Sonntag, 18. August 2019

#230 Bücherregal - Hafenmord(Kurzrezension)


TitelHafenmord
AutorKatharina Peters
VerlagAufbau Taschenbuch
GenreKrimi/Lokalkrimi/Ostseekrimi
Seiten316 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Die Leiche des seit Tagen vermissten Kai Richardt wird im Keller einer ehemaligen Fischfabrik in Sassnitz gefunden. Das ist der erste Fall von Romy Beccare in ihrer neuen Dienststelle auf Rügen und eigentlich hatte sie mit einem ruhigeren Start gerechnet. Während das Gelände routinemäßig durchsucht wird, stößt das Team auf das Skelett einer Frauenleiche in einem der vielen Kühlgeräte. Und schnell stellt sich heraus, dass diese Frau auf brisante Informationen bezüglich Kai Richardt stieß und diesen auch zur Rede stellte. Doch wie hängen diese Fälle zusammen? Warum wurde Kai so viele Jahre nach der Frau ermordet und was deckte diese auf?

Review

Durch die vielen ausführlichen Beschreibungen kann man sich alles gut vorstellen. Immer wieder merkt man wie die Ermittlerin an ihre Grenzen stößt, denn die Bewohner der Insel sind alles andere als gesprächig. Auch auf die ehemaligen DDR und die Wiedervereinigung wird hier Bezug genommen und wie sich dadurch das Leben der Menschen auf Rügen verändert hatte.

Die Ermittlerin Beccare hat eine wirklich interessante Lebensgeschichte und im ersten Teil der Reihe erfährt man gerade so viel, dass man sich ein ungefähres und gutes Bild von ihr machen kann. Zudem ist sie eine sympathische Ermittlerin.

Im Fokus steht jeder Zeit die Ermittlung, was auch zu einem so kurzweiligen Krimi sehr gut passt, denn alles andere hätte nur gestört. Leider gibt es deswegen auch stellenweise ziemlich viele Verhöre am Stück, was aber ja auch zur Aufklärungsarbeit gehört.
Die Handlung nimmt erst ab der Hälfte an Fahrt auf und ab dann passieren die Dinge quasi Schlag auf Schlag.
Das Ende war jetzt nicht wirklich überraschend, aber da es sich aus dem Handlungsverlauf ergibt passt es definitiv zum Buch. Ich finde es immer schlimm, wenn dann irgendein absolut unlogisches Ende gewählt wird nur um einen wirklich überraschenden Höhepunkt zu kreieren.

Leider sind die meisten Charaktere viel zu stereotypisch und so handeln sie dann meist auch. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht und unvorhersehbare Handlungsweisen gewünscht. So nimmt es dem Ganzen doch ganz schön die Spannung.
Auch sonst gibt es ziemlich wenig Hintergrund- bzw. Nebenhandlung und mir fehlt irgendwie das gewisse Etwas bei dem Großteil der Hauptprotagonisten. Sie sind dann doch sehr blass und erscheinen austauschbar.


Fazit

Hierbei handelt es sich um den 1. Band einer Buchreihe rund um die Ermittlerin Romy Beccare. An sich ist es ein typischer Ostseekrimi, denn die Handlung bleibt durchgehend ruhig und auch die Ostsee an sich spielt eine Rolle. Er trumpft auf jeden Fall mit einer durchweg spannend beschriebenen Handlung auf und kommt dabei ohne bildhaft beschriebene Morde aus.
Ich bin auf jeden Fall gespannt darauf, ob sich der Fokus in den nachfolgenden Bänden nicht doch auf die Hauptprotagonisten verschiebt. Es ist auf jeden Fall mal tatsächlich etwas anderes einen Krimi mit so wenig Nebenhandlung zu lesen und da sticht er wirklich positiv heraus.
Ansonsten ist es auf jeden Fall ein eher leichter Krimi und er eignet sich auch prima für zwischendurch oder für den Urlaub.

Freitag, 16. August 2019

#229 Bücherregal - Am Ende dieses Jahres


TitelAm Ende dieses Jahres
AutorAnja May
Verlagtredition/Biografien&Erinnerungen
Genrehistorischer Roman
Seiten364 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Anton ist 15 Jahre alt, Uhrmacherlehrling und lebt 1945 mit seiner Familie in Schlesien. Dadurch dass die rote Armee langsam zu Schlesien vorrückt wird er wie viele andere in seinem Alter als Wehrmachtshelfer eingezogen um Schützengräben auszuheben. Er wird zusätzlich auch in kürzester Zeit an der Waffe ausgebildet und soll kurz darauf an der Front eingesetzt werden. Dabei war bekannt wie aussichtslos  die Lage dort war und die Soldaten nur zum Sterben hingeschickt wurden. Aus dem Grund beschließt Anton zusammen mit seinem besten Freund Gerhard zu fliehen, denn beide möchten leben.

Review

Die Handlung wird ausschließlich aus der Sicht von Anton erzählt.
Der Schreibstil ist ungewohnt nüchtern und dennoch detailliert, aber trotzdem löst er in einem allerhand Emotionen aus. Einige Szenen sind sehr mitreißend und man möchte einfach, dass sie enden und das am Besten mit einem guten Ende. Auch wenn das noch so abwegig ist zu der Zeit hofft man auf das gute im Menschen.

Es wurde möglichst neutral und wertefrei geschrieben um einem den Wahnsinn dieser Zeit nahezu bringen. Genau das bewundere ich, denn es geht um die Geschichte von ihrem Großvater und wie er als Wehrmachtshelfer und später mit 16 in den Krieg ziehen musste. Und da fällt es ja doch recht schwer das alles so neutral zu erzählen. Wobei das Geschehene für sich spricht und die Taten so grausam sind, dass man sie nicht auch noch mit solchen Adjektiven umschreiben muss.

Auch der Gewissenskonflikt von Anton wird gut dargestellt. Er glaubte nicht an den Endsieg, aber genau diese Meinung durfte er nicht vertreten. Am liebsten würde er bei seiner Familie bleiben um diese vor den Russen zu beschützen. Er wird jedoch als Wehrmachtshelfer eingezogen und muss diese Aufgabe seinen jüngeren Brüdern überlassen. Immer mehr fliehen vor den Russen und als auch seine Familie flieht, hofft er einfach nur noch darauf sie eines Tages lebend in Leipzig anzutreffen.
Der Fokus der Handlung liegt nicht allein auf dem II. Weltkrieg und so bekommt man nicht nur von den Bombenabwürfen oder Panzerangriffen erzählt, sondern auch von Geschichten über Freundschaften und wie so ein Erlebnis Anton und die anderen verändert. Und wie es ist in so einer aussichtslosen Zeit nicht aufzugeben und immer wieder für seine eigenen Werte einzustehen, auch wenn von einem anderes verlangt wird.

Vor allem die Hauptprotagonisten sind mit vielen Details ausgestattet und man lernt sie relativ gut kennen.
Durch die vielen Beschreibungen kann man sich die Umgebung gut vorstellen.


Fazit

Gegen Ende des Krieges wurden auch Kinder bzw. 16 jährige Jungs an die Front geschickt. Oft waren es aussichtlose Schlachten und auch das war sehr vielen bewusst. Wer Fahnenflucht begann wurde gnadenlos erschossen.
Wirklich erschreckend war zudem Antons Begegnung mit den KZ-Häftlingen. Davon hat man schon viel gehört, gesehen und auch gelesen und trotzdem erschreckt es einen immer wieder. Und man muss immer bedenken, dass Anton zu dem Zeitpunkt 15 war, als er mit dieser Grausamkeit konfrontiert wurde.

Hierbei handelt es sich um einen Jugendroman, weshalb viele Szenen alles andere als bildhaft beschrieben sind. Aber ich denke der Roman ist nicht nur etwas für Jugendliche, sondern auch für die Erwachsenen. Es erzählt das alles aus der Sicht eines Jugendlichen und zeigt, dass man das alles nicht vergessen darf. Auch damals gab es kritische Stimme, welche oft mit Gewalt zum Schweigen gebracht wurden.

Beim Lesen hatte ich ganz vergessen, dass es sich hierbei um einen Debütroman handelt.

Mittwoch, 14. August 2019

Lieblingsärgernis




Guten Morgen,

Heute geht es rund um Lieblingsärgernisse(pet peeves) beim Lesen und zwar abgesehen von den üblichen Verdächtigen. Mich ärgert es auch, wenn mich Leute ständig beim Lesen stören und was das Thema Leserillen/Eselsohren/Unterstreichen/Markieren betrifft braucht man mich auch nicht ansprechen. Ansonsten muss man sich auf einen langen Monolog gefasst machen, denn ich finde es gibt nichts schlimmeres als vollgekritzelte Bücher, die obendrein noch Fettflecken haben und sonstige ominöse Flecken. Besonders schlimm finde ich es, wenn man auf diese Bücher in Bibliotheken oder öffentlichen Bücherschränken trifft.

1. Viel zu lange Kapitel

Manche Bücher haben zu kurze Kapitel und andere viel zu lange. Und ich finde es gibt nichts schlimmeres als Kapitel, die gefühlt nie enden wollen. Manche Autoren schaffen es tatsächlich diese auf über 20 Seiten auszudehnen und das obwohl man an mehren Stellen schon längst ein neues Kapitel hätte starten können. Besonders ärgerlich ist es, wenn man das Buch vorm Einschlafen liest und noch ein Kapitel schaffen will, aber die 20 Seiten dann doch zu viel sind.

