Sonntag, 29. September 2019

#242 Bücherregal - Grenzfälle(Kurzrezension)


TitelGrenzfälle: Wie Mauern so kalt
AutorElke Bergsma
VerlagBooks on Demand
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten302 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Durch die Erdbeben in der Provinz Groningen sind etliche Gebäude unbewohnbar. Am Tag des Umzugs in ein Altenheim findet im Juni 2018 ein älteres Ehepaar die Leiche einer jungen Frau auf ihrem Hof, wo früher sich die Schweine im Dreck gesuhlt hatten. Bei der Toten handelt es sich um eine deutsche Studentin, die in Groningen studierte und im Zuge eines Uniprojektes Zeichnungen der beschädigten anfertigte. Könnte sie mit dem Projekt den falschen Leuten auf die Zehen getreten sein? Oder hat der Mord vielleicht ganz andere Hintergründe?


Review

Die beiden Ermittler sind wirklich sympathisch und ich habe ihnen gerne über ihre Arbeit gelesen. Es gibt wirklich viel Lokalkolorit und durch die vielen detaillierten Beschreibungen, kann man sich alles gut vorstellen. 

Man konnte wirklich gut mit raten, was ich auch immer gerne mache. Oft wurde man auf die falsche Fährte gelockt und lange Zeit hatte ich die völlig falschen Leute in Verdacht. Durch die vielen Wendungen bleibt es bis zum Ende spannend. Zusammen mit den Ermittlern kommt man dem Täter immer näher und ich liebe es einfach, wenn die Auflösung zu Greifen nahe ist und sich dann in Luft auflöst, weil es doch wieder nur eine falsche Vermutung war.

Es gibt zwei Handlungsstränge und man verfolgt alles einmal aus Sicht der Ermittler und einmal aus Sicht einer anfangs nicht näher beschriebenen Person, die man aber im Laufe der Handlung immer besser kennen lernt.

Was mich gestört hatte waren die vielen niederländischen Begriffe. Für einige musste ich dann doch die Fußnote zu rate ziehen und das hat ziemlich den Lesefluss gestört. Auch wenn ich es schön fand mal etwas "ortstypisches" zu lesen wie den Dialekt, hat es dann teilweise ziemlich gestört, weil man es ohne Fußnote einfach nicht verstanden hat.

Die Auflösung fand ich etwas zu konstruiert und "zu viel". Auch sonst fehlt mir an manchen Stellen eine angemessene Situation der Charaktere, denn stellenweise reagieren sie total gelangweilt und das egal wie heftig die einzelnen Geschehnisse sind. Vor allem am Ende fällt das auf und auch wenn das ein leichter Krimi sein soll, wirkt es einfach total deplatziert. Manches kann man nicht einfach so wegstecken und leider vergisst die Autorin das an der ein oder anderen Stelle.

Fazit

Hier wurde eine glaubhafte Geschichte rund um die Erdbeben, die durch die Gasgewinnung in der Groninger Provinz vorkamen bzw. vorkommen und etliche Gebäude zerstört haben, gestrickt. Die Vermischung von Realität und Fiktion fand ich wirklich gelungen.

Ein abschließendes Urteil über die neue Reihe möchte ich erst fällen, wenn ich noch einen Teil davon gelesen habe. Es ist quasi eine Art Crossover mit der Büttner-Reihe, was wirklich interessant ist und der niederländische Kollege ist auch wirklich sympathisch.

Der Krimi ist kurzweilig und lässt sich gut in einem durch lesen durch den flüssig zu lesenden Schreibstil. Es gibt einige lustige Stellen und am liebsten hätte ich danach noch einen guten Krimi gelesen, denn dieser hatte mich gut unterhalten. Trotzdem kann ich nur 3,5 Sterne vergeben, denn mir hat einfach das gewisse etwas gefehlt.

Freitag, 27. September 2019

#241 Bücherregal - 10 Stunden Ewigkeit


Titel10 Stunden Ewigkeit
AutorNika Lubitsch
VerlagIndependently published
GenreThriller
Seiten248 Seiten
Meine Bewertung
 2,5/5

 Inhalt

Sheila war zusammen mit ihr WG-Mitbewohnerin Chrissie auf einer Party und verschwindet nach dieser spurlos. Alle Versuche sie wieder zu finden scheitern, aber auch Jahre danach kann Chrissie das alles nicht vergessen. Sie ruft eine Website ins Leben auf der es um ungelöste Mordfälle gibt, denn von denen gibt es in den USA mehr als genug. Allem voran möchte ich sie damit bei der Aufklärung von Serienmorden helfen. Der aktuellste Fall einer ermordeten Studentin von einer Ivy-League-Uni macht sie stutzig, denn auch ihr Mann hatte zu dem Zeitpunkt einen Vortrag an genau jener Uni. Und der Verdacht erhärtet sich, als das FBI ihr Haus stürmen und ihr Mann flüchtet. Um ihren Sohn vor all dem zu schützen bringt sie ihn in Sicherheit, was sich aber sehr bald als großer Fehler heraus stellt.

Review

Die Hauptprotagonistin macht eine glaubhafte Charakterentwicklung durch.
Wenn man aufmerksam liest, dann kann man in den ersten 100 Seiten schon den Täter erraten. Wobei auch diesbezüglich immer wieder Zweifel gestreut werden, so dass es bis zum Schluss spannend bleibt. Es gibt einen ziemlich guten Plottwist und allgemein kann man sich nie sicher sein, wer denn nun der Täter ist.

Durch den flüssigen Schreibstil fliegt man quasi nur so über die Seiten. Die vielen Details geben einem ein gutes Bild davon was alles passiert und wie alles aussieht. Es wird sich auf das wesentliche beschränkt, das heißt eine ausschweifende Nebenhandlung sucht man vergebens. Das deckt sich auch mit der Länge des Thrillers von 248 Seiten, denn nur so kann ein durchgehend hohes Handlungstempo aufrecht erhalten werden. Hier hätten ein paar Seiten mehr dem Thriller definitiv nicht geschadet, denn einige Szenen sind wirklich sehr knapp beschrieben.

Was mich wirklich irritiert hatte beim Lesen waren die Gewaltszenen. Wenn man als Autor schocken möchte, dann wirft man den Leser entweder komplett ins eiskalte Wasser der menschlichen Abgründe oder lässt es sein. Denn hier beim Buch werden von einem gefühlt nur die Zehen herein gehalten, was bei mir ein wirklich schlechtes Gefühl hinterließ. Die Autorin beschrieb eine Vergewaltigung und anschließende Verstümmelung einer Frau komplett emotionskalt und nüchtern, dass ich am liebsten das Buch nicht weiter gelesen hätte. Ich habe schon etliche Bücher gelesen bei denen auch so etwas vorkam und da war man als Leser richtig angeekelt, aber hier kam definitiv kein Ekel sondern einfach nur Desinteresse auf. Und dieses Desinteresse hatte mich dann angeekelt, denn diese Themen sollten einem nicht egal sein.

Die Charaktere bis auf die Hauptprotagonistin sind mir zu blass und austauschbar und strotzen nur so vor Klischees. 


Fazit

Das Buch ist aufgrund der Themen Vergewaltigung/Verstümmelung nichts für schwache Nerven. Es eignet sich prima als Buch für zwischendurch, denn es ist eher kurzweilig und man hat es schnell durch gelesen.

Ich hatte das Buch wegen der ABC-Challenge(Buchstabe Z) und wegen der guten Bewertungen ausgeliehen. Folglich habe ich auch ein tolles Buch erwartet, was mich vom Anfang bis zu Ende fesselt und keins, das ich nach 50 Seiten schon wieder zurück geben möchte. Ich denke wenn diese Gewaltszenen richtig beschrieben wurden wären, dann hätte ich das alles auch besser gefunden. Man muss ja nicht zu sehr ins Detail gehen, aber diese Kälte und alles war einfach nur total befremdlich.

Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung, ob ich dem Buch jetzt einfach aufgrund der Gewaltszenen 2 Sterne geben sollte oder nicht. Das wäre gegenüber dem Buch bzw. der Autorin nicht fair, denn an sich ist es ja ein guter Thriller und auf 248 Seiten so eine doch recht komplexe Handlung zu verpacken schafft auch nicht jeder. Wenn ich jetzt meine anderen 3 Sterne Bewertungen angucke muss ich feststellen, dass mir die Bücher besser gefallen haben als dieses hier. Ich vergebe dem Buch 2,5 Sterne, weil es einfach zu viel ungenutztes Potential hat und mich die Gewaltszenen massiv gestört haben.

Mittwoch, 25. September 2019

#29 Booktalk - Morgen ist leider auch noch ein Tag

Hallo,

vor wenigen Tage hatte ich "Morgen ist leider auch noch ein Tag" von Tobi Katze gelesen. In dieser Autobiografie geht es um die Themen Depression und Selbstmord und auch Humor. Ob diese drei Themen wirklich zusammen passen erläutere ich im nachfolgenden Teil.





