Sonntag, 8. Mai 2022

#456 Bücherregal - Kat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes(Kurzrezension)

     




TitelKat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes
AutorKat Menschik(Illustrationen), Mark Benecke
VerlagGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
GenreRoman
Seiten160 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

In seinem Podcast redet Mark Benecke gerne über kuriose Fakten aus der Tierwelt. Unter anderem hat er schon von Glühwürmchen, betrunkenen Elchen, aber auch Fauchschaben thematisiert. Kat Menschik hört liebend gerne genau diesen Podcast und hat deshalb in Zusammenarbeit mit Benecke dieses Buch entworfen.

Review

Im Buch befinden sich zahlreiche eher weniger bekannten Fakten über diverse Tierarten. Obwohl ich schon einige Bücher in die Richtung gelesen habe, konnte ich noch eine Menge interessantes lernen. 
Passend dazu werden auch Fabelwesen aufgelistet, an deren Existenz lange geglaubt wurde. Unter anderem geht es deshalb in einem Kapitel um Meerjungfrauen.

Einige Passagen wie die über nekrophilie Enten sind recht verstörend, aber nichts anderes habe ich bei einem Buch von Benecke erwartet. Er ist ja nun einmal ein sehr bekannter Kriminalbiologe mit dem Fachbereich Entomologie(Insektenkunde) und deshalb wundern mich die Kapitel über die Silberfischchen und diverse Insekten absolut gar nicht. 

Was mich jedoch überrascht hatte waren die Informationen über Pudel und Alexandersittiche. Die Auswahl der Tiere ist allgemein sehr überraschend und im Nachhinein bin ich ganz froh darüber, dass es nicht nur um Insekten ging.

Anand der Beschreibung hatte ich mir schlichtweg etwas vollkommen anderes vorgestellt und ich finde es wirklich schade, dass nur alle paar Seiten wenige Illustrationen zu sehen sind. Aus dem Grund war ich auch richtig froh darüber es nur in der Bibliothek ausgeliehen zu haben. Für den Preis von 20 € hatte ich viel mehr erwartet und war nach dem Lesen richtig enttäuscht.

Fazit

An sich ist es ein nettes Geschenk für Tierliebhaber, mich konnte es jedoch nicht überzeugen. Trotzdem hat mich das Buch dazu gebracht mich näher mit einigen Tierarten zu beschäftigen und mein Wissen um einige skurile Fakten zu erweitern.

Freitag, 6. Mai 2022

#455 Bücherregal - Du darfst nicht alles glauben, was du denkst

  

    








Titel(Deutsch)  Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
AutorKurt Krömer
VerlagKiepenheuer & Witsch Verlag
GenreErfahrungsbericht
Seiten192 Seiten
Meine Bewertung
5/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Die meisten kennen Alexander Bojcan nur als seine Kunstfigur Kurt Krömer und auch wenn es nicht den Anschein macht, ist er trockener Alkoholiker. Bisher hatte er es immer vermieden zu viel von seinem Privatleben preiszugeben, bis in seiner Sendung Thorsten Sträter zu Gast war und er offen mit diesem über das Thema "Depression" sprach. Er selbst war deshalb mehrere Wochen zur Behandlung in einer Tagesklinik. In diesem Buch spricht er bewusst vieles an, worüber sonst eher geschwiegen wird. 

Review

Hierbei handelt es sich um einen schonungslos ehrlichen Erfahrungsbericht über die Depression und dieser zeigt eines der vielen Gesichter bzw. Fratzen dieser Erkrankung. Und macht Mut für einen offenen Umgang mit diesem Thema. Mir hat vor allem der positive Grundtenor des Buches gefallen.

Besonders interessant fand ich die Passagen über das Künstlerleben, in denen er offenen über die damit einhergehenden Bedenken spricht. Schließlich hatte er große Angst davor nicht mehr seine Kunstfigur Kurt Krömer darstellen zu können, wenn er eben nicht mehr so depressiv ist. Als Künstler kann ich das alles ein Stück weit nachvollziehen, da einen solche Phasen doch sehr prägen und genau das sich in den Werken von einem bemerkbar macht. Und somit ist es auch klar, wie sehr sich das alles wandelt wenn genau das eben nicht mehr vorhanden ist. Es prägt nun einmal einen.

Dann wird auch noch sehr ausführlich auf die Zeit in der Tagesklinik eingegangen und wie schwer es für ihn war sich das alles selbst einzugestehen. Lange Zeit hatte er gedacht die Probleme lägen ganz wo anders und ich stelle es mir vor allem als Person des öffentlichen Lebens schwer vor, mit so etwas zurecht zu kommen und sich Hilfe zu holen. Hier wird auch erwähnt wie schwer es vor allem für gesetzlich Versicherte es genau diese Hilfe zu bekommen und er nun einmal dank seines Versicherungsstatus in einer privilegierten Situation ist. Genau der Punkt kann leider nicht oft genug erwähnt werden und es ist einfach nur traurig, dass es Menschen so unfassbar schwer gemacht wird. Denn erst einmal den Schritt zu gehen und sich selbst einzugestehen genau das zu brauchen ist schon verdammt schwer.

