Posts mit dem Label Krimi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Krimi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 1. Juli 2024

#570 Bücherregal - Der 1. Patient

 




 






TitelDer 1. Patient(Eberhardt und Jarmer: 4. Fall)
AutorFlorian Schwieker, Michael Tsokos
VerlagDroemer Knaur
GenreJustizkrimi
Seiten352 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Bei einer Routineoperation unterläuft der Ärztin ein folgenschwerer Fehler und der Patient verstirbt. Die nötigen OP-Vorbereitungen hatte wie sonst auch eine KI übernommen und die Ärztin hatte nicht noch einmal drüber geguckt, ob tatsächlich alle notwendigen Informationen berücksichtigt wurden. Aufgrund der Anklage wendet sie sich nun an den Strafverteidiger Eberhardt, den der Fall vor ganz neue Herausforderungen stellt. Hat nun die KI oder die Ärztin Schuld?

Review

Das Buch kann ohne Vorwissen gelesen werden.
Die Handlung ist dank vieler überraschender Wendungen und ständiger Perspektivwechsel durchgehend spannend. Zudem sind die Kapitel recht kurz gehalten und das sind Gründe, warum ich das Buch kaum auf Seite legen konnte. 

Der Schreibstil ist knapp und sachlich, was das alles sehr kurzweilig macht. Dadurch fehlt an vielen Stellen die emotionale Ebene und entweder man mag so etwas oder eben nicht. Mir gefällt es, wenn Krimis keinen verschnörkelten, ausuferndern Schreibstil haben. Das einzige was mir wirklich gefehlt hatte war die Nähe zu den Charakteren.

Beim Lesen habe ich immer wieder gemerkt, dass die Autoren im Gerichts- bzw. Sektionssaal arbeiten. Es gibt immer wieder kleine Details im Laufe der Handlung aus dem jeweiligen Berufsleben, die das verraten. Dieses Mal steht der Gerichtsprozess im Vordergrund und ich hatte deshalb etwas die Gerichtsmedizin vermisst. 

Mich hatte vor dem Lesen vor allem das Thema KI gereizt. Dadurch gibt es mal eine ganz ungewöhnliche Tatverdächtige, die viele Fragen aufwirft. Wie ermittelt man in so einem Fall? Und kann man demjenigen trauen, der einem die notwendigen Daten von der KI zur Verfügung stellt? An sich geht es die ganze Zeit um die Frage, ob KI in der Medizin sinnvoll ist und wer dafür die Verantwortung trägt?


Fazit

Die Handlung wirkt alles in allem schlüssig und die Sachverhalte werden nachvollziehbar für den Laien erklärt. Mir hat das Buch besonders gut gefallen, da es um ein aktuelles Thema geht und eins, welches nicht schon 1.000 Mal erzählt wurde.

Montag, 24. Juni 2024

#569 Bücherregal - Im Gleichschritt stark



 


Quelle: https://netgalley.de


TitelIm Gleichschritt stark(3. Band)
AutorJörg Reibert
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi, Historischer Roman
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Kommissar Reinicke begegnet ausgerechnet dem SA Mann Bachmann während den Krawallen auf dem Kurfürstendamm. Dieser hätte eigentlich laut Reinicke für immer hinter Gittern gehört, doch leider wurde er begnadigt. Kurze Zeit später wird er dann nach Nürnberg gerufen, denn Bachmann war nach einer durchgezechten Nacht neben einer Leiche in der Nähe vom Reichsparteitag in Nürnberg aufgewacht.

Review

CN: Folter, Gewalt

Das Buch kann ohne Vorwissen gelesen werden.
Durchgehend herrscht eine beklemmende und düstere Stimmung und ich hatte buchstäblich mit allen Grausamkeiten gerechnet. Denn der Polizeiapparat verliert immmer mehr an Macht, während die SA an Macht gewinnt und sich nicht davor scheut das auf brutale Weise zu demonstrieren. Passend zu dieser Thematik und dem vorigen Teil gibt es wieder erschreckende Vorkommnisse.

