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Freitag, 7. Oktober 2022

#492 Bücherregal - Schmerz und kein Trost

 







TitelSchmerz und kein Trost(Erik Donner 8. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten409 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Anscheinend hat sich der Mörder vorgenommen eins von Grimms Märchen nachzuspielen und das auf Video festzuhalten. Erik Donner hat sich festvorgenommen sich mithilfe einer Psychotherapeuten mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Doch dann kommt alles anders und der Sohn der Therapeutin wird entführt. Obendrein ist Donners Schwester spurlos verschwunden und er bekommt merkwürdige Anrufe. Schafft er es den Fall zu lösen ehe der Täter seinen Racheplan vollendet hat?

Review

CN: brutale Morde, Kindesmissbrauch, Snuff

Wie bei den vorigen Teilen der Reihe bin ich nur so durch die Handlung geflogen und habe beim Lesen oft die Zeit vergessen. Hierbei handelt es sich um einen komplexen und recht undursichtigen Fall. Ich musste schon sehr aufmerksam lesen um keine Details und somit wichtige Spuren zu verpassen.
Es ist definitiv ein packender Thriller und Erik Donner ermittelt mal wieder gegen die Uhr. Sehr oft erscheint es so als hätte er keine Möglichkeit zu gewinnen, da jemand seine ganz eigene Vendetta gnadenlos bis zum Ende durchziehen will. Ungeachtet über wie viele Leiche er dafür gehen muss.

Im Gegensatz zu den vorigen Bänden ist die Atmosphäre durchgehend erdrückend und oft hatte ich das Gefühl, als wäre das nun das endgültige Ende. Überspitzt geschrieben geht es nur noch um das Abschlachten und Nägeln mit Köpfen machen. An sich ist die Reihe ohnehin eher in die Sparte der Thriller einzuordnen, in denen sehr viele Menschen auf brutale Weise sterben. Jedoch wurde hier noch eine gewaltige Schippe obendrauf gelegt, was mich nachdenklich gestimmt hat. Wie der Autor am Ende des Buches erahnen lässt handelt es sich hierbei wahrscheinlich um den letzten Band der Reihe, was mich jetzt wenig verwundert vor allem nach den ganzen Geschehnissen. Erik Donner ist nun einmal letztendlich nur ein Mensch und wie will er mit all dem umgehen und weitermachen? An sich fände ich es schade, wenn die Reihe nun komplett beendet wäre.

An sich hatte ich immer wieder die Hoffnung, dass es nicht noch schlimmer kommt und wurde jedes Mal eines besseren belehrt. Hier werden zahlreiche menschliche Abgründe gezeigt und diese erscheinen endlos tief. Es scheint fast so als gäbe es für manche absolut keine Grenzen. Aus diesem Grund bin ich ganz froh darüber, dass die Gewaltszenen recht oberflächlich beschrieben wurden. Trotzdem hatte mein Kopfkino daraus recht abartige Szenen gebastelt und ich musste mich oft zwingen nicht genau über manche Szenen nachzudenken. Es ist an sich wichtig solche Sachen wie Snuff in Thrillern zu thematisieren und dabei nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Ansonsten erinnert das alles zu sehr an Fetischromane und daran habe ich absolut kein Interesse. Und es sollte eher darum gehen zu zeigen, dass solche Filme existieren und es Abnehmer dafür gibt.

Vor allem in diesem Band scheint Donner unzerstörbar und ihn scheinen die neuen Erlebnisse aufgrund seiner Vergangenheit wenig zu berühren. Zudem stößt er auf alte Bekannte und man erfährt anhand von Rückblicken, wie diese eventuell mit dem neuen Fall in Zusammenhang stehen. Es ist definitiv erschreckend zu lesen was manche Polizisten erleben. 

Das Cover passt mal wieder perfekt zu der Reihe und es ist schön zu sehen, dass die Fliegen wieder mal eine Rolle spielen.

Fazit

Mich hat der Thriller definitiv daran erinnert, dass manche Menschen absolut keine Grenzen kennen und für ihre eigenen Rachegelüste sehr weit gehen. Um ein besseres Gespür für den Ermittler Donner zu bekommen, würde ich jedem empfehlen die vorigen Bände zu lesen. Ansonsten bekommt man leider das Gefühl als ginge es hier nur darum Menschen auf bestialische Art und Weise zu bestrafen. Denn wie schon im Vorfeld erwähnt handelt es sich hierbei mintunter um den letzten Band der Reihe und da ist es ja klar, dass hier ein spezielles Feuerwerk gezündet wurde um für einen krönenden Abschluss zu sorgen.

Freitag, 3. September 2021

#401 Bücherregal - Bookless Teil 2

 



TitelBookless - Gesponnen aus Gefühlen(Teil 2)
AutorMarah Woolf
VerlagOetinger Taschenbuch
GenreFantasy/Jugendbuch/Youngadult
Seiten318 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Nachdem Nathan Lucy hintergangen hatte, möchte diese zu recht nichts mehr von ihm wissen. Doch wer kann ihr bei der nahezu unmöglichen Aufgabe helfen die Bücher vor dem Bund zu retten? Was passiert wenn diese für immer verloren geht und sich niemand mehr an die Geschichten erinnern kann? Wem kann sie noch vertrauen und vor allem wie viel Zeit hat sie noch? Sie möchte unter allen Umständen die Bücher retten.

Review

Vor ungefähr zwei Jahren hatte ich den ersten Teil dieser Reihe gelesen und wahrscheinlich wäre es besser gewesen, wenn ich zeitnah den Rest gelesen hätte. Wobei ich beim Hörbuch dann doch sehr überrascht war wie viel ich noch über die Handlung wusste. Einige Details fehlten mir natürlich, aber die werden im Laufe der Handlung wieder aufgegriffen. Und so kam ich recht schnell wieder rein. 
Die Spannung war durchgehend hoch und ich wollte oft einfach nur wissen wie es weitergeht, weshalb ich das Hörbuch in der 2xfachen Geschwindigkeit gehört hatte. Und immer wenn es möglich war hatte ich weiter gehört.

Was Nathan betrifft geht es ungewiss weiter und so wirklich kann ich ihnen als Charakter immer noch nicht einschätzen. Und genau das liebe ich an solchen Geschichten, wenn man eben nicht weiß ob man demjenigen vertrauen kann oder eben nicht. Passend dazu ist es natürlich wichtig, dass der Gegenpart nicht naiv an die Sache herangeht und demjenigen dann wieder blind vertraut. Vor allem ist er ja der Enkel vom absoluten Bösewicht, also warum sollte man ihm überhaupt vertrauen können? Deshalb war ich richtig froh darüber, dass vieles hinterfragt wurde und Lucy sich nicht dauernd blenden ließ.

Im Grunde geht es die ganze Zeit um die große Frage wer nun Nathan ist und vor allem auf wessen Seite er steht und das war mir einfach zu wenig Handlung für so viele Seiten. Bei über 300 Seiten rechnet man ja schon damit, dass wenigstens noch irgendetwas anderes spannendes passiert und man das alles in etwas mehr als einem Satz zusammen fassen fassen. So wirkt es halt wie der große Auftakt für einen Showdown im dritten Teil und dafür wirkt das alles ein wenig zu langwierig. Und das Gefühl hatte ich obwohl es an manchen Stellen richtig zur Sache geht und man nie weiß, ob der eigentliche Kampf nun beginnt oder nicht. Aber im Endeffekt hatten sich die kleinen Auseinandersetzungen so unwichtig angefühlt und wie belanglose Lückenfüller.

Wie der vorige Band endet das alles in einem mehr als gemeinen Cliffhanger und deshalb bin ich unendlich froh darüber, dass ich mir direkt den 3. Teil des Buches ausgeliehen hatte. Ich möchte einfach wissen wie das alles ausgeht und vor allem ob die Bücher gerettet werden können.


Fazit

Auch diesem Teil gebe ich nur 3,5 von 5 Sternen, da es auf mich immer noch wie eine Einführung in die Geschichte wirkte. Woran das liegt kann ich nicht so genau beurteilen, aber wahrscheinlich liegt es hauptsächlich an den recht dünnen Büchern und weil der mittlere Teil meistens ohnehin recht komisch ist bei einer Trilogie. Und dann kommt natürlich noch hinzu, dass ich mit meinen 30 Jahren nicht mehr ganz so gut in der Lage bin mich in ein 17-jähriges Mädchen hineinzuversetzen. Und so ganz verstehe ich nicht warum das Buch überhaupt geteilt wurde, schließlich haben sich die bisherigen Teile nicht wie eigenständige Bände angefühlt.