2. Ständiger Perspektivwechsel

Wenn die Handlung von maximal 3 Charakteren erzählt wird finde ich das vollkommen okay bei einem Schmöker. Jedoch habe ich es auch schon oft erlebt, dass gefühlt jeder Charakter mal ein Kapitel aus seiner Sicht erzählen darf und das war einfach nur total unnötig. Wenn das in Form von Mails oder Textnachrichten passiert ist es ganz okay, aber alles sorgt nur für Verwirrung. So bleiben die einzelnen Charaktere einfach nur unglaublich blass und es bringt ja auch nicht die Handlung weiter. Zumal wird man so ständig aus dem Lesefluss gerissen und muss sich an eine neue Denkweise gewöhnen, was mich auch sehr schnell stört.

3. Viel zu viele Details 

Was mich auch stört sind viel zu lange Beschreibungen und da ist es egal, ob es sich nur um das Aussehen, die Umgebung oder das Essen handelt. Vor allem ärgert es mich wenn genau das alle paar Seiten passiert und die Handlung deshalb zu kurz kommt.

4. Instant-Romantik

Am schlimmsten finde ich wenn die Charaktere sich plötzlich verlieben, obwohl nichts darauf hindeutet. Vor allem wenn es nicht Liebe auf den ersten Blick ist finde ich das total verwirrend.
Was das betrifft finde ich es auch immer schlimm, wenn ein sehr Machtbesessener Charakter mit jemanden zusammen ist und dieser Kontrollwahn als Liebe dargestellt wird. Schlimmstenfalls wird das alles romantisiert und ich finde genau das sollte man als Autor nicht machen. Das ist keine Liebe, das ist ein krankhaftes Verhalten und genau das sollte man auch so darstellen. Leider ist das ein sehe beliebtige Handlung bei den New-Adult-Büchern und es macht mich einfach rasend, dass genau so etwas beliebt ist und es deshalb Menschen auch noch als erstrebenswert ansehen.

5. Zu viel Drama

Kennt ihr diese Bücher in denen eine dramatische Sache nach der anderen passiert? In denen so viel schlechtes passiert, dass der Hauptprotagonist gar nicht mehr auf die Beine kommt(außer am Ende)? Schließlich reicht nicht ein Schicksalsschlag, man muss alles was irgendwie dramatisch klingt nutzen um zu zeigen warum es demjenigen schlecht geht. Und alles liest sich wie eine schlechte Telenovela. So etwas ist für mich erst recht ein Grund entweder das Buch nicht zu Ende zu lesen oder kein weiteres von dem Autor zu kaufen.

6. Psychopath³/Soziopath³

Ich lese ja gerne Psychothriller und auch Bücher aus dem Genre Horror. Da begegnen einem gerne mal ganz abgedrehte Charaktere, die wirklich alle Menschlichkeit verloren haben. Und oft reicht es nicht sie als einfach psychisch krank darzustellen, sie müssen selbst Kapitel erzählen um einen davon zu überzeigen. Diese Kapitel sind dann sehr graphisch und explizit und man erfährt im Detail wie zum Beispiel einer ermordet wurde. Am schlimmsten wird es, wenn es sich so liest wie ein schlechter Fetischroman und dann irgendwer auf der nächsten Seite auch noch Geschlechtsverkehr hat. Ich wünsche mir immer noch, dass so etwas mal im Klappentext auftaucht, schließlich gibt es auch sehr viele Bücher in den Genres in denen nicht seitenweise beschrieben wird wie derjenige ermordet wurde.

7. Unlogische Wendungen/Ende

Ich hasse es einfach wenn Autoren bestimmte Wendungen einbauen nur um einen zu schocken. Und diese passen sich dann Null in den Handlungsverlauf ein und wirken dadurch total deplaziert. Dadurch entstehen dann oft Handlungslücken und man fragt sich ob Seiten fehlen. Und genauso ist es auch mit dem Ende: Es ist total überraschende und es ergibt einfach keinen Sinn.

8. Superkräfte der Hauptprotagonisten

Egal was auf denjenigen zukommt: Er schafft es. Mit schweren Verletzungen quer durch die Stadt rennen? Kein Problem. Und natürlich muss derjenige dabei noch jemanden retten. Ich kann es einfach nicht leiden wenn Menschen Superkräfte angedichtet werden. Es ist doch wohl logisch, dass man mit gewissen Verletzungen eben nicht mehr die halbe Welt retten kann. Vielleicht bin ich was das betrifft zu engstirnig, aber ich hasse es wenn man da zu sehr von der Realität abweicht.

9. Schrift

Wenn das Papier zu dünn ist kann ich ja noch großzügig darüber hinwegsehen, aber muss man die Schriftgröße und den Zeilenabstand extra so klein machen nur um Papier zu sparen? Deshalb lese ich mittlerweile auch gerne eBooks, denn bei manchen Büchern braucht man ja schon fast eine Lupe um was erkennen zu können. Es ist einfach nur anstrengend mehrere Seiten in solchen Büchern zu lesen und ich hasse es, wenn man online ein Buch bestellt und dann so etwas geliefert wird. Wenn ich etwas in der Schriftgröße lesen will dann nehme ich mir ein Telefonbuch oder eine Bibel!
Was mich auch stört ist teilweise die Schriftart. Man könnte auch einfach die Schrift kursiv machen um zu implizieren, dass es sich um etwas handgeschriebenes handelt. Leider nutzen manche schwer lesbare Schriftarten um genau das darzustellen und das nervt dann nach einer Zeit ziemlich. Bei eBooks kann man wenigstens das Ganze noch vergrößern, aber bei Büchern braucht man schon eine Lupe dafür.

10. Preis

Damit will ich nicht die Arbeit eines Autors schlecht reden, schließlich sitzt man an einem Buch schon sehr lange und der Verdienst ist eher mau(außer man landet eine Bestseller). Jedoch finde ich es schon anmaßend wenn ein Buch aus dem Bereich Fiktion 20 € kostet und mal gerade um die 250 Seiten hat. Leider ist das ja oft mittlerweile die Norm und manche gebundenen Bücher kosten ja mittlerweile um die 25 € oder mehr und haben teils echt wenige Seiten. Wenn es ein Schmöker ist finde ich das ja noch okay, aber ansonsten ist es für mich ein klares Argument gegen den Kauf des Buches. Und selbst auf dem eBook-Markt finden sich immer mehr Bücher mit wenigen Seiten und um die 20 €. Natürlich möchte der Autor daran was verdienen und ich finde die Alles-Muss-Extrem-Billig-Sein-Mentalität auch total daneben, aber 20 € sind eine Menge Geld für ein eBook.

Und was für pet peeves habt ihr?

LG

Sonntag, 11. August 2019

#228 Bücherregal - Der Sommer, in dem es zu schneien begann(Kurzrezension)



TitelDer Sommer, in dem es zu schneien begann
AutorLucy Clarke
VerlagPiper Verlag
GenreRoman
Seiten400 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Jackson verunglückt erst wenige Monat nach der Hochzeit beim Angeln tödlich. Eva ist am Boden zerstört und beschließt kurzerhand Jacksons Familie in Tasmanien endlich einmal kennen zu lernen. Doch diese sind absolut nicht über ihren Besuch erfreut und nach und nach erfährt sie die Wahrheit über ihren Ehemann.

Review

Die Handlung ist spannend durch die vielen teils überraschenden Wendungen. Die Kapitel sind eher kurz. Der Hauptteil wird von Eva selbst erzählt und jedes Kapitel enthält einen kurzen Abschnitt aus der Sicht von Jackson in Form von Briefen(?). Die Zeitform ist Präsens, was mich doch sehr irritiert hat.
Über Jackson erfährt man nach und nach alles. Warum hat er gelogen und wer war er wirklich?
Man kann sich alles wegen dem detaillierten und flüssigen Schreibstil gut vorstellen und stellenweise habe ich richtig mitgefiebert.

Leider wird das Ende zu oft angedeutet und dadurch ging auch ein Teil der Spannung verloren.
Warum nimmt Eva es so wenig mit? Müsste sie nicht komplett den Halt verlieren und noch wütender sein? Das Ende fand ich alles andere als glaubwürdig, weshalb ich dem Buch auch keine 4 Sterne geben kann. Mit dem passenden Ende hätte man die Handlung an sich besser nachvollziehen können und so hinterlässt sie leider einen sehr faden Beigeschmack.
Mir war einiges ab einem gewissen Punkt einfach zu viel: Es wurde zu viel verschwiegen und zu viel gelogen(einiges war einfach zu klischeehaft). Oft habe ich einfach nur noch gedacht, kann man dem Ganzen noch mehr die Krone aufsetzen bis es auch der letzte Leser verstanden hat?


Fazit

Was mir vor allem gefallen hat ist, dass der Roman alles andere als kitschig ist. Die Charakterentwicklung ist durchaus nachvollziehbar und nimmt seine Zeit in Anspruch. Ich hätte es vollkommen absurd gefunden, wenn Eva sich urplötzlich in den nächstbesten Mann verliebt hätte.
Um ehrlich zu sein hat mich das wunderschöne Cover(Aufbau, Motiv) zum Kauf bewegt. Die Wellen ziehen sich über die Buchseiten und das sieht man ja eher selten bei Büchern. Die Hauptthemen sind Verrat, Lügen, Geheimnisse und natürlich die Liebe. Das Buch eignet sich prima für zwischendurch. Für mich war es einfach zu banal und stereotypisch.

Freitag, 9. August 2019

#227 Bücherregal - Das Angstexperiment



Titel(Deutsch)Das Angstexperiment
Titel(Englisch)Haunted House
AutorJ.A. Konrath
VerlagEdition M
GenreHorror
Seiten322 Seiten
Meine Bewertung
1,5/5

 Inhalt

Welche Entscheidung würdest du treffen, wenn dir jemand eine Millionen Dollar anbietet? Einigen Personen wird dieses Geld angeboten, da sie sich aufgrund ihrer Traumata für dieses Experiment qualifizieren. Die einzige Bedingung ist, dass sie es eine Nacht in einem speziellen Haus aushalten müssen. In diesem Butler-Haus wurden schon einige Mensch auf grausame Weise ermordet und seit dem soll es dort spuken. Werden sie dieses Experiment meistern können?

