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Sonntag, 9. Juni 2024

#568 Bücherregal - Vöglein schweigt

  



 




TitelVöglein schweigt(Grimm Thriller Band 2)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten381 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Angeblich gibt es ein Video darüber, wie ein Mann durch einen Berliner Wald gejagt wird. Und ausgerechnet die ermordete Familie von Nora Rathmann soll darin involviert sein. Aus dem Grund macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Denn scheinbar gibt es tatsächlich im Darknet eine Organisation, die nach und nach Grimms Märchen mithilfe von Morden nacherzählt. Zeitgleich nutzt ein Mann Frauen um das Märchen Fitchers Vogel nachzuerzählen.

Review

CN: brutale Morde, Folter

Vorweg möchte ich gerne darauf hinweisen, dass man bei dieser Trilogie mit dem ersten Band starten sollte. Ansonsten fehlen einem wichtige Hintergrundinformationen. Das Buch konnte ich beim Lesen kaum auf Seite legen, so sehr hatte mich die Handlung gefesselt. Ich wollte schlichtweg wissen wie es weitergeht und ob sich alles noch zum Guten wenden wird. 

In diesem Teil konnte ich jede Menge erschreckende Details über die Organisation "Grimm" lernen. Es geht wieder einmal um menschliche Abgründe und dass nichts so ist, wie es auf den 1. Blick scheint. Nora Rathman wird mal wieder gezeigt, dass Misstrauen gegenüber anderen Menschen angebracht ist. Sie ist nach wievor im Fadenkreuz von Grimm, jedoch glaubt ihr das keiner. Denn andere halten diese für ein Mythos und somit ist Nora laut ihnen auch nicht in Gefahr. Deshalb will Nora unbedingt die Existenz von so einer Organisation beweisen.

Dank dem leicht verständlichen Schreibstil bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Ich konnte mir sowohl die Handlung als auch die Charaktere gut vorstellen. Um keine Hinweise auf den Täter zu verpassen musste ich sehr aufmerksam lesen. Die vielen Wendungen und die hohe Handlungsgeschwindigkeit halten die Spannung aufrecht.

Wie zu erwarten endet das Buch mit einem gewaltigen Cliffhanger und am liebsten würde ich direkt mit dem nächsten Teil fortfahren. 

Fazit

Mir hat das Buch alles in allem gut gefallen, auch wenn es mir an manchen Stellen zu viel Folter war.

Freitag, 7. Oktober 2022

#492 Bücherregal - Schmerz und kein Trost

 







TitelSchmerz und kein Trost(Erik Donner 8. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten409 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Anscheinend hat sich der Mörder vorgenommen eins von Grimms Märchen nachzuspielen und das auf Video festzuhalten. Erik Donner hat sich festvorgenommen sich mithilfe einer Psychotherapeuten mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Doch dann kommt alles anders und der Sohn der Therapeutin wird entführt. Obendrein ist Donners Schwester spurlos verschwunden und er bekommt merkwürdige Anrufe. Schafft er es den Fall zu lösen ehe der Täter seinen Racheplan vollendet hat?

Review

CN: brutale Morde, Kindesmissbrauch, Snuff

Wie bei den vorigen Teilen der Reihe bin ich nur so durch die Handlung geflogen und habe beim Lesen oft die Zeit vergessen. Hierbei handelt es sich um einen komplexen und recht undursichtigen Fall. Ich musste schon sehr aufmerksam lesen um keine Details und somit wichtige Spuren zu verpassen.
Es ist definitiv ein packender Thriller und Erik Donner ermittelt mal wieder gegen die Uhr. Sehr oft erscheint es so als hätte er keine Möglichkeit zu gewinnen, da jemand seine ganz eigene Vendetta gnadenlos bis zum Ende durchziehen will. Ungeachtet über wie viele Leiche er dafür gehen muss.

Im Gegensatz zu den vorigen Bänden ist die Atmosphäre durchgehend erdrückend und oft hatte ich das Gefühl, als wäre das nun das endgültige Ende. Überspitzt geschrieben geht es nur noch um das Abschlachten und Nägeln mit Köpfen machen. An sich ist die Reihe ohnehin eher in die Sparte der Thriller einzuordnen, in denen sehr viele Menschen auf brutale Weise sterben. Jedoch wurde hier noch eine gewaltige Schippe obendrauf gelegt, was mich nachdenklich gestimmt hat. Wie der Autor am Ende des Buches erahnen lässt handelt es sich hierbei wahrscheinlich um den letzten Band der Reihe, was mich jetzt wenig verwundert vor allem nach den ganzen Geschehnissen. Erik Donner ist nun einmal letztendlich nur ein Mensch und wie will er mit all dem umgehen und weitermachen? An sich fände ich es schade, wenn die Reihe nun komplett beendet wäre.

An sich hatte ich immer wieder die Hoffnung, dass es nicht noch schlimmer kommt und wurde jedes Mal eines besseren belehrt. Hier werden zahlreiche menschliche Abgründe gezeigt und diese erscheinen endlos tief. Es scheint fast so als gäbe es für manche absolut keine Grenzen. Aus diesem Grund bin ich ganz froh darüber, dass die Gewaltszenen recht oberflächlich beschrieben wurden. Trotzdem hatte mein Kopfkino daraus recht abartige Szenen gebastelt und ich musste mich oft zwingen nicht genau über manche Szenen nachzudenken. Es ist an sich wichtig solche Sachen wie Snuff in Thrillern zu thematisieren und dabei nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Ansonsten erinnert das alles zu sehr an Fetischromane und daran habe ich absolut kein Interesse. Und es sollte eher darum gehen zu zeigen, dass solche Filme existieren und es Abnehmer dafür gibt.

Vor allem in diesem Band scheint Donner unzerstörbar und ihn scheinen die neuen Erlebnisse aufgrund seiner Vergangenheit wenig zu berühren. Zudem stößt er auf alte Bekannte und man erfährt anhand von Rückblicken, wie diese eventuell mit dem neuen Fall in Zusammenhang stehen. Es ist definitiv erschreckend zu lesen was manche Polizisten erleben. 

Das Cover passt mal wieder perfekt zu der Reihe und es ist schön zu sehen, dass die Fliegen wieder mal eine Rolle spielen.

Fazit

Mich hat der Thriller definitiv daran erinnert, dass manche Menschen absolut keine Grenzen kennen und für ihre eigenen Rachegelüste sehr weit gehen. Um ein besseres Gespür für den Ermittler Donner zu bekommen, würde ich jedem empfehlen die vorigen Bände zu lesen. Ansonsten bekommt man leider das Gefühl als ginge es hier nur darum Menschen auf bestialische Art und Weise zu bestrafen. Denn wie schon im Vorfeld erwähnt handelt es sich hierbei mintunter um den letzten Band der Reihe und da ist es ja klar, dass hier ein spezielles Feuerwerk gezündet wurde um für einen krönenden Abschluss zu sorgen.