Sonntag, 13. Dezember 2020

#343 Bücherregal - The tattooist of Auschwitz(Kurzrezension)


Titel(Englisch)The tattooist of Auschwitz
AutorHeather Morris
VerlagHarper Paperbacks
GenreHistorischer Roman
Seiten288 Seiten
Meine Bewertung
2/5

 Inhalt

Im Jahre 1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Seine Aufgabe war es jedem Neuen eine Nummer auf den Arm zu tätowieren. Eines Tages begegnet er während seiner Arbeit einem einem jungen Mädchen in das er sich auf den ersten Blick verliebt. Ihr Name war Gita und er machte es sich zur Aufgabe sie zu beschützen und mit ihr gemeinsam die Zeit im KZ zu überleben.

Review

Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, dann würde ich der Rezension den Titel "Schuster bleibe bei deinen Leisten" geben. Denn genau das ist hier der Fall und man merkt sehr deutlich, dass die Autorin Drehbuchautorin. Und ich kann auch nicht verstehen wie ein Verlag diesen Roman einfach so durchwinken konnte ohne ausgebesserte Dialoge zu verlangen. So wirkliche Emotionen kamen mir bei diesen nicht auf und wenn habe ich sie nur zur Kenntnisse genommen und einfach abgehakt, denn sie wirkten immer wie Einschübe und nichts was wirklich Teil des Ganzen war.

Auch sonst waren die Charaktere erstaunlich emotionslos und ganz so als wären sie gar nicht Auschwitz. Ich weiß nicht ob das einfach an der knappen Anzahl an Seiten geschuldet ist, aber selbst das sollte kein Grund dafür sein um eine so wichtige Geschichte so oberflächlich zu erzählen. Und irgendwie ist es ein komisches Gefühl als Laie zu merken, dass das Buch nicht nur einen Fehler bezüglich Auschwitz enthält. Das sollte nicht passieren, vor allem nicht wenn man selbst jemand engagiert hat der die Fakten checkt. Nach dem Lesen hatte ich zahlreiche Artikel darüber entdeckt und ich finde wenn man schon einen auf wahren Tatsachen basierenden Roman schreibt, dann sollte er wenigstens grob der Wahrheit entsprechen.

Wenn ich nicht grobe Eckdaten über das Leben im KZ Auschwitz-Birkenau hätte, dann hätte ich jetzt nach dem Lesen des Romans eine vollkommen falsche Vorstellung davon. Und das sollte einfach nicht Sinn und Zweck der Sache sein und wird der Geschichte einfach nicht gerecht. Und als Autor sollte man selbst genügend Eckdaten liefern, damit der Leser auch ohne Vorwissen sich alles vernünftig vorstellen kann.

Fazit

Alles in allem kann ich jetzt im Endeffekt nicht behaupten ich hätte ein Buch gelesen, denn alles wirkt wie ein Drehbuch samt Regieanweisungen und es hat mich einfach nicht berührt. Mir tut es einfach nur Leid so einer Geschichte nur 2 von 5 Sternen geben zu können und ich hoffe der Film ist besser als das Buch. Mir ist das einfach zu kurzweilig und ich hatte es auch in wenigen Stunden durch gelesen, was mir sonst bei Büchern in dem Genre nicht passiert.

Freitag, 16. Oktober 2020

#330 Bücherregal - 9 1/2 perfekte Morde


Titel9 1/2 perfekte Morde
AutorAlexander Stevens
VerlagPiper Verlag
GenreTrue Crime
Seiten224 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Die Dunkelziffer bei Tötungsdelikten ist erschreckend hoch, dabei sollte es doch dank DNA-Analysen, Handyortung und vielem mehr ein leichtes sein diese aufzuklären. Jedoch muss man diese Delikte erst einmal als solche erkennen und das passiert leider nicht immer, egal wie offensichtlich ein Tod durch Fremdverschuldung auch sein mag. Aus dem Grund befasst sich der Strafverteidiger Alexander Stevens mit 10 Mordfällen und erläutert warum diese so lang ungeklärt blieben oder die Täter nur vergleichsweisen milde Strafe bekamen. 


Review

Erst einmal möchte ich vorweg erwähnt haben, dass an wenigen Stellen detailliert beschrieben wird wie Menschen ums Leben kommen und deshalb ist dieses Buch wahrlich nur etwas für Menschen, die mit solchen Themen umgehen können. Es ist jetzt nicht reißerisch beschrieben wurden, aber trotzdem geht es unter die Haut. Und wer suizidal ist bzw. über Selbstmord nachdenkt sollte auch einen großen Bogen um dieses Buch machen. Das Kapitel über dieses Thema beschreibt traurige Tatsachen, über die definitiv geredet werden muss in unserer Gesellschaft, aber vor denen Betroffene auch gewarnt werden müssen. Wer sich vorab informieren möchte dazu: Das Stichwort ist Selbstmordhelfer.

Besonders gut gefallen hat mir der schwarze Humor des Autors und ich denke wenn man daran keinen Gefallen hat empfindet man einige Stellen im Buch als pietätlos. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und ich fand es gut, dass bestimmte Begriffe auf verständliche Weise für den Laien erklärt werden.

Wenn man schon viele True-Crime-Bücher/Zeitschriften gelesen hat kennt man schon den ein oder anderen Fall und kann sich schon denken welche perfekten Morde zu 100%iger Wahrscheinlichkeit in diesem Buch auftauchen werden. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, da jeder Autor meist eine Sichtweise auf die Dinge hat und diese sich allein schon wegen ihrem Beruf maßgeblich unterscheiden. Und ich finde es ganz interessant das alles mal aus der Sicht eines Anwalts zu erfahren.

Das letzte Kapitel des Buches beschäftigt sich mit dem Parkhausmord, den ich im Vorfeld schon kannte durch ein anderes Buch. Es ist immer wieder erschreckend wie dreist und selbstverständlich der Täter dort vorgegangen ist.

Was ein wenig anstrengend war beim Zuhören war, dass der Autor teilweise sehr ausführliche Ausschweifungen bzw. Erklärungen ablieferte. Hier hätte ich lieber noch einen "perfekten" Mord mehr gehabt und dafür etwas kompaktere Erklärungen. Vor allem in der zweiten Hälfte fiel das negativ auf. Passend zu seinem Job geht er auch ausführlich auf das deutsche Rechtssystem ein.

Ein anderer Kritikpunkt ist der Titel des Buches, der finde ich einfach zu überspitzt ist. Auch das Cover hätte man passend wählen können, in dem man eben nicht ein Foto von dem Anwalt drauf packt. Denn das finde ich gibt dem Buch einen schmierigen Beigeschmack, der aber gar nicht sein müssten.


Fazit

Alles in allem ist es mit seinen etwas über 220 Seiten ein sehr kurzweiliges Buch, welches sich durch seine sachlichen und unblutigen Beschreibungen positiv von anderen Büchern in diesem Genre abhebt.

Freitag, 21. August 2020

#318 Bücherregal - Leichenblässe


Titel(Deutsch)Leichenblässe
Titel(Englisch)Whispers of the dead
AutorSimon Beckett
VerlagRowohlt Verlag
GenreThriller
Seiten414 Seiten
Meine Bewertung
5/5

 Inhalt

Nach dem der letzte Einsatz David Hunter fast das Leben kostete, stellt er seine Berufswahl infrage. Möchte er wirklich weiterhin als Forensiker arbeiten? Um dieser Frage zufriedenstellend beantworten zu können geht er zu der Body Farm in Tennessee, denn dort wurde er ausgebildet. Doch alles kommt anders als geplant und so muss er einem alten Freund unter die Arme greifen, der versucht einen Serienmörder zu finden. Diese die Mordserie wirft viele Fragen auf, denn die Leichen sind verwester als sie sollten und die Identität dieser lässt sich aufgrund der Zersetzung auch nicht mehr verstellen.

