

Was mich jedoch überrascht hatte waren die Informationen über Pudel und Alexandersittiche. Die Auswahl der Tiere ist allgemein sehr überraschend und im Nachhinein bin ich ganz froh darüber, dass es nicht nur um Insekten ging.

Anand der Beschreibung hatte ich mir schlichtweg etwas vollkommen anderes vorgestellt und ich finde es wirklich schade, dass nur alle paar Seiten wenige Illustrationen zu sehen sind. Aus dem Grund war ich auch richtig froh darüber es nur in der Bibliothek ausgeliehen zu haben. Für den Preis von 20 € hatte ich viel mehr erwartet und war nach dem Lesen richtig enttäuscht.

Fazit

An sich ist es ein nettes Geschenk für Tierliebhaber, mich konnte es jedoch nicht überzeugen. Trotzdem hat mich das Buch dazu gebracht mich näher mit einigen Tierarten zu beschäftigen und mein Wissen um einige skurile Fakten zu erweitern.

Freitag, 17. September 2021

#405 Bücherregal - Super und dir?

 

  




TitelSuper und dir?
AutorKathrin Weßling
VerlagUllstein Verlag
GenreRoman/
Seiten256 Seiten
Meine Bewertung
3/5


 Inhalt


Endlich hat es Marlene Beckmann geschafft eine Stelle in ihrem Traumberuf zu ergattern. Sie ist zwar nur befristet, aber es ist besser als nichts. Nach außen hin scheint sie alles erreicht zu haben und sie selbst möchte sich nicht eingestehen, dass nicht alles so super ist wie es erscheint. Sie hatte sich so auf den gemeinsamen Urlaub mit ihrem Freund gefreut, jedoch bekommt sie ausgerechnet dann nicht frei. Und ihr fällt es immer schwerer dem Druck auf der Arbeit standzuhalten.

Review

TW: Alkoholismus, Sucht, Co-Abhängigkeit

Was ich wirklich erschreckend fand war die Darstellung der Familiengeschichte und wie nah an der Realität das alles ist. Oft weiß man gar nicht ob das Umfeld derjenigen das alles tatsächlich einfach nicht mitbekommt oder ob sie es nicht sehen wollen. Immerhin sollten sie dann agieren und müssten sich mitunter mit ihren eigenen Problemen auseinandersetzen. Man meint ja immer niemand könnte den Elefanten im Raum übersehen, aber dem ist ja nicht so. 

Hauptsächlich geht es im Buch um den immer größeren Leistungsdruck unserer Gesellschaft, der in manchen Branchen richtig zerstörerische Ausmaße angenommen hat. Je nach Beruf muss man immer performen, perfekt sein und vor allem alles im Griff haben. Nicht umsonst heißt es, dass in diesen Sparten leistungssteigernde Drogen etwas völlig normales sind. Marlene selbst hält dieser Last auf den Schultern nicht mehr stand und versucht alles mit noch mehr Tabletten in den Griff zu bekommen. Und obwohl sie dringend eine Pause oder Veränderung nötig hat, fällt es ihr unheimlich schwer diesen Schritt zu gehen. Sie sieht keine Möglichkeit aus dem Hamsterrad zu entfliehen, welches sich sich von Tag zu Tag schneller dreht. 

Einerseits fand ich das offene Ende wirklich gut, schließlich kann man sich so selbst ausmalen was das Leben für Marlene noch bereiten halten wird. Andererseits ärgert es mich total, da ich kein großer Fan von solchen Enden bin und gerne wüsste was die Autorin für ein Ende gewählt hätte. Natürlich weiß man von vielen Betroffenenberichten wie so etwas meist endet und nicht alle es schaffen die Sucht in den Griff zu bekommen. Und halt auch viele Beziehungen genau an dem zerbrechen. Jedoch hoffe ich bei so etwas immer auf ein gutes Ende, egal wie unrealistisch und naiv das sein mag, schließlich zeigt ja die Realität oft genug wie gnadenlos die Sucht Leben zerstören kann. Auf vielen Seiten geht es nur noch um den nächsten Kick, die nächste Line und man merkt einfach, wie dieser Klammergriff Marlene die Luft zum Atmen nimmt. 

Mir fehlt es der Handlung einfach an Tiefe und oft hatte ich mir gewünscht, dass ein paar weniger Klischees auftauchen würden. Alles ist streng nach Schema F aufgebaut und so überrascht es wenig, dass Marlene genau den Lebenslauf hat und gewisse Entscheidungen trifft. Und eben dann bei den Drogen landet, weil sie nie gelernt hat sich mit ihrer Kindheit auseinanderzusetzen. Mir war Marlene als Erzählerin einfach zu egozentrisch und versank zu sehr in ihrem Selbstmitleid. Oft hatte ich das Gefühl als wolle sie gar nicht, dass sich was ändert und wenn andere ihr helfen wollten, war es ihr auch nicht recht. Das ist jetzt nichts ungewöhnliches, jedoch hätte man all dem ein bisschen mehr Inhalt schenken könnten anstatt direkt danach wieder seitenweise über die nächste Line zu schreiben.


