Freitag, 18. Februar 2022

#439 Bücherregal - Kilo

 

 

 


TitelKilo
AutorToby Muse
VerlagWilliam Morrow
GenreBiografie
Seiten320
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Nicht umsonst gilt Kokain als weißes Gold und vielen Menschen ist es wichtig, dass genau dieses nei versiegt. Doch was passiert alles auf dem Weg von der Coca-Pflanze in den Bergen von Kolumbien, über die kleinen Dörfer in den Tälern, in all den Labors und wie findet das Kilo Kokain seinen Weg in andere Länder? Für dieses Buch recherchierte Toby Muse 15 Jahre lang unter andere, in der Unterwelt von Kolumbien um herauszufinden, wie viele menschliche Schicksale an all dem hängen. 

Review

Hier an dem Buch merkt man mal wieder wie hart und lebensgefährlich Investigativjournalismus sein kann. Aus anderen Büchern und Dokumentationen weiß ich wie weit verbreitet Kokain ist und vor allem wie es über Grenzen geschmuggelt wird und gefühlt alles möglich ist was das betrifft. Deshalb war ich richtig gespannt auf dieses Buch, denn hier geht es hauptsächlich um die Herstellung von Kokain, wie sehr es das Leben in Kolumbien trägt und wie letztendlich das alles in andere Länder gebracht wird. Und wer daran als beteiligt ist und vor allem profitiert.

Manche Geschichten gehen richtig unter die Haut und so habe ich das Buch oft zur Seite legen müssen um über das Gelesene nachzudenken. Deshalb habe ich mehrere Wochen dafür gebraucht und ich bin einfach nur froh darüber es gelesen zu haben. Es ist einfach nur erschreckend wie tödlich Kokain ist und wie es auf der gesamten Wegstrecke bis zum Konsumenten etliche Leben vollkommen zerstört.
 
Besonders gut hat mir hier gefallen, dass wirklich viele Seiten beleuchtet werden. Es wird sowohl von jenen berichtet, die vom Kokain direkt profitieren, als auch all jene die dagegen ankämpfen. Man merkt auf jeden Fall wie frustrierend der Kampf gegen die Drogen ist und gefühlt kein Weg mehr aus dieser Teufelsspirale führt. Um all das zu verdeutlichen wird zudem gezeigt wie sich das alles im Laufe der Jahre verändert hat und was das für Auswirkungen auf Kolumbien hatte. Da das alles doch recht komplex ist, wird es meist nur grob umschrieben. Aber genau das reicht aus um zu merken wie verzweigt die Netze sind und oft ein Mangel an Alternativen diejenigen auf die eine oder andere Seite vom Drogenkampf treiben.

Immer wieder habe ich interessante neue Details erfahren und war oft richtig erstaunt darüber wie Kokain nahezu alle Gesellschaftsschichten in Kolumbien betrifft. Und in welchen entlegenen Ecken es noch anzutreffen ist. Es ist erschreckend wie allgegenwärtig der Tod ist und wie vielen schon in jungen Jahren ihr Leben genommen wird. 

Ein wenig schade ist es schon, dass so wenig auf den Weg des Kokains in den Zielländern eingegangen wird. Jedoch ist das Buch ohnehin schon sehr umfangreich und das hätte wahrscheinlich vollkommen den Rahmen gesprengt. 


Fazit

Zusammen fassend lässt sich schreiben, dass man hier wirklich viel über das weiße Gold und dessen Auswirkungen vor allem auf verschiedene Länder in Südamerika liest. Es hat mich definitiv zum Nachdenken gebracht und es zeigt einfach einmal was der Drogenkrieg alles anrichten kann.


Mittwoch, 16. Februar 2022

#11 Comic - Metro 2033 Band 3

   







TitelMetro 2033 Band 3 von 4
Autor Dmitri Alexejewitsch Gluchowski
Zeichner Peter Nuyten
VerlagSplitterverlag
GenreDystopie
FormatHardcover, 64 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Vor mehr als 20 Jahren kam es zu einem verheerenden Atomkrieg, während dem es nur wenige Menschen geschafft haben rechtzeitig Schutz in der Moskauer Metro zu suchen. Denn diese wurde extra für so etwas konzipiert, doch niemand rechnete damit so lange unter der Oberfläche verweilen zu müssen. Oberirdisch macht nicht nur die nach wie vor hohe Strahlenbelastung ein Überleben unmöglich, sondern auch all die Mutanten, die immer wieder die Menschen angreife und versuchen in die Stationen vorzudringen. Mittlerweile hat sich ein Gesellschaftssystem etabliert, durch das es immer wieder zu gefährlichen Kämpfen zwischen den Bewohnern der einzelnen Metrostationen kommt. Artjom kann sich schon gar nicht mehr an das Leben außerhalb dieses Systems erinnern, schließlich war er noch ein ganz kleines Kind als der Atomkrieg Moskau zerstörte. Und ausgerechnet ihn beauftragt Hunter mit einer sehr wichtigen Mission.
(Zusammenfassung vom 1. Teil)

