Sonntag, 31. März 2019

#190 Bücherregal - Walk into silence(Kurzrezension)


Titel(Englisch)Walk into silence
AutorSusan McBride
VerlagThomas & Mercer
GenrePsychothriller
Seiten368 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Als Patrick seine Ehefrau Jenny als vermisst meldet ist lange Zeit nicht klar, ob sie nicht doch freiwillig das Weite suchte. Als sich die Polizei auf die Suche nach Jenny macht wird schnell klar wie sehr Patrick seine Frau kontrollierte. Und das auch die erste Ehe von Jenny alles andere als schön war. Ihr einziger Sohn starb mit 6 Jahren bei einem Unfall und es war nie ganz klar, ob es wirklich nur ein Unfall war oder nicht. Wie hängen all die Dinge zusammen, wenn sie überhaupt einen Zusammenhang haben?

Review

Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen.
Durch die vielen Wendungen bleibt die Handlung spannend und mir fiel es oft schwer das Buch auf Seite zu legen, da ich einfach wissen wollte warum die Frau verschwand.
Die Handlung dreht sich um einige wenige Charaktere, die alle ihre Eigenheiten haben. Dadurch das es so wenige sind, erfährt man einiges über sie.
Vor allem über die Hauptprotagonisten Jo Larsen erfährt man ziemlich viel und die Andeutungen machen einfach Lust auf mehr. Aus dem Grund bin ich auch gespannt auf die Folgebände, da sie mir als Ermittlerin durchaus gefällt. Die Nebenhandlung rund um ihr Privatleben und ihre Vergangenheit fügt sich gut in die Haupthandlung ein und drängt sich nicht in den Vordergrund.
Was mir auch gefallen hat ist, dass man das meiste über Jenny und Finn in Form von Tagebucheinträgen erfährt.

Leider gibt es am Ende des Buches einige offene Fragen übrig. Ich weiß nicht, ob das beabsichtigt ist oder nicht, aber ich hätte gerne das ein oder andere schon gerne noch gewusst.



Fazit

Hierbei handelt es sich um den 1. Teil einer Buchreihe, jedoch ist die Handlung rund um Jenny in sich geschlossen. Das heißt es gibt ein passendes Ende und man muss nicht den 2. Teil lesen um herauszufinden wie das alles ausging.
Das Buch ist wahrscheinlich nichts für jemanden, der nicht mit den Tod von Kindern und PTBS umgehen kann.

Freitag, 29. März 2019

#189 Bücherregal - Irreparable harm


TitelIrreparable harm
AutorMelissa F. Miller
VerlagBrown Street Books
GenreThriller
Seiten448 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Jemand verkauft eine Smartphone-App an den Meistbietenden, welche in der Lage ist ein Linienflugzeug zum Absturz zu bringen. Um die Echtheit dieser App zu demonstrieren bringt dieser kurzer Hand ein Flugzeug zum Absturz. Die Anwältin Sasha McCandless weiß nichts von dieser App und stößt in ihrer Recherchearbeit auf diese. Aber kann sie einen erneuten Absturz verhindern und auch noch beweisen, dass diese App tatsächlich existiert?

Review

Das Buch hat einen rasanten Handlungsverlauf und ich habe es in einem durch gelesen und es geht um ein durchaus interessantes Szenario. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen.

Sasha ist mir als Hauptprotagonisten einfach zu perfekt. Wie schafft sie es so viele gut ausgebildete Männer nur mit Krav Maga zu überwältigen? Das dient ja eigentlich nur zur Selbstverteidigung und ich glaube kaum, dass Privatpersonen es lernen wie man zum Beispiel Wangenknochen oder Finger bricht. Zudem schafft sie es trotz Schmerzen weiter zu kämpfen und auch vor Gericht zu gehen was einfach alles andere als realistisch ist. Zudem lassen sich solche Schläger meistens nicht so einfach umlegen, schließlich sind Schlägereien/Morde ihr Job.
Aber nicht nur die Anwältin ist in der Lage den Schmerz zu ignorieren, sonder auch der Air Marshal schafft es eine gebrochene Nase zu ignorieren. Und mit dem gebrochenen Finger schafft er es sogar ohne große Probleme den Abzug einer Waffe zu betätigen. Das klingt einfach alles sehr unrealistisch.
Teilweise ist mir die Handlung zu vorhersehbar und es werden viel zu viele Klischees verwendet.
Vor allem das Ende fand ich zuweit hergeholt. Mir erscheint das alles zu konstruiert und ganz so als wolle man alle offenen Fragen auf so wenig Seiten wie möglich beantworten.
An manchen Stellen war alles einfach viel zu detailliert für einen Thriller. Zum Beispiel wird genau auf die Kleidung, das Essen und Krav Maga eingegangen. Und da habe ich mich schon gefragt, warum so etwas bis ins kleinste Detail erwähnt auch wenn es absolut keinen Einfluss auf den Handlungsverlauf hat.
Die Charaktere bleiben flach/blass und austauschbar und es findet kaum Charakterentwicklung statt. Vor allem die Kombination von Air Marshal und Anwalt fand ich sehr unrealistisch.


Fazit

Das Buch ist gut für zwischendurch.  Teilweise überwiegt der juristische Teil und es kam mir eher wie ein 'hardcore legal thriller' vor. Das nimmt etwas die Spannung, da vieles einfach keine Rolle spielt und man die ganzen Informationen über die Firma einfach hätte weglassen können.
Die Bewertungen vom Buch waren relativ gut, deshalb war auch meine Erwartung ziemlich hoch. Leider wurde diese nicht erfüllt. Das Buch hatte ich kostenlos im Rahmen einer Aktion erstanden.

Mittwoch, 27. März 2019

Verwundete Seele




Hallo,

Heute gibt es den 2. Teil vom Eintrag zu dem Thema PTBS/kPTBS.

Ich werde jetzt 2 Traumata aus meinem Leben einmal näher beschreiben. Das könnte eventuell triggern, wobei ich versuche beide möglichst oberflächlich zu beschreiben. Trotzdem habe ich es vorsichtshalber unter einen Spoiler gepackt. Mir fällt es nach wie vor sehr schwer bei so etwas ins Detail zu gehen ohne selbst davon getriggert zu werden. Mittlerweile kann ich das so wie ich es in dem Beitrag aufgeschrieben habe ohne größere Probleme erzählen, aber auch nur weil ich oft genug darüber geschrieben und geredet habe.


Sonntag, 24. März 2019

#188 Bücherregal - Gier





TitelGier - Wie weit wirst du gehen?
AutorMarc Elsberg
Verlagblanvalet
GenreWirtschaftsthriller
Seiten448 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensonsexemplares.