Fazit

An sich ist es ein wirklich tolles Buch über das Leben einer Anfang 30jährigen, jedoch war es mir zu wenig Handlung. Und Marlene war mir an vielen Stellen einfach zu melodramatisch und man hatte das Gefühl, als wäre sie eher Anfang 20 und müsste erst lernen Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen.

Freitag, 3. September 2021

#401 Bücherregal - Bookless Teil 2

 



TitelBookless - Gesponnen aus Gefühlen(Teil 2)
AutorMarah Woolf
VerlagOetinger Taschenbuch
GenreFantasy/Jugendbuch/Youngadult
Seiten318 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Nachdem Nathan Lucy hintergangen hatte, möchte diese zu recht nichts mehr von ihm wissen. Doch wer kann ihr bei der nahezu unmöglichen Aufgabe helfen die Bücher vor dem Bund zu retten? Was passiert wenn diese für immer verloren geht und sich niemand mehr an die Geschichten erinnern kann? Wem kann sie noch vertrauen und vor allem wie viel Zeit hat sie noch? Sie möchte unter allen Umständen die Bücher retten.

Review

Vor ungefähr zwei Jahren hatte ich den ersten Teil dieser Reihe gelesen und wahrscheinlich wäre es besser gewesen, wenn ich zeitnah den Rest gelesen hätte. Wobei ich beim Hörbuch dann doch sehr überrascht war wie viel ich noch über die Handlung wusste. Einige Details fehlten mir natürlich, aber die werden im Laufe der Handlung wieder aufgegriffen. Und so kam ich recht schnell wieder rein. 
Die Spannung war durchgehend hoch und ich wollte oft einfach nur wissen wie es weitergeht, weshalb ich das Hörbuch in der 2xfachen Geschwindigkeit gehört hatte. Und immer wenn es möglich war hatte ich weiter gehört.

Was Nathan betrifft geht es ungewiss weiter und so wirklich kann ich ihnen als Charakter immer noch nicht einschätzen. Und genau das liebe ich an solchen Geschichten, wenn man eben nicht weiß ob man demjenigen vertrauen kann oder eben nicht. Passend dazu ist es natürlich wichtig, dass der Gegenpart nicht naiv an die Sache herangeht und demjenigen dann wieder blind vertraut. Vor allem ist er ja der Enkel vom absoluten Bösewicht, also warum sollte man ihm überhaupt vertrauen können? Deshalb war ich richtig froh darüber, dass vieles hinterfragt wurde und Lucy sich nicht dauernd blenden ließ.

Im Grunde geht es die ganze Zeit um die große Frage wer nun Nathan ist und vor allem auf wessen Seite er steht und das war mir einfach zu wenig Handlung für so viele Seiten. Bei über 300 Seiten rechnet man ja schon damit, dass wenigstens noch irgendetwas anderes spannendes passiert und man das alles in etwas mehr als einem Satz zusammen fassen fassen. So wirkt es halt wie der große Auftakt für einen Showdown im dritten Teil und dafür wirkt das alles ein wenig zu langwierig. Und das Gefühl hatte ich obwohl es an manchen Stellen richtig zur Sache geht und man nie weiß, ob der eigentliche Kampf nun beginnt oder nicht. Aber im Endeffekt hatten sich die kleinen Auseinandersetzungen so unwichtig angefühlt und wie belanglose Lückenfüller.

Wie der vorige Band endet das alles in einem mehr als gemeinen Cliffhanger und deshalb bin ich unendlich froh darüber, dass ich mir direkt den 3. Teil des Buches ausgeliehen hatte. Ich möchte einfach wissen wie das alles ausgeht und vor allem ob die Bücher gerettet werden können.


Fazit

Auch diesem Teil gebe ich nur 3,5 von 5 Sternen, da es auf mich immer noch wie eine Einführung in die Geschichte wirkte. Woran das liegt kann ich nicht so genau beurteilen, aber wahrscheinlich liegt es hauptsächlich an den recht dünnen Büchern und weil der mittlere Teil meistens ohnehin recht komisch ist bei einer Trilogie. Und dann kommt natürlich noch hinzu, dass ich mit meinen 30 Jahren nicht mehr ganz so gut in der Lage bin mich in ein 17-jähriges Mädchen hineinzuversetzen. Und so ganz verstehe ich nicht warum das Buch überhaupt geteilt wurde, schließlich haben sich die bisherigen Teile nicht wie eigenständige Bände angefühlt.

Freitag, 23. Juli 2021

#392 Bücherregal - Schuldig

   




TitelSchuldig
AutorKanae Minato
VerlagC. Bertelsmann
GenreRoman/Krimi
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Vor drei Jahren verbrachten die fünf Studenten zusammen in einem etwas abgelegenen Haus gemeinsam ihre freien Tage. Doch als einer von ihnen alleine einen Nachzügler mit dem Auto am Bahnhof abholen soll verunglückt er tödlich auf der recht kurvenreiche Straße. Und ausgerechnet jetzt wurde all jenen, die damals zusammen dort waren, anonyme Briefe zugestellt. Sie werden beschuldigt ihren Freund ermordet zu haben und nach und nach kommt raus, dass an diesem Tag eins zum anderen führte.