Review

Es gibt einen rasanten Handlungsverlauf und dieser wird mit einem einfachen Schreibstil beschrieben.

Leider fehlen Details, weshalb man sich vieles nur sehr schwer vorstellen bzw. überhaut nachvollziehen kann.
Die Handlung ist stellenweise vorhersehbar und auch für einen Splatter zu schlecht bzw. platt. Mich hat jetzt vor allem die Handlung an sich geschockt, da sie einfach alles andere als logisch bzw. realistisch aufgebaut ist. Deshalb kommt auch kaum bzw. gar keine Spannung auf.
Zudem gibt es einfach viel zu viele Charaktere und dadurch verliert man den Überblick. Man kann einfach kein System erkennen und anstatt mich zu fürchten war ich meistens einfach nur verwirrt.
Die Dialoge sind zu konstruiert und ergeben einfach keinen Sinn.
Wieso wurde ausgerechnet dieses Ende gewählt? Es ist einfach nur total unglaubwürdig.

Hier wäre Vorwissen definitiv von Vorteil, ansonsten kann man sich die Personen kaum vorstelle oder sich einen Reim darauf machen, warum sie ständig in Angst leben.



Fazit

Um ehrlich zu sein hatte ich mich nach dem Klappentext wirklich gefreut auf das Buch und war nach dem Lesen einfach nur bitter enttäuscht. Es wurde quasi was ganz anderes versprochen und eigentlich mag ich die Bücher von dem Autor durchaus! Um ehrlich zu sein hatten mich die guten Bewertungen und das Wörtchen "kostenlos" bzw. "ausleihen" dazu verleitet dieses Buch in die Hand zu nehmen. Leider ändert das aber nichts an meiner Enttäuschung und vor allem fand ich zum Beispiel die Bücher "Das Hotel" oder  "Auf der Liste" ganz gut.
Es handelt sich hierbei definitiv mehr um ein simples abschlachten als um richtigen Horror. Die Jumpscares blieben aus und gegruselt hat mich nichts. Während dem Lesen hatte ich mich mehrfach überlegt es einfach abzubrechen und mich anderen Büchern zu widmen. Im Grunde handelt es sich hierbei nur um Werbung für seine restlichen Bücher. Die ausgewählten Charaktere passen einfach einmal gar nicht zusammen und die Handlung war zu konstruiert und es fehlte der natürliche/nachvollziehbare Verlauf. Es gab einfach zu viele absurde Zufälle!

Mittwoch, 7. August 2019

#001 Buch und Film - The hate u give



Hallo,

Wie schon im Beitrag "Lesemonat Juli" angekündigt gibt es ab sofort eine neue Kategorie auf meinem Blog. Normalerweise schaue ich sehr selten Buchverfilmungen, da ich generell selten Filme schauen und ich einfach schon zu oft enttäuscht wurde. Jedoch möchte ich mich noch einmal an Buchverfilmungen wagen und deshalb habe ich mir vorgenommen jetzt öfters diese nach dem Lesen zu schauen. Da ich im Zuge der "TheReadingRush 2019" Aktion "The hate u give" von Angie Thomas gelesen habe, starte ich auch direkt mit dem Buch und dem dazugehörigen Film.

Handlung


Starr ist 16 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Garden Heights. Dort leben viele einkommensschwache Familien afroamerikanischer Herkunft. Ihre Mutter schickt sie und ihre Geschwister auf eine Privatschule mit fast ausschließlich weißen privilegierten Schülern, damit sie so wenig wie möglich mit den Aktivitäten der verschiedenen Gangs in Berührung kommt. Als sie unerlaubterweise eine Pary besucht fallen dort Schüsse und sie flieht mit ihrem besten Freund Khalil. Kurz darauf hält die Polizei die beiden an und der Polizist erschießt kurzerhand Khalil, obwohl dieser vollkommen unbewaffnet war. Starr hat Angst davor die Wahrheit zu sagen, denn der Polizist ist weiß und oft verlaufen in Amerika die Ermittlungen wegen weißer Polizeigewalt gegen die POC im Sand. Sie möchte zudem nicht die Anführer der Gang gegen sich aufbringen, denn scheinbar hatte Khalil für diese gedealt und immer wieder bedrohen diese ihre Familie. Der Fall gerät in den Fokus der Öffentlichkeit und Starr fühlt sich in die Ecke gedrängt. Soll sie sich wirklich für ihren besten Freund einsetzen, obwohl das ihr Leben und das ihrer Familie gefährden würde? Vor allem da solche Ermittlungen meist zu nichts führen?



The hate u give von Angie Thomas, 512 Seiten, cbj Verlag

Man erfährt wirklich viel über die Ghettos in Amerika und wie es ist dort aufzuwachsen und diese Perspektivlosigkeit kennen zu lernen. Und dass manche quasi keine andere Wahl haben als selbst Dealer zu werden, ganz egal wie sie zu dem Thema Drogen stehen. Aber auch das Thema Bandenkrieg wird thematisiert. Und genau diese Themen werden sehr realitätsnah dargestellt, was eine wirklich bedrückende Grundstimmung im gesamten Roman verursacht.

Selbst jetzt noch gibt es viele Schulen in Nordamerika an denen man die Folgen der Segregation deutlich erkennen kann. Obwohl diese schon so viele Jahre her ist hat sich diesbezüglich in einigen Bereichen wenig verändert. So lernt man durch Starr wie es ist eine der wenigen POC an der Schule zu sein und dass sie immer wieder auf ihre Worte und ihr Verhalten achten muss um nicht direkt abgestempelt und in eine Schublade gesteckt zu werden.

Vor allem die Hauptprotagonisten sind sehr vielschichtig und voller Ecken und Kanten. Man kann sie sich gut vorstellen und lernt durch sie viel über die afroamerikanischen Bräuche kennen. Durch die einzelnen Protagonisten merkt man auch wie unterschiedlich die Meinungen zu dem Thema Polizeigewalt in Nordamerika sind und warum manche lieber schweigen.

Als weitere Protagonisten lernt man Hailey und Chris kennen. Hailey steht hier stellvertretend für all die Menschen, die ihre Augen verschließen und Menschen anhand ihrer Hautfarbe verurteilen. Chris ist Starr ihr Freund ich finde die Charakterentwicklung wirklich gut und nachvollziehbar, die er im Laufe der Handlung durchmacht. Solche Menschen sollte es wirklich öfters geben. Die beiden Protagonisten sind sehr klischeehaft, was ich jetzt nicht schlimm finde. Sie sollen halt nur ein großes Problem hervorheben und genau das haben sie auch getan.

Was ich auch positiv fand war die Entwicklung von Starr. Ihre Angst wirkt greifbar und oft fiebert man richtig mit ihr mit und hofft darauf, dass ihre Entscheidung ihr nicht das Leben kosten wird. Sie wächst einem einfach ans Herz und ich möchte es mir gar nicht vorstellen wie es ist, wenn der Kindheitsfreund scheinbar grundlos vor den eigenen Augen erschossen wird. Vor allem anfangs ist sie noch verschreckt, aber genau das wird nach und nach weniger was sehr authentisch wirkt.

Als ich das Buch kaufte hatte ich fest damit gerechnet, dass die Handlung nicht ganz so realistisch dargestellt wird und viele Sachen abgemildert werden für die Zielgruppe(Jugendbuch). Und beim Lesen war ich dann richtig geschockt, denn hier wird nichts geschönt. Hier wird vieles so dargestellt wie es nun einmal ist und genau aus dem Grund musste ich das Buch auch öfters auf Seite legen.
Man liest und hört ja wie oft von der Polizeigewalt in Amerika und dass diese oft nicht bestraft wird. Und genau dieses Thema wird hier thematisiert und was es mit den Menschen macht. Durch den Vorfall kommt es zu Demonstrationen und viele fordern Gerechtigkeit, während der Polizist von Teilen der Medien als Opfer dargestellt wird. Konkret geht es hier um die "weiße" Polizeigewalt gegen POC, die vor allem in Amerika immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Und es ist einfach nur bedrückend zu lesen, dass Eltern ihren Kindern beibringen müssen wie sie sich bei Polizeikontrollen verhalten müssen um eben nicht erschossen zu werden. Auch die Bewegung "Black Live Matters" wird hier aufgegriffen. Es ist einfach unglaublich wichtig, dass genau diese Themen mehr Gehör bekommen und ich hoffe es werden noch viel mehr Menschen dieses Buch lesen oder den dazugehörigen Film gucken. Dem Buch würde ich 5 von 5 Sternen gegeben, da es mich einfach so unglaublich bewegt hat. Es ist einfach erschreckend, dass es solche Vorfälle nach wie vor gibt und viel zu viele darüber schweigen oder sie klein reden.



Twentieth Century Fox Home Entertainment, Spieldauer: 128 Minuten, unter anderem mit Russell Hornsby, Regina Hall, Amandla Stenberg

Nach dem Film habe ich mich tatsächlich gefragt, ob ich das dazugehörige Buch auf dem dieser basiert tatsächlich kurz vorher gelesen habe. Es fehlen einfach unglaublich viele Schlüsselmomente, manches wird überhaupt nicht erklärt und einige Schlüsselmomente sind gar nicht mehr wieder zu erkennen. Man muss ja das Buch nicht 1:1 umsetzen, aber man sollte die Handlung wenigstens grob beibehalten. Vor allem den Handlungsstrang rund um Hailey hätte ich wahrscheinlich ohne das Buch gar nicht verstanden.

