Sonntag, 9. Januar 2022

#430 Bücherregal - Bare Bones(Kurzrezension)

 


Titel(Englisch)Bare Bones
AutorKathy Reichs
VerlagArrow Books
GenreThriller
Seiten420 Seiten
Meine Bewertung
3/5


 Inhalt

Ausgerechnet während ihrem lang ersehnten Urlaub muss die forensische Anthropologin Dr. Temperance Brennan zu einem Tatort fahren. Denn die Knochen eines Neugeborenen werden in einem Holzofen gefunden und dessen Mutter ist spurlos verschwunden. Kurz darauf tauchen weitere Knochen auf, doch hängen die beiden Fälle überhaupt zusammen? Oder ist das alles purer Zufall?

Review

Im Gegensatz zu anderen Thrillerreihen rund um Anthropologen werden hier mehrere Fälle gleichzeitig untersucht. Das ist zeitweise ganz schön verwirrend und man muss wirklich aufmerksam lesen, damit man keine Hinweise auf den möglichen Täter verpasst. Man erfährt ziemlich viel über Verwesungsprozesse, Wilderei in den USA und den Drogenhandel. Einiges davon wusste ich noch nicht und das obwohl ich schon einige Thriller über diese Themen gelesen habe.

Mir fiel ziemlich schwer den Überblick zu behalten, dabei lese ich recht gerne und häufig komplexe Fälle bei denen man nicht direkt auf den Täter kommt. Manche Schlussfolgerungen fand ich richtig hahnebüchen und oft hatte ich das Gefühl, als hätte man hier unter allen Umständen versucht ein Puzzleteil passend zu machen. Was natürlich nicht gelingen kann und all dem die Glaubwürdigkeit nahm. 

Was ich zeitweise richtig anstrengend fand war der Schreibstil, denn manchmal erstreckten sich die Dialoge über etliche Seiten. Selbst wenn nur zwei Leute daran beteiligt sind verliere ich meist bei so etwas sehr schnell den Faden, vor allem wenn nirgends steht wer denn nun was gesagt hat. Dadurch hat man zwar das Buch sehr rasch durchgelesen, aber so wirklich Spannung kam deshalb nie auf. Manchmal hatte ich zudem das Gefühl, als hätte ein Drehbuch mehr Text zwischen all den gesprochenen Texten wie dieser Thriller. 

Fazit

An sich ist es ein eher mittelmäßiger Thriller und so ganz überzeugt bin ich noch nicht, ob die Reihe letztendlich was für mich ist. Mir waren die ganzen Zufälle zu unglaubwürdig und Brennan war mir zu unsympathisch, weshalb ich dem Buch nur 3 von 5 Sternen gebe. Trotzdem gebe ich dem ganzen noch eine Chance und vielleicht finde ich doch noch einen Zugang zu der Anthropologin. 

Freitag, 7. Januar 2022

#429 Bücherregal - Die ewigen Toten

 


Titel(Deutsch)Die ewigen Toten(6. Fall David Hunter)
Titel(Englisch)The scent of the death
AutorSimon Beckett
VerlagRowohlt Verlag
GenreThriller
Seiten480 Seiten
Meine Bewertung

4/5

 Inhalt


Vor einigen Jahren wurde im Norden von London das St. Jude Krankenhaus geschlossen. Und ausgerechnet bevor das baufällige Gebäude in die Luft gesprengt werden konnte wird die mumifizierte, in Plastik gewickelte Leiche auf dem Dachboden gefunden. Bei der Fundortbegehung gibt dann der Boden unter den Füßen eines Ermittlers nach und dadurch wird ein vollkommener fensterloser Raum freigelegt. Und in den Betten scheinen tatsächlich Personen zu liegen. Was hat es mit diesem Raum auf sich, der in keinem der Pläne auftaucht?

Review

Hierbei handelt es sich um den 6. Fall, an dem der forensische Anthropologe sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. Auch dieses Mal bekommt man interessante wissenschaftliche Fakten geliefert, die einem zeigen wie interessant dieses Tätigkeitsfeld ist. Man erfährt eine Menge über den Verwesungsprozess von Körpern und wie diese durch äußere Umstände beeinflusst werden. Dieses Mal geht es weniger um Insektenkunde als in den vorigen Teilen der Reihe.

Hauptsächlich spielt sich das alles in einem alten verlassenen Krankenhaus ab, was ein sehr spannender, aber auch gruseliger Handlungsort ist. Schließlich erwartet man ja so etwas eher in einem Horrorroman oder Psychothriller und nicht bei dieser Reihe. Deshalb war ich beim lesen die ganze Zeit total angespannt, weil ich mir den alten modrigen Geruch samt klammer Kälte von verlassenen Gebäuden vorgestellt hatte. Es ist auf jeden Fall eine sehr düstere Atmosphäre und es schien so als wäre das hier alles andere als ein gewöhnlicher Fall.