Review

Besonders sticht bei diesem Roman die nüchterne Erzählweise hervor, die viel über die japanische Kultur verrät. Obwohl die Hauptprotagonisten alle untereinander befreundet sind, wissen sie sehr wenig übereinander. Es wirkt alles sehr distanziert und erst nach dem Unfalltod von einem in ihrer Gruppe merken sie, dass sie eigentlich gar nichts nennenswertes übereinander wissen. Darauf liegt dann die gesamte Handlung über der Fokus, weshalb man über die restlichen Personen so gut wie nichts erfährt. Oft hat man zudem das Gefühl als würden die Speisen und der Kaffee viel bedeutsamer sein und ab der Hälfte ging mir das richtig auf die Nerven.

Wobei ich erst einmal eine ganze Zeit lang brauchte um überhaupt in die Handlung reinzukommen und mich für diese doch eigenartige Story begeistern zu können. Wahrscheinlich hat es mich deshalb umso mehr genervt, dass Fukase ständig vom Thema abgewichen ist nur um von irgendwelchen Buchweizennudeln zu berichten. Oder vom Kaffee mit der besonderen Röstung. Das hat die gerade aufkommende Spannung gedämpft und oft habe ich mich gefragt, ob ich das Buch wirklich bis zum Ende lesen möchte. 

Ohnehin war es komisch, dass ausgerechnet Fukase von all dem berichtet. Natürlich ist es auch mal schön wenn ein Außenseiter, der nicht so wirklich in den Quark kommt, die Hauptrolle einnimmt in einem Krimi. Jedoch hatte man das Gefühl als wären ihm die Restaurant- und Cafébesuche viel wichtiger als jenen zu finden, der ihm unterstellt ein Mörder zu sein. Für manche spielt der kulinarische Aspekt eine sehr große Rolle in ihrem Leben, doch das alles hätte man viel platzsparender dem Leser näher bringen können. Zudem bemitleidet er sich ziemlich oft selbst, was auch gefühlt wichtiger als die Suche nach dem Verfasser des Briefes ist.

Überraschend fand ich vor allem das Ende und eigentlich liebe ich solche Wendungen. Jedoch dauerte es einfach zu lange bis die Handlung wirklich Fahrt aufnahm und deshalb konnte mich der überraschende Plottwist auch wenig begeistern.

Ganz am Ende des Buches gibt es eine Seite mit nützlichen Hinweisen von der Übersetzerin, die einem die japanische Kultur etwas näher bringen soll. Das finde ich immer besonders schön, vor allem bei Büchern in denen das alles eine so zentrale Rolle spielt wie in diesem hier.



Fazit

Alles in allem ein eher durchschnittliches Buch, welches kaum einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Für einen Krimi war es mir nicht spannend genug, deshalb vergebe ich nur 3 von 5 Sternen.

Freitag, 2. Juli 2021

#387 Bücherregal - Nicht weg und nicht da

 



TitelNicht weg und nicht da
AutorAnne Freytag
VerlagHeyne
GenreJugendbücher
Seiten480 Seiten
Meine Bewertung
5/5

 Inhalt

Seit dem Tod von Kristopher hatte sich Luise in ihr Schneckenhäuschen zurück gezogen und meterdicke Mauern um sich gerichtet. Am Tag der Beerdigung rasierte sie sich kurzerhand die Haare auf drei Millimeter, denn die alte Luise existiert nicht mehr. Einige Zeit später trifft sie auf Jacob, doch auch er kommt nicht so wirklich an sie heran. Erst nach dem sie ganz unerwartet an ihrem 16. Geburtstag von ihrem Bruder Kristopher eine Mail bekommt, bricht das Eis zwischen den beiden. Und Jacob hilft ihr dabei einen Weg aus ihrem Schneckenhäuschen zu finden.

Review 

TW: Suizid, Trauerbewältigung, bipolare Störung

Selten hat mich ein Buch so mitgenommen beim Lesen und immer wieder musste ich Tränen wegblinzeln. Nach dem Lesen der Inhaltsbeschreibung war ich von allem ausgegangen, aber nicht von einem Suizid. Und genau der prägt die Handlung, denn durch den Suizid verliert Luise nicht nur ihren Bruder, sondern ihren kompletten Halt im Leben. Rückblickend ist es wirklich bemerkenswert wie schonungslos ehrlich hier von den Auswirkungen einer bipolaren Störung auf ein Geschwisterkind geschrieben wird. Meist gibt es ja nur (Jugend-)Bücher aus Sicht des Betroffenen und da wird oft vernachlässigt, was das alles für das Umfeld bedeutet. 

Diese Idee mit den Mails/Briefen von Verstorbenen ist ja an sich Neues und ich finde es gut, dass auch ein paar andere und nicht so gewöhnliche Aufgaben enthalten waren. Den Aufbau dieser habe ich bisher noch nicht in anderen Romanen gesehen und ich finde die Idee einfach klasse. Durch das alles lernt man eine Menge über Kristopher, sein Verhältnis zu Luise und warum es für ihn nur noch den einen Ausweg gab.

