Sonntag, 11. Dezember 2022

#508 Bücherregal - Glück ist kein Ort(Kurzrezension)

   

 


TitelGlück ist kein Ort
AutorJuan Moreno
VerlagRowohltverlag
GenreReiseberichte
Seiten304
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Juan Moreno ist Reporter und hat auf seinen Reisen schon viel erlebt. Unter anderen erzählt in diesem Buch wie sich -60°C in Sibirien anfühlen, aber auch was er in Berlin und seinem Heimatland Spanien erlebt hat. Zudem fuhr er mit der Transsibirischen Eisenbahn und erlebte dort einiges.

Review

In diesem Buch erzählt der Autor von diversen Erlebnissen, die er auf seinen Reisen gemacht hatte. Während dieser machte er oft Grenzerfahrungen und begab sich bewusst in gefährliche Situationen, um die Geschichten der Menschen erzählen zu können. Er ist neugierig darauf zu erfahren was andere Menschen antreibt und das macht diese Berichte so interessant. Er stellt die passenden Fragen und berichtet detailliert von seinen eigenen Eindrücken. 

Unter anderem führte er ein Interview mit Mike Tyson und reiste mit Arbeitsmigranten quer durch Europa. Zudem durchquerte er den Darién Gap, welche zu den gefährlichste Flüchtlingsrouten der Welt zählt und zwischen Panama und Kolumbien liegt. An sich ist jedes der einzelnen Erlebnis sehr eindrucksvoll.

Insgesamt sind es 15 verschiedene Reportagen, die zwischen 2005 und 2021 veröffentlicht wurden. Zusätzlich gibt es noch zwei unveröffentlichte. Mich haben diese teils nachdenklich gestimmt und noch einige Zeit beschäftigt. Manche von ihnen gehen richtig unter die Haut.

Was ich sehr beeindruckend fand war seine Version zu den Geschehnissen in Thailand im Jahre 2018. Eine Gruppe Teenager waren in einer Höhle aufgrund von Regenfällen eingeschlossen. Es ist erschreckend wie anderen Ländern die Medien gelenkt werden und was das alles für Journalisten bedeutet.
Fazit

Der Autor zeigt Orte abseits der Touristenrouten und bietet ein buntes Sammelsurium an Berichten. Einige davon haben mich dazu gebracht nach weiteren Berichten über diese Gegenden zu suchen.

Freitag, 9. Dezember 2022

#507 Bücherregal - Furcht und finsteres Herz

 


TitelFurcht und finsteres Herz(Ein Erik-Donner Thriller 5. Buch)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten362 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Vor vielen Jahren wurde eine mittlerweile pensionierte Richterin am Auge verletzt. Jetzt wurde ihr von jemandem auf grausame Weise das gesunde Auge entfernt. Kurz darauf wird in der Zeitung über mehrere Verstümmelungen geschrieben. Der Täter selbst nennt sich Engel von Bethesda und kennt scheinbar keine Gnade.

Review

Cn: brutale Morde, Verstümmelungen
Der Kriminalhauptkommissar wird dieses Mal bei seiner Arbeit von einem Fernsehteam begleitet. Was wie zu erwarten für jede Menge Konfliktpotential sorgt. Denn Deutschland sucht den besten Polizisten und wenn Donner sich als eins nicht sieht, dann genau als das. Diejenigen stören natürlich den einsamen Wolf bei seiner Arbeit und anfangs hat er damit große Probleme. Schließlich interpretiert er die Gesetze auf seine Weise und kann dabei keine Zeugen gebrauchen. Zudem belasten Beziehungsprobleme sein Gemüt.

Dieses Mal handelt es sich wie bei den vorigen Bänden um einen komplexen Fall und oft wusste ich gar nicht wohin das alles führen soll. Donners Vergangenheit spielt eine große Rolle und anhand von Rückblenden erfährt man eine Menge über diese. All das wird geschickt in die Handlung eingeflochten und oft führte das zu sehr fiesen Cliffhangern.