An den Stellen an denen er das Katastrophendenken beschreibt habe ich mich zu 100 % wieder gefunden. Man geht vom schlimmsten Szenario aus und steigert sich immer mehr rein und merkt meist gar nicht, dass es dafür absolut keinen Anlass gibt. Auch die mit der Depression einhergehende Taubheit, fehlende Libido und Motivationslosigkeit wird nachvollziehbar beschrieben. Man versucht sehr lange zu funktionieren, es irgendwie hinzubekommen und sei es nur das nötigste vom nötigsten. Und solange man noch das mehr schlecht als recht hinbekommt, scheint alles wenigstens nach Außen in Ordnung zu sein. 

Das Buch zeigt auf alle Fälle, dass man nicht alleine ist und es vollkommen okay ist sich Hilfe zu holen. Vor allem hat es mir gut gefallen, dass all das ohne erhobenen Zeigefinger erzählt wird und keine ultimativen Ratschläge erteilt wird. Es macht Mut dazu sich der mit der Depression auseinander zu setzen. Sie ist halt nur eine Facette von vielen, die einen als Mensch ausmacht und das sollte man nie außer Augen lassen. Vor allem in besseren Phasen sollte man sich darauf konzentrieren im Jetzt zu sein und sich nicht davor fürchten, dass man ja wieder abrutschen könnte. Und genau das finde ich eine sehr wichtige Message, die der Autor gut rüber bringt. Wenn es soweit ist, kann man es wieder in den Griff bekommen und sich abermals wenn nötig Hilfe holen.


Fazit

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es sowohl Betroffenen, als auch allen anderen nur wärmstens empfehlen. Es ist unglaublich wichtig, dass der Umgang mit dieser Erkrankung offener wird und sich Leute nicht mehr dafür schämen sich Hilfe zu holen. Bei anderen Krankheiten geht man ja schließlich auch zum Arzt.

Mittwoch, 4. Mai 2022

#61 Booktalk - Die unendliche Geschichte

 Hallo,

im März hatte ich den Klassiker "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende gehört und dazu passend gibt es heute einen Booktalk. Gert Heidenreich hatte dieses Hörnbuch eingesprochen. 




Mal wieder wird Bastian Balthasar Bux von den anderen Kindern gehänselt und verfolgt, weshalb er sich kurzerhand in ein Antiquariat flüchtet. Dort entwendet er ein Buch, welches er einige Zeit später heimlich auf dem Dachboden der Schule liest. Was er nicht weiß ist, dass es sich hierbei um ein besonderes Buch handelt. Denn je länger er sich damit beschäftigt, desto mehr zieht es ihn in sich hinein. Und ehe er sich versieht befindet er sich in Phantásien und muss Antréju dabei helfen die kindlicher Kaiserin zu retten.

Hier handelt es sich um eine wunderschöne, zeitgleich aber auch furchteinflößende Welt. Ich konnte mir richtig gut vorstellen wie der kleine Junge komplett in diese Welt eintaucht, die so vollkommen anders als seine ist. Und wie er diese dann mit einem kindlichen, neugierigen Blick betrachtet und Lust darauf bekommt diese zu erkunden. Und das ohne von der Angst und dem Misstrauen eines Erwachsenen daran gehindert zu werden. Für ihn ist es nun einmal ein großes Abenteuer, das förmlich seinen Namen schreit. 

Während dem Lesen hat mir vor allem die Beschreibung vom Glücksdrachen gefallen. Allgemein habe ich festgestellt, dass es in dieser Welt viele fantastische Figuren, die komplett unterschiedlich sind. Dank der wunderbaren Beschreibungen konnte ich mir alles gut vorstellen. Manche von ihnen gehen sehr leichtfüßig durchs Leben und nehmen die Tage wie sie kommen, was total angenehm war. Wenn der Autor eines gut kann, dann ist es fantastische Welten zu kreieren und diese vollkommen natürlich wirken zu lassen. Nicht nur einmal hatte ich Lust dazu selbst Phantásien zu erkunden.

Mir hatte vor allem das auditive Erlebnis beim Hörbuch gefallen und das obwohl es im Gegensatz zum Hörspiel keine zusätzlichen Geräusche kam. Die tiefe und ruhige Stimme des Sprechers hatte mich direkt an die Hörbuchkassetten aus meiner Kindheit erinnert. Mich hatte dieses Nostalgiegefühl total gewundert, denn diese Geschichte hatte ich als Kind weder gehört, noch hatte ich mir Verfilmung angeschaut. Vor allem hatte mich das alles an Märchen erinnert, die einem gewisse Werte vermitteln sollen.