Tobi Katze ist Poetry Slammer und Autor. Hier in diesem Buch erzählt er wie es war die Diagnose "Depression" zu bekommen und sich mit der Krankheit zu arrangieren. Selbstironisch berichtet er aus seinem Alltag und nimmt sich und die Depression dabei nicht ganz so ernst. Er zeigt immer wieder, dass das alles wenig mit Traurigkeit zu tun hat. Ihm ist es wichtig offen darüber zu reden und Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Vor der Diagnose war er es gewohnt die Leere mit viel Alkohol und Parties und den falschen Freunden zu füllen und alles dafür zu tun, damit niemand ahnt wie es in ihm aussieht. 

Das Buch hat wirklich lange auf meiner Wunschliste herum gedümpelt und ich war mir immer unsicher, ob es mir wirklich gefallen könnte. Dabei hatte ich schon viel darüber gelesen und eigentlich trifft das genau meinen Humor. Und dann habe ich es per Zufall in einem öffentlichen Bücherschrank gesehen und musste es einfach mitnehmen. Und ich musste feststellen, dass mich das Buch sehr gut unterhalten hat. Ich habe es schlussendlich ab der Hälfte in einem durch gelesen und ich konnte mich an wirklich vielen Stellen wiederfinden. Ich habe im Gegensatz zum Autor jedoch so gut wie keine Erfahrung was Partys oder Alkohol betrifft, aber was den Rest betrifft habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. 

Man bekommt einen relativ tiefen Einblick in das Leben des Autors und wie es für ihn war mit die Diagnose "Depression" zu bekommen und wie er und sein Umfeld darauf reagierten. Ob sich das alles genau so zu getragen hat erfährt man nicht, aber aus eigener Erfahrung weiß ich wie nah dran die einzelnen Geschehnisse an der Realität sind. Denn mit vielem was der Autor konfrontiert wird erlebt man selbst, wenn man auch diese Diagnose hat. Und ich habe selbst schon oft erlebt wie überfordert viele damit sind und wie viele trotz aller möglichen Aufklärungskampagnen Depression mit Traurigkeit oder Faulheit gleich setzen und es als eine Art Modeerkrankung ansehen. Es ist leider nun einmal eine Krankheit, über die viel zu wenig gesprochen wird und über die es leider viel zu viele Vorurteile gibt. Wobei man hier auch klar stellen muss, dass die Depression viele Gesichter hat und der Autor hier nur zeigt wie sie sich in seinem Fall äußert. 

Schließlich ist in den Augen von viel zu vielen "nur" eine Art Traurigkeit und viele setzen das mit einer Charakterschwäche gleich, die man nur überwinden muss. Und wenn das nicht klappt, dann gibt es ja noch immer Pillen und da muss nur fest genug an die Wirkung glauben. Dass das alles sehr wenig mit der Realität zu tun hat spielt da oft keine Rolle und leider denken auch einige Betroffene so. Auch eine Depression kann einem mitunter das Leben kosten und genau das wird hier thematisiert. Wie der Autor mit dem Thema Suizid umgegangen ist mag für manche vielleicht nicht richtig erscheinen, aber jeder hat seine eigene Art damit umzugehen. Der Autor hat eine ziemlich lockere Art damit umzugehen, aber auch das musste er erst lernen. Genauso wie er lernen musste mit der Depression zu leben und Therapie und Medikamente keine Wunderheilung mit sich bringen. Das heißt wer hier ein durchgehend witziges Buch erwartet wird wohl enttäuscht sein. Der Autor berichtet schonungslos auch von den hässlichen Seiten der Depression und die kann man nicht alle mit einem Witz kaschieren oder schönreden.

Auch für Nicht-Betroffene eignet sich das Buch prima um mal einen Einblick in die Thematik zu bekommen. Es ist halt mehr oder weniger ein Alltagsbericht, aber man könnte es auch als lustigen Roman auffassen in dem der Autor einem aus seinem Leben in der Ich-Perspektive erzählt. Das alles kratzt aber noch ziemlich an der Oberfläche der Thematik, das heißt etwas tiefgründiges kann man nicht erwarten. Mich hat es nicht gestört, schließlich habe ich auch nichts philosophisches und tiefgründiges erwartet.

Aufgrund der Längen kann ich dem Buch trotz des Lobes nur 4,5 von 5 Sternen geben. Alles in allem hat mir der Erfahrungsbericht auf alle Fälle gezeigt nicht alleine mit dem Problem zu sein und einige Passagen haben mich auch zum Lachen und Schmunzeln gebracht. Und das Buch zeigt einfach, dass man eine Depression auch mit Humor nehmen kann.

Habt ihr dieses Buch schon gelesen? Wie fandet ihr es oder habt ihr noch vor es zu lesen? Sollte es mehr Bücher über psychische Erkrankungen geben? Gerne verlinke ich hier eure Rezension.

Viele Grüße

Sonntag, 22. September 2019

#240 Bücherregal - Jaspers letzter Flirt(Kurzrezension)


TitelJaspers letzter Flirt(Kripo Wattenmeer)
AutorUlrike Busch
VerlagEdition M
GenreKrimi/Nordseekrimi
Seiten302 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Eigentlich sollte Jasper Erikson in dem Auto sitzen, als es in die Luft gesprengt wurde. Doch der Surflehrer entgeht dem Mordanschlag ganz knapp, denn kurz vorher hatte er das Auto verlassen um einer Frau hinterher zu hechten. Auf der Insel weiß jeder, dass Jasper ein richtiger Frauenheld ist und selbst seine Frau und seine zwei Kinder kein Hindernis für ihn darstellen. Dadurch macht er sich nicht nur Freunde, aber trotzdem spielt er den Mordanschlag vor den beiden Komissaren herunter. Doch irgendwann kann es selbst Jasper nicht mehr leugnen, dass das kein Zufall war mit der Explosion und es tatsächlich jemand auf ihn abgesehen hat.


Review

Vor allem das Lokalkolorit hat mir gut gefallen und ich konnte mir Amrum richtig gut vorstellen. Die Beschreibungen der Landschaft fließen immer mal wieder ein und fügen sich prima in die Handlung, so dass sie einen nicht langweilen. Die Ermittler werden zudem immer wieder damit konfrontiert, dass es halt nicht so leicht ist einfach so mal auf einer relativ kleine Insel zu ermitteln auf der gefühlt jeder jeden kennt. Teilweise war es recht schwer die ganzen Verhältnisse der Charaktere untereinander auseinander zu halten, aber so erging es wahrscheinlich auch den Ermittlern und deshalb möchte ich das nicht ankreiden. Zumal ich das alles selbst kenne aus meiner Heimat der Eifel.

Allgemein scheinen die Charaktere sehr realistisch mit all ihren Ecken und Kanten und ihren Geheimnissen. Hier muss man wirklich aufmerksam lesen, damit man nicht den Überblick über all die Menschen verliert.

Auch die Gliederung der Handlung ist wirklich gut, denn die Kapitel sind von der Länge genau richtig. Alle paar Kapitel ist auch der Wochentag angegeben, so dass man immer genau weiß wie viel Zeit vergangen ist.

Die Spannung bleibt allein durch die vielen Wendungen bis zum Ende des Buches erhalten. Einige Kapitel werden zudem aus der Sicht des Täters beschrieben, was die Sache wirklich spannend macht. Denn man erfährt nicht wirklich wer er ist oder in welcher Bindung er zu Jasper steht, weshalb das alles sehr undurchsichtig bleibt. Deshalb kann man auch bis zum Ende mit raten, was ich immer sehr gerne mache.

Um ehrlich zu sein fand ich die Auflösung des Falls alles andere als gelungen. Es wirkt alles extrem konstruiert und sehr weit hergeholt. Hier hätte man lieber entweder direkt einen anderen Täter auswählen sollen oder einen anderen Tathergang.



Fazit

So wirklich weiß ich noch nicht, ob ich die Buchreihe weiter verfolgen möchte. Es war vielleicht nicht die beste Entscheidung direkt mit Band 2 anzufangen, deshalb werde ich noch ein weiteres Buch lesen und der Reihe an sich noch eine Chance geben. Mittlerweile besteht sie aus 7 Teilen und eigentlich liebe ich solche Krimireihen, bei denen es keine schlimm zugerichteten Leichen gibt und die so ruhig verlaufen.

Es ist auf jeden Fall ein unterhaltsamer Krimi, der aber leider mit seinen 300 Seiten eher kurzweilig ist. Zudem wird so gut wie kein Blut vergossen und die Handlung plätschert munter vor sich hin. Wobei sich die Längen in Grenzen halten, denn so viele Seiten hat der Krimi ja nicht.

Freitag, 20. September 2019

#239 Bücherregal - Turtles all the way down



Titel(Deutsch)Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
Titel(Englisch)Turtles all the way down
AutorJohn Green
VerlagPenguin
GenreRoman
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Eigentlich hatte Aza gar kein Interesse an dem Fall des Verschwundenen Milliadärs Russell Pickett. Doch ihre beste Freundin Daisy möchte unbedingt die 100.000 Dollar Belohnung erhalten, weshalb Aza ihr dabei hilft die nötigen Informationen die die Polizei zu Pickett führen könnten herauszufinden. Dafür muss sie nicht nur lange genug ihrer eigenen Gedankenspirale entkommen, sondern auch noch ihre Ängste überwinden. Schaffen es die beiden die nötigen Hinweise zu entdecken?

