Mittwoch, 22. Mai 2019

#25 Booktalk - Die Einkaufsrevolution

Hallo,

Heute geht es um das Buch "Die Einkaufsrevolution" von Tanja Busse. Ich hatte es vor kurzem gelesen und da es ein wichtiges Thema behandelt, kommt heute der Booktalk dazu.






Das Buch zeigt wie wichtig es ist sein eigenes Konsumverhalten zu überdenken. Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot und wenn der Konsument Billigfleisch möchte, bekommt er es meist auch. Die Firmen sind nun einmal auf maximalen Gewinn aus und solange der Kunde die Produkte kauft, werden sie in der Regel auch nicht ihren Herstellungsprozess überdenken. Und durch den Lobbyismus passiert leider auch nicht immer was auf politischer Ebene. Genau das gleiche trifft auch auf Kleidung und vieles mehr zu. Hier sollte man sich immer selbst fragen, ob man wirklich ganzjährig bestimmte Obstsorten braucht oder ob das 100. T-Shirt für wenig Geld wirklich noch sein muss.  Und ob man wirklich jeden Tag billiges Fleisch auf dem Teller braucht, wohl wissend wie die Tiere gehalten werden und wie schlecht es für das Klima bzw. unseren Planeten ist.
Aber nicht nur solche Themen werden erläutert, sondern auch wie man teilweise unbewusst allein durch die Wahl der Bank die Rüstungsindustrie unterstützt.

Die Autorin verlangt nicht von einem den Konsum auf ein Minimum zu beschränken, sondern einfach nur ein Umdenken. Jetzt über 10 Jahre nach dem Erscheinen des Buches gibt es noch viel mehr Möglichkeiten sich zu informieren und dementsprechend auch einzukaufen. Allein durch die Sozialen Medien wird viel mehr Druck auf die Unternehmen ausgeübt. Und es gibt mittlerweile wirklich viele Möglichkeiten um soziale Projekte zu unterstützen, die unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern sorgen. Man muss sich halt immer wieder vor Augen halten auf was unser Wohlstand in der westlichen Welt aufgebaut ist und dann sollte man erst darüber nachdenken was man alles so kauft.

Auch diverse Siegel werden erläutert, denn nicht jedes Siegel ist wirklich sinnvoll. So erfährt man den Unterschied zwischen den ganzen Biosiegeln und das manche davon viel strengere Auflagen haben als eigentlich vom Staat vorgegeben werden.

Im Anhang werden viele sehr interessante Informationsquellen genannt und so stößt man auf viele Bücher, Websites und bekommt auch einige Begriffe und Gegebenheiten noch einmal erklärt.
Obwohl ich mich schon seit längerer Zeit ausführlich mit dem Thema beschäftige konnte ich noch einiges dazulernen. Von manchen Sachen liest man ja immer wieder in der Zeitung und es ist wirklich erschreckend das noch einmal alles geballt in einem Buch zu lesen. Aus dem Grund habe ich auch einige Pausen beim Lesen eingelegt, damit ich das richtig verarbeiten kann und nicht einfach abhake. Ich finde es einfach wichtig darüber Bescheid zu wissen und da stört es mich auch wenig, dass mir einige Sachverhalte schon vorher bewusst waren. Zudem habe ich durch das Buch einiges neues gelernt und vor allem neue Wege wie ich mein Konsumverhalten noch optimieren kann. Und da strebe ich jetzt auch keine 100% an, denn das ist für mich einfach nicht möglich und ich denke das ist auch nicht das Ziel des Ganzen. Man sollte sich vor allem erst einmal mit dem Thema auseinander setzen und dann in kleinen Schritten gucken was man an seinem eigenen Verhalten ändern kann. Und dabei sollte man sich immer wieder vor Augen halten, dass diese Veränderungen hin zu Billigfleisch zum Beispiel auch nicht über Nacht kamen und so wird auch die Wirtschaft sich erst nach und nach an die neuen Bedürfnisse der Verbraucher anpassen. Und allein was das Thema Plastik oder Eier(keine schreddern von männlichen Kücken bei bestimmten Anbietern) betrifft hat sich ja schon einiges in den letzten Monaten getan.

Das einzige was mich gestört hat war die Dicke des Buches. Es ist wie viele Bücher in dieser Kategorie recht dünn und so liest es sich als würde man nur so zwischen den Themen hin- und herspringen. Dadurch das ich halt die Pausen beim Lesen gemacht habe war es jetzt nicht so gravierend, aber wenn man mehrere Kapitel durchliest dann fällt es einem auf. Der rote Faden ist zwar die ganze Zeit erkennbar, aber an manchen Stellen wirkt er etwas blass. Vor allem wenn gefühlt zwischen Landwirtschaft, Grabsteinen und Kleidung gewechselt wird. Leider werden dadurch auch einige Themen eher oberflächlich behandelt oder fallen ganz unter den Tisch, weil sie nicht kritisch genug beleuchtet werden. Hier wäre wahrscheinlich der Ansatz "weniger ist manchmal mehr" besser gewesen.

Viele Grüße

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