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Sonntag, 13. August 2023

#548 Bücherregal - Vino Furioso(Kurzrezension)

 

     




TitelVino Furioso(Julius Eichendorff 8. Fall)
AutorCarsten Sebastian Henn
VerlagEmon Verlag
GenreKrimi
Seiten272 Seiten
Meine Bewertung
 3/5


 Inhalt

An dem Geländer der Ahrtalbrücke der Autobahn wurde ein berühmter Schlagersänger aufgeknöpft. Auf seinem Hemd befindet sich jede Menge Wein und da gibt es noch vieles mehr, was die Ermittler stutzig macht. Und obwohl der Koch Julius Eichendorff es besser weiß, stürzt er sich wieder in die Ermittlungen. Wurde der Sänger von seiner Stalkerin oder gar einem Fan umgebracht? Und was haben die Naturwinzer damit zu tun?

Review

Das Buch hatte ich schnell durch gelesen und es eignet sich prima für zwischendurch, weil es eher ein leichter und humorvoller Krimi ist. Zudem ist es definitiv mal etwas anderes, da der Koch hier hauptsächlich auf eigene Faust ermittelt.

Der Fall ist dieses Mal recht komplex und an sich geht es rund um die Schlagerszene mitsamt all den durchaus kuriosen Stars.

Jedoch steht dieses Mal die Nebenhandlung, also Julius sein Leben im Vordergrund. Ein Fernsehsender möchte ihn ganz groß rausbringen als Koch, schließlich ist er kein Unbekannter und er hat einen interessanten Charakter. Und dann hat seine Frau Anna sich noch etwas groß vorgenommen.

An sich fand ich beide Handlungsstränge interessant, jedoch hatte mir der rund um Julius besser gefallen. Der war wenigstens halbwegs nachvollziehbar und wegen Julius kommt es nun einmal zu Problemen. Das rund um die Sternchen war mir ab die Hälfte zu überzogen. Wären die Morde in umgekehrter Reihenfolge gewesen, hätten sie wahrscheinlich eine besser Wirkung gehabt.

Die Wortwitze und die Situationskomik lockern immer wieder die Stimmung auf.

Fazit
An sich fand ich den Band ganz okay. Obwohl er mich jetzt nicht von den Socken gehauen hat freue ich mich darauf den Rest der Reihe zu lesen.


Freitag, 12. Mai 2023

#532 Bücherregal - Eine Nacht im Juli

 



TitelEine Nacht im Juli
AutorKarin Joachim
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi/Ahrkrimi
Seiten280 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5



 Inhalt

Aufgrund der Flutkatastrophe zieht die Tatortfotografin erst einmal in das Haus eines Bekanntes in die Eifel. Dort stößt sie während einem Spaziergang mit ihrem Hund Usti auf ein herunter gekommenes Gebäude. Da es ihr Interesse geweckt hat versucht sie mehr darüber heraus zu finden und erfährt, dass dort jemand zu Tode kam. Und wie der Zufall es so will passiert kurz darauf in der Gegend ein Mord, der ausgerechnet mit diesem Gebäude im Zusammenhang steht. Nicht nur einmal verschlägt es Jana aufgrund der Ermittlungen in das Flutgebiet.

Review

Wie der Klappentext schon verrät ist auch die Tatortfotografin Jana Vogt von der Ahrtalflut im Juli 2021 betroffen. Deshalb verschlägt es sie in die Eifel und wenn man eins dort in dieser abgelegenen Gegend nicht erwartet, dann ist es ein Mordfall. Auch Jana hatte nicht damit gerechnet ausgerechnet dort mit so etwas konfroniert zu werden. 

Allen Anschein nach spielt hier ein in die Jahre gekommenes Haus eine große Rolle. Egal wen Jana dazu im Ort befragt, ständig wird sie mit einer Mauer des Schweigens konfroniert. Doch wie schon in den anderen Bänden lässt sie sich davon nicht beeindrucken und versucht hartnäckig näheres über das Haus in Erfahrung zu bringen. 

