Freitag, 28. Oktober 2022

#497 Bücherregal - Hochsensibel

  

 


TitelHochsensibel
AutorEliane Reichardt
VerlagIrisiana
GenreRatgeber/Sachbuch
Seiten256
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Was bedeutet es hochsensibel zu sein? Obwohl ungefähr jeder 7. Menschen dieses Persönlichkeitsmerkmal hat, wissen die wenigsten was hinter diesem Begriff steckt. Und selbst manch ein Therapeut sieht darin ein Makel, wenn nicht sogar eine Krankheit, die unbedingt behandelt werden muss. Doch es gibt Wege dieses Merkmal zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen. 

Review

In dem Buch geht es unter anderem darum, wie sich das Wissen zum Thema Hochsensibilität verändert hat. Allem voran geht es hier hauptsächlich um den Stand der Forschung, wie es überhaupt zu dem Begriff kam und welche Theorien dahinter stecken. Denn schon lange bevor Aron in den 90ern das alles erst mal beschrieben hat, war es Gegenstand von etlichen Theorien. 

Vor allem fand ich es schön, dass viele verschiedene Menschen zu Wort kommen. Denn nicht bei jedem ist dieses Persönlichkeitsmerkmal gleich stark ausgeprägt, weshalb die Erfahrungen komplett unterschiedlich sein können. All das wird mit zahlreichen Fakten und Quellen untermauert, die zeigen wie komplex die Zusammenhänge sind. Dadurch konnte ich vieles besser einordnen und verstehen. 

Während dem Lesen habe ich immer wieder festgestellt, dass eine hochsensible Autorin das Buch verfasst hat. Und sie definitiv ein sehr fundiertes Wissen hat. Sie gibt einen guten Überblick über das Thema und zeigt selbst all jenen ohne Vorwissen, was es bedeutet dieses Persönlichkeitsmerkmal zu haben.

Für mich ist das Buch eine perfekte Mischung aus Sachbuch und Ratgeber. Bisher habe ich schon recht viel über das Thema gelesen und es ist immer mal wieder schön, wenn ich trotz allem noch etwas dazu lernen kann. Unter anderem habe ich viel über Hochbegabung gelernt, was bei mir ja schon länger vermutet wird und mit dem ich mich bisher noch nicht auseinander gesetzt habe.

Immer wieder gibt es alles Mögliche an Ratschlägen, die einem dabei helfen können besser mit der Veranlagung in unserer schnelllebigen Gesellschaft zurecht zu kommen. Schließlich nehmen die Reize immer mehr zu und alles wird bunter und schriller. Weshalb es umso wichtiger ist sich mit solchen Persönlichkeitsmerkmalen auseinanderzusetzen und zu verstehen, dass diese permanente Reizüberflutung bei Hochsensibilität pures Gift ist. Was das betrifft sollte viel mehr darüber aufgeklärt werden, denn entweder wird es als Hirngespinst oder Modediagnose abgetan. Dabei ist es wissenschaftlich bewiesen, dass hochsensible die Welt intensiver wahrnehmen. 

Besonders hat mir das Kapitel gefallen, in dem es um den Wandel der Gesellschaft und den Einfluss auf Hochsensibilität ging. In den letzten Jahrzehnten haben die Rückzugsmöglichkeiten immer mehr abgenommen. Es ist vollkommen normal geworden in riesige Supermärkte zu gehen, in denen ständig Musik läuft und das Warenangebot immer mehr zu nimmt. Zudem gibt es eine regelrechte Informationsflut und alles wird immer hektischer.  