Auf mich wirkt es so als hätten sich die Drehbuchautoren nur inspirieren lassen. Vor allem in der letzten halben Stunde fiel mir das auf, dabei hat der Buch doch ein gutes Ende. Das Buch ist halt doch sehr umfangreich und da hätte man sich besser auf einige wenige Schlüsselmomente beschränkt anstatt das was gezeigt wird so abgehakt dazustellen.

Wenn man all das außer Acht lässt, dann ist es letztendlich ein guter und auch sehr wichtiger Film. Er richtet sich vor allem an die Jugend und für einen FSK12-Film hat er es ganz schön in sich. Die Altersfreigabe ist so gewählt, da es für viele Menschen in den USA zum Alltag gehört und genau das wird auch so dargestellt.

Und das ist das wirklich gute an dem Film: Es wird nichts geschönt. Es rutscht nicht ins melodramatische ab um einem klar zu machen wie schlimm so etwas ist. Vieles was gezeigt wird ist genauso schon zu oft geschehen, die Namen ändern sich aber mehr auch nicht. Der Film soll wachrütteln, sensibilisieren. Und er soll vor allem zeigen, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sein sollten, jedoch dieses nicht der Fall ist.

Auch der Kontrast zwischen den beiden Welten in denen sich Starr bewegt wird gut dargestellt. Es ist wirklich erschreckend wie unterschiedlich diese doch sind. Die Rollen sind zudem alle gut besetzt und es wirkt sehr authentisch.

Ich habe den Film auf Englisch gesehen, deshalb kann ich auch nichts zur deutschen Synchronisation sagen. Wenn man kein Problem mit Slang hat(zur Not gibt es ja auch noch Untertitel) würde ich auf alle Fälle zu der Fassung raten.
Alles in allem würde ich dem Film ganze 4 von 5 Punkten geben.


Hat einer von euch schon das Buch gelesen oder den Film gesehen? Was ist eure Meinung dazu? 
Gerne verlinke ich hier eure Rezensionen. 

LG

Sonntag, 4. August 2019

#226 Bücherregal - Apollo(Kurzrezension)


TitelApollo
AutorJack McDevitt
VerlagBastei Lübbe
GenreScience Fiction
Seiten480 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Alex Benedict ist Antiquitätenhändler und stößt im Nachlass von einem Archäologen auf ein NASA-Artefakt. Ihm ist unklar warum dieser Fund nie öffentlich gemacht wurde, weshalb er sich auf die Erde begibt um nach diesem Artefakt zu suchen. Jedoch versucht jemand mit aller Gewalt genau das zu verhindern. Dafür bleibt ihm jedoch nicht viel Zeit, da er sich an einer Rettungsmission von einem Raumschiff beteiligen soll. Dieses Raumschiff befindet sich seit nun mehr 16 Jahren in einer Zeitschleife und taucht nur alle 5 1/2 Jahre für kurze Zeit auf.

Review

Die Handlung ist in einem angenehm flüssig zu lesenden Schreibstil in der Ich-Form verfasst.

Mir fehlt einfach die Spannung und es erschien mehr alles sehr langatmig. Man wartet quasi nur darauf das irgendetwas passiert, jedoch passiert gefühlt nichts. Genau genommen gibt es auch nur zwei Handlungsstränge und damit werden auch einige Handlungsstränge aus vorigen Bänden beendet.  Diese beiden Handlungsstränge hätte man auch viel mehr miteinander verknüpfen müssen.
Es gibt ziemlich viele Wiederholungen und nicht viel neues. Die vielen Beschreibungen wirken trocken, monoton und lassen dadurch nicht wirklich Spannung aufkommen. Die Handlung ist teilweise vorhersehbar und das nimmt dann die Spannung.
Leider erscheinen die Gesellschaft bzw. Kultur nicht sehr anders als unsere jetzige, dabei müssten sie um ein vielfaches weiter sein trotz der Zusammenbrüche von verschieden Gesellschaften und vielem mehr.

Für mich erschienen Chase und Alex nicht enthusiastisch genug. Selbst wenn sie was gefunden hatten haben sie sich kaum darüber gefreut.

Fazit

Hierbei handelt es sich um den 7. Band einer Reihe und es wäre schon Vorteil die vorigen Bände gelesen haben zu haben. Es gibt keine hard-SF-Action, das heißt es gibt kein Hauptaugenmerk auf Technik, Wissenschaft an sich und keine detaillierten Beschreibungen von diesen. Obwohl das Buch Teil der Alex Benedict Reihe ist, tauch dieser kaum auf. Stattdessen spielt die Assistentin Chase eine sehr große Rolle.

Freitag, 2. August 2019

#225 Bücherregal - 40 Stunden



Quelle(Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG) 

Titel40 Stunden
AutorKathrin Lange
VerlagBlanvalet
GenreThriller
Seiten416 Seiten
Meine Bewertung
4/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

Inhalt

Faris Iskander arbeitet der SERV, einer Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen und wurde aufgrund einer Auseinandersetzung mit einem Neonazi vom Dienst suspendiert. Jedoch wird er von jemanden angerufen, der ihm 40 Stunden Zeit lässt den Mann zu finden, der sich an einem Kreuz genagelt irgendwo in Berlin befindet. Schafft er es nicht werden überall in der Stadt Bomben detonieren. Zeitgleich findet in Berlin der gut besuchte ökumenische Kirchentag statt.


Review

Man wird quasi aufgrund des fehlenden Vorgeplänkels direkt ins eiskalte Wasser gestoßen, denn die Handlung beginnt mit dem ersten Anruf des Erpressers. Das Handlungstempo war von Anfang an somit sehr hoch und war somit passend zum Genre Thriller ohne dabei abgehakt zu wirken. Die Übergänge sind fließend und es fiel mir leicht dem Geschehen zu folgen.

Ab ungefähr der Hälfte des Buches konnte ich einfach nicht mehr mit dem Lesen aufhören so hatte es mich gefesselt. Allein wegen der kleinen Cliffhanger am Ende von den einzelnen Kapitel konnte ich das Buch kaum auf Seite legen. Als ich es dann fertig gelesen hatte war ich richtig enttäuscht darüber, dass es schon um war dabei ist es mit 416 Seiten alles andere als ein kurzweiliger Thriller. Ich würde noch gerne viel mehr Bücher über ihn lesen und mittlerweile gibt es ja 2 Folgebände, die ich auch schon gelesen und für sehr gut empfunden habe.

Der Hauptprotagonist ist Faris Iskander, ein Ermittler mit Ecken und Kanten und einer der sich nicht immer an Vorschriften hält. Ich hatte die ganze Zeit beim Lesen ein klares Bild von ihm vor Augen und er ist mir richtig ans Herz gewachsen. Er hat immer noch an einem Fall zu knabbern, der länger zurück liegt und genau das wurde gut umgesetzt. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen und alles erscheint in sich schlüssig.

Eigentlich mag ich es ja nicht so, wenn es bei einem Thriller viel Nebenhandlung gibt. Aber hier wird diese oft genutzt um die Charaktere näher zu beschreiben und Hinweise zu streuen. So wirkten vor allem die Hauptprotagonisten greifbar. Zudem hilft einem der bildhafte Schreibstil dabei sich in der Handlung und somit auch an den Orten zurecht zu finden.

Mich hat der Handlungsstrang rund um Pia und Jenny komplett in die Irre geleitet. Ständig habe ich darauf gewartet, dass der irgendwann auf die anderen Handlungsstränge trifft und es somit zu irgendeiner Interaktion kommt. Dem ist leider nicht so und es hätte dem Buch auch nicht geschadet, wenn man ihn komplett weg gelassen hätte. Genauso verhält es sich rund um den Handlungsstrang mit der Pfarrerin, außer dieser wird in nachfolgenden Bänden noch einmal aufgegriffen.

Vor allem überrascht hat mich das Ende, denn genau die Person hatte ich als Täter überhaupt nicht auf den Schirm. Die Auflösung klingt mir zwar ein bisschen zu konstruiert und weit hergeholt, aber sie wurde gut erklärt bzw. in die Handlung eingebunden. Hier hatte ich mir einfach ein logischeres Ende gewünscht. Zudem gibt es auch einige klare Anhaltspunkte warum er definitiv nicht der Täter sein kann.


Fazit

Hier wird ein nach wie vor sehr aktuelles Thema aufgegriffen und es wird realistisch umgesetzt. Allein aus dem Grund ist er nichts für Zartbesaitete. Zudem spielt die Handlung in Berlin, was das alles noch realistischer wirken lässt immerhin fand dort 2003 es erste Mal ein ökumenischer Kirchentag statt. Die Grundstimmung war durchgehend düster und bedrohlich und man hat die ganze Zeit Angst davor, dass noch eine Bombe hochgehen könnte wegen der Unberechenbarkeit des Täters. Es geht hier um christlichen Fundamentalismus,  auch wenn man eventuell was anderes vermutet.

Aber nicht nur das wird thematisiert, sondern auch der Alltagsrassismus den Faris immer wieder erlebt wird zur Sprache gebracht. Denn nicht nur seine Vorgesetzte misstraut ihm aufgrund seiner Herkunft, sondern auch andere begegnen ihm immer wieder mit Abneigung.


Booktalk zu "Gotteslüge"(Teil 2 der Faris Iskander Reihe)
Rezension zu "Ohne Ausweg"(Teil 3 der Faris Iskander Reihe)

Mittwoch, 31. Juli 2019

Lesemonat Juli


Guten Morgen :)

Hier ist mein Lesemonat Juni und ein kleiner Rückblick.