Freitag, 6. Mai 2022

#455 Bücherregal - Du darfst nicht alles glauben, was du denkst

  

    








Titel(Deutsch)  Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
AutorKurt Krömer
VerlagKiepenheuer & Witsch Verlag
GenreErfahrungsbericht
Seiten192 Seiten
Meine Bewertung
5/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Die meisten kennen Alexander Bojcan nur als seine Kunstfigur Kurt Krömer und auch wenn es nicht den Anschein macht, ist er trockener Alkoholiker. Bisher hatte er es immer vermieden zu viel von seinem Privatleben preiszugeben, bis in seiner Sendung Thorsten Sträter zu Gast war und er offen mit diesem über das Thema "Depression" sprach. Er selbst war deshalb mehrere Wochen zur Behandlung in einer Tagesklinik. In diesem Buch spricht er bewusst vieles an, worüber sonst eher geschwiegen wird. 

Review

Hierbei handelt es sich um einen schonungslos ehrlichen Erfahrungsbericht über die Depression und dieser zeigt eines der vielen Gesichter bzw. Fratzen dieser Erkrankung. Und macht Mut für einen offenen Umgang mit diesem Thema. Mir hat vor allem der positive Grundtenor des Buches gefallen.

Besonders interessant fand ich die Passagen über das Künstlerleben, in denen er offenen über die damit einhergehenden Bedenken spricht. Schließlich hatte er große Angst davor nicht mehr seine Kunstfigur Kurt Krömer darstellen zu können, wenn er eben nicht mehr so depressiv ist. Als Künstler kann ich das alles ein Stück weit nachvollziehen, da einen solche Phasen doch sehr prägen und genau das sich in den Werken von einem bemerkbar macht. Und somit ist es auch klar, wie sehr sich das alles wandelt wenn genau das eben nicht mehr vorhanden ist. Es prägt nun einmal einen.

Dann wird auch noch sehr ausführlich auf die Zeit in der Tagesklinik eingegangen und wie schwer es für ihn war sich das alles selbst einzugestehen. Lange Zeit hatte er gedacht die Probleme lägen ganz wo anders und ich stelle es mir vor allem als Person des öffentlichen Lebens schwer vor, mit so etwas zurecht zu kommen und sich Hilfe zu holen. Hier wird auch erwähnt wie schwer es vor allem für gesetzlich Versicherte es genau diese Hilfe zu bekommen und er nun einmal dank seines Versicherungsstatus in einer privilegierten Situation ist. Genau der Punkt kann leider nicht oft genug erwähnt werden und es ist einfach nur traurig, dass es Menschen so unfassbar schwer gemacht wird. Denn erst einmal den Schritt zu gehen und sich selbst einzugestehen genau das zu brauchen ist schon verdammt schwer.

An den Stellen an denen er das Katastrophendenken beschreibt habe ich mich zu 100 % wieder gefunden. Man geht vom schlimmsten Szenario aus und steigert sich immer mehr rein und merkt meist gar nicht, dass es dafür absolut keinen Anlass gibt. Auch die mit der Depression einhergehende Taubheit, fehlende Libido und Motivationslosigkeit wird nachvollziehbar beschrieben. Man versucht sehr lange zu funktionieren, es irgendwie hinzubekommen und sei es nur das nötigste vom nötigsten. Und solange man noch das mehr schlecht als recht hinbekommt, scheint alles wenigstens nach Außen in Ordnung zu sein. 

Das Buch zeigt auf alle Fälle, dass man nicht alleine ist und es vollkommen okay ist sich Hilfe zu holen. Vor allem hat es mir gut gefallen, dass all das ohne erhobenen Zeigefinger erzählt wird und keine ultimativen Ratschläge erteilt wird. Es macht Mut dazu sich der mit der Depression auseinander zu setzen. Sie ist halt nur eine Facette von vielen, die einen als Mensch ausmacht und das sollte man nie außer Augen lassen. Vor allem in besseren Phasen sollte man sich darauf konzentrieren im Jetzt zu sein und sich nicht davor fürchten, dass man ja wieder abrutschen könnte. Und genau das finde ich eine sehr wichtige Message, die der Autor gut rüber bringt. Wenn es soweit ist, kann man es wieder in den Griff bekommen und sich abermals wenn nötig Hilfe holen.


Fazit

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es sowohl Betroffenen, als auch allen anderen nur wärmstens empfehlen. Es ist unglaublich wichtig, dass der Umgang mit dieser Erkrankung offener wird und sich Leute nicht mehr dafür schämen sich Hilfe zu holen. Bei anderen Krankheiten geht man ja schließlich auch zum Arzt.

Freitag, 31. Dezember 2021

#427 Bücherregal - Q

 







TitelQ
AutorChristina Dalcher
VerlagFischer Verlag
GenreDystopie
Seiten384 Seiten
Meine Bewertung
4/5




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 Inhalt


Der Q-Wert bestimmt maßgeblich welche Rolle man in der Gesellschaft einnimmt. Sowohl die eigene Intelligenz als auch die anderer Familienmitglieder als auch deren Verhalten nehmen Einfluss darauf. Bisher war Elena Fairchild davon überzeugt, dass das System vieles im Leben vereinfacht und als Mitglied der silbernen, also obersten Gruppe profitierte sie enorm davon. Vor allem ihre jüngste Tochter Freddie hat zunehmend Probleme mit dem Druck und den monatlichen Testungen zurechtzukommen. Bisher bekam sie immer wieder die Kurve, doch dann rutscht ihr Q-Wert unter das kritische Niveau und sie muss auf eine Staatsschule. Aber was bedeutet das genau und kann Elena wirklich verantworten, dass ihre neunjährige Tochter dorthin gebracht wird?

Review

TW: Eugenik

Obwohl ich schon so viele Sachbücher und Romane über dieses Thema gelesen habe, schockt es mich jedes Mal aufs neue. Aus dem Grund habe ich auch über eine Woche gebraucht um mich an diese Rezension setzen zu können. Es ist einfach nur unfassbar was manche Menschen sich herausnehmen und denken sie könnten darüber urteilen, ob ein Leben lebenswert ist oder eben nicht. Und genau darum geht es letztendlich in dieser Dystopie: jeder der nicht exakt in die Schablone der Regierung passt wird auf Staatsschulen geschickt. Die Kinder müssen sich schon sehr früh in komplexen Themenbereichen auskennen und am Besten schon kleine Akademiker sein, denn ansonsten können sie die regelmäßigen Tests nicht bestehen und landen in diesen Schulen. Sowohl die Intelligenz als auch der Familienstand beeinflussen den sogenannten Q-Wert, der letztendlich die komplette berufliche Zukunft als auch das alltägliche Leben bestimmt. Aber für welchen Preis?

Das Buch hatte ich innerhalb weniger Tage durch gelesen, weil ich wissen wollte wie das alles am Ende ausgeht. Schließlich wollte ich wissen für wen sich Elena letztendlich entscheiden wird. Denn wenn sie Freddie vor der Staatsschule wahrt, wird sie ihre andere Tochter und auch ihren Mann verlieren. Beide würden erhebliche Probleme bekommen und kann sie genau das verantworten? 

Ein wenig schade ist es, dass Elena Fairchild die ganze Zeit im Vordergrund steht und man wirklich wenig über die restlichen Personen erfährt. Dadurch erscheint selbst der Mann, der hauptsächlich dieses System am Laufen hält als das absolute Böse. Und die Kinder erscheinen zeitweise wie Spielfiguren, die zwar übers Feld geschoben werden aber zu dem man sich kein eindeutiges Bild machen kann. Dabei hätte ich schon gerne gewusst wie zum Beispiel Freddie tickt und was Anne bewegt. Stattdessen erfährt man eine Menge über Elenas Familie, die jedoch genauso wie der Rest bis zum Schluss eher wenig umschrieben wird. Wahrscheinlich hätten dem Buch was das betrifft ein paar Hundert Seiten mehr ganz gut getan.

