Mittwoch, 9. März 2022

#53 Manga - Atelier of Witch Hat Band 6-8

 




Titel(Deutsch)Atelier of Witch Hat 
Titel(Englisch)Witch Hat Atelier
AutorKamome Shirahama
VerlagEgmont Manga
GenreAbenteuer/Fantasy
Bände8(fortlaufend)
Meine Bewertung
5/5

 Inhalt

Coco möchte unbedingt eine Hexe werden, dabei weiß sie genau wie chancenlos dieser Traum ist. Denn nur wer das Kind einer Hexe ist kann eine werden. Als ein Zauberer in ihrem Dorf auftaucht weicht sie nicht von seiner Seite, denn sie findet die Magie äußerst faszinierend. Und sie ahnt nicht, dass dieser Tag ihr komplettes Leben verändern wird.

Review

#6. Band: 

Die Mädchen müssen ins Hexenauditorium und die Weisen darum bitten, die Zauberprüfung wiederholen zu dürfen.

Dieser Band steht im starken Kontrast zu den vorigen und genau das ist eine willkommene Abwechslung. Dieses Mal gibt es eine schöne Verschnaufpause und man erlebt mit den Hexenmädchen viele schöne Momente. Die Weltenbildung steht dieses mal ganz klar im Vordergrund und ich finde es toll, dass man so viele Kleinigkeiten über diese doch sehr spezielle Welt lernt. Und was das betrifft ist es wirklich erstaunlich wie die kleinen Details dafür sorgen, dass sich diese Geschichte klar von anderen abhebt. Bisher habe ich ja schon einige Manga über Hexen gelesen und es war noch keiner dabei, der eine so detaillierte, atemberaubende Welt beschrieb in die ich auch mal gerne eintauchen würde. Das war mir schon in den vorigen Bänden aufgefallen, aber dieses Mal ist es Mal als deutlich was diese Geschichte von anderen unterscheidet.

Die Zeichnungen sind mal wieder phänomenal und man entdeckt immer wieder neues beim Lesen. Und man merkt einfach, dass sich hier unheimlich viel Mühe gegeben wurde. Das Hexenauditorium ist so unfassbar detailliert dargestellt und es lohnt sich einfach jedes Panel anzugucken, da es einfach so unglaublich viel zu entdecken gibt. Und obwohl alles dieses Mal an einem einzigen Ort spielt gibt es so  viele, tolle Plätze an denen man selbst gerne einmal hinreisen möchte. 

#7. Band: 

Coco verschafft sich Zutritt zu dem Bibliotheksturm, denn sie möchte endlich ihrer Mutter helfen.

Direkt vorweg: Der Band beginnt sehr düster und man erfährt sehr beklemmende Details über Qifrey Vergangenheit. Das was gezeigt und angedeutet wird hatte ich definitiv nicht in einem Manga ab 10 Jahren erwartet. Und ich bin richtig gespannt darauf, wo dieser Handlungsstrang einen noch hinführen wird.

Man erfährt ziemlich viel über die Welt der Hexen an sich und mich haben manche Dinge richtig erstaunt. In anderen Fantasyreihen ist man ja durchaus etwas anderes gewohnt und ich finde es einfach schön wenn Mangaka/Autoren trotzdem noch etwas neues/eigenes hinzufügen. Besonders gespannt bin ich darauf, ob der Turm noch eine große Rolle spielen wird. Es ist ja schon sehr verlockend was dort zu finden ist und genau das kennt man ja in ähnlicher Variante aus anderen Fantasyreihen.

Ansonsten was die Brimhats betrifft gibt es zwar neue Informationen, wenn man die ganzen Andeutungen auf sie bezieht. Jedoch geht es in diesem Band hauptsächlich um Qifrey und da spielen sie einfach eine untergeordnete Rolle.

Und es gibt dieses Mal eine paar neue Charaktere, die teilweise wirklich interessant sind. Und jede Menge neue Konflikte entfachen könnten.

#8. Band: 

Tartah braucht Hilfe und schaut deshalb im Atelier vorbei. Wie der Zufall es so will begegnen Tartah und Coco ausgerechnet Custas, der seit dem Zwischenfall am Fluss in einer Art Rollstuhl sitzt.

