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Sonntag, 6. August 2023

#546 Bücherregal - Der Pate von Neuruppin(Kurzrezension)

 

 


TitelDer Pate von Neuruppin
AutorFrank William
VerlagKlett-Cotta
GenreSachbuch/True Crime
Seiten224 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Olaf Kamrath wurden zusammen mit anderen der XY-Bande 2004 festgenommen. Seine Karriere startete als Imbissbudenbetreiber und eines Tages investierte er in Spielautomaten. Und irgendwann leitete er dann zusammen mit den anderen das größte Drogenimperium in Brandenburg aus dem kleinen Provinznestchen namens Neuruppin.
Review

Vor allem der Erzählstil war für mich gewöhnungsbedürftig. Denn man bekommt all das was passiert ist in Form von Aussagen wie bei einer langwierigen Gerichtsverhandlung zu der ganzen Sache serviert. Mir fiel es anfangs schwer mich damit anzufreunden, jedoch fand ich diese doch recht merkwürdige Erzählform am Ende recht gut. Das Positive an dem Stil war, dass man jede Menge über die einzelnen Gruppenmitglieder gelernt hatte. Jedoch das Negative an dem Ganzen ist natürlich, dass man das Geschehene nur aus Sicht der Angeklagten erfährt. Und diese lassen natürlich auch mal was weg oder drehen die Begebenheiten so, dass sie in einem nicht ganz so schlechten Licht dastehen.

Mich hatte es beim Lesen richtig schockiert wie leicht es für XY-Bande war trotz ihrer Vorstrafen ein Drogenimperium aufzubauen. Hier müsste man doch meinen, dass die Behörden ein sehr genaues Auge auf diese Personengruppen hat. Das alles ist natürlich auch der Zeit geschuldet in der das Ganze passiert war. Die 90er Jahre in den neuen Bundesländern empfinde ich als sehr interessant, denn alles befand sich im Umbruch und hatte sich schlagartig mit der Wende verändert. Besonders interessant an dem Ganzen fand ich, dass das mit dem Drogenimperium in einem kleinen Provinznest passiert war. Dort passt das alles absolut gar nicht hin um mich wundert es wirklich, dass es überhaupt möglich war eins dort zu errichten.

Wenn ich mir so die Biografie der Mitglieder der XY-Bande angucke ist es schon erstaunlich, dass ausgerechnet diese auf die schiefe Bahn geraten sind. Und obwohl sie sich mit vielen nicht auskennen und absolut keine Berührungspunkte haben, bekommen sie es hin Drogen im großen Stil zu verkaufen.

Fazit

An sich fand ich es total spannend was da erzählt wurde, jedoch hatte die Erzählweise das Lesen recht anstrengend gemacht.

Sonntag, 4. Juni 2023

#537 Bücherregal - Strafsachen(Kurzrezension)

    

 




TitelStrafsachen - Ist unser Recht wirklich gerecht?
AutorElisa Hoven, Thomas Weigend
VerlagDumont
GenreSachbuch/True Crime
Seiten280 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.

 Inhalt


Über das deutsche Strafrecht wird viel diskutiert und immer wieder werden Urteile vor allem in der Presse infrage gestellt. Oft ist gar nicht klar warum es zu diesen kam und nicht direkt härtere Strafen verhängt werden, so wie es in anderen westlichen Ländern oft der Fall ist. In diesem Buch wird anhand von verschiedenen Fällen wie den vom „Ku‘Damm-Raser“ erläutert inwiefern das deutsche Recht tatsächlich gerecht ist.
Review

Für die Rezension habe ich jetzt eine ganze Weile gebraucht, da mich das Buch sehr nachdenklich gestimmt hatte. Der Untertitel „Ist unser Recht wirklich gerecht?“ passt perfekt zu dem Inhalt des Buches und die Autoren versuchen auf diese Frage eine Antwort zu finden. Hierfür wurden beispielhaft 18 verschiedene Fälle ausgewählt, über die auch schon viel in den Medien berichtet wurde. Unter anderen geht es hier um Böhmermann, Werbung für Abtreibungen und vieles mehr.

Thematisch wurden dafür die Fälle in sieben verschiedene Themenbereiche unterteilt. Besonders gut haben mir die Kapitel über die Frage der Grenzziehung gefallen. Sie zeigen sehr deutlich wie schwer es ist ein Urteil zu fällen und es wirklich auf alle einzelnen Aspekte ankommt. Hier müssten die Gesetze eindeutiger formuliert werden, weil es sonst sehr schwer nachvollziehbar ist warum manche Handlungen strafbar sind und andere nicht. Speziell wurde darauf eingegangen, ab wann ein Mensch ein Mensch ist oder warum die strafmündig bei 14 Jahren in Deutschland beginnt. Beides wird ja nach wie vor heiß diskutiert und deshalb fand ich es ganz interessant zu lesen, warum die Gesetzestexten ausgerechnet so formuliert wurden.

Anhand einiger Fälle wird geschildert wie die Richter ausgerechnet zu diesem Urteil kamen, was für den Laien ja oft schwer nachvollziehbar ist. Schließlich gibt es manchmal sehr milde Strafen und nicht immer ist ersichtlich warum eben nicht der volle Strafrahmen ausgenutzt wurde.

Fazit

Das Buch kann ich jedem empfehlen, der sich genauso wie die Autoren fragt inwiefern unser Recht tatsächlich gerecht ist. Und der gerne mehr über gewisse Urteilsfindungen erfahren möchte. An ist ist das Buch definitiv gut für Laien lesbar und mich hat es auf alle Fälle zum Nachdenken angeregt. Aus dem Grund hatte ich mir auch Zeit gelassen beim Lesen.

Sonntag, 26. März 2023

#529 Bücherregal - True Crime: Der Abgrund in dir(Kurzrezension)

  


TitelTrue Crime: Der Abgrund in dir
AutorRomy Hausmann
VerlagDTV
GenreTrue Crime
Seiten411 Seiten
Meine Bewertung
2/5


 Inhalt


In Form von Tagebucheinträgen berichtet die Autorin von mehreren wahren Kriminalfällen, die sich in diversen Ländern ereignet hatten. Dafür kommen hier nicht nur Angehörige, sondern auch auch Experten in Interviews zu Wort. Hier wird der Frage nachgegangen was einen Menschen zu solchen grausamen Verbrechen antreibt.

Review

Um dieses Buch war ich sehr lange herum geschlichen, denn an sich hat es wirklich alles laut Klappentext was ich gerne lese. Es beinhaltet eher unbekanntere Fälle und es gibt Interviews mit diversen Experten. 

Letztendlich hatte ich es mir dann in der Bibliothek ausgeliehen und wollte es dann nach noch nicht einmal 100 Seiten abbrechen. Das lag vor allem an der gewöhnungsbedürftigen Erzählstruktur, denn immer wieder wurde zwischen verschiedenen Fällen hin und her gesprungen. Nicht immer ist klar erkennbar warum ausgerechnet an der Stelle auf ähnliche Fälle Bezug genommen wird. Und nicht erst gegen Schluss vom Kapitel. Was ich außerdem schmerzlich vermisst hatte war ein roter Faden und nicht nur einmal hatte ich das Gefühl, als würden wichtige Informationen fehlen um das alles wirklich passiert ist nachvollziehen zu können. Und damit meine ich nicht tatsächlich die Tat an sich und nicht die Motive oder ähnliches, die derjenige für das alles hatte.

Was mich besonders gestört hatte an dieser Struktur war, dass vor allem der eine Fall immer wieder durchgekaut wurde. Selten gab es neue Informationen und mir war es sehr unangenehm diese Abschnitte zu lesen. Zwischen der Autorin und dem Ganzen war schlichtweg keine Distanz erkennbar, obwohl die beiden sich nicht persönlich kannten. Es war schlichtweg total bizarr, wie sich die Autorin in den Vordergrund drängte. An sich finde ich es ja okay, wenn die Verfasser eines True-Crimes-Buches kurz ihre eigene Meinung oder ihren Eindruck schildern. Jedoch nahm genau das hier viel zu viel Platz ein.

Die Interviews empfand ich als ziemlich oberflächlich und es gab kaum neue Erkenntnisgewinne für mich. Obwohl das Buch anderes vermuten lässt wird kaum auf die psychologischen Hintergründe der Taten eingegangen. 

Fazit

Wie man erkennen kann hat mir das Buch alles andere als gut gefallen. Ich hatte die ganze Zeit die Hoffnung, dass es noch besser wird und dementsprechend bereue ich es nun zu Ende gelesen zu haben. 

Sonntag, 19. März 2023

#528 Bücherregal - Die Krankenschwester(Kurzrezension)

  


TitelDie Krankenschwester
AutorKristian Corfixen
VerlagSaga Egmont
GenreTrue-Crime
Seiten402 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Der Fall Christina Aistrup Hansen sorgte wochenlang für Schlagzeilen in Dänemark. Sie selbst war Krankenschwester und sie wurde für drei Morde an Patienten verurteilt. Auf all das kamen die Ermittler erst, als eine Kollegin von der Nachtschicht den Verdacht äußerte, dass sich ausgerechnet in den Schichten von Frau Hansen die Notfälle häufen. Der Autor beschreibt in diesem Buch unter anderem wie schwierig es war Beweise zu sichern und die Taten tatsächlich nachzuweisen. 

Review

Wenn der Autor eins geschafft hat, dann ist es eine spannende, sachliche Berichterstattung abzuliefern. Und das obwohl der Ausgang des Ganzen von Anfang an klar war. Es ist wirklich erschreckend wie viele Jahre die Täterin aktiv als Krankenschwester gearbeitet hatte. Und es selbst an ihrem vorigen Arbeitsplatz ungeklärte Todesfälle gab. 

Besonders gut hatte mir hier die Erzählstruktur gefallen, denn immer wieder wird erzählt wie sich die mutmaßliche Täterin im Alltag auf Station verhielt. Und wieso das ihr Umfeld stutzig machte und warum viele sich nicht trauten den Mutmaßungen nachzugehen. Schließlich möchte man ja niemanden unterstellen, dass er absichtlich Menschen in Lebensgefahr bringt um diese dann retten zu können. 

Besonders spannend fand ich hierbei wie die Ermittlungen abliefen, denn es ist gar nicht so leicht solche Taten nachzuweisen. 

Nicht nur einmal wird die Frage gestellt, warum erst so spät eingegriffen wurde. Gibt es mitunter Strukturen, die Täter schützen? Schließlich gab es ja schon einige Todesengel, denen man nicht all ihre Taten nachweisen konnten. Auch hier drauf wird eingegangen. 

Beim Lesen war ich oft erstaunt darüber wie viele Details hier genannt wurden und vor allem was die Personen alles bereit waren zuzugeben. 

Fazit


Verbrechen in dem Bereich Gesundheit sind finde ich immer sehr erschreckend, schließlich vertraut man ja dem Pflegepersonal und Ärzten. Hier der Fall zeigt einfach wie wichtig es ist gerade in so einem Sektor die Augen offen zu halten und seinen eigenen Instinkten zu vertrauen. 

Sonntag, 12. Februar 2023

#522 Bücherregal - Im Auftrag der Toten(Kurzrezension)

 


TitelIm Auftrag der Toten
AutorAxel Petermann
VerlagHeyne Verlag
GenreTrue-Crime
Seiten384 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Viele im Umfeld von Nora Feller glauben nicht daran, dass diese Suizid begangen haben könnte. Schließlich war ihr Ex gewalttätig und sie macht es stutzig, dass die griechischen Behörden den Fall so schnell zu den Akten legten. Zwei tote Mädchen wurden nach relativ langer Suche in den Kristallhöhlen in der Schweiz gefunden, doch vom Täter fehlt jede Spur. In einem Indizienprozess wird ein Mann wegen Mordes an seiner wohlhabenden Tanten zu lebenslänglich verurteilt. Und das obwohl es noch viele weitere Möglichkeiten gibt die vorhanden Indizien zu interpretieren.

Review

Das Buch beinhaltet insgesamt nur drei Fälle, was wenn man die Seitenzahl betrachtet relativ wenig ist. Hier geht es einmal um den mutmaßlichen Suizid von Nora Feller, die Kristallhöhlenmorde und den Parkhausmord. Bis auf letzteren kannte ich beide nicht und das obwohl ich schon viele Bücher und Magazine aus diesem Genre gelesen habe.

Die Tatorte werden sehr deutlich beschrieben und deshalb konnte ich mir alles gut vorstellen.Die verschieden Theorien zu den jeweiligen Fällen werden umfassend erläutert, also warum zum Beispiel Person X der Täter sein könnte und was alles dagegen spricht. Und vor allem wird hier auch immer wieder auf die menschliche Psyche eingegangen und eventuelle Motive. Genau die Herangehensweise fand ich sehr spannend und es ist auch eine der Gründe warum ich True-Crime-Bücher gerne von Profiler lese.

Besonders gespannt war ich auf den Parkhausmord, schließlich habe ich darüber schon ein komplettes Buch und mehrere kürzere Kapitel in anderen Büchern gelesen. Und tatsächlich wird er hier aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Der Autor gibt sich richtig Mühe herauszufinden inwiefern die Ermittler tatsächlich die richtigen Schlüsse aus den vorliegenden Spuren gezogen haben. Immerhin handelte es sich hier um einen reinen Indizienprozess, der bei genauer Betrachtung viele Fragen aufwirft.

Der Autor schreckt nicht davor zurück Fehler bei den einzelnen Ermittlungen zu benennen. Es ist auf alle Fälle spannend zu lesen wie alte Fälle neu aufgerollt werden. Schließich ist es recht schwer nach all der Zeit neue Spuren und Anhaltspunkte zu finden. An manchen Stellen gibt es einige Längen, doch so sind nun einmal Ermittlungen und manchmal ziehen die sich einfach.


Fazit


Alles in allem wurden die Fälle spannend beschrieben und das ohne pietätlos zu wirken. Der Autor stellt in diesem Buch immer wieder klar wie schwer es ist neue Beweise in solchen Fällen zu sichern und eventuelle Justizirrtümer aufzudecken.




Sonntag, 4. Dezember 2022

#506 Bücherregal - Blutige Eifel(Kurzrezension)

   

 


TitelBlutige Eifel
AutorHans-Peter Pracht
VerlagEifel Literaturverlag
GenreTrue Crime
Seiten240
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


In diesem Buch geht es um fünfzehn Mordfälle, die sich in der Eifel zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert ereignet hatten. Unter anderem geht es hier um die Kindermorde in Bad Neuenahr, der Mord an Laura Klinkenberg in Aachen und Morde der Moselbande bei Daun. Die Täter schienen teilweise absolut keine Gnade zu kennen und brachten ihre Opfer auf grausame Art um.

Review

Schon länger war ich auf der Suche nach einem Buch über wahre Kriminalfälle aus der Eifel. Deshalb war ich richtig froh darüber, als ich dieses im Buchhandel entdeckt hatte. Alle hier beschriebenen Fälle ereigneten sich zwischen dem 18 und 20. Jahrhundert, was ich aber nicht weiter schlimm fand. 

Der Autor beschreibt diese auf eine spannende Art und Weise ohne dabei ins reißerische abzudriften. Immer wieder zeigt er wie die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Eifel zu dieser Zeit waren. Viele lebten dort in einfachen Verhältnissen. 

Es ist auf alle Fälle interessant zu lesen wie ermittelt wurde. Nicht immer konnte ein Verantwortlicher gefunden werden. Es war nun einmal um ein vielfaches leichter als heutzutage einfach unterzutauchen. Und oft reichte es schon ein paar Städte weiter zu ziehen. Zudem gab es ja noch nicht die heutigen Methode um Täter zu ermitteln. Deshalb fand ich es umso erstaunlicher, dass in manchen Fällen tatsächlich diejenigen ausfindig gemacht werden konnten.

Fazit

Vor allem hat es mir gefallen endlich mal wieder ein True-Crime-Buch zu lesen, dass sich mit weniger bekannten Fällen befasst. Und zu dem in einem sachlichen Schreibstil verfasst wurde. 

Freitag, 18. November 2022

#502 Bücherregal - Wahrheit

 

 


TitelWahrheit - Tote haben Recht(e)
AutorKlaus Püschel, Martin Erftenbeck, Annette Marcquardt
VerlagEllert & Richter
GenreTrue Crime
Seiten296
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Wie sieht die Arbeit von Ermittlern, Rechtsmedizinern und der Staatsanwaltschaft während einer Ermittlungsarbeit aus? Diese Frage wird anhand von einigen realen Fällen in diesem Buch ausführlich beantwortet.

Review


Erst einmal musste ich mich an die doch recht außergewöhnliche Erzählweise gewöhnen. Die zwölf Fälle werden abwechselnd aus der Sicht von einem Polizeibeamten, Staatsanwalt und eines Rechtsmediziners beschrieben. Deshalb werden einige Aspekte mehrfach wiederholt, was das dann teils rechts mühsam macht. Es ist auf jeden Fall interessant zu hören wie wie die einzelnen Bereiche arbeiten und sich gegenseitig beeinflussen. Und so letztendlich zur Aufklärung des Falles beitragen. Und vor allem was nachher alles davon für die Aufarbeitung vor Gericht relevant ist um ein angemessenes Strafmaß zu finden. 

Der Schreibstil ist im gesamten wie nicht anders bei diesen Berufsgruppen zu erwarten angenehm nüchtern. Vor allem die Beschreibungen von dem Rechtsmediziner Klaus Püschel waren einprägsam. Allein wegen der Erzählweise und dem Schreibstil sticht dieses Werk aus der Masse True-Crime-Bücher positiv hervor. 

An sich zeigen die einzelnen Fälle mehr als deutlich wie schwer es oft ist die Hintergründe einer Tat aufzudecken und zum Beispiel die Mordmotive zu belegen. Und wie wenig die tatsächliche Arbeit der Beamten mit dem gemeinsam haben, was in Serien gezeigt wird.

Vor allem der Fall von Vernachlässigung hat mich mitgenommen. Ist es wirklich richtig die Angehörigen zu bestrafen? Wie hilft man jemanden, der das alles gar nicht will? Man hört ja immer wieder, dass es ziemlich schwer ist adäquate Hilfe zu bekommen und ich finde solche Fälle sollte man ruhig öfters in den Medien diskutieren. Einfach um alle möglichen Menschen dafür zu sensibilisieren und zu zeigen, dass es leicht ist hinterher ein Urteil darüber zu fällen. Und dabei völlig außer Acht lässt, dass nicht nur das direkte Umfeld sondern viele weitere Menschen einfach weggeguckt haben. 

Was die Spurensuche an sich betrifft erfährt man definitiv eine Menge und wie wichtig dafür sorgsames Arbeiten ist, damit der Fall nicht wegen so etwas vor Gericht in sich zusammenfällt. Hier wird vor allem deutlich wie unterschiedlich je nach Sachlage vorgegangen wird und wie nervenaufreibend und zeitaufwendig so eine Suche ist. Und manchmal die Taten trotz aller Mühen nie aufgeklärt werden oder schlichtweg die Beweise fehlen um den Täter juristisch belangen zu können. 

Fazit

Mir hat das Buch ganz gut gefallen und deshalb vergebe ich 4 von 5 Sternen. Da ich relativ lange brauchte um mich an den Schreibstil zu gewöhnen und die Wiederholungen zu gewöhnen, habe ich einen Stern abgezogen. 

Sonntag, 10. April 2022

#450 Bücherregal - Jenseits von böse(Kurzrezension)

 

 


TitelJenseits von Böse
AutorUta Eisenhardt
VerlagHeyne Verlag
GenreSachbuch/True-Crime
Seiten304 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5


 Inhalt


Uta Eisenhardt beleuchtet in diesem Buch einige Kriminalfälle, denen sie als Gerichtsreporterin begegnet ist. Was war besonders erschreckend an diesen und vor allem wie kann es sein, dass ein Täter im Wahn Menschen auf brutalste Weise ermordet und sich dann an nichts mehr erinnern kann? Was für Strafen sieht das deutsche Gesetz für diese Taten vor?

Review

Was bedeutet Maßregelvollzug überhaupt und vor allem wie sieht dieser konkret aus? In diesem Buch wird ausführlich darauf eingegangen was das bedeutet und wie der Alltag dort aussieht. Anhand von einigen Fallbeispielen wird genau erläutert warum diese Personen eben nicht in einer Justizvollzugsanstalt untergebracht wurden. Dafür werden sowohl die Straftaten, die Gerichtsprozesse, teilweise die Gutachten als auch die Urteile beleuchtet. 

Wegen dem Titel und dem Klappentext hatte ich mit viel mehr Dramatik gerechnet, aber hier merkt man nun einmal wer die Autorin des Buches ist. Schließlich ist Eisenhardt eine erfahrene Gerichtsreporterin und mich hätte es wirklich gewundert, wenn hier sensationslüstern die Fälle beschrieben wurden wären. Stattdessen wird alles sehr sachlich beschrieben und man bekommt ein recht gutes Bild von einer forensischen Psychiatrie. 

An den Interviews in diesem Buch merkt man zudem recht schnell, dass Eisenhardt weiß was sie für Fragen stellen muss um an interessante Details zu kommen. Diese werden mit Klinikpersonal und anderen Personen geführt und man erfährt allerhand über die Sicherheitsverwahrung und vor allem wie diese sich im Laufe der Zeit verändert hat. Es wird auch darauf eingegangen was noch verbessert werden muss und vor allem warum manche Menschen trotz all der Vorkehrungen wieder straffällig werden. Oder eben bei den Urlauben mal über die Stränge schlagen.

Fazit

Alles in allem ein interessantes Buch über den Maßregelvollzug, in dem sachlich einige Fallbeispiele unter die Lupe genommen werden. Man kann nur hoffen, dass psychische Erkrankungen in Zukunft anders gehandhabt werden und wieder viel mehr Geld in die Versorgung von Erkrankten fließt.

Sonntag, 12. Dezember 2021

#424 Bücherregal - Tote schweigen nicht(Kurzrezension)

 

 


TitelTote schweigen nicht
AutorKlaus Püschel, Bettina Mittelacher
VerlagEllert & Richter Verlag
GenreTrue Crime
Seiten256
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


In diesem Buch erklärt der Rechtsmediziner Klaus Püschel wie er dabei hilft die Geschichte der Toten zu erzählen. Unter anderem geht es hier um einen Familienvater, der mit einem Flugzeug einen erweiterten Suizid beging. Und es werden einige Fälle beschrieben bei denen nur die Rechtsmedizin herausfinden konnte was in Wirklichkeit passiert war und wer somit der Verantwortliche war.

Review

Was ich besonders gut finde an dem ist, dass hier diverse Fälle aus unterschiedlichen Jahrhunderten beschrieben werden. Das heißt es geht nicht nur um welche der letzten Jahrzehnte, sondern auch um Hinrichtungen im Mittelalter. Unter anderem geht es hier um den berühmten Seeräuber Klaus Störtebecker, der 1401 enthauptet wurde. Der Legende nach schaffte er es nach dieser kopflos an einigen seiner Kameraden vorbei zu gehen. Genau dieser doch sehr kuriose Fall wird hier in aller Ausführlichkeit besprochen. 

Der Fall Yağmur steht in diesem Buch stellvertretend für viele andere Kinder, die ständigen Misshandlungen ausgesetzt sind und für ein Versagen unterschiedlicher Behörden stehen. Es ist immer wieder erschreckend zu sehen wie manche Menschen mit Kindern umgehen und vor nichts zurück schrecken. 

Besonders gut fand ich die vielen Statistiken in diesem Buch, die einfach einmal wieder zeigen wie oft zum Beispiel manche Delikte vorkommen. Dank der Rechtsmedizin kann man mittlerweile sehr vieles aufklären, was vor einigen Jahrzehnten noch undenkbar gewesen wäre. 

All das wird für den Laien leicht verständlich und sachlich beschrieben. Bei einigen Kapiteln hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht, aber alles in allem werden die einzelnen Fälle recht ausführlich beschrieben. 

Fazit

Im Vergleich zu anderen Büchern in diesem Genre ist dieses hier sehr breit aufgefächert was die Art der Fälle betrifft. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen inwiefern die Rechtsmedizin dabei helfen kann gewisse Fälle aufzuklären und für Gewissheit zu schaffen. 

Sonntag, 10. Oktober 2021

#410 Bücherregal - Die Zeichen des Todes(Kurzrezension)


 





Titel(Deutsch)Die Zeichen des Todes
AutorMichael Tsokos
VerlagDroemer Knaur
GenreReal-Crime/Sachbuch
Seiten354 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5




 Inhalt

Michael Tsokos ist von Beruf Rechtsmediziner und hilft unter anderem dabei Verbrechen aufzuklären. In diesem Buch berichtet er von einigen Fällen an denen er bei der Aufklärung mitgeholfen hat. Unter anderem geht es um einen Zahnarzt, dem angeblich bei einem Überfall Finger abgetrennt wurden. Doch kurz vorher hatte er eine Versicherung diesbezüglich abgeschlossen und gerät somit selbst in das Fadenkreuz der Ermittler. Aber auch der Fall des Politikers, der die Leiche seines angebliches Freundes mithilfe einer Sackkarre quer durch Berlin zu seiner Wohnung transportierte und sich anschließend selbst das Leben nahm.

Review

TW: Stalking, Suizid
Was mich wirklich überrascht hat war die Menge an Hintergrundinformationen zu den einzelnen Fällen. Man erfährt wirklich viel über die Taten, das Leben der Betroffenen bzw. der Täter und natürlich was über Tsokos seiner Arbeit als Rechtsmediziner. Wobei letzteres jeweils nur einen kleinen Teil des Kapitels ausmachen und wenn einem detaillierte Beschreibungen von Leichen nicht lesen möchte, kann man diese ganz gut überspringen. Immer wieder werden diverse Statistiken passend zu den Fällen aufgeführt und wenn einmal Fachbegriffe auftauchen, werde diese leicht verständlich erklärt. 

Einige Fälle kannte ich schon aus der Presse, wie zum Beispiel der des Kampfhundopfers Volkan oder der des Piraten-Politikers Gerwald Claus-Brunner. Trotzdem konnte ich noch eine Menge neues darüber erfahren und wenn ich mal die letzten Jahre Revue passieren lasse wundert es mich schon sehr, dass der Fall Volkan kaum Auswirkungen auf die Haltung von Hunden hatte. Diesbezüglich werden einige erschreckende Zahlen erwähnt und all das wird miteinander in Relation gebracht. 

Immer wieder wird beim Lesen deutlich was für eine tragende Rolle die Rechtsmedizin bei der Aufklärung eines Falles und dem Finden eines gerechten Strafmaßes für den Täter hat. Diesbezüglich gibt es einige erschreckende Statistiken, da leider viele Morde gar nicht als solches erkannt werden. Und nicht immer hat man das Gefühl als würde die Justiz ein angemessenes Urteil fällen. Da frage ich mich als Laie immer warum nicht härter durchgegriffen wird und warum zum Beispiel Stalking selten bestraft wird.

Besonders gut gefällt mir an den True-Crime-Büchern von Tsokos, dass er einen wirklich respektvollen Erzählstil gewählt hat. Er lässt die Taten für sich sprechen und obwohl er sie spannend erzählt, wirkt der Ton angemessen und man hat nicht das Gefühl als würde der Autor alles künstlich aufbauschen.



Fazit

Alles in allem ist es ein wirklich spannendes True-Crime-Buch in dem um die 12 Fälle sehr genau beleuchtet werden. Für mich sticht dieses Buch positiv zwischen all den anderen in diesem Genre hervor, da den Fällen genügend Raum gegeben wird und man relativ viel über die beteiligten Personen erfährt.

Sonntag, 2. Mai 2021

#374 Bücherregal - Auf dünnem Eis(Kurzrezension)

 


TitelAuf dünnem Eis - Die Psychologie des Bösen
AutorLydia Benecke
VerlagLübbe Verlag
GenreSachbuch/True Crime
Seiten352 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

In diesem Buch erklärt die Kriminalpsychologin Lydia Benecke wie dünn die Trennlinie zwischen Gut und Böse ist und sprichwörtlich aus dem dünnem Eis besteht. Was bewegt Menschen dazu andere auf grausame Art zu töten? Und wie viel Schuld trägt die Kindheit derjenigen an ihren späteren Taten? Kann man Täter wirklich rehabilitieren? Und ist jeder Psychopath kriminell?

Review

Vor allem die wenigen Fallbeispiele fand ich gut ausgewählt und es ist immer wieder interessant, wenn bekannte Buchfiguren analysiert werden. Dadurch konnte ich mir einige Eigenschaften viel besser vorstellen, die ansonsten nur durch Beschreibungen und Interviews erläutert werden. Die Autorin räumt mit einigen Vorurteilen auf und macht immer wieder deutlich, dass nicht jeder Psychopath kriminell wird. Was letzteres betrifft gibt es einige interessante Abschnitte über unser Rechtssystem. Es ist halt leicht von außen zu beurteilen, dass gewisse Urteile auf den 1. Blick vorne und hinten nicht stimmen. Aber hier wird noch einmal mit aller Deutlichkeit erklärt, was Freiheitsentzug bedeutet und warum die Strafen nun einmal so sind, wie sie sind.

Ansonsten erfährt man wirklich viel über den aktuellen Forschungsstand. Und es immer wieder beruhigend zu erfahren, dass zu solchen Themen geforscht wird.

Was ich bis zum Schluss nicht ganz verstanden hatte war die Aufteilung des Buches. Mir fehlte oft einfach der rote Faden und durch die vielen unnötigen Wiederholungen fiel es mir schwer den Überblick zu behalten. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl in einer Zeitschleife gefangen zu sein und da war ich mehr mit der Frage beschäftigt zu überlegen, wie oft bestimmte Fakten schon genannt wurden. Und die Fakten selbst hatten mich dann weniger interessiert. Einige Wochen zuvor hatte ich "Psychopathinnen" und "Sadisten" von der Autorin gelesen und das hatte dieses Gefühl nur noch mehr verstärkt.


Fazit

Mir hat das Buch aufgrund der genannten Kritikpunkte nicht so gut gefallen und obwohl es so viele Seiten hat, wird der Großteil der Themen nur oberflächlich behandelt. Manche Erklärungen waren nicht so ganz schlüssig und durch die vielen Wiederholungen fiel es mir schwer die Zusammenhänge zu verstehen.

Freitag, 30. April 2021

#373 Bücherregal - Wenn die Toten sprechen

    









Titel(Deutsch)  Wenn die Toten sprechen
AutorClaas Buschmann
VerlagUllstein Verlag
GenreSachbuch/True-Crime
Seiten240 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Viele Jahre war Claas Buschmann leitender Oberarzt der Rechtsmedizin in Berlin bevor er zum UKSH wechselte und davor arbeitete er einige Zeit als Rettungssanitäter. Während dieser Zeit bearbeitete er etliche Fälle und in diesem Buch stellt er einige davon vor. Unter anderem geht es hier um seine Funktion als Gutachter vor Gericht.

Review

CN: mehrere, ausführliche Seiten über den Suizid bzw. Suizidenten

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und so kann man ganz leicht nach den bewegenderen Fällen mal eine Pause einlegen um Abstand zu gewinnen. Einige der genannten Umstände gingen mir ganz schön Nahe und deshalb ist es wirklich schön, dass die Fälle angenehm sachlich und professionell beschrieben werden. Alles andere wäre einfach unpassend und hat finde ich vor allem im Genre "True-Crime" nichts verloren. Wenn einmal Fachbegriffe vorkommen, werden diese leicht verständlich erläutert.

Besonders gut hat mir an diesem Buch die Einordnung der einzelnen Fälle gefallen. So erfährt man zum Beispiel viel darüber, was für eine Rolle das soziale Umfeld bzw. die Lebensweise spielt. Zusätzlich wird erläutert wie ein Rechtsmediziner überhaupt arbeitet, wann er überhaupt zum Tatort gerufen wird und wann er obduzieren muss. Hier räumt er mit vielen Vorurteilen auf und zeigt wie wenig seine eigentliche Arbeit mit dem gemeinsam hat, was man in diversen Unterhaltungssendungen gezeigt bekommt.

Immer wieder streut er dabei persönliche Anekdoten ein und zeigt somit wie der Beruf sein Privatleben beeinflusst. Unter anderem erzählt er aus seiner Zeit als Rettungssanitäter und die Jahre als leitender Oberarzt der Rechtsmedizin in Berlin, wobei die meisten Informationen die 12 Hauptfälle um die es geht passend ergänzen. Und dabei schafft er es nie den roten Faden zu verlieren, der sich durch das komplette Buch zieht. Man erfährt hier wirklich viel über die Rechtsmedizin in Deutschland und Buschmann scheut nicht davor zurück das Thema Gefühle anzuschneiden. 

Zudem berichtet er auch über Fälle, die nie endgültig geklärt werden konnte. Manchmal wird aus ganz unterschiedlichen Gründen das Verfahren eingestellt und nicht immer können alle Beweise vor Gericht verwertet werden. Passend dazu wird auch erklärt wie so ein Prozess abläuft und welche Rolle Gutachten spielen. 

Das Cover erinnert an die gelb-schwarzen Flatterbänder, die in den USA zum absperren von Tatorten dienen. 

Ein wenig schade ist die geringe Seitenanzahl und für manche Fälle hätte ich mir gerne ein paar mehr Informationen gewünscht. Durch den angenehmen Erzählfluss gar nicht merkt wie viel man schon gelesen hat und deshalb kam es mir wahrscheinlich als zu wenig vor. Und da die Fälle anonymisiert erzählt werden ist es wahrscheinlich nicht möglich mehr ins Detail zu gehen.


Fazit

Hierbei handelt es sich um ein wirklich schönes Buch, welches einem Einblicke in die Arbeitswelt eines Rechtsmediziners ermöglicht. Als spektakulär würde ich die beschriebenen Fälle jetzt nicht betiteln, jedoch haben sie allesamt einen Eindruck hinterlassen. 

Freitag, 2. April 2021

#367 Bücherregal - Dem Tod auf der Spur

 


TitelDem Tod auf der Spur
AutorMichael Tsokos
VerlagUllsteinverlag
GenreTrue Crime
Seiten260
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Michael Tsokos ist Rechtsmediziner und leitet das Institut für Rechtsmedizin der Charité. In diesem Buch  beschreibt er 12 Fälle, die er allesamt bearbeitet hat. Unter anderem geht es hier um einen Fall, bei dem die Leiche Kleidung aus dem 19. Jahrhundert trug. Oder wie der Mann wirklich zu Tode kam, der auf der Rücksitzbank sitzend samt Auto vollkommen verbrannte.


Review

Mir war von vorne herein bewusst, dass ein True-Crime-Buch von einem Rechtsmediziner noch einmal eine kompett andere Hausnummer ist. Und deshalb wollte ich direkt zu Beginn der Rezension erwähnen, dass hier die Obduktion einer Wasserleiche beschrieben wird. Auch bei den restlichen Fällen wird absolut nichts geschönt und so ist das Gehörte teilweise schwer zu ertragen. Das heißt wer nichts mit expliziten Beschreibungen umgehen kann, der sollte lieber einen weiten Bogen um dieses Buch machen. Wobei ich hier erwähnen möchte, dass weder der Geruch noch ausufernde detaillierte Beschreibungen auftauchen. Nur an einigen Stellen wird ins Detail gegangen.

Eigentlich hatte ich nicht ganz so schonungslose Beschreibungen von Obduktionen erwartet, deshalb war ich ganz schön überrascht darüber. An einigen Stellen hatte ich das Hörbuch deshalb pausieren müssen. Die Obduktionen stehen hier zu jeder Zeit im Vordergrund und so erfährt man eher wenig über die Hintergründe der Tat. 

Was ich wirklich bemerkenswert finde ist die Art und Weise wie die Texte verfasst wurden. Hier wird einfach nichts aufgebauscht, sondern alles wird sehr nüchtern und respektvoll verfasst. Und trotzdem schaffte es der Autor das alles spannend zu verfassen. Wenn Fachbegriffe vorkommen, werden die direkt für den Laien verständlich beschrieben. Was ich wirklich gut finde ist, dass bis zum Schluss des Falles unklar bleibt wie derjenige zu Tode kam und so kann man lange Zeit mit rätseln. Oft täuscht nämlich der erste Eindruck und da wird einfach wieder einmal gezeigt wie wichtig es ist keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

Man erfährt wirklich viel über die Arbeit des Rechtsmediziner und immer wieder wird mit einigen Vorurteilen aufgeräumt. Immer wieder wird an den Fallbeispielen gezeigt was für eine wichtige Rolle diese bei der Ermittlungsarbeit einnimmt und vor allem was das nachher fürs Strafmaß bedeutet. Dazu passend werden immer wieder Statistiken erwähnt um das besser einordnen zu können. 
Hauptsächlich werden in diesem Buch Suizide beschrieben und deshalb ist es wirklich gut, dass erwähnt wurde warum es so wichtig ist diese nicht fälschlicherweise als Selbstmorde zu bezeichnen. Zudem stellt der Autor klar, dass er hauptsächlich Unfallopfer und Suizidenten obduziert und Mordopfer eher selten.

Einige Fälle wie den Fall Jessica kannte ich schon aus einem True Crime Podcast, aber dort stand die Seite der Ermittler im Vordergrund. Es ist auf jeden Fall immer wieder erschreckend zu lesen wie sehr etliche Ämter versagt haben und der Tod von ihr durchaus vermeidbar gewesen wäre. Hier wird sehr deutlich wie grausam der Mensch sein kann und dass sich endlich etwas was die Jugendämter betrifft verändern muss. Es gibt schon einige Schutzmechanismen, damit solche Fälle eben nicht mehr so leicht passieren.

Fazit

Der Berufs des Rechtsmediziners ist wirklich faszinierend und umfangreich und das wird hier an einigen Fallbeispielen gezeigt. Er hat eher wenig mit dem gemeinsam was man in verschiedenen Serien und Büchern gezeigt bekommt. Mir waren einige Beschreibungen etwas zu langatmig, deshalb gebe ich dem Buch 4 von 5 Sternen.

Freitag, 19. März 2021

#365 Bücherregal - Sadisten

 


TitelSadisten: Tödliche Liebe - Geschichten aus dem wahren Leben
AutorLydia Benecke
VerlagLübbe
GenreSachbuch/True Crime/Psychologie
Seiten527 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Kriminelle Sadisten scheinen absolut keine Grenzen zu kennen und so erschüttern ihre Taten ihre Mitmenschen aufgrund ihrer Grausamkeit immer wieder aufs Neue. Manche von ihnen foltern ihre Opfer oder entstellen sie und haben lange vor ihrer Tat eben jene geplant. In diesem Buch geht die Gefängnispsychologin Lydia Benecke genau auf Sadismus und dessen Auswirkungen ein. 


Review

Direkt zu Beginn gibt es ein Fallbeispiel über eine Dreierkonstellation und es ist einfach erschreckend zu sehen, wie solche Menschen agieren und damit durchkommen. Ich hatte immer die leise Hoffnung, dass einer der Männer doch einen anderen Weg wählen wird. Jedoch war dem nicht so und wahrscheinlich kann man froh darüber sein, dass die Forschung heute viel weiter ist und Täter nicht mehr so geschützt werden.

Besonders interessant fand ich die Kapitel über Persönlichkeitsstörungen und den Zusammenhang mit Sadismus. Und es wird mehrfach darauf eingegangen wie es sein kann, dass manche Menschen mit Persönlichkeitsstörung es immer wieder schaffen jemanden für sich gewinnen zu können. Und das obwohl diejenigen wissen, was der bzw. die seinen bisherigen Partnern angetan hat. Der Teil über die unzähligen Paraphilien war sehr aufschlussreich und gleichzeitig sehr erschreckend.

An vielen Stellen wird genau darauf eingegangen, wo der Unterschied zwischen BDSM und kriminellen Sadismus ist. Und wie wichtig es gerade für Kriminalpsychologen/Ermittler den Unterschied zu kennen. Denn oft ist das gar nicht so eindeutig und es gibt nicht viele die sich mit BDSM auskennen.

Was ich nach einiger Zeit nur noch nervig fand, waren die ständigen Querverweise auf ihre vorigen Bücher. Gefühlte wurde alle paar Minuten darauf hingewiesen, dass sie das alles schon einmal in anderen Büchern erklärt hat und so wirkte das dann oft wie eine billige und schlechte Werbeveranstaltung.

Die Interviews rund um BDSM haben mir weniger zugesagt und hätten für meinen Geschmack ruhig kürzer sein können. Eins davon hatte ich großzügig übersprungen, weil ich mit dem Typ Mensch wenig anfangen kann. Es wird hier auch auf 'Shades of Grey' verwiesen und wie sich das Buch auf die BDSM-Szene auswirkt. Den Teil fand ich richtig interessant und es ist wirklich erschreckend, dass wirklich welche gedacht haben es gäbe so etwas wie einen 'echten' Christian Gray. Und den man dann natürlich ganz leicht finden kann in der BDSM-Szene.
Gefühlt gab es kaum Struktur in dem Buch und es wurde viel zwischen den Themen hin- und hergesprungen. An sich war das bei dem Thema Sadismus durchaus zu erwarten, jedoch hätte ich mir einen roten Faden gewünscht, der einen durch das Buch begleitet.
Das Buch kommt mit relativ wenigen Fallbeispielen aus, was ich ein wenig schade finde. Eigentlich hatte ich genau mit diesen gerechnet, schließlich ist es ja ein Buch aus dem True-Crime-Genre und "Sadisten - Tödliche Liebe" klang für mich nach einem Buch mit vielen Fallbeispielen. 


Fazit

An sich ist es wirklich interessantes Sachbuch mit vielen Fallbeispielen über Sadismus, was jedoch einige Längen hat. Hauptsächlich geht es wie zu erwarten um die Psyche des Menschen und die deren Abgründe. Aufgrund der unzähligen Kritikpunkte vergebe ich nur 3 von 5 Sternen und ich finde es ein wenig ärgerlich, dass der Klappentext und die Unterüberschrift so irreführend ist.

Freitag, 8. Januar 2021

#349 Bücherregal - Zeit Verbrechen

  


TitelZeit Verbrechen
AutorSabine Rückert
VerlagPiper Verlag
GenreTrue Crime
Seiten224 Seiten
Meine Bewertung

3/5

 Inhalt

Die Autorin Sabine Rückert ist nicht nur stellvertretene Chefredakteurin bei der Zeit, sondern auch Gerichts- und Kriminalreporterin. In diesem Buch bespricht die Autorin 12 Kriminalfälle, die sich in Deutschland ereignet haben. Unter anderem geht es um eine Mutter, die 9 ihrer 13 Kinder sterben ließ und sie anschließend in Blumenkübeln auf dem Balkon vergrub. Aber auch der Fall um den Autobahnraser Rolf F. wird beleuchtet, sowie der Holzklotzwurf von einer Autobahnbrücke, bei dem eine junge Mutter ums Leben kam.


Review

Was mir wirklich gut gefallen hat an dem Buch ist die Auswahl der Fälle. Es ist von allem möglichen was dabei und es zeigt einfach nur, dass den Abgründen der Menschheit keine Grenzen gesetzt sind. Einige der Fälle gingen massiv durch die Presse als sie bekannt wurden.

Immer wieder wird auf ähnliche Fälle verwiesen, was diese noch beängstigender wirken lassen. Denn viele der geschilderten Taten sind keines Falls Einzelfälle und da ist es fast schon beruhigend zu erfahren, dass am Ende das Gericht ein Urteil fällen konnte. Was das betrifft wird auch erläutert wie überhaupt so ein Urteil zustande kommt oder wie die Ermittlungen abgelaufen sind, die auch jeder Zeit im Fokus stehen.

Einige der geschilderten Fälle machen einfach nur sprachlos und es ist erschreckend zu sehen wie weit manche Menschen gehen nur um den Gesichtsverlust abzuwenden. Hier wird auch noch einmal sehr deutlich wie sehr solchen Menschen mit den modernen Medien in die Hände gespielt wird und dass diese sich damit vor allem auf die Ermittlungen und die Gesellschaft negativ auswirken. Der Fall des ertrunkenen Kindes in Sebnitz ist ein klassisches Beispiel dafür und es wird hier noch einmal sehr deutlich wie das alles seinen Lauf nahm und eins zum anderen führte. Und wie man solche Fälle medial so ausschlachten kann ist mir ohne ein Rätsel, ungeachtet wie diejenigen zu Tode kamen und ich finde es immer schlimm wenn jedes neue Staubkorn an Informationen so extrem durch die Presse geht. Was ja heutzutage aufgrund der Liveschaltung bei bestimmten Boulevardmedien noch viel extremer geworden ist.

Was mich richtig gestört hatte beim Hörbuch waren die Stimmen bestimmter Sprecher. Vor allem einer versuchte mit seiner Stimme künstlich Spannung zu erzeugen, was ich jetzt bei fiktiven Fällen gar nicht so schlimm finde. Jedoch handelt es sich hierbei um reale Fälle und da empfinde ich es einfach als geschmackslos bestimmte Dinge so zu betonen. Es klang halt wirklich fast so, als wäre der Sprecher begeistert von dem was er erzählt und das hinterlässt einen wirklich bitteren Nachgeschmack. Die Texte an sich sind leider an einigen Stellen ohnehin recht reißerisch formuliert, weshalb dieser Eindruck verstärkt wird. Wobei man hier anmerken muss, dass sie zum Großteil sehr sachlich gehalten wurden. 
 
Rückblickend bin ich froh ein Geld für das Hörbuch ausgegeben zu haben(kostenlose Streaminganbieter sei Dank), denn nennenswerte neue Informationen hat mir das Buch nicht geliefert. Stattdessen werden einige Fälle im Podcast besser erläutert, was einfach nur schade ist. Hier merkt man halt einfach, dass das alles für das Medium Zeitung zusammen gefasst wurde. Das eBook ist mit seinen 12,99 €(Taschenbuch: 16€) recht happig im Preis, für seine gerade mal 200 Seiten und dass es letztendlich nur eine Ansammlung von Zeitungsartikeln ist. 



Fazit

Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen, aber ich denke wenn man den Podcast noch nicht gehört hat ist es ein guter Einstieg in das Genre True-Crime.

Sonntag, 6. Dezember 2020

#341 Bücherregal - Psychopathinnen(Kurzrezension)

 


TitelPsychopathinnen
AutorLydia Benecke
VerlagBastei Lübbe
GenreSachbuch/True-Crime
Seiten430 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Die meisten denken immer noch, dass Frauen weniger grausam morden als Männer. Doch das Gegenteil ist der Fall und auch Täterinnen sind in der Lage unfassbar grausame Taten zu begehen. Die Kriminalpsychologin Lydia Benecke beleuchtet in diesem Buch verschiedene Fälle und zeigt wieso die Ermittlungen bei Psychopathinnen als Täter oft sehr langwierig sind. 

Review

Mittlerweile gibt es unzählige True-Crime Bücher auf dem Markt, aber in den wenigsten geht es um weibliche Täter. Bei diesem hier stehen genau diese im Fokus und wie sich männliche und weibliche Psychopathen voneinander unterscheiden.

Einige Fälle werden in diesem Buch bis ins kleinste Detail erläutert und so erfährt man unglaublich viel über das Leben der einzelnen Täterinnen. All das geschieht passend zu dem Thema auf eine nüchterne Art und Weise. Manchmal sind das ganz schön viele eher belanglose Informationen, die aber im Endeffekt alle zum großen Gesamtbild beitragen. Bis auf einige Längen beiden Fällen, die ausführlicher beschrieben wurden, ist es ein durchweg spannendes Buch. Viele Informationen über die Taten sind einfach nur absolut verstörend und oft hatte ich mich gefragt, wie das alles nur so lange unentdeckt bleiben konnte. Jedoch sind solche Menschen oft Meister der Manipulation, weshalb es umso wichtiger ist die Augen und Ohren offen zu halten. Es wird auch ausführlich erläutert, dass nicht jeder Psychopath ein Mörder ist und nicht jeder Mörder automatisch ein Psychopath.

Zudem erfährt man auch einiges über verschiedene psychische Erkrankungen, die die Täterinnen hatten. All das wird für den Laien leicht verständlich und ausführlich erklärt.



Fazit

Zusammenfassend lässt sich auf alle Fälle schreiben, dass es ein sehr informatives Buch ist welches die psychologische Seite der Taten beleuchtet. Mich konnte es aufgrund der Längen letztendlich nicht so überzeugen, weshalb ich nur 3,5 von 5 Sternen vergebe. Zudem gibt es keinen einzigen deutschen Fall in diesem Buch, was ich sehr schade finde. 

Freitag, 16. Oktober 2020

#330 Bücherregal - 9 1/2 perfekte Morde


Titel9 1/2 perfekte Morde
AutorAlexander Stevens
VerlagPiper Verlag
GenreTrue Crime
Seiten224 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Die Dunkelziffer bei Tötungsdelikten ist erschreckend hoch, dabei sollte es doch dank DNA-Analysen, Handyortung und vielem mehr ein leichtes sein diese aufzuklären. Jedoch muss man diese Delikte erst einmal als solche erkennen und das passiert leider nicht immer, egal wie offensichtlich ein Tod durch Fremdverschuldung auch sein mag. Aus dem Grund befasst sich der Strafverteidiger Alexander Stevens mit 10 Mordfällen und erläutert warum diese so lang ungeklärt blieben oder die Täter nur vergleichsweisen milde Strafe bekamen. 


Review

Erst einmal möchte ich vorweg erwähnt haben, dass an wenigen Stellen detailliert beschrieben wird wie Menschen ums Leben kommen und deshalb ist dieses Buch wahrlich nur etwas für Menschen, die mit solchen Themen umgehen können. Es ist jetzt nicht reißerisch beschrieben wurden, aber trotzdem geht es unter die Haut. Und wer suizidal ist bzw. über Selbstmord nachdenkt sollte auch einen großen Bogen um dieses Buch machen. Das Kapitel über dieses Thema beschreibt traurige Tatsachen, über die definitiv geredet werden muss in unserer Gesellschaft, aber vor denen Betroffene auch gewarnt werden müssen. Wer sich vorab informieren möchte dazu: Das Stichwort ist Selbstmordhelfer.

Besonders gut gefallen hat mir der schwarze Humor des Autors und ich denke wenn man daran keinen Gefallen hat empfindet man einige Stellen im Buch als pietätlos. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und ich fand es gut, dass bestimmte Begriffe auf verständliche Weise für den Laien erklärt werden.

Wenn man schon viele True-Crime-Bücher/Zeitschriften gelesen hat kennt man schon den ein oder anderen Fall und kann sich schon denken welche perfekten Morde zu 100%iger Wahrscheinlichkeit in diesem Buch auftauchen werden. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, da jeder Autor meist eine Sichtweise auf die Dinge hat und diese sich allein schon wegen ihrem Beruf maßgeblich unterscheiden. Und ich finde es ganz interessant das alles mal aus der Sicht eines Anwalts zu erfahren.

Das letzte Kapitel des Buches beschäftigt sich mit dem Parkhausmord, den ich im Vorfeld schon kannte durch ein anderes Buch. Es ist immer wieder erschreckend wie dreist und selbstverständlich der Täter dort vorgegangen ist.

Was ein wenig anstrengend war beim Zuhören war, dass der Autor teilweise sehr ausführliche Ausschweifungen bzw. Erklärungen ablieferte. Hier hätte ich lieber noch einen "perfekten" Mord mehr gehabt und dafür etwas kompaktere Erklärungen. Vor allem in der zweiten Hälfte fiel das negativ auf. Passend zu seinem Job geht er auch ausführlich auf das deutsche Rechtssystem ein.

Ein anderer Kritikpunkt ist der Titel des Buches, der finde ich einfach zu überspitzt ist. Auch das Cover hätte man passend wählen können, in dem man eben nicht ein Foto von dem Anwalt drauf packt. Denn das finde ich gibt dem Buch einen schmierigen Beigeschmack, der aber gar nicht sein müssten.


Fazit

Alles in allem ist es mit seinen etwas über 220 Seiten ein sehr kurzweiliges Buch, welches sich durch seine sachlichen und unblutigen Beschreibungen positiv von anderen Büchern in diesem Genre abhebt.

Freitag, 26. Juni 2020

#305 Bücherregal - Das Hannibal-Syndrom


TitelDas Hannibal-Syndrom
AutorStephan Harbot
VerlagPiper Verlag
GenreTrue Crime
Seiten352 Seiten(Hörbuch: 858 Minuten, Audio Verlag München)
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Stephan Harbot hat schon unzählige Täter während seiner Laufbahn als Kriminalexperte bzw. Kriminalhauptkommissar interviewt. Anschließend hat er diese analysiert um Täterprofile zu erstellen. Unter anderem hat er sich mit allen 75 Serienmördern in Deutschland seit 1945 befasst und die Ergebnisse davon befinden sich in diesem Buch. Was treibt Täter dazu an mehrere Menschen zu ermorden? 


Review

Über die Jahre habe ich wirklich viele True-Crime-Bücher und Magazine gelesen. Und hier das sticht definitiv mit seiner Brutalität und Erzählweise hervor. Oft bekommt man von den Tätern selbst berichtet warum sie diese schrecklichen Taten begangen haben und das geht unter die Haut. Deshalb kann ich das Buch auch nur jenen empfehlen, die mit so etwas absolut kein Problem haben. Es ist einfach noch einmal etwas von komplett anderes, als wenn die nur aus der Sicht von Dritten erzählt werden. Positiv ist auf alle Fälle, dass die Interviews mit den Tätern in Kontext gebracht werden und es einige Erklärungen dazu gibt.

Mit dem Hörbuch hatte ich mir ziemlich viel Zeit gelassen und habe immer wieder Pausen eingelegt um all das besser verarbeiten zu können. Mir war schon im Vorfeld bewusst, dass das alles andere als leichte Kost ist und wer Hannibal kennt weiß auch ungefähr was auf einen zukommt. Es ist einfach nur erschreckend wenn man sich vor Augen hält, dass all die Mordserien in Deutschland passiert sind und die Täter teilweise wirklich lange ohne jegliche Konsequenzen agieren konnten.

Was ich auch noch interessant war ist der Kontrast zwischen den vorgestellten Fällen und denen, die in der Literatur wie Krimis/Thrillern stattfinden. Darauf wird direkt zu Beginn des Buches eingegangen und ich finde es immer wieder schön, wenn Experten sich zu fiktiven Geschichten äußern und diese für den Leser einordnen.
Immer wieder versucht der Autor zu erläutern was die Täter dazu bewegt hat so zu handeln. Vor allem in der ersten Hälfte des Buches stehen diese Erklärungsversuche im Vordergrund, während in der zweiten die Taten mehr oder weniger für sich selbst sprechen. Man merkt auf alle Fälle wie ausführlich sich der Autor sowohl mit den Taten als auch mit den Tätern auseinander gesetzt hat. Die einzelnen Kapitel sind vergleichsweise lang und so erfährt man wirklich viele Details, die in anderen Büchern/Artikeln oft fehlen.

Einige der Fälle kannte ich im Vorfeld nicht, obwohl ich schon wirklich viel in diesem Genre gelesen habe. Da es sich um 75 verschiedene Serientaten handelt zieht sich das alles ziemlich in die Länge und der gleich bleibende Aufbau der Kapitel hat mich dann neben der Brutalität der Taten dazu bewegt öfters mal eine Pause einzulegen. Positiv sticht auf jeden Fall die sachliche/nüchterne Schreibweise hervor, denn alles andere ist bei solchen Büchern finde ich einfach nicht angebracht.
Der Autor versucht an keiner Stelle eine Entschuldigung für das Verhalten der Täter zu finden, sondern er macht sich auf die Suche nach möglichen Auslösern. Man kann halt nicht abschließend und zu 100%iger Gewissheit sagen, dass Geschehnis X immer zu Tat Y führt. Meist war es eine lange Reihe von Gegebenheiten, die dazu geführt hatten und oft zeigten sich schon in der Kindheit erste Auffälligkeiten. 



Fazit

Vorm Lesen/Hören des Buches sollte man sich klar sein worauf man sich da einlässt. Einige wenige Taten sind so brutal, dass ich im Nachhinein lieber weniger Details über diese gewusst hätte. Es ist auf jeden Fall ein True-Crime-Buch, welches aus der Masse hervor sticht und was man nicht einfach so mal nebenher und am Stück lesen kann.

Freitag, 3. April 2020

#286 Bücherregal - Mordmethoden(Kurzrezension)


TitelMordmethoden
AutorMark Benecke
VerlagBastei Lübbe
GenreKriminalgeschichte/True Crime
Seiten368 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Der Autor setzt sich mit mal mehr und mal weniger bekannten Fällen des 20. Jahrhunderts auseinander. Anhand des Falles Bernado/Homolka und anderen versucht er der Frage nachzugehen, ob die Todesstrafe angebracht ist oder eben nicht. An anderer Stelle geht er dem Medienrummel nach und wie dieser sich negativ auf den Fall rund um O.J. Simpson auswirkte und dieser dann trotz erdrückender Beweislast freigesprochen wurde. Immer wieder erläutert der Autor wie Morde nachgewiesen werden, wie sich die Methoden im Laufe der Jahrzehnte verändert haben und wie versucht wird diese zu perfektionieren.

Review

Zu Beginn möchte ich direkt darauf hinweisen, dass der Titel des Buches relativ wenig mit dem Inhalt zu tun hat und somit irreführend ist. Hauptsächlich geht es wie in vielen anderen True-Crime-Büchern um verschiedene Mordfälle, die bis ins kleinste Detail leicht verständlich erläutert werden. Hier möchte ich anmerken, dass der Autor Kriminalbiologe ist und man das beim Lesen des Textes immer wieder zum Beispiel anhand der Beschreibungen der Leichen merkt. Und hier sind definitiv einige Fälle dabei, die es in sich haben und bei denen ich als Leser lieber auf bestimmte Details verzichtet hätte(u.a. Kannibalismus). Das Buch an sich ist nicht über die Kriminalbiologie und diese spielt wenn überhaupt nur eine sehr kleine, untergeordnete Rolle bei der Analyse der vielen genannten Fälle.

In diesem Buch beschreibt der Autor viele Fälle, die schon längere Zeit zurück liegen. Einige waren mir schon im Vorfeld bekannt, jedoch finde ich es immer wieder interessant wie unterschiedlich diese immer wieder in True-Crime-Büchern/Zeitschriften erläutert werden, allein weil die Autoren alle etwas anderes in den Fokus rücken aufgrund ihrer Arbeit. Besonders bemerkenswert finde ich es, dass der Autor es geschafft so viele doch recht unbekannte und teils sehr absurde/skurrile Fälle für die einzelnen Themenbereiche zu finden. Es werden sowohl deutsche als auch amerikanische Fälle(+ein kanadischer) ausführlich erläuten und anhand von denen werden auch die Unterschiede unserer Rechtssysteme verdeutlicht. Zum Beispiel wäre der Fall O.J. Simpson in Deutschland ganz anders verhandelt wurden, da bei uns keine Jury bestehend aus Laien bei solchen Fällen eingesetzt wird. In einem Abschnitt geht es auch um die berühmte Bodyfarm in Amerika, auf der bestimmte Leichenfundplätze konstruiert werden um in Zukunft noch besser bestimmen wie derjenige zu Tode kam und wann es passierte.

Leider fiel es mir an manchen Stellen sehr schwer dem Autor zu folgen, da manchmal einfach Unterkapitel eingeschoben wurden und manche Gedankengänge einfach abrupt aufhörten um an einer anderen Stelle weiter geführt zu werden. Teilweise werden diese Einschübe durch graue Kästen hervor gehoben, jedoch erschließt sich mir auch im Nachhinein nicht wofür diese Kästen stehen? Diese scheinen einfach nur sehr willkürlich platziert wurden zu sein und manchmal tauchen die auch einfach in der Hälfte vom Satz auf.


Fazit

Zusammenfassend lässt sich auf alle Fälle schreiben, dass es sich um eine gute Lektüre für zwischendurch handelt. Mir hat vor allem der recht nüchterne Erzählstil gefallen und die breitgefächerte Mischung an Themen/Fällen, die detailliert und in all ihrer Grausamkeit beschrieben werden ohne, dass sich der Autor über die Urteile u.ä. wertend äußert. Abschließend möchte ich erwähnen, dass Benecke die Fälle nicht selbst bearbeitet hat, was aber selbsterklärend ist. Leider wird das nicht bei allen Inhaltsangaben klar hervorgehoben und stattdessen wird dann Beneckes Arbeit als Kriminalbiologe in den Vordergrund gestellt um die es hier aber gar nicht geht.