Review

Bei Simon Beckett gehe ich gar nicht mehr davon aus groß enttäuscht werden zu können, denn bisher haben mich seine Bücher immer auf eine ganz besondere Art fasziniert. Vor allem die Reihe rund um David Hunter hat es mir angetan und es ist definitiv nur etwas für Leser, die absolut kein Problem mit nüchternen Beschreibungen eines Forensikers umgehen können. Denn der nimmt absolut keinen Blatt vor den Mund und beschreibt nun einmal sehr genau was er sieht. Und so bekommt man Einblicke in die Welt der Verwesung und der Insekten, die man in anderen Thrillern definitiv nicht bekommt. Unter anderem ist der Handlungsort dieses Mal eine Bodyfarm in den USA, dabei handelt es sich um ein Gelände auf dem wissenschaftliche Studien zu Verwesungsprozessen stattfinden.

Eigentlich wollte ich mir viel Zeit lassen mit dem Hörbuch, aber dann war die Handlung so unheimlich fesselnd und dementsprecht fiel es mir schwer mal Pausen beim Hören einzulegen. Die bildhaften und detaillierten Beschreibungen sorgen bei mir immer für den gewissen Gänsehaut und Ekelfaktor. Passend zum Genre ist das Erzähltempo hoch und die vielen Wendungen sorgten dafür, dass ich einfach nur noch wissen wollte wie das alles ausgeht. Und die durchgehend düstere und bedrohliche Atmosphäre hat sein übriges dazu beigesteuert.

Was ich so an der Reihe liebe ist, dass man absolut ohne Vorwissen einsteigen kann. Den zweiten Teil hatte vor 5 Jahren gelesen und trotzdem war ich wieder voll drin im Geschehen. Die Figuren sind mir einfach unglaublich ans Herz gewachsen und ich finde es immer wieder schön, dass Beckett seinen Figuren so Macken und "Schrulligkeiten" gibt. Dadurch haben sie einen hohen Widererkennungswert und menscheln so schön. Sie sind definitiv keine Ansammlung reiner Klischeehaufen und haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Es fällt einem leicht sie auseinander zu halten, obwohl es eine Menge Charaktere und somit auch Namen gibt.

Mich fasziniert es immer wieder aufs Neue wie gut Beckett die forensische Anthropologie beschreibt. So wie er das alles beschreibt liest es sich nicht wie etwas, was er sich nur durch Recherchearbeiten angeeignet hat und stumpf wiedergibt. Man lernt beim Lesen eine Menge und ich finde es einfach toll, dass man auch als Laie seinen Erklärungen folgen kann.

Der Fall an sich ist mal wieder spannend und bis zum Schluss weiß man nicht so genau wer der Täter ist. Mich hatte die Auflösung richtig überrascht und über manche Wendungen war ich dann doch froh. Wenn man aufmerksam liest lässt sich das ein oder andere schon erahnen, aber das fand ich nicht weiter schlimm.

Das einzige was mir jetzt nicht so zugesagt hatte war das Ende, aber das ist nun einmal typisch amerikanisch und somit vollkommen unrealistisch. Es war jetzt nicht anders zu erwarten und mich hätte es sehr verwundert, wenn es nicht so gekommen wäre.


Fazit

Zusammenfassend lässt sich auf alle Fälle schreiben, dass mir der Teil der Reihe wirklich gut gefallen hat. Es ist auf jeden eins meiner bisherigen Lesehighlights in diesem Jahr und ich kann es kaum erwarten den nächsten Teil der Reihe zu lesen.

Freitag, 14. August 2020

#316 Bücherregal - Der Horror der frühen Medizin


TitelDer Horror der frühen Medizin(Englisch: The Butchering Art)
AutorLindsey Fitzharris
VerlagSuhrkamp Verlag
GenreSachbuch/Geschichte
Seiten276 Seiten(Hörbuch: 8 Stunden 36 Minuten)
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

In der Mitte des 19. Jahrhunderts war das es vollkommen normal Arsen, Heroin oder Quecksilber verschrieben zu bekommen. Ärzte beschafften sich über dubiose Händler ihre Leiche zum Üben, die diese einfach ohne Erlaubnis kurz nach ihrer Beerdigung aus den Gräbern klauten. Wenn man im Krankenhaus behandelt werden wollte, musste man genug Geld für die Beerdigung vorweisen können. Denn nur eine kleine Minderheit überlebte Operationen, die mehr einer schaurigen Theateraufführung glichen als alles anderem. Warum so viele Menschen in Krankenhäusern verstarben war lange Zeit unklar. Deshalb versuchte Joseph Lister eine Methode zu entwickeln, die ein mehr oder weniger sicheres operieren ermöglichte. 

Review

Den Titel sollte man unter allen Umständen wörtlich nehmen und sich vor dem Lesen bewusst machen, dass die damalige Medizin so gut wie gar nichts mehr mit der heutigen modernen Medizin gemeinsam hat. 

Die einzelnen Szenen werden meist nicht bildhaft umschrieben, aber die wenigen Worte reichten um bei mir das Kopfkino in Gang zu bringen. Direkt vorweg möchte ich ein Beispiel nennen um zu zeigen was das Buch unter anderem behandelt. Die Menschen sind damals in die Operationssäle geströmt um den Chirurgen bei ihrer Arbeit zuzuschauen und alles glich mehr oder weniger einem Theater. Die Operationen waren unglaublich primitiv und der Gestank wurde als Krankenhausmief betitelt. Die Friedhöfe waren überfüllt und quoll im wahrsten Sinne des Wortes über.

Des öfteren war ich beim Lesen richtig geschockt, obwohl ich wusste wie schlimm die damaligen Zustände waren und Operationen um jeden Preis vermieden wurden. Man wusste halt nichts über Keime oder wie man Infektionen im Allgemeinen vermeiden sollte. Es war halt vollkommen normal und erstrebenswert eine eiternde Wunde zu haben, was heutzutage unvorstellbar wäre. Und somit war es auch vollkommen normal nach einer Operation im Krankenhaus zu versterben. Lister stieß somit quasi mit seinen Theorien bezüglich Wundheilung und Sepsis auf Granit und keiner wollte so recht auf ihn hören, obwohl seine Ergebnisse erfolgsversprechend waren. 

Dank dem Hörbuch ist mir erst einmal bewusst geworden was alles aus dem Bereich der Medizin u.ä. aus der viktorianischen Zeit stammt. Es macht einem wieder einmal bewusst wie sehr sich die Medizin seit dem 19. Jahrhundert verändert hat und das nur wegen der Forschung und weil einzelne Menschen eine Verbesserung erzielen wollten. Selbst wenn es bedeutete andere gegen sich aufzubringen. Und es ist auf eine ganz spezielle Weise faszinierend wie normal uns das Wissen heutzutage erscheint. Schließlich ist es für uns vollkommen logisch, dass Operationsbestecke und Kittel nach jedem Patient ausgetauscht bzw. desinfiziert werden. Und die Handhygiene ist ja auch Standard, was aber zu der damaligen Zeit absolut unüblich war.

Man erfährt auf den 276 Seiten wirklich viel über Listers Privatleben und was ihn geprägt und voran getrieben hat. Der Schreibstil der Autorin lässt das alles unglaublich lebendig wirken und so etwas begegnet man selten bei Biografien. Aber auch über andere Ärzte und über deren Erkenntnisse erfährt man unglaublich viel. Mir fiel es wirklich schwer beim Hören Pausen einzulegen, weil es einfach so unglaublich spannend war und man wirklich viel über die Medizingeschichte lernen kann.

Ein anderer Pluspunkt ist das Bild der viktorianischen Zeit, welches die Autorin zeichnet. Dieses unglaublich dreckig und abstoßend und wenn man eins nicht möchte, dann ist es in die Nähe eines Friedhofes oder Krankenhaus(Todeshaus!) aus dieser Zeit zu kommen. Und damit steht das Bild im sehr starken Kontrast zu dem von einigen Autoren, welche eher ein romantisches Bild zeichnen.  


Fazit

Zusammenfassend lässt sich auf alle Fälle schreiben, dass das Buch nichts fürs schwache Gemüter ist. Wie der englische Titel schon vermuten lässt geht es hier um "Metzger Kunst" bzw. Kunst des Schlachtens und wenn Operationen eines im 19. Jahrhundert waren, dann genau das. 

