Sonntag, 16. Juli 2023

#541 Bücherregal - Blackhole(Kurzrezension)

  


TitelBlackhole 
AutorMarc Elsberg
VerlagBlanvalet
GenreThriller
Seiten62 Seiten
Meine Bewertung
2/5


 Inhalt

(Sequel/Fortführung von Blackout)
Vor 10 Jahren kam es zu einem Blackout und flächendeckend fiel für längere Zeit der Strom komplett aus. Wer hat damals von dieser Krise profitieren können? Und wen hat das ganze ins Unglück gestürzt?

Review

Von dieser Fortsetzung bin ich schlichtweg enttäuscht. Denn sie hat bis auf den Namen und einige Rückblicke nichts mit der Hauptgeschichte gemeinsam. Ich hatte mir mehr erhofft und vor allem Informationen dazu, wie die Gesellschaft wieder auf die Beine gekommen ist.

Die Charaktere wirkten durchgehend platt und austauschbar, was jetzt für Kurzgeschichten nichts ungewöhnliches ist. Jedoch hatte ich mir wenigstens eine Figur gewünscht, mit der man mitfiebern kann. Leider zog sich dann auch noch die Handlung wie Kaugummi und mir war der Ausgang von dem Ganzen ab einem gewissen Punkt vollkommen gleichgültig.

An sich fand ich die Idee sehr spannend, jedoch wurde sie definitiv auf zu wenigen Seiten erzählt. Hier kommt Elsberg wunderbarer, detaillierter Schreibstil einfach nicht zur Geltung.

Fazit

Alles in allem hatte ich mir mehr Tiefe gewünscht und wahrscheinlich hätte die das alles für mich interessanter gemacht.

Freitag, 14. Juli 2023

#540 Bücherregal - Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden.

   

 



Titel
Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden.
AutorRaúl Aguayo-Krauthausen
VerlagRowohlt Verlag
GenreSachbuch
Seiten240 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5


 Inhalt

Wie sieht es Deutschland in Sachen Inklusion aus? Und was ist überhaupt Ableismus? Warum ist es so wichtig die Betroffenen mitentscheiden zu lassen? Und wie kann es uns gelingen Barrieren abzubauen und eine wirklich inklusive Gesellschaft zu werden?

Review

Der Autor zeigt in diesem Buch wie Inklusion gelingen kann. Zudem erläutert er ausführlich warum diese für unsere Gesellschaft so wichtig. Leider gibt es was das betrifft immer noch zu viele Vorurteile und viele Verantwortliche drücken sich davor diese wirklich anzugehen.

Direkt zu Beginn wird das Oberthema Inklusion und alle dazugehörigen Begriffe leicht verständlich erklärt. Allein deshalb sollte jeder das Buch lesen um zu verstehen warum der Status quo nicht okay ist und sich einige darüber aufregen, dass die Begriffe oft genug im falschen Kontext genutzt werden.

Besonders gut hat mir der sachliche Schreibstil vom Autor gefallen. Er schafft es diverse Themen ohne erhobenen Zeigefinger und nachvollziehbar zu erläutern. Und um seine Thesen zu untermauern lässt er verschiedene Personen in Interviews zu Wort kommen. Dadurch wird das alles von allen möglichen Seiten beleuchtet und zeigt einmal mehr, dass uns allen Inklusion wichtig sein muss.

Vor allem der Abschnitt über die Wohlfahrtsverbände zeigt erschreckend wie wichtig es ist über Inklusion zu reden. Schon seit Jahren versuche ich mein Umfeld über die Missstände aufzuklären und viele sind erschrocken darüber, dass die Realität eben ganz anders als in der Werbung oder auf den Plakaten aussieht. Und dass diese Organisationen teils die vermeintliche Inklusion für ihren eigenen Profit ausschlachten und diejenigen noch mehr an den Rand der Gesellschaft drängt. Dort werden diese dann mit aller Macht gehalten, damit diese als Einnahmequelle dem System erhalten bleiben. Das heißt eine richtige Integration in den 1. Arbeitsmarkt findet nicht statt. Leider wird das von vielen Firmen unterstützt, die mitunter auch noch versuchen ihr Image damit zu verbessern. Und dem Kunden wird dann suggeriert, dass sie etwas Gutes bei dem Kauf von dem Produkt leisten.


Fazit

Im Buch wird immer wieder gezeigt wie wichtig es ist Betroffene in Entscheidungsprozesse einzubinden. Und der Titel fasst wunderbar den Inhalt zusammen. Von mir gibt es aus den oben genannten Gründen eine klare Leseempfehlung, denn Inklusion geht uns alle an.