Und schon wieder gibt es eine Verschnaufphase, wobei ich diese absolut nicht einordnen kann. Aus dem Grund kann ich es kaum erwarten endlich Band 9 lesen zu können, denn es wurden schon so viele schreckliche Szenarien angedeutet und wer weiß in welche Richtung sich das alles entwickeln wird. 

Dieses Mal geht es sehr viel um die positiven Seiten der Magie und was man alles beachten muss, damit neue Erfindungen wirklich sicher sind. Besonders gut fand ich, dass einmal explizit geguckt wurde viel eine Veränderung der eigenen Sichtweise ausmacht. Mich hat es tatsächlich überrascht, dass es einmal um körperliche Behinderungen geht. So etwas trifft man ja immer noch sehr selten in Comics/Manga und deshalb ist es umso schöner, dass das einmal thematisiert wurde.

An sich sticht dieser Teil der Reihe allein schon deshalb hervor, weil alles so rosarot und positiv erscheint und man für einen Moment vergessen kann um was es eigentlich geht.

Sonntag, 6. März 2022

#442 Bücherregal - Brave Face(Kurzrezension)

 

 


TitelBrave Face
AutorShaun David Hutchinson
VerlagSimon+Schuster
GenreTatsachenberichte
Seiten368
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


In diesem Buch erzählt Shaun David Hutchinson wie es für ihn war als 19-jähriger herauszufinden queer zu sein. Und das nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Depression ihm immer wieder mitteilte wie weniger er liebenswert aus diesem Grund sei. Über die Jahre kam er immer weniger mit all den negativen Gedanken zurecht, was letztendlich in einem Suizidversuch endete. Hier erzählt wie er danach versucht hat sich selbst zu akzeptieren und was ihm dabei half.

Review

CN: Depression, Internalized Homophobia, Selbstverletztendes Verhalten

An einigen Stellen wird darauf eingegangen wie es in den 90ern war als queeres Kind aufzuwachsen. Zu der Zeitpunkt gab es halt noch nicht die heutigen Informationsquellen und gleichgesinnte zu finden war um einiges schwieriger. In den Büchern und Filmen war das alles andere als präsent und oft genug wurde es als nichts wünschenswert dargestellt und im Zusammenhang mit Gewalttaten, Drogen oder Aids erwähnt. 

Was mich wirklich gewundert hatte war, wie nahbar und verletzlich der Autor sich mit diesen Erzählungen gemacht hat. Hier wird einfach absolut gar nichts geschönt und es wird mehr als deutlich gezeigt wie es ist sich selbst zu hassen unter anderem wegen der eigenen Sexualität. Diesbezüglich gibt es auf der ersten Seite des Buches eine sehr lange Triggerwarnung und ich bin jedes Mal froh, wenn Autoren das Thema ernst nehmen. Auch was die Depression und den Suizidversuch betrifft wird hier mehr als einmal ins Detail gegangen und diesbezüglich sollte man wirklich die ganzen Triggerwarnungen ernst nehmen.  

Bisher habe ich noch keine Bücher von dem Autor gelesen, obwohl ich mehrere von ihm schon seit längerem auf der Wunschliste habe. Das Buch hat mir definitiv gezeigt, dass der Autor in der Lage ist Gefühle zu vermitteln und deshalb freue ich mich schon richtig darauf eins seiner Werke demnächst lesen zu können.

Fazit

Alles in allem ist es eine Autobiografie, die einen nachdenklich stimmt und einen sprachlos zurücklässt. Mehrmals musste ich das Hörbuch unterbrechen, weil mir die Erzählungen so nahe gingen.

Freitag, 4. März 2022

#441 Bücherregal - Tod und tiefer Fall

 



TitelTod und tiefer Fall(Erik Donner 1. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten348 Seiten
Meine Bewertung
4/5



 Inhalt

Ausgerechnet der ehemalige Partner von Hauptkommissar Donner ist für den Tod seiner Tochter und das Verschwinden seiner Frau verantwortlich. Zudem stürzte er bei dem Unglück selbst von dem Dach und zog sich nicht nur im Gesichtsbereich schwere Verletzungen zu. Seitdem arbeitet er im Innendienst, worüber er alles andere als glücklich ist. Eines Tages bekommt er eine Nachricht von seinem ehemaligen Partner zugestellt, der seines Wissens schon länger tot ist. Was hat es mit dieser auf sich und kann Donner überhaupt Einfluss auf das Geschehen in seiner jetzigen Position nehmen?