Das Buch hatte ich schnell durch gelesen, weil ich es kaum aus der Hand legen konnte. Ich wollte einfach wissen wie das alles ausgeht und habe richtig mitgefiebert. Dieses Mal gibt es gefühlt eine endlose Eskalationsspirale, was zu einer sehr beängstigenden Atmosphäre geführt hatte. Es war spannend zusammen mit Donner nach dem Täter zu suchen.

Obwohl die Folterszenen nur oberflächlich beschrieben wurden konnte ich sie mir gut vorstellen. Und sie gingen definitiv unter die Haut und beschäftigten mich danach noch eine ganze Weile. Eigentlich lese ich ungern diese Art von Thriller, jedoch hat es mir Donner als Ermittler angetan und deshalb greife ich immer wieder nach der Reihe. 

Der Täter schreckt vor nichts zurück und spielt ein sehr perfides Spiel mit der Polizei. Dabei kam er mir immer wie ein Schachmeister vor, der sehr genau weiß was gemacht werden muss um die gesteckten Ziele zu erreichen und diejenigen in Fallen zu locken. Er weiß wie speziell Donner handelt, was ihn zu einem sehr gefährlichen Gegenspieler macht. Hauptsächlich geht es hier also um menschliche Abgründe und wie weit diejenigen bereit sind zu gehen um Menschen zu retten. Hier hatte ich mich mehrfach gefragt, wie ich in der Situation handeln würde. 

Besonders der eigenartige Humor von Donner hat mir gefallen und der lockert die doch sehr bedrückende Stimmung gut auf. Es gab gefühlt dieses Mal keine Hoffnung und der Täter schien unbesiegbar. Er machte sich scheinbar einen Spaß daraus Menschen zu quälen und die Ermittler vorzuführen. Vor allem die eigenartigen Bibelzitate hinterließen einen merkwürdigen Nachgeschmack. Donner ist zudem wortkarg und eigenbrötlerisch wie immer.

Fazit

Das Buch kann gut ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mich hat der Thriller definitiv gut unterhalten und ich bin schon ganz gespannt auf den 6. Teil der Reihe.

Sonntag, 4. Dezember 2022

#506 Bücherregal - Blutige Eifel(Kurzrezension)

   

 


TitelBlutige Eifel
AutorHans-Peter Pracht
VerlagEifel Literaturverlag
GenreTrue Crime
Seiten240
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


In diesem Buch geht es um fünfzehn Mordfälle, die sich in der Eifel zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert ereignet hatten. Unter anderem geht es hier um die Kindermorde in Bad Neuenahr, der Mord an Laura Klinkenberg in Aachen und Morde der Moselbande bei Daun. Die Täter schienen teilweise absolut keine Gnade zu kennen und brachten ihre Opfer auf grausame Art um.

Review

Schon länger war ich auf der Suche nach einem Buch über wahre Kriminalfälle aus der Eifel. Deshalb war ich richtig froh darüber, als ich dieses im Buchhandel entdeckt hatte. Alle hier beschriebenen Fälle ereigneten sich zwischen dem 18 und 20. Jahrhundert, was ich aber nicht weiter schlimm fand. 

Der Autor beschreibt diese auf eine spannende Art und Weise ohne dabei ins reißerische abzudriften. Immer wieder zeigt er wie die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Eifel zu dieser Zeit waren. Viele lebten dort in einfachen Verhältnissen. 

Es ist auf alle Fälle interessant zu lesen wie ermittelt wurde. Nicht immer konnte ein Verantwortlicher gefunden werden. Es war nun einmal um ein vielfaches leichter als heutzutage einfach unterzutauchen. Und oft reichte es schon ein paar Städte weiter zu ziehen. Zudem gab es ja noch nicht die heutigen Methode um Täter zu ermitteln. Deshalb fand ich es umso erstaunlicher, dass in manchen Fällen tatsächlich diejenigen ausfindig gemacht werden konnten.

Fazit

Vor allem hat es mir gefallen endlich mal wieder ein True-Crime-Buch zu lesen, dass sich mit weniger bekannten Fällen befasst. Und zu dem in einem sachlichen Schreibstil verfasst wurde. 