Manchmal haben mich gewisse Personen ratlos gemacht, denn ihr Verhalten passte so gar nicht zu ihrer zugedachten Rolle und es wirkte auch sonst sehr unlogisch. Oft agierten sie so, wie es am Besten zur Handlung passt und nicht ihres Charakters entsprechend. An einigen Stellen fand ich das richtig schade, denn das hätte die Handlung viel greifbarer und furchteinflößender gemacht. 

Auch sonst fehl es oft an nötigem Hintergrundwissen um bestimmte Sachen richtig einordnen zu können. An einigen Stellen geht es um Eugenik während des Nationalsozialismus und das hätte man ruhig etwas ausführlich beschreiben können. Nicht jeder kann etwas mit dem Begriff anfangen, dabei spielt genau das in diesem Buch eine tragende Rolle.

Fazit


Eine wirklich düstere Welt, die einem mal wieder vor Augen führt wie schnell ein System sich fast unbemerkt verändern kann. Elena hatte erst wirklich angefangen all das zu hinterfragen, als sie selbst erleben musste wie ihr eigenes Kind an dem Bildungssystem zerbricht und auf eine der Staatsschulen abgeschoben zu werden. Mich hat das Buch definitiv nachdenklich gestimmt.

Freitag, 30. April 2021

#373 Bücherregal - Wenn die Toten sprechen

    









Titel(Deutsch)  Wenn die Toten sprechen
AutorClaas Buschmann
VerlagUllstein Verlag
GenreSachbuch/True-Crime
Seiten240 Seiten
Meine Bewertung
4/5


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 Inhalt

Viele Jahre war Claas Buschmann leitender Oberarzt der Rechtsmedizin in Berlin bevor er zum UKSH wechselte und davor arbeitete er einige Zeit als Rettungssanitäter. Während dieser Zeit bearbeitete er etliche Fälle und in diesem Buch stellt er einige davon vor. Unter anderem geht es hier um seine Funktion als Gutachter vor Gericht.

Review

CN: mehrere, ausführliche Seiten über den Suizid bzw. Suizidenten

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und so kann man ganz leicht nach den bewegenderen Fällen mal eine Pause einlegen um Abstand zu gewinnen. Einige der genannten Umstände gingen mir ganz schön Nahe und deshalb ist es wirklich schön, dass die Fälle angenehm sachlich und professionell beschrieben werden. Alles andere wäre einfach unpassend und hat finde ich vor allem im Genre "True-Crime" nichts verloren. Wenn einmal Fachbegriffe vorkommen, werden diese leicht verständlich erläutert.

Besonders gut hat mir an diesem Buch die Einordnung der einzelnen Fälle gefallen. So erfährt man zum Beispiel viel darüber, was für eine Rolle das soziale Umfeld bzw. die Lebensweise spielt. Zusätzlich wird erläutert wie ein Rechtsmediziner überhaupt arbeitet, wann er überhaupt zum Tatort gerufen wird und wann er obduzieren muss. Hier räumt er mit vielen Vorurteilen auf und zeigt wie wenig seine eigentliche Arbeit mit dem gemeinsam hat, was man in diversen Unterhaltungssendungen gezeigt bekommt.

Immer wieder streut er dabei persönliche Anekdoten ein und zeigt somit wie der Beruf sein Privatleben beeinflusst. Unter anderem erzählt er aus seiner Zeit als Rettungssanitäter und die Jahre als leitender Oberarzt der Rechtsmedizin in Berlin, wobei die meisten Informationen die 12 Hauptfälle um die es geht passend ergänzen. Und dabei schafft er es nie den roten Faden zu verlieren, der sich durch das komplette Buch zieht. Man erfährt hier wirklich viel über die Rechtsmedizin in Deutschland und Buschmann scheut nicht davor zurück das Thema Gefühle anzuschneiden. 

Zudem berichtet er auch über Fälle, die nie endgültig geklärt werden konnte. Manchmal wird aus ganz unterschiedlichen Gründen das Verfahren eingestellt und nicht immer können alle Beweise vor Gericht verwertet werden. Passend dazu wird auch erklärt wie so ein Prozess abläuft und welche Rolle Gutachten spielen. 

Das Cover erinnert an die gelb-schwarzen Flatterbänder, die in den USA zum absperren von Tatorten dienen. 

Ein wenig schade ist die geringe Seitenanzahl und für manche Fälle hätte ich mir gerne ein paar mehr Informationen gewünscht. Durch den angenehmen Erzählfluss gar nicht merkt wie viel man schon gelesen hat und deshalb kam es mir wahrscheinlich als zu wenig vor. Und da die Fälle anonymisiert erzählt werden ist es wahrscheinlich nicht möglich mehr ins Detail zu gehen.


Fazit

Hierbei handelt es sich um ein wirklich schönes Buch, welches einem Einblicke in die Arbeitswelt eines Rechtsmediziners ermöglicht. Als spektakulär würde ich die beschriebenen Fälle jetzt nicht betiteln, jedoch haben sie allesamt einen Eindruck hinterlassen. 

Freitag, 11. September 2020

#322 Bücherregal - How to be gay

 


Quelle: Netgalley.de 




TitelHow to be gay
AutorJuno Dawson
ÜbersetzerVolker Oldenburg
VerlagFischer Verlag
GenreSachbuch
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
4/5

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 Inhalt

Hierbei handelt es sich um das ultimative Sachbuch rund um Sex, Gender und Liebe. Wie ist das eigentlich mit der Liebe, wenn man schwul oder lesbisch ist? Welche Möglichkeiten hat man einen Partner zu finden, wenn man eben nicht heterosexuell ist? Ergänzt wird das alles mit zahlreichen Beiträgen von verschiedenen Leuten aus der LGBT-Gemeinschaft. An einigen Stellen wird explizit über Sex geschrieben.

Review

Besonders gut hat mir der Aufbau des Buches gefallen, denn es wird mit vielen Vorurteilen aufgeräumt und man erfährt einiges über die aktuelle Situation vieler LGBT weltweit. Hauptsächlich geht es jedoch um LGBT in Großbritannien, wobei die Adresslisten am Ende des Buches an Deutschland angepasst wurden.

Vieles war mir im Vorfeld schon bekannt, da ich schon einige Sachbücher in die Richtung gelesen habe und somit habe ich jetzt nicht viel neues erfahren. Was ich jedoch wirklich schön finde an dem Buch ist, dass hier eben nichts geschönt wird und einige wirklich wichtige Themen wie STD/STI angesprochen werden. Und auch sonst kommen Themen vor, denen ich bisher in solchen Sachbüchern noch nicht begegnet bin und die Erklärungen sind durchgehend einfach und verständlich gehalten. Gegen Ende des Buches gibt es zudem ein Kapitel welches sich an Eltern wendet.