Besonders gut hat mir übrigens die Freundschaft zwischen Luise und Jacob gefallen, denn diese entwickelt sich wirklich langsam und somit realistisch. Beide Charaktere sind gerne für sich und hatten bisher im Leben kaum enge Bezugspersonen. Und deshalb ist es auch vollkommen logisch, dass sie eine Menge Zeit brauchen um sich auf den anderen einzulassen. Da die Handlung abwechselnd von ihnen erzählt wird, erfährt man eine Menge über ihr bisheriges Leben, was ihre Vorlieben sind und allgemein ihre Gedankenwelt. Dadurch taucht man wirklich tief ein und vor allem Luises Gedanken konnte ich gut nachvollziehen. Beide Figuren haben ihre Ecken und Kanten und versuchen ihren Platz im Leben zu finden und es ist einfach nur schön, wie sie sich gegenseitig helfen. Hauptsächlich geht es hier natürlich um die Trauerbewältigung und wie Luise das alles genau dabei hilft.

Immer wieder werden die traurigen Momente von lustigen und teils herzerwärmenden Szenen abgelöst. Genau das hat mich auch dazu gebracht das Buch so schnell fertig zu lesen, denn so konnte ich immer wieder auf die kleinen Lichtblicke hoffen und von denen gab es zu genüge. Denn rein traurige Bücher sagen mir einfach nicht zu.

Die Autorin hat einen sehr präzisen, einfachen Schreibstil, der einen nur so über die Seiten fliegen lässt. Es ist immer wieder erstaunlich auf was für Details sie in ihren Büchern geht und wie gut sie es schafft Emotionen zu übermitteln. Die Charaktere in diesem Buch wirken sehr lebendig und authentisch, was ja an sich keine Selbstverständlichkeit ist.

Der einzige Kritikpunkt wäre der Altersunterschied der Hauptprotagonisten, denn Luise ist 16 und Jacob 19/20. Das fand ich an einigen Stellen ganz schön merkwürdig und vor allem fand ich es komisch, dass das gar kein großes Thema war. 

Fazit

Alles in allem ist es ein wirklich schönes Buch, in dem realistisch über die Themen psychische Erkrankung und Trauerbewältigung berichtet wird.

Freitag, 25. Juni 2021

#386 Bücherregal - Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen

  




TitelAlles. Nichts. Und ganz viel dazwischen
AutorAva Reed
VerlagUeberreuter Verlag
GenreRoman/Jugendbuch
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Bald macht Leni ihren Abschluss, doch bisher weiß sie noch gar nicht wie es danach weiter gehen soll. Sie macht sich immer mehr Gedanken um die Zukunft, die Schule und ihr wird alles zu viel. Immer öfter ist ihr übel und sie beginnt sich vor den Panikattacken zu fürchten, die sie immer wieder bekommt. All das bestimmt immer mehr ihren Alltag, bis sich alles nur noch darum dreht. Der Weg bis zur Diagnose ist lang und selbst danach will gefühlt kaum etwas dagegen helfen. Doch dann trifft sie Matti, mit dem sie kurz entschlossen eine Reise antritt.

Review

TW: Depression, Panikattacken, Selbstverletzendes Verhalten
Ziemlich am Anfang wird sehr genau darauf eingegangen, wie wenig wirklich über Depressionen/Angststörungen bekannt ist. Vieles wird vor allem bei jüngeren Betroffenen klein geredet und deshalb ist es umso wichtiger, dass das alles so in Büchern dargestellt wird. Es halt leider immer noch recht selten der Fall, dass man direkt vom ersten Arzt ernst genommen wird oder das Umfeld das alles als Krankheit erkennt. Und deshalb ist es umso wichtiger immer wieder darüber zu reden und zu zeigen wie facettenreich die Erkrankungen an sich sind. Hier wird in vielen Kapiteln erzählt wie es eben ist, wenn man noch ganz am Anfang steht und eben nicht weiß was mit einem geschieht und das komplette Umfeld einfach nur überfordert ist. 

Besonders gut hat mir der Freundschaftsaspekt in diesem Buch gefallen. Es muss nicht immer eine Liebesgeschichte sein, die einen durch so ein schweres Thema trägt. 

Wegen dem leichten, recht einfache Schreibstil von Ava Reed flog ich nur über die Seiten. Die Emotionen der Charaktere werden treffend geschrieben und es ist schön, dass man die Handlung sowohl aus Lenis als auch aus Mattis Sicht erzählt bekommt. Einige Textstellen sind wirklich schön und beschreibend sehr gut wie sich das alles anfühlt. Besonders gut finde ich, dass hier durch die Tagebucheinträge immer wieder Daten mitgeliefert werden und man so sieht, dass die Suche nach einem Therapieplatz und letztendlich die Therapie selbst wirklich dauert. Das spiegelt einfach sehr gut wieder wie schlimm das alles für die Betroffenen(+Umfeld) ist und leider schafft es nicht jeder Autor das realistisch darzustellen. Deshalb bin ich umso glücklicher, dass die Autorin das geschafft hat.