An sich ist es eine wirklich schöne Vorstellung, dass die Geschichte immer weiter geht und somit tatsächlich unendlich ist. Sie lehrt einem auf sein Bauchgefühl zu hören und im Team zusammen zu arbeiten, denn jeder hat andere Stärken und Schwächen. Und vor allem geht es darum Ziele konsequent zu verfolgen und nicht mittendrin aufzugeben, nur weil es mal etwas schwerer wird. Aber besonders ein Punkt spielt eine große Rolle und zwar, dass man sich selbst treu bleiben sollte. Und es andere nicht immer besser haben wie man selbst, nur weil es so scheint. Bastian muss hier nämlich mehrmals schmerzlich erfahren wie wichtig es ist, dass er nicht vergisst wer er in seiner Welt ist. Und das finde ich vor allem in der heutigen Zeit in der es so viel um die äußere Wahrnehmung geht wichtig, dass man den Kindern beibringt nicht dieser Scheinwelt hinterher zu hechten. 

Was ich auch total gut fand war, dass jeder ein anderes Fortbewegungsmittel hatte und es auf die jeweiligen Bedürfnisse quasi zugeschnitten war. Ein weiterer interessanter Punkt war, dass in Phantásien wohl absolut keine Gesetze und Regeln gelten und sich diese je nach Ort komplett unterschieden. Das heißt der Norden ist zum Beispiel nicht überall gleich. Was an sich total spannend klingt und wahrscheinlich viele Vorteile bietet, aber sich beim Reisen als schwierig ereignet.

Der zweite Teil des Buches zieht sich leider ziemlich, was wahrscheinlich an Bastian lag. Denn um den geht es dort hauptsächlich, schließlich hat er noch einiges zu erledigen. Da ich aber bis zum Ende nicht so richtig warm mit ihm wurde und sein verhalten mir teilweise auf die Nerven ging, hatte ich auch eher weniger Interesse daran zu erfahren was er denn treibt.

Mich hat das Hörbuch definitiv gut unterhalten und am liebsten würde ich es mir noch einmal anhören. Es ist ein zeitloses Märchen und ich bin richtig froh darüber endlich dieses Buch gelesen zu haben. Denn im Vorfeld hatte ich schon wirklich viel über den Glückdsdrachen Fuchur gehört und von ihm hatte ich auch schon Bilder gesehen. Und wenn wenn ich eins liebe, dann sind es Geschichte mit Drachen. Alles in allem gebe ich dem Buch 4,5 von 5 Sternen.

Kennt ihr das Buch und wenn ja, wie findet ihr es?

Liebe Grüße

Sonntag, 1. Mai 2022

#454 Bücherregal - Besser machen!(Kurzrezension)

 

 


TitelBesser machen!
AutorSven Plöger, Christoph Waffenschmidt
VerlagAdeo Verlag
GenreSachbuch
Seiten272
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Der Meteorologe Sven Plöger unterhält sich zusammen mit dem Leiter World Vision Deutschland namens Christoph Schmidt über die Folgen des Klimawandels und wie dieser sich auf die Migrationsbewegungen weltweit auswirkt. Was für Projekte gibt es speziell in diese Richtungen und wie wirken sich diese auf die Menschen in den stark betroffenen Ländern aus? Was kann man noch alles optimieren und vor allem wie kann das alles die soziale Gerechtigkeit beeinflussen?

Review

Das Hörbuch klingt so wie ein Gespräch zwischen den beiden Autoren, was anfangs ganz schön gewöhnungsbedürftig war. An sich ist es auf jeden Fall mal etwas anderes, auch wenn mich anfangs die dazwischen geschobenen Bemerkungen über den Kaffee, das Wetter oder die Bahn ziemlich irritiert hatten. 

Was für einen Initiativen gibt es bereits, die gegen die Folgen des Klimawandels angehen? Einige davon kenne ich tatsächlich bereits und ich war ganz froh darüber, dass ausgerechnet diese hier erwähnt werden. Unter anderem wird zum Beispiel das Aufforstungsprojekt in der Sahelzone beschrieben und warum es so wichtig ist genau solche Projekte voranzutreiben. Und vor allem wo die Probleme bei so etwas liegen, denn auf dem Papier klingt das alles erst einmal sehr gut. Und nicht immer kann man im Vorfeld die soziale Komponente korrekt mit einbeziehen. 

Die letzten Jahre haben gezeigt wie wichtig der Klimaschutz ist und wie viel noch getan werden muss. Auch das immer wieder im Buch angesprochen, schließlich kann jeder seinen Teil dazu beitragen und es geht uns nun einmal alle etwas an.

Fazit

Das Buch macht definitiv Hoffnung und zeigt anhand der vielen Projekte wie man selbst aktiv werden kann. Die Auswirkungen vom Klimawandel gehen nun einmal uns alle etwas an und deshalb ist es umso wichtiger solche Projekte zu unterstützen.