Sonntag, 2. August 2020

#313 Bücherregal - Everything is f*cked(Kurzrezension)


Titel(Englisch)Everything is f*cked
AutorMark Manson
VerlagHarper 
GenreRatgeber/Nonfiction
Seiten288 Seiten
Meine Bewertung
2/5

 Inhalt

Eigentlich müsste es und fantastisch gehen, schließlich sind wir in unserem Handeln so frei wie noch nie und haben eigentlich mehr als genug Geld. Und die Menschen sind heute auch viel gesünder als früher, aber trotzdem fühlen wir uns hoffnungslos. Schließlich sehen wir Tag für Tag die Folgen des Klimawandels und die Wirtschaft ist nicht so sicher wie gedacht. Was macht eigentlich das Glück und die Hoffnung aus? Und warum können wir nicht einfach zufrieden sein mit dem was wir haben?

Review

Erst einmal möchte ich vorweg erwähnen, dass es sich hierbei um eine Ansammlung von kurzen Texten handelt, die mal mehr und mal weniger gut recherchiert wurden. Einen roten Faden sucht man vergebens und viele Texte passen einfach nicht zusammen. Man hätte ruhig im Klappentext erwähnen können, dass es sich teilweise einfach um Blogeinträge handelt.

Was mir total negativ aufgefallen ist beim Lesen ist die Länge mancher Kapitel. Viele Themen werden nur angeschnitten und nie richtig erläutert und deshalb erscheint es oft so als wolle der Autor nur möglichst provokante Texte verfassen. Es ist ein dünnes Buch und ja man kann deshalb schon erahnen, dass nicht alles in voller Länge ausdiskutiert wird. Jedoch sollten wichtige Themen wie Privilegien nicht einfach unter den Tisch fallen, nur weil man halt ein dünnes Büchlein kreieren will.

Dann hatte ich auch noch einige Probleme damit seinen Argumentationsketten zu folgen. Er versucht nicht nur an einer Stelle das Leid der Leute miteinander zu vergleichen und ob es wirklich gerechtfertigt dieses Leid zu verspüren, wenn andere viel mehr ertragen müssen/mussten. Was diese Vergleiche in einem Buch über Hoffnung zu suchen haben ist mir schleierhaft und so etwas überhaupt zu vergleichen ist mir schleierhaft.

Ein anderer Kritikpunkt ist, dass man viele der Informationen aus dem Buch schon längst wo anders gelesen hat. Der einzige Unterschied ist das Niveau des Schreibstils und die Anekdoten wurden meist besser ausgewählt. Mir hat der einfache Schreibstil jetzt nicht zugesagt, aber so etwas ist ja immer Geschmackssache. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, als hätte der Autor manche Themen falsch verstanden und er widerspricht sich auch im Laufe des Buches des öfteren.

Fazit

Anfangs hatte ich noch so gedacht, dass 2 Sterne ein ziemlich harsches Urteil darstellen. Jedoch wenn ich meine Rezension so durchgehe finde ich keinen Grund dafür das Buch besser zu bewerten. Dafür hätte man einfach mehr Erklärungen abliefern müssen, anstatt einfach nur ein paar kritische Texte aneinander zureihen. Leider sucht man das Hauptthema Hoffnung vergebens und ich manchmal das Gefühl, als ginge es eher um das Gegenteil davon.

Freitag, 17. Juli 2020

#310 Bücherregal - Strandmord


TitelStrandmord(Romy Beccare: 7. Fall)
AutorKatharina Peters
VerlagAufbau Digital
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten336 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Ein aktueller Fall erinnert die Kommissarin Romy Beccare an einen Fall, der schon über 15 Jahre zurück liegt. Denn auch dieses Mal hat der Täter die nackte Frauenleiche am Strand abgelegt und die Lippen mit zwei Ringen verschlossen. Der Verdacht verhärtet sich als sie herausfindet, dass der Täter von damals mittlerweile in Neustrelitz wohnt und vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde. Doch eine Spur spricht klar dagegen, denn das Opfer war allem Anschein nach eine Erpresserin. Und damit hat sie wohl einige Leute gegen sich aufgebracht.


Review

Der Krimi ist auf alle Fälle nichts für zarte Gemüter, auch wenn die Autorin die grausam zugerichteten Leichen nicht detailliert beschreibt. Man kann diesen Teil der Reihe auch komplett ohne Vorwissen lesen. Ganz am Ende des Bandes wird man mit allen nötigen Informationen über jedes einzelne Mitglied versorgt. Positiv hervorheben möchte ich hier auf alle Fälle, dass sich diese Nebenhandlungen nicht unnötig n den Vordergrund stellen und man gerade genug erfährt, damit die Personen greifbar und authentisch wirken.

Allein wegen der vielen Wendungen und möglichen Täter bleibt die Handlung durchgehend spannend. Die Ermittlerin Romy Beccare wirkte auf mich engagiert und sympathisch. Der Fokus liegt durchgehend auf der Ermittlung und somit gibt es auch relativ viele Verhöre und anderes. Das Team versucht zudem zusammen den Fall zu lösen, was mal eine schöne Abwechslung zu anderen Krimis ist.
Und die Autorin hat sich mal wieder ein kritisches Thema für ihre Handlung ausgesucht, denn es geht unter anderem um Medikamententests in der DDR. Das Geschilderte klingt durchaus realistisch.
Das Lokalkolorit ist sehr dezent gehalten und es hätte in meinen Augen ruhig etwas mehr sein können. Schließlich spielt die Handlung ja auf Rügen und ohne die Ortsnamen hätte das alles auch ganz wo anders stattfinden können.

Was mir vor allem ab der Hälfte des Krimis aufgefallen war, sind die teils nicht enden wollenden Dialoge. Manchmal gibt es nur einen kleinen Nebensatz bei einem Dialog, der über eine Seite geht und das ist mir definitiv zu wenig. Schließlich will man ja auch wissen wie diejenigen auf das Gesagte reagieren. Und ich finde es einfach anstrengend so einem Dialog zu folgen. Dadurch und wegen anderer Dinge entstehen immer wieder Längen, die die Spannung dämpfen und die Handlung ausbremsen. Selbst für einen Kriminalroman waren es einfach zu viele Längen.

Mir war das Ende einfach zu dick aufgetragen und ich hätte mir wirklich gewünscht, dass es wie der bisherige Verlauf der Handlung endet. So wirkt das alles einfach nur schrecklich insziniert und somit unglaubwürdig.


Fazit

Mir hat dieser Teil der Reihe jetzt nicht so zugesagt allein wegen der Dialoge. Der Krimi an sich ist eher kurzweilig und ich hatte ihn hauptsächlich wegen dem einfachen Schreibstil innerhalb kurzer Zeit durch gelesen.

Sonntag, 12. Juli 2020

#309 Bücherregal - Die Toten Hosen(Kurzrezension)


TitelDie Toten Hosen
AutorThees Uhlmann
VerlagKiWi Verlag
GenreMusik
Seiten192 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5

 Inhalt

Eine Liste am schwarzen Brett seiner Schule im Jahre 1988 verändert vieles Leben von Thees Uhlmann. Denn in diese Liste konnte man sich eintragen, wenn man mit zu einem Toten-Hosen-Konzert nach Hamburg wollte. In diesem Buch erzählt der Autor wie sehr sich seine Einstellung und seine Liebe gegenüber der Band in den 30 Jahren verändert hat. Er erzählt unter anderem auch wie die Freundschaft mit der Band überhaupt zustande kam.


Review

Um ehrlich zu sein fand ich das Konzept der KiWi-Musikbibliothek ziemlich gewagt, denn solche Liebesbekenntnisse an Bands können entweder total gut oder ein totaler Reinfall werden. Deshalb war ich auch unheimlich gespannt darauf wie das alles im Einzelnen umgesetzt wurde. Da ich schon einige Texte von Thees Uhlmann im Vorfeld kannte wusste ich, dass mich das Buch wahrscheinlich nicht enttäuschen wird und genauso war es. "Die Toten Hosen" haben mich eigentlich meine gesamte Kindheit und Jugend begleitet, jedoch waren Konzerte immer zu weit weg und es war einfach nicht üblich zu welchen zu gehen was rückblickend wirklich schade war. Und ich erinnere mich noch an viele Gelegenheiten bei denen die Songs bei irgendwelchen Feiern liefen.

Besonders schön finde ich es, dass der Autor viele persönliche Anekdoten zusammen mit der Band erzählt. Und wie zum Beispiel das Projekt "Band Aid" für ihn war.