Die kleinen Illustrationen lockern das alles ein wenig auf und sind teilweise sehr witzig. Zudem kommen immer wieder verschiedene Menschen aus der LGBT-Szene zu Wort und oft liest es sich so, als würde die Autorin einem selbst das erklären. Natürlich spiegeln diese Aussagen nur einen Bruchteil der Erfahrung derjenigen wieder und das wird auch immer wieder erwähnt. Nur weil man selbst noch nicht mit Diskriminierung und Anfeindungen konfrontiert wurde heißt es nicht, dass sie nicht existiert. Nicht umsonst ist das Thema outen so ein riesiges Thema, welches angesprochen wurde. Heterosexualität ist nun einmal die Norm und leider gibt es genug Menschen, die nichts anderes akzeptieren.

Es ist vieles wirklich sehr umgangssprachlich gehalten, was wirklich gut zum Thema passt. Schließlich gibt es nichts schlimmeres als Oberlehrerhafte Aufklärungsbücher mit kuriosen Bildern/Fotos. Auf diese wird hier verzichtet, was ich aber ganz okay finde. Schließlich weiß man ja was gemeint ist und so ein geschriebener Text ist ohnehin meist aussagekräftiger als eine schlechte Illustration/Grafik. 
Man bekommt einen relativ guten Einblick über die verschiedenen sexuellen Orientierungen und Identitäten, weshalb sich das Sachbuch auch wunderbar als Einstiegslektüre eignet. Wobei das Hauptaugenmerk hier eindeutig auf Lesben, Schwulen und Transsexuellen liegt. Für ein ultimatives Sachbuch über Sex und Identität fehlt mir einfach das Wissen zu all jenen Orientierungen, die hier nur als eine Art Randerscheinung dienen. Und wenn man es ganz genau nimmt geht es hauptsächlich nur um schwule cis-Männer, was für ein so inklusives Buch einfach nur traurig ist. Wer also mehr über alles jenseits von LGBT wissen möchte wird hier wahrscheinlich nicht fündig.


Fazit

Gerade für Neugierige und diejenigen ohne viel Vorwissen eignet sich dieses Buch. Man bekommt wirklich viel Wissen vermittelt. Natürlich ersetzt es kein Gespräch mit LGBT-Leuten, jedoch verschafft es fürs erste einen guten Einblick. So wirklich inklusiv ist das Buch jetzt nicht, aber im Titel steht ja auch "gay" und darum geht es ungeachtet des Klappentextes hauptsächlich. 

Freitag, 5. Juni 2020

#300 Bücherregal - Daisy Jones & the Six







TitelDaisy Jones & The Six
AutorTaylor Jenkins Reid
VerlagUllstein Verlag
GenreHistorischer Roman
Seiten368 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de und dem Buchverlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Wenn Daisy Jones eins ist, dann ist es bildhübsch. Von ihren Eltern erhielt sie nie den Rückhalt, den sie wahrscheinlich gebraucht hätte um im Leben besser klar zu kommen. Schon früh hatte sie sich in den Kopf gesetzt Sängerin werden zu wollen und vor allem wollte sie wenn überhaupt nur ihre eigenen Lieder performen. Doch das klappte alles nicht so recht und so landete sie bei der Band "The Six". Daisy genoss den Lifestyle "Sex, Drugs and Rock'n'Roll" der 70er und dementsprechend toll fand sie es auch diese Musik auf der Bühne performen zu dürfen. Doch vollkommen unerwartet für die Fans löste sich die Band 1979 für immer auf.

Review

Direkt mal vorweg möchte ich eine Triggerwarnung setzen, denn im Buch geht es immer wieder um Drogen-, Tablette- und Alkoholmissbrauch.

Der ganze Roman ist wenn man es genau nimmt einfach nur ein Gespräch zwischen den einzelnen Mitgliedern der Band und anderen Personen, die ihnen nahe standen. An einer Stelle taucht eine Interviewerin auf, die quasi dieses Gespräch leitet. Es brauchte eine Zeit lang bis ich mich an den recht ungewöhnlichen Schreibstil gewöhnt hatte und ich bin recht froh darüber, dass ich das Buch tatsächlich beendet habe. Ursprünglich hatte ich es schon einmal in 2019 in Englisch versucht zu lesen, aber ich hatte recht schnell aufgegeben.

Vor allem die authentische Handlung hat mir gefallen und wie natürlich all die Skandale und der Drogenmissbrauch beschrieben wurde. Zu der Zeit galt halt noch "Sex, Drugs and Rock'n'Roll" und genau das liefert der Roman. Vieles was passiert kennt man halt aus Interviews von Künstlern dieser Zeit und deshalb wirkt das Geschriebene wahrscheinlich auch so real. Drogen wurden richtig glorifiziert und gehören einfach zum Künstler sein dazu. Und genau das steht im starken Kontrast zu der jetzigen Zeit, schließlich war es damals "normal" für manche Musiker Hotelzimmer zu zertrümmern und die Sucht bestimmten den Alltag. Und die Autorin schafft es einerseits genau das hervorzuheben, aber auch zu zeigen wie viel diese Sucht zerstört. Diesbezüglich hatte ich die ganze Zeit eine wirklich schlechte Vorahnung, weil ich solche Geschichten aus anderen Büchern kenne.
Hauptsächlich die beiden Hauptprotagonisten Billy und Daisy haben ein gewaltiges Suchtproblem und beide haben eine komplett andere Art damit umzugehen. Das sorgt für gewaltiges Konfliktpotential und das macht das alls so spannend. Zudem würde ich keinen von beiden jetzt unter sympathisch einstufen, was ich zur Abwechslung wirklich angenehm fand. So macht es einiges was passiert erträgerlicher und ich finde es gut, dass die Autorin diesen Weg gewählt hat. Zu oft geht es ja nur um das schöne, drogenabhängige Mädchen(oder den Jungen), was jeder liebt und mit dem man mitfühlt und dem einfach nur einen Weg aus der Sucht wünscht. Und da im Leben auch nicht immer alles dieses Klischee bedient finde ich es gut, dass auch einmal etwas anderes gezeigt wird.

Ein anderer wichtiger Punkt sind die starken weiblichen Rollen in diesem Buch. Selbst die Nebencharaktere sind mehrschichtig und zeigen immer wieder wie wichtig es ist für seine eigenen Rechte zu kämpfen.

Ganz am Ende befinden sich zudem einige wirklich tolle Liedtexte und ich finde es immer wieder schön, wenn Autoren sich die Mühe machen diese zu verfassen.

Was ich wirklich schade finde ist der Erzählstil, denn bei so einem Transpkript/Interview geht einfach unheimlich viel verloren. Ich hätte mir einfach mehr Beschreibungen der Orte/Figuren und alles gewünscht, weshalb ich normalerweise Bücher mit diesem Erzählstil meide. Was mir aber positiv an dem ganzen aufgefallen ist, dass jeder Charaktere eine andere Erzählweise hat und somit auch quasi eine eigene Stimme. Somit kann sie recht gut auseinander halten beim Lesen.


Fazit

Zusammend fassend lässt sich auf alle Fälle schreiben, dass es ein wirklich gelungener historischer Roman ist. Mich hätte es absolut nicht verwundert, wenn am Ende "basiert auf wahren Erlebnissen" gestanden hätte. Einige der Ereignisse sollen tatsächlich auf den Gerüchten rund um die Band  "Fleetwood Mac" basieren.