Review

Wenn man eine Zwangsstörung oder Angststörung hat, sollte man das Buch vielleicht eher nicht oder es mit Vorsicht lesen. Die Handlung wird aus der Sicht von Aza  in der Ich-Perspektive erzählt, so dass man wirklich viel über ihre Zwangsstörung erfährt. So erlebt man wie sie die Kontrolle über ihre Gedanken verliert und sich immer wieder diesen wiederkehrenden Gedanken hingibt. Auch Selbstverletztendes Verhalten ist ein Thema.

Normalerweise betrachte ich Bücher in dem Genre "Young Adult" eher skeptisch, wenn diese unter anderem das Thema psychische Erkrankungen beinhalten. Hier möchte ich deshalb hervorheben, dass Aza die Hauptprotagonistin als vielschichtige Person dargestellt wird. Die Zwangsstörung ist nur ein Teil von ihr und es geht hauptsächlich darum, wie sie mit ihrem Umfeld interagiert und wie diese mit ihr umgehen. Und natürlich um die große Frage, ob sie Russell Pickett finden können.

Was ich auch gut finde ist, dass die Zwangsstörung nicht überdramatisiert wird und wahnsinnig viel Mitleid erregt wird. Denn es gibt wirklich viele schöne, lustige und positive Momente in Azas Leben über die berichtet wurde. Natürlich gibt es auch dramatische Szenen, aber die halten sich in Grenzen.
Die anderen Charaktere erscheinen blass, was aber an Azas Sichtweise liegt. Sie verbringt nun einmal sehr viel Zeit mit ihren eigenen Gedanken und in ihrer eigenen Welt und dann ist da einfach kein oder eher kaum Platz für andere. Mit dieser Tatsache wird sie auch im Laufe der Handlung konfrontiert, was ich wirklich gut fand.

Was ich wirklich irritierend fand war die fehlende Handlung. Es passiert wirklich wenig und die meisten Zeit verbringt man mit Azas Gedanken. Das Buch hat jetzt auch nur um die 300 Seiten und ich finde es auf der einen Seite sehr faszinierend wie wenig passiert, aber andererseits hat es mich auch ziemlich gestört beim Lesen. Gefühlt machen die Hauptprotagonisten immer das selbe und meistens sind sie in einem Schnellrestaurant. Das alles scheint wie der gewöhnliche Alltagstrott, aber bei einem Buch erwarte ich wenigstens etwas mehr Abwechslung.

Man hätte ruhig noch ein paar Kapitel zwischen dem letzten und dem Epilog schreiben können. So erscheint das Buch unfertig und ich fühle mich als Leser um einige Informationen betrogen. Es endet alles doch recht abrupt und man erfährt nicht so wirklich warum das so ist. Vor allem um den Handlungsstrang rund um Davis tut es mir Leid. Hier wäre einfach so viel Potential gewesen, was leider nicht genutzt wurde.


Fazit

John Green schreibt hier auch über seine eigenen Erfahrungen, denn er selbst hat eine Zwangsstörung. Und ich finde es einfach total wichtig, dass möglichst viele Betroffene Bücher schreiben(Stichwort #ownvoices). So bekommt man wenigstens ein halbwegs akkurates Bild davon, als wenn wieder jemand über einen Betroffenen schreibt und man direkt merkt wie falsch die Darstellung davon ist.

Hier in diesem Buch wird die Zwangsstörung von Aza nicht überspitzt dargestellt, wie es zum Beispiel in einigen Serien der Fall ist. Es wird auch alles andere als verharmlost und so merkt man auch schnell wie schlimm diese Zwänge den Betroffenen einschränken können. Leider denken ja einige es wäre einfach diese intrusive Gedanken zu unterbinden, dabei ist das Gegenteil der Fall.

Mittwoch, 18. September 2019

Goodreads Summer Reading Challenge



Hallo,

Wie in den Lesemonaten erwähnt hatte ich dieses Jahr an der "Goodreads Reading Summer Challenge" teilgenommen. Da ich sie vor wenigen Tagen erfolgreich beendet habe möchte ich heute euch ein wenig über die Bücher erzählen, die ich dafür gelesen habe. Zu den meisten oder eher fast allen habe ich ohnehin schon einen Beitrag gepostet, weshalb ich mich auch auf wenige Sätze beschränken werde. Zudem würde es den Rahmen sprengen, wenn ich ausführlich über jedes der 26 Bücher schreiben würde.

Hier könnt ihr die einzelnen Aufgaben sehen. Ich werde sie nur stark verkürzt in diesem Beitrag erwähnen.

Anfänger:

1) Hat einen ''Goodreads Choice Award' gewonnen 
"All the bright places" von Jennifer Niven, 432 Seiten, Booktalk
Um ehrlich zu sein hatte ich mir etliche Bücher in dieser Kategorie notiert, unter anderem auch "The hate u give" und "The girl on the Train", aber letztendlich habe ich mich doch für dieses Buch entschieden. Es zeigt die durchaus schönen Seiten im Leben, aber auch all die hässlichen die mit psychischen Erkrankungen einhergehen. Passend zu einem Jugendbuch wird all das eher oberflächlich abgehandelt, aber trotzdem konnte es mich überzeugen, denn hier wird nichts schön geredet. Hier geht es um die bipolare Störung von Finch und die Depression von Violet.

2) Wurde dieses Jahr verfilmt
"Friedhof der Kuscheltiere" von Stephen King, 609 Seiten
Die Handlung kenne ich so ganz grob aus der Verfilmung(1989), wobei ich den Film noch nie ganz gesehen habe. Somit wusste ich auch worauf ich mich einlasse und ich muss schreiben, dass ich tatsächlich nicht enttäuscht wurde. Ich mag einfach Bücher aus dem Genre Horror und vor allem liebe ich King für seine Bücher, denn seine klingen alles andere als billige Fetischromane, über die man ja zwangsweise in dem Genre stolpert.

3) Weniger als 100 Seiten oder ohne Pause gelesen
"The victim club" von Jefferey Deavers, 45 Seiten
Hierzu weiß ich gar nicht was ich schreiben soll. Es sind 45 Seiten und deshalb kann man es auch einfach auf dem Weg zur Arbeit oder so lesen. Es ist recht spannend, aber von den Socken haut es einen nicht. Ich hatte es mit 3 von 5 Sternen versehen.

4) momentan eins der meist gelesenen Bücher auf goodreads 
"The hate u give" von Angie Thomsen, 528 Seiten, Buch und Film
Das Buch ist mir immer wieder begegnet und als ich es in der Buchhandlung sah, habe ich es direkt gekauft. Ich habe 5 von 5 Sternen vergeben, da mich die Handlung so mitgerissen hatte. Sie hat mich nachdenklich gestimmt und ich finde, dass noch viel mehr dieses Buch lesen sollte. Konkret geht es hier um "weiße" Polizeigewalt gegen die POC in Amerika und es wird auch auf die "Black Lives Matter"-Bewegung Bezug genommen. Es ist wirklich erschreckend so etwas zu lesen.

5) schon seit über einem Jahr auf der Wunschliste
"40 Stunden" von Kathrin Lange, 416 Seiten, Rezension
Die anderen beiden Teile der Trilogie hatte ich richtig geliebt, weshalb das Buch auch direkt auf meine Wunschliste wanderte und dort für lange Zeit blieb. Ich habe ganze 4 Sterne vergeben, denn so gut wie nachfolgenden Bände war es nicht. Aber alles in allem ist ein wirklich guter Thriller.

6) spielt in einer anderen Kultur
"When the water runs out"  von David Canford, 316 Seiten
Hier hatte ich mich ja ganz klar gegen eine Rezension entschieden. Die Handlung klingt spannend und wäre sie anständig umgesetzt wurden, dann wäre es ein klasse Buch. Aber in Zeiten von den ganzen Sexismusdebatten stellt sich mir die Frage, wie so ein Buch 2015 veröffentlicht werden konnte. Man müsste ja meinen, dass auch schon vor 2017(Beginn der #Metoo-Bewegung) solche Debatten geführt wurden und der Autor davon gewusst hatte. Also wieso schreibt man ein Buch bei dem weibliche Politiker ständig mit Männern ins Bett steigen für die Karriere/Informationen?

7) Von Freunden empfohlen
"Dschungel" von Friedemann Karig, 383 Seiten, Rezension
Hier das Buch tauchte irgendwann in meiner Timeline auf und ich hörte immer wieder davon. Und da ich gerne Romane zu dem Themen "Reise" und "Selbstfindung" lese, konnte ich hieran nicht vorbei gehen. Mir hat es wirklich gut gefallen und auch noch heute fast 4 Monate ist die Handlung noch sehr präsent in meinem Kopf. Und was gibt es schöneres als Bücher, an die man sich noch lange danach erinnern kann?