Review

Bei der Reihe rund um den Ermittler Erik Donner hatte ich mit dem zweiten Teil gestartet und ich hatte richtige Schwierigkeiten mit ihm warm zu werden. Und jetzt habe ich es endlich einmal nach insgesamt drei Teilen geschafft mich mit dem ersten zu befassen. Und tatsächlich hatte er mich so sehr gefesselt, dass ich ihn innerhalb weniger Tage durchgelesen hatte. Dazu haben natürlich die recht kurzen Kapitel samt dem wunderbaren Schreibstil beigetragen.

Ständig wird man was den Täter betrifft auf die falsche Fährte gelockt, was die Jagd nur noch spannender macht. Immer wieder während der Handlung geht es um menschliche Abgründe und wie weit manche gehen, um ihre Ziele zu erreichen. Und sei es auch nur um die eigenen Rachewünsche zu befriedigen, was teilweise wirklich schwer zu ertragen ist. Und das obwohl die Beschreibungen oft eher vage bleiben und doch dabei genügend Hinweise liefern, die das Gedankenkino ganz schön in Fahrt bringen. Das habe ich sowieso am liebsten an Thrillern, wenn dem Leser nicht alles bis ins kleinste Detail vorgekaut wird und man sich je nach belieben die Szenen ausschmücken kann. Und man zusätzlich noch miträtseln kann.

All das wird auf zwei Zeitebenen erzählt, so dass man in Form von Rückblenden jede Menge über Erik Donner und dessen ehemaligen Partner erfährt. Auch wenn mir davon schon einige Details bekannt waren, empfand ich es als total erschreckend. Er ist an sich definitiv ein sehr verschrobener und eigenbrötlerischer Mann und man merkt halt, dass ihn all die Ereignisse sehr stark geprägt haben. Trotzdem bleibt er seinen Prinzipien treu, was man jetzt nicht unbedingt erwarten würde bei dem was in diesem Teil der Reihe passiert. Auch die anderen Hauptakteure sind sehr interessant und werden umfangreich beschrieben.

Während dem Lesen fällt vor allem auf, wie wenig Donner als Person von den anderen Polizisten respektiert wird. Der Umgangston ist katastrophal und oft genug torpedieren die Kollegen die Ermittlungen. Man hat das Gefühl als wäre es viel wichtiger die Karriereleiter hochzuklettern oder seinen Ruf zu verteidigen, anstatt den Täter endlich einmal zu schnappen. Es wird gegeneinander gearbeitet und da wundert es wenig, dass die Lösung des Falles auf sich warten lässt.

Es ist auf jeden Fall spannend zu sehen wie die einzelnen Handlungssträngen nach und nach zusammen laufen und scheinbar unwichtige Details aus der Vergangenheit auf einmal eine große Rolle spielen. Man muss auf alle Fälle aufmerksam lesen, damit man nichts relevantes verpasst.

Fazit

Mir hat der Thriller wirklich gut gefallen und ich freue mich schon darauf demnächst Band 4 lesen zu können. Das Katz' und Maus Spiel zwischen Donner und dem Täter war bis zur letzten Seite spannend, auch wenn die Auflösung im Nachhinein total simpel und naheliegend erscheint.

Mittwoch, 2. März 2022

#59 Booktalk - The invisible life of Addie LaRue

 Hallo,

im Dezember hatte ich den Fantasyroman "The invisible life of Addie LaRue" von V.E. Schwab gelesen und dazu passend gibt es heute einen Booktalk.





Wie für so viele Frauen um 1714 in Frankreich war auch für Addie LaRue vollkommen klar, wie ihr weiterer Lebensweg aussehen wird. Doch sie wollte diesen unter keinen Umständen gehen, denn sie war noch nicht bereit dazu eine Familie zu gründen. Deshalb bat sie die Götter um Hilfe und wurde tatsächlich erhört. Fortan kann sich niemand mehr an sie erinnern und sie hinterlässt absolut keine bleibenden Spuren, egal wohin sie geht. Doch nach 300 Jahren trifft sie jemanden in einem kleinen Buchladen, der sich an ihren Namen erinnern kann.