Sonntag, 31. Mai 2020

#299 Bücherregal - Möwentod




Quelle: Netgalley.de




TitelMöwentod(Silber&Finkel 2. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten412 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5

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 Inhalt

Der Fall rund um eine tote Privatdetektivin entwickelt sich schnell zu einem Fall, den die beiden Ermittler Greta Silber und Hardy Finkel nicht so schnell vergessen werden. Eigentlich wollten diejenigen nur ein komplett neues Leben beginnen und dafür haben sie alles aufgegeben. Doch jemand hat sich genau diesen Umstand zu nutze gemacht und alle Spuren führen die Ermittler auf eine Fähre, die Waren ins Ausland liefert. Und jemand versucht alles in seiner Macht stehen um zu verhndern, dass einer die Wahrheit herausfindet. Was ist mit den Menschen passiert, die eigentlich nur einen Neuanfang wollten?

Review

Man kann diesen Thriller auch komplett ohne Vorwissen lesen, das heißt man muss nicht "Küstenstill"(1. Fall) gelesen haben um hier den zu verstehen. Mich freut es auf jeden Fall, dass der Autor sich dazu entschlossen hat eine Reihe rund um die Stralsunder Ermittler zu machen. Mir gefallen einfach ihre Eigenarten und ihre Nahbarkeit. Und ich bin wirklich gespannt darauf, was man noch für kuriose Details über diese erfahren wird. Hardy und Greta haben halt beide ihre Ecken und Kanten und ich finde genau das macht diese so liebenswert.

Auch dieses Mal hatte ich das Buch innerhalb weniger Tage zu Ende gelesen. Der Fall ist einfach unglaublich fesselnd und der Schreibstil des Autors macht es einem leicht, dass alles am Stück runter zu lesen.

Die Kapitel umfassen immer nur wenige Seite und deshalb fiel es mir vor allem ab der Hälfte des Thrillers unheimlich schwer mal eine Pause beim Lesen einzulegen. Die damit verbunden Perspektivwechsel und überraschenden Wendungen sorgen für ein hohes Erzähltempo. Immer wieder folgen die Ermittlern den falschen Hinweisen und man weiß nicht so recht, worauf das alles hinaus laufen wird. Dadurch steigt durchgehend die Spannungskurve und man hat ständig das Gefühl, als wäre die Auslösung des Falles greifbar nah.

Wieder einmal punktet die Handlung mit nüchternen Beschreibungen der Taten bzw. Leichen auf. Der Autor schafft es mit wenigen Worten alles zu umschreiben und trotzdem hat man immer wieder das Gefühl mit den wichtigen Informationen versorgt zu sein. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass das Geschilderte so realistisch wirkt. Auch die Auflösung wirkt sehr schlüssig und fügt sich nahtlos in die Handlung ein.

Das Cover passt gut zu der Reihe und ich finde es schön, dass das Rot des Titels auch bei den Booten wieder zu finden ist. Die riesige Welle im Hintergrund lässt vermuten, dass die Ermittler etwas sehr gewaltiges aufdeken werden und ich kann so viel verraten: Das werden sie. Und genau das hat mich nachdenklich gestimmt, schließlich gab es zu diesem Zeitpunkt die Diskussionen zu dem Thema nicht ohne Grund. Und dementsprechend finde ich es gut, dass das Thema auch einmal in einem Thriller vorkommt.


Fazit

Schon wieder hat Elias Haller einen Thriller verfasst, der mich begeistern und vor allem auch unterhalten konnte. Ich freue mich auf jeden Fall auf den nächsten Band der Reihe, der wohl Ende August erscheinen soll.


Rezension zu "Küstenstill"(Silber&Finkel 1. Fall)

Mittwoch, 27. Mai 2020

#001 Fotoband - Heiter bis wolkig

Quelle: https://www.netgalley.de/


TitelHeiter bis wolkig
Text
Frank Goosen
FotografenDavid Carreno Hansen, Sven Stolzenwald, Christian Werner
VerlagHatje Cantz
GenreKunst und Fotografie
Seiten216 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Was genau ist eigentlich Heimat? Dieser Frage gingen drei junge Fotografen auf den Grund und begaben sich dafür auf eine Reise quer durch Deutschland. Die daraus entstandenen Fotos waren teil ihrer Abschlussarbeit für den Studiengang "Dokumentarfotografie". Während der Suche stießen sie auf teils befremdliche Situationen in der Provinz, die in vielen Augen den typischen Deutschen darstellen und der sie selbst mit viel Selbstironie begegneten. Die einzelnen Fotos stellen Deutschland zwischen 1960 und der Gegenwart dar.


Review

Ein Pluspunkt ist auf jeden Fall das Fotoverzeichnis am Ende des Bandes, denn so kann man gewisse Fotos bestimmten Gegenden zuordnen.
Wenn ich mir den Fotoband so ansehe merkt man mal wieder wie unterschiedlich jeder die Heimat sieht. Für mich ist der Großteil einfach nur eine Abbildung einer bestimmten Gesellschaftsschicht und ich habe etwas den Rest vermisst, schließlich besteht Deutschland ja doch aus vielem mehr. Viele Fotos haben mich an Deutschland in den 90ern erinnert und was unter der Arbeiterschicht damals so üblich war. Der Urlaub am Meer, aber möglich abgeschottet durch Windschutz. Gefühlt hatte jeder die gleiche Wohnzimmereinrichtung und die gleiche Hecke. Kurzum eigentlich alles was man sich unter dem Begriff "Spießer" so vorstellt. Aber auch das Deutschland der 60er/70er wird in diesem Fotoband gezeigt. Es werden halt vor allem die normalen und alltäglichen Dinge gezeigt, was man halt eben nicht in einem Fotoband erwartet und eigentlich auch nicht gegenüber anderen erwähnenswert findet.

Es ist auf jeden Fall erstaunlich wie viele Klischees hier bedient werden, die leider größtenteils ihre absolute Berechtigung haben. Besonders haben mir die jeweiligen ironischen Bildunterschriften gefallen. Die Fotos wirken oft wie von Laien angefertigt, was dem ganzen einen besonderen Charme gibt. Manchmal wirken sie auch einfachso als wären sie irgendeinem x-beliebigen Fotoalbum entnommen wurden und wecken damit einige Erinnerungen.

Was total ins Auge sticht ist die Einfachheit der einzelnen Fotos. Sie stechen garantiert nicht wegen der Schönheit hervor und zeigen viele Seiten von Deutschland, die man anderen wahrscheinlich eher verschweigen würde. Die oberkorrekten Schilderwälder am Straßenrand kann man mit Humor nehmen, aber wenn man weiß wie teuer jedes einzelne Schild davon ist macht es das alles nur beschämend.
An einigen Stellen hätte ich mir längere Bildunterschriften gewünscht. In der eBook-Version war die leider teilweise schwer zuzuordnen und ür einige Fotos hätte ich einfach gerne Erklärungen gehabt.


Fazit

Wenn man jemanden mal ein anderes Bild von Deutschland zeige möchte, dann ist man mit diesem Fotoband auf alle Fälle gut bedient. Es sind halt sehr gewöhnliche Fotos und sie zeigen teilweise Dinge auf die man eigentlich gar nicht so stolz ist. Wenn man das alles mit Humor nimmt und über so etwas lachen kann, dann ist das jedoch kein Problem. Mich hat der Fotoband jetzt nicht so vom Hocker gehauern, allein weil er nicht zum immer wieder durchblättern einlädt.