Für meinen Blog habe ich insgesamt 10.374 Wörter geschrieben und für meine Fanfictions ganze 6.008 Wörter was ganze 529 Wörter pro Tag macht.
  1. Ende gut, alles gut! von Thomas Herzberg, 211 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  2. Die Öko-Challenge von Komplett-Media, 176 Seiten, 4/5 Sternen, Booktalk
  3. Selfies vom Mond von André Nagerski, 123 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  4. Der Tote im Strandkorb von Anna Johannsen, 284 Seiten, 2,5/5 Sternen, Rezension
  5. Wenn nicht jetzt, wann dann von Harald Lesch, 369 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  6. To Kill a Mockingbird von Harper Lee, 324 Seiten, 4,5/5 Sternen, Booktalk
  7. Mörderinnen von Veikko Bartel, 240 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  8. Nur eine Ewigkeit mit dir von Kristina Moninger, 300 Seiten, 3/5 Sternen
  9. Retribution Ridge von Anna Willett, 232 Seiten, 1,5/5 Sternen, Rezension
  10. Rabenschwarze Intelligenz von Josef H. Reichhoff, 256 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  11. Watership Down von Richard Adams, 485 Seiten, 5/5 Sternen, Booktalk
  12. Unbarmherzig von Markus Kleinknecht, 424 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  13. Brainspam von Torsten Sträter, 191 Seiten, 3/5 Sternen, keine Rezension
  14. Wie ich vom Weg abkam um nicht auf der Strecke zu bleiben von Eduard Freundlinger, 276 Seiten, 3,5/5 Sternen
  15. Solange die Hoffnung uns gehört von Linda Winterberg, 471 Seiten, 5/5 Sternen, Booktalk
  16. One perfect lie - Der Schein trügt von Lisa Scottoline, 412 Seiten, 2/5 Sternen, Rezension
  17. Das Blut der Hirsche von Mons Kallentoft und Markus Lutteman, 397 Seiten, 4,5/5 Sternen Rezension
  18. Mörder von Veikko Bartel, 256 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  19. In all den Jahren von Barbara Leciejewski, 449 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  20. Weil mein Herz dich ruft von Jennifer Waschke, 269 Seiten, 4,5/5 Sternen, Rezension
  21. Apocalypse Z von Manel Loureiro, 397 Seiten, 3/5 Sternen
  22. Du bringst mein Leben so schön durcheinander von Claire Christian, 320 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  23. Papst Franziskus von Michael Hesemann, 321 Seiten, 4/5 Sternen
  24. Gier von Marc Elsberg, 448 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  25. Mit allen Mitteln von Jens Bühler, 366 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  26. Universum für Neugierige von Harald Lesch, 258 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  27. Die Stille vor dem Tod von Cody McFadyen, 481 Seiten, 3/5 Sternen, Booktalk
  28. Der Präsident von Sam Bourne, 480 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  29. Savage moon von Cris Simms, 418 Seiten, 3/5 Sternen
  30. Wie Gräser im Wind von Ella Zeiss, 383 Seiten, 5/5 Sternen, Booktalk
  31. Freak the Mighty von Rodman Philbrick, 192 Seiten, 4,5/5Sternen, Rezension
  32. Von Hoffnung getragen von Ella Zeiss, 416 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  33. Unauthored letters von Tara C. Allred, 392 Seiten, 1,5/5 Sternen
  34. Who the fuck is dracula? von Sebastian Wotschke, 78 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  35. Terms of use von Scott Allan Morrison, 384 Seiten, 3/5 Sternen
  36. Am Ende des Jahres von Anja May, 364 Seiten, 4/5 Sternen
  37. Die Angst schläft nie von Rachel Caine, 381 Seiten, 3/5 Sternen, Rezension
  38. Suitcase Girl von Ty Hutchinson, 344 Seiten, 1/5 Sternen
  39. Die Einkaufsrevolution von Tanja Busse, 320 Seiten, 4/5 Sternen, Booktalk
  40. Hannah und ihre Brüder von Ronald H. Balson, 476 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  41. Nachts schweigt das Meer von Kate Penrose, 464 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  42. Dry von Neal und Jarrod Shustermann, 448 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  43. Dünenblut von Sven Koch, 352 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  44. Dschungel von Friedemann Karig, 383 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  45. Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte von Anne Freytag, 448 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  46. Juister Mohn von Elke Bergsman und Anna Johannsen, 287 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  47. Hostile Witness von Rebecca Forster, 420 Seiten, 2,5/5 Sternen
  48. Hafenmord von Katharina Peters, 316 Seiten, 3/5 Sternen
  49. The Victims' Club von Jeffery Deavers, 45 Seiten, 3/5 Sternen, keine Rezension
  50. Die Straße des Siegers von Osmar White, 304 Seiten, 3/5 Sternen, keine Rezension
  51. Pata Negra von Eduard Freundlinger, 432 Seiten, 3/5 Sternen, keine Rezension
  52. Bookless von Marah Woolf, 312 Seiten, 3,5/5 Sternen
  53. Der Mann auf der Hallig von Anna Johannsen, 303 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  54. Shining von Stephen King, 625 Seiten, 5/5 Sternen, Booktalk
  55. When the water runs out von David Canford, 316 Seiten, 2,5/5 Sternen
  56. Träume aus Silber von Mina Baites, 306 Seiten, 3,5/5 Sternen
  57. Jenseits von Schwarz von Lucie Flebbe, 288 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  58. Küstenstill von Elias Haller, 380 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  59. After: The shock von Scott Nicholson, 296 Seiten, 2/5 Sternen
  60. Bauernschädel von Stefan K. Heider, 252 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  61. Rache und Roter Schnee von Elias Haller, 394 Seiten, 3,5/5 Sternen
  62. Das Weinen der Kinder von Arne M. Boehler, 352 Seiten, 4,5/5 Sternen, Rezension
  63. Steht auf, auch wenn ihr nicht könnt! von Maximilian Dorner, 4/5 Sternen, 192 Seiten, Rezension
  64. Mondprinzessin von Ava Reed, 252 Seiten, 1,5/5 Sternen
  65. The hate u give von Angie Thomas, 528 Seiten, 5/5 Sternen
  66. 40 Stunden von Kathrin Lange, 416 Seiten, 4/5 Sternen
  67. Pitti auf hoher See von Bianca Dennemark, 175 Seiten, 3,5/5 Sternen, Rezension
  68. The perfect roommate von Minka Kent, 258 Seiten, 1/5 Sternen
  69. Die ferne Hoffnung von Ellin Carsta, 362 Seiten, 3/5 Sternen

Insgesamt 23.272 von 26.250 Seiten und 69 von 75 Büchern, 342 Seiten/Buch

Januar: 11 Bücher, 3.000 Seiten, 273 Seiten/Buch
Februar: 9 Bücher, 3.145 Seiten, 350 Seiten/Buch
März: 8 Bücher, 3.071 Seiten, 384 Seiten/Buch
April: 9 Bücher, 3.008 Seiten, 335 Seiten/Buch
Mai: 9 Bücher, 3.523 Seiten, 392 Seiten/Buch
Juni: 9 Bücher, 3.073 Seiten, 342 Seiten/Buch
Juli: 14 Bücher, 4.452 Seiten, 318 Seiten/Buch

Genre
Dystopie: 3
Fantasy: 2
Historischer Roman: 7
Horror: 1
Humor: 2
Klassiker: 2
Krimi: 11
Mystery: 2
Psychothriller: 6
Roman: 8
Sachbuch: 9
Science-Fiction: 1
Thriller: 13
True Crime: 2

Neuzugang
Abgeschnitten von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos
Morgen ist leider auch noch ein Tag von Tobi Katze

Rezensionsexemplare
Jenseits von Schwarz von Lucie Flebbe, 288 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
Bauernschädel von Stefan K. Heider, 252 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
Das Weinen der Kinder von Arne M. Boehler, 352 Seiten, 4,5/5 Sternen, Rezension
Steht auf, auch wenn ihr nicht könnt! von Maximilian Dorner, 192 Seiten, Rezension
Pitti auf hoher See von Bianca Dennemark, 175 Seiten, 3,5/5 Sternen, Rezension
40 Stunden von Kathrin Lange, 4 Sterne
Noch einmal vielen Dank dafür ♥

Lese ich gerade:
Das Paulusevangelium von Wolfgang Hohlbein
Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King


Auf meinem SuB befinden sich noch um die 5 Bücher und 10 ebooks. Er ist also immer noch sehr überschaubar.

Meine persönliches Highlight war:
Küstenstill von Elias Haller
The hate u give von Angie Thomas

Enttäuscht war ich von: 
The perfect Roommate von Minka Kent.


Wie auf Twitter angekündigt gibt es hier Kurzrezensionen zu den einzelnen Bücher, die ich für den ReadingRush 2019 gelesen habe. Mein Ziel war es 7 Bücher innerhalb von 7 Tagen zu lesen und ich bin wirklich stolz darauf es geschafft zu haben. Eigentlich lese ich ja pro Woche nur 1-2 Bücher und somit auch nur 3.000 Seiten im Monat. Jetzt waren es ganze 2.382 Seiten innerhalb einer Woche! Dieses Tempo beizubehalten ist jetzt nicht mein Ziel, da ich dafür dann weniger Zeit für Malen und Schreiben hätte und die beiden Hobbies sind einfach enorm wichtig für mich. Zudem würde es wahrscheinlich meinen Geldbeutel sprengen, wenn ich immer 14 Bücher im Monat lesen würde. Die 9 Bücher schaffe ich meist aus den Büchern von meinem SuB, dem öffentlichen Bücherschrank, der Ausleihe und den zahlreichen Newslettern(kostenlose/reduzierte eBooks) zusammen zustellen.