Mittwoch, 12. Juli 2023

Lesemonat April 2023

    



Guten Morgen,

Endlich habe ich es einmal geschafft den Lesemonat fertig zu schreiben. Im April hatte ich relativ viele Termine und dementsprechend viel zu erledigen. Wirklich viel gemalt hatte ich nicht, dafür hatte ich es endlich einmal geschafft ein paar dicke längere Hörbücher in Angriff zu nehmen.
  • Wer Inklusion will findet Wege von Raúl Aguayo-Krauthausen, 4,5 von 5 Sternen 
  • Strafsachen von Elisa Hoven und Thomas Wiegend, 4,5 von 5 Sternen 
  • The night circus von Erin Morgenstern, 3 von 5 Sternen 
  • Der Schwarm von Frank Schätzing, 4 von 5 Sternen 
  • Der nasse Fisch von Volker Kutscher, 4 von 5 Sternen

Bücher | 2.536 Seiten | 507 Seiten/Buch | 85 Seiten/Tag
Comic | - Graphic Novel | - Light Novel | - Manga
durchschnittliche Bewertung: 4/5
Verlage: 4
bereiste Länder: 5
Genre: 6(1xFantasy, 1xKrimi, 2xSachbuch, 1xScience-Fiction)

Highlight: Wer Inklusion will findet Wege von Raúl Aguayo-Krauthausen, 4,5 von 5 Sternen
Strafsachen von Elisa Hoven und Thomas Wiegend, 4,5 von 5 Sternen 
Flop: -

In „Wer Inklusion will findet Wege“ von Raúl Aguayo-Krauthausen geht es um genau das, was einem der Titel des Buches verspricht. Anhand von vielen Interviews und Beispielen zeigt einem der Autor wie es möglich ist die Inklusion in Deutschland voran zubringen. Mir hat es wirklich gut gefallen, dass der Autor das Thema aus allen möglichen Perspektiven beleuchtet hatte.

Strafsachen“ von Elisa Hoven und Thomas Wiegend geht der Frage auf den Grund, ob unser Recht wirklich gerecht ist. Hier wird unter anderen die Problematik der Grenzziehung und neuer Wertvorstellungen bei altem Recht diskutiert. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und es zeigt einmal mehr wie wichtig es ist Gesetze klar zu definieren. Es ist wirklich erschreckend, dass das Gesetz immer noch nicht modernisiert und somit den veränderten Lebensumständen angepasst wurde.

Im Fantasyroman „The night circus“ von Erin Morgenstern geht es wie der Titel schon verrät um einen mysteriösen, nächtlichen Zirkus. Mir fiel es aufgrund der vielen Charaktere, Zeitsprünge und Orte schwer den Überblick zu behalten. An sich fand ich die Idee ganz nett mit dem Zaubererduell und Zirkus ganz okay, jedoch hatte mir der Aufbau der Handlung nicht zu gesagt.

Der Schwarm“ von Frank Schätzing beschäftigt sich mit einer Zukunft in der die Bewohner des Meeres quasi zurückschlagen. An sich fällt es mir recht schwer so dicke Schinken zu lesen, weil oft genug haben diese entweder einen sehr ausufernden Schreibstil oder extrem viele Handlungsstränge. Hier den fand ich jedoch recht unterhaltsam und an sich ist die alles durchaus ein realistisch Szenario.

Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher ist ein historischer Kriminalroman, der in den 20ern Jahren in Berlin spielt. Der Autor zeichnet ein sehr düsteres Bild von dieser Zeit, was im starken Kontrast zu dem was über diese Zeit bekannt ist steht. Dabei ist es eigentlich vollkommen logisch, dass diese neue, schillernde Nachtleben samt Drogen eine sehr dunkle Schattenseite hat. Mir hat der Auftakt der Reihe definitiv gefallen und hoffentlich kann ich demnächst noch weitere Teile lesen.

Hoffentlich schaffe ich es trotz der vielen Termine in den nächsten Wochen wieder regelmäßiger zu bloggen. Denn wenn ich eins vermisst habe, dann ist es das Schreiben. Momentan liegen hier noch 6 Rezensionen herum, die alle abgetippt werden möchte. Dann habe ich ein paar Filme geguckt, die ich auch noch rezensieren möchte. Und dann fehlen ja noch ein paar Lesemonate.

Und wie war euer Lesemonat? Gerne verlinke ich hier eure Beiträge.

LG

Sonntag, 25. Juni 2023

#72 Booktalk - Vom Verschwinden der Arten

Hallo, 

vor kurzem hatte ich das Sachbuch "Vom Verschwinden der Arten" von Friederike Bauer und Katrin Böhning-Gaese gelesen und heute gibt es dazu den passenden Booktalk. 