Der Wandel der Arbeitswelt hat zum Beispiel zur Folge, dass immer mehr Menschen in Großraumbüros arbeiten. Was für jemanden ohne entsprechenden Reizfilter viel zu anstrengend ist. Zudem sind Hochsensible eher Generalisten, das heißt sie sind in vielen Bereichen relativ gut und lieben die Abwechslung. Heutzutage werden jedoch Spezialisten gesucht, was es schwer macht das passende zu finden. 
Fazit

Alles in allem vermittelt das Buch ein positives Bild, was mir wirklich gut gefallen hat. Schließlich ist Hochsensibilität in gewissen Teilbereichen eine Gabe und deshalb ist es immer wieder schade, dass manche es als etwas negatives darstellen. 

Sonntag, 23. Oktober 2022

#67 Manga - I want to eat your pancreas

   




Titel(Englisch)I want to eat your pancreas
Titel(Japanisch)君の膵臓をたべたい(Kimi no Suizō o Tabetai)
AutorYoru Sumino
VerlagSeven Seas
GenreRomance/Shojo/Jugend
BändeSammelband
Meine Bewertung
3/5


Inhalt

Der introvertierte Oberstufenschüler findet in einem Wartezimmer das Tagebuch eines Mädchens, dass eine tödliche Bauchspeicheldrüsenerkrankung hat. Und wahrscheinlich nicht mehr lange leben wird. Er ist ganz erstaunt, als er erfährt wer diese Person ist. Denn es handelt sich um seine fröhliche Klassenkameradin Sakura. Doch niemand außer ihrer Familie weiß von ihrem Geheimnis. Eigentlich hat der Junge absolut keine Lust auf eine Freundschaft mit ihr, doch dann kommt alles anders.


Review

An dem Manga hatte mich vor allem der Titel abgeschreckt, weshalb ich mir noch nicht einmal den Klappentext durch gelesen hatte. Jedoch wurde mir dann nahe gelegt ihn trotzdem zu lesen und ich war dann richtig baff, dass es an sich eine wirklich schöne Liebesgeschichte ist. 

Hauptsächlich geht es hier um zwei komplett gegensätzliche Charaktere und der Ausgang der Geschichte ist von Anfang an klar. Immer wird im Laufe der Handlung gezeigt wie wichtig es ist Dinge nicht auf später zu verschieben und man jeden Tag so leben sollte, als wäre es der letzte. Erst mit der Zeit freunden sich die beiden an und Sakura hat endlich jemand, zu dem sie ehrlich sein kann. Denn er kennt nun ihr größtes Geheimnis und sie möchte ihren sonstigen Freunden keine Last sein.
Immer wieder gibt es witzige Stellen, die die Handlung etwas auflockern.

Vor allem der Plottwist gegen Ende hat mir gefallen, da er wirklich überraschend kam. Hier möchte ich nicht zu viel verraten, nur dass dieser Moment sehr polarisierend ist und entweder liebt oder hasst man ihn.

Der Zeichenstil hat mir jetzt weniger zugesagt, da er mir schlichtweg zu simpel war. Die Panels beinhalten nur das wesentliche und die Dialoge beschränken sich auch auf wenige Worte. Aus dem Grund hatte ich den Manga auch recht schnell trotz der hohen Seitenzahl durch gelesen. 

Mit Sakura als Hauptcharakter hatte ich teilweise immense Probleme. Nicht ohne Grund lese ich eher selten Shojo-Manga, da mir wie hier die Charaktere schlichtweg zu überdreht und positiv dargestellt werden. An sich fand ich es total schade, dass man nur diese Seite von ihr gezeigt bekommen hatte und jegliche Emotionen überzogen dargestellt wurden. An sich passt das total zu dem Alter der Charaktere, der Zielgruppe und natürlich dem Genre, jedoch ist es absolut nicht mein Fall. Ansonsten hat mich die Handlung viel an Young Adult Sickliterature erinnert, was die Sache nicht besser macht.

Man erfährt relativ wenig über die Gedankenwelt der beiden Hauptcharaktere, was mich bei einem Manga wenig wundert. Deshalb fehlt gefühlt die Hälfte der Handlung und alles wirkt sehr oberflächlich.