Buch Nr. 1: Die Rezension von "Steht auf, auch wenn ihr nicht könnt!" von Maximilian Dorner ist ja schon längst online, deshalb verweise ich einfach einmal darauf. Zusammen fassen möchte ich noch zu dem Buch schreiben, dass es mich dazu motiviert hat mich wieder mehr mit den positiven Seiten meiner Behinderung zu befassen nach dem mich das letzte Jahr doch ziemlich in ein Loch gestoßen haben. Es ist einfach so wichtig sich für seine Rechte einzusetzen und vor allem die Behinderung nicht zu seinem Leben zu machen! Aber auch für Menschen ohne Behinderung ist dieses Buch enorm wichtig, denn ungefähr 2/3 der Schwerbehinderten haben diese Behinderung im Laufe ihres Lebens erworben und es kann einfach jeden treffen.

Buch Nr. 2: Ich hatte mich ja unglaublich auf "Mondprinzessin" von Ava Reed gefreut und als ich es dann gelesen hatte war ich maßlos enttäuscht. Für das Buch brauchte ich mehrere Anläufe, denn so wirklich gepackt hatte mich die Handlung nicht. Und leider nimmt die Qualität rapide ab, weshalb ich auch nur 1,5 von 5 Sternen vergeben kann. Es wirkt halt oft so wie ein Zettel voller schöner Szenen, die aber absolut zusammenhanglos nieder geschrieben wurden. Lediglich die Idee hinter dem Buch hat mir gefallen, den genau aus dem Grund hatte ich es mir ausgeliehen.

Buch Nr. 3: Zu dem Buch "The hate u give" von Angie Thomas folgt noch ein sehr ausführlicher Booktalk in dem ich auch den Film dazu bewerte. Ich kann auf jeden Fall schon einmal so viel dazu verraten, dass mich das Buch einfach nur von den Socken gehauen hat. Es nimmt Bezug auf die "Black Live Matters" Bewegung in den USA und auf die dort herrschende "weiße" Polizeigewalt. Hierzu passende Worte für eine Kurzrezension zu finden fällt mir unglaublich schwer, denn das Buch kann man nicht "nur" kurz rezensieren. Es stimmt nachdenklich, es wühlt auf und es macht wütend. Und genau das soll es auch. Es ist einfach nicht fair, dass manche Menschen weniger wert sind aufgrund ihrer Hautfarbe und deshalb keinen fairen Gerichtsprozess erwarten können.

Buch Nr. 4: Dann habe ich noch "40 Stunden" von Kathrin Lange gelesen. Dieses Buch stand wirklich lange auf meiner Wunschliste und da war ich schon froh darüber es als Rezensionsexemplar lesen zu können. Ich liebe die Buchreihe rund um Faris Iskander und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Es ist das 1. Buch der Reihe und der 1. Thriller der Autorin und das merkt man auch. Trotzdem hat es mich gut unterhalten und am liebsten würde ich die Reihe noch einmal lesen.

Buch Nr. 5: Dann habe ich noch "Pitti auf hoher See" von Bianca Dennemark gelesen und hier ist die Rezension dazu. Es ist ein guter und auch typischer Cosy-Krimi für zwischendurch. Viel mehr kann ich dazu nicht schreiben, da ja schon die Rezension eine Kurzrezension war.

Buch Nr. 6:
Und die große Enttäuschung war "The perfect Roommate" von Minka Kent. Wenn ich dafür eine Rezension schreiben müsste, dann wäre es ganz klar als Verriss zu kennzeichnen und das möchte ich einfach nicht. Ich frage mich ernsthaft was das Buch aussagen soll? Wo ist die Logik und warum hat es so eine gute Bewertung? Auf das Buch hatte mich ein Newsletter aufmerksam gemacht und da es kostenlos war, hatte ich es mir auch herunter geladen. Letztendlich habe ich es nur wegen dem ReadingRush zu Ende gelesen und ich bereue es.

Buch Nr. 7: Das war "Die ferne Hoffnung" von Ellin Carsta und ich bin mir noch uneins, ob ich dem Roman überhaupt 3 Sterne geben kann. Ich hatte es mir aufgrund der guten Bewertung ausgeliehen und weil ich einfach auch mehr historische Romane lesen möchte. Ich fand das alles doch zu vorsehbar und manche Themen wurden viel zu oberflächlich behandelt. Zu der Zeit war es vieles noch ein Riesenskandal, was heute nur noch kurz für Aufsehen sorgt. Leider wird das völlig übergangen, das alles unrealistisch macht.

Habt ihr auch daran teilgenommen? Oder findet ihr solche Aktionen total überflüssig? Mich hat es dazu motiviert wieder etwas mehr Querbeet zu lesen.

Bei der 'Goodreads Summer Reading Challenge' habe ich mittlerweile 14 von 21 Punkten. Da sie noch bis Ende September geht lasse ich mir Zeit.

Der Epilog für "Spiel der Liebe" ist mittlerweile fertig und auch schon längst hoch geladen. Wirklich zufrieden bin ich nicht, aber das war von vorne herein klar. Mich hat die FF durch sehr viele Höhen und Tiefen begleitet und es war einfach nur ein Mittel um einmal ein paar Stunden am Tag der Realität zu entfliehen. Da steckt sehr viel Herzblut drinnen und da ein gutes Ende zu finden ist wahrscheinlich unmöglich.

Viele Grüße

Sonntag, 28. Juli 2019

#224 Bücherregal - Pitti auf hoher See(Kurzrezension)






TitelPitti auf hoher See
AutorBianca Dennemark
VerlagIndependently Published
GenreCosy-Krimi/Wohlfühlkrimi
Seiten175 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares über das Portal https://rezi-suche.de/



 Inhalt

Während Pitti sich wie die anderen Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff Erholung gönnt geschieht ein Mord. Sofort geraten alle unter Mordverdacht, denn der Täter kann nur einer von ihnen. Pitti hat nur wenig Zeit bis das Schiff anlegen wird und der Täter flüchten kann. Zu allem dem kommt auch noch der Umstand hinzu, dass jederzeit wieder einer ermordet werden könnte und sie mitunter die ganze Zeit den falschen Mann verdächtigen.

Review

Die Idee hinter der Handlung ist ja an sich nichts neues. Es stirbt jemand auf dem Kreuzfahrtschiff und als Täter kommen nur die Personen auf dem Schiff in Frage. Folglich ist es auch nur ein Frage der Zeit bis die beiden Ermittler auf den Mörder stoßen.

Während dem Lesen hatte ich an manchen Stellen ganz vergessen, dass es sich um einen Krimi handelt. Durch die Atmosphäre an diesem Schiff und der einzelnen Gespräche musste ich die ganze Zeit an einen Roman denken. Irgendwann stehen natürlich die Ermittlungen im Vordergrund, aber bis zum Mord ist es ein klassischer Roman.

Man erfährt gerade so viel wie nötig über die einzelnen Charaktere, was ja recht typisch für das Genre ist. Zudem gibt es davon relativ wenige, so dass man gut den Überblick behalten kann. Und von denen stehen einige unter dringenden Tatverdacht, was die Spannung erhöht.

Was mich etwas gestört hat war die Auflösung. Allein was die Möglichkeiten an Bord angeht und wie schnell dann eins zum anderen kam war mir zu unrealistisch. So etwas wie Todeszeitpunktbestimmung ist ja doch etwas sehr spezielles und auch Labore können nicht blitzschnell arbeiten. Manche Tests brauchen ihre Zeit und da kann sich derjenige noch so beeilen. Natürlich ist das hier alles nur Fiktion, aber mich stört so etwas einfach. Zudem wirkt das Ende so ziemlich abgehakt bzw. gehetzt, was schade ist.



Fazit

Das Buch enthält alles was man sich von einem Wohlfühlkrimi erhofft. Es gleicht mit dem langsamen Erzähltempo einem Roman, die Figuren und deren Beziehungen untereinander stehen im Vordergrund und selbst die Tatorte werden nur oberflächlich beschrieben.
Zudem hat es man es mit seinen 175 Seiten schnell durch gelesen und somit eignet es sich prima für zwischendurch.

Hierbei handelt es sich um ein Erstlingswerk, was man auch an den Übergängen, dem viel zu flachen Spannungsbogen und Dialogen merkt.

Freitag, 26. Juli 2019

#223 Bücherregal - Steht auf, auch wenn ihr nicht könnt!


Quelle(Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG) 

TitelSteht auf, auch wenn ihr nicht könnt!
AutorMaximilian Dorner
Verlagbtb Verlag
GenreSachbuch
Seiten192 Seiten
Meine Bewertung
4/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

Inhalt

Aufgrund einer Nervenkrankheit ist der Autor seit nun mehr 10 Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. Und immer wieder muss er feststellen, was es heißt eben nicht mehr so zu funktionieren wie es gewünscht ist von der Gesellschaft. Denn nicht nur die Behinderung behindert einen, sondern auch andere behindern einen und sei es nur durch die auf sich warten lassende Reparatur eines Liftes am Bahnhof. Für ihn bedeutet Behinderung Rebellion und hier in diesem Buch beleuchtet er warum er eine andere Form des Aufstandes möchte.


Review

Es gibt ein ganzes Kapitel rund um das Thema Inklusion. Der Autor ist kein großer Fan davon und das merkt man beim Lesen immer wieder. Auch die Behindertenrechtskonvention kritisiert und hebt immer wider hervor warum er beides als problematisch ansieht. Es werden etliche Argumente angebracht und auch begründet warum die Inklusion so wie sie momentan stattfindet nicht funktionieren kann und wie man es eventuell besser machen kann. Zudem ist es ja allgemein bekannt, dass meist Nichtbehinderte über Behinderte entscheiden und da mitunter dann "nur" finanzielle Interessen im Vordergrund stehen.

Vor allem das Kapitel rund um das Thema Kurswechsel hat mir gefallen und Mut gemacht. Es zeigt wie sehr es einen lähmt, wenn man sich nur noch darauf fixiert was man eben nicht mehr kann. Vor allem von anderen bekommt man gerne genau das vorgehalten und die wollen dann auch nicht hören, dass man ja nach wie vor andere Sachen machen kann. Und wenn man sich genau von solchen Worten verunsichern lässt verliert man ganz schnell die Hoffnung. Dabei ist es so wichtig eine Behinderung auch als Möglichkeit zu sehen, auch wenn diese Einsicht erst mit der Zeit kommt und anfangs wie eine total zynische und bittere Bemerkung denkt. Genau das wird in diesem Kapitel hervorgehoben.

