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Sonntag, 4. Juni 2023

#537 Bücherregal - Strafsachen(Kurzrezension)

    

 




TitelStrafsachen - Ist unser Recht wirklich gerecht?
AutorElisa Hoven, Thomas Weigend
VerlagDumont
GenreSachbuch/True Crime
Seiten280 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.

 Inhalt


Über das deutsche Strafrecht wird viel diskutiert und immer wieder werden Urteile vor allem in der Presse infrage gestellt. Oft ist gar nicht klar warum es zu diesen kam und nicht direkt härtere Strafen verhängt werden, so wie es in anderen westlichen Ländern oft der Fall ist. In diesem Buch wird anhand von verschiedenen Fällen wie den vom „Ku‘Damm-Raser“ erläutert inwiefern das deutsche Recht tatsächlich gerecht ist.
Review

Für die Rezension habe ich jetzt eine ganze Weile gebraucht, da mich das Buch sehr nachdenklich gestimmt hatte. Der Untertitel „Ist unser Recht wirklich gerecht?“ passt perfekt zu dem Inhalt des Buches und die Autoren versuchen auf diese Frage eine Antwort zu finden. Hierfür wurden beispielhaft 18 verschiedene Fälle ausgewählt, über die auch schon viel in den Medien berichtet wurde. Unter anderen geht es hier um Böhmermann, Werbung für Abtreibungen und vieles mehr.

Thematisch wurden dafür die Fälle in sieben verschiedene Themenbereiche unterteilt. Besonders gut haben mir die Kapitel über die Frage der Grenzziehung gefallen. Sie zeigen sehr deutlich wie schwer es ist ein Urteil zu fällen und es wirklich auf alle einzelnen Aspekte ankommt. Hier müssten die Gesetze eindeutiger formuliert werden, weil es sonst sehr schwer nachvollziehbar ist warum manche Handlungen strafbar sind und andere nicht. Speziell wurde darauf eingegangen, ab wann ein Mensch ein Mensch ist oder warum die strafmündig bei 14 Jahren in Deutschland beginnt. Beides wird ja nach wie vor heiß diskutiert und deshalb fand ich es ganz interessant zu lesen, warum die Gesetzestexten ausgerechnet so formuliert wurden.

Anhand einiger Fälle wird geschildert wie die Richter ausgerechnet zu diesem Urteil kamen, was für den Laien ja oft schwer nachvollziehbar ist. Schließlich gibt es manchmal sehr milde Strafen und nicht immer ist ersichtlich warum eben nicht der volle Strafrahmen ausgenutzt wurde.

Fazit

Das Buch kann ich jedem empfehlen, der sich genauso wie die Autoren fragt inwiefern unser Recht tatsächlich gerecht ist. Und der gerne mehr über gewisse Urteilsfindungen erfahren möchte. An ist ist das Buch definitiv gut für Laien lesbar und mich hat es auf alle Fälle zum Nachdenken angeregt. Aus dem Grund hatte ich mir auch Zeit gelassen beim Lesen.

Sonntag, 15. Januar 2023

#516 Bücherregal - Einsatz am Limit(Kurzrezension)

   

 


TitelEinsatz am Limit
AutorLuis Teichmann
VerlagSAGA Egmont
GenreSachbuch
Seiten208 Seiten, Hörbuch: 5 Stunden 44 Minuten(Sprecher: Sebastian Waldemer)
Meine Bewertung
4,5/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.

 Inhalt

Luis Teichmann arbeitet schon seit 7 Jahren im Rettungsdienst und hat in der Zeit schon viele kuriose Aussagen mitbekommen. Das ganze Rettungssystem steht unter massiven Druck, was nicht nur an den Sparmaßnahmen liegt. Schließlich gibt es immer noch Menschen, die denken ein RTW wäre ein kostenloses Taxi. Und man könnte ihn für jede Bagatelle nutzen, anstatt mal darüber nachzudenken wofür die Notaufnahme eigentlich gedacht ist.

Review

Auf den Autor war ich vor längeren aufgrund seiner Reels aufmerksam geworden, in denen er oft über kuriose Dinge im Rettungswesen erzählt. Deshalb hab ich auch zu dem Buch gegriffen und kann es jedem nur empfehlen, der sich mal wieder fragt was im Gesundheitssystem so falsch läuft. Und warum die Wartezeiten in der Notaufnahme oft katastrophal lang sind.

Immer wieder wird gezeigt warum es so wichtig ist, dass sich vieles in unserem Gesundheitssystem ändert. Nicht ohne Grund gibt es seit einiger Zeit die Behauptung, dass der medizinischer Sektor brennt und es scheinbar viel zu vielen egal ist. Es ist enorm wichtig die Gesellschaft darüber aufzuklären, wann es zum Beispiel notwenig ist einen RTW zu rufen oder in die Notaufnahme zu gehen. Schließlich gibt es genug Menschen, die denken so etwas wäre ein guter, kostenloser Taxiersatz. Und wenn man keine Lust auf die langen Wartezeiten bei Ärzten hat, geht man einfach in die Notaufnahme. 

Vor allem interessant fand ich das Kapitel über das Rettungswesen an sich. Es ist einfach nur erschreckend, dass sich dieses je nach Region komplett unterscheidet. Und es keine einheitlichen Regelungen gibt. Dabei wäre es enorm wichtig genau dafür zu sorgen, da es vieles vereinfachen würde. Hier werden ausführlich die einzelnen Vor- und Nachteile erläutert. 

Teichmann betont mehrfach, warum bestimmte Reformen ein großer Fehler waren und wie diese das Rettungssystem an sich kaputt gespart haben. Und was das alles für Auswirkungen auf den Berufsalltag und somit den Patienten haben. Oft genug wird versucht notdürftig die Rettungswachen an sich zu verändern, was die Probleme teilweise noch verschärft. Schließlich kann man nicht einfach zusätzliche Wachen in Form von Containern dazu stellen.

Der Autor liefert jede Menge Lösungsvorschläge und macht deutlich, dass sich so schnell wie möglich etwas ändern muss. 

Fazit

Alles in allem hat mir das Hörbuch gut gefallen und ich habe eine Menge über die Ursachen der Probleme im Rettungswesen gelernt.