8) von mehreren Autoren verfasst
"Juister Mohn" von Elke Bergsman und Anna Johannsen, 287 Seiten, Rezension
Wenn man mich mit etwas locken kann, dann ist es mit einem Ostsee- oder Nordseekrimi und was haben wir hier? Einen Nordseekrimi, dem ich ganze 4 von 5 Sternen gegeben habe. Es ist auf jeden Fall ein gutes Buch für zwischendurch und macht Lust auf mehr.

9) Buch in einem anderen, ungewohnten Format
"Faust vs. Mephisto" von Bela B und Thomas D gesprochen(Ausschnitt aus Faust von Johann Wolfgang von Goethe)
Die Lektüre musste ich in der Schule lesen und sie war auch tatsächlich Gegenstand meiner mündlichen Abiturprüfung(Gretchenfrage). Bisher hatte ich die Lektüre nicht gelesen und eigentlich mag ich auch keine Hörbücher, deshalb hatte ich auch lange nach einem passendem für die Challenge gesucht. Und als ich das fand war das Thema Hörbuch auch plötzlich gar nicht mehr schlimm. Ich finde die beiden haben das wirklich gut eingesprochen.

10) Debütroman
"Pata Negra" von Eduard Freundlinger, 432 Seiten
Hierzu gibt es keine Rezension. Ich hatte dem Buch 3 von 5 Sterne gegeben, da es einen mäßig unterhält. Wenn man nicht zu kritisch ist, dann eignet es sich auch prima für zwischendurch. Es ist halt ein Debütroman, also kann man auch kein Meisterwerk erwarten. Es ist kein schlechter Krimi.

11) Buch, welches man als junger Mensch toll fand
"Dracula" von Bram Stocker, 275 Seiten
Hier das Buch habe ich schon wirklich oft gelesen und da ich die Möglichkeit hatte es im "kindle in Motion"-Format auszuleihen, musste ich es unbedingt noch einmal lesen. Ich mag Dracula einfach und Geschichten rund um Vampire, in denen es tatsächlich um richtige Vampire geht.

12) Ein mögliches Reiseziel
"Hafenmord" von Katharina Peters, 316 Seiten, Rezension
Ein Ostseekrimi dem ich 3 von 5 Sternen gegeben habe. Ich würde gerne noch einmal Urlaub an der Ostsee machen, deshalb ich dieses Buch für die Challenge ausgesucht. Die Reihe rund um Romy Beccare hat es definitiv auf meine Wunschliste geschafft und mal schauen wann ich die restlichen 7 Teile lese(insgesamt sind es 8).

Experte:

13) Über 500 Seiten
"Strange the Dreamer" von Laini Taylor, 560 Seiten
Ich bin ja immer wieder auf der Suche nach guten Fantasyreihen und hier das wurde mir aufgrund meiner anderen schon gelesen Bücher in dem Genre empfohlen. Der Schreibstil ist schön poetisch, die Welt gefällt mir und ich freue mich definitiv schon auf den 2. Teil der Reihe.

14) Sachbuch(nonfiction)
"Steht auf, auch wenn ihr nicht könnt" von Maximilian Dorner, 192 Seiten, Rezension
Hier geht es um das Thema Behinderung. Ungefähr jeder 10. ist in Deutschland schwerbehindert, aber trotzdem wird viel zu wenig über dieses Thema gesprochen. Im Buch setzt sich der Autor mit der Behauptung Behinderung sei Rebellion auseinander und er gibt einige gute Denkanstöße. Ich habe 4 von 5 Sternen vergeben.

15) Übersetztes Buch
"Der Präparator" von Mike Omer, 458 Seiten
Das Buch tauchte in der Ausleihe auf und es klang wirklich interessant. Ich habe 4 von 5 Sternen gegeben, auch wenn mich der viel zu detaillierte Schreibstil störte. Es ist ein spannender Kriminalthriller und so etwas lese ich unheimlich gerne.

16) Vom Goodreads-Newsfeed
"Simon vs. the homo sapiens agenda" von Becky Albertalli, 352 Seiten, Buch und Film
Die deutsche Version hiervon heißt "Nur drei Worte". Das Buch war schon Jahre auf meiner Wunschliste und plötzlich tauchte es im Newsfeed auf. Es war also die perfekte Gelegenheit es zu lesen, denn es passt wunderbar zu dieser Challenge. Zu dem Buch und der dazugehörigen Verfilmung habe ich einen langen Post geschrieben, denn es war mein Monatshighlight im August.

17) Buch, das auf jedem Kontinent der Erde spielt
5 Bücher(lediglich Südafrika und die Anartikis fehlen, jedoch hake ich es trotzdem als geschafft ab, da ich zu manchen Kontinenten mehrere Bücher gelesen habe)
Nordamerika: "When the water runs out"  von David Canford, 316 Seiten
Europa: "Hafenmord" von Katharina Peters, 316 Seiten, Rezension
Afrika: "Träume aus Silber" von Mina Baites, 306 Seiten, Rezension
Australien: "Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte" von Anne Freytag, 448 Seiten, Rezension
Asien: "Dschungel" von Friedemann Karig, 383 Seiten, Rezension

18) Neues Genre
"Bookless" von Marah Woolf, 312 Seiten, Rezension
Nicht ein ganz neues Genre, aber dieses Jahr habe ich noch keinen Fantasyroman gelesen und deshalb habe ich mich für das Buch entschieden. Und ich hatte es vor längerem in der Ausleihe gefunden und für interessant empfunden, weshalb es ohnehin schon zulange auf meinem SuB lag.

19) Dritte Buch auf der Wunschliste
"Shining" von Stephen King, 625 Seiten, Booktalk
Hierzu gab es ja einen recht langen Booktalk. Ich liebe das Buch und bin froh darüber es endlich einmal gelesen zu haben. Es ist halt doch recht typischer King-Horror.

20) Zahl oder Farbe im Titel
"Rache und Roter Schnee" von Elias Haller, 394 Seiten
Nachdem mir "Küstenstill" so gut gefallen hatte, habe ich nach weiteren Bücher von diesem Autor in der Ausleihe gesucht und bin bei diesem hier hängen geblieben. Ich habe dem Buch 3,5 von 5 Sternen gegeben, da es teilweise doch zu brutal war und die 1.000 Namen haben mich verwirrt.

21) Thema, über das du nicht viel weiß
"Träume aus Silber" von Mina Baites, 306 Seiten, Rezension
So ganz grob weiß ich über die Apartheid Bescheid, obwohl darüber in der Realschulzeit nie wirklich gesprochen habe. In der Oberstufe wurde nur über die Segregation gesprochen.

Fazit:
Gelesene Bücher: 21 Bücher
Seitenanzahl: 7.686 Seiten
Seiten/Buch: 366 Seiten

Die Challenge hat mir wirklich Spaß gemacht und mich endlich dazu gebracht bestimmte Bücher zu lesen. Aus dem Grund hat sich die Teilnahme auch gelohnt und ich denke in Zukunft werde ich öfters an so etwas teilnehmen. Vor allem hat es mir Spaß gemacht immer die passenden Bücher für die einzelnen Aufgaben heraus zusuchen.
Momentan nehme ich übrigens an der "Lesend durch die dunkle Jahreszeit"-Challenge von der Steffi von Angeltearz liest teil.

Habt ihr auch daran teil genommen?
LG Peanut

Sonntag, 15. September 2019

#238 Bücherregal - Todeshaff(Kurzrezension)


TitelTodeshaff(Emma Klar ermittelt 2)
AutorKatharina Peters
VerlagAufbau Digital
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten394 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Christoph Klausen saß 10 Jahre wegen Totschlag im Gefängnis, wobei nie ermittelt werden konnte warum er diese Tat beging. Während Emma Klar ihn als verdeckte Ermittlerin beschattet kann sie keine ungewöhnlichen Vorkommnisse feststellen. Nachdem zwei entstellte Leichen in einer Ferienanlage an der Ostsee entdeckt werden, gehört Klausen zu den Verdächtigen. Kann es wirklich Klausen gewesen sein? Und wie nah kann man einem Verdächtigen kommen ohne dabei als nächstes Mordopfer zu enden?


Review

Immer wieder schafft es die Autorin einen an der Nase herum zuführen und so bleibt es bis zum Schluss spannend.

Auch hier steht Emma wieder im Vordergrund und so erlebt man wie sie wieder aneckt und sich während der Ermittlung ihren eigenen Weg sucht. Spannend bleibt dieser Weg auf alle Fälle, denn er endet in einem Cliffhanger und man erfährt nicht wieder ausgeht. Die anderen im Ermittlerteam bleiben eher blass. Dafür erfährt man aber erstaunlich viel über die Verdächtigen und das ist ja auch nicht schlecht.

Es lässt sich alles flüssig lesen und so fliegt man nur durch die Seiten. Durch die bildhaften Beschreibungen kann man sich sowohl die Charaktere als auch die Umgebung gut vorstellen. Wobei die Tatort recht nüchtern und sachlich beschrieben werden, was mir recht gut gefallen hat.