Inhalt

Weltweit gibt es mehrere große Demonstration aufgrund einer neuen Wirtschaftskrise. Diese Krise stürzt Länder in den bankrott und Menschen in den Ruin. Die Konflikte geraten außer Kontrolle und einige wenige Menschen schlagen Profit aus der Krise. Um die negativen Folgen abzuschmälern findet in Berlin ein Gipfeltreffen statt. Dort soll ein Nobelpreisträger eine Rede halten, denn er ist der Meinung Wohlstand sei für alle möglich. Soweit kommt es jedoch nicht, da er bei einem angeblichen Autounfall ums Lebens kommt. Der Ersthelfer Jan Wutte sieht jedoch, dass es eben kein Unfall war und wird zu einem gefährlichen Zeugen. Aus dem Grund wollen die Unfallverursacher ihn loswerden, doch dafür müssen sie ihn erst einmal finden.


Review

Die verschiedenen Theorien werden leicht verständlich anhand von Beispielen und Zeichnungen erklärt. Sie finden oft direkt Anwendung in der Story und so wird eine Theorie anhand von einem Glücksspiel erläutert. Oft liegt der Fokus auf eben solchen Theorien, weshalb ein Interesse an der Wirtschaft durchaus von Nutzen sein kann.
Die Charaktere sind grundverschieden, was oft für Spannung sorgt. Hier treffen viele Klischees aufeinander, was ich sehr schade finde. Es gibt sowohl sehr reiche als auch den Pfleger Jan, der gerne etwas mehr verdienen würde. Zudem zweifelt er auch daran, dass man auf legalem Wege reich werden kann. Jedoch bleiben die Charaktere bis zum Schluss eher blass, da die Handlung an sich im Vordergrund bzw. Fokus steht.
Der Handlungsverlauf ist recht rasant und spiegelt sich auch oft in den kurzen, abgehakten Sätzen und Kapiteln wider. Der Schreibstil ist zwar anfangs gewöhnungsbedürftig, aber er ist trotzdem angenehm flüssig zu lesen.

Es gibt viele Längen bedingt durch die unendlich vielen Verfolgungsjagden und Theorien. Hier fand ich es teilweise total verwirrend, dass die Verfolger Jan quasi immer direkt gefunden haben. In einer Millionenstadt wie Berlin klingt das total abwegig. Und wenn die Protagonisten mal nicht auf der Flucht waren wurden verschiedene Theorien erklärt.
Die ständigen Perspektivwechsel haben auch nicht gerade dazu beigetragen den Überblick zu behalten.
Was mich mit Abstand am meisten gestört hat ist die ständige Erklärung der Theorie. Es ist zwar schön dargestellt und erklärt anhand von Zeichnungen, aber ab einem gewissen Punkt ist der Fokus zu sehr auf dieser Theorie. Vor allem das Ende wird dadurch zu einer einzigen Geduldsprobe finde ich, da die ständigen Erläuterungen zu sehr vom eigentlichen Geschehen ablenken.


Fazit

Um ehrlich zu sein fällt es mir wirklich schwer das Buch zu bewerten. Das Thema ist aktuell, denn es befasst sich mit der derzeitigen Wirtschaft und wieso diese nicht für alle Beteiligten vorteilhaft ist. Mir hatten die Bücher "Helix" und "Zero" von Marc Elsberg jedoch um Welten besser gefallen. Das gewählte Thema ist jetzt nicht schlecht, aber die Ganze resultierende Verfolgungsjagd erscheint mir zu aufgebauscht. Es gibt so viele kontrovers diskutierte Theorien und warum sollte dann ausgerechnet so eine Theorie zu einem Mord in Deutschland führen? Und es wurde nie so ganz erläutert warum die Wirtschaft in Europa am zusammen brechen ist.
Hierbei handelt es sich eindeutig um eine Wirtschaftsthriller und das merkt man beim Lesen auch. Ich habe bisher schon einige Wirtschaftsthriller gelesen und in diesen wurde sich nie so ausführlich mit der Thematik "Wirtschaft" auseinandergesetzt. Dadurch ging der Thrillerteil leider etwas unter und man vergisst leicht, dass die Protagonisten eigentlich auf der Flucht sind.

Freitag, 22. März 2019

#187 Bücherregal - Biest


TitelBiest(Solveigh-Lang Reihe 2)
AutorJenk Saborowski
VerlagPiper
GenreThriller
Seiten432 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Die europäische Geheimpolizei ECSB hat erfahren, dass Terroristen an den gefährlichsten Computervirus gelangt sind. Geplant ist ein Anschlag ungeahnten Ausmaßes, weshalb sch die Agentin Solveigh Lang zusammen mit einem Journalistin auf die Jagd nach den Terroristen macht. Schaffen sie es noch rechtzeitig den Virus zu stoppen?

Review

Der Handlungsverlauf ist rasant und wurde in einem angenehm flüssigen Schreibstil verfasst.
Das Szenario ist durchaus realistisch und vor allem auch beängstigend.

Mir waren die Kapitel viel zu kurz und dadurch gab es auch viel zu rasante bzw. abrupte Ortswechsel(bzw. POV-Wechsel). Deshalb bleibt der Spannungsbogen auch relativ flach.
Die Handlung ist teils zu konstruiert und enthält viel zu viele glückliche Zufälle und wird aus dem Grund auch vorhersehbar und klischeehaft. Stellenweise ist sie zudem sehr abstrus vor allem wenn sie sich in eine Sackgasse manövriert passieren die komischsten Sachen! Da hätte man einiges realistischer gestalten müssen.
Wegen der Nebenhandlung wirkt es weniger wie ein Thriller und ist auch streckenweise zu langatmig, weshalb ich einen Punkt in der Bewertung abziehe. Es gibt einfach zu viele nicht relevante Informationen.
Durch die vielen Handlungsstränge verliert man leicht den Überlick, da sie erst viel zu spät aufeinander treffen und man sich oft fragt was das überhaupt alles für eine Rolle im Endeffekt spielt.
Eigentlich erfährt man nur über Long mehr und die restlichen Personen bleiben blass/flach und im Grunde austauschbare Nebencharaktere. Warum bleiben ausgerechnet die Protagonisten von allem Unglück verschont?



Fazit

Hierbei handelt es sich um den 2. Teil einer Reihe.
Es wird ein sehr akutelles Thema aufgegriffen: Wie sicher ist ein AKW bei einem Terroranschlag? Es gibt ein Personenregister am Ende des Buches und jedes Kapitel ist mit Ortsangaben versehen.
Da die Handlung so verdichtet ist muss man schon sehr aufmerksam lesen um den Überblick zu behalten.
Und eine Frage die ich mir die ganze Zeit gestellt habe ist: Wieso darf die Special Agent trotz Clusterkopfschmerzen weiter arbeiten? Selbst wenn diese mit Medikamenten unter Kontrolle gebracht werden können diese ganz unverhofft bemerkbar machen. Und so stark wie diese sind, dürfte sie doch eigentlich nicht mehr in diesem Beruf arbeiten?