Freitag, 7. Oktober 2022

#492 Bücherregal - Schmerz und kein Trost

 







TitelSchmerz und kein Trost(Erik Donner 8. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten409 Seiten
Meine Bewertung
4/5


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 Inhalt

Anscheinend hat sich der Mörder vorgenommen eins von Grimms Märchen nachzuspielen und das auf Video festzuhalten. Erik Donner hat sich festvorgenommen sich mithilfe einer Psychotherapeuten mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Doch dann kommt alles anders und der Sohn der Therapeutin wird entführt. Obendrein ist Donners Schwester spurlos verschwunden und er bekommt merkwürdige Anrufe. Schafft er es den Fall zu lösen ehe der Täter seinen Racheplan vollendet hat?

Review

CN: brutale Morde, Kindesmissbrauch, Snuff

Wie bei den vorigen Teilen der Reihe bin ich nur so durch die Handlung geflogen und habe beim Lesen oft die Zeit vergessen. Hierbei handelt es sich um einen komplexen und recht undursichtigen Fall. Ich musste schon sehr aufmerksam lesen um keine Details und somit wichtige Spuren zu verpassen.
Es ist definitiv ein packender Thriller und Erik Donner ermittelt mal wieder gegen die Uhr. Sehr oft erscheint es so als hätte er keine Möglichkeit zu gewinnen, da jemand seine ganz eigene Vendetta gnadenlos bis zum Ende durchziehen will. Ungeachtet über wie viele Leiche er dafür gehen muss.

Im Gegensatz zu den vorigen Bänden ist die Atmosphäre durchgehend erdrückend und oft hatte ich das Gefühl, als wäre das nun das endgültige Ende. Überspitzt geschrieben geht es nur noch um das Abschlachten und Nägeln mit Köpfen machen. An sich ist die Reihe ohnehin eher in die Sparte der Thriller einzuordnen, in denen sehr viele Menschen auf brutale Weise sterben. Jedoch wurde hier noch eine gewaltige Schippe obendrauf gelegt, was mich nachdenklich gestimmt hat. Wie der Autor am Ende des Buches erahnen lässt handelt es sich hierbei wahrscheinlich um den letzten Band der Reihe, was mich jetzt wenig verwundert vor allem nach den ganzen Geschehnissen. Erik Donner ist nun einmal letztendlich nur ein Mensch und wie will er mit all dem umgehen und weitermachen? An sich fände ich es schade, wenn die Reihe nun komplett beendet wäre.

An sich hatte ich immer wieder die Hoffnung, dass es nicht noch schlimmer kommt und wurde jedes Mal eines besseren belehrt. Hier werden zahlreiche menschliche Abgründe gezeigt und diese erscheinen endlos tief. Es scheint fast so als gäbe es für manche absolut keine Grenzen. Aus diesem Grund bin ich ganz froh darüber, dass die Gewaltszenen recht oberflächlich beschrieben wurden. Trotzdem hatte mein Kopfkino daraus recht abartige Szenen gebastelt und ich musste mich oft zwingen nicht genau über manche Szenen nachzudenken. Es ist an sich wichtig solche Sachen wie Snuff in Thrillern zu thematisieren und dabei nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Ansonsten erinnert das alles zu sehr an Fetischromane und daran habe ich absolut kein Interesse. Und es sollte eher darum gehen zu zeigen, dass solche Filme existieren und es Abnehmer dafür gibt.

Vor allem in diesem Band scheint Donner unzerstörbar und ihn scheinen die neuen Erlebnisse aufgrund seiner Vergangenheit wenig zu berühren. Zudem stößt er auf alte Bekannte und man erfährt anhand von Rückblicken, wie diese eventuell mit dem neuen Fall in Zusammenhang stehen. Es ist definitiv erschreckend zu lesen was manche Polizisten erleben. 

Das Cover passt mal wieder perfekt zu der Reihe und es ist schön zu sehen, dass die Fliegen wieder mal eine Rolle spielen.

Fazit

Mich hat der Thriller definitiv daran erinnert, dass manche Menschen absolut keine Grenzen kennen und für ihre eigenen Rachegelüste sehr weit gehen. Um ein besseres Gespür für den Ermittler Donner zu bekommen, würde ich jedem empfehlen die vorigen Bände zu lesen. Ansonsten bekommt man leider das Gefühl als ginge es hier nur darum Menschen auf bestialische Art und Weise zu bestrafen. Denn wie schon im Vorfeld erwähnt handelt es sich hierbei mintunter um den letzten Band der Reihe und da ist es ja klar, dass hier ein spezielles Feuerwerk gezündet wurde um für einen krönenden Abschluss zu sorgen.

Sonntag, 3. Juli 2022

#469 Bücherregal - Stadt, Land, Fuchs(Kurzrezension)

  

    








Titel(Deutsch)  Stadt, Land, Fuchs
AutorJosef H. Reichholf, Illustrationen von Johann Brandstetter
VerlagAufbau Verlag
GenreSachbuch
Seiten290 Seiten
Meine Bewertung
4/5



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 Inhalt

In Deutschland gibt es über 100 Säugetierarten, über die es allerhand interessantes zu erzählen gibt. Wie hat sich die Urbanisierung auf die verschiedenen Arten ausgewirkt? Warum gibt es Ost- und Westmäuse? Und was können wir von unserer heimischen Tierwelt lernen?

Review

An vielen Stellen wird vom Autor ausführlich erklärt warum es so wichtig ist sich mit den heimischen Tierarten vertraut zu machen und diese zu erforschen. Die rausgepickten Arten stehen stellvertretend für über 100 verschiedene Säugetierarten, die in Deutschland leben. Besonders interessant fand ich die Abschnitte über die teilweise sehr gute Anpassungsfähigkeit von diesen an ihren Lebensraum, der sich vor allem durch den Mensch aber auch den Klimawandel stetig verändert. Immer wieder macht der Autor deutlich, dass dieser Eingriffe oft negative Folgen auf die Tierbestände haben. Oft wird halt gar nicht bedacht, dass man nicht einfach ein Teil des Nahrungsnetzes dezimieren kann nur um zum Beispiel negative Folgen für die Forstwirtschaft abzufedern. Dafür sind Ökosysteme einfach viel zu sensibel und besonders Nahrungsspezialisten wie Fischotter können sich den Veränderungen nicht schnell genug anpassen.

Wie der Titel schon verrät geht es sowohl um die Tiere auf dem Land, als auch die in der Stadt. Und natürlich wie es überhaupt dazu kam, dass sich Wildschweine, Eichhörnchen und Füchse in den doch auf den ersten Blick sehr lebensfeindlichen Großstädten breit machten.

Das Buch beinhaltet 32 Illustrationen von Johann Brandstetter zu den verschiedenen Tierarten, die mir allesamt gut gefallen haben. Sie erinnern an Buntstift- bzw. Aquarellzeichnungen aus älteren Bücher über diese Tiere und ich könnte mir so etwas Stunden lang angucken. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen wie realistisch solche Darstellungen wirken.