Was mich ein wenig gestört hat waren die Dialoge. Oft habe ich genau an der Stelle den Faden verloren und es fiel mir dann auch schwer wieder in die Handlung hineinzufinden.

Auch bei der Namenswahl hätte man ruhig etwas kreativer sein können. So etwas wie "Klaus" und "Klausen" kommt vor, aber macht sich in einem Buch nicht so gut. Bei einigen Charakteren hat man einfach kein klares Bild vor Augen und das kommt erschwerend hinzu.

Das Lokalkolorit fehlt leider völlig. Mir fehlt etwas die Ostsee, die Haff vom Titel und anderes. So könnte es rein theoretisch überall spielen und das ist irgendwie schade.



Fazit

Man muss nicht unbedingt "Todesstrand" vorher gelesen haben um sich in der Handlung zurecht zu finden, denn es werden genügend Hintergrundinformationen geliefert.

Alles in allem ist es ein kurzweiliger Krimi bei dem unter anderem um Jugendwerkhöfe in der ehemaligen DDR geht. Der Handlungsstrang ist gut herausgearbeitet und so erfährt man einiges über die Vorgehensweisen in solchen Einrichtungen. Es ist wirklich erschreckend das alles zu lesen, weshalb der Krimi wahrscheinlich nichts für Zartbesaitete ist. Die Autorin beschreibt das Thema nicht reißerisch oder bildhaft, aber trotzdem stimmt es nachdenklich. Wobei es etwas schade ist, dass das alles nur so angeschnitten wurde und es mehr wie eine Randerscheinung behandelt wurde.

Das Buch wirft auf jeden Fall einige berechtigte Fragen auf. Ist Emma Klar wirklich in der Lage in diesem Beruf zu arbeiten trotz ihrer Vergangenheit? Wird sie irgendwann die Seiten wechseln, weil die Mordlust zu groß geworden ist? Schließlich kann sie ihre Peiniger nicht mehr für das bestrafen, was sie ihr angetan haben. Wie weit darf Selbstjustiz gehen? Kann das alles was in den Jugendwerkhöfen passiert ist überhaupt angemessen bestraft werden?

Rezension zu "Todesstrand"

Freitag, 13. September 2019

#237 Bücherregal - Goldene Zeiten im Gepäck







TitelGoldene Zeiten im Gepäck
AutorAdriana Popescu
VerlagPiper Verlag
GenreRoman
Seiten512 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Eigentlich hatte Karla gehofft, dass andere ihre Geheimnis nie erfahren werden. Aber Elisabeth Kaiser hat es trotzdem geschafft und erpresst mit ihrem Wissen die Pflegehelferin. Denn Frau Kaiser hat einen Plan und dafür braucht sie Karla, aber diese soll so wenig davon wissen wie möglich und sie nur quer durch Europa fahren. Denn bei den Olympischen Sommerspielen 1956 in Melbourne lernte sie jemanden kennen, doch diese Liebe durfte nicht sein. Und nach so vielen Jahren wird es endlich Zeit ein Versprechen einzulösen.

Review

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von den Hauptprotagonisten Elli und Karla erzählt. So erhält man einen tiefen Einblick in die jeweilige Gefühlswelt. Zu Beginn von jedem Kapitel erfährt man wer gerade erzählt, wo die Person sich befindet und zu welcher Zeit das alles geschieht. So hat man die ganze Zeit einen guten Überblick über das Geschehen. Immer wieder gibt es auch Rückblenden in Ellis Vergangenheit, die einem nach und nach den Grund für ihre Reise verraten.

Die beiden Hauptprotagonisten Elli und Karla könnten unterschiedlich nicht sein. Doch trotzdem harmonieren sie miteinander und finden nach und nach immer mehr zueinander. Elli hat ein langes Leben hinter sich und bereut es damals bestimmte Schritte nicht gegangen zu sein. Karla ist noch jung und befindet sich gefühlt in einer Sackgasse, denn sie traut sich einfach nicht gewisse Schritte zu gehen. Elli ist wirklich nicht auf den Mund gefallen und das merkt man immer wieder an den spitzen Bemerkungen gegenüber Karla. Diese führen nicht nur zu sehr unterhaltsamen Dialogen, sondern regen Karla auch zum Umdenken an. Zu Beginn des Buches ist sie noch unsicher und lässt sich sehr leicht von anderen beeinflussen, weshalb sie eigentlich gar nicht weiß was sie wirklich will. Diese Unsicherheit versucht sie immer wieder zu kaschieren, aber so wirklich will ihr das nicht gelingen. Doch die spitzzüngigen Bemerkungen von Elli bringen sie dazu endlich einmal herauszufinden was ihre eigenen Ziele und Stärken sind. Beide haben auf jeden Fall ihre Ecken und Kanten und sind alles andere als perfekt, was sie so liebenswürdig und realistisch macht.

Das Cover ist liebevoll und ziemlich minimalistisch gestaltet. So sieht man Elli und Karla, die auf Karlas Auto zugehen mit dem sie nach Rumänien fahren.

Die Spannung wird durch die vielen teils doch sehr überraschenden Wendungen aufrecht erhalten. Selbst wenn die Szenen einmal trauriger werden, gibt es genug lustige Stellen um das alles wieder etwas aufzulockern. Durch den Schreibstil lässt sich das alles flüssig lesen und durch die bildhaften Beschreibungen hat man zu jeder Zeit ein klares Bild vor Augen.

So wirklich gestört haben mich nur einige Dialoge bei denen es gefühlt nur hin- und herging und wenn man dann nicht genau aufgepasst hat, dann hat man den Faden verloren.


Fazit


Während dem Lesen habe ich gemerkt, dass die Lesepausen immer größer wurden. Und nicht weil ich die Handlung irgendwie schlecht fand, sondern weil ich noch mehr Zeit mit den Hauptprotagonisten verbringen wollte. Mir sind die Hauptprotagonisten richtig ans Herz gewachsen und am liebsten würde ich noch eine Fortsetzung zu dem Buch lesen. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl mich richtig gehend zu langweilen auf der 500 Seiten andauernden Reise. Es kommen zwar Längen vor, aber die fallen nicht groß auf. Leider nimmt das ja mittlerweile Überhand mit den 300 Seiten andauernden Romanen, was ich wirklich schade finde.

Zusammenfassend lässt sich schreiben, dass es sich hierbei um einen unterhaltsamen Roman handelt, der zum Nachdenken anregt. Ist es wirklich wichtig sich vor schweren Entscheidungen zu drücken, nur weil man dem Gegenüber nicht verletzen möchte? Wie viel Stillstand hält man im Leben aus ohne daran zu zerbrechen? Kann man wirklich vor Entscheidungen oder Problemen wegrennen und was passiert wenn diese einen eines Tages einholen?

Mittwoch, 11. September 2019

#28 Booktalk - All the bright places

Hallo,

Im August hatte ich das Buch "All the bright places" von Jennifer Niven gelesen. Bei dem Buch geht es um die Themen psychische Erkrankungen, Selbstmord und vieles mehr und da ich mich einfach nicht kurz fassen konnte, gibt es darüber einen Booktalk. Es ist halt ein Thema welches mir sehr nahe geht und ich finde es sollte mehr Bücher geben in denen psychische Erkrankungen nicht romantisiert werden.






Ausgerechnet auf dem Glockenturm der Schule begegnen Finch und Violet. Eigentlich waren beide unabhängig voneinander gewillt dazu ihr Leben zu beenden, doch Finch entschließt Violet kurzerhand dazu zu überreden eben nicht zu springen. Bei einem Schulprojekt bei dem es darum geht ihren Bundesstaat besser kennen zu lernen besteht Finch darauf mit Violet zusammen zu arbeiten. Und so lernt Violet viel über den viel zu lauten Finch kennen, der ihr auch noch zeigt wie wichtig es ist die Tage bis zum Abschluss nicht nur zählen sondern auch tatsächlich zu leben.

Die Handlung wird abwechselnd von Finch und Violet erzählt, so dass man sich von der Gefühlswelt der beiden ein recht gutes Bild machen kann. Man wird auch direkt in das Geschehen hinein geworfen, das heißt es gibt absolut kein Vorgeplänkel. 

Es ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Startpunkt für eine Geschichte, denn beide sind auf dem Glockenturm der Schule um ihr Leben zu beenden und lernen sich dabei kennen. Und man erlebt wie verschieden die beiden mit der Situation danach umgehen.

Alles in allem hält das Buch was es verspricht, denn Violet lernt das Leben zu lieben von Finch, der am liebsten sterben würde. Immer wieder durchlebt dieser Höhen und Tiefen(Manische Phasen und Depression) und genau das wird nachvollziehbar und deutlich dargestellt. Dadurch verläuft auch die Beziehung bzw. die Freundschaft zwischen den beiden nicht rosig und es gibt einfach eine Menge Konfliktpotential. Sie sind halt total das Gegenteil und leben eigentlich in ganz anderen Welten. Zumal der Kontrast zwischen nicht leben wollen und wieder leben wollen(aber nicht wissen wie) wirklich extrem ist und  es deshalb zwangsläufig zu Streit kommen muss.