Was mir jedoch während dem Lesen immer wieder negativ aufgefallen ist, sind die Beschreibungen der einzelnen Erkrankungen. Vor allem die Behandlung der Depression/Angststörung von Leni wird an vielen Stellen vollkommen falsch dargestellt, was man auch nicht unter dem Argument jeder ist verschieden abstempeln kann. Einiges was hier geschildet wird ist einfach nur grob fahrlässig und vor allem was den Psychiatrieaufenthalt betrifft konnte ich nur den Kopf schütteln. Da wirkten einige Dinge absolut unrealistisch und das fängt schon mit der Selbstverwaltung der Medikamente in der Psychiatrie an. Was den Aspekt der Handlung betrifft hätte ich mir viel mehr Informationen gewünscht, einfach damit nicht der Eindruck entsteht als hätte es nur einen Ritter auf einem weißen Pferd gebraucht. Solche Bücher gibt es schon zu genüge und es ist immer wieder schade, dass dieses Narrativ so gerne genutzt wird. Auch diese so genannte Reise finde ich grob fahrlässig, vor allem wenn man bedenkt warum Leni in einer Psychiatrie ist. Bis zu der Stelle im Buch fand ich die Handlung wirklich gelungen, aber ab da geht es nur noch steil bergab und bedient Narrative, die ich einfach nur verachte. 

Die Idee mit den Tagebucheinträgen fand ich wirklich gelungen, jedoch waren viele davon eher unglaubwürdig und wirkten wie irgendwelche schönen Bildchen auf irgendeiner Social-Media-Plattform.


Fazit

An sich ist es ein wirklich schön geschriebener Jugendroman bei dem man viel über die Krankheiten Depression/Angststörung erfährt. Leider liegt der Fokus komplett darauf und so wirklich viel erfährt man über die jeweiligen Charaktere nicht, weshalb vor allem Leni bis zum Schluss nicht wirklich greifbar ist. Alles in allem gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen, da mir einfach zu viele Dinge missfallen haben was die Darstellung der Erkrankung(en) betrifft.

Freitag, 26. Februar 2021

#360 Bücherregal - Paris for one; Honeymoon in Paris


Titel(Englisch)Paris for one
AutorJojo Moyes
VerlagHarper Collins
GenreChick Lit
Seiten106 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Nell war bisher noch nie alleine mit ihrem Freund auf Reisen und genau das möchte sie jetzt machen. Dann taucht dieser einfach nicht am Bahnhof auf, doch er verspricht ihr nachzukommen, weshalb sie ganz alleine nach Paris reist. Und dort trifft sie auf Fabien, der so ganz anders ist als sie selbst. Er hat keine Angst vor dem Unbekannten und auch seine Freunde sind viel sorgloser und abenteuerlustiger als sie. 

Review

"Paris for one" hat mir relativ gut gefallen, obwohl ich eigentlich mit romantischen Kurzgeschichten eher weniger etwas anfangen kann. Wie zu erwarten sind die Charaktere eher ein-dimensional und teilweise voller Klischees, weshalb die Handlung an sich oft vorhersehbar ist. Was aber finde ich durch den tollen Schreibstil wieder gut gemacht wird, denn Jojo Moyes schafft es immer wieder genau darauf einzugehen wie sich die Charaktere in den Situationen fühlen und vor alle wie die Umgebung aussieht.

An sich sind es durchgehend fluffig-leichte Geschichten, die sich wunderbar für zwischendurch eignen. Lediglich die Geschichte rund um Nell hat mich nachdenklich und ein bisschen wütend gestimmt. An sich ist es schön zu sehen, dass sich die Freunde für sie einsetzen und sie es geschafft hat aus ihrer Komfortzone heraus zutreten. Was sowieso viel öfters in Büchern thematisiert werden sollte. Es ist halt nicht jeder extrovertiert und/oder fühlt sich in einer fremden Umgebung ohne jegliche Begleitung pudelwohl. Und es wird mal wieder gezeigt, dass man in einer Beziehung offen über seine Gefühle reden sollte. 

Fazit

Es ist halt typisch Chick-Lit und wurde für die "The Reading Agency" verfasst, eine britische Wohltätigkeitsorganistion die unter anderem so genannte "Quick Reads" rausbringt. Diese sollen Menschen das Lesen näher bringen bzw. schmackhaft machen und ich für meinen Teil habe jetzt richtig Lust auf einen Roman von Jojo Moyes bekommen. Insgesamt vergebe ich 4 Sterne für dieses gelungene Büchlein.


                                              


Titel(Englisch)Honeymoon in Paris(Die Tage in Paris)
AutorJojo Moyes
VerlagPenguin
GenreChick-Lit
Seiten60 Seiten
Meine Bewertung
2/5


 Inhalt


Bei "Honeymoon in Paris" handelt es sich um das Prequel zu "The girl you left behind(Ein Bild von dir)". Liv hatte eigentlich gehofft, dass sie zusammen mit ihrem Mann eine unvergessliche Hochzeitsreise in Paris verbringen wird. Doch der hat gefühlt nur seinen Job im Kopf und sie bereut es richtig, sich überhaupt auf ihn eingelassen zu haben. Auch Sophie ging 1912 eher überstürzt Ehe mit ihrem Mann Edouard ein und bereut es, einen Maler geheiratet zu haben. Denn dieser scheint vor ihr viele Frauen gehabt zu haben und sie ist sicher nach einem Gespräch mit einer anderen Frau unsicher, ob er wirklich treu ist.