Fazit

Alles in allem hat mir das Buch total gut gefallen und hat mich mit den nötigen Informationen über die heimische Tierwelt versorgt. 

Sonntag, 12. Juni 2022

#465 Bücherregal - Write(Kurzrezension)

    

   







Titel(Deutsch)  Write - Das Buch für angehende Autor:innen
AutorTeam LYX
VerlagLYX Verlag
GenreSchreibratgeber
Seiten272 Seiten
Meine Bewertung
4/5



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 Inhalt

Die Idee für ein Buch ist da, aber wie setzt man das alles um und vor allem wie schafft man es, dass ein Verlag dieses dann auch noch veröffentlich? Der Ratgeber hilft einem Schritt für Schritt dabei genau diesen Weg zu gehen und zeigt, auf was es bei einem Manuskript anguckt und vor allem auf was ein Verlag achtet. Außerdem wird gezeigt wie man am Besten mit Schreibblockaden umgeht und was für hilfreiche Tools es alles gibt.

Review

Hierbei handelt es sich um eine knappe, gut übersichtliche Einführung in das Thema Schreiben. Man erfährt alles nötige um sich direkt an ein Manuskript setzen zu können und wie einige LYX-Autoren das handhaben. Zweiteres zeigt wie unterschiedliche Autoren arbeiten und es eben nicht die eine Methode gibt, die auf alle passt.

Besonders hilfreich fand ich die Tipps zu dem deutschen Verlagswesen, die ruhig etwas ausführlicher hätten sein können. Unter anderem wird hier näher auf eine Normseite eingegangen, aber auch wie ein Verlag konkret arbeitet. Das heißt wie der Weg von der Idee, über das Manuskript, das Lektorat bis zum fertigen Buch aussieht.

Zudem gibt es zahlreiche Verweise auf weitere Bücher, in denen zum Beispiel der Handlungsaufbau ausführlich dargestellt wird. Was das betrifft werden hier diverse Möglichkeiten aufgezeigt wie man diese konkret aufbauen kann, je nachdem was für eine Geschichte man erzählen möchte. Dazu passend gibt es einige Grafiken, die das alles anschaulich präsentieren.

Lediglich die Zitate waren schwer lesbar aufgrund der Schriftart teilweise beim eBook schwer lesbar.


Fazit

Mich hat das Buch definitiv dazu motiviert mich wieder mit meinem Manuskript auseinanderzusetzen. Zielgruppe sind hier definitiv Schreibanfänger und es geht hier hauptsächlich um das Basiswissen, was man für sein Werk braucht.

Freitag, 20. Mai 2022

#459 Bücherregal - Was Politiker nicht sagen

   

    








Titel(Deutsch)  Was Politiker nicht sagen
AutorGregor Gysi
VerlagUllstein Buchverlage
GenreSachbuch/Politik
Seiten240 Seiten
Meine Bewertung
4/5



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 Inhalt

Worauf muss man bei einer Rede als Politiker besonders achten, vor allem jetzt wo es auf jedes Wort ankommt und kurze Erklärungen bevorzugt werden? Wie erreicht man als Politiker viele Menschen und wieso kann es dafür hilfreich sein manche Dinge schön zu reden? Wie wirken sich die modernen Medien auf die Arbeit eines Politikers aus?

Review

Das Buch gibt einem einen guten Einblick in die politische Arbeit, bei der es vor allem darum geht Mehrheiten für eine Sache zu gewinnen. Um all das besser zu erläutern zeigt der Autor mit Hilfe von einigen Anekdoten wie sich all das seit der DDR verändert hat. Und vor allem was für einen Einfluss die Medien mittlerweile haben. Schließlich sehen nun viel mehr Leute die Reden und somit ist es enorm wichtig die Worte mit Bedacht zu wählen, zumal all das gerne aus dem Kontext gerissen wird. An vielen Beispielen macht Gysi deutlich wie wichtig es ist die Zusammenhänge zu kennen und diese zu beleuchtet. Leider wird das immer schwieriger, weil die Medien gerne sehr kurze Beiträge haben und die müssen dann die Zuschauer voll umfänglich informieren und unterhalten. 

Obwohl ich es schon von den Reden und Interviews des Autors gewohnt bin, hat mich das hohe Sprachniveau doch sehr überrascht. Das macht die Lektüre recht anspruchsvoll und nicht immer ist es leicht das Wort aus dem Kontext heraus zu verstehen. 

Über die politische Rhetorik erfährt man in diesem Buch eine Menge und allen voran wird gezeigt wie sich diese seit der Antike verändert hat. Mithilfe dieser versuchen Politiker die Menschen zu erreichen und am Besten noch diese für sich zu gewinnen. Es ist spannend zu sehen wie schnell sich das alles vor allem in den letzten Jahrzehnten auch wegen der Medien verändert hat. Und natürlich weil heute die Ansprüche ganz anders sind. Es ist nun einmal mittlerweile sehr leicht herauszufinden, ob diejenigen tatsächlich ihre Versprechen einhalten. Und ob sie wie ein Fähnchen im Wind agieren, oder ihren eigenen Idealen treu bleiben.

Mit all den genannten Punkten hat Gysi vor allem bewirkt, dass ich mal genau über etliche Reden von Politikern nachgedacht habe und in Zukunft auf einiges vermehrt achten werde. Zum Beispiel darauf, wie lange derjenige braucht um zum Punkt zu kommen und wie viele leere Worthülsen er bis dahin braucht. Schließlich ist es in unserer schnelllebigen Zeit enorm wichtig, dass ein Politiker weiß was er sagen will und genau das auch vermitteln kann ohne dafür eine extra für ihn geschriebene Reden nutzen zu müssen. Worte haben nun einmal enorm viel Macht und genau das sollten Politiker auch zu nutzen wissen. 

Ein weiterer spannender Aspekt bezüglich der Medien wird ausführlich diskutiert, nämlich die Selbstinszenierung der einzelnen Personen. Mittlerweile ist es das ja schon Gang und Gäbe und das machen sich vor allem gerne die PR-Teams in Wahlkampfzeiten zu Nutze. Passen dazu wird der Populismus beleuchtet, der immer mehr Raum einnimmt. Beides scheint heutzutage viel wichtiger als tatsächlich etwas zu erreichen und vor allem zu verändern. Dabei ist es enorm wichtig als Politiker Profil zu zeigen und wichtige Diskussionen anzustoßen. Schließlich lebt eine Demokratie von ihrer Debattenkultur und der stetigen Veränderung. 