Besonders gut fand ich an diesem Buch das Setting, denn Addie LaRue hatte aus reiner Verzweiflung und Unwissenheit einen Pakt mit den Göttern beschlossen. Und zu ihrem Pech war es ausgerechnet einer, mit dem man besser so einen Deal nicht eingehen sollte. Über dieses Setting gibt es ja mittlerweile unzählige Bücher und deshalb war ich richtig gespannt auf die Umsetzung, schließlich wollte ich wissen, ob viele neue Aspekte auftauchen. 

Und genau das ist der Fall, denn das alles spielt über mehrere Jahrhunderte und fängt ungefähr um 1700 an. Einer Zeit in der Frauen in Addie LaRues Herkunftsland kaum Rechte hatten und ihr Schicksal oft schon vorbestimmt war. Genau das ist bei ihr so und deshalb zögerte sie auch nicht lange was den Pakt betrifft. Sie ist auf jeden Fall eine sehr interessante Hauptprotagonistin, die trotz all der Herausforderungen versucht das positive zu finden. Vor allem die Dialoge mit demjenigen, mit dem sie den Pakt abgeschlossen hatte, beinhalten wirklich viele tolle Aussagen.

Man muss wirklich aufmerksam lesen um nicht durcheinander zu kommen, denn ständig wird kapitelweise zwischen der Vergangenheit und Gegenwart gewechselt. Was das alles total spannend macht, denn in den letzten 300 Jahren hat sich technologisch viel getan. Und folglich muss sich doch irgendwann mal jemand an Addie LaRue erinnern. Oder etwa nicht? Vor allem wenn die gleiche Person immer wieder in der Kunst, auf Fotos oder sonst wo auftaucht.

Vor allem anhand von diesen Schlüsselmomenten lernt man, warum sie so geworden ist. Schließlich ist es auf Dauer nicht einfach, wenn das Umfeld einen immer wieder aufs Neue vergisst und man deshalb keine dauerhafte Bindung zu Menschen eingehen kann.

Nicht nur über Addie LaRue lernt man eine Menge, sondern auch über ihren Gegenspieler Lucien. Das ist der Gott, mit dem sie den teuflichen Pakt eingegangen war und der sie quasi regelrecht verführt hatte. 

Mit Henry kam ich leider eher weniger zurecht. Was für eine spezielle Rolle er einnimmt in dieser Konstellation erfährt man leider erst recht spät, was handlungstechnisch vollkommen okay war. Aber sie erklärt halt auch sein komplettes Verhalten, was zeitweise einfach nur nervig war.

Die Handlung hatte mich recht schnell so sehr gepackt, dass ich das Buch trotz seiner 517 Seiten innerhalb von wenigen Tagen regelrecht verschlungen hatte. Es ist immer wieder erstaunlich wie gut manche Autoren es schaffen neue Welten zu kreieren und einen in diese hinein zu katapultieren. Durch die Beschreibungen konnte ich mir die verschiedenen Handlungsorte gut vorstellen und ich war immer ganz gespannt darauf zu erfahren, wo Addie LaRue als nächstes landen wird. Selbst die Passagen in denen wenig passierte, störten mich nicht.

Der Schreibstil ist stellenweise sehr poetisch und bildhaft. Die Atmosphäre ist durchgehend melancholisch, aber trotzdem hat man immer das Gefühl als würde es noch einen Funken Hoffnung auf ein gutes Ende geben. Ohne diesen fantastischen Schreibstil wäre das Buch nur eins von vielen, was mir wahrscheinlich gar nicht groß in Erinnerung bleiben würde.

Vollkommen zurecht hat es das Buch in die Top10 meiner gelesenen Bücher im Jahre 2021 geschafft. Es ist definitiv eine Geschichte, die ich gerne einmal auf Leinwand sehen würde. Es wäre als Vorlage perfekt für einen richtig schönen, düsteren Film in eher kalten und dunklen Farben. 

Kennt ihr das Buch und wenn ja, wie findet ihr es?

Liebe Grüße