Mittwoch, 3. Januar 2018

Introversion - 7 Vorurteile



Guten Morgen :)

Hoffentlich hattet ihr alle einen guten Start ins neue Jahr.
Heute geht es um ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt.

Eine Lehrerin meinte einmal, dass sie noch nie einen so introvertierten Menschen wie mich getroffen hat. Und das meinte sie nicht böse. Viele in meinem Umfeld haben das im Laufe der Jahre angemerkt, aber die wenigsten hatten je ein Problem damit. Es wurde halt einfach akzeptiert, dass ich nicht mit auf Feiern gehe oder gerne meine Nase in Bücher vergrabe.
Introversion ist nichts wofür man sich schämen sollte und ich finde es immer schade, dass man teilweise mit Vorurteilen zu kämpfen hat.

#1 Du musst die Veränderung nur wollen:

Es ist ein Persönlichkeitsmerkmal, was man sich aber nicht selbst angeeignet hat. Ich kanns nicht einfach ablegen, nur weil mir danach ist. Es ist nun einmal angeboren und es ist auch nichts, was ich an mir verändern möchte!

#2 Du bist einfach nur schüchtern:

Nicht jeder introvertierte Mensch ist schüchtern. Und nur weil jemand schüchtern erscheint, ist er es nicht zwangsläufig. Nicht jeder Introvertierte ist zurückhaltend im Umgang mit anderen Menschen. Introvertierte reden ziemlich wenig in der Regel und auch nicht mit jedem. Wobei es natürlich auch Themen und Gelegenheiten gibt bei denen ein introvertierter sehr viel redet. Introvertierte brauchen einfach einen Grund für ein Gespräch oder eine Interaktion mit anderen Menschen, die wenigsten würden es nur machen um sich die Zeit zu vertreiben. Das hat aber absolut nichts mit Schüchternheit zu tun!

#3 Introversion ist gleich Introversion:

Ein ganz klares Nein: Jeder ist unterschiedlich stark introvertiert oder extrovertiert und das in unterschiedlichen Bereichen. Bei manchen halten sich die beiden Persönlichkeitsmerkmale die Waage, andere sind ganz klar das eine oder andere in bestimmten Bereichen.

#4 Du musst dich nur öffnen wollen:

Viele denken, dass introvertierte bewusst sich vor allen verschließen. Dabei ist dem nicht so, es gehört einfach zu dem Persönlichkeitsmerkmal. Man redet halt nur, wenn es darauf ankommt und das öffnen braucht einfach Zeit. Das ist aber meist keine bewusste Entscheidung.

#5 Du bist nicht sozial:

Introversion und Smalltalk passen nicht wirklich zusammen. Auf Feiern trifft man selten introvertierte. Freunde sollen wenn möglich wirklich Freunde sein und keine oberflächlichen Bekannte. Viele introvertierte verbringen ihre Zeit lieber im kleinen Kreise anstatt im großen. Aber das macht einen noch lange nicht zu jemandem, der nicht sozial ist! Nicht jeder braucht einen großen Freundeskreis um glücklich zu sein. Und nicht jeder Smalltalk-Meister ist automatisch sozial, also warum sollte einer der es nicht kann oder macht auch zwangsläufig nicht sozial sein?

#6 Introvertierte bevorzugen das alleine sein:

Extrovertierte Menschen brauchen andere um wieder Energie zu schöpfen, sie brauchen den Trubel. Introvertierte jedoch brauchen dieses nicht und ihnen reicht oft ein Bad oder ein Buch oder einfach eine andere ruhige Tätigkeit. Das kann in Anwesenheit von anderen vertrauten Personen oder auch alleine geschehen. Auch wenn introvertierte meist kein Problem damit haben einmal Zeit nur mit sich zu verbringen, haben sie meist nichts gegen etwas Gesellschaft solange diese ihnen nicht die Energie raubt.

#7 Sei einfach aktiver:

Das liegt nicht in der Natur der Introvertierten. Vor allem in Gruppenarbeiten gehen wir gerne einmal unter und oft kommen uns die besten Ideen erst, wenn wir hinterher wieder alleine für die Gruppenarbeit arbeiten. Natürlich gibt es auch Situationen in denen die Führung übernommen wird, aber das ist oft nicht der Fall.

Es ist wichtig, dass es sowohl extrovertierte als auch introvertierte gibt. Beide Persönlichkeitsmerkmale haben unterschiedliche Vor- und Nachteile, aber an sich ist keine grundsätzlich besser oder schlechter als die anderen.
Kennt ihr diese Vorurteile auch?

Liebe Grüße
Pea

Kommentare:

  1. Huhu,
    ein echt interessanter Beitrag, ich bin auch extrem introvertiert, aber irgendwie mag ich mich so, wie ich bin. Schlimm finde ich es nur, wenn Leute irgendwie denken, dass es schlimm ist, introvertiert zu sein ... Ich habe in meiner Schulzeit auch dauernd gehört, dass ich doch offener und sozialer sein soll. Aber wozu? Ist das wirklich ein Muss? Schade, dass wir immer noch in einer Gesellschaft mit wenig Akzeptanz leben ...

    Liebe Grüße und ich folge dir mal! :D Bist sympathisch!