Immer wieder bekommt man wichtige Details aus den vorigen Bänden genannt, damit die Rahmenhandlung besser verstehen kann. Denn dieses mal geht der Handlungsstrang rund um den Mordversuch an ihm weiter, schließlich ist die Täterin nach wie vor auf freiem Fuß. Was nicht nur ihm ziemlich zu schaffen macht, sondern auch seiner Partnerin. Ihm kommen immer mehr Selbstzweifel auf und ich hatte oft das Gefühl, als würde er alles jeden Moment hinschmeißen.

Das größte Manko war die Auflösung des Falles, denn ungefähr ab der Hälfte stand fest wer hinter all den grausamen Morden stand. Somit ging es die meiste Zeit nur noch um die Beweissicherung und das war an einigen Stellen sehr repetitiv. Zudem fand ich den Ablauf an einigen Stellen sehr konstruiert und als wolle man um jeden Preis den Horror steigern. Dabei war das alles absolut unnötig, schließlich sind ja die bis dahin bekannten Fälle schon sehr grausam. 

Ansonsten hat mich noch ein wenig die Disharmonie gestört, da dieses Mal ständig irgendwelche Streitereien vorliegen. In den vorigen Bänden war das auch schon ein paar Mal vorgekommen, aber die waren nie so langhaltend.

Fazit

Alles in allem ein wirklich spannender Thriller, der Lust auf eine Fortsetzung macht. Denn David Hunter steht jetzt vor einer Weggabelung und ich habe das Gefühl, als würde ihn ein "Weiter so" nur tiefer in die Abwärtsspirale schubsen. Und ich möchte einfach wissen wie es mit ihm weitergeht.

Mittwoch, 5. Januar 2022

#57 Booktalk - The meaning of birds

 Hallo,

im November hatte ich den Roman "The meaning of birds" von Jaye Robin Brown gelesen und dazu passend gibt es heute einen Booktalk.





TW: Acephobic, Homophobie, Suizidgedanken, Tod, Trauer

Im Sophoremore-Year der Highschool lernt Jess Vivi kennen, ein Mädchen welches ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Endlich schafft sie es mit ihrer Hilfe ihre scheinbar unendliche Wut in den Griff zu bekommen und ihren Schmerz mit Hilfe der Kunst zu verarbeiten. Endlich einmal fühlt sie sich nicht hoffnungslos und die beiden planen ihre Zukunft zusammen. Doch dann erkrankt Vivi wie scheinbar aus dem Nichts und verstirbt kurz darauf. Wegen einer Kurzschlussreaktion wirft Jess daraufhin ihr komplettes Portfolio für die Kunstschule weg und in der Schule beginnt sie immer wieder anzuecken. Daraufhin wird sie in ein Work-Study Programm gesteckt, wo sie jemand neues kennen lernt. Und die Person kann ihr eventuell einen Weg aus der Krise zeigen.

Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt, so dass man einerseits erfährt wie das Leben von Jess vor Vivis Tod aussah und wie es danach weiterging. Dadurch bekommt das alles noch einen ganz spezielle, emotionale Stärke und man merkt richtig was für eine Bedeutung Vivi für Jess hatte. Denn diese hatte ihr ermöglicht das Leben aus einer anderen Perspektive zu sehen und die Wut in den Griff zu bekommen, die viel zu oft ihren Alltag bestimmte. Über die Beziehung der beiden erfährt man eine Menge und an vielen Stellen konnte man feststellen, dass die beiden eine sehr enge und vertraute Bindung haben. Und das fällt schon zu Beginn von ihrer Beziehung auf.

Obendrein wird auch noch gezeigt wie schwer es für Jess ist mit der Trauer umzugehen, schließlich starb vor vielen Jahren ihr Vater und über dessen Tod kam sie nie wirklich hinweg. Über das Thema gibt es wenige Jugendbücher und deshalb ist es umso schöner, einmal darüber eins lesen zu können. Was das betrifft wird auch auf die Kunst eingegangen, die mitunter einem dabei helfen kann besser damit zurecht zu kommen. Schließlich ist diese sehr breitgefächert und deshalb ist es umso schöner, dass hier zum Beispiel unter anderem auf die Schmiedekunst eingegangen wird. Bis zu Vivis Tod hatte diese nämlich dafür gesorgt, dass Jess sich richtig mit dem Zeichnen auseinandersetzt und eigentlich wollten sie zusammen auf ein College dafür gehen. Und die Trauer blockiert Jess und ihr fällt es wirklich schwer kreativ zu arbeiten, weil sie alles an ihren großen Verlust erinnert. Man merkt halt vor allem daran, dass die Beziehung der beiden vor allem was das betrifft alles andere als perfekt war und das alles früher oder später zu einem Problem geworden wäre.