Fazit

Mich hat das Buch definitiv nachdenklich gestimmt und in Zukunft werde ich noch mehr darauf achten, wie Politiker bestimmte Sachverhalte darstellen. Und welche Narrative sie bedienen und natürlich wofür sie das alles machen.  

Freitag, 13. Mai 2022

#457 Bücherregal - Die Frau aus der Nordsee

   







TitelDie Frau aus der Nordsee(8. Fall Lena Lorenzen)
AutorAnna Johannsen
VerlagEdition M
GenreKrimi/Nordseekrimi
Seiten347 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5



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 Inhalt

Laut dem Obduktionsbericht hatte die Tote, welche im Wasser zwischen Pellworm und Nordstrand gefunden wurde, zwei Wochen zuvor ein Kind bekommen. Nach umfangreicher Recherche findet die Polizei heraus, dass dieses an einer Babyklappe abgegeben wurde. Erst sah es so aus, als hätte die junge Frau Selbstmord begonnen. Doch allem Anschein nach fiel diese einem Verbrechen zum Opfer. Hat vielleicht der Kindsvater etwas damit zu tun? Und vor allem warum konnte sie sich ohne reguläre Beschäftigung ein so luxuriöses Leben leisten?

Review

TW: Missbrauch

Der Fall ist dieses Mal viel komplexer als man anfangs vermutet und das hat mir richtig gut gefallen. Ich liebe es einfach, wenn alles nicht ganz so offensichtlich ist und es eine Zeit lang dauert bis man merkt wie umfangreich die Ermittlungen sein werden. Hauptsächlich dreht sich dieses Mal alles um die Vergangenheit vom Opfer und die Ermittler müssen wirklich viel recherchieren und viele Menschen befragen um den Fall auflösen zu können. Das ist teils ziemlich mühselig und man muss schon sehr aufmerksam lesen, um nichts wichtiges zu verpassen. Zudem hatte das Opfer allem Anschein nach etwas zu verbergen, weshalb nur die wenigstens genauere Auskunft über sie geben können.

Wie schon bei den vorigen Teilen besteht dieser wieder einmal hauptsächlich aus Dialogen und der reinen Ermittlungsarbeit. Dadurch hat man ihn auch relativ schnell durch gelesen, was mich bei der Seitenanzahl doch überrascht hat. Vor allem bei den neuesten Entwicklungen im Leben der Ermittlerin hätte ich mir mehr Erklärungen und Einsicht in ihre Gedankenwelt gewünscht, aber diese werden leider nur kurz angerissen.

Diesbezüglich habe ich mich schon gefragt, wie es bei Lena weitergehen wird. Schließlich brennt sie total für ihren Beruf und geht voll darin auf. Ihr Mann muss sehr viel zurückstecken, was ihm aber allem Anschein wenig ausmacht. Aber jetzt stehen ja wie schon in den vorigen Bänden angekündigt große Veränderungen an und deshalb bin ich ganz gespannt darauf, was das für Auswirkungen haben wird. Und vor allem ob sich ihre Arbeitsweise dadurch ändert, schließlich hat sie bisher immer sehr fokussiert und distanziert gewirkt.

Dieses Mal ist es mir besonders aufgefallen, dass während den Gesprächen sich gewisse Verhaltensweise der Charaktere wiederholen. Und oft wird das geholt um zu zeigen, dass sie sich definitiv an der Nordsee befinden. Mir ging das ab einem gewissen Punkt einfach nur auf die Nerven und allgemein fand ich es sehr schade wie wenig Lokalkolorit dieses Mal vorkam.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die überraschende Wendung, die der Fall gegen Ende des Buches nimmt. Bis zu dem Punkt wirkte alles in sich schlüssig und das miträtseln hat ziemlich viel Spaß gemacht. Und ich kenne es ja auch von anderen Krimis, dass ab dem Punkt meist der Hauptverdächtige keine Rolle mehr spielt. Doch hier kam das alles so überraschend und wirkte ganz so als hätte man dem allen noch die nötige Dramatik hinzufügen wollen. Dabei war das alles absolut unnötig, schließlich ist das alles so schon schlimm genug.


Fazit

Alles in allem ist es ein ganz spannender Fall, doch wirklich fesseln konnte er mich nicht. Aus dem Grund vergebe ich nur 3,5 von 5 Sternen und hoffentlich wird der nachfolgende Band etwas packender. Man kann diesen Krimi gut ohne Vorwissen lesen, da alles wissenswerte im Laufe der Handlung erwähnt wird.

Freitag, 6. Mai 2022

#455 Bücherregal - Du darfst nicht alles glauben, was du denkst

  

    








Titel(Deutsch)  Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
AutorKurt Krömer
VerlagKiepenheuer & Witsch Verlag
GenreErfahrungsbericht
Seiten192 Seiten
Meine Bewertung
5/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Die meisten kennen Alexander Bojcan nur als seine Kunstfigur Kurt Krömer und auch wenn es nicht den Anschein macht, ist er trockener Alkoholiker. Bisher hatte er es immer vermieden zu viel von seinem Privatleben preiszugeben, bis in seiner Sendung Thorsten Sträter zu Gast war und er offen mit diesem über das Thema "Depression" sprach. Er selbst war deshalb mehrere Wochen zur Behandlung in einer Tagesklinik. In diesem Buch spricht er bewusst vieles an, worüber sonst eher geschwiegen wird. 

Review

Hierbei handelt es sich um einen schonungslos ehrlichen Erfahrungsbericht über die Depression und dieser zeigt eines der vielen Gesichter bzw. Fratzen dieser Erkrankung. Und macht Mut für einen offenen Umgang mit diesem Thema. Mir hat vor allem der positive Grundtenor des Buches gefallen.

Besonders interessant fand ich die Passagen über das Künstlerleben, in denen er offenen über die damit einhergehenden Bedenken spricht. Schließlich hatte er große Angst davor nicht mehr seine Kunstfigur Kurt Krömer darstellen zu können, wenn er eben nicht mehr so depressiv ist. Als Künstler kann ich das alles ein Stück weit nachvollziehen, da einen solche Phasen doch sehr prägen und genau das sich in den Werken von einem bemerkbar macht. Und somit ist es auch klar, wie sehr sich das alles wandelt wenn genau das eben nicht mehr vorhanden ist. Es prägt nun einmal einen.