Freitag, 2. Dezember 2022

#505 Bücherregal - Mama, ich bin schwul!

  



TitelMama, ich bin schwul!
AutorAnna Simonetti, Riccardo Simonetti
VerlagGoldmann Verlag
GenreBiografie
Seiten304 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5

 Inhalt

Riccardo Simonetti erzählt in diesem Buch zusammen mit seiner Mutter Anna, wie für ihn sein Coming-Out war. Und wie sehr das alles ihre Beziehung zueinander verändert hat. Schließlich ist Riccardo in einem sehr konservativen Umfeld groß geworden, in dem heterosexuell die Norm war. Und in dem ein schillernder Junge scheinbar keinen Platz hat. 

Review

TW: Gewalt, Essstörung, Mobbing

Riccardo hatte diese Biografie zusammen mit seiner Mutter verfasst und erzählt hier offen wie er für ihn selbst war seine eigene Sexualität und das Coming-Out zu erleben. Unter anderem geht es hier darum wie es ist als homosexueller in Bad Reichenhall in Bayern aufzuwachsen. Schon sehr früh war für ihn klar, dass er sich nicht anpassen möchte. Jedoch muss er deshalb viel Diskriminierung und Gewalt erfahren. Wie kann er als Junge auch so extravagante Kleidung tragen? Es ist ja heute noch so, dass man sich in den Augen vieler damit bewusst zur Zielscheibe macht. Es ist auf alle Fälle sehr erschreckend über seine Erlebnisse zu lesen. Immer wieder erlebt er selbst Homofeindliche Übergriffe.

Er erzählt zu dem viel aus seiner Kindheit und wie schwierig es für ihn war in einem Umfeld aufzuwachsen, in dem Jungs gewissen Stereotypen zu entsprechen haben. Trotzdem entschied er sich dazu an seinen Träumen festzuhalten und sich nicht beirren zu lassen. Schon früh war für ihn klar, dass er eines auf der Bühne stehen möchte. 

Mich hatte es wenig überrascht, dass Riccardo während seiner Kindheit seine eigentlichen Vorlieben versteckt hatte um ja nicht seine Mutter zu verärgern. 

Erst spät wird ihm klar, dass er homosexuell ist und ihm fällt es schwer genau das auszusprechen. Seine Mutter Anna hadert sehr mit seiner Art und Sexualität und muss erst lernen damit umzugehen und vor allem zu akzeptieren. Schließlich ist Riccardo ihr heiß geliebter Sohn, auch wenn er Null ihrer Wunschvorstellung entspricht. Und er sich absolut konträr zu ihrem erlernten Männerbild verhält. Sie wurde nun einmal streng konservativ erzogen und dementsprechend ist es gut, dass auch sie hier in der Biografie aus ihrer Kindheit erzählen kann. Schließlich ist sie von streng katholischen Eltern in Italien und später in Deutschland groß gezogen werden, die natürlich ein ganz bestimmtes Rollenbild ihr beigebracht haben.

Wie war es also für sie als Mutter zu erleben, dass ihr eigener Sohn seinen Weg geht? Und er nun einmal nicht dem klassischen Männerbild entspricht und gerne mit Puppen spielt? Und deshalb überall aneckt?

An sich ist es auf alle Fälle eine sehr eindrückliche Biografie, die einem zeigt wie viel sich in unserer Gesellschaft noch verändern muss. Zudem zeigt sie wie wichtig es ist sich selbst zu akzeptieren und seine Träume zu verfolgen. Und natürlich wie wichtig es ist ein Leben lang seine eigenen Werte zu hinterfragen und die zu korrigieren.

Fazit

Mich hat das Buch definitiv nachdenklich gestimmt. Hauptsächlich hatte ich mir das Buch wegen der Autorenkonstellation gekauft. Denn hier wird sehr deutlich gezeigt wie unterschiedlich die Wahrnehmung der einzelnen Personen ist. An sich geht es hier viel um Selbstfindung und Selbstakzeptanz und Veränderung.