Mittwoch, 20. März 2019

PTBS/kPTBS in der Literatur



Hallo,
Heute gibt es einen längeren Beitrag zum Thema "komplexe Posttraumatische Belastungsstörung" bzw. "Traumafolgestörung" und auch "Posttraumatische Belastungsstörung". Hauptsächlich möchte ich darüber schreiben, da zu dem Thema wirklich sehr viele Vorurteile existieren und auch im Alltag werde ich immer wieder mit denen konfrontiert. Nicht jeder mit einer kPTBS oder PTBS hat einen Krieg erlebt oder wurde gefangen gehalten. Man ist nicht automatisch gefährlich, nur weil man traumatisiert ist. Und nicht jedes Trauma führt automatisch zu einer PTBS oder kPTBS. Meistens passiert das wenn das Gehirn in dem Modus "flüchten, kämpfen oder Schockstarre"-Modus stecken bleibt. Das flüchten, kämpfen oder in Schockstarre geraten ist eigentlich eine ganz normale Reaktion auf so ein traumatisches Erlebnis. Wenn es jedoch nie aus diesem Modus rauskommt, dann kommt es zu einer PTBS/kPTBS.
Wenn das Gehirn mit der Situation an sich überfordert ist, dann spaltet es quasi den Teil der Erinnerung ab, trennt das erlebte(rationale) von den Emotionen und lässt einen das alles in Form von Flashbacks u.a. immer wieder erleben, bis es das endlich als ganz normale Erinnerung abhaken kann. Diese Spaltung passiert nur, weil das Gehirn nicht in der Lage ist das erlebte wie eine "normale" Erinnerung abzuspeichern. Wenn man es ganz grob umschreiben will passt das ungefähr.
Bei der kPTBS handelt es sich in der Regel um ein länger andauerndes traumatisches Erlebnis(wie zum Beispiel häusliche Gewalt) und das Opfer hat keinen Anhaltspunkt, dass es je aus der Situation entfliehen kann.
Das hat beides nichts mit Schwäche zu tun und kann jeden treffen, egal wie stark oder schwach dieser Mensch ist.
Bei einer PTBS/kPTBS hat man Angst davor, dass das alles wieder passieren könnte. Deshalb helfen auch so Sprüche wie "Du brauchst keine Angst davor zu haben" nicht, denn man hat das ja schon alles selbst erlebt wovor man Angst hat und weiß, dass die Angst durchaus gerechtfertigt ist. Jeder Trigger kann einen in den Überlebensmodus(flight, fight, freeze) bringen und es ist wirklich schwer den wieder zu verlassen.
Triggern kann alles was an das traumatische Erlebnis erinnert: Gerüche, der Ort, Kleidung, Musik und vieles mehr. Deshalb versuchen viele genau diese zu vermeiden, was aber nicht immer möglich ist.

Bei der PTSB kommt es zu Intrusionen(Gedanken drehen sich immer wieder um das Ereignis), Flashbacks(man erlebt das Trauma in Form von Bildern, körperlich oder emotional immer wieder), Hypervigilanz(erhöhte Aufmerksamkeit was Umgebung betrifft, man ist quasi immer auf der Hut), Alpträume, Vermeidungsverhalten und vieles mehr. All das taucht meist Monate nach dem traumatischen Erlebnis auf. Bei der kPTBS kommen noch weitere Sachen hinzu wie erlernte Hilflosigkeit, sich nicht dazu gehörig zu fühlen, Schlafprobleme sind stärker ausgeprägt, Hypervigilanz sowohl bei Umgebung als auch bei Menschen, ausgeprägtes Schamgefühl und vieles mehr.







Auch in Büchern, Filmen o.ä. verpassen Autoren ihren Charakteren gerne mal eine PTBS. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und zum Beispiel nutze ich es oft um einfach über all das erlebte schreiben zu können. Einiges was in meinen Geschichten auftaucht habe ich jedoch selbst nie erlebt. Leider gibt es aber auch Autoren, die damit ihren Charakteren nur die nötige "Kaputtheit" geben wollen um Sympathie/Mitleid zu generieren. Oder sie wollen einfach nur einen total durchgeknallten Menschen darstellen, dessen Vergangenheit ihn zu einem unberechenbaren Menschen gemacht hat.  Und damit schießen sie meilenweit übers Ziel hinaus, vor allem wenn sie sich nicht anständig mit dem Thema befassen. Eine PTBS ist jetzt nicht das gleiche wie eine kPTBS, aber sie sind sich doch sehr ähnlich. Natürlich kann diese die Person als solche komplett verändern und ich will jetzt auch nicht leugnen, dass unter den Betroffenen keine gewalttätigen Menschen gibt. Aber nicht jeder mit einer PTBS oder kPTBS wird automatisch zu einem Mörder u.a.! Und ich finde es einfach nur schrecklich, wenn dadurch quasi noch Mitleid mit dem Täter erzeugt werden soll. So frei nach dem Motto: "Der konnte ja gar nicht anders als diese abscheuliche Tat auszuführen". Vor allem bei Psychothrillern fällt mir das auf, dass gerne mit diesem Klischee argumentiert wird. Natürlich gibt es solche Mörder, aber die haben dann meist nicht nur eine PTBS oder kPTBS und das wird dann gerne absolut vorgelassen.

Es dauert außerdem wirklich lange bis eine Besserung eintritt und es wird nicht plötzlich besser nur weil die Liebe des Lebens auftaucht o.ä. Ein traumatisches Erlebnis hat man auch nicht sofort vergessen und das wird leider oft gar nicht erwähnt. Natürlich stumpft man irgendwann ab, wenn man es täglich erlebt. Aber anfangs hat man doch sehr damit zu kämpfen und das wird einfach ignoriert. Vor allem in Dystopien oder Thrillern erlebe ich das oft und es nervt einfach nur noch.

Teilweise picken sich die Autoren auch nur Kleinigkeiten raus und vergessen dabei ganz, dass die PTBS eben nicht nur Flashbacks beinhaltet. So frei nach dem Motto: "Das passt gerade zur Handlung"! Auch wenn es nur eine milde Verlaufsform der PTBS ist, hat man dennnoch mit mehreren Problemen zu kämpfen. Und die Intrusionen/Flashbacks lassen einen nicht kalt und das obwohl das gerne so dagestellt wird. Natürlich löst so etwas nicht durchgehend die gleiche Reaktion aus, aber sie sind wirklich selten einfach zu ignorieren oder bei Seite zu schieben, vor allem wenn man sich nie wirklich mit dem Geschehenen auseinander gesetzt hat.