Dann wird auch noch sehr ausführlich auf die Zeit in der Tagesklinik eingegangen und wie schwer es für ihn war sich das alles selbst einzugestehen. Lange Zeit hatte er gedacht die Probleme lägen ganz wo anders und ich stelle es mir vor allem als Person des öffentlichen Lebens schwer vor, mit so etwas zurecht zu kommen und sich Hilfe zu holen. Hier wird auch erwähnt wie schwer es vor allem für gesetzlich Versicherte es genau diese Hilfe zu bekommen und er nun einmal dank seines Versicherungsstatus in einer privilegierten Situation ist. Genau der Punkt kann leider nicht oft genug erwähnt werden und es ist einfach nur traurig, dass es Menschen so unfassbar schwer gemacht wird. Denn erst einmal den Schritt zu gehen und sich selbst einzugestehen genau das zu brauchen ist schon verdammt schwer.

An den Stellen an denen er das Katastrophendenken beschreibt habe ich mich zu 100 % wieder gefunden. Man geht vom schlimmsten Szenario aus und steigert sich immer mehr rein und merkt meist gar nicht, dass es dafür absolut keinen Anlass gibt. Auch die mit der Depression einhergehende Taubheit, fehlende Libido und Motivationslosigkeit wird nachvollziehbar beschrieben. Man versucht sehr lange zu funktionieren, es irgendwie hinzubekommen und sei es nur das nötigste vom nötigsten. Und solange man noch das mehr schlecht als recht hinbekommt, scheint alles wenigstens nach Außen in Ordnung zu sein. 

Das Buch zeigt auf alle Fälle, dass man nicht alleine ist und es vollkommen okay ist sich Hilfe zu holen. Vor allem hat es mir gut gefallen, dass all das ohne erhobenen Zeigefinger erzählt wird und keine ultimativen Ratschläge erteilt wird. Es macht Mut dazu sich der mit der Depression auseinander zu setzen. Sie ist halt nur eine Facette von vielen, die einen als Mensch ausmacht und das sollte man nie außer Augen lassen. Vor allem in besseren Phasen sollte man sich darauf konzentrieren im Jetzt zu sein und sich nicht davor fürchten, dass man ja wieder abrutschen könnte. Und genau das finde ich eine sehr wichtige Message, die der Autor gut rüber bringt. Wenn es soweit ist, kann man es wieder in den Griff bekommen und sich abermals wenn nötig Hilfe holen.


Fazit

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es sowohl Betroffenen, als auch allen anderen nur wärmstens empfehlen. Es ist unglaublich wichtig, dass der Umgang mit dieser Erkrankung offener wird und sich Leute nicht mehr dafür schämen sich Hilfe zu holen. Bei anderen Krankheiten geht man ja schließlich auch zum Arzt.

Sonntag, 6. Februar 2022

#436 Bücherregal - Wie das Wetter Geschichte macht(Kurzrezension)

 

    









Titel(Deutsch)  Wie das Wetter Geschichte macht
AutorRonald D. Gerste
VerlagKlett Cotta
GenreSachbuch
Seiten288 Seiten
Meine Bewertung
4/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

In diesem Buch zeigt Ronald D. Gerste an etlichen Beispielen was für Auswirkungen unterschiedliche Wettereignisse, aber auch sich verändernde klimatische Bedingungen hatten.

Review

Besonders erstaunlich fand ich die Auswahl der Ereignisse, die nachhaltig die Weltgeschichte geprägt haben. Vor allem hatte es mich gewundert, dass sogar welche aus der Antike erstaunlich ausführlich erläutert wurden. Es ist auf jeden Fall interessant zu sehen wie sehr das Wetter bei manchen Ereignissen eine Rolle gespielt hat und somit den Verlauf bestimmt hat. Wobei das natürlich oft nur ein Aspekt von vielen ist und trotzdem zeigt es, dass man ihn nicht außer Acht lassen sollte. Zu den bekannteren Beispielen gehört da definitiv der II. Weltkrieg samt dem D-Day und die von Napoleon geführten Schlachten, vor allem die in Waterloo. Viele Details waren mir davon nicht bekannt und es ist wirklich erstaunlich zu sehen wie sehr das Wetter an diesen Tagen das Geschehen mit beeinflusst hat. 

In einigen Kapitel wird auch mehr als deutlich gezeigt wie sich die klimatischen Bedingungen über die letzten Jahrhunderte verändert haben. Und wie das verschiedene Kulturen geprägt hat und maßgeblich an der Entwicklung von Gesellschaften beteiligt war. Hauptsächlich wird das anhand des römisches Reiches erläutert. Es ist wirklich interessant wie detailreich man das mittlerweile alles nach konstruieren kann.

Unter anderem werden auch auf neuere Ereignisse wie der Hurrikan Katrina und die Waldbrände in Kalifornien eingegangen. An diesen beiden und der Sturmflut von 1962 in Hamburg wird mehr als deutlich gezeigt wie wichtig es ist solche Wettereignisse im Blick zu haben. Und wie verheerend es sein kann, wenn die Politik wichtige Schutzvorkehrungen auf die lange Bank schiebt.


Fazit

Dieses eher kurzweilige Buch gibt einem einen guten, eher eurozentrischen Einblick in die Weltgeschichte und zeigt was für eine Rolle das Wetter dabei gespielt hat bzw. immer noch spielt. 

Freitag, 31. Dezember 2021

#427 Bücherregal - Q

 







TitelQ
AutorChristina Dalcher
VerlagFischer Verlag
GenreDystopie
Seiten384 Seiten
Meine Bewertung
4/5




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 Inhalt


Der Q-Wert bestimmt maßgeblich welche Rolle man in der Gesellschaft einnimmt. Sowohl die eigene Intelligenz als auch die anderer Familienmitglieder als auch deren Verhalten nehmen Einfluss darauf. Bisher war Elena Fairchild davon überzeugt, dass das System vieles im Leben vereinfacht und als Mitglied der silbernen, also obersten Gruppe profitierte sie enorm davon. Vor allem ihre jüngste Tochter Freddie hat zunehmend Probleme mit dem Druck und den monatlichen Testungen zurechtzukommen. Bisher bekam sie immer wieder die Kurve, doch dann rutscht ihr Q-Wert unter das kritische Niveau und sie muss auf eine Staatsschule. Aber was bedeutet das genau und kann Elena wirklich verantworten, dass ihre neunjährige Tochter dorthin gebracht wird?