Aber auch Violets Unfähigkeit Gefühle zu empfinden seit dem Tod ihrer Schwester wird gut dargestellt. Leider vergessen viele, dass auch dieses nicht fühlen können ein Symptom einer Depression sein kann. 


Leider gibt es einige Längen und alles verläuft gefühlt sehr langsam und schleppend. Die Beziehung der beiden baut sich schleichend auf, was eigentlich total realistisch dargestellt wurde aber trotzdem gingen mir diese Längen ab der Hälfte ziemlich auf die Nerven. Zumal die Handlung auch viel zu wenig Überraschungen bot.

So wirklich weiß man zudem nicht warum Finch so handelt und er bleibt bis zum Schluss nicht wirklich greifbar. Und dabei beziehe ich mich nicht ausschließlich auf seine Handlungsgänge und Taten während den manischen Phasen, sondern auch auf die während den depressiven. Vor allem der Schluss lässt einen deshalb unzufrieden zurück, auch wenn das wahrscheinlich der Sinn dahinter sein soll. Schließlich verschwindet Finch einfach wie so oft und da ist es eigentlich auch vollkommen logisch, dass man als Leser nicht mehr weiß als die anderen Protagonisten. Trotzdem hinterlässt die Erzählweise bei einem ein sehr ungutes Gefühl. 

Allein wegen der fehlenden Dicke des Buches fehlt es den Hauptcharakteren an Tiefe und so scheint es als wäre das Hauptmerkmal der beiden die jeweilige psychische Erkrankung. Es passiert halt relativ Handlung auf so wenigen Seiten und deshalb wirken die Charaktere auch ziemlich unausgereift. So viel es mir auch schwer eine Bindung zu ihnen auszubauen. Die Nebencharaktere bleiben zudem blass und austauschbar.


Das Buch hat bei mir ein wirklich beklemmendes Gefühl hinterlassen. Hier möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen: Lest das Buch nicht, wenn ihr psychisch labil seid oder euch Themen wie Selbstmord oder allgemein psychische Erkrankungen triggern könnten. Finch leidet unter einer bipolaren Störung und Violet hat seit dem tödlichen Unfall ihrer Schwester mit einer schweren Depression(vermutlich) zu kämpfen. 

Hierbei handelt es sich zwar um ein YA-Buch, aber trotzdem ist es nicht ohne. Am Schreibstil merkt man natürlich auch das Zielpublikum, was ich aber nicht schlimm fand. Schließlich sind solche Bücher extrem wichtig für junge Leute, denn leider ist das Stigma was psychische Erkrankungen betrifft riesig und darüber wird einfach viel zu selten gesprochen. Es werden halt deutlich die Denkweisen eines suizidalen Menschen gezeigt ohne dabei ins melodramatische abzudriften(nicht jeder suizidale Mensch denkt so, aber das sollte ja klar sein). Vor allem wird hier nichts romantisiert, sondern schonungslos darüber geschrieben wie das Leben mit solchen Erkrankungen ist.

Wer hier jedoch Tiefe erwartet ist fehl am Platz, es ist halt ein YA-Buch. Das macht es nicht zu einem schlechten Buch, schließlich habe ich von vorne herein auch nichts anderes erwartet. Es soll halt einem ein Einblick geben und nicht mehr. 

Die Autorin greift hier auf eigene Erfahrungen zurück und das merkt man auch, denn alles wird sehr authentisch erzählt.

Alles in allem ist es ein durchaus lesenswertes Buch und somit würde ich 3,5 von 5 Punkten vergeben. Es gibt einige Kritikpunkte und hätte es ein anderes Zielpublikum, dann würde ich es auch um einiges schlechter bewerten. Die beiden Hauptprotagonisten sind zudem nun einmal Teenager und das sollte man sich immer wieder vor Augen führen.

Habt ihr dieses Buch schon gelesen? Wie fandet ihr es oder habt ihr noch vor es zu lesen? Sollte es mehr Bücher über psychische Erkrankungen geben? Gerne verlinke ich hier eure Rezension.

Viele Grüße

Sonntag, 8. September 2019

#236 Bücherregal - Mondprinzessin(Kurzrezension)



TitelMondprinzessin
AutorAva Reed
VerlagCarrick Publishing
GenreFantasy
Seiten252 Seiten
Meine Bewertung
1,5/5

 Inhalt

Lynn wuchs in einem Heim und mit dem Glauben auf ein Waisenkind zu sein. An ihrem 17. Geburtstag erscheint ein leuchtendes Sternbild auf ihrem Unterarm ehe sie kurz darauf am gesamten Körper leuchtet. Angelockt von diesem Licht machen Mondkrieger auf sie Jagd, doch auch Juri sieht dieses Licht und macht sich auf die Suche danach. Nachdem er Lynn gerettet hatte teilt er sie ihr mit, dass sie eine Mondprinzessin sei. Und ehe sie das ganze Ausmaß dieser Aussage begreifen kann soll sie schon einen Prinzen heiraten. Dabei schlägt ihr Herz für Juri, auch wenn diese Liebe nicht sein darf.

Review

Die Idee finde ich total klasse und das Buch hat auch eine Menge Potential. Das Cover sowie die Kapitel sind wirklich schön gestaltet. Aber das war auch wie es scheint das einzig positive, was ich bei dieser Rezension hervor heben kann.

Der Anfang des Buches ist wirklich viel versprechend und wenn diese Qualität der Erzählweise durchgehend vorhanden gewesen wäre, dann wäre es eine wirklich gut erzählte Geschichte. Aber so hat die Qualität spätestens nach dem Lynn es erste Mal ihren Eltern begegnet war rapide abgenommen.

Beim Lesen fühlt es sich ab dem Zeitpunkt so ans als würde die Handlung nur noch so herunter gerattert werden. Man wird förmlich von einem Ort zum anderen geschmissen und Erklärungen bleiben oft aus. So bleibt dann auch alles eher blass und man verliert leicht die Orientierung. Da man hier nicht ohne zu spoilern konkreter aufzählen kann was einen stört möchte ich einfach nur kurz beschreiben wie sich das alles liest. Es liest sich so als hätte es viele schöne Ideen für einzelne Szenen gegeben, aber dafür fehlten einfach die logischen Übergänge. Da diese aber nicht nachgeliefert wurden gibt es Handlungslücken. Und das frustriert beim Lesen, wenn man nicht weiß wie der Autor von A nach B kam und sich die Charaktere auch dementsprechend sprunghaft verhalten.
Leider haben einige dieser Szenen kaum Relevanz und deshalb gibt es einige Längen, was fatal ist bei einem so dünnen Buch.

Selbst die einzelnen Charaktere bleiben austauschbar und lediglich zu den beiden Hauptprotagonisten kann man eine Art Bindung aufbauen, weil diese als einziges mehrdimensional beschrieben werden.
Was mir vor allem gefehlt hat war die Beschreibung der Orte und das hat beim Lesen schon ziemlich gestört. Normalerweise lernt man so etwas im Laufe der Geschichte so etwas kennen, aber hier hat man wirklich wenig darüber erfahren.


Fazit

Um ehrlich zu sein bin ich ziemlich enttäuscht was das Buch betrifft. Ava Reed ist ja eigentlich für ihre guten Bücher bekannt und folglich habe ich genau das erwartet. Wenn man dem Buch um die 150-200 Seiten mehr gegeben hätte, dann wäre das alles wahrscheinlich auch viel besser. So ist es einfach nur eine Lektüre für zwischendurch, die mich nicht wirklich bewegt hat. Ich habe sie nur mit mäßigen Interesse bis zum Schluss gelesen und war vom Ende einfach nur enttäuscht.

Als ich es dann zu Ende gelesen hatte war ich einfach nur froh darüber, dass ich das Buch nur ausgeliehen hatte. Ich hatte die vielen guten Bewertungen gesehen und es hatte ja auch den Lovelybook Lesepreis gewonnen, aber leider habe ich mich wohl täuschen lassen. Zudem finde ich es einfach nur traurig, wenn bei einem so hoch gelobten Buch komplett der rote Faden fehlt.

Freitag, 6. September 2019

#235 Bücherregal - Bookless



TitelBookless
AutorMarah Woolf
VerlagOetinger Taschenbuch
GenreFantasy/Jugendbuch/Youngadult
Seiten312 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Laut Lucy können auch Bücher Emotionen und ihren ganz eigenen Charakter haben. In ihren Augen sind sie etwas ganz besonderes und so muss man sie auch behandeln damit sie einem ihr Geheimnis verraten. Während einem Praktikum in der Londoner Nationalbibliothek entdeckt leere Bücher im Archiv. Als sie andere darauf anspricht können sich diese im Gegensatz zu ihr nicht mehr an die Existenz dieser erinnern. Auch ihr Mal in Form eines Buches beginnt verrückt zu spielen und die Bücher flehen um Hilfe. Zudem lernt sie dort den mysteriösen Nathan kennen, der ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf geht.