Weil der Blogeintrag so lange geworden ist gibt es nächste Woche den 2. Teil. In dem geh ich genauer auf meine Traumata ein und wie das meinen Alltag beeinflusst. Eine PTBS/kPTBS wirkt sich bei jedem anderen aus. Auch wenn für die Diagnose bestimmte Kriterien erfüllt werden müssen, sind diese nicht bei jedem gleich stark ausgeprägt. Vor allem wenn dann noch andere psychische Erkrankungen hinzukommen wird es ganz schön kompliziert.

Wenn ihr noch Fragen habt, dann könnt ihr die gerne stellen. Das geht per Mail(shinju91[at]yahoo.de), als Kommentar hier unter dem Blog oder auf einem meiner Social Media Kanäle.

LG

Sonntag, 17. März 2019

#186 Bücherregal - Du bringst mein Leben so schön durcheinander








Titel(Deutsch)Du bringst mein Leben so schön durcheinander
AutorClaire Christian
VerlagThienemann Verlag
GenreRoman/YoungAdult
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Als Gideon den Nebenjob bei einem Schnellrestaurant annimmt, lernt er Ava kennen. Die beiden gehen auf die gleiche Schule und sind grundverschieden. Lediglich das hadern mit ihren Problemen eint sie, denn beide haben mit ihrem Leben zu kämpfen. Mit der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. Doch als sich daraus mehr entwickelt droht es chaotisch zu werden.

Review

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, wobei er alles andere als bildhaft ist. Das passt auch zum eher ruhigen Handlung.
Diese wird abwechselnd aus der Sicht von Ava und Gideon erzählt. Das merkt man nicht nur am Schreibstil, sondern auch an der unterschiedlichen Gedankengängen und ich finde es gut umgesetzt. Beide sind einfach komplett unterschiedlich nach außen, auch wenn sich einige ihrer Gedankengänge durchaus ähneln.

Der Handlungsverlauf ist eher langsam und ich finde es schön, wie sich die Beziehung der beiden Hauptprotagonisten mit der Zeit verändert. Es wäre einfach vollkommen unrealistisch gewesen, wenn das von jetzt auf gleich passiert wäre.

Was ich schön finde ist, dass das Kintsugi(japanische Art um zerbrochene Keramik zu reparieren -> Risse werden mit Lack/Kittmasse(versetzt mit Gold-/Silber-/Platinpulver) aufgefüllt) verwendet wird um die Freundschaft der beiden zu beschreiben. Es ist eine schöne Metapher, welche auch auf dem Cover wieder zu finden ist.

Bemerkenswert finde ich auch die gefühlvollen Gedichte, die wirklich gut ins Deutsche übersetzt wurden. Sie spiegeln Gideons Gefühlswert wieder. Ich finde es passt auch zu Gideon, dass er den Vorschlag mit den Briefen macht. Diese Briefe werden mit unterschiedlicher Schriftart im Buch abgedruckt und ich finde es schön, wie diese in die Handlung eingebaut wurden.
Die Handlung schaukelt sich im Laufe immer weiter hoch und entlädt sich quasi gegen Ende. Mich hat das Ende defintiv überrascht, denn ich hatte mit etwas ganz anderen gerechnet. Trotzdem zeigt es auch, dass nicht immer alles so ist wie es scheint und das macht das alles nur noch realistischer und ergreifener. Oft habe ich das Buch auf Seite legen müssen, da es mich doch ziemlich mitgenommen hat.


Fazit

Das Buch ist nichts für Leser, die durch Themen wie Depression, Selbstverletzendes Verhalten, Tod oder Suizid getriggert werden könnten. Obwohl ich aufgrund des Themenkomplexes anfangs eher skeptisch war, bin ich im Nachhinein froh dieses Buch gelesen zu haben. Die Autorin geht wirklich sensibel mit dem Ganzen um und es ist eine realistische und authentische Handlung. Es ist halt nicht alles rosarot, nur weil man sich in jemanden verliebt und das wird hier mehr als deutlich gezeigt. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und genau das kann einen in den unpassendsten Momenten zum Verhängnis werden.

Die Geschichte an sich ist unglaublich emotional und tiefgründig. Man merkt einfach wie überfordert die beiden sind und wie wenig sie ihre eigenen Gefühle unter Kontrolle haben. Vor allem das unerwartete Ende unterstreicht das alles noch, denn das zeigt einfach zu was einzelne Handlungen in emotionsgeladenen Situationen führen können. Im Gegensatz zu anderen Romanen mit dem Themenkomplex ist im Grunde alles andere dramatisch, was ich gut finde. Das Buch überzeugt einfach mit den vielen ruhigen und normalen Abschnitten und zeigt, dass der Fokus bei so etwas nicht zwangsläufig auf den Schattenseiten eines solchen Schicksalsschlages liegen muss. An sich regt es einfach zum Nachdenken an und zeigt, dass das Leben auch nach so etwas weiter geht.

Freitag, 15. März 2019

#185 Bücherregal - Kalter Grund


TitelKalter Grund
AutorEva Almstädt
VerlagBastei Lübbe
GenreKrimi/Lokalkrimi
Seiten272 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Auf dem Hof von einem Bauernhof in dem idyllischen Ostholstein werden drei Leichen gefunden. Dies ist der erste große Fall von der Kommissarin Pia Korittki, der sie direkt mit den weniger schönen Seiten der Ermittlungsarbeit konfrontiert. Vor allem ihr Kollege Unruh hätte lieber einen erfahrenen Kollegen an seiner Seite. Nachdem auch noch eine 16-jährige aus dem Dorf verschwindet wird klar, dass der Fall komplizierter ist als zuerst angenommen.

Review

Der Fall an sich ist spannend und durchaus interessant. Der Spannungsbogen bleibt jedoch relativ flach und es gibt eine ruhige Handlung mit vielen Wendungen.
Außerdem gibt es viele verschiedene und ineinander verwobene Handlungsstränge mit vielen liebevollen Details. Man kann sich alles prima vorstellen.
Typisch für einen Lokalkrimi sind die ausführlichen Beschreibungen der Umgebung und Orte. Man merkt definitiv, dass es sich um Dorfmenschen handelt da niemand so wirklich mit der Polizei reden möchte.
Durch die düstere und bedrohliche Atmosphäre hat man ständig das Gefühl, dass es ein verschneiter und bewölkter Tag ist.
Die Handlung ist logisch aufgebaut und in sich schlüssig. Das Cover passt zur Handlung und Grundstimmung.
Es gibt ziemliche viele Charaktere und der Fall ist eher undurchsichtig. Das erhöht die Spannung, da viele als Täter in Frage kommen und die Familie nicht sehr beliebt war im Dorf.