Vor allem fand ich es schön die Begeisterung in der Stimme vom Autor zu hören, während er sein eigenes Buch vorliest. Man merkt einfach direkt was er in den Momenten empfunden hat und wie viel Herzblut von in in diesem Buch steckt. Man hat die ganze Zeit das Gefühl als würde er einem gegenüber sitzen und einem all das erzählen. Und wer ihn kennt weiß, dass er gerne mal vom Thema abkommt und weit ausholt um bestimmte Sachen zu unterstreichen bzw. zu verdeutlichen. Er hat halt einen Schreibstil mit Wiedererkennungswert und genau das liebe ich einfach an seinen Texten und vor allem auch an seinen Liedern.

Fazit

An sich ist es ein wirklich kurzweiliges Buch und man hat es schnell durchgehört und wahrscheinlich auch sehr schnell durch gelesen. Es hat in meinen Augen die perfekte Länge und eignet sich auch prima als Geschenk.

Freitag, 3. Juli 2020

#306 Bücherregal - Der Mann, der kein Mörder war


TitelDer Mann, der kein Mörder war
AutorMichael Hjorth; Hans Rosenfeldt
VerlagRowohlt-Verlag
GenreKrimi/Schweden-Krimi
Seiten625 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Sebastian Bergman ist Kriminalpsychologe und soll bei einem Fall aushelfen. Bei Västerås wird in einem Waldstück die brutal zugerichtete Leiche eines Jungen gefunden. Die Polizei vor Ort fordert Verstärkung aus Stockholm an, da sie sich nicht in der Lage sieht alleine diesen Fall zu lösen. Erst sind die Komissare von Bergman absolut nicht begeistert, da er einfach unausstehlich ist. Aber bald schon sind sie froh darüber einen Kriminalpsycholoen im Team zu haben.

Review

Der Psychologe Sebastian Bergman ist ein durch und durch unsympathischer Mann. Er ist selbstverliebt und springt gefühlt mir jedem in die Kiste, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Trotzdem ist er stellenweise sehr frauenfeindlich, was aber finde ich definitiv zu seiner Persönlichkeit passt. Er liefert einfach gefühlt in jeder Szene einen neuen Grund um ihn nicht zu mögen und es zeigt einfach einmal wieder, dass nicht jeder für den Job eines Psychologen gemacht ist.

Was mir außerdem sehr gut gefallen hat ist die Länge des Krimis. Momentan gibt es ja leider viele Reihen auf dem Markt, bei dem die einzelnen Bände nur knapp 300 Seiten haben und bei dem man deshalb nur oberflächlich in den Fall eintauchen kann. Hier bekommt man auf den 600 Seiten einen komplexen Fall geliefert, über den man erstaunlich viel erfährt und es gibt im Verhältnis recht wenige Leichen. Die Spannung baut sich nur langsam auf und vieles ist typisch für skandinavische Dinge was den Handlungsaufbau betrifft.

Ein weiterer Pluspunkt sind die Beschreibungen der Tatorte. Sie sind weder blutig noch reißerisch, sondern sehr oberflächlich und nüchtern. Nahezu alles wird der Fantasie des Lesers überlassen und genau das liebe ich an solchen Krimis.

Es ist halt an sich ein typischer skandinavischer Krimi, bei dem durch gehend eine düstere Stimmung herrscht. Immer wieder ist er sozialkritisch und es wird nicht davor zurück schreckt Probleme anzusprechen. Unter anderem geht es um eine Privatschule, an der man als Kind von nicht so reichen Eltern schnell ausgegrenzt wird, weil man eben die falsche Kleidung trägt. Dann geht es um Vernachlässigung der eigenen Kinder und was das mit diesen macht. Und dann sind die meisten auftauchenden Personen alles andere als gesprächig und scheinen auf den ersten Blick etwas zu verbergen. Das macht den kompletten Fall komplett undurchsichtig und man weiß nicht so recht, wie man das alles einordnen soll. Und genau das macht das erst so unglaublich spannend, schließlich könnte jeder den Jungen umgebracht haben.

Das Ende hat mich richtig überrascht und ich frage mich immer noch, ob ich einfach wichtige Hinweise übersehen habe und deshalb die falsche Person verdächtigt hatte. Oder ob man es als Leser einfach nicht ahnen konnte aufgrund der Beweislage.

Mein einziger Kritikpunkt ist der Fokus auf Sebastian Bergman. Er ist Hauptprotagonist und natürlich erfährt man am meisten über ihn, ansonsten würde sein Name wahrscheinlich auf dem Cover stehen. Aber leiden bleiben deshalb die ganzen anderen Hauptprotagonisten blass und austauschbar. Ich hatte einige Zeit gebraucht bis ich erst einmal alle wichtigen Charaktere als diese erkannt hatte, denn leider ist das nicht ganz so ersichtlich. Es tauchen einfach unheimlich viele Namen auf und zu Beginn wusste ich deshalb nie wer das nun ist und vor allem ob ich mir den Namen und die Informationen zu der Person überhaupt merken muss. Natürlich spielt jedes Detail eine Rolle und auch im echten Leben gibt es äußerst komplexe Fälle mit vielen Personen, aber mir waren es einfach einen Ticken zu viele teils ähnlich klingende Namen.


Fazit

Wer nicht vor komplexeren und längeren Krimis zurückschreckt, wird wahrscheinlich auch hier den mögen. Er ist Teil einer Reihe(6 Bände) und ich habe richtig Lust darauf so bald wie möglich den 2. Teil zu lesen. Hoffentlich erfährt man in denen mehr über die anderen Hauptprotagonisten.

Freitag, 26. Juni 2020

#305 Bücherregal - Das Hannibal-Syndrom


TitelDas Hannibal-Syndrom
AutorStephan Harbot
VerlagPiper Verlag
GenreTrue Crime
Seiten352 Seiten(Hörbuch: 858 Minuten, Audio Verlag München)
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Stephan Harbot hat schon unzählige Täter während seiner Laufbahn als Kriminalexperte bzw. Kriminalhauptkommissar interviewt. Anschließend hat er diese analysiert um Täterprofile zu erstellen. Unter anderem hat er sich mit allen 75 Serienmördern in Deutschland seit 1945 befasst und die Ergebnisse davon befinden sich in diesem Buch. Was treibt Täter dazu an mehrere Menschen zu ermorden? 


Review

Über die Jahre habe ich wirklich viele True-Crime-Bücher und Magazine gelesen. Und hier das sticht definitiv mit seiner Brutalität und Erzählweise hervor. Oft bekommt man von den Tätern selbst berichtet warum sie diese schrecklichen Taten begangen haben und das geht unter die Haut. Deshalb kann ich das Buch auch nur jenen empfehlen, die mit so etwas absolut kein Problem haben. Es ist einfach noch einmal etwas von komplett anderes, als wenn die nur aus der Sicht von Dritten erzählt werden. Positiv ist auf alle Fälle, dass die Interviews mit den Tätern in Kontext gebracht werden und es einige Erklärungen dazu gibt.

Mit dem Hörbuch hatte ich mir ziemlich viel Zeit gelassen und habe immer wieder Pausen eingelegt um all das besser verarbeiten zu können. Mir war schon im Vorfeld bewusst, dass das alles andere als leichte Kost ist und wer Hannibal kennt weiß auch ungefähr was auf einen zukommt. Es ist einfach nur erschreckend wenn man sich vor Augen hält, dass all die Mordserien in Deutschland passiert sind und die Täter teilweise wirklich lange ohne jegliche Konsequenzen agieren konnten.

Was ich auch noch interessant war ist der Kontrast zwischen den vorgestellten Fällen und denen, die in der Literatur wie Krimis/Thrillern stattfinden. Darauf wird direkt zu Beginn des Buches eingegangen und ich finde es immer wieder schön, wenn Experten sich zu fiktiven Geschichten äußern und diese für den Leser einordnen.
Immer wieder versucht der Autor zu erläutern was die Täter dazu bewegt hat so zu handeln. Vor allem in der ersten Hälfte des Buches stehen diese Erklärungsversuche im Vordergrund, während in der zweiten die Taten mehr oder weniger für sich selbst sprechen. Man merkt auf alle Fälle wie ausführlich sich der Autor sowohl mit den Taten als auch mit den Tätern auseinander gesetzt hat. Die einzelnen Kapitel sind vergleichsweise lang und so erfährt man wirklich viele Details, die in anderen Büchern/Artikeln oft fehlen.