Und ausgerechnet dieser Mordfall führt dazu, dass sie zusammen mit ihrem Freund Clemens in die flutbetroffenen Gebiete fahren muss. Mir war während dem Lesen mehrfach ein Schauer über den Rücken gelaufen, weil mir immer wieder die Fotos und Videos von kurz nach der Flut in den Sinn kamen. Auch der einprägsame Geruch drängte sich mir immer wieder auf. Die Autorin geht hier nicht übermäßig ins Detail, was mir ganz recht war. An sich erzeugen die Szenen in dem zerstörten Gebiet für ein sehr beklemmendes Gefühl. Und nicht nur einmal war es unangenehm den Ermittlungen zu folgen, schließlich werden hier nicht nur einmal fiktive Flutbetroffene befragt. Ab und an musste ich das Buch beim Lesen auf die Seite legen, weil es mich emotional dann doch sehr mitgenommen hatte. Zudem fällt es verständlicherweise weder Jana noch Clemens leicht unter diesen Umständen zu arbeiten.
Besonders gut hat mir die Komplexität von dem Fall zugesagt. Es ist immer wieder schön, wenn man während dem Lesen miträtseln kann und der Täter gar nicht so leicht zu ermitteln ist.

Wie auch in den vorigen Bänden gibt es unglaublich viel Lokalkolorit. Während dem Lesen habe ich eine Menge über das Ahrtal und auch die Wachholderheide gelernt. Die Beschreibungen der Menschen und der Landschaft empfand ich als passend und sie spiegeln teils auch meine eignene Eindrücke wieder. Es ist auf alle Fälle schön mal einen Krimi zu lesen, der genau in diesem Teil der Eifel stattfindet. Denn dort ist wirklich alles sehr idyllisch und ruhig und dementsprechend wenig passt in das Bild ein Mordfall.

Fazit

Alles in allem fand ich den Krimi gelungen. Die Autorin selbst ist Betroffene von der Ahrtalflut 2021 und somit flossen auch eigene Erlebnisse mit in die Handlung. Bei mir hat das Buch definitiv ein beklemmendes Gefühl hinterlassen.

Freitag, 23. Dezember 2022

#510 Bücherregal - Juwelennächte

   

  


TitelJuwelennächte(Jana Vogt/Ahrkrimi #4)
AutorKarin Joachim
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi/Lokalkrimi/Ahrkrimi
Seiten280 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Bei einem Besuch der Ahr-Thermen trifft die Tatortfotografin Jana Voigt auf den Journalisten Daniel Bender. Am nächsten Tag wird dieser von Passanten tot auf einer Parkbank aufgefunden. Bender befasste sich mit den Machenschaften einer kriminellen Gruppierung und scheinbar wusste nicht nur das LKA davon. Jana recherchiert in einem Fall, der sich während den 50ern in Bad Neuenahr rund um die Bundespressebälle ereignete. Damals wurde ein Collier geklaut, was ausgerechnet jetzt wieder auftaucht.

Review

Das Buch lässt sich gut ohne Vorkenntnisse lesen. 

Dieses Mal geht es unter anderen um einen Mordfall aus den 50ern, der eventuell mit einem aktuellen in den Ahr-Thermen zusammen hängt. Es ist interessant zu lesen wie Jana versucht an Informationen zu gelangen. Schließlich liegt der erste Mordfall schon einige Jahrzehnte zurück und ist nicht ohne Grund bislang ungelöst. 

Mal wieder wird es bei der Recherchearbeit für Jana selbst gefährlich, schließlich möchte jemand die Aufklärung um jeden Preis verhindern. Zeitweise hatte ich richtig Angst deswegen, denn im Gegensatz zu Clemens scheint Jana solche Situationen oft zu unterschätzen. Und was das betrifft scheint sie obendrein ziemlich beratungsresistent zu sein.

An einigen Stellen hatte ich richtig Angst um Jana und deshalb konnte ich das Buch zeitweise kaum aus der Hand legen. Immer wieder gab es falsche Fährten und ich musste schon sehr aufmerksam lesen um nichts wichtiges zu verpassen. Deshalb hat das miträtseln richtig Spaß gemacht, einfach weil es so viele Hinweise gab und nicht alle brauchbar waren. 

Mir hat besonders gut der detaillierte Schreibstil und das Lokalkolorit gefallen. An sich gehört das zu den Regiokrimis dazu, nur leider sehen das nicht alle Schreiberlinge so. Ich habe auf alle Fälle während dem Lesen eine Menge über die Kurstadt und dem Rheintal rund um Bonn erfahren. 

Hauptsächlich ging es dieses Mal um das Leben in dieser Region in den 50ern. Und wie der Bundespresseball in Bad Neuenahr war. An sich stelle ich es mir logistisch sehr schwierig vor die Fahrten in das doch sehr enge Ahrtal zu organisieren. Schließlich hatten ein paar Menschen Interesse an den Reichtümern der Teilnehmenden. Und die Polizei hatte zu dem Zeitpunkt noch lange nicht die Möglichkeiten wie heute. 