Teilweise sind die Formulierungen recht holprig, was bei einem Debüt relativ normal ist. Auch die Dialoge hätten besser sein können.
Die Charaktere bleiben bis zum Schluss blass, was kein Wunder bei so einem kurzen Krimi ist. Trotzdem sind einige durchaus sympathische und liebevoll gezeichnete Charaktere dabei.
Pia ist mir etwas zu naiv und leichtsinnig für den Beruf. Sie hat es schwer sich als weiblicher Grünschnabel bei ihren Kollegen und den Dorfbewohnern  zu behaupten.
Die Bettgeschichte hätte definitiv nicht sein müssen.
Es gibt keine Stellen die den Krimi auflockern und somit ist er durchgehend ernst.


Fazit

Das Buch ist schnell durch gelesen und eher leichte Kost. Es eignet sich prima für zwischendurch und ist unterhaltsam. Man bekommt richtig Lust darauf den Nachfolgeband zu lesen. Es ist überhaupt nicht brutal oder blutig und die Mordopfer bzw. Tatorte werden sehr knapp beschrieben. Es ist definitiv ein guter Einstieg in die Bücherreihe. Auch wenn es kein Pageturner ist kann man das Buch weiter empfehlen, da es sich für den Urlaub oder einen entspannten Abend eignet.
Man sollte das Buch aufmerksam lesen, da der Mörder nicht so leicht zu erraten ist. Der Hauptaugenmerk liegt auf Pias Leben und wie sie arbeitet.
Hierbei handelt es sich um einen typischen norddeutschen Krimi, die Ermittlungen sind wichtiger als alles andere und die menschlichen Abgründe und Intrigen spielen eine große Rolle.

Mittwoch, 13. März 2019

#21 Booktalk - To Kill a Mockingbird

Hallo,

Im Januar hatte ich den Klassiker "To Kill a Mockingbird" von Harper Lee gelesen. Und heute möchte ich es euch gerne in einem Booktalk vorstellen, da er mich ziemlich nachdenklich gestimmt hat. Und dieses Buch handelt von nach wie vor sehr wichtigen Themen.






Atticus verteidigte zur Zeit der Depression in den 30er Jahren in den Südstaaten der USA einen jungen Afroamerikaner, der eine "weiße" Frau vergewaltigt haben soll. Erst ist es Atticus seiner Tochter Scout gar nicht bewusst was für Ausmaße dieser Gerichtsprozess annimmt und in welche Gefahr ihre Familie durch den Job von ihrem Vater gerät. Wichtige Themen sind in diesem Buch Segregation, Erwachsen werden und Gerechtigkeit.

Die gesamte Handlung wird aus der Sicht von einem 8 jährigen Mädchem erzählt und dieses merkt man auch immer wieder. Sie kann es einfach nicht verstehen, dass Mitte der 30er Jahre in Alabama für einen Farbigen kein fairer Prozess vorgesehen ist. Er oder sie ist immer schuldig, egal wie die Beweislage ist. Ich finde es gut, dass Harper Lee diese Erzählweise gewählt hat und so wird auch immer wieder hervorgehoben wie normal die Rassentrennung/Segregation für die Erwachsenen war, aber halt nicht für die Kinder. Es ist auch erstaunlich wie gut es der Autorin gelingt die Sprache darzustellen ohne in ein zu kindliches Sprachniveau abzurutschen. 
Was mich wirklich positiv überrascht hat sind die vielen durchaus lustigen Momente, die im starken Kontrast zu den doch sehr schrecklichen Themen in diesem Buch stehen. Es hebt noch einmal hervor wie normal Rassentrennung zu der Zeit war.
Vor allem bei der Tante sieht man wie schrecklich Vorurteile sind. Den Kindern wird verboten mit bestimmten Kindern zu spielen, da diese quasi nicht gut genug für diese sind(white trash). Das heißt der Stand innerhalb der Gesellschaft in dieser Gemeinde bestimmte mit wem man spielen durfte und mit wem eben nicht. 
Und es wird immer wieder hervor gehoben, dass die durch Rassentrennungen entstandenen unterschiedlichen Welten nicht miteinander vermischt werden dürfen. Atticus verteidigt als  Anwalt einen Afroamerikaner und bringt damit nicht nur sich selbst, sondern all seine Verwandten in Verruf, denn zu der Zeit war es nicht üblich genau dieses zu tun. Auch wenn Atticus es versucht seine Kinder vor den Auswirkungen des Gerichtsprozesses zu schützen, kann er gewisse Sachen einfach nicht verhindern. Und das zeigt einfach wie grausam die Gesellschaft zu der Zeit war und das es so etwas in der jetzigen Zeit eigentlich nicht mehr geben dürfte. Leider ist das Thema immer noch aktuell, weshalb das Buch auch noch nach wie vor sehr wichtig ist.
Die Handlung kommt mit einer handvoll grundverschiedener Hauptprotagonisten aus, die alle liebevoll gestaltet wurden. Am meisten hat mir Atticus gefallen, da er trotz all dem Gegenwind an seinen Ideen festhält und sich für das Gute einsetzt.

Man lernt wirklich viel über die Gesellschaft in den Südstaaten der USA in den 30er Jahren und kann sich ungefähr vorstellen, wie es ist dort aufzuwachsen. Die Autorin schafft es ein wirklich gut die Vorurteile und Grausamkeiten darzustellen ohne zu übertreiben.

Das Buch zeigt einem mehr als deutlich, dass es wichtig ist jeden Menschen ungeachtet der Herkunft zu respektieren. Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, da es ein wirklich guter Klassiker ist. Es erinnert einen immer wieder daran was wirklich zählt bei einem Menschen und das ist auf alle Fälle nicht das Geld oder die Hautfarbe. 

Viele Grüße

Sonntag, 10. März 2019

#184 Bücherregal - Weil mein Herz dich ruft







Titel(Deutsch)Weil mein Herz dich ruft
AutorJennifer Waschke
VerlagForever by Ullstein
GenreLGBTQIA/Jugendbuch/Young Adult
Seiten230 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Eigentlich war sich Johanna immer sicher, dass Bea nur ihre beste Freundin war und nicht mehr. Sie waren beide schon mit Jungs zusammen und vor allem für Jo stand fest, dass eigentlich nichts anderes infrage kommt. Doch ausgerechnet ein Kuss zwischen den beiden Freundinnen stellt diese Freundschaft auf eine harte Probe. Denn plötzlich ist für Jo nichts mehr so klar und sie fragt sich, ob sie sich tatsächlich in Bea verliebt hat und diese Liebe eventuell auf Gegenseitigkeit beruht?