Review

TW: Eugenik

Obwohl ich schon so viele Sachbücher und Romane über dieses Thema gelesen habe, schockt es mich jedes Mal aufs neue. Aus dem Grund habe ich auch über eine Woche gebraucht um mich an diese Rezension setzen zu können. Es ist einfach nur unfassbar was manche Menschen sich herausnehmen und denken sie könnten darüber urteilen, ob ein Leben lebenswert ist oder eben nicht. Und genau darum geht es letztendlich in dieser Dystopie: jeder der nicht exakt in die Schablone der Regierung passt wird auf Staatsschulen geschickt. Die Kinder müssen sich schon sehr früh in komplexen Themenbereichen auskennen und am Besten schon kleine Akademiker sein, denn ansonsten können sie die regelmäßigen Tests nicht bestehen und landen in diesen Schulen. Sowohl die Intelligenz als auch der Familienstand beeinflussen den sogenannten Q-Wert, der letztendlich die komplette berufliche Zukunft als auch das alltägliche Leben bestimmt. Aber für welchen Preis?

Das Buch hatte ich innerhalb weniger Tage durch gelesen, weil ich wissen wollte wie das alles am Ende ausgeht. Schließlich wollte ich wissen für wen sich Elena letztendlich entscheiden wird. Denn wenn sie Freddie vor der Staatsschule wahrt, wird sie ihre andere Tochter und auch ihren Mann verlieren. Beide würden erhebliche Probleme bekommen und kann sie genau das verantworten? 

Ein wenig schade ist es, dass Elena Fairchild die ganze Zeit im Vordergrund steht und man wirklich wenig über die restlichen Personen erfährt. Dadurch erscheint selbst der Mann, der hauptsächlich dieses System am Laufen hält als das absolute Böse. Und die Kinder erscheinen zeitweise wie Spielfiguren, die zwar übers Feld geschoben werden aber zu dem man sich kein eindeutiges Bild machen kann. Dabei hätte ich schon gerne gewusst wie zum Beispiel Freddie tickt und was Anne bewegt. Stattdessen erfährt man eine Menge über Elenas Familie, die jedoch genauso wie der Rest bis zum Schluss eher wenig umschrieben wird. Wahrscheinlich hätten dem Buch was das betrifft ein paar Hundert Seiten mehr ganz gut getan.

Manchmal haben mich gewisse Personen ratlos gemacht, denn ihr Verhalten passte so gar nicht zu ihrer zugedachten Rolle und es wirkte auch sonst sehr unlogisch. Oft agierten sie so, wie es am Besten zur Handlung passt und nicht ihres Charakters entsprechend. An einigen Stellen fand ich das richtig schade, denn das hätte die Handlung viel greifbarer und furchteinflößender gemacht. 

Auch sonst fehl es oft an nötigem Hintergrundwissen um bestimmte Sachen richtig einordnen zu können. An einigen Stellen geht es um Eugenik während des Nationalsozialismus und das hätte man ruhig etwas ausführlich beschreiben können. Nicht jeder kann etwas mit dem Begriff anfangen, dabei spielt genau das in diesem Buch eine tragende Rolle.

Fazit


Eine wirklich düstere Welt, die einem mal wieder vor Augen führt wie schnell ein System sich fast unbemerkt verändern kann. Elena hatte erst wirklich angefangen all das zu hinterfragen, als sie selbst erleben musste wie ihr eigenes Kind an dem Bildungssystem zerbricht und auf eine der Staatsschulen abgeschoben zu werden. Mich hat das Buch definitiv nachdenklich gestimmt.

Freitag, 8. Oktober 2021

#409 Bücherregal - Ostseeschmerz

 



Quelle: Netgalley.de 



TitelOstseeschmerz(Silber&Finkel 4. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten398 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.



 Inhalt

Als die Kommissare Finkel und Silber zum Tatort gerufen werden ahnen sie noch nicht, was sie dort erwarten wird. Eine Esoterikerin stirbt in ihrer eigenen Sauna, da sich die Tür nicht mehr öffnen. Es stellt sich die Frage, ob sich hier um einen Unfall oder einen grausamen Mord handelt. Zudem sprach ausgerechnet diese Frau Greta am Vortag bei einer Vorlesung im Polizeipräsidium an. Scheinbar hängt das alles mit einem Verbrechen von vor 40 Jahren zusammen und jemand scheint Jagd auf die vermeintlichen Täter zu machen. 

Review

Was ich immer wieder als Story interessant finde ist, wenn jemand vom Ermittlerteam das Opfer bzw. den Täter rein zufällig im Vorfeld der Tat treffen. Dieses Mal tritt das Opfer auf Greta zu und möchte gerne mit ihr zusammen einen Kriminalroman über eine wahre Begebenheit schreiben. Und genau dieses Angebot spiet im gesamten Thriller eine tragende Rolle und bringt Geheimnisse ans Licht, die wirklich erschreckend sind. Schon relativ früh konnte ich erahnen was es damit auf sich hat und es zeigt einfach mal wieder, dass manche Abgründe der menschlichen Seele einfach unendlich sind. 

Und dann passiert der Mord ausgerechnet an der Ostsee in einer Gegend, die viel zu idyllisch für so eine Tat erscheint. Wie man am Cover erkennen kann geht es dieses Mal recht stürmisch und beängstigend zu.

Desweiteren geht es noch um die große Frage, wie gut man sein Gegenüber wirklich kennt. Und genau darüber muss sich Greta dieses Mal Gedanken machen. Wie reagiert man am Besten in so einer Situation und was sagt das über die eigenen Fähigkeiten als Ermittler aus?

Das schöne an den Büchern Elias Haller ist, dass er im Laufe der Handlung wichtige Informationen aus den vorigen Bänden erwähnt. Da ich eine Menge Krimi- und Thrillerreihen lese bin ich über jeden Autor dankbar, der einem kleine Erinnerungshilfen einbaut. Denn mittlerweile gibt es ja eine Menge Bücher in diesem Genre, die an der Ostsee spielen oder eben einen Ermittler haben, der nebenberuflich Bücher schreibt. 

Die Reihe rund um Finkel und Silber ist so ganz anders als die um Frost oder Donner, denn sie ist viel ruhiger und konfrontiert einen nicht ständig mit fragwürdigen Charakteren oder ähnlichem. Aber trotzdem ist die Ostseereihe turbulent und hat genügend Nervenkitzel, also passend zum Genre Thriller.

Bei den Ermittlungen stellt sich schnell heraus, dass der Fall komplexer ist als ursprünglich vermutet. Durch die vielen kurzen Kapitel kommt ganz langsam Licht ins Dunkel, jedoch geraten immer mehr Menschen in das Visier des Täters und somit bleibt den Ermittlern nicht viel Zeit. Die Auflösung an sich hatte mich richtig überrumpelt, immerhin hatte ich viel zu lange eine ganz andere Person in Verdacht. Wenn der Autor eins kann dann ist es falsche Fährten legen und er schafft es erstaunlich oft mich hinters Licht zu führen. 