Was mich am Ende überrascht hatte war, wir komplex der Fall an sich war. Er war gar nicht so leicht zu lösen wie gedacht und bei den wenigen Seiten hatte ich damit definitiv gerechnet. Jana überschreitet dafür mehrfach ihre Befugnisse, womit sie sich nicht nur einmal Ärger einhandelt. Zudem hat sie aufgrund vergangener Ereignisse immer mehr mit Selbstzweifeln zu kämpfen und hat privat einige Probleme. Ich finde es schön, dass auch diese Aspekte in der Reihe eine Rolle spielen, denn sie hauchen den Charakteren leben ein. 

Bezüglich der Rahmenhandlung rundum Jana und Clemens bleibt es spannend. So ganz ist gar nicht klar in welche Richtung sich das alles entwickeln wird. Das was angedeutet wird, hatte mich nachdenklich gestimmt. Auf alle Fälle bin ich deshalb sehr gespannt auf den fünften Fall der Reihe. 

Fazit

Alles in allem handelt es sich hierbei um einen ruhigeren Ahrtalkrimi, bei dem man eine Menge über die Region lernt. Mich konnte die Handlung so sehr fesseln, dass ich ihn innerhalb von zwei Tagen durch gelesen hatte.

Freitag, 23. September 2022

#489 Bücherregal - Johannisglut

  

  


TitelJohannisglut(Jana Vogt/Ahrkrimi #3)
AutorKarin Joachim
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi/Lokalkrimi/Ahrkrimi
Seiten312 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Die Freundin von Jana Vogt ist Wanderführerin und begleitet eine ehemalige Theatergruppe von einer Universität von Aremberg nach Schuld entlang des Ahrsteiges. Als die Tatortfotografin davon erfährt und und einen bestimmten Namen hört beschleicht sie ein ungutes Gefühl. Hat diese Wanderung etwas mit dem Cold-Case zu tun, der momentan auf ihrem Schreibtisch liegt? Aus dem Grund entschließt sie sich dazu ihrer Freundin Gesellschaft zu leisten. Vor über 30 Jahren verschwand ein Mitglied der Gruppe spurlos und allem Anschein nach sind sich die Teilnehmer nicht ganz grün. Direkt am zweiten Tag der Wanderung wird der Leichnam von einem von ihnen gefunden und so wie es scheint, befindet sich der Täter unter ihnen.

Review

Besonders gut hat mir der komplexe Fall gefallen, denn es gibt viele Tatverdächtige und es stellt sich die Frage, wer denn nun letztendlich ein Tatmotiv hat? Hauptsächlich geht es hier um interpersonelle Konflikte und alte Geheimnisse, die besser nicht ans Licht kommen sollte. Es ist auf alle Fälle sehr interessant zu sehen wie eine Tatortfotografin ermittelt und vor allem wie sie zu all dem steht.

Wegen dem detaillierten und bildhaften Schreibstil konnte ich mir alles gut vorstellen und die Darstellung der Umgebung und der Bewohner hat mir zugesagt. Der Krimi enthält viel Lokalkolorit und somit konnte ich eine Menge über das Ahrtal lernen.  Unter anderem erfährt man hier ein wenig über die Hexenverbrennung. Die Handlungsgeschwindigkeit nimmt langsam an Fahrt auf, sodass man erst in das Tal voll eintauchen und sich somit einen guten Überblick über die Begebenheiten machen kann. Diese Herangehensweise gefällt mir bei Regiokrimis besonders gut, da bei diesen das Lokalkolorit eine tragende Rolle spielt.

Die vielen interessanten Wendungen sorgen für die nötige Spannung. Immer wieder werden neue Fährten eingestreut, damit man selbst miträtseln kann. 

Das Ermittlertrio bestehend aus Jana, Clemens und dem Airedale-Terrier Usi war mir von Anfang an sympathisch und ich finde es toll, dass man immer mal wieder eher beiläufig Informationen zu ihrem Privatleben bekommt. Die dadurch entstehenden Nebenhandlungen runden den Krimi perfekt ab und geben ihm Tiefe. Den Dreien würde ich sehr gern noch bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Vor allem ihre Ecken und Kanten wecken in mir das starke Bedürfnis noch mehr über sie herausfinden zu wollen. Es ist einfach immer wieder schön Ermittler zu haben, die eben nicht nach Schema F handeln. 