Review

Am meisten hat mir die Umgebung in der es hauptsächlich spielt gefallen. Ich konnte mir richtig die alte Bibliothek und ihr Archiv vorstellen und wie kühl es dort ist. Auch bei dem Leseraum hatte ich direkt ein klares Bild vor Augen. Zur Geschichte hätte einfach keine moderne Bibliothek gepasst und deshalb bin ich auch froh darüber, dass sie ausgerechnet in der Londoner Bibliothek spielt.
Vor allem Nathans Großvater fand ich sehr gruselig dargestellt und ich musste immer wieder an seinen strikten alten Mann in einem Herrenhaus denken. Und die beiden Hunde unterstreichen dieses Bild auch noch. Ich bin auf jeden Fall darauf gespannt was er noch für eine Rolle einnimmt und wie gnadenlos er wirklich handelt.

Erst ab der Hälfte nimmt die Handlung so richtig Fahrt auf und dann passiert auch ziemlich viel auf einmal. Man erfährt dann auch viel über die Hintergründe der beiden Hauptprotagonisten Lucy und Nathan und dieser wird auch endlich greifbarer.

Das Cover passt zwar nicht unbedingt zur Handlung, aber es ist definitiv ein absoluter Eye-Catcher. Es ist mal etwas anderes als die ganzen 08/15-Pärchencover oder die nichtssagenden Gesichter auf dem Cover.

Stellenweise war die Handlung wirklich klischeehaft und das sah man alleine daran wie Lucy gegenüber Nathan reagierte und was sich zwischen den beiden entwickelte. Es sind dann doch halt sehr typische YA-Protagonisten, was ich sehr schade finde. Auch die Auswahl einiger Bücher war sehr klischeehaft und voraussehbar, aber um so etwas kommt man bei einem Jugendroman wahrscheinlich nicht drum herum.

Was mich auch immer wieder irritiert hat ist, dass die Handlung tatsächlich in der heutigen Zeit spielt. Jedes Mal wenn sie ein Handy nutzen oder anderes fand ich das sehr irritierend, denn es wirkte wie eine Handlung aus dem späten 18. bzw. frühen 19. Jahrhunderts. Ich kann jetzt noch nicht einmal genau festmachen woher dieser Eindruck kam, aber als ich das Buch mal für ein paar Tage auf Seite gelegt hatte während dem Lesen war ich erst einmal total irritiert wegen der Zeit.

Was mich auch noch irritierte war alles was das Archiv selbst betraf. Hier hätte ich mir etwas realistischere Szenarien bzw. Gegebenheiten gewünscht. Eine Praktikantin wird ja wohl kaum nach so kurzer Zeit alleine dort arbeiten dürfen. Und irgendwie ist es wirklich sehr schwer vorstellbar, dass all die Bücher dort in Schutzkartons lagern und zusätzlich noch in Wachspapier eingewickelt sind oder werden. So bekommt man leider ein völlig falsches Bild davon.



Fazit

Das Buch macht definitiv Lust auf mehr und es endet mit einem riesigen Cliffhanger. Was am Anfang passiert wird nicht wirklich aufgeklärt, aber ich denke den Grund dafür wird man nach und nach im Laufe der anderen beiden Bände erfahren.
Es ist auf jeden Fall ein sehr interessantes Szenario und beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt was Nathan mit den Büchern vorhat und was jetzt die Hüterinnen sind.

Man kann es prima zwischendurch lesen und ich hoffe einfach einmal, dass die Handlung etwas tiefgründiger ist in den folgenden Bänden. Auch die Charaktere sollten für meinen Geschmack weniger klischeehaft rüber kommen. So wirkt der 1. Teil der Trilogie halt einfach nur wie eine viel zu lange Einleitung bzw. Erklärung, was ich sehr schade finde.

Mittwoch, 4. September 2019

Lesemonat August


Guten Morgen :)

Hier ist mein Lesemonat August und ein kleiner Rückblick.

Für meinen Blog habe ich insgesamt 9.015 Wörter geschrieben und für meine Fanfictions ganze 8.389 Wörter was ganze 562 Wörter pro Tag macht.
  1. Ende gut, alles gut! von Thomas Herzberg, 211 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  2. Die Öko-Challenge von Komplett-Media, 176 Seiten, 4/5 Sternen, Booktalk
  3. Selfies vom Mond von André Nagerski, 123 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  4. Der Tote im Strandkorb von Anna Johannsen, 284 Seiten, 2,5/5 Sternen, Rezension
  5. Wenn nicht jetzt, wann dann von Harald Lesch, 369 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  6. To Kill a Mockingbird von Harper Lee, 324 Seiten, 4,5/5 Sternen, Booktalk
  7. Mörderinnen von Veikko Bartel, 240 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  8. Nur eine Ewigkeit mit dir von Kristina Moninger, 300 Seiten, 3/5 Sternen
  9. Retribution Ridge von Anna Willett, 232 Seiten, 1,5/5 Sternen, Rezension
  10. Rabenschwarze Intelligenz von Josef H. Reichhoff, 256 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  11. Watership Down von Richard Adams, 485 Seiten, 5/5 Sternen, Booktalk
  12. Unbarmherzig von Markus Kleinknecht, 424 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  13. Brainspam von Torsten Sträter, 191 Seiten, 3/5 Sternen, keine Rezension
  14. Wie ich vom Weg abkam um nicht auf der Strecke zu bleiben von Eduard Freundlinger, 276 Seiten, 3,5/5 Sternen, Rezension
  15. Solange die Hoffnung uns gehört von Linda Winterberg, 471 Seiten, 5/5 Sternen, Booktalk
  16. One perfect lie - Der Schein trügt von Lisa Scottoline, 412 Seiten, 2/5 Sternen, Rezension
  17. Das Blut der Hirsche von Mons Kallentoft und Markus Lutteman, 397 Seiten, 4,5/5 Sternen Rezension
  18. Mörder von Veikko Bartel, 256 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  19. In all den Jahren von Barbara Leciejewski, 449 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  20. Weil mein Herz dich ruft von Jennifer Waschke, 269 Seiten, 4,5/5 Sternen, Rezension
  21. Apocalypse Z von Manel Loureiro, 397 Seiten, 3/5 Sternen
  22. Du bringst mein Leben so schön durcheinander von Claire Christian, 320 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  23. Papst Franziskus von Michael Hesemann, 321 Seiten, 4/5 Sternen, keine Rezension
  24. Gier von Marc Elsberg, 448 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  25. Mit allen Mitteln von Jens Bühler, 366 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  26. Universum für Neugierige von Harald Lesch, 258 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  27. Die Stille vor dem Tod von Cody McFadyen, 481 Seiten, 3/5 Sternen, Booktalk
  28. Der Präsident von Sam Bourne, 480 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  29. Savage moon von Cris Simms, 418 Seiten, 3/5 Sternen
  30. Wie Gräser im Wind von Ella Zeiss, 383 Seiten, 5/5 Sternen, Booktalk
  31. Freak the Mighty von Rodman Philbrick, 192 Seiten, 4,5/5Sternen, Rezension
  32. Von Hoffnung getragen von Ella Zeiss, 416 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  33. Unauthored letters von Tara C. Allred, 392 Seiten, 1,5/5 Sternen
  34. Who the fuck is dracula? von Sebastian Wotschke, 78 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  35. Terms of use von Scott Allan Morrison, 384 Seiten, 3/5 Sternen, keine Rezension
  36. Am Ende dieses Jahres von Anja May, 364 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  37. Die Angst schläft nie von Rachel Caine, 381 Seiten, 3/5 Sternen, Rezension
  38. Suitcase Girl von Ty Hutchinson, 344 Seiten, 1/5 Sternen
  39. Die Einkaufsrevolution von Tanja Busse, 320 Seiten, 4/5 Sternen, Booktalk
  40. Hannah und ihre Brüder von Ronald H. Balson, 476 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  41. Nachts schweigt das Meer von Kate Penrose, 464 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  42. Dry von Neal und Jarrod Shustermann, 448 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  43. Dünenblut von Sven Koch, 352 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  44. Dschungel von Friedemann Karig, 383 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  45. Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte von Anne Freytag, 448 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  46. Juister Mohn von Elke Bergsman und Anna Johannsen, 287 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  47. Hostile Witness von Rebecca Forster, 420 Seiten, 2,5/5 Sternen, Rezension
  48. Hafenmord von Katharina Peters, 316 Seiten, 3/5 Sternen, Rezension
  49. The Victims' Club von Jeffery Deavers, 45 Seiten, 3/5 Sternen, keine Rezension
  50. Die Straße des Siegers von Osmar White, 304 Seiten, 3/5 Sternen, keine Rezension
  51. Pata Negra von Eduard Freundlinger, 432 Seiten, 3/5 Sternen, keine Rezension
  52. Bookless von Marah Woolf, 312 Seiten, 3,5/5 Sternen
  53. Der Mann auf der Hallig von Anna Johannsen, 303 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  54. Shining von Stephen King, 625 Seiten, 5/5 Sternen, Booktalk
  55. When the water runs out von David Canford, 316 Seiten, 2,5/5 Sternen, keine Rezension
  56. Träume aus Silber von Mina Baites, 306 Seiten, 3,5/5 Sternen, Rezension
  57. Jenseits von Schwarz von Lucie Flebbe, 288 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  58. Küstenstill von Elias Haller, 380 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  59. After: The shock von Scott Nicholson, 296 Seiten, 2/5 Sternen
  60. Bauernschädel von Stefan K. Heider, 252 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  61. Rache und Roter Schnee von Elias Haller, 394 Seiten, 3,5/5 Sternen
  62. Das Weinen der Kinder von Arne M. Boehler, 352 Seiten, 4,5/5 Sternen, Rezension
  63. Steht auf, auch wenn ihr nicht könnt! von Maximilian Dorner, 4/5 Sternen, 192 Seiten, Rezension
  64. Mondprinzessin von Ava Reed, 252 Seiten, 1,5/5 Sternen
  65. The hate u give von Angie Thomas, 528 Seiten, 5/5 Sternen, Rezension
  66. 40 Stunden von Kathrin Lange, 416 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  67. Pitti auf hoher See von Bianca Dennemark, 175 Seiten, 3,5/5 Sternen, Rezension
  68. The perfect roommate von Minka Kent, 258 Seiten, 1/5 Sternen, keine Rezension
  69. Die ferne Hoffnung von Ellin Carsta, 362 Seiten, 3/5 Sternen, keine Rezension
  70. Simon vs. the homo sapiens agenda von Becky Albertalli, 352 Seiten, 5/5 Sternen, Buch und Film
  71. Der Präparator von Miker Omer, 458 Seiten, 4/5 Sternen
  72. All the bright places von Jennifer Niven, 432 Seiten, 3,5/5 Sternen
  73. Die Macht der Verzweiflung von Hendrik Falkenberg, 377 Seiten, 4/5 Sternen, Rezension
  74. Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King, 609 Seiten 4,5/5 Sternen
  75. Strange the dreamer von Laini Taylor, 560 Seiten, 4/5 Sternen
  76. Dracula von Bram Stoker, 275 Seiten, 4/5 Sternen

Insgesamt 26.335 von 26.250 Seiten und 76 von 75 Büchern, 347 Seiten/Buch

Januar: 11 Bücher, 3.000 Seiten, 273 Seiten/Buch
Februar: 9 Bücher, 3.145 Seiten, 350 Seiten/Buch
März: 8 Bücher, 3.071 Seiten, 384 Seiten/Buch
April: 9 Bücher, 3.008 Seiten, 335 Seiten/Buch
Mai: 9 Bücher, 3.523 Seiten, 392 Seiten/Buch
Juni: 9 Bücher, 3.073 Seiten, 342 Seiten/Buch
Juli: 14 Bücher, 4.452 Seiten, 318 Seiten/Buch
August: 7 Bücher, 3.063 Seiten, 438 Seiten/Buch


Genre
Dystopie: 3
Fantasy: 3
Historischer Roman: 7
Horror: 2
Humor: 2
Klassiker: 3
Krimi: 12
Mystery: 2
Psychothriller: 7
Roman: 10
Sachbuch: 9
Science-Fiction: 1
Thriller: 13
True Crime: 2

Neuzugang
-

Rezensionsexemplare
-

Lese ich gerade:
Das Paulusevangelium von Wolfgang Hohlbein

Auf meinem SuB befinden sich noch um die 6 Bücher und 8 ebooks. So wirklich SuB kann man ihn ja bei der Größe nicht nennen und ich denke spätestens im Oktober wird die Zahl wieder unter 10 rutschen.

Meine persönliches Highlight war:
Simon vs. the homo sapiens agenda von Becky Albertalli, 352 Seiten, 5/5 Sternen

Was ich so toll an dem Buch finde ist neben der Handlung die Aussage in Form einer Frage, warum hetereosexuell die Norm ist. Die Autorin hat es geschafft eine glaubwürdige Handlung zu kreiren und ich würde gerne noch viel mehr über diese Charaktere lesen. Ich habe mir danach den Film angesehen und habe mich darüber gefreut, dass es nicht kitschig wurde. Bei manchen YA-Büchern hat man ja das große Problem, dass der Hauptprotagonist(meistens) sich in eine Art Märchenprinz verwandelt und einfach zu perfekt wird. Also die Dialoge sind zu gestellt, er handelt immer so wie sich das Mädchen bzw. die Frau das vorstellt und gut heißt und so weiter. Das war hier nicht der Fall und deshalb wirkt alles auch so authentisch, weil Simon eben nicht perfekt ist.

Enttäuscht war ich von: 
-

Tatsächlich hat mich diesen Monat kein einziges Buch enttäuscht. Ich hatte ja "Dracula" als Kindle in Motion gelesen und war etwas enttäuscht von den wenigen Illustrationen, aber das macht ja nicht das Buch an sich schlecht.

Bei der 'Goodreads Summer Reading Challenge' habe ich schon alle Aufgaben bis auf 2 geschafft. ich werde sie also definitiv jetzt im September abschließen.

Jetzt habe ich tatsächlich schon die Jahreschallenge von Goodreads geschafft. Als Ziel hatte ich mir 75 Bücher gesteckt und da ich bei einem Buch von 350 Seiten ausgehe, währen das 26.250 Seiten gewesen. Da ich Bücher mit durchschnittlich 347 Seiten gelesen habe komme ich auch etwas über die 26.250 Seiten, aber das ist ja nicht weiter schlimm. Alles in allem bin ich wirklich stolz auf mich, denn das sind eine Menge Bücher. Insgesamt habe ich Bücher aus 14 unterschiedlichen Genres gelesen und mal schauen, ob ich noch ein paar andere tolle Genres finden kann. 2018 hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon 31.855 Seiten gelesen, also 91 Bücher gelesen.

Um mich weiterhin zum Lesen zu motivieren setze ich das neue Ziel auf 100 Bücher, das entspricht 35.000 Seiten.

Ansonsten war der Monat recht ereignislos. So wirklich viel gezeichnet habe ich nicht. Dann war ich seit langem mal wieder im Kino und habe "Spiderman - Homecoming" und "König der Löwen" gesehen. Beide Filme haben mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich normalerweise nicht so der Fan von Filmen bin. Was die Nervenschmerzen betrifft merke ich einfach, dass es auf den Herbst zugeht und die schöne Zeit einfach vorbei ist. Ich bin es nicht anders gewohnt, aber trotzdem setzt es mir dieses Jahr ziemlich zu.

Viele Grüße

Sonntag, 1. September 2019

#234 Bücherregal - Wie ich vom Weg abkam, um nicht auf der Strecke zu bleiben(Kurzrezension)


TitelWie ich vom Weg abkam, um nicht auf der Strecke zu bleiben: Meine Pilgerreise
AutorEduard Freundlinger
VerlagAllitera Verlag
GenreSachbuch/Biografie
Seiten276 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Der Autor beschließt die 800 km Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela ohne große Vorbereitung zu pilgern um mit sich ins Reine zu kommen und dem Alltag zu entfliegen. Denn gerade geht einiges schief in seinem Leben. Er erzählt von lustigen oder skurilen Erlebnissen und versucht seinen bisherigen Lebensweg zu ergründen um neuen Mut zu schöpfen.

Review

Was ich wirklich bemerkenswert finde ist, dass der Autor tatsächlich den kompletten Weg zurück gelegt hat ohne seinen Rucksack zum Beispiel zwischendurch vorzuschicken. Und er hat vorwiegend in den Herbergen geschlafen anstatt in teuren Hotels.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und mir fiel es wirklich schwer das Buch auf Seite zu legen, weshalb ich es ziemlich rasch durch gelesen hatte.

Es wurde an einigen Stellen viel zu oberflächlich über Frauen geurteilt. Und es sind auch einige Passagen über Frauen dabei, die definitiv nicht in so ein Buch gehören. Leider sind einige Menschen so, was ich sehr schade finde. Hier sollte es ja um die Selbstfindung gehen und nicht darum so kurz nach der Trennung eine neue Frau zu finden.


Fazit

Der Autor erzählt mit viel Selbstironie von seiner Pilgerreise und verarbeitet bei dieser nicht nur den unerwarteten Suizid seiner Mutter, sondern auch die plötzliche Trennung von seiner Verlobten. Im Buch geht es aber auch um viele lustige Anekdoten und nicht alle sind vom Jakobsweg.  Er hinterfragt auch kritisch seinen bisherigen Lebensweg und stellt einige Fragen, die nachdenklich stimmen. Hier zieht er sich quasi ziemlich schonungslos vors Gericht und versucht optimistisch an die Sache heran zu gehen, obwohl in dem Moment vieles in seinem Leben Kopf steht.
Mich hat das Buch auf jeden Fall dazu gebracht meine Pläne für meine eigene Wanderung zu konkretisieren und mal in Angriff zu nehmen. Jedoch möchte ich im Gegensatz zum Autor mehr Zeit in die Vorbereitung investieren. Wobei ich es natürlich bewundere, dass er das alles auch ohne große Vorbereitung durchgezogen hat.