Review

Mit den Kurzgeschichten in diesem Buch hatte ich so meine Probleme. Vor allem die rund um die Hochzeitsreise fand ich schrecklich und ich weiß nicht, welcher Charakter mich wütender gemacht hatte. Natürlich sollte man Business-Meetings außerhalb solcher meist einmaligen Reisen abhalten, jedoch sollte man darüber im Vorfeld mit dem Partner reden. Und wenn er Gründe hat warum es nicht aufschiebbar ist, dann sollte man es akzeptieren. Das ist halt so bei manchen Berufen und vor allem am Anfang einer Karriere, da kann man nicht einfach frei entscheiden wann man Urlaub hat. Stattdessen muss man jede Chance ergreifen, selbst wenn man eigentlich andere Dinge tun sollte. Und was ich hier absolut nicht verstehe: Die beiden haben erst kürzlich geheiratet, das heißt solche Dinge müsste sie doch von ihrem Mann kennen? Und wenn Liv solche Bedenken hat, warum heiratet sie ihn dann und warum wirft sie, sie so schnell über Bord? Ich mein solche Menschen gibt es und an sich ist es authentisch erzählt, jedoch war mir das alles ein bisschen zu viel Gejammer und fehlende Eigeninitiative. Ich kann es nachvollziehen, dass sie traurig über alles ist. Aber so ganz habe ich nicht verstanden, warum es für sie so wichtig ist den Mann die ganze Zeit um sie zu haben während der Reise. In Paris gibt es wirklich viele schöne Dinge, die man alleine erledigen kann. Und wegen so etwas eine Ehe beenden zu wolle ist schon echt fragwürdig.

Und dann geht um Sophie, die um 1912 gelebt hat und genauso eine ätzende Person wie Liv ist. Sie ist unfassbar naiv, unsicher und eigentlich nur glücklich, wenn sich alles um sie dreht. Wirklich Verständnis für ihren Mann hat sie nicht.


Fazit

Mir hat das Prequel absolut nicht zugesagt, da ich allgemein wenig mit so Personen anfangen kann. So wirklich viel lernt man über die beiden weiblichen Protagonisten ohnehin nicht auf den wenigen Seiten und mir erschienen sie einfach zu besitzergreifend und stellenweise egoistisch.

Sonntag, 7. Februar 2021

#356 Bücherregal - The Marble Collector(Kurzrezension)

 




Titel(Englisch)The Marble Collector
AutorCecelia Ahern
VerlagHarper Collins
GenreRoman
Seiten304 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Eigentlich hatte Sabrina Boggs immer gedacht, dass sie ihren Vater wirklich kennen würde. Doch als sie eine Kiste mit Murmeln entdeckt wird ihr klar wie wenig sie über diesen Mann weiß. Und während der Suche nach Informationen über die Murmelsammlung erfährt sie unendlich viel über ihn, vieles was ihre Meinung zu ihm komplett auf den Kopf stellt.

Review

Dadurch das alles innerhalb von einem Tag stattfindet gibt es eine relativ hohe Erzähldichte bzw. Handlungsgeschwindigkeit. Immer wieder erfährt man anhand von Rückblicken was es überhaupt mit den Murmeln auf sich hat und genau diese machen finde ich den Roman überhaupt aus. Was man da erfährt gibt dem Roman erst richtigen Tiefgang und deshalb wirken die Szenen aus der Gegenwart leider ziemlich belanglos.

Leider wurde ich erst relativ spät mit den Figuren warm und dann war der Roman auch schon zu Ende. Sowohl Fergus als auch Sabrina bleiben viel zu lange blass und austauschbar und so wirklich viel nennenswertes erfährt man über sie nicht. Erst relativ spät wird wirklich klar, warum die jeweiligen Personen so handeln und ich hätte gerne diesbezüglich noch ein paar Kapitel mit Erklärungen gehabt. 

Ein Hauptproblem an der Erzählweise war die Einteilung in zwei Handlungsstränge. Oft wusste man bei den Rückblenden gar nicht wo man nun gelandet ist und konnte sie zeitlich absolut nicht einordnen. Und dann wurde man plötzlich aus der Szene gerissen nur um mitgeteilt zu bekommen, dass Sabrina in der Gegenwart Informationen bezüglich einzelner Murmeln einholt. Dadurch entsteht eine unglaubliche Distanz zu den Figuren und es kommt einfach absolut kein Erzählfluss auf. Alles ist sehr episodisch gehalten und ich hatte oft das Gefühl einfach ein Drehbuch von einem Film zu lesen, allein schon weil alles so knapp beschrieben wurde. Diesen ständigen Zeitsprünge lassen zudem absolut keine Spannung aufkommen und ich hätte es wahrscheinlich besser gefunden, wenn es nur einen großen Block an Rückblende gegeben hätte.