Freitag, 22. Mai 2020

#298 Bücherregal - Soko Heidefieber



TitelSoko Heidefieber
AutorGerhard Henschel
VerlagHoffmann und Campe
GenreKriminalroman
Seiten288 Seiten
Meine Bewertung
3/5

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 Inhalt

Nach der Lesung wird der Autor von dem Regiokrimi "Heidefieber" tot aufgefunden und er starb wie eines der Opfer in seinem Roman. Die beiden Hauptkomissare aus Uelzen nehmen direkt die Ermittlungen auf und ziehen als erstes Mordmotiv Missgunst in Verdacht. Schließlich gibt es viele Autoren in dem Genre Regiokrimi und jeder will Erfolg haben. Der Verdacht verhärtet sich als immer mehr dieser Autoren wie die fiktiven Opfer aus ihren Büchen ermordert werden. Aus Angst engagiert der Verband der deutschsprachigen Krimiautoren einen Privatdetektiv, der ihnen aber auch nicht weiterhelfen kann.

Review

Die Idee hinter dem Buch ist einfach nur klasse und als Fan von Regionalkrimis finde ich es auch einmal schön, dass genau diese "Szene" aufs Korn genommen wird. In der ersten Hälfte hat mich der Autor wie oft zum Lachen gebracht und es entsprach vieles meinem Humor. Man darf das Geschriebene halt nicht so ernst nehmen und vieles ist typisch für das Genre "Humorkrimi". Die Übertreibungen und überspitzten Szenen sollen halt genau das aufzeigen, was man sich unter dem Klischee "Regiokrimi"-Autor vorstellt. Es ist auf jeden Fall erstaunlich mit wie vielen Details diese ausgestattet wurden und wie konsequent das alles durchgezogen wurde.
Besonders gefallen hat mir die Ironie, die man immer wieder rausliest.

Was die Dialoge betrifft bin ich mir uneins, denn manche Dialekte sind im Geschriebenen sehr schwer zu verstehen und das hat den Lesefluss gestört. Ich weiß nicht, ob das einfach nur an der Schreibweise lag und man diese Worte in diesen Regionen tatsächlich so schreibt. Manches habe ich versucht laut auszusprechen, aber trotzdem hatte ich es einfach nicht verstanden.

Besonders eine Stelle rund um den Charakter Schulz ist mir negativ im Gedächtnis geblieben. Sie befindet sich im letzten Drittel(ungefähr Seite 200) und da habe ich mich schon gefragt, ob man das tatsächlich noch unter lustig einordnen kann. Es wurde maßlos übertrieben und die Szene an sich hinterließ einfach einen sehr bitteren Nachgeschmack. Auch in anderen Szenen mit anderen Charakteren kommt es immer wieder zu Übertreibungen, die teilweise einfach die Grenze des guten Geschmacks überschreiten. Ob da der Autor einfach nur bewusst provozieren wollte bleibt leider völlig unklar.

Ein weiterer Kritikpunkt wäre der fehlende rote Faden, der einen normalerweise durch die Handlung führt. Es wird von Ort zu Ort gsprungen und es gibt unzählige Handlungsstränge, bei denen man irgendwann zwangsläufig den Überblick verliert. Die Szenen im Ausland hätte man ruhig weglassen können und dafür der restlichen Handlung mehr Raum geben können. Denn für 280 Seiten sind es einfach zu viele Handlungsstränge.


Fazit

Wenn es von was mehr geben könnte, dann ist es Bücher in dem Genre. Leider hat mich dieser überregionale Humorkrimi nicht überzeugen können und deshalb gibt es auch nur 3 von 5 Sternen. Ob man das Buch jetzt wirklich zu den Humorkrimis zu ordnen kann bleibt fraglich, da es doch sehr von einem klassischen Krimi abweicht und mit der versprochenen Geschichte vom Klappentext wenig Ähnlichkeit hat.

Freitag, 8. Mai 2020

#294 Bücherregal - Vengeful - Die Rache ist mein







TitelVengeful - Die Rache ist mein(#2. Teil der Villain-Reihe)
AutorV.E. Schwab
VerlagFischer Verlag
GenreFantasy
Seiten528 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Marcella ist die Frau vom Unterweltboss Marcus Riggins und ist es vollkommen Leid immer nur dafür bekannt zu sein. Eines Tages wird sie von ihrem Mann umgebracht, doch wie durch ein Wunder wacht sie als Extraordinäre auf und hat plötzlich zerstörerische Kräfte. Sie schwört sich nicht nur Rache an ihrem Mann, sondern an vielen weiteren Menschen zu nehmen. In einem rasenden Tempo erreicht sie die Spitze der Macht, doch sie begeht einen Fehler. Denn man mischt sich nicht ungeschoren in den Streit zwischen Eli Ever und Victor Vale ein.

Review

Wegen der fesselnden Handlung habe ich das Buch nahezu in einem durch gelesen, da ich einfach nur wissen wollte wie das alles ausgeht. Mir hat die bilderhafte und packende Erzählweise unglaublich gut gefallen. Dieses Mal sind einige wirklich brutale Szenen dabei, die Grundatmosphäre im Buch noch düsterer und bedrohlicher erscheinen lassen. Den ersten Teil der Reihe hatte ich nicht ganz so extrem empfunden und deshalb hatten mich das alles auch ziemlich überrascht. Wobei das alles irgendwie zu so einer Welt dazu gehört und man kennt es von vielen anderen Geschichten über Antihelden/Helden, in denen das alles eben nicht geschönt wird und den Bösen jedes Mittel recht ist um beispielsweise an Informationen zu kommen.

Der Handungsaufbau trägt sein übriges zur Spannung bei, denn immer wieder wird in zwischen den Zeiten und Orten gesprungen. Dadurch bekommt man einen ziemlich guten Überblick über das Geschehen, auch wenn man oft nicht weiß warum jetzt bestimmte kleine und auf den ersten Blick unscheinbare Szenen eingeschoben wurden. Deswegen ist auch die Geschwindigkeit der Handlung unglaublich hoch. Man muss wirklich aufmerksam lesen, damit man allein wegen der Zeitsprünge nicht den Überblick verliert. Einen roten Faden sucht man hier vergeblich, was das alles nicht leichter macht.

Auch dieses Mal kann man nicht so wirklich erkennen wer nun gut oder böse ist und oft habe ich mich gefragt, ob die Personen moralisch richtig handeln und ihre Taten wirklich so verwerflich sind. Es ist auf jeden Fall faszinierend Geschichten über absolute Antihelden zu lesen, die alle ihre eigene Agenda verfolgen. Besonders spannend macht es dann die Ambivalenz der Charaktere, da  man ihr Verhalten nur bedingt vorher sehen kann.

Das Cover passt ganz gut zur Reihe und zeigt scheinbar Marcella, die in diesem Teil eine wichtige Rolle einnimmt. Mir gefällt besonders der Kontrast zwischen schwarz und dem kräftigen Rotton sehr gut. 

Was mich unheimlich störte beim Lesen war die hohe Anzahl der Charaktere. Gefühlt tauchen einfach zu viele auf, die auf irgendeine Weise eine wichtige Rolle spielen und mir fiel es an manchen Stellen schwer diese auseinander zu halten. Und das obwohl diese facettenreicher und einzigartiger nicht sein könnten. Mir hätte es gereicht wenn die Geschichte rund um Victor und Eli im Fokus geblieben wäre, auch wenn Marcella eine wirklich interessante Figur ist und mich die Hintergrundgeschichte dieser interessiert.