Unter anderen hat mir gut gefallen, dass ich eine Menge über die Zeit und den Reichsparteitag in Nürnberg lernen konnte. 

Reinicke arbeitet bei der Polizei und ihm wird immer mehr vorgegeben, gegen wen er ermitteln darf und gegen wen nicht. Ihm passt das natürlich gar nicht, jedoch kann er sich nicht dagegen zur Wehr setzen ohne schlimme Konsequenzen fürchten zu müssen. Zudem wird er mal wieder mit dem SA-Mitglied Bachmann konfrontiert und der ist ihm ohnehin ein riesiger Dorn im Auge. Während dem Lesen konnte ich eine Menge über die Gedankenwelt der beiden grundverschiedenen Menschen lernen.


Fazit

Alles in allem handelt es sich um einen eher ruhigeren Krimi, der es aber dank der Gewaltexzesse der SA und der Judenverfolgung ganz schön in sich hat.

Freitag, 17. Mai 2024

#566 Bücherregal - Bruch: In eisigen Nächte



 

TitelBruch: In eisigen Nächten
AutorFrank Goldammer
VerlagWunderlich 
GenreKrimi
Seiten416 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt


Bruch und Schauers Kollege der Mordkommission wird in seinem Büro erschossen aufgefunden. Und wie das Schicksal es so will, werden die beiden Kommissare zu einem anderen Tatort gerufen. Dort wurde jemand erschossen und die Täterin befindet sich noch dort. Ausgerechnet Bruch kennt diese junge Frau. Wegen dem Mord an in ihrem Kollegen werden die beiden Kommissare beurlaubt, doch Schauer ermittelt auf eigene Faust.


Review

Während der kompletten Handlung war die Atmosphäre bedrückend und erinnerte mich an ein Horrorbuch. Beide Ermittler wirken aufgrund ihrer Probleme vollkommen fehl in ihrem Beruf und ich hatte mich oft gefragt, wieso ihnen überhaupt das Tragen einer Waffe erlaubt ist. Und genau dieser Punkt finde ich macht das alles sehr spannend, denn es sind beides keine zuverlässigen Erzähler und es ist nie ganz klar, ob sie tatsächlich in der Lage sind die Ermittlungen nicht vollkommen versemmeln. Beide Charaktere sind vielschichtig und haben mein Interesse geweckt.

Die ganze Zeit haben Schauer und Bruch mit sich selbst zu kämpfen und genau das macht den Großteil der Handlung aus. Aus dem Grund kann ich nur empfehlen mit dem ersten Teil der Reihe zu starten um das alles besser verstehen zu können. 

Der Fall ist total verzwickt und definitiv nicht leicht zu durchschauen. Wie bei anderen Büchern vom Autor waren auch hier die Hinweise auf den Täter eher unscheinbar und leicht zu überlesen. Aus dem Grund habe ich hier sehr genau darauf geachtet was alles passiert bzw. erwähnt wird um ja keine Spur zu verpassen. Zudem versucht hier jemand aktiv die Ermittlungen zu verhindern, was die Spurensuche natürlich erschwert. Teilweise gibt es einige Längen, die die Spannung gedämpft hatten. 

Leider endet das alles in einem Cliffhanger, das heißt der Fall ist nicht in sich geschlossen.  


Fazit

Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Allgemein lässt sich über das Buch schreiben, dass es um menschliche Abgründe geht und es sich definitiv um keine leichte Lektüre handelt. Mir gefallen tiefgründige Krimis in denen es hauptsächlich um zwischenmenschliches und innere Dämonen geht.