Vom Verschwinden der Arten von Sibylle Berg, 256 Seiten, Friederike Bauer und Katrin Böhning-Gaese

5 von 5 Sternen

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.


Obwohl die Natur unsere Lebensgrundlagen bereit stellt, vernichten wir tagtäglich ein Stück mehr von dieser. Und beuten sie gnadenlos aus. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst wie wichtig die Artenvielfalt oder Naturschutz ist. Gerade befinden wir uns beim sechsten Massenaussterben und zu wenigen ist bewusst, was das für Folgen haben wird. Und wie wichtig es ist das Verschwinden von Arten zu verhindern.

Die Autorinnen zeigen eindrucksvoll wie jeder Part im Ökosystem miteinander verbunden ist. Und wie wichtig somit die einzelnen Tiere und Pflanzen sind. Der Verlust von einigen wenigen kann kompensiert werden, doch irgendwann haben die Einzelnen keine Ausweichmöglichkeiten mehr.

Unsere Wirtschaft ist komplett abhängig von der Natur und deshalb ist es vollkommen unbegreiflich, in welchem Umfang diese ausgebeutet und vernichtet wird. Aber nicht nur das Überleben der Wirtschaft, sondern auch unseres hängt maßgeblich von der Biodiversität ab. Deshalb gibt es jede Menge Studien und internationale Abkommen, wobei letztere oft nicht in dem nötigen Umfang eingehalten werden. Von den Abkommen werden jeweils die Vor- und Nachteile beleuchtet und wie diese im einzelnen umgesetzt werden.
Von vielen Arten weiß man bis heute nicht was sie für eine Rolle im Ökosystem spielen und inwiefern es eine Auswirkung hat, wenn sie eben nicht mehr existieren.

Wie nicht anders zu erwarten wird auch der Klimawandel von den Autoren erläutert. Wie wirkt sich dieser auf das Verhalten der einzelnen Arten aus? Heute weiß man, dass diese sobald es wärmer wird in Richtung Pole oder die Berge hoch wandern. Wobei Tiere das in der Regel schneller als Pflanzen machen, was wie zu erwarten ein ziemliches Problem darstellt. Zudem erwärmt sich das Klima schneller als erwartet und die Lebensräume werden durch den Menschen und zum Beispiel Waldbrände oder Starkwetter zerstört. Dadurch wird vielen Arten die Möglichkeiten genommen überhaupt abzuwandern. Was das betrifft ist es wirklich erschreckend wie sehr der Mensch die Natur in relativ kurzer Zeit verändert hat und was das für Auswirkungen auf das Artensterben hat.

Mittlerweile ist auch Greenwashing ein großes Thema und genau das wird hier auch umfangreich thematisiert. Denn nur weil sich manche Firmen Umweltschutz auf ihre Fahnen schreiben, hat das alles nichts zu bedeuten. Hier muss man im einzelnen schon genauer hinschauen inwiefern diejenigen sich tatsächlich für all das einsetzen.

Mangrovenwälder, aber auch Korallenriffe und Moore bieten einen idealen Schutz vor Starkwetterereignissen. Und trotzdem werden diese vernichtet um zum Beispiel einen für den Menschen schöneren Strand zu formen. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass diese für viele Tiere und Pflanzen einen Lebensraum bieten und Tsunamis deutlich abschwächen können. Und wie wichtig Grünflächen, Wälder und natürliche Flussverläufe sind hatte sich ja nicht nur einmal in den letzten Jahrzehnten gezeigt.

Unter anderen wird auch darauf eingegangen, was jeder einzelne gegen das Artensterben machen kann. Wieso ist es zum Beispiel für den Artenschutz besser eine Wiese als einen Rasen zu haben? Leider ist das Bewusstsein für das Thema in der Bevölkerung immer noch viel zu klein, dabei ist genau dieses enorm wichtig. Immer wieder wurde es auch in der Politik auf die lange Bank geschoben und schlichtweg nicht ernst genug genommen.

Alles in allem hat mich das Buch definitiv zum Nachdenken angeregt. Die Autorinnen zeigen eindrucksvoll wie wichtig Biodiversität für uns alle ist und wie fatal es ist, genau diese zu zerstören. Die Texte waren leicht verständlich und die einzelnen Sachen wurden alle mit Quellen belegt. Mich hat das alles dazu angeregt mich umfassender mit dem Thema zu beschäftigen und einige weitere Bücher dazu auf meine Wunschliste zu packen.

Kennt ihr das Buch und wenn ja, wie findet ihr es?

Liebe Grüße