Einige der Fälle kannte ich im Vorfeld nicht, obwohl ich schon wirklich viel in diesem Genre gelesen habe. Da es sich um 75 verschiedene Serientaten handelt zieht sich das alles ziemlich in die Länge und der gleich bleibende Aufbau der Kapitel hat mich dann neben der Brutalität der Taten dazu bewegt öfters mal eine Pause einzulegen. Positiv sticht auf jeden Fall die sachliche/nüchterne Schreibweise hervor, denn alles andere ist bei solchen Büchern finde ich einfach nicht angebracht.
Der Autor versucht an keiner Stelle eine Entschuldigung für das Verhalten der Täter zu finden, sondern er macht sich auf die Suche nach möglichen Auslösern. Man kann halt nicht abschließend und zu 100%iger Gewissheit sagen, dass Geschehnis X immer zu Tat Y führt. Meist war es eine lange Reihe von Gegebenheiten, die dazu geführt hatten und oft zeigten sich schon in der Kindheit erste Auffälligkeiten. 



Fazit

Vorm Lesen/Hören des Buches sollte man sich klar sein worauf man sich da einlässt. Einige wenige Taten sind so brutal, dass ich im Nachhinein lieber weniger Details über diese gewusst hätte. Es ist auf jeden Fall ein True-Crime-Buch, welches aus der Masse hervor sticht und was man nicht einfach so mal nebenher und am Stück lesen kann.

Sonntag, 14. Juni 2020

#303 Bücherregal - Coraline(Kurzrezension)





TitelCoraline
AutorNeil Gaiman
VerlagHarper Collins
GenreFantasyhorror
Seiten212 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5




 Inhalt

Während einer Erkundungstour in der neuen Wohnung findet Coraline eine verschlossene Tür. Als ihre Mutter diese nach mehrmaligen darum beten endlich aufschließt befindet sich dahinter nur eine Ziegelsteinmauer. Jedoch als Coraline eines nachts nicht schlafen kann und genau diese Tür öffnet findet sie dahinter einen dunklen Gang. Als sie diesen entlang geht befindet sie sich in einer Wohnung, die ihrer gar nicht so unähnlich ist. Doch hier ist Essen leckerer, die Spielzeuge sind toller und die Eltern dort sind viel netter als ihre eigenen. Und diese Eltern wollen sie nicht mehr gehen lassen.


Review

Coraline ist definitiv eines der Bücher, welches ich immer wieder gerne lese. Fantasyhorror ist definitiv eins meiner Lieblingsgenre und das Buch hat einfach alles, was ich an diesem Genre so schätze.

Mir gefällt es einfach wie mutig und abenteuerlustig Coraline ist. Sie stellt sich ihrer Angst und beweist immer wieder, dass mutig sein nicht zwangsläufig bedeutet keine Angst zu haben. Und genau das ist einfach wichtig den jüngeren Lesern zu vermitteln, schließlich können auch weibliche Hauptfiguren mutig sein und sich der Gefahr stellen und auf Abenteuer gehen. Aber auch die anderen Charaktere wurden liebevoll gestaltet und mit allerhand Eigenheiten ausgestattet. Immer wieder erfährt man skurrile Details und bekommt somit ein relativ exaktes Bild von den Personen. Es gibt ja mittlerweile etliche Versionen von dem Buch, die mit Illustrationen von verschiedenen Künstlern ausgestattet wurden. Und es ist schön zu sehen wie unterschiedlich doch jeder die Texte von Gaiman interpretiert, auch wenn sich die Charaktere bei allen relativ ähnlich sehen.

Ein anderer Pluspunkt sind die vielen gruseligen Momente, die einfach wunderbar zu dieser Geschichte passen. Vor allem die Welt hinter der Tür ist düster und angsteinflößend. An vielen Stellen erinnert es einen an "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll, wobei Coraline keinem Kaninchen in seinen Bau folgt sondern irgendetwas lockt sie nachts zu dieser Tür. Es ist halt subtiler Horror für jüngere Leser und das merkt man einfach.

Leider gibt es im Laufe der Handlung ein paar Plotholes bzw. Ungereimtheiten, was ziemlich schade ist.


Fazit

Hierbei handelt es sich um ein gruseliges, modernes Märchen für eine jüngere Zielgruppe(Altersempfehlung: 8-12 Jahre). Das merkt man vor allem an der Sprache und allgemein auch am Erzählstil, was aber finde ich den Lesespaß auch für die erwachsenen Leser nicht schmälert.


Rezension zur Graphic Novel und Verfilmung

Freitag, 12. Juni 2020

#302 Bücherregal - Fische, die auf Bäume klettern


TitelFische, die auf Bäume klettern
AutorSebastian Fitzek
VerlagDroemer Knaur
GenreRatgeber
Seiten256 Seiten
Meine Bewertung

 Inhalt

Um seinen Kindern ein wirklich persönliches Buch zu hinterlassen setzt sich Fitzek mit den großen Fragen des Lebens auseinander. Er fragt sich selbst wie man es besten schafft glücklich zu sein und welche Rolle dabei Träume spielen. Auf was kommt es wirklich an im Leben und wie sinnvoll ist es das Leben so zu leben, dass andere nichts daran auszusetzen haben?

Review

Immer wieder kommt Fitzek vom Hölzchen aufs Stöckchen und ich habe mich oft gefragt wie weit er noch ausholen möchte um endlich auf den Punkt zu kommen. Aber so ist er nun einmal und ich bin es ja von seinen (Psycho-)Thrillern gewohnt. Und es ist halt ein Buch für seine Kinder, da ist es klar das er Beispiele und Anekdoten aus seinem direkten Umfeld nimmt. Man merkt auf jeden Fall beim Lesen wie sehr er seine Frau und Kinder schätzt.

Was mich richtig positiv überrascht hat ist wie viele gute Texte in diesem Buch stecken, die allesamt zum Nachdenken anregen. Fitzek setzt sich kritisch mit anderen Ratgebern auseinander und pickt sich das passende raus, um seinen Kindern das Beste davon mit auf den Weg zu geben. Wer schon viel von ihm gelesen hat wird wahrscheinlich nichts andere erwarten. Schließlich setzt sich der Autor auch in seinen Thrillern wie oft mit solchen Themen auseinander, die einen selbst nach dem Lesen noch eine Zeit lang beschäftigen. Aber nicht jeder Autor schafft es all das auch in einem Sachbuch seinen Standpunkt nachvollziehbar zu erläutern und es obendrein auch noch spannend zu gestalten. Mich hat das alles an seine tollen Nachworte erinnert. Er schafft es halt immer wieder über bestimmte Themen lockere Texte zu verfassen, die einen auch mal zum Lachen bringen.

Was ich auch noch schön fand ist, dass er einige Redewendungen erläutert und sich mit denen auseinandersetzt um den Sinn bzw. Unsinn dieser seinen Kindern zu erklären. Und genau das finde ich hebt dieses Buch positiv von anderen Ratgebern über (Persönlichkeits)entwicklung ab.
Man erfährt zudem noch einiges Neues über den Autor und ich finde es schön wie schonungslos ehrlich er in diesem Buch ist.

Das Hörbuch hat Fitzek übrigens selbst eingesprochen, was ich wirklich gut finde. Ich habe ihm gerne zugehört, da er gut erzählen kann. Ein bisschen befremdlich ist es schon, dass er seine Kinder direkt anspricht im Buch. Aber wenn man sich dran gewöhnt hat kann man das gut ausblenden. Es ist schließlich ein Buch für seine Kinder und da wäre es schon ein wenig komisch, wenn er diese nicht direkt ansprechen würde. Man darf sich hiervon auch nicht beirren lassen: Es gibt viele Themen in dem Buch, die erst ältere Teenager bzw. Erwachsene betreffen und genau deshalb hat es mich als Leser auch angesprochen.


Fazit

Alles in allem ist es ein schönes Sachbuch, auch wenn der Autor einem nicht mit neuen Erkenntnissen vom Hocker haut. Es ist an sich eher kurzweilig und man hat es gefühlt viel zu schnell durch gehört. Aber trotzdem hat es an sich genau die richtige Länge und man erfährt alles unnötige.

Mittwoch, 10. Juni 2020

#37 Booktalk - 1Q84

Hallo,

im April habe ich "1Q84" von Haruki Murakami gelesen und deshalb gibt es heute den Booktalk darüber.