Leider wird hier wie in vielen anderen Geschichten Introversion als ein Makel dargestellt und es scheint so, als müsste der Hauptcharakter es endlich überwinden um das Leben schätzen zu lernen. Was wirklich sehr schade ist, da dadurch viele Klischees bedient werden. Was das betrifft empfand ich Sakuras Verhalten definitiv als übergriffig. Sie möchte ihm um jeden Preis zeigen was das Leben so toll macht und vergisst dabei ganz, dass nicht jedem die gleichen Sachen gefallen. Was das betrifft wird hier sehr gut dargestellt was viele introvertierte Menschen erleben.


Fazit

An sich fand ich den Sammelband ganz okay, jedoch hatte ich mehr Tiefe und Herzschmerz erwartet. 

Freitag, 21. Oktober 2022

#496 Bücherregal - Der 13. Mann

 

 

   


TitelDer 13. Mann(Eberhardt und Jarmer ermitteln #2)
AutorFlorian Schwieker, Michael Tsokos
VerlagKnaur Verlag
GenreKrimi/Justizkrimi
Seiten336 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Timo Krampe erhofft sich Hilfe vom Anwalt Rocco Eberhardt. Denn zusammen mit seinem Freund Jörg war er Teil vom Granther-Experiment, bei dem 2003 Pflegekinder durch das Berliner Jugendamt gezielt an pädophile Männer vermittelt wurden. Jetzt wollten die beiden damit an die Öffentlichkeit gehen, doch es kam alles anders. Denn Jörg liegt als Wasserleiche in der Pathologie bei dem Rechtsmediziner Justus Jarmer und allen Anschein wurde er ermordet. 

Review

CN: Missbrauch von Kindern 

Dieses Buch beruht auf wahren Begebenheiten, die mich definitiv sprach- und vollkommen fassungslos gemacht haben. Mir hat vor allem der angenehme Schreibstil gefallen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und durch die genauen Zeit- und Ortsangaben hatte ich mich relativ schnell zurechtgefunden. 
Im Laufe der Handlung nimmt die Spannung langsam zu. Die zahlreichen Wendungen hatten mich nachdenklich gestimmt und mir immer wieder gezeigt wie wichtig es ist, auch auf die Details in den unscheinbaren Szenen zu achten. 

Während der Handlung bekommt man immer wieder ausführliche Einblicke in die Strafverfolgung, was man bei einem Justizkrimi nichts ungewöhnliches ist. Jedoch lässt das alles das Geschehene recht langatmig wirken, da eben oft nichts nennenswertes passiert. Es zeigt auf alle Fälle wie umfassend solche Prozesse sind und wie lange es dauert bis tatsächlich am Ende das Urteil steht. Da die Autoren selbst Strafverteidiger bzw. Rechtsmediziner sind, geben sie einem tiefe Einblicke in ihre Arbeitswelt. Mir war das teilweise jedoch etwas zu viel des Guten und da die Handlungsgeschwindigkeit so niedrig war, hatte sich das alles ziemlich gezogen. 

Was mir jedoch gefallen war, dass die Ermittlungen zu jeder Zeit im Vordergrund standen und es ist mal ganz angenehm einen Krimi ohne viel Nebenhandlung zu haben.

Gefühlt kann es bei solchen Themen wie Kindesmissbrauch keine Gerechtigkeit geben. Wie nicht anders zu erwarten werden auch hier Ermittlungen blockiert und bewusst manipuliert. Und immer wieder hatte ich das Gefühl, als wollen die Beteiligten um jeden Preis eine Aufklärung des Falls verhindern. 

Vor allem das Ende hatte mich eiskalt erwischt, wobei wenn ich genauer darüber nachdenke wurde genau das immer angedeutet. Aber jedoch hatte ich genau den Handlungsausgang relativ früh als unwahrscheinlich eingestuft.