Review

Man fliegt quasi nur so durch die Seiten und hofft die ganze Zeit darauf, dass es ein Happy-End geben wird. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm flüssig zu lesen und durch die detaillierten Beschreibungen kann man sich alles gut vorstellen.
Was ich vor allem gut fand ist der langsame Aufbau der Liebe. Und auch mit welchen Ängsten und Sorgen Johanna zu kämpfen hat, denn eigentlich ist Bea ihre beste Freundin und nicht mehr. Zudem möchte sie diese Freundschaft nicht verlieren und hat Angst davor das genau dieses passiert.
Man durchlebt schon sehr viele Höhen und Tiefen mit Johanna, denn sie steht kurz vor ihrem Abitur und damit auch vor der Entscheidung wie es beruflich weiter gehen soll. Zudem hat sie Angst davor, dass ein Umzug für ein Studium ihre Freundschaft zu Bea gefährden könnte und hier konnte ich sehr gut mitfühlen.
Aber auch bei den anderen Themen war ich immer wieder gespannt darauf wie die beiden Hauptprotagonisten Bea und Jo handeln werden und wie das die verschiedenen Handlungsstränge beeinflusst.
Die Charaktere sind wirklich liebevoll gezeichnet und alle haben ihre Eigenheiten. Vor allem Bea und Jo sind sympathisch. Die Handlung wird ausschließlich aus der Sicht von Johanna(Jo) erzählt und trotzdem erfährt man sehr viel über Bea, da die beiden beste Freundinnen sind und sich bis dieser Kuss passierte wie ein offenes Buch lesen konnten.

Leider ist das Buch sehr kurzweilig und ich wäre gerne länger in dieser Handlung verweilt. Es hat insgesamt nur 230 Seiten, was ziemlich wenig für all die Handlungsstränge bzw. Themen ist. Das macht das Buch jetzt nicht weniger schön, aber ich finde es einfach schade.


Fazit


Hierbei handelt es sich um einen LGBTQIA-Roman, wer also mit solchen Sachen nicht umgehen kann sollte das Buch nicht lesen. Auch die weniger schönen Seiten rund um das Thema "Coming-Out" werden behandelt und dafür Hut ab an die Autorin. Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit in unserer heutigen Gesellschaft sein, dass auch homosexuelle Paare Anerkennung finden. Doch leider ist dem nicht so und einigen fällt es schwer so etwas zu tolerieren. Aber auch die eigene Akzeptanz bei diesem Thema von Jo wird hier beleuchtet und zeigt auch wie wichtig es ist so etwas erst einmal selbst zu akzeptieren.
Es ist vor allem ein Buch über Freundschaft, in dem Jo zu sich selbst findet und lernt auch dazu zu stehen. Es zeigt das Liebe kein starres Konstrukt ist und nur weil man einmal in einen Mann verliebt war zum Beispiel, ewig nur Männer lieben wird.

Freitag, 8. März 2019

#183 Bücherregal - Mörder






TitelMörder - Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers
AutorVeikko Bartel
VerlagMosaik Verlag
GenreSachbuch/True-Crime
Seiten256 Seiten
Meine Bewertung
5/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensonsexemplares.

Inhalt

Veikko Bartel arbeitete als Strafverteidiger und stellt in diesem Buch sechs seiner Fälle vor. Hierbei geht es um Mörder, die aus verschiedenen Gründen handelten und jeder Fall zeigt die menschlichen Abgründe.  In einer Art Nachwort befasst der Autor sich mit dem Gewissen eines Strafverteidigers und was ihn dazu bewegt hat als Strafverteidiger zu arbeiten.

Review

Wie im Buch "Mörderinnen" vom gleichnamigen Autor sind auch diese Fälle aus der Sicht des Strafverteidigers erzählt wurden. Wieder erfährt man auch einige Dinge, die man lieber nicht erfahren hätte und die auch zeigen, dass das Leben halt nicht schwarz-weiß ist.
Veikko Bartel erläutert auch ausführlich was ihn dazu bewegt hat Strafverteidiger zu werden und das er auch auf manche seiner "Siege" vor Gericht nicht stolz ist. Es gehört halt auch für einen Strafverteidiger dazu, dass man sich für seinen Mandanten einsetzt egal was dieser angestellt hat. Ich finde es wirklich bemerkenswert, wie er die Fälle beschreibt und das ohne in irgendeinerweise reißerisch oder groß wertend an die Sache heranzugehen. Das hat man ja leider teilweise bei anderen True-Crime-Büchern, vor allem wenn sie Laien schreiben.
Rückblickend ist es schwer einen von den 6 Fällen herauszupicken, da ich jeden spannend und auch erwähnenswert fand. Die Hintergrundgeschichte, die zu dem Fall "Der Drücker" führte, hatte ja eine ganze Zeit lang eine große Medienpräsenz. Es ist erschreckend wie mit den Menschen in diesen Drückerkollonen umgegangen wird.
Vor allem der letzte Fall mit dem Serienvergewaltiger hat es in sich und er zeigt einfach auch, dass unserer Rechtssystem alles andere als perfekt ist. Hier geht es speziell um das Thema Sicherheitsverwahrung, was ja kontrovers diskutiert wird.
Aber auch die anderen Fälle sind nicht weniger spannend und es ist eigentlich von allem etwas dabei.

So wirklich negativ aufgefallen ist mir nur die Länge es Buches. Mir war es eindeutig zu kurz, denn es werden auf den 256 ganze 6 Fälle(+Vorwort und eine Art Nachwort) behandelt. Da sind halt auch die entsprechenden Kapitel ziemlich kurz, was ich sehr schade finde. Ich hätte gerne etwas mehr zu den einzelnen Fällen gelesen.


Fazit

Alles in allem war das Buch spannend zu lesen und mal solche Fälle aus Sicht eines Strafverteidigers zu lesen. Es ist einfach erschreckend zu was Menschen in der Lage sind und wie skrupellose diese vorgehen. Es werden hier echte Fälle beschrieben und das sollte man sich immer wieder vor Augen führen. Vor allem bei dem Fall des Serienvergewaltigers macht das einfach nur Angst! Was ich auch noch positiv hervor heben möchte ist, dass der Fokus durchgehend auf den Tätern liegt und nicht nur auf den Morden. So erfährt man sehr viel über die Tathintergründe oder wieso Veikko Bartel überhaupt deren Verteidiger wurde. Es zeigt halt einfach auch, dass diese Menschen trotz ihrer schlimmen Taten Mensch geblieben sind. Und deshalb ist es auch so wichtig, dass diese einen gerechten Prozess bekommen.
Das Cover passt perfekt zum Buch, da es den nüchternen Schreibstil widerspiegelt und auch zum Buch "Mörderinnen" passt. 

Weitere Infos zum Buch findet ihr übrigens auf der Verlag Seite: Hier (Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG)
Und hier ist meine Rezension zu dem Buch "Mörderinnen" von Veikko Bartel.

Mittwoch, 6. März 2019

Lesemonat Februar



Hallo :)

Heute gibt es einen Blogeintrag zu meinem Lesemonat Februar und eine kurze Rückblende wie der Monat sonst so war.