Aomame und Tengo könnten gegensätzlicher nicht sein, denn sie ist eine Auftragsmörderin, während er Hobbyautor und Lehrer in einer Paukschule ist. Und doch verbindet sie etwas seit sie sich in der Grundschule erstmals begegneten. Eines Tages erhält Tengo den Auftrag den Roman einer 17-jährigen umzuschreiben, damit dieser einen Literaturpreis gewinnt. Während dem Schreiben fragt er sich immer wieder, ob es wirklich richtig ist was er da macht. Währenddessen begeht Aomame einen weiteren Auftragsmord, der aber nie in den Nachrichten auftaucht. Auch andere merkwürdige Dinge geschehen und sie kommt zu der Annahme, dass sie sich in einer Parallelwelt befindet.

Erst einmal möchte ich vorweg erwähnen, dass in dem Buch Sekten, Vergewaltigung(auch von Minderjährigen), sexuelles Interesse an Minderjährigen und allgemein viel über sexuelles Interesse vorkommt. Das heißt man erfährt allein im ersten Teil was die Hauptprotagonisten für Vorlieben haben, explizite Beschreibungen der Geschlechtsteile samt Intimbehaarung und vieles mehr. Bisher sind mir nur sehr wenige Bücher untergekommen bei dem diese Themen innerhalb von den ersten 450 Seiten so oft erwähnt werden und um ehrlich zu sein habe ich damit auch absolut nicht gerechnet. Das Buch hatte ich schon einmal vor vielen Jahren gelesen und scheinbar hatte ich genau den Aspekt bewusst verdrängt. Und da es oft gefühlt um nichts anderes geht könnte man es doch einfach im Klappentext erwähnen. Vor allem gewisse Informationen möchte ich persönlich nicht haben und da gehören solche Gedankengänge wie ist es okay Interesse an einem 17-jährigen Mädchen als 30-jähriger Lehrer zu haben einfach nicht dazu. Über die Vergewaltigungsszenen möchte ich schon gar nicht anfangen zu schreiben, denn genau damit hätte ich mir einen sensibleren Umgang erwartet. Ich finde so eine Geschichte könnte locker ohne all diese teils expliziten Szenen ausgekommen, nur wäre dann das Buch wahrscheinlich nur halb so dick. Und wäre wahrscheinlich auch nicht so schrecklich abstoßend.

Wenn man sich dazu entscheidet dieses Buch zu lesen sollte man sich klar sein, dass das alles für japanische männliche Leser und geschrieben wurde. Das heißt teilweise versteht man manche Szenen nur wenn man etwas Hintergrundwissen bezüglich der Kultur hat. Ansonsten wirken wahrscheinlich allein die Dialoge etwas befremdlich, da man im Deutschen ja doch sehr direkt kommuniziert und das im Japanischen nicht so der Fall ist. Vor allem was das Thema Gefühle betrifft merkt man das sehr im Buch. Auch Sexismus spielt im Buch eine große Rolle und mich erstaunt es immer wieder wie normal das alles in solchen Büchern ist, obwohl ich ja schon einige Artikel diesbezüglich gelesen habe.

So wirklich in ein Genre kann man das Buch nicht einordnen. Es hat auf jeden Fall einiges von einer Dystopie und es ist ganz interessant, dass das meiste in einer Parallelwelt spielt und das alles einige Elemente aus dem Genre "Fantasy" enthält. Das ist alles ein wirklich schöner Mix, wenn die ganzen teils doch verstörenden Szenen nicht gewesen wären. Vor allem werden manche Sachen immer wieder erwähnt und spätestens nach dem 3. Mal war es einfach nur noch einschläfernd unnötig. 

Der Anfang des Buches war noch sehr Handlungsorientiert und so lernt man wirklich viel darüber was da alles passiert. Immer wieder gibt es tolle Wendungen und es macht Spaß die Welt zu erkunden. Jedoch ist das vor allem im letzten Drittel nicht mehr der Fall und insgeheim hatte ich einfach nur noch gehofft, dass das alles einfach endet und zwar egal wie.

Leider gibt es zum Schluss absolut keine Einordnung der gesamten Handlung und ich hatte mir einfach gewünscht, dass man als Leser eine zufrieden stellende Auflösung bekommt. Im wahren Leben gibt es auch selten Gerechtigkeit, aber ich hätte schon gerne eine Erklärung gehabt.

Eigentlich mag ich den Autor und ich habe schon mehr als eine handvoll Bücher von diesem gelesen. Und ich kann mich an keines erinnern in dem es so häufig um Geschlechtsteile ging. Meistens sind diese Szenen einfach nur komplett überflüssig und die Beschreibungen davon lassen einen stutzig werden, da sie so kommt zufällig erscheinen. Wenn man die ganzen Bewertungen für das Buch durchliest merkt man einfach, dass das alles unglaublich polarisiert. Ich finde das Buch jetzt nicht trotz all meiner Kritikpunkte atemberaubend schlecht, aber trotzdem vergebe ich nur 2,5 Sterne von 5 wegen der intimen Szenen. Vor allem mit Minderjährigen muss so etwas einfach nicht sein.

Kennt ihr das Buch? Wie findet ihr es?

Viele Grüße

Sonntag, 7. Juni 2020

#301 Bücherregal - The guy who died twice(Kurzrezension)



TitelThe Guy who died twice(Detective D.D. Warren #9.5)
AutorLisa Gardner
VerlagCornerstone Digital
GenreThriller
Seiten56 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Eigentlich ist sich Detective D.D. Warren sicher, dass sie nichts mehr überraschen kann. Schließlich hat sie schon unzählige merkwürdige Fälle müssen und folglich ist es echt schwer noch etwa zu finden, was noch merkwürdiger ist. Und genau das tritt ein: Ein Mann kommt auf die Wache und behauptet felsenfest schon längst tot zu sein und ihre Kollegen schicken ihn heim, nach dem sie ihm erklärt haben er sei doch offensichtlich am Leben. Und nur wenige Stunden später ist dieser Mann tot. Aber wieso musste er zweimal sterben?

Review

Normalerweise bin ich kein Fan von Novellas und dementsprechend kritisch bin ich auch, wenn meine Lieblingsautoren diese veröffentlichen. Und ich muss ehrlich zugeben, dass mich diese Novella positiv überrascht hat.

Was beim Lesen auffällt ist, dass es definitiv vom Rest der Reihe abweicht. Es sind zwar die gleichen Hauptprotagonisten vorhanden, aber der Erzählstil ist einfach ein ganz anderer. Schließlich erzählt hier D.D.Warren ihrem Ehemann was für einen komischen/absurden Fall sie lösen musste und so erfährt man nur anhand von Rückblenden was passiert ist. Und genau das finde ich so schön an dieser Novella, da es einfach einmal etwas anderes ist und man trotz allem mit raten kann zusammen mit den schon bekannten Charakteren.

Man lernt ziemlich viel über neurologische/psychische Erkrankungen und ich finde es gut, dass die betreffenden Charaktere nicht nur benutzt wurden um diese zu porträtieren. Man erfährt etliches über die Betroffenen, was größtenteils gar nichts mit den Erkrankungen zu tun hat. Und genau das hat mich positiv überrascht, auch wenn ich weiß das die Autorin normalerweise darauf achtet. Bei Novellas hat man das ja eher selten, dass einem auf so wenigen Seiten so vielschichtige Charaktere erwarten.

Der Fall an sich ist auch ziemlich spannend, da alle Tatverdächtigen im Haus waren, aber kein wirkliches Tatmotiv vorweisen können. Somit kommt wie zu erwarten als erstes die Lebensgefährtin infrage.


Fazit

Rein theoretisch kann man diese Novella vollkommen ohne Vorwissen lesen und man auch nicht den Inhalt des vorigen Bandes dafür kennen. Aber um die Hauptprotagonisten besser zu verstehen bzw. zu kennen lohnt sich ein Block in die vorigen Bücher.Für mich hatte die Novella die perfekte Länge. Mich hat es definitiv an eine Story von Agathe Christie erinnert und so etwas liebe ich einfach.