Fazit

Alles in allem handelt es sich hierbei um einen unblutigen Justizkrimi, der mich gut gefesselt hat. Innerhalb von wenigen Zugfahrten hatte ich ihn fertig gelesen und immer wieder hatte ich gespannt darauf gewartet was mich erwarten wird. Hoffentlich kommt bald ein neuer Band raus, damit ich endlich weiter lesen kann. Die Kombination Anwalt und Rechtsmediziner macht mir immer wieder Spaß und es ist einfach mal schön einen Krimi zu haben, der nicht aus der Perspektive der Polizei erzählt wird.

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Lesemonat September 2022

  

 

Guten Morgen, 

letzten Monat hatte ich relativ viel gelesen und das trotz der unzähligen Termine. Hoffentlich kann ich bald die ersten Resultate davon sehen und vielleicht kann ich über die ein oder andere Sache hier auf dem Blog berichten. Ich bin auf jeden Fall schon total gespannt auf die Veränderungen in denen nächsten Monaten, die auf mich zukommen werden. Ansonsten habe ich es endlich einmal geschafft bestimmte Zeichnungen fertig zu stellen und für den Blog konnte ich auch ganz viele Beiträge zaubern. Mittlerweile schreibe ich wieder all die Rezensionen auf einem Block per Hand vor und das hilft mir enorm dabei wieder regelmäßig Bücher zu bewerten. Hoffentlich schaffe ich es demnächst den Großteil davon abzutippen, denn mittlerweile sind schon eine handvoll fertig vorgeschrieben.

  • Das Lied der Krähen von Leigh Bardugo, 3 von 5 Sternen
  • Nach dem Tod komm ich von Thomas Kundt, Tarkan Bagci, 3 von 5 Sternen
  • Alles muss raus von Thilo Mischke, 5 von 5 Sternen
  • Mama, ich bin schwul von Anna Simonetti, Riccardo Simonetti, 4,5 von 5 Sternen
  • Schmerz und kein Trost von Elias Haller, 4 von 5 Sternen
  • No one is too small to make a difference von Greta Thunberg, 4 von 5 Sternen
  • Nur kurz leben von Catherine Strefford, 4 von 5 Sternen
  • Als Hitler das rosa Kaninchen stahl von Judith Kerr, 3 von 5 Sternen
  • Scharnow von Bela B. Felsenheimer, 3 von 5 Sternen
  • Rheinlandbastard von Dieter Aurass, 3 von 5 Sternen
  • Zwei Grad mehr in Deutschland von Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe, Harald Welzer, 4 von 5 Sternen

11 Bücher | 3.242 Seiten | 295 Seiten/Buch | 108 Seiten/Tag
Comic | 3 Graphic Novel | - Light Novel | 7 Manga
durchschnittliche Bewertung: 3,68/5
Verlage: 9
bereiste Länder: 3
Genre: 8(1xBiografie, 1xFantasy, 2xhistorischer Roman, 1xReiseberichte, 2xRoman, 2xSachbuch, 1xThriller, 1xTrue Crime )

Highlight: Alles muss raus von Thilo Mischke, 5 von 5 Sternen

Flop: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl von Judith Kerr, 3 von 5 Sternen


In dem Fantasyroman "Das Lied der Krähen" von Leigh Bardugo versucht eine Gruppe jemanden aus einem gut bewachten Gefängnis zu befreien. Mir fiel es richtig schwer mich in der Handlung zurecht zu finden, weil es schlichtweg aus zu vielen verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Zudem gibt es gefühlt 1.000 Protagonisten, deren Geschichte und Namen man sich merken muss. Weil mir der atmosphärische Stil so gut gefallen hat werde ich dem Nachfolgeband noch eine Chance geben. Denn wenn ich eins möchte, dann ist es mehr Fantasyromane zu lesen.