Fazit

An sich ist es ein eher kurzweiliger Roman, den man schnell durch gelesen hat und der mich stark an Urlaubslektüren erinnert. Mir hat einfach das gewisse Etwas gefehlt und so wirklich gepackt hatte er mich auch nicht, deshalb gibt es nur 3 von 5 Sternen.

Mittwoch, 10. Juni 2020

#37 Booktalk - 1Q84

Hallo,

im April habe ich "1Q84" von Haruki Murakami gelesen und deshalb gibt es heute den Booktalk darüber.




Aomame und Tengo könnten gegensätzlicher nicht sein, denn sie ist eine Auftragsmörderin, während er Hobbyautor und Lehrer in einer Paukschule ist. Und doch verbindet sie etwas seit sie sich in der Grundschule erstmals begegneten. Eines Tages erhält Tengo den Auftrag den Roman einer 17-jährigen umzuschreiben, damit dieser einen Literaturpreis gewinnt. Während dem Schreiben fragt er sich immer wieder, ob es wirklich richtig ist was er da macht. Währenddessen begeht Aomame einen weiteren Auftragsmord, der aber nie in den Nachrichten auftaucht. Auch andere merkwürdige Dinge geschehen und sie kommt zu der Annahme, dass sie sich in einer Parallelwelt befindet.

Erst einmal möchte ich vorweg erwähnen, dass in dem Buch Sekten, Vergewaltigung(auch von Minderjährigen), sexuelles Interesse an Minderjährigen und allgemein viel über sexuelles Interesse vorkommt. Das heißt man erfährt allein im ersten Teil was die Hauptprotagonisten für Vorlieben haben, explizite Beschreibungen der Geschlechtsteile samt Intimbehaarung und vieles mehr. Bisher sind mir nur sehr wenige Bücher untergekommen bei dem diese Themen innerhalb von den ersten 450 Seiten so oft erwähnt werden und um ehrlich zu sein habe ich damit auch absolut nicht gerechnet. Das Buch hatte ich schon einmal vor vielen Jahren gelesen und scheinbar hatte ich genau den Aspekt bewusst verdrängt. Und da es oft gefühlt um nichts anderes geht könnte man es doch einfach im Klappentext erwähnen. Vor allem gewisse Informationen möchte ich persönlich nicht haben und da gehören solche Gedankengänge wie ist es okay Interesse an einem 17-jährigen Mädchen als 30-jähriger Lehrer zu haben einfach nicht dazu. Über die Vergewaltigungsszenen möchte ich schon gar nicht anfangen zu schreiben, denn genau damit hätte ich mir einen sensibleren Umgang erwartet. Ich finde so eine Geschichte könnte locker ohne all diese teils expliziten Szenen ausgekommen, nur wäre dann das Buch wahrscheinlich nur halb so dick. Und wäre wahrscheinlich auch nicht so schrecklich abstoßend.

Wenn man sich dazu entscheidet dieses Buch zu lesen sollte man sich klar sein, dass das alles für japanische männliche Leser und geschrieben wurde. Das heißt teilweise versteht man manche Szenen nur wenn man etwas Hintergrundwissen bezüglich der Kultur hat. Ansonsten wirken wahrscheinlich allein die Dialoge etwas befremdlich, da man im Deutschen ja doch sehr direkt kommuniziert und das im Japanischen nicht so der Fall ist. Vor allem was das Thema Gefühle betrifft merkt man das sehr im Buch. Auch Sexismus spielt im Buch eine große Rolle und mich erstaunt es immer wieder wie normal das alles in solchen Büchern ist, obwohl ich ja schon einige Artikel diesbezüglich gelesen habe.

So wirklich in ein Genre kann man das Buch nicht einordnen. Es hat auf jeden Fall einiges von einer Dystopie und es ist ganz interessant, dass das meiste in einer Parallelwelt spielt und das alles einige Elemente aus dem Genre "Fantasy" enthält. Das ist alles ein wirklich schöner Mix, wenn die ganzen teils doch verstörenden Szenen nicht gewesen wären. Vor allem werden manche Sachen immer wieder erwähnt und spätestens nach dem 3. Mal war es einfach nur noch einschläfernd unnötig. 

Der Anfang des Buches war noch sehr Handlungsorientiert und so lernt man wirklich viel darüber was da alles passiert. Immer wieder gibt es tolle Wendungen und es macht Spaß die Welt zu erkunden. Jedoch ist das vor allem im letzten Drittel nicht mehr der Fall und insgeheim hatte ich einfach nur noch gehofft, dass das alles einfach endet und zwar egal wie.

Leider gibt es zum Schluss absolut keine Einordnung der gesamten Handlung und ich hatte mir einfach gewünscht, dass man als Leser eine zufrieden stellende Auflösung bekommt. Im wahren Leben gibt es auch selten Gerechtigkeit, aber ich hätte schon gerne eine Erklärung gehabt.