Das Lesen an sich hatte mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich immer darauf gefreut hatte endlich weiter lesen zu können. Aus dem Grund hatte ich den Ahrkrimi recht zügig durch gelesen und am liebsten hätte ich direkt zum Nachfolgeband gegriffen.

Die Morde an sich passen so gar nicht in das idyllische Ahrtal und zu der Wandergruppe. Beim Lesen musste ich mich immer wieder daran erinnern, dass der Schein trügt und hier scheinbar jemand einen ganz bestialischen Plan verfolgt damit die Wahrheit niemals ans Licht kommt. Was das betrifft hat Jana definitiv ein gutes Gespür und weiß wo sie nachforschen muss. Jedoch ist sie manchmal zu wagemutig und manchmal kommt es dadurch zu brenzligen Situationen. 


Fazit

Der dritte Band der Reihe rund um die Tatortfotografin lässt sich gut ohne Vorwissen lesen. Mich hat er definitiv gut unterhalten und ich kann es kaum erwarten demnächst den schon erschienen  Nachfolgeband endlich lesen zu können. 


Freitag, 10. Juni 2022

#464 Bücherregal - Krähenzeit

 

  


TitelKrähenzeit(Jana Vogt/Ahrkrimi #1)
AutorKarin Joachim
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi/Lokalkrimi/Ahrkrimi
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Um zur Ruhe zu kommen entschloss sich die Tatortfotografin Jana Vogt dazu ins Ahrtal zu fahren, denn der letzte Einsatz bei der Kripo Köln hatte sie doch ganz schön mitgenommen. Doch ausgerechnet in dieser romantischen Gegend stößt sie während einer Wanderung in den Weinbergen zusammen mit ihrem Hund auf eine Leiche. Die Kripo Koblenz übernimmt die Ermittlungen und Jana kann es einfach nicht lassen und hört sich um. Doch genau das bringt sie in Gefahr, was ihr aber gar nicht bewusst ist.

Review

Vor allem den Kriminalfall fand ich sehr spannend, denn dieses Mal sind wirklich viele beteiligt und die wenigsten wollen mit der Polizei kooperieren. Durch ihr Schweigen machen sie sich natürlich verdächtig und oft habe ich mich gefragt, was sie zu verbergen haben. Und vor allem warum der Tod bzw. Mord die Leute so gleichgültig lässt. Ist es etwas gut so, dass derjenige oder diejenigen tot sind und somit etwas nicht mehr verraten können? Wer profitiert von dem Ganzen? Alles ist sehr verzwickt und komplex und genau das liebe ich bei Krimis.

Die Konstellation der Ermittler macht das alles erst richtig interessant, denn hier ermittelt hauptsächlich eine Tatortfotografin mitsamt ihrem Hund. Und genau das darf sie eigentlich nicht, denn es ist nicht ihr Zuständigkeitsbereich und vor allem nicht ihr Fall. Somit hat sie auch absolut keinen Zugriff auf die Datenbanken und kann sich allerhöchstens ein paar Informationen von Bekannten und Kollegen einholen, was natürlich alles andere als legal ist. Mir war Jana samt ihrem Hund Usti sehr sympathisch und ich bin froh darüber, dass ich nach "Bittertrauben(2. Fall)" nun endlich den Auftakt der Reihe lesen konnte. Es ist auf alle Fälle schön zu sehen, dass Jana ihr Trauma so realistisch und nachvollziehbar dargestellt wird. 

Dieser Krimi ist voller Lokalkolorit und somit erfährt man eine Menge über das Ahrtal, vor allem über Ahrweiler und Marienthal. Vor allem die detailreichen Beschreibungen, die mit vielen liebevollen Kleinigkeiten angereichert wurden helfen einem dabei sich zurecht zu finden. Das macht die Szenen oft sehr atmosphärisch und ich konnte mir das alles sehr gut vorstellen. Und vor allem als halbwegs ortskundige Person habe ich mich über all das gefreut. 

Die Bewohner von Ahrweiler allen voran die dortigen Handwerker werden passend beschrieben. Dort kennt nun einmal jeder nahezu jeden und hat somit eine Meinung, doch mit außenstehenden allem voran der Polizei darüber reden will natürlich niemand. Vor allem diese Unstimmigkeiten unter Nachbarn oder Freunden geht sie nichts an, schließlich geht es hier ja um einen Mordfall. Und da will man erst recht in den Fokus der Ermittlungen geraten. Die Beschreibungen lassen das alles sehr dörflich erscheinen, was auch meinem Eindruck von Ahrweiler entspricht.