An der Polis angekommen, stellt Artjom schnell fest wie groß die Angst vor den Schwarzen ist. Denn offensichtlich will ihm niemand dabei helfen die WDNCH zu verteidigen. Nur einer ist dazu bereit, doch dafür soll Artjom erst einmal eine Mission erfüllen und die führt ihn an die Oberfläche. 


Rezension

Endlich wird in diesem Teil die Metro verlassen und es geht an die Oberfläche. Genau darauf habe ich mich am meisten gefreut, schließlich wollte ich wissen auf welche Weise all das dargestellt wird. Vor allem auf die mutierten Pflanzen und Tiere war ich gespannt und in welchem Ausmaß die Zerstörung Moskaus dargestellt wird. 

Und was das betrifft wird tatsächlich eine Menge gezeigt und es wird genau an den Stellen ganz vage geblieben, an denen auch die Vorlage keine konkreten Bilder liefert. Vieles ist halt in dem Umfang mutiert, dass man gar nicht mehr weiß was es einmal gewesen sein könnte. Und da die Missionen an die Oberfläche so gefährlich sind, gibt es auch kaum Informationen über all das.

Was ich jedoch ein wenig schade fand war, dass man immer nur für kurze Zeit an den jeweiligen Orten ist. Und wenn man das Buch nicht gelesen hat weiß man somit gar nicht, wie so ein Aufstieg bzw. Abstieg abläuft. Im Comic wird das alles relativ einfach dargestellt, dabei gibt es unzählige Sicherheitsvorkehrungen damit die mutierten Wesen nicht einfach die Stationen stürmen können. An sich findet man sich auch ohne dieses Vorwissen in dieser Welt zurecht, jedoch bringt genau das noch einmal einen Ticken mehr Spannung und Angst mit rein. Und darauf kommt es ja schließlich bei einer Dystopie an, dass man sich vor genau diesem Szenario fürchtet und viele Tücken an jeder Ecke lauern. Der Comic ist halt wirklich auf das wesentliche reduziert.

Wenigstens werden die Bibliothekare gezeigt, auf die ich mich richtig gefreut hatte. Unter denen konnte ich mir beim Lesen eher weniger etwas vorstellen. Es sind halt wirklich sehr interessante Gestalten, die die Bücher und somit das Wissen bzw. auch brennbares Material bewachen. Ich bin auf jeden Fall erstaunt darüber, dass die Bibliothek so ähnlich wie in meiner Vorstellung aussieht. 

Grafisch ist der Comic wirklich ein Hit, denn sowohl die Farbwahl als auch der Zeichenstil passen wunderbar zu dieser Dystopie. Die Qualität der einzelnen Panels ist auf gleich bleibenden, hohen Niveau und auf dem dicken Papier kommen die Farben wunderbar zur Geltung. Ohne das alles würde mein Urteil über diese Comicreihe nach wie vor ganz anders ausfallen, da mir einfach wichtige Details fehlen und das wird vor allem jetzt wo die kritischen Stellen kommen mehr als deutlich. Es ist halt schwer eine Bindung zu Charakteren aufzubauen, die einen nur für wenige Momente begleiten. Und die Tragweite von Dialogen zu verstehen, bei denen oft wesentliche Punkte unausgesprochen bleiben.

Fazit

Alles in allem hat mir der Teil ganz gut gefallen und ich bin schon ganz gespannt darauf, was im letzten passieren wird. Der soll ja auch demnächst rauskommen und dann möchte ich definitiv die ganze Comicreihe zeitnah noch einmal lesen. Und vielleicht fällt dann mein Urteil weitaus weniger kritisch aus. 

Sonntag, 13. Februar 2022

#438 Bücherregal - Norse mythology(Kurzrezension)

 



TitelNorse mythology
AutorNeil Gaiman
VerlagBloomsbury
GenreFantasy
Seiten260 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


In diesem Buch erzählt Gaiman von dem Göttervater Odin, seinem Sohn Thor und Odins Blutbruder Loki. Letzterer ist der Gott des Schabernacks und er nutzt jede Gelegenheit um andere zu überlisten. Aber nicht nur darum geht es, sondern auch um Zwerge und Riesen und die Legende der neun Welten.