Das Problem wird dadurch verstärkt, dass der Hauptfokus auf der Handlung an sich liegt und keine so wirkliche Tiefe erzeugt wird. Die Charaktere entwickeln sich kaum weiter und auch sonst werden einige Themen/Charaktere nur oberflächlich angekratzt. Und dadurch bleiben manche von ihnen einfach zu blass und austauschbar.


Fazit


Das Buch macht nur mit genügend Hintergrundwissen Sinn und deshalb kann ich es auch nur denen empfehlen, die schon den ersten Teil der Reihe gelesen haben.  Wegen der Kritikpunkte ziehe ich einen halben Stern ab. 

Jetzt freue ich mich unheimlich auf den dritten Teil der Reihe und bin gespannt darauf wie die losen Enden zusammen geführt werden und ob die offenen Fragen endlich beantwortet werden.

Sonntag, 5. April 2020

#287 Bücherregal - Die Zeit der Spiele








TitelDie Zeit der Spiele
AutorHendrik Falkenberg
VerlagEdition M
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten410 Seiten
Meine Bewertung
4/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Endlich ist es so weit, die olympischen Spiele stehen an und es ist Zeit für Hannes Niehaus sein Können unter Beweis zu stellen. Jedoch kommt alles anders und während der Eröffnungsfeier gibt es eine Bombendrohung. Und nicht nur das gibt Hannes zu Denken, denn sein Konkurrent gesteht ihm in was er hinein geraten ist. Um ihm zu helfen wendet Hannes sich an die dänische Polizei, allein damit nicht noch mehr Athleten den selben Menschen in die Hände spielen in dem sie sich für ihre Machenschaften einspannen lassen. Wie wird sich das alles auf die Spiele auswirken und kann es trotz der Umstände ein fairer Wettkampf bleiben?

Review

Wie in den vorigen Teilen der Reihe gibt es relativ viel Nebenhandlung und so erfährt man auch wie es Hannes während den olympischen Spielen erging. Ich fand es ganz schön und ich mag es, wenn Krimis etwas länger sind und eine interessante Nebenhandlung stattfindet. Jedoch nimmt dieser Teil vergleichsweise viel Platz ein, weshalb ich das alles auch über viele Tage verteilt gelesen habe um nicht das Interesse zu verlieren. Denn so groß ist mein Interesse an Olympia dann doch nicht und passend zum Genre Krimi geht es halt um die Ermittlungen und da gibt es gefühlt viele Wiederholungen, was aber normal ist. Und da mir Hannes aufgrund seiner Art als Ermittler sehr ans Herz gewachsen ist, wollte ich einfach wissen wie es ihm während Olympia erging.

Was ich auch noch toll finde ist die Aktualität des Themas, schließlich sollten ja eigentlich dieses Jahr die olympischen Sommerspiele in Tokio stattfinden. Passend dazu hat man in diesem Krimi erfahren wie die Wettmafia agiert und auch wenn mir davon ein Bruchteil bekannt war, fand ich es erschreckend zu lesen was das für Ausmaße haben kann. Und passend zu einem Ostsee-Krimi finden hier die Spiele in Kopenhagen statt. Mir hat diesbezüglich das Lokalkolorit gut gefallen.

Ein anderer Pluspunkt sind die vielen Perspektivwechsel und so erfährt man aus allen möglichen Blickwinkeln wie die Ermittlung voran kommt. Oder welche Personen involviert sind und die Fäden im Hintergrund ziehen. Es ist spannend zu lesen wie die einzelnen Handlungsstränge nach und nach miteinander verwoben werden und sich gegenseitig beeinflussen.

Das Cover fügt sich prima in die Reihe ein und die Farbauswahl ist klasse. Man sieht die abgetrennten Bahnen für die Kanufahrer und ein Feuer, welches nichts gutes verheißen mag.

Das größte Manko an dem Abschluss dieser Reihe ist wahrlich die Auswahl vom Fall. Im vorigen Band trachtet ja jemand nach dem Leben von Hannes Freunden und Bekannten und auch nach seinem und das zu toppen ist sehr schwer. Ich kann auch den Autor verstehen, dass er ein großes Feuerwerk am Ende der Reihe haben wollte, aber mir war es einfach stellenweise zu konstruiert und eine Nummer zu groß.


Fazit


Diesen relativ unblutigen Krimi kann man gut ohne Vorwissen lesen. Trotz des Kritikpunktes vergebe ich 4 von 5 Sternen, da mich der Krimi gut unterhalten hat und allein die 410 Seiten lassen ja erahnen, dass dieser relativ viel Nebenhandlung enthalten wird. Über den Umfang von dieser war ich dann doch sehr überrascht, doch lässt es sich bei so einem Fall wahrscheinlich nicht vermeiden wenn man dem Leser nachvollziehbar erklären will was alles passiert.

Rezension zu Hannes Niehaus 1. Fall
Rezension zu Hannes Niehaus 9. Fall

Freitag, 13. März 2020

#285 Bücherregal - Der Luzifer-Killer









TitelDer Luzifer-Killer
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten426 Seiten
Meine Bewertung
5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Nachdem ein Junge durch das Eis eines zugefrorenen Teiches bricht, finden die Rettungskräfte während dem Einsatz einen Kindersarg. Dieser enthielt jedoch entgegen aller Erwartungen nur ein längst verblichenes Fotos von den Kriminalhauptkommissaren Klara Frost und Erik Donner. Sofort macht sich Frost auf die Suche nach dem Ursprung des Sarges, denn die beiliegende Buchstaben- und Zahlenkombination bekommen selbst die Experten nicht gelöst. Plötzlich taucht im Internet ein Video auf, das angeblich ein Verbrechen zeigt. Und nach und nach tauchen immer mehr Leichen auf, denen alle ein L in die Stirn geritzt wurde. Frost versucht deshalb Donner zu erreichen, doch dieser sitzt scheinbar in der Psychiatrie.


Review

Die Handlungsgeschwindigkeit ist passend zum Genre sehr rasant, was allein durch die vielen kurzen Kapitel begünstigt wird. Deshalb habe ich auch das Buch nahezu in einem durch gelesen, immerhin dauerte "noch ein Kapitel lesen" nie lange. Auch die Cliffhanger am Ende der Kapitel samt der rasanten Szenenwechsel haben dazu beigetragen, dass ich meist einfach nur wissen wollte wie es weiter geht. Vor allem gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse und man wird mit einigen Wendungen überrascht, die mich teils sprachlos zurück gelassen haben.

Der Autor arbeitet dieses Mal mit zwei Zeitebenen und ich fand die Entwicklung bei beiden total spannend. Immer am Anfang vom Kapitel steht in welcher Zeitebene man sich befindet, so dass man leicht den Überblick behält. Vieles was anfangs unwichtig erscheint wird später relevant, also sollte man aufmerksam lesen allein um die Auflösung des Falles am Ende verstehen zu können.
Bisher hatte ich nur die Reihe rund um den Ermittler Erik Donner verfolgt und wusste somit nur wenige Eckdaten über Klara Frost. Trotzdem habe ich mich wunderbar in diesem Thriller zurecht gefunden und auch wenn der Fokus eher auf Frost liegt, habe ich mich zu keiner Sekunde gelangweilt. Stattdessen habe ich jetzt total Lust darauf auch die Reihe über sie als Ermittlerin, bisher bestehend aus drei Bänden, zu lesen.