Für meinen Blog habe ich ingesamt 3.820 Wörter geschrieben und für meine Fanfictions ganze 7.104 Wörter was ganze 390 Wörter pro Tag macht. Leider ist das weit unter dem Ziel von 500 Wörtern pro Tag, aber trotz allem bin ich stolz auf mich. Der Februar hatte es ganz schön in sich und da hatte ich einfach auch oft keinen Kopf dafür um mich mal hinzusetzen und für meine Freizeitprojekte zu schreiben. Stattdessen habe ich dann oft nachts gemalt, denn mit dem Schlaf sah es oft ziemlich mau aus. Im März möchte ich dann endlich einmal mit dem Buch beginnen.

  1. Ende gut, alles gut! von Thomas Herzberg, 211 Seiten, 4/5 Sternen
  2. Die Öko-Challenge von Komplett-Media, 176 Seiten, 4/5 Sternen, Booktalk
  3. Selfies vom Mond von André Nagerski, 123 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  4. Der Tote im Strandkorb von Anna Johannsen, 284 Seiten, 2,5/5 Sternen
  5. Wenn nicht jetzt, wann dann von Harald Lesch, 369 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  6. To Kill a Mockingbird von Harper Lee, 324 Seiten, 4,5/5 Sternen
  7. Mörderinnen von Veikko Bartel, 240 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  8. Nur eine Ewigkeit mit dir von Kristina Moninger, 300 Seiten, 3/5 Sternen
  9. Retribution Ridge von Anna Willett, 232 Seiten, 1,5/5 Sternen
  10. Rabenschwarze Intelligenz von Josef H. Reichhoff, 256 Seiten, 5/5 Sternen
  11. Watership Down von Richard Adams, 485 Seiten, 5/5 Sternen
  12. Unbarmherzig von Markus Kleinknecht, 424 Seiten, 4/5 Sternen
  13. Brainspam von Torsten Sträter, 191 Seiten, 3/5 Sternen
  14. Wie ich vom Weg abkam um nicht auf der Strecke zu bleiben von Eduard Freundlinger, 276 Seiten, 3,5/5 Sternen
  15. Solange die Hoffnung uns gehört von Linda Winterberg, 471 Seiten, 5/5 Sternen
  16. One perfect lie - Der Schein trügt von Lisa Scottoline, 412 Seiten, 2/5 Sternen
  17. Das Blut der Hirsche von Mons Kallentoft und Markus Lutteman, 397 Seiten, 4,5/5 Sternen Rezension
  18. Mörder von Veikko Bartel, 256 Seiten, 5/5 Sternen
  19. In all den Jahren von Barbara Leciejewski, 449 Seiten, 4/5 Sternen
  20. Weil mein Herz dich ruft von Jennifer Waschke, 269 Seiten, 4,5/5 Sternen

Insgesamt 6.145 von 26.250 Seiten und 20 von 75 Büchern, 311 Seiten/Buch

Januar: 11 Bücher, 3.000 Seiten, 273 Seiten/Buch
Februar: 9 Bücher, 3.145 Seiten, 350 Seiten/Buch

Genre
Humor: 1
Klassiker: 2
Krimi: 2
Psychothriller:2
Roman: 4
Sachbuch:4
Science-Fiction: 1
Thriller: 2
True Crime: 2

Neuzugang
Der Präsident von Sam Bourne

Rezensionsexemplare
Das Blut der Hirsche von Mons Kallentoft und Markus Lutteman, 397 Seiten
Mörder von Veikko Bartel, 256 Seiten
Weil mein Herz dich ruft von Jennifer Waschke, 269 Seiten
Noch einmal vielen Dank dafür ♥


Lese ich gerade:
Die Stille vor dem Tod von Cody McFadyen, Thriller
Das Universum für Neugierige von Harald Lesch, Sachbuch


Mit meinen Challenges komme ich sehr gut vorran und mal schauen wann ich die erste beendet habe.

Auf meinem SuB befinden sich noch 5 Bücher und 3 ebooks. Mittlerweile habe ich meinen Reader endlich einmal aufgeräumt und gnadenlos alles aussortiert, was mich nicht interessiert. Vieles ist wegen dem langen Krankenhausaufenthalt drauf gelandet und da war mir von vorne herein klar, dass ich die nach dem Aufenthalt garantiert nicht mehr lesen möchte. Ansonsten ist in der langen Liste von Büchern in der Ausleihe momentan nichts interessantes dabei, weshalb mein SuB wahrscheinlich noch kleiner werden wird.

Meine persönlichen Highlights waren:
Mörder von Veikko Bartel, 256 Seiten, 5/5 Sternen
Solange die Hoffnung uns gehört von Linda Winterberg, 471 Seiten, 5/5 Sternen


Wie das Buch "Mörderinnen" vom gleichen Autor ist auch das Buch "Mörder" ein Highlight für mich. Es ist aus der Sicht des Strafverteidigers geschrieben und man erfährt so einiges, was man teilweise auch einfach nicht wissen wollte.
Das Buch "Solange die Hoffnung uns gehört" ist ein weiteres Highlight trotz des sehr traurigen Themas. Einigen von euch dürfte das Thema "Kinderverschickung" während dem II. Weltkrieg bekannt sein und hier in dem Buch geht es darum. Um ihr Kind Ruth zu schützen shickt die jüdische Anni ihr Kind mit dem Zug nach England. Sie bemüht sich so schnell wie es geht nachzureisen, doch da der Krieg ausbricht scheint ein Wiedersehen mit der Tochter nicht mehr möglich. Die ganze Handlung hat mich nachdenklich gestimmt und sie zeigt auch, dass wir so etwas wie den Holocaust nie wieder zulassen sollten.

Und enttäuscht ware ich von One perfect lie - Der Schein trügt von Lisa Scottoline, 412 Seiten, 2/5 Sternen
Wieder ein ausgeliehener Psychothriller, der mich einfach nur enttäuscht hat. Die Handlung ist schlecht umgesetzt und mir hat es einfach nicht gefallen. Die Bewertungen sind zum Großteil sehr gut, was mich wirklich geschockt hat. Mir hat es nicht gefallen, aber vielleicht gefällt es ja wem anderen.