Am Ende gibt es dann noch einmal einen gewaltigen Cliffhanger, der jede Menge Zündstoff und somit weit reichende Veränderungen verspricht. Deshalb freue ich mich schon richtig auf die Fortsetzung und mal schauen was die beiden Ermittler noch so erwartet.


Fazit

Alles in allem ist es ein spannender Thriller über einen Fall, der weit in die Vergangenheit reicht und den man gut ohne Vorwissen lesen kann. 


Rezension zu "Küstenstill"(Silber&Finkel 1. Fall)


Freitag, 11. Juni 2021

#383 Bücherregal - Tag der Erlösung

 


TitelTag der Erlösung(Westerland-Habermann-Fall 2)
AutorHendrik Falkenberg
VerlagEdition M
GenreKrimi
Seiten442 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Auf einer Parteiveranstaltung wurden die beiden Spitzenpolitiker mit einer Armbrust niedergestreckt. Schnell ist klar, dass die Tat politisch motiviert wird und somit muss das BKA höchste Vorsicht walten lassen. Denn die Partei der "Weißen" ist nicht unumstritten mit seinen rechten Ideologien und taucht immer wieder in den Medien auf. Während die Ermittlung laufen werden weitere Menschen umgebracht und vielen ist daran gelegen, dass nie die ganze Wahrheit über die Vergangenheit der Opfer ans Licht kommt.


Review

Der Krimi ist definitiv nichts für schwache Nerven, da einige recht brutale Szenen vorkommen. 
Dieses Mal geht es um ein sehr aktuelles Thema und einigen Szenen haben mich an bestimmte Nachrichtenausschnitte aus den letzten Jahren erinnert. Stellenweise wird der Krimi richtig politisch und es ist erschreckend wie realitätsnah das alles wirkt. Die einzelnen Vorkommnisse werden kritisch beleuchtet und man merkt, wie viele Gedanken sich der Autor diesbezüglich gemacht hat. Vor allem im ersten Teil nimmt das alles viel Raum ein und man merkt was für eine wichtige Rolle all das für den Verlauf der Handlung haben wird.

Was ich wirklich schön finde an den Büchern von Falkenberg ist, dass man viel über die jeweiligen Ermittler erfährt und man somit ganz leicht eine Bindung zu ihnen aufbauen kann. In jedem Teil bekommt man noch einmal während der Handlung grob skizziert was man über diese aus den vorigen Bänden wissen muss und deshalb ist es gar nicht so schlimm, wenn man neu in die Reihe einsteigen möchte oder eben einiges vergessen hat. Zudem erfährt man ziemlich viel über die Arbeit beim BKA und wie diese das Privatleben der beiden Ermittler beeinflusst. Neben diesen spiele noch viele weitere eine enorme Rolle, weshalb man sehr genau aufpassen muss beim Lesen um diese nicht miteinander zu verwechseln. Zeitweise war das wirklich anstrengend, da es einfach zu viele Namen waren.
Die Handlungsgeschwindigkeit ist für einen Krimi recht rasant und hat mich eher an Thriller erinnert.

Das Cover passt zum ersten Teil der Reihe und wirkt sehr bedrohlich und düster und passt somit wunderbar zur Handlung.

Was ich mir wirklich gewünscht hätte war eine klarere Kennzeichnung der Perspektivwechsel, bei der man sieht an welchem Ort und zu welcher Zeit das alles spielt. Das hätte beim Lesen einiges erleichtert, da dieses ziemlich oft wechselt. Ansonsten haben mir aber diese Wechsel sehr gut gefallen, schließlich handelt es sich um einen sehr komplexen Fall und somit bekommt man einen genauen Einblick in die möglichen Tathintergründe und in die Ermittlungen an sich.

Vor allem gegen Schluss fand ich den Fall weniger realistisch und man hatte das Gefühl, als hätte es einfach noch ein Feuerwerk am Schluss gebraucht samt unglücklich ausgewählter Szenen. Das ist auch der einzige wirklich Teil, der mir richtig negativ in Erinnerung geblieben ist.


Fazit

Abschließend möchte ich noch festhalten, dass ich an hier der Rezension wirklich lange saß. Das lag hauptsächlich daran, da ich das Buch weder außerordentlich gut noch schlecht fand und mir lange Zeit nicht klar warum ich außer wegen dem flüssigen Schreibstil es ganz okay fand. Die Reihe werde ich definitiv weiterverfolgen und ich bin ganz gespannt darauf, was man noch über Westermanns Vergangenheit erfahren wird. Denn sie scheint schon sehr gute Gründe dafür zu haben, warum sie so eisern schweigt und man hat nie das Gefühl, als würde sie einem die ganze Wahrheit sagen. Und vielleicht schaffen es die beiden Ermittler ja im Laufe der Reihe endlich ein richtiges Team zu werden. Alles in allem gebe ich dem Krimi 3,5 von 5 Sternen.


Freitag, 30. April 2021

#373 Bücherregal - Wenn die Toten sprechen

    









Titel(Deutsch)  Wenn die Toten sprechen
AutorClaas Buschmann
VerlagUllstein Verlag
GenreSachbuch/True-Crime
Seiten240 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Viele Jahre war Claas Buschmann leitender Oberarzt der Rechtsmedizin in Berlin bevor er zum UKSH wechselte und davor arbeitete er einige Zeit als Rettungssanitäter. Während dieser Zeit bearbeitete er etliche Fälle und in diesem Buch stellt er einige davon vor. Unter anderem geht es hier um seine Funktion als Gutachter vor Gericht.

Review

CN: mehrere, ausführliche Seiten über den Suizid bzw. Suizidenten

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und so kann man ganz leicht nach den bewegenderen Fällen mal eine Pause einlegen um Abstand zu gewinnen. Einige der genannten Umstände gingen mir ganz schön Nahe und deshalb ist es wirklich schön, dass die Fälle angenehm sachlich und professionell beschrieben werden. Alles andere wäre einfach unpassend und hat finde ich vor allem im Genre "True-Crime" nichts verloren. Wenn einmal Fachbegriffe vorkommen, werden diese leicht verständlich erläutert.