Der Autor erläutert auch ausführlich wie er sich die Rebellion konkret vorstellt und verfasst eine Art Manifest, was er am Ende des Kapitels selbst verwirft.

Aber auch Themen wie Alltagsdiskriminierung und das leidige Thema der Behindertenwerkstatt oder der Euthanasie(Ermordung von behinderten Menschen während des II. Weltkrieges) werden aufgegriffen. Leider sind das genau die Themen über die viel zu wenig gesprochen wird, auch wenn das Thema Behindertenwerkstatt durch ein paar wenige Skandale Schlagzeilen machte. Und genauso ist es mit der Euthanasie während des II. Weltkrieges, vielen ist genau das Thema nicht geläufig oder sie verdrängen, dass es erst wenige Jahrzehnte her ist.

Und es wird immer wieder betont, dass im Grunde gar nicht über den Großteil der Menschen mit Behinderung gesprochen wird: Alte mit Behinderungen. Denn Inklusion wird oft nur auf Schulen begrenzt, dabei machen Kinder mit Behinderungen nur einen kleinen Teil aus.

Oft nimmt der Autor kleine Anekdoten um zu verdeutlichen wie er manche Aussagen meint. Auf diese Weise bringt er einem auch Nahe warum Menschen mit Behinderungen oft nicht den direkten Weg nehmen können und für alles länger brauchen. Oder warum eine Behinderung mit höheren Lebenshaltungskosten verbunden ist.

Was ich auch bemerkenswert fand ist der Abschnitt über all die Sachen, die man aufgrund einer Behinderung bekommt. Leider gibt es eine handvoll Menschen, die das System gnadenlos ausnutzen und sich quasi daran bereichern. Da werden Pflegemittel oder andere Hilfsmittel beantragt, nur weil sie einem zustehen und nicht weil man sie benötigt. Ich finde es sollte viel öfters darüber geredet werden, dass dieser Topf an Geldern begrenzt ist und man denen den Vortritt lassen sollte, die es wirklich brauchen.



Fazit

Das Buch ist recht kurzweilig und man hat es schnell durch gelesen. Es regt zum Nachdenken an und man fühlt sich nicht mehr so alleine. Der Autor berichtet mit viel Selbstironie wie es für ihn ist mit einer Behinderung zu leben und wie sehr diese einen einschränkt. Er ruft auch immer wieder dazu auf sich mit dem Thema auseinander zusetzen, denn ungefähr 1/10 der Bevölkerung sind schwerbehindert und somit betrifft es nicht nur kleinen Teil. Zudem haben davon ungefähr 2/3 eine erworbene Behinderung und bei vielen ist diese erst im Alter gekommen! Leider wird sich viel zu wenig um genau diese Altersgruppe bemüht.

Mittwoch, 24. Juli 2019

#003 Comic - Heroes in Crisis







TitelHeroes in Crisus
AutorStory: Tom King
VerlagDC Comics(Deutschland: Panini Verlags GmbH)
GenreSuperhelden
FormatSoftcover
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Zusammen mit Wonder Woman und Superman ermittelt Batman mehrere Morde an Superhelden. Scheinbar sind diese vollkommen wahllos geschehen und ohne erkennbaren Grund. All die Morde geschahen im "Sanctuary", an dem Ort an denen sich die Superhelden Hilfe für ihre Posttraumatische Belastungsstörung versprachen.

Rezensionen

#1 Heft: 

Zeichner: Clay Mann
Seiten: 32

Der Zeichenstil ist einfach phänomenal und ich finde es einfach faszinierend wie realistisch alles gezeichnet wurde. Auch die Schattierungen sind wunderschön und oft habe ich mir echt viel Zeit genommen beim Lesen um mir die Zeichnungen anzugucken. Es ist einfach alles in sich stimmig und passend zum Thema sind auch die Farben alles andere knallig. Und es erinnert mich alles an colorierte Skizzen, was allein auch an dem Lineart liegt. Die Panels sind recht schlicht und stecken doch voller Details. Sie stecken einfach voller Emotionen und ohne die Sprechblasen lesen zu müssen weiß man eigentlich schon was für eine Grundstimmung vorherrscht, Chapeau an dieser Stelle für den Zeichner(und alle die mit an den Zeichnungen herumgewerkelt haben)!

Hier dran hatte ich von Anfang an großes Interesse, schließlich geht es um eine doch sehr wichtige Frage. Wie gut kommen die Superhelden mit ihrem Job klar, wenn sie gerade eben kein Superheld sind? Wie gut wurde das Thema Posttraumatische Belastungsstörung dargestellt, schließlich gibt es was das betrifft schon genug schlechte Beispiele. Im 1. Teil spielt das Thema PTBS keine große Rolle was ich großartig finde. Es ist halt da und beeinflusst die Superhelden, aber der Fokus liegt nicht darauf.

Immer wieder stellen sich einzelne Superhelden vor und man erfährt warum sie im Sanctuary sind. Das sind so kleine Einschübe, die aber finde ich gut in den Handlungsverlauf passen.
Was da im Sanctuary selbst passiert ist wird von Harley Quinn und Booster Gold rückblickend erzählt. So wirklich viel erfährt man noch nicht, aber es ist ja auch erst der erste Teil der Reihe. Man sieht immer wieder ermordete Superhelden und allein all das Blut zeigt wie brutal der Kampf wohl abgelaufen sein muss.

So wirklich weiß ich noch nicht wie ich zu der Reihe stehe, schließlich macht einiges keinen Sinn bezüglich mancher Charaktere. Warum überleben Harley Quinn und Booster Gold und andere sterben, obwohl sie doch eigentlich viel mächtiger sind als die beiden? Zudem geht es um Tod einiger Superhelden, die ich noch nie zuvor irgendwo gesehen habe und dabei habe ich schon einige Comicreihen gelesen. Wobei das Universum der Superhelden ja wirklich groß ist und da ist es wahrscheinlich auch normal nicht alle zu kennen.

Die Zeichnungen haben mich umgehauen, aber reicht das wirklich aus um eine gute Reihe zu kreieren, wenn es bei der Handlung solche Logikfehler gibt? Bisher würde ich dem Ganzen  3 von 5 Sternen geben, weil bisher nur lauter Fragen in meinem Kopf bezüglich der Handlung sind. Den Zeichnungen gebe ich ganz klar 5 von 5 Sternen, denn da gefällt mir vom Cover bis zu den einzelnen Seiten nahezu alles. Der Zeichner hat es einfach drauf und stellt hier auch mal wieder sein Können unter Beweis.



#2 Heft:

Zeichner: Clay Mann
Seiten: 32

Die Zeichnungen sind mal wieder klasse und oft habe ich mich dabei erwischt, wie ich manch ein Panel zu lange im Detail erforscht habe. Mich faszinieren einfach solche Zeichnungen, die so realistisch erscheinen und doch ganz klar Comiczeichnungen sind. Auch die Zeichnungen Travis Moore fügen sich prima in dem Ganzen ein und man merkt kaum, dass der Zeichner kurzfristig gewechselt wurde.

Was die Handlung betrifft passiert nicht so wirklich viel und all das dient dazu um den Weg zu ebnen. Es bleibt einfach vieles unklar und ich habe gefühlt jetzt noch mehr Fragezeichen im Kopf, schließlich wird in dem Teil absolut gar nichts geklärt. Die Szene mit Harley Quinn ist wirklich witzig und auch der Auftritt von Flash ist lustig, aber irgendwie fehlt es an etwas. Der 1. Teil ist spannend, brutal und düster. Und der 2. Teil irgendwie nur lustig, verwirrend und es fühlt sich ein wenig deplatziert an.

Trotzdem möchte ich der Reihe eine Chance geben, schließlich gibt es manchmal Längen und dafür gefallen mir einfach die Zeichnungen und die Idee dahinter zu gut.

#3 Heft:

Zeichner: Lee Weeks
Seiten: 32

Dieses Mal geht es um Wally West, Lagoon und Booster Gold und deren Vergangenheit. Zudem erfährt man wie lange die einzelnen Superhelden im Sanctuary waren. Vor allem der Teil mit Wally hat mir gefallen, denn er ist wirklich gut umgesetzt. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie schwer der Verlust der Familie wiegt. Man merkt halt, dass das alles trotz der Fähigkeiten Menschen sind und sie somit genauso mit Verlusten zu kämpfen haben wie jeder andere auch. Die Superhelden menscheln sozusagen und das ist auch gut so.

So wirklich viel erfährt man wieder einmal nicht, aber es werden ein paar Hinweise gestreut. Ich bin auf jeden Fall gespannt darauf wie es weiter geht, denn wir nähern uns langsam dem Höhepunkt.
Die Zeichnungen sind mal wieder spitze und haben die Stimmung wieder einmal perfekt wiedergespiegelt. Vor allem manche Szenen wirken sehr bedrückend und traurig.

#4 Heft:

Zeichner: Clay Mann
Seiten: 32

Mir hat der Teil wirklich gut gefallen, auch wenn wieder einmal nicht viel passiert. Die Szene zwischen Batgirl und Harley Quinn ist wirklich gut ausgearbeitet. Auch wenn es mich etwas genervt hat, dass man immer wieder nur stückchenweise etwas erfährt und das alles durch die vielen Ortswechsel ziemlich verwirrend ist. Einerseits macht es das alles spannend, aber andererseits ist es auch störend. Man verweilt halt zu kurz in einer Szene und das ist einfach schade. Auch die Dialoge leiden darunter, was wirklich schade ist.