Um ehrlich zu sein hatte ich wieder einen sehr harten Thriller erwartet in dem nichts geschönt wird. Schließlich ist die Reihe rund um Donner genau das und deshalb war ich total erstaunt, dass dieser Thriller im Vergleich dazu relativ harmlos war. Das heißt jetzt aber nicht, dass er etwas für Zartbesaitete ist! Mir hat das ganz gut gefallen, auch wenn es wie gewohnt viele Leichen gab. So blieb der Fokus auf den Themen Missbrauch und Gewalt und was das für Auswirkungen auf die Psyche hat. Was mir auch gefällt ist wie einfach es dem Autor fällt nüchtern solche bedrückenden Szenen zu beschreiben. Und dann trotzdem immer wieder kleine lustige Szenen einzubauen, die das alles aber nicht ins Lächerliche ziehen.

Was ich auch noch hervor heben möchte sind die drei total eigenwilligen Ermittler Donner, Frost und Vogel. Sie haben definitiv einen Wiedererkennungswert und punkten alle drei mit komplett unterschiedlichen Marotten auf. Man lernt in jedem Band etwas neues über sie und merkt schnell, dass man trotzdem immer nur an der Oberfläche kratzt und es einfach noch viel mehr über diese zu erfahren gibt. Und dieses unter allen Umständen alleine arbeiten wollen bringt einfach jede Menge Konfliktpotential mit sich, schließlich treffen die drei ständig in dem Fall aufeinander und müssen sich irgendwie damit arrangieren. Auch sonst schafft es der Autor interessante und vor allem authentische Charaktere, die einem teils das Fürchten lehren.

Mir hat vor allem das relativ dunkle Cover gefallen, denn es passt von der Aufmachung zu beiden Reihen und die Elster taucht des öfteren in der Handlung auf.


Fazit

Dieses Mal geht es um das große Thema Rache und damit auch um die Selbstjustiz. Mich hat der Fall einfach nur nachdenklich gestimmt und er zeigt einfach nur, dass die menschlichen Abgründe tiefer sind als einem lieb ist und viel zu viel genau über jene erwähnte Taten geschwiegen wird.
Man kann den Thriller auch komplett ohne Vorwissen lesen.

Rezension zu "Rache und roter Schnee"(Erik Donner Band 2)
Rezension zu "Blut und böser Mann"(Erik Donner Band 3)
Rezension zu "Tod und kein Erbarmen"(Erik Donner Band 7)

Sonntag, 8. März 2020

#284 Bücherregal - Totsee







TitelTotsee
AutorArne M. Boehler
VerlagEpubli
GenreThriller
Seiten368 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Eigentlich dürfte der neue Auftrag Nora Dahn absolut gar keine Probleme bereiten, schließlich gilt sie als beste Personenschützerin Deutschlands und hat nicht nur einmal hochrangige Mitglieder der Gesellschaft beschützt. Jetzt soll sie lediglich eine junge Frau während ihrem Urlaub in den Bergen begleiten, doch noch ahnt sie nicht was das für einen Rattenschwanz nach sich zieht. Ehe sie es registriert ist sie mitten in einer Verschwörung gefangen und muss nicht nur um ihr eigenes Leben fürchten. Wird sie es schaffen denjenigen ein Schnippchen zu schlagen und somit Schlimmeres zu verhindern?

Review


Hauptsächlich geht es um die Abgründe der menschlichen Psyche und was passieren kann, wenn einzelne aufgrund ihrer Wahnvorstellungen ohne Rücksicht auf Verluste andere instrumentalisieren. Die Handlung ist einfach unglaublich fesselnd, weshalb ich das Buch nach dem ersten Viertel in einem durch gelesen hatte. Hauptsächlich die vielen interessanten Wendungen und Cliffhanger an den jeweiligen Kapitelenden hatten dazu geführt. Auch der Erzählstil hat dazu beigetragen, denn diese fokusiert sich auf das Wesentliche und sorgt somit passend zum Genre für einen raschen Handlungsfortschritt. Und der Autor schafft es trotz allem mir als Leser das nötigste an Beschreibungen zu liefern, damit man sich sowohl die Umgebung als auch die Personen und das Geschehen gut vorstellen kann.

Was ich so erschreckend an dem Thriller finde ist die Ansammlung an Charakteren, die in einem eine sehr starke Abneigung hervorrufen. Und das liegt teilweise noch nicht einmal an der Machtgier, sondern an ihrem skrupellosen Handeln und somit auch über Leichen gehen um an ihre fragwürdigen Ziele zu kommen.
Mir hat der Einblick in die Psyche und allgemein die Gefühlswelt der Hauptprotagonisten/-antagonisten sehr gut gefallen. Wenn nötig gab es zum Beispiel Erklärungen zu den psychischen Erkrankungen, die gut in die Handlung eingebaut wurden. Die Charaktere sind alle recht komplex und man erfährt erst nach und nach, ob der erste Eindruck von diesen stimmt oder sie eigentlich ganz anders sind.

Aber auch die Handlung ist nicht ohne, allein wegen dem durchaus realistischen Szenario. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die nach und nach miteinander verwoben werden und anfangs weiß man gar nicht so recht wohin die einzelnen einen hinführen werden. Es werden aktuelle Themen wie die Flüchtlingspolitik und Rassismus aufgegriffen. Aber auch verschiedene Verschwörungstheorien spielen eine große Rolle machen den Thriller damit so realistisch. Es ist auf jeden Fall sehr erschreckend wie realistisch diese Szenen aufgrund des Rechtsrucks heutzutage wirken.

Einige Ideen sind jetzt nichts neues und deshalb ist die Handlung teils auch vorhersehbar, jedoch weiß man ja nie ob der Autor wirklich die angedeuteten Wege nutzt oder ganz neue findet. Und einiges was in dem Thriller passiert hat mich dann doch ziemlich überrascht und vor allem auch, weil es so glaubwürdig beschrieben wurde. Man merkt halt einfach auch immer wieder, dass hier jemand ordentlich recherchiert hat zu den einzelnen Themen.

Das Cover passt zur Handlung und zeigt scheinbar den Todtsee. Es verrät nicht zu viel und mir gefällt der grünliche Blauton. Und der Totenschädel lässt einfach nichts gutes erahnen.

Mir hat die Hauptprotagonistin Nora Dahn jetzt nicht so zugesagt und ich fand sie stellenweise zu überheblich und unnahbar. Vor allem zu Beginn und auch später gab es Szenen in denen sie unglaubwürdig handelte. Zudem lässt sie sich sehr stark von ihren Vorurteilen leiten und so etwas mag ich ohnehin nicht. Mit der Zeit wurde sie mir ein bisschen sympathischer und ich empfand sie dann auch ein Stück weit menschlicher.

Fazit

Alles in allem ist es ein solider Verschwörungsthriller, der trotz der Kritikpunkte die 4,5 Sterne mehr als verdient hat. Durchgehend herrscht passend zur Handlung eine sehr beklemmende, düstere Atmosphäre. Das was passiert stimmt nachdenklich und man kann nur hoffen, dass das alles nie geschehen wird und es wenn überhaupt so wie im Thriller ausgeht.