Im Februar ist einiges passiert und es hat mir nur wieder vor Augen geführt wie kurzweilig das Leben doch ist. Ich wollte ja eine Lösung für das Problem "Traumafolgestörung" finden, aber irgendwie komme ich mit dem Thema auf keinen grünen Zweig. Jedoch ist es auch nicht schlau das alles so zu lassen und es wäre wirklich wichtig, dass ich darunter einen Schlussstrich ziehen kann.
Im März werde ich auf jden Fall mal mich um einige Dinge kümmern, denn durch aufschieben wird das alles nicht mehr besser. Es ist echt ärgerlich, dass das alles so schief gelaufen ist und die Angst vorm Arzt jetzt unüberwindbar scheint. Und ich frage mich immer noch, was sich all die beteiligten Personen gedacht haben.
Und dann habe ich einige Änderungen an meinen Social Media Kanälen vorgenommen. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt noch einmal anonyme Kommentare in irgendeiner Form zulassen möchte. Leider wurde das gnadenlos ausgenutzt und da ich diese Menschen nicht sperren kann ohne die Funktion komplett auszuschalten, habe ich mich gegen die anonymen Kommentare entschieden. Manche Menschen wissen halt einfach nicht wann einmal Schluss ist und meinen sich einem aufzuzwängen, auch wenn man sie schon sehr oft abgewiesen hat.
Im März wird wahrscheinlich ein Blogeintrag zum Thema "Traumfolgestörung" kommen. Ich werde wahrscheinlich entweder noch einmal das Thema "Mobbing" oder "Ärzte"(Medical PTSD) aufgreifen oder einfach beides. Beide Sachen sind nicht das Initialtrauma, deshalb fällt es mir auch da etwas leichter darüber zu schreiben. Ihr könnte gerne Fragen dazu stellen.Ich möchte einfach etwas die Vorurteile abbauen, denn leider sind die doch sehr groß! Deshalb schreibe ich auch schon seit sehr vielen Jahren darüber Geschichten. Nicht jeder mit einer Mobbingerfahrung bekommt zwangsläufig eine PTBS. Und bei jedem wirkt sich so etwas auch anders aus. Ich hatte zum Beispiel Jahre lang sehr große Probleme damit Umarmungen und andere Berührungen zu ertragen und das ganz egal von wem. So etwas führt in einer Beziehung zwangsläufig zu Problemen. Mittlerweile habe ich damit nicht mehr so große Probleme. Und da gibt es noch so einiges anderes, was man zum Thema schreiben kann. Zum Beispiel was zu den Schlafproblemen, die sich durch die überhöhte Wachsamkeit entwickelt. Ohrstöpsel kann ich zum Beispiel problemlos tragen, aber eine Schlafmaske nicht. Es gibt auch Tage an denen ich mich unheimlich dafür schäme, dass mich das alles nicht ganz so kalt lässt. Als ich damals ans Kolleg kam meinte mal jemand, dass man sich bei Mobbing ja nur wehren braucht und dann hört das schon auf. Das ist leider nicht so, ansonsten würde es viel weniger Mobbing geben! Ich weiß gar nicht wie oft ich mich gegen die Menschen gewehrt habe oder schützend vor anderen stand. Die Welt ist nun einmal nicht schwarz und weiß und auf A folgt nicht immer B. Und es ist immer leichter dem Opfer die Schuld in die Schuhe zu schieben, anstatt mal darüber zu denken wie das überhaupt alles passieren konnte.

Liebe Grüße

Sonntag, 3. März 2019

#182 Bücherregal - Resilienz(Kurzrezension)


TitelResilienz: Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft
AutorChristina Berndt
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
GenreSachbuch
Seiten263 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Was ist Resilenz? Was hat diese mit Gelassenheit und Selbstsicherheit zu tun? In vielen Fallbeispielen versucht die Autorin das Geheimnis um die psychische Widerstandskraft zu lüften und nimmt dabei Bezug auf die neuesten Studien.

Review

Erst einmal vorweg: Das Hauptthema sind diverse Studien über Resilenz und hierbei handelt es sich um kein Selbsthilfebuch bzw. Ratgeber!
Resilenz wird ausführlich und verständlich erklärt. Auch die Kapitel über zum Beispiel Epigenetik werden verständlich erklärt. Es werden so Themen behandelt wie, was kann einen erschüttern, obwohl man bisher sehr stark war?
Es gibt einige Tests und bei einem kann man herausfinden wie widerstandsfähig man ist.

Immer wieder findet man Fallbeispiele, jedoch waren es in meinen Augen einfach zu viel viele.
Es tauchen viele Fachbegriffe auf, was für den Laien wahrscheinlich schwer nachvollziehbar ist außer er kennt diese Begriffe.
Leider gibt es keinen roten Faden, der einen durch das Buch leitet.



Fazit

Am Ende des Buches befinden sich sehr viele Quellenangaben und auch Literaturhinweise.
Meine Erwartungen an das Buch wurden leider nicht erfüllt. Man findet s gut wie nichts über das Thema "Wie baue ich die Resilenz auf". Und teilweise hatte man einfach das Gefühl als würden Sachen mehrfach auftauchen bzw. sich wiederholen.

Freitag, 1. März 2019

#181 Bücherregal - All good deeds


Titel(Englisch)All good deeds(The Lucy Kendall series book 1)
AutorStacy Green
VerlagTwisted Minds Press
GenreThriller
Seiten310 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Lucy hat es sich zur Aufgabe gemacht Mördern ihre gerechte Strafe zukommen zu lassen. Doch der Fall eines entführten Kindes führt sie auf eine Reise zurück in ihre eigene Vergangenheit. Auf der Suche nach dem Mädchen wird sie immer wieder mit den Abgründen der Menschheit konfrontiert. Schafft sie es das Kind zu finden?

Review

Das Szenario und die Idee an sich sind auf jeden Fall sehr interessant.
Die Charaktere sind alle gut durchdacht.
Der Handlungsverlauf ist schnell und enthält einige überraschende Wendungen.
Die Umgebung wird detailiert beschrieben und man kann sich alles gut vorstellen.
Der Schreibstil ist zwar ganz angenehm, aber er könnte einen Ticken besser sein.

Leider gibt es einige komische Zufälle, die so keinen Sinn ergeben. Zudem kennt gefühlt jeder jeden, was in einer so großen Stadt einfach nicht möglich ist.
Es gibt einfach viel zu viele Charaktere, die eigentlich nichts zum Handlungsverlauf beitragen. Diese sind oft nicht realistisch dargestellt, wobei wenn es solche Charaktere wirklich in der Masse gäbe, dann wäre das ganz schön beängstigend und verstörend. Die Abgründe der menschlichen Psyche können einem ganz schön Angst einjagen!
Teilweise ist die Handlung langatmig und vorhersehbar. Das Ende hätte besser ausgearbeitet werden können.
Es fühlt sich so an als würde sich die Story ab einem gewissen Punkt immer weiter wiederholen bis sie endlich zum Ende kommt.

Fazit

Hierbei handelt es sich um den ersten Teil einer Serie und er klingt schon vielversprechend. Jedoch hat es mein Interesse an Band 2 nicht wirklich geweckt. Das Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven, da es unter anderem auch um Kindesmissbrauch geht. Es ist schnell durch gelesen und deshalb prima für zwischendurch.