Eigentlich mag ich den Autor und ich habe schon mehr als eine handvoll Bücher von diesem gelesen. Und ich kann mich an keines erinnern in dem es so häufig um Geschlechtsteile ging. Meistens sind diese Szenen einfach nur komplett überflüssig und die Beschreibungen davon lassen einen stutzig werden, da sie so kommt zufällig erscheinen. Wenn man die ganzen Bewertungen für das Buch durchliest merkt man einfach, dass das alles unglaublich polarisiert. Ich finde das Buch jetzt nicht trotz all meiner Kritikpunkte atemberaubend schlecht, aber trotzdem vergebe ich nur 2,5 Sterne von 5 wegen der intimen Szenen. Vor allem mit Minderjährigen muss so etwas einfach nicht sein.

Kennt ihr das Buch? Wie findet ihr es?

Viele Grüße

Freitag, 10. April 2020

#288 Bücherregal - Serpent & Dove



Titel(Englisch)Serpent & Dove
AutorShelby Mahurin
VerlagHarperTeen
GenreFantasy/Young Adult
Seiten528 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Vor 2 Jahren floh Louise LeBlanc vor ihrem Hexenzirkel nach Cesarine, wo jedoch Hexen gejagt und verbrannt werden. Deshalb kann sie keine Magie nutzen und versucht deshalb durch Stehlen ihr Überleben zu schützen. Als Hexenjäger(Chasseur) ist es Reids Aufgabe solche wie Louise zu vernichten um das Volk zu schützen, jedoch wird er gezwungen Louise zu heiraten. Er weiß jedoch nicht wer sie eigentlich nicht und eines Tages werden die beiden von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Review

Das Cover ist ein Traum und passt wunderbar zu dieser Zeit mit den ganzen Goldverzierungen und es sieht einfach sehr edel aus.

Die einzelnen vorkommenden Personen kann man auch nicht einfach in Gut und Böse einteilen, was das alles so authentisch und nachvollziehbar macht. Oft werden ihre Beweggründe nachvollziehbar beschrieben und es fällt wirklich schwer eine Seite zu beziehen, wenn es hart auf hart kommt.

Vor allem die einzelnen Gruppierungen der Hexen haben mir gefallen und wie zum Beispiel die Hexenverfolgung in die Handlung eingebaut wurde. Allgemein wurde die beschriebene Welt mit vielen liebevollen Details ausgestattet und wenn man ihr noch einen Namen bzw. Standort gegeben hätte, dann würde ich sie einfach nur fantastisch finden. Sie hat etwas sehr düsteres und bedrohliches an sich, was finde ich wunderbar zu dem Thema Hexen passt.

Was den Weltenaufbau betrifft bin ich mir trotzdem uneins, denn der ist ja super wichtig bei einer Fantasygeschichte. Allein von den Namen her, den französischen Flüchen und die Beschreibung der Orte müsste die Geschichte im alten Frankreich rund um 1500 spielen, jedoch wird dies an keiner Stelle erwähnt. Hier hätte man besser eine komplett neue Welt erschaffen oder die vorhandene eindeutig französisch gemacht. So ist das nichts halbes und nichts ganzes und das liest sich immer so, als hätte sich derjenige das einfach leicht machen wollen. Auch die benutzte Sprache passt absolut nicht in die Zeit und oft hatte ich das Gefühl, als würde das alles in der heutigen Zeit spielen.

Ein anderer Kritikpunkte wäre die Liebesgeschichte, die absolut keinen Sinn ergibt. Es gibt so unsagbar viele genannte Faktoren, die genau gegen diese sprechen und trotzdem gibt es von jetzt auf gleich diese Liebe zwischen zwei Charakteren. Wenn sich das alles langsam angebahnt hätte und man als Leser das gemerkt hätte, dann wäre es wenigstens halbwegs nachvollziehbar gewesen.

Zudem gibt es auch einige Längen, was durchaus bei einem Buch mit über 500 Seiten zu erwarten ist. Ein paar dieser Szenen war finde ich vollkommen überflüssig und die hätte man ruhig weglassen können. Leider weiß man beim Lesen ja nie so genau, ob man so etwas einfach überspringen sollte oder nicht.


Fazit

Normalerweise wäre das hier ein Buch gewesen, welches ich nach sehr vielen und auch langen Lesepausen erst beendet hätte. Die Kritikpunkte sind für mich welche, die ich in der Regel nur schwer ignorieren kann. Trotzdem musste ich beim Lesen feststellen, dass mich das Buch relativ gut unterhält und ich vieles wie zum Beispiel die Sache mit der Beziehung gut ausblenden kann. Es ist auf jeden Fall durchaus nachvollziehbar, warum es sich hierbei um einen Bestseller handelt.

Was den zweiten Teil betrifft bin ich mir unsicher, ob ich den wirklich lesen soll. Es gibt jetzt nichts was ich unbedingt noch über die Welt heraus finden möchte und die Liebesgeschichte interessiert mich schlichtweg nicht. Lediglich das was zwischen den Hexen und den Chasseur(Jägern) passiert interessiert mich, aber noch ein so dickes Buch kostet ganz schön Überwindung, obwohl ich eigentlich solche dicken Bücher mag. Mir fehlt es an vielen Stellen einfach an Tiefe und reflektierten Handeln und einfach eine richtige Reaktion auf das was passiert.