In "Nach dem Tod komm ich" von Thomas Kundt und Tarkan Bagci wird aus dem Alltag eines Tatortreinigers erzählt. Hier geht es untere anderen um Wohnungsräumungen von Messies, die Reinigung einer Wohnung nach einem Gewaltverbrechen, aber auch nach natürlichen Toden. An sich fand ich das alles sehr interessant, jedoch hat mir der moderne Schreibstil nicht zugesagt. Er passt schlichtweg nicht zu dem was beschrieben wird.

"Alles muss raus" von Thilo Mischke erzählt von vielen Erlebnissen, die der Autor aufgrund von diverser Reisen gemacht hat. Von ihm habe ich schon etliche Reportagen im Fernseh gesehen und deshalb war ich richtig gespannt auf das Buch. Er zeigt auf alle Fälle wie wichtig es ist dem Gegenüber wirklich zuzuhören. Das Hörbuch hatte ich ein paar Mal pausiert und auch jetzt einige Zeit später kann ich mich genau an die Wanderstrecke erinnern, die ich beim Hören zurück gelegt hatte. So wirklich in Worte kann ich das gehörte nicht fassen. Es hat mich definitiv nachdenklich gestimmt und mir noch einmal gezeigt, wie wichtig es ist sich zu informieren und nicht zu schnell Urteile zu fällen.

"Mama, ich bin schwul" von Anna und Riccardo Simonetti erzählt aus dem Leben von Mutter und Sohn und wie es ist, als homosexueller in einem Ort in Bayern aufzuwachsen. Hauptsächlich hatte ich mir das Buch tatsächlich wegen beiden Autoren gekauft, denn diese Konstellation findet man selten. Wie ist es als Elternteil, wenn der eigene Sohn sich alles andere als klischeehaft männlich verhält? Und er trotz all der Diskriminierung und Mobbing dazu entscheidet weiter seinen Weg zu gehen? Wie war es für Riccardo dort aufzuwachsen und zu wissen, dass viele einen missachten und als schwul titulieren? Obwohl man selbst noch gar nicht weiß, was für eine sexuelle Orientierung man hat? Mir hat das Buch definitiv gezeigt wie wichtig Selbstakzeptanz ist und sich in unserer Gesellschaft noch viel verändern muss. Und wie wichtig es ist zu sehen, dass auch andere eben nicht dem heteronormativen Bild entsprechen und das vollkommen okay ist.

Im Thriller "Schmerz und kein Trost" von Elias Haller jagt der Ermittler Erik Donner einen Täter, der scheinbar eins der brutalen Märchen von den Gebrüdern Grimm nachspielt. Aus dieser Reihe habe ich ja schon mehrere gelesen und mich erstaunt es immer wieder, wie der Autor es schafft so brutale und schonungslose Täter zu kreieren. Dieses Mal merkt man leider mehr als deutlich, dass es sich hierbei eventuell um den Abschlussband handeln wird. Und wenn ich die Vorgeschichte nicht kennen würde, müsste ich das alles unter der Kategorie "Reines Gemetzel" einordnen.

"No one is too small to make a difference" von Greta Thunberg beinhaltet einige Reden der Autorin hauptsächlich zu dem Thema Klimakatastrophe und die Auswirkungen davon. Das Buch ist von 2019 und einige der Texte kannte ich tatsächlich schon. Sie sind mal mehr und mal weniger eindrücklich und zeigen auf alle Fälle, dass sich schnell etwas ändern muss. Ich finde es auf jeden Fall gut, dass es Transkripte von solchen Reden gibt. Somit kann man noch einmal in Ruhe alles nachlesen und läuft nicht die Gefahr wichtiges zu verpassen.

In dem Roman "Nur kurz leben" von Catherine Strefford geht es um Richie, der aus seiner Not Geld seinem Arbeitgeber klaut und auf seiner Flucht allerhand Sachen erlebt. Mir hat vor allem der Kontrast zwischen Richie und dem unfreiwilligen Begleiter Leon gefallen. An sich herrscht durchgehend eine melancholische Grundstimmung und trotzdem passieren allerhand lustige Sachen. Ein wenig schade fand ich es schon, dass das alles nur auf 152 Seiten erzählt wird und nicht noch einen Ticken länger war.