    Jessi

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    1. Hallo :D
      Am introvertiert sein ist in der Regel absolut nichts schlimmes dran, solange man diese Eigenschaft an sich selbst zu schätzen weiß. Und Introversion hat ja auch viele Vorteile.
      Mittlerweile ist es ein wenig besser, was die Akzeptanz in der Gesellschaft betrifft. Wobei man trotz allem immer noch auf Leute trifft, die einfach keine Ahnung haben. Es sollte jedem selbst überlassen sein wie groß der Freundeskreis ist oder ob man auf Partys geht oder nicht. Und ich finde es einfach total daneben, wenn andere Menschen meinen jeder müsste seine ganze Lebensgeschichte herausposaunen und mit allem und jedem befreundet sein. Ich hab lieber einige, wenige Freunde anstatt sehr viele und dann welche, die mir bei jeder Gelegenheit in den Rücken fallen.

      Danke fürs folgen :) Ich schau auch mal auf deinem Blog vorbei.

      Bye

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  2. Hallo Pea,

    ich habe gerne deinen Beitrag gelesen und habe zu diesem Thema auch eine eigene Geschichte (die zu einem halben Roman ausarten könnte). Ich war schon immer recht verschlossen und mochte nur die Gesellschaft bestimmter Menschen. In der Schule habe ich nur selten den Mund aufgemacht und in meiner Freizeit lieber die Nase in Büchern vergraben. Auch in meiner Jugend habe ich nur ungern Zeit mit sogenannten Freunden verbracht, wahre Freunde, die mich so akzeptieren, wie ich bin, habe ich leider nie kennengelernt. Ich habe wirklich versucht, mich anzupassen. Aber Tage, die ich mit "normalen" extrovertierten Leuten verbracht habe, waren stets enttäuschend, vor allem, da es in meinem Freundes- und Bekanntenkreis - bis heute - niemanden gibt, der meine Leidenschaft für Literatur teilt. Zum Glück habe ich das Bloggen für mich entdeckt und knüpfe soziale Kontakte nun mit Gleichgesinnten im Netz. Obwohl ich die meisten dieser Menschen nie getroffen habe, stehen sie mir näher, als manch ein Kindheitsfreund.

    Meine Grundschullehrer rieten meinen Eltern sogar, mich zu einem Psychotherapeuten zu schicken, weil ich im Unterricht nur ungern den Mund aufmachte. Menschen sind nun mal verschieden. Nicht alle lieben es, im Mittelpunkt zu stehen. Das ist in meinen Augen jedoch keine Eigenschaft, die einer Therapie bedarf.

    Ich kann großen Menschenmengen nichts abgewinnen. Freunde aus meiner Kindheit (zwei sind mir geblieben) sehe ich höchstens zweimal im Jahr bzw. telefoniere alle paar Monate mit ihnen. Am liebsten verbringe ich meine Zeit vor dem Computer, mit einem guten Buch oder mit Menschen, die mir SEHR nahestehen, wie mein Mann, mein Sohn, meine Eltern und meine Großmutter. Ich brauche keinen Trubel, ich liebe meine Ruhe und sehe keinen Sinn darin, soziale Kontakte zu knüpfen, die auf Heuchelei beruhen.

    Genauso verhält es sich im Arbeitsleben. Jahrelang habe ich in einem achtköpfigen Büro gearbeitet, auf engstem Raum mit Kolleginnen, von denen mir einige zuwider waren. Nun befinde ich mich - zum Glück - in Elternzeit und genieße das Zuhausesein aus tiefstem Herzen. Ich vermisse das geschäftige Leben kein Bisschen und möchte meine drei Jahre Elternzeit dazu nutzen, um mein erstes Buch zu veröffentlichen, um - hoffentlich - nie wieder an einen Arbeitsplatz zurückkehren zu müssen, bei dem Teamwork erforderlich ist.

    Die Punkte, die du oben genannt hast, scheinen auf mich zugeschnitten zu sein, und ebenso wie du, sehe ich nichts Schlechtes darin. Ich bin, wie ich bin. Die Menschen, die mir wichtig sind, akzeptieren es, die anderen können mir gerne gestohlen bleiben.

    In diesem Sinne wünsche ich dir ein erfolgreiches Jahr 2018, ganz ohne Vorurteile, dafür mit viel Ruhe und vielen guten Büchern!

    Liebe Grüße
    Violetta

    http://wispertraeume.blogspot.de/

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  3. Hallo :)

    Aus dem Grund finde ich die mündlichen Noten auch immer total schlimm. Meinen Eltern wurde das mit dem Psychologen/Psychotherapeuten auch geraten. Es ist wirklich traurig, dass manche Lehrer die Noten nach Anzahl des aufzeigen vergeben. Ich hatte auch mal eine Lehrerin, die hat konsequent eine Strichliste geführt und da war es dann vollkommen egal wie gut oder schlecht die Aussage des Schülers war.
    Und ich mein das introvertiert sein kann man doch gar nicht weg therapieren. Manchmal habe ich das Gefühl, dass manche Lehrer Introversion mit Schüchternheit verwechseln.

    Viel Glück mit deinem Buch :) Und hoffentlich findest du nach der Elternzeit einen Arbeitsplatz, der besser zu dir passt. Ich kann einem Büro mit so vielen Mitarbeitern auf engstem Raum auch nichts abgewinnen.

    Ich wünsche dir auch ein erfolgreiches Jahr mit tollen Büchern ♥

    Bye

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