Zudem gibt es in dem Buch viel Diversität und man bekommt auch mal Einblicke in ein Schulsystem, was so gut wie gar nicht in den YA-Büchern auftaucht. Es ist auf jeden Fall schön zu sehen wie viele queere Charaktere mit den unterschiedlichsten Migrationshintergründen eine Rolle spielen und das Leben von Jess beeinflussen.

Ansonsten spielt auch noch das Thema Sexualität eine Rolle. Denn nach dem Tod ihrer Partnerin ist Jess sich gar nicht mehr so sicher, ob sie tatsächlich lesbisch ist oder eben nicht. Es ist gut zu sehen, dass immer mehr YA-Bücher das als Spektrum beschreiben und wie sich diese im Laufe der Jahre verändern kann.

Was ich jedoch total anstrengend empfand war die Einstellung der ganzen Nebencharaktere, die meinten man müsste unter allen Umständen versuchen weiter zu machen. Und scheinbar gar nicht realisieren, dass der Verlust von Vivi das Leben von Jess vollkommen auf den Kopf gestellt hatte. Und sie nun einmal Zeit dafür braucht um mit diesen Veränderungen klar zu kommen, was vollkommen selbstverständlich sein sollte. Es ist einfach nur grausam zu sehen wie die anderen mit ihr umgehen und teilweise sehr verletzende Ratschläge geben. Vivi war nun einmal ihr Rettungsanker, der ihr gezeigt hat wie man Wut kanalisiert und genau der ist auf einmal weg. Zudem waren die beiden ja schon einige Zeit ein Paar und deshalb verstehe ich erst recht die Reaktionen in ihrem Umfeld nicht. 

Zudem gibt es ein paar problematische Aussagen und Szenen, die mich wirklich ratlos gemacht haben. Oft standen sie im direkten Zusammenhang mit der Einstellung von Jess bezüglicher ihrer Sexualität bzw. die der anderen und es ist einfach nur schade, dass hier mal wieder bestimmte Klischees bedient werden. Und dann ist es auffällig, dass ausgerechnet ein lesbisches Paar Jess rettet und dass diese von ihr als nahezu perfekt dargestellt werden. Vor allem zweiteres empfand ich zeitweise als ein bisschen zu viel des Guten, auch wenn das an sich eine vollkommen realistische Reaktion von Jess war. Damit will ich nicht ausschließen, dass so etwas tatsächlich passieren kann. Aber mir war es zu viel Zufall und die beiden wurden mir als zu perfekt dargestellt.

Einige Punkte haben mir jetzt nicht so gut gefallen, aber alles in allem komme ich bei der Bewertung auf 4,5 von 5 Punkten. Mich hat das Buch auf jeden Fall emotional berührt und mir fiel es wirklich schwer Lesepausen einzulegen. 

Kennt ihr das Buch und wenn ja, wie findet ihr es?

Liebe Grüße

Sonntag, 2. Januar 2022

#428 Bücherregal - How to(Kurzrezension)

 

 



TitelHow to
AutorRandall Munroe
VerlagRiverhead Books
GenreSachbuch
Seiten308 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5


 Inhalt

"How to" liefert alle möglichen Vorschläge, wie man am Besten einen Problem nicht angehen sollte. Wie verpulvert man am meisten Geld während man seinen Pool auffüllt? Wie kompliziert kann man ein simples Loch ausgraben machen? Und was stellt man mit dem Buch am Besten an, wenn man es fertig gelesen hat und es definitiv nicht behalten möchte?

Review

In diesem Buch werden auf eine recht absurde Art und Weise ganz simple Fragen mithilfe der Physik beantwortet. Zum Beispiel geht es darum Löcher zu graben oder wie der Umzug am besten gelingt. Direkt zu Beginn ist ein Disclaimer untergebracht, der den Autor von jeglichen Haftungsansprüchen befreit. Und wenn was passend ist, dann ist es genau das. Vor längerem hatte ich ja "What if" von ihm gelesen und deshalb war ich auf alles mögliche vorbereitet. Und tatsächlich wurden meine Erwartungen um Welten übertroffen. 

Interessant fand ich das Kapitel rund um den Lavagraben als Einbrecherschutz, der auch wunderbar Wildtiere und anderes fernhält. So ein Wassergraben sieht dagegen ganz schön alt aus, ist jedoch wie man wahrscheinlich schon erahnen kann um einiges praktischer und einfacher anzulegen. 

Man merkt dem Autor definitiv sein umfangreiches Hintergrundwissen an und teilweise ist es wirklich erschreckend zu sehen, dass die Physik auf so absurde Fragen Antworten liefern kann. Ob man diese letztendlich nutzen sollte ist natürlich jedem selbst überlassen, schließlich gibt es in vielen Beispielen um Welten billigere Lösungen für das vermeintliche Problem. 

Besonders schön fand ich mal wieder die Strichmännchenfiguren, die einem dabei helfen den Sachverhalt richtig einzuordnen.

Fazit

Alles in allem ein wirklich spannendes Sachbuch, was einen mit allerhand kuriosen Ideen konfrontiert.