Das Kinderbuch "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Judith Kerr erzählt die Geschichte von Annas Filme, die sich kurz vor der Machtergreifung der NSDAP aus Deutschland geflogen war. Mir fiel es wirklich schwer mich auf die Handlung einzulassen, da es sich oft wie ein Urlaubsbericht liest. Anna bewertet sehr selten all das was passiert. Mal schauen, ob mir die anderen beiden Teile der Trilogie mehr zusagen werden. 

Im Roman "Scharnow" von Bela B. Felsenheimer geht es unter anderen um eine Truppe Männer, deren Bier alle geworden ist. Während andere sich zur Aufgabe gemacht haben die Weltenlenker ein für alle Mal zu besiegen. Als ich den Klappentext gelesen hatte, war ich schon von einer recht bizarren Handlung ausgegangen. Und tatsächlich wurde ich mit absoluten Chaos konfrontiert, was mich zudem an zahlreiche Liedtexte des Autors erinnert hatte. Mich hat das Hörbuch auf alle Fälle gut unterhalten und die vielen teils sehr amüsanten Szenen, haben mich ein paar Mal zum Lachen gebracht. Meistens mache ich einen großen Bogen um Bücher dieser Art und deshalb wundert es mich richtig, dass es mir so gut gefallen hatte.

Im Regiokrimi "Rheinlandbastard" von Dieter Aurass geht es um die französische Besatzung im Jahre 1924 in Coblenz und einen Serienmörder, der es scheinbar nur auf Soldaten abgesehen hatte. Obwohl wir ausführlich über den I. Weltkrieg in der Schule geredet hatten, wurde wenig über die Besatzungszeit gesagt. Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass hier afrikanische Soldaten stationiert wurden und um die geht es hier unter anderen. Den Genremix historischer Roman und Krimi ist hier gut gelungen und beim Lesen hatte ich oft die Zeit vergessen. Es ist unfassbar wie hier agiert wird und mich hat das alles noch eine Weile beschäftigt.

"Zwei Grad mehr in Deutschland" von Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe und Harald Welzer thematisiert wie der Titel schon verrät eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur. Das Buch wurde 2013 veröffentlich und es ist sehr erschreckend zu lesen, wie viel von diesen Prognosen mittlerweile bittere Realität geworden sind. Einige sind schon um einiges früher eingetroffen und deshalb ist es umso wichtiger, schnell zu handeln. Es ist auf jeden Fall noch einmal etwas anderes das alles über das Land zu lesen, in dem man lebt und es hat mich definitiv nachdenklich gestimmt.

Für den restlichen Oktober hatte ich mir ja fest vorgenommen, dass ich mich endlich auf den Nanowrimo vorbereite. Dabei geht es ja darum innerhalb eines Monat ein Manuskript mit insgesamt 50.000 Wörtern zu schreiben und tatsächlich habe ich mich bisher noch gar nicht darum gekümmert. Deshalb werde ich wahrscheinlich eine der vielen Ideen in die Tat umsetzen, die ich schon etwas länger hier herumfliegen habe. Ansonsten bin ich gut beschäftigt wegen einer Zeichenchallenge, dank der ich tatsächlich jeden Tag irgendetwas kritzel und es anschließend coloriere.
Ansonsten möchte ich den restlichen Oktober dazu nutzen ein paar Zeichnungen fertig zu stellen und ein wenig Ablage zu machen. Im November werde ich durch den Nanowrimo wenig Zeit haben und obendrein habe ich noch etliche zeitintensive Verpflichtungen. So ganz durchdacht war vor allem letzteres nicht und ich hoffe, dass alles diesbezüglich klappen wird.

Viele Grüße