Review

Durch die vielen verschiedenen lose zusammen hängenden Geschichten lernt man eine Menge über die nordische Götterwelt. Besonders gut hat mir die Ausarbeitung der einzelnen Götter gefallen, die richtig lebhaft und greifbar wirkten.

Obwohl ich schon viele Bücher auf Englisch über die Mythologie verschiedener Gegenden gelesen habe, überrascht es mich immer wieder wie schwer es ist diese diese zu lesen. Manchmal musste ich einige Abschnitte mehrfach lesen um sie wirklich zu verstehen und deshalb gibt es auch den Punkt Abzug. Dabei hat der Autor eigentlich einen wirklich gut lesbaren Schreibstil und deshalb wundert es mich, dass mir das Lesen mancher Geschichten so schwer fiel.

Fazit

Alles in allem sind es wirklich schöne Geschichten über die nordischen Götter und ich bin froh darüber, endlich einmal mehr darüber gelesen zu haben. Bisher kannte ich diese nur aufgrund diverser Filme und Comics und konnte mit den vielen Andeutungen nicht immer etwas anfangen.

Freitag, 11. Februar 2022

#437 Bücherregal - Sörensen am Ende der Welt

 

 


TitelSörensen am Ende der Welt(Kommissar Sörensen #3)
AutorSven Stricker
VerlagRowohlt Verlag
GenreKrimi
Seiten496 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Vor einiger Zeit zog Kommissar Sörensen von Hamburg ins nordfriesische Kattenbüll. Doch scheinbar meint es einer gar nicht gut mit ihm und schon bald taucht der erste Tote auf, die mit einem Schraubenzieher umgebracht wurde. Zudem kennt er den Tatverdächtigen Ole, denn die beiden sind befreundet. Doch wo befindet sich dieser und vor allem hat er wirklich etwas mit der Tat zu tun? 

Review


Vor allem der Ermittler Sörensen ist eine richtig interessante Persönlichkeit. Er hat gefühlt unendlich viele Eigenarten, die wunderbar zu seinem norddeutschen Wesen passen. Er hält gerne innere Monologe und macht sich gefühlt Gedanken um alles. Bei Zeiten kann das ganz schön lustig sein und ich mag es einfach, wie er innerlich bestimmte Beobachtungen treffend kommentiert. Obendrein hat er noch eine Angststörung, was ich mir vor allem bezüglich seines Berufes schwierig vorstelle. Vor allem da er in einem Provinznest wohnt und so etwas macht ja schnell die Runde. Es ist auf jeden Fall immer wieder schön eine Reihe über einen Ermittler/in voller Ecken und Kanten zu entdecken bei dem nebenbei noch Haustiere eine Rolle einnehmen.

Neben Sörensen gibt es eine Menge originelle Charaktere, bei denen ich direkt ein Bild vorm inneren Auge hatte. Es ist wirklich faszinierend, wenn Autoren es schaffen Figuren wirklich Leben einzuhauchen und man sich richtig vorstellen kann wie diese außerhalb des Erzählten agieren. Vor allem die Praktikantin scheint eine sehr interessante Persönlichkeit zu sein und man merkt sehr schnell, dass sie ihrem Umfeld mit ihrer Art doch ziemlich viel Kopfzerbrechen bereitet. Es sind auf jeden Fall viele Figuren dabei, die man in einem norddeutschen kleinen Ort vermutet.

Wie man anhand der Charaktere und der Inhaltsangabe vielleicht schon erahnen kann, ist dieser Krimi eher auf der humoristischen Seite angesiedelt. Vor allem die Abschnitte über die Hippies und die Prepper haben es ganz schön in sich und ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie der Alltag bei diesen Haushalt aussieht.

Den Täter kann man relativ schnell erraten, wenn man aufmerksam der Handlung folgt. Das fand ich aber nicht weiter schlimm, denn ab einem Punkt fand ich es viel spannender zu erfahren wie Sörensen den Fall lösen wird. Und vor allem wie er all die nötigen Beweise zusammen bekommen will, damit derjenige tatsächlich bestraft werden kann. Außerdem wollte ich unbedingt wissen wie er die Probleme in seinem Privatleben lösen wird. 

Wahrscheinlich wäre es wirklich besser gewesen, wenn ich mit dem ersten Band gestartet hätte. Das hatte ich aber Leid zu spät gemerkt und deshalb haben mir ein paar wenige Informationen gefehlt. Hoffentlich kann ich demnächst die Reihe von vorne starten, denn ich habe richtig Lust darauf mehr über Sörensen zu erfahren. 


Fazit

Alles in allem ist es ein toller Krimi mit einem interessanten Ermittler als Hauptfigur.