Freitag, 10. Mai 2024

#565 Bücherregal - Richter jagen besser

 

 

TitelRichter jagen besser
AutorThorsten Schleif
VerlagHeyne
GenreKrimi
Seiten288 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Siggis Mentor wird auf einmal tot in einem Waldstück gefunden. Da er sich dazu verpflichtet fühlt, begibt er sich nach getaner Arbeit als Amtsrichter auf die Suche nach dem Täter. Dabei unterstützt ihn die Journalistin Robin, doch so wirklich traut er seiner Verbündeten nicht. Zudem tritt er ziemlich schnell diversen Menschen bei seiner Recherche auf die Füße unter anderen der russischen Mafia.

Review

Das Buch kann man gut ohne Vorwissen lesen, da alles nötige an Hintergrundinfos im Laufe der Handlung erwähnt wird. Ich hatte das Buch nahezu in einem durchgelesen, weil ich einfach wissen wollte wie das alles ausgeht. 

Es ist erschreckend wie das deutsche Justizsystem funktioniert und dass vor Gericht nicht immer Recht gesprochen wird. An sich hoffe ich, dass nicht alles was das deutsche Justizsystem in diesem Buch betrifft der Wahrheit entspricht.  Die Vetternwirtschaft bei dem Landgericht an dem Buckmann arbeitet, hindert ihn daran für Gerechtigkeit zu sorgen. Trotzdem lässt er sich nicht unterbekommen und das zeigt einfach mal wieder wie wichtig es ist Richter zu haben, die eben nicht klein beigeben. 

Richter Buckmann ermittelt in seiner Freizeit und hat dieses Mal eine Journalistin an seiner Seite, was ein doch eher ungewöhnliches Duo ergibt. Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive der Beiden erzählt. Sie scheinen komplett andere Ziele zu verfolgen, was das alles total spannend macht. Zudem versucht jemand die Recherchen zu sabotieren und es ist lange Zeit nicht klar warum derjenige genau das macht. Sowohl Buckmann als auch die Journalistin fand ich sympathisch und mir hat das schlüssige Ende gut gefallen. Am liebsten hätte ich sofort weitergelesen, aber die Fortsetzung war zu dem Zeitpunkt noch nicht draußen. Die beiden haben mit ihren Recherchen in ein Wespennest gestochen und ich möchte gerne wissen, was für Konsequenzen das Ganze nach sich zieht.

Der sehr trockene Humor vom Autor hatte mich total gut unterhalten und ich freue mich schon darauf weitere Werke von ihm hoffentlich bald lesen zu können.

Im Taschenbuch gibt es mal wieder einige Leerseiten, was ziemlich ärgerlich ist. 

Fazit

Hierbei handelt es sich um einen leichten Krimi für zwischendurch, den man schnell durchgelesen hat. Gerade der trockene Humor sorgt dafür, dass das doch recht belastende Thema einen nicht ganz so runterzieht.


Freitag, 17. November 2023

#557 Bücherregal - Der braune Nebel(Kurzrezension)

 


TitelDer braune Nebel(2. Band)
AutorJörg Reibert
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi, Historischer Roman
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Berlin, 1930: Kommissar Reinicke wird damit beauftragt einen angeblichen Suizid im Gefängnis aufzuklären. Ihn überrascht es wenig dort auf Emil Bachmann zu treffen, den er vor einiger Zeit selbst verhaftet hatte. Dieser teilte sich mit dem verstorbenen Mithäftling eine Zelle und Reinicke ist davon überzeugt, dass Bachmann für den Tod verantwortlich sein muss. Bachmann war lange Zeit bei der SA und hat nicht nur ein Menschenleben auf dem Gewissen.

Review

CN: Folter, Gewalt

Während dem Lesen hatte ich es richtig bereut nicht mit Band 1 gestartet zu haben. So fehlten mir leider einige Informationen um manche Sachen besser nachvollziehen zu können.

Der Autor zeigt in diesem Buch sehr eindrücklich wie es 1933 in Deutschland zuging. Die SA gewann zunehmen an Macht und konnte somit einfach Menschen ohne richterlichen Beschluss in die Keller der SA sperren und foltern. Dadurch versuchten sie jeden auf ihre Linie zu bringen und sie somit gleichzuