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Freitag, 15. April 2022

#451 Bücherregal - Der Zorn des Oktopus

 



TitelDer Zorn des Oktopus(2. Teil der Oktopus Reihe)
AutorDirk Rossmann, Ralf Hoppe
VerlagBastei Lübbe Audio
GenreÖkothriller
Seiten608 Seiten bzw. 1146 Minuten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Im Jahr 2029 hat uns die Klimakatastrophe fest im Griff. Schon einige Jahre zuvor hatten sich die Großmächte zu einer Klimaallianz zusammen geschlossen, um genau das zu verhindern. Doch stattdessen haben sie hauptsächliche ihre eigenen Ziele durchgesetzt und jetzt versuchen sie mithilfe eines Quantencomputers die Menschheit zu retten. Doch genau der wird gestohlen und derjenige hat ganz anderes im Sinn.

Review

Dieses Mal brauchte ich viel länger als bei "Der neunte Arm des Oktopus" bis ich mich an die Erzählweise gewöhnt hatte. Die ständigen Ortswechsel gepaart mit unendlichen vielen Charakteren erfordern ein hohes Maß der Aufmerksamkeit und da mussten Lesepausen sorgsam gewählt werden. Die beiden Büchern kann man vollkommen unabhängig voneinander lesen und alles nötige aus dem ersten Teil wird hier noch einmal erwähnt. Passend dazu gibt es einen neuen Held, der quasi in diese Funktion reinstolpert und man erfährt damit zeitgleich mit ihm warum der Quantencomputer in den falschen Händen so eine große Gefahr darstellt. Und genau dieses Szenario ist durchaus in naher Zukunft vorstellbar und man kann nur hoffen, dass das alles niemals eintreten wird. Und wer weiß schon, ob es tatsächlich bis zum Jahre 2029 dauert bis es zu ähnlichen Geschehnissen kommen wird?

Besonders gut haben mir die einzelnen Charaktere gefallen, die sehr vielschichtig und unterschiedlich. Das macht es um einiges leichter sie auseinander zu halten und es ist schön zu sehen, dass diese nicht nur gut oder böse sind. Somit bleibt es auch bis zum Schluss spannend, da man zusätzlich nie so ganz einschätzen kann was für persönliche Ziele sie verfolgen.

Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen bei den einzelnen Handlungssträngen, die sich erst relativ spät miteinander verknüpfen. Oft genug hatte ich mich während den Lesepausen gefragt, wie die ganzen Sachen letztendlich zusammen hängen und vor allem wie sie sich letztendlich beeinflussen werden. Und natürlich wer denn nun mit wem kooperiert und seine ganz eigene Agenda im Sinn hat. Mir hat das mit rätseln unheimlich viel Spaß gemacht, weshalb ich auch gut über die einzelnen Logikfehler hinwegsehen konnte.

Ein weiteres Problem waren die vielen, teils sehr ausschweifenden wissenschaftlichen Erklärungen. Manchmal hatte ich das Gefühl einem Sachbuch zu lauschen und hier hatte man ruhig einiges kürzen können. Schließlich dämpft genau das die Spannung und macht die Handlung viel zu langatmig. Man merkt auf alle Fälle, dass hier ein Co-Autor mit ins Boot geholt wurde. Dadurch hat sich der Schreibstil um einiges gebessert und wirkt nicht mehr ganz so holprig wie im ersten Teil. Man lernt auf jeden Fall eine Menge in diesem Buch und eigentlich sagt mir genau dieser Mix zwischen Thriller und Sachbuch total zu, jedoch war es mir dieses Mal einen Ticken zu viel an Input.


Fazit

Alles in allem hat mich der Thriller gut unterhalten, weshalb ich ihm 4 von 5 Sternen gebe. Wenn ich jetzt die einzelnen Kritikpunkte genauer bei der Bewertung berücksichtigen würde, müsste ich einen Stern abziehen. Da mir aber beim Lesen vor allem der Unterhaltungsfaktor wichtig ist komme ich auf diese Wertung.


Rezension zu "Der neunte Arm des Oktopus"

Freitag, 9. April 2021

#369 Bücherregal - Bienentod

 


TitelBienentod
AutorStephanie Mühlenhaupt
Verlagdp Digital Publishers
GenreThriller
Seiten322 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Der Klimawandel und das Aussterben der Bienen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass das Ökosystem sich grundlegend verändert. Aufgrund des gestiegenen Meeresspiegel leben die Menschen in den Bergen, doch selbst da ist die Hitze kaum erträglich. Die Lebensmittelknappheit macht vor allem dem ärmeren Teil der Bevölkerung zu schaffen. FoodTec arbeitet an gentechnisch veränderten Bienen, die all dem Abhilfe verschaffen sollen. Doch ist dem wirklich so oder verfolgt die Firma ihre ganz eigenen Interessen?


Review

Das Szenario ist wirklich nah an der Realität, allein weil es in China zum Beispiel aufgrund dem Einsatz von Insektiziden keine Bienen mehr gibt bzw. gab und die Arbeit dieser nun von Menschen übernommen werden muss. Und selbst hier ist der Bestand der Bienen massiv am schrumpfen. Und ich habe ja immer noch die leise Hoffnung, dass durch solche Bücher bzw. Unterhaltungsfilme Menschen anfangen darüber nachzudenken.

Das Hörbuch hatte mich wirklich gut unterhalten und so hatte ich es allein aufgrund der Länge von 8 Stunden relativ schnell durch. Und weil es mir unglaublich schwer fiel Pausen einzulegen, einfach weil ich Ökothriller liebe und das Szenario so interessant ist. Der angenehm flüssige Schreibstil trug maßgeblich dazu bei.

Was ich wirklich schade fand war die Kürze der Handlung, denn so etwas auf so wenigen Seiten zu erzählen funktioniert einfach nicht. Am Anfang des Buches bekommt man unglaublich viele Informationen über die Forschungsfirma, wie die Menschen in dieser Dystopie leben und alles klingt wirklich sehr gut durchdacht und interessant. Jedoch passiert für einen Thriller wirklich wenig und all das entspannende was passiert nimmt wenn man bedenkt wie wenige Seiten das Buch hat, sehr viel Platz ein. Und es gibt nur wenige Szenen, in denen man wirklich angespannt zuhört und darauf wartet was als nächstes passiert.

Und dann ab der Mitte ungefähr gibt es einen Cut, die Geschehnisse überschlagen sich und oft fehlten mir einfach die nötigen Informationen um alles richtig einordnen zu können. Es gibt zwar diese typischen Actionszenen aus Thrillern, aber so wirklich einen Thrill habe ich dabei nicht verspürt. Und dann gibt es ein sehr abruptes Ende, was sich gefühlt so gar nicht in den Handlungsverlauf einfügen wollte. 

So ganz weiß ich nicht, ob die klischeebehafteten Charaktere einfach der Länge der Handlung geschuldet sind. Denn wirklich viel Tiefe erlangt selbst die Hauptfigur nicht und so bleibt vieles vorhersehbar, einfach weil diejenigen immer entsprechenden ihrer Charaktereigenschaften handeln. Und Sophie fand ich einen Widerspruch an sich, da sie sich komplett anders wahrnimmt als sie wirklich ist und das hat mich an einigen Stellen einfach nur irritiert. Zumal ich nicht nachvollziehen konnte warum sie plötzlich all ihre Prinzipien über Bord wirft und genau das macht, was sie all die Jahre aufs Äußerste verurteilte.

Leider ist bis zum Schluss nicht ganz klar wie sich die Welt nun verändert hat. Denn anfangs ist die Rede davon, dass das Leben draußen kaum noch möglich ist und man Schutzkleidung genötigt aufgrund der starken Sonneneinstrahlung. Und dann gibt es unendlich viele Szenen draußen und von Schutzkleidung ist nicht die Rede. In den reicheren Vierteln kann man ja vermuten, dass da schützendes Glas oder ähnliches wie eine Art Kuppel fungiert. Aber was ist bei den Szenen in den ärmeren Vierteln? Auf alle Fälle hatte ich ab der Hälfte das Gefühl als würden die Charaktere ziemlich kopflos in einer Welt rumlaufen, in der alles so lebensfeindlich ist. Und ganz so als wären sie wohin katapultiert wurden, wo es gar nicht so lebensfeindlich ist. Ein anderer Aspekt der hier komplett irgendwann außer Acht gelassen wird ist der technische Fortschritt.


Fazit

Leider hat es an der Umsetzung gehapert und deshalb kann ich dem Ökothriller nur 3,5 von 5 Sternen geben, obwohl mich das Buch so gut unterhalten hatte. Für mich war es eher ein Ökokrimi, denn für einen Thriller fehlte mir der Thrill.