Freitag, 5. Juni 2020

#300 Bücherregal - Daisy Jones & the Six







TitelDaisy Jones & The Six
AutorTaylor Jenkins Reid
VerlagUllstein Verlag
GenreHistorischer Roman
Seiten368 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de und dem Buchverlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Wenn Daisy Jones eins ist, dann ist es bildhübsch. Von ihren Eltern erhielt sie nie den Rückhalt, den sie wahrscheinlich gebraucht hätte um im Leben besser klar zu kommen. Schon früh hatte sie sich in den Kopf gesetzt Sängerin werden zu wollen und vor allem wollte sie wenn überhaupt nur ihre eigenen Lieder performen. Doch das klappte alles nicht so recht und so landete sie bei der Band "The Six". Daisy genoss den Lifestyle "Sex, Drugs and Rock'n'Roll" der 70er und dementsprechend toll fand sie es auch diese Musik auf der Bühne performen zu dürfen. Doch vollkommen unerwartet für die Fans löste sich die Band 1979 für immer auf.

Review

Direkt mal vorweg möchte ich eine Triggerwarnung setzen, denn im Buch geht es immer wieder um Drogen-, Tablette- und Alkoholmissbrauch.

Der ganze Roman ist wenn man es genau nimmt einfach nur ein Gespräch zwischen den einzelnen Mitgliedern der Band und anderen Personen, die ihnen nahe standen. An einer Stelle taucht eine Interviewerin auf, die quasi dieses Gespräch leitet. Es brauchte eine Zeit lang bis ich mich an den recht ungewöhnlichen Schreibstil gewöhnt hatte und ich bin recht froh darüber, dass ich das Buch tatsächlich beendet habe. Ursprünglich hatte ich es schon einmal in 2019 in Englisch versucht zu lesen, aber ich hatte recht schnell aufgegeben.

Vor allem die authentische Handlung hat mir gefallen und wie natürlich all die Skandale und der Drogenmissbrauch beschrieben wurde. Zu der Zeit galt halt noch "Sex, Drugs and Rock'n'Roll" und genau das liefert der Roman. Vieles was passiert kennt man halt aus Interviews von Künstlern dieser Zeit und deshalb wirkt das Geschriebene wahrscheinlich auch so real. Drogen wurden richtig glorifiziert und gehören einfach zum Künstler sein dazu. Und genau das steht im starken Kontrast zu der jetzigen Zeit, schließlich war es damals "normal" für manche Musiker Hotelzimmer zu zertrümmern und die Sucht bestimmten den Alltag. Und die Autorin schafft es einerseits genau das hervorzuheben, aber auch zu zeigen wie viel diese Sucht zerstört. Diesbezüglich hatte ich die ganze Zeit eine wirklich schlechte Vorahnung, weil ich solche Geschichten aus anderen Büchern kenne.
Hauptsächlich die beiden Hauptprotagonisten Billy und Daisy haben ein gewaltiges Suchtproblem und beide haben eine komplett andere Art damit umzugehen. Das sorgt für gewaltiges Konfliktpotential und das macht das alls so spannend. Zudem würde ich keinen von beiden jetzt unter sympathisch einstufen, was ich zur Abwechslung wirklich angenehm fand. So macht es einiges was passiert erträgerlicher und ich finde es gut, dass die Autorin diesen Weg gewählt hat. Zu oft geht es ja nur um das schöne, drogenabhängige Mädchen(oder den Jungen), was jeder liebt und mit dem man mitfühlt und dem einfach nur einen Weg aus der Sucht wünscht. Und da im Leben auch nicht immer alles dieses Klischee bedient finde ich es gut, dass auch einmal etwas anderes gezeigt wird.

Ein anderer wichtiger Punkt sind die starken weiblichen Rollen in diesem Buch. Selbst die Nebencharaktere sind mehrschichtig und zeigen immer wieder wie wichtig es ist für seine eigenen Rechte zu kämpfen.

Ganz am Ende befinden sich zudem einige wirklich tolle Liedtexte und ich finde es immer wieder schön, wenn Autoren sich die Mühe machen diese zu verfassen.

Was ich wirklich schade finde ist der Erzählstil, denn bei so einem Transpkript/Interview geht einfach unheimlich viel verloren. Ich hätte mir einfach mehr Beschreibungen der Orte/Figuren und alles gewünscht, weshalb ich normalerweise Bücher mit diesem Erzählstil meide. Was mir aber positiv an dem ganzen aufgefallen ist, dass jeder Charaktere eine andere Erzählweise hat und somit auch quasi eine eigene Stimme. Somit kann sie recht gut auseinander halten beim Lesen.


Fazit

Zusammend fassend lässt sich auf alle Fälle schreiben, dass es ein wirklich gelungener historischer Roman ist. Mich hätte es absolut nicht verwundert, wenn am Ende "basiert auf wahren Erlebnissen" gestanden hätte. Einige der Ereignisse sollen tatsächlich auf den Gerüchten rund um die Band  "Fleetwood Mac" basieren.

Sonntag, 31. Mai 2020

#299 Bücherregal - Möwentod




Quelle: Netgalley.de




TitelMöwentod(Silber&Finkel 2. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten412 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Der Fall rund um eine tote Privatdetektivin entwickelt sich schnell zu einem Fall, den die beiden Ermittler Greta Silber und Hardy Finkel nicht so schnell vergessen werden. Eigentlich wollten diejenigen nur ein komplett neues Leben beginnen und dafür haben sie alles aufgegeben. Doch jemand hat sich genau diesen Umstand zu nutze gemacht und alle Spuren führen die Ermittler auf eine Fähre, die Waren ins Ausland liefert. Und jemand versucht alles in seiner Macht stehen um zu verhndern, dass einer die Wahrheit herausfindet. Was ist mit den Menschen passiert, die eigentlich nur einen Neuanfang wollten?

Review

Man kann diesen Thriller auch komplett ohne Vorwissen lesen, das heißt man muss nicht "Küstenstill"(1. Fall) gelesen haben um hier den zu verstehen. Mich freut es auf jeden Fall, dass der Autor sich dazu entschlossen hat eine Reihe rund um die Stralsunder Ermittler zu machen. Mir gefallen einfach ihre Eigenarten und ihre Nahbarkeit. Und ich bin wirklich gespannt darauf, was man noch für kuriose Details über diese erfahren wird. Hardy und Greta haben halt beide ihre Ecken und Kanten und ich finde genau das macht diese so liebenswert.

Auch dieses Mal hatte ich das Buch innerhalb weniger Tage zu Ende gelesen. Der Fall ist einfach unglaublich fesselnd und der Schreibstil des Autors macht es einem leicht, dass alles am Stück runter zu lesen.

Die Kapitel umfassen immer nur wenige Seite und deshalb fiel es mir vor allem ab der Hälfte des Thrillers unheimlich schwer mal eine Pause beim Lesen einzulegen. Die damit verbunden Perspektivwechsel und überraschenden Wendungen sorgen für ein hohes Erzähltempo. Immer wieder folgen die Ermittlern den falschen Hinweisen und man weiß nicht so recht, worauf das alles hinaus laufen wird. Dadurch steigt durchgehend die Spannungskurve und man hat ständig das Gefühl, als wäre die Auslösung des Falles greifbar nah.

Wieder einmal punktet die Handlung mit nüchternen Beschreibungen der Taten bzw. Leichen auf. Der Autor schafft es mit wenigen Worten alles zu umschreiben und trotzdem hat man immer wieder das Gefühl mit den wichtigen Informationen versorgt zu sein. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass das Geschilderte so realistisch wirkt. Auch die Auflösung wirkt sehr schlüssig und fügt sich nahtlos in die Handlung ein.

Das Cover passt gut zu der Reihe und ich finde es schön, dass das Rot des Titels auch bei den Booten wieder zu finden ist. Die riesige Welle im Hintergrund lässt vermuten, dass die Ermittler etwas sehr gewaltiges aufdeken werden und ich kann so viel verraten: Das werden sie. Und genau das hat mich nachdenklich gestimmt, schließlich gab es zu diesem Zeitpunkt die Diskussionen zu dem Thema nicht ohne Grund. Und dementsprechend finde ich es gut, dass das Thema auch einmal in einem Thriller vorkommt.


Fazit

Schon wieder hat Elias Haller einen Thriller verfasst, der mich begeistern und vor allem auch unterhalten konnte. Ich freue mich auf jeden Fall auf den nächsten Band der Reihe, der wohl Ende August erscheinen soll.


Rezension zu "Küstenstill"(Silber&Finkel 1. Fall)