#5 Heft:

Zeichner: Clay Mann
Seiten: 32

Was die Handlung betrifft geht es nur wenig voran, aber man erfährt warum manche Superhelden im Sanctuary sind und warum daran nichts schlimmes ist. Die Rede in diesem Teil kann man auf einige Berufsgruppen beziehen und ich finde sie wirklich gut. Man merkt halt, dass es auch Superman sehr schwer fällt darüber zu reden, vor allem da es ja um quasi seine Kollegen geht und er sich genötigt dazu fühlt, sich für die Existenz vom Sanctuary zu rechtfertigen. Leider ist es ja wirklich so, dass sich viele allein wegen der PTBS rechtfertigen müssen(Wie? Das ist doch gar nicht traumatisch!) und wenn man dann noch Hilfe sucht kommt man in Erklärungsnot. Und genau diese Problematik wird hier prima dargestellt.

#6 Heft:

Zeichner: Mitch Gerads
Seiten: 32

Dieses Mal fand ich die Zeichnungen nicht so herausragend, auch wenn sie wirklich gut waren. Der Teil ist nur ein Filler und somit erfährt man eigentlich so gut wie nichts neues. Der Teil rund um Wally war gut umgesetzt. Es gibt lediglich einige Hinweise auf den Täter und das hat mich ziemlich verwirrt. Und wenn das angedeutete stimmt, dann wäre die Auflösung ziemlich enttäuschend.

#7 Heft:

Zeichner: Clay Mann
Seiten: 32

Man erfährt wieder viel über Wally und das hat mich richtig traurig gestimmt. Er hat halt kein einfaches Päckchen zu tragen und am liebsten hätte ich ihn einfach in den Arm genommen. Man merkt aber trotzdem, dass er versucht positiv zu bleiben. Ansonsten merkt man hier an dem Teil deutlich wie hoch die Spannung ist und dass die Lösung quasi zum Greifen nahe ist.

#8 Heft:

Zeichner: Clay Mann, Mitch Gerads
Seiten: 32

[Könnte leichte Spoiler enthalten! Namen werden aber nicht genannt]

Dieser Teil hat mich echt positiv überrascht. Man rechnet ja irgendwie mir allem, aber das ausgerechnet so etwas passiert ist doch recht absurd. Dabei kann das durchaus passieren, wenn Leute(in dem Fall Superhelden) über einen längeren Zeitraum immer wieder traumatisiert werden. Eigentlich mag ich das ja absolut nicht, wenn genau der Aspekt immer wieder aufgegriffen und in der Literatur missbraucht wird. Schließlich werden ja nicht alle mit PTBS zu Mördern und genau das Bild wird ja somit kreiert. Jedoch ist es hier wirklich gut aufgebaut und die Gründe werden nachvollziehbar erklärt. Es fügt sich alles logisch zusammen und auch wenn die Auflösung nicht bei allen gut ankommt, finde ich es sie durchaus geschickt gewählt. Es wird jetzt nicht alles im Detail erklärt, aber ich finde die Gründe für all das sind durchaus nachvollziehbar. Und auch das Geständnis macht Sinn, wenn man bedenkt wie er oder sie sonst handelt.

#9 Heft:

Zeichner: Clay Mann
Seiten: 32

Vor allem die Rückschlüsse, die aus dem Ganzen gezogen werden finde ich bemerkenswert und beinhalten eine wirklich wichtige Nachricht. So wirklich zufrieden bin ich mit der Auflösung nicht und das Ende hat auch einen bitteren Nachgeschmack, aber es regt wirklich zum Nachdenken kann. Kann man so eine Tat verzeihen vor allem wenn man sein bisheriges Leben in Betracht zieht? Kann man wirklich von jemanden verlangen den Superhelden 24/7 zu mimen?

Fazit

Wenn man sich die Reihe vornehmen möchte, dann sollte man echt alle Teile auf einmal lesen. Es sind halt nur 9 Hefte und da macht es durchaus Sinn sich den Sammelband zuzulegen. Mir hat die Miniserie gut gefallen und wenn es alleine um die Zeichnungen gehen würde, dann würde ich ihr auch 5 von 5 Sternen gegeben. Leider wurden zwischendurch die Zeichner gewechselt, was aber teilweise gar nicht so sehr auffiel. Die Stile unterscheiden sich zwar, jedoch sind die Zeichnungen rein vom Niveau her alle qualitativ hochwertig. Das ist ja leider nicht bei allen Comicserien der Fall, deshalb möchte ich das einfach mal hervorheben. Aber da es ja auch um die Handlung geht sind es nur 3,5 von 5 Sternen und das auch nur, wenn ich wohl wollend das alles kritisiere. Die Miniserie hat wirklich viel Potential und handelt von einem sehr wichtigen Thema, aber leider hapert es an der Umsetzung. Es wirkt dann doch alles etwas holprig, da einfach viel zu lange nichts passiert und auch die Auflösung hätte man schon viel früher andeuten können. So ist zwar der Überraschungseffekt größer, jedoch wirkt es halt dadurch auch ein wenig deplatziert immerhin entspricht das ja alles nicht dem Charakter des Täters.

Sonntag, 21. Juli 2019

#222 Bücherregal - Das Weinen der Kinder




TitelDas Weinen der Kinder
AutorArne M. Boehler
VerlagEpubli
GenreThriller
Seiten352 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares über das Portal https://rezi-suche.de/



 Inhalt

Für ihren Chef zieht Anke Neuhaus von Köln in eine bayrische Kleinstadt um dort in einem alten Schloss ein Kunstmuseum zusammen mit jemandem zu errichten. Jedoch stellt sie nach dem Umzug  und nach derjenige einfach abgehauen ist fest, dass sehr viel Geld veruntreut wurde. Um ihren Chef und das Projekt vor den finanziellen Ruin zu retten lässt sie sich auf ihren Ex ein, der auf die schnelle ein paar Porträts von weinen Kindern für eine Vernissage herzaubern kann. Doch woher kommen diese Bilder? Zudem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht, dass jemand aufgrund dieser Porträts nach ihrem Leben trachtet.

Review

Der Fokus liegt hauptsächlich auf den Ermittlungen bzw. Anke und so gibt es auch kaum störende Nebenhandlungen. Alle Handlungsstränge fließen nach und nach zusammen und so erfährt man auch, was es mit bestimmten Charakteren oder Rückblenden auf sich hat.

Der Handlungsverlauf nimmt erst langsam Fahrt auf und somit fliegt man ab der Hälfte nur noch so durch die Seiten. Gegen Schluss überschlagen sich die Ereignisse förmlich. Die erste Hälfte nutzt der Autor um all die Charaktere vorzustellen und die Handlung nach und nach aufzubauen. So lernt man ziemlich viel über die einzelnen kennen und kann sich ein gutes Bild von der Umgebung machen. Aber einiges bleibt nach wie vor unklar und so bleibt es bis zum Schluss spannend.

Die einzelnen Hauptprotagonisten wirken sehr authentisch und haben alle ihr Päckchen zu tragen. Vor allem Anke hadert mit ihrem Leben und weiß nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Auch der Nebencharakter Niels wirkt wie ein Querulant, über dem man schon das ein oder andere mal in der Zeitung gelesen hat. Es ist halt ein Künstler, der um jeden Preis auffallen will und das gelingt ihm auch.

Der gefühlt ewig andauernde Streit zwischen Charlie und Wigland sorgten für eine gewisse Lockerheit der Handlung. Charlie besteht auf ihre Paragraphen, während Wigland das alles nicht so genau nimmt. Sie sind doch sehr unterschiedlich in ihrer Arbeitsweise, aber sie schaffen es trotzdem nach anfänglichen Schwierigkeiten zusammen zu arbeiten. Sie geben auf alle Fälle ein sehr interessantes Ermittlerduo ab, von denen man auch gerne einen 2. Fall lesen würde.

Ab ungefähr der Hälfte fiel es mir wirklich schwer das Buch auf Seite zu legen. Auch der angenehm flüssig zu lesende Schreibstil trug dazu bei. Die Spannung ist einfach enorm hoch und man möchte einfach wissen was es nun mit der Bilderreihe auf sich hat. Die vielen Wendungen sorgen dafür, dass man irgendwann jeden verdächtigt.

Das Cover ist hauptsächlich im Hintergrund weiß bzw. grau und erinnert damit an einen weißen Malgrund. Ganz blass kann man zudem passend zum Titel des Buches und den Portraits um die es hauptsächlich geht ein trauriges Kindergesicht erkennen. Im Vordergrund ist ein türkiser Pinsel mit roter Farbe, welcher auch passend zum Thema ist. Es ist wirklich schön aufgebaut und man erkennt direkt um was es geht.

Was mir jetzt nicht so gefallen hat sind die gefühlt zu vielen Probleme der Charaktere. Hier hätte man ein paar weniger thematisieren können und dafür hätte man die anderen dann detaillierter behandeln können. Auch wenn ich die angesprochenen Themen(Alkoholismus, Anorexie, Mobbing und vieles mehr) als sehr wichtig finde, hier hätte man vielleicht 2-3 weniger nehmen sollen. Es ist jetzt nur ein kleiner Kritikpunkt, aber genau das ist mir halt beim Lesen aufgefallen.


Fazit

Oft habe ich beim Lesen vergessen, dass es sich hierbei um ein Thrillerdebüt handelt. Was mich auch positiv überrascht hat sind die fehlenden blutigen Leichen. Selbst wenn man eine Tote oder ein Toter auftauchte wurde diese nicht bildhaft beschrieben und das hat es richtig angenehm gemacht. Auch die Idee hinter der Handlung wirkt nicht abgegriffen und man findet leider nicht viele Thrillers, die in der Kunstszene spielen.