Besonders gut hat mir an diesem Buch die Einordnung der einzelnen Fälle gefallen. So erfährt man zum Beispiel viel darüber, was für eine Rolle das soziale Umfeld bzw. die Lebensweise spielt. Zusätzlich wird erläutert wie ein Rechtsmediziner überhaupt arbeitet, wann er überhaupt zum Tatort gerufen wird und wann er obduzieren muss. Hier räumt er mit vielen Vorurteilen auf und zeigt wie wenig seine eigentliche Arbeit mit dem gemeinsam hat, was man in diversen Unterhaltungssendungen gezeigt bekommt.

Immer wieder streut er dabei persönliche Anekdoten ein und zeigt somit wie der Beruf sein Privatleben beeinflusst. Unter anderem erzählt er aus seiner Zeit als Rettungssanitäter und die Jahre als leitender Oberarzt der Rechtsmedizin in Berlin, wobei die meisten Informationen die 12 Hauptfälle um die es geht passend ergänzen. Und dabei schafft er es nie den roten Faden zu verlieren, der sich durch das komplette Buch zieht. Man erfährt hier wirklich viel über die Rechtsmedizin in Deutschland und Buschmann scheut nicht davor zurück das Thema Gefühle anzuschneiden. 

Zudem berichtet er auch über Fälle, die nie endgültig geklärt werden konnte. Manchmal wird aus ganz unterschiedlichen Gründen das Verfahren eingestellt und nicht immer können alle Beweise vor Gericht verwertet werden. Passend dazu wird auch erklärt wie so ein Prozess abläuft und welche Rolle Gutachten spielen. 

Das Cover erinnert an die gelb-schwarzen Flatterbänder, die in den USA zum absperren von Tatorten dienen. 

Ein wenig schade ist die geringe Seitenanzahl und für manche Fälle hätte ich mir gerne ein paar mehr Informationen gewünscht. Durch den angenehmen Erzählfluss gar nicht merkt wie viel man schon gelesen hat und deshalb kam es mir wahrscheinlich als zu wenig vor. Und da die Fälle anonymisiert erzählt werden ist es wahrscheinlich nicht möglich mehr ins Detail zu gehen.


Fazit

Hierbei handelt es sich um ein wirklich schönes Buch, welches einem Einblicke in die Arbeitswelt eines Rechtsmediziners ermöglicht. Als spektakulär würde ich die beschriebenen Fälle jetzt nicht betiteln, jedoch haben sie allesamt einen Eindruck hinterlassen. 

Freitag, 26. März 2021

#366 Bücherregal - Rattenbrüder für Greetsiel

  







TitelRattenbrüder für Greetsiel
AutorDirk Trost
VerlagEdition M
GenreKrimi/Ostfrieslandkrimi
Seiten398 Seiten
Meine Bewertung
4/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Eigentlich hatte Jan de Fries nicht damit gerechnet, so schnell an neue Aufträge zu kommen. Während der Einweihungsfeier seiner Kanzler bittet ihn sein Freund Onno darum, eine Freundin zu vertreten. Denn diese hatte auf dem Hafenfest jemanden die Nase gebrochen, weil derjenige ihren Großeltern Grundstücke zu lächerlichen Preisen abgeluchst hatte. Während Jan sich weiter darüber informiert wird schnell klar, wie brisant dieser Fall ist. Schließlich schrecken diese Immobilienhaie scheinbar vor nichts zurück und sind gewillt für ihre Pläne Menschenleben zu opfern.

Review


TW: Suizid

Eigentlich wollte ich ja nicht noch eine Krimireihe anfangen, jedoch hat mich das Thema "Immobilienhaie" unglaublich gereizt. Es ist immer wieder spannend solche Fälle von einem Rechtsanwalt erzählt zu bekommen und dafür eignet sich das Thema einfach perfekt. Es ist einfach nur beängstigend zu sehen mit welchen Methoden solche Menschen agieren und damit noch meist ohne rechtliche Konsequenzen durchkommen.

Man kann auf alle Fälle komplett ohne Vorwissen in die Reihe einsteigen. Genau das hatte ich nämlich getan und ich hatte mich recht schnell in der Handlung zurecht finden können. Alles wissenswerte über die vorigen Bände erfährt im Laufe der Handlung und so wie es scheint gibt es ohnehin nur wenige relevante Hauptprotagonisten, die einen über längere Zeit begleiten, was mir sehr gelegen kommt. Die Fälle sind wohl in sich geschlossen und so erwartet einem in jedem Teil ein neuer.

Durch den flüssigen Schreibstil bin ich nur so durch die Kapitel geflogen und da der Fall so unglaublich fesselnd war, habe ich das Buch nach dem ersten Viertel kaum noch aus der Hand legen können. Ich wollte einfach nur wissen was diese Immobilienmakler noch so auf dem Kerbholz haben und wie sie letztendlich zur Rechenschaft gezogen werden. Stellenweise überschlagen sich die Ereignisse förmlich und ich hatte mehrfach das Gefühl, dass die Auflösung des Falles kurz bevor steht und dann war dem aber nicht so. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen und obwohl die Täter von vorne herein klar sind, bleibt es sehr lange unklar ob sie nun für ihre Taten belangt werden können.

Zusätzlich gibt es eine Menge Lokalkolorit und so erfährt man einiges über die Gegend rund um Greetsiel. Das obligatorische Krabbenbrötchen darf natürlich nicht fehlen. Genauso wenig wie der Pilsumer Leuchtturm oder die verschiedenen Wasserläufe.

Auf dem Cover sind die Zwillingsmühlen in Greetsiel zu sehen, die des Öfteren im Buch erwähnt werden. Mir gefällt das düstere Design, was zu der erdrückenden Atmosphäre passt. Und es passt prima zu den restlichen Teilen der Reihe.

Mir wären ein paar weniger Morde und spektakuläre Szenen lieber gewesen und deshalb ziehe ich auch einen Stern ab. Ohne viel vorweg zu nehmen möchte ich an dieser Stelle nur anmerken, dass mir manche Figuren einfach zu überzeichnet waren und man nicht auf jedes Sahnehäubchen noch eine Kirsche zum Abschluss setzen muss nur um einen Punkt zu verdeutlichen. Eine Figur muss halt nicht jedes Klischee erfüllen, was man ihr zuschreiben kann und genau das ist mir hier leider negativ aufgefallen.


Fazit

Die Reihe werde ich definitiv weiter verfolgen, da ich Jan de Fries als Charakter interessant finde und zu dem schon seit längerem auf der Suche nach einer Krimireihe rund um Anwälte bin. Ein weiterer Pluspunkt der Reihe ist definitiv der Hund Motte, der an sich keine spektakuläre Heldenrolle einnimmt, aber trotzallem eine schöne Ergänzung ist.