Am Besten an dem ganzen hat mir übrigens der detailreiche Schreibstil gefallen. Ich hatte immer ein genaues Bild vor Augen und konnte eine Menge über das Ahrweiler an sich lernen. So etwas finde ich vor allem bei Lokalkrimis total wichtig, dass man einen guten Eindruck von dem Ort an sich bekommt. Die Handlung kommt zudem nur mit wenigen Dialogen aus, was wirklich eine angenehme Abwechslung war.   


Fazit

Alles in allem hat mir der Ahrkrimi total gut gefallen und hoffentlich kann ich demnächst den 3. Fall der Reihe lesen, der auch schon bei mir herum steht. Es ist immer wieder schön Reihen zu finden, bei denen die einzelnen Teile eine angenehme Länge haben. Und bei der einmal eine etwas andere Ermittlertruppe die Hauptrolle einnimmt.

Freitag, 25. März 2022

#446 Bücherregal - Vinum Mysterium

  

 


TitelVinum Mysterium(4. Fall)
AutorCarsten Sebastian Henn
VerlagEmons Verlag
GenreKrimi/kulinarischer Krimi
Seiten272 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Allem Anschein nach hat es jemand auf die Weintrinker im Ahrtal abgesehen. Denn immer wieder verstirbt auf mysteriöse Art und Weise jemand, der im Restaurant oder sonst wo einen Wein zu sich genommen hatte. Der Mörder sendet Julius Eichendorff immer wieder Botschaften und macht sich einen Spaß daraus, den Koch und bekannten Hobbydetektiv an der Nase herum zu führen. 

Review

Was Krimis betrifft gibt es ja mittlerweile unzählige Ermittlerkonstellationen, aber bisher habe ich noch keinen über einen Koch gelesen. Und dann wird ausgerechnet dieser kulinarische Detektiv vom Mörder selbst damit beauftragt ihn zu jagen und somit eine lange Mordserie zu verhindern.

Besonders das Lokalkolorit hat mir wunderbar gefallen und passend zu der Gegend spielt Wein eine große Rolle. Wenn man sich dort ein bisschen auskennt macht es doppelt Spaß der Handlung zu folgen, denn das Ahrtal ist ein wirklich eher kleines und beschauliches Tal. Und somit kennt man sich, vor allem wenn man in gewissen Kreisen verkehrt. Ob diese authentisch dargestellt werden kann ich jetzt nicht beurteilen, auch wenn der Krimi in meiner Heimat stattfindet. Es spiegelt halt viele Klischees wieder, die man als Nicht-Weinkenner über diesen Menschenschlag hat und manchmal ist an denen tatsächlich etwas dran. Ansonsten wird die Gegend sehr romantisch beschrieben und man bekommt ein gutes Bild davon, wie es dort ist.

Da ich mit dem Thema Essen und Wein eher weniger etwas anfangen kann, habe ich erst einmal ein wenig Zeit gebraucht um mich an diesen Aspekt der Handlung zu gewöhnen. Es ist halt letztendlich ein Weinkrimi und der spielt hier eine große Rolle. Beim Lesen erfährt man eine Menge interessante Details in Form von Informationshappen über den Wein und tatsächlich hat mich das alles nicht gelangweilt. Der Koch ist nun einmal sehr interessanter Erzähler, auch wenn er mit seiner Art gewöhnungsbedürftig ist.

Obwohl es sich bei diesem Teil um den 4. handelt, habe ich mich relativ schnell zurecht gefunden. Das lag hauptsächlich an den wenigen Hauptdarstelllern und daran, dass alles nötige erklärt wird. Zudem gibt es nicht übermäßig viele Personen, die eine tragende Rolle spielen. Sowohl der Koch als auch alle anderen werden so unterschiedlich dargestellt, dass man die Namen allein anhand der genannten Marotten schnell zu ordnen kann. Hier werden viele Klischees benutzt, passend zu dem humoristischen Unterton des Krimis.


Fazit

Mich hat der Krimi definitiv gut unterhalten und ich freue mich schon darauf demnächst einen weiteren Band lesen zu können. An sich ist es ein Krimi, in dem sich viele kuriose Szenen aneinander reihen und bei dem die Mordserie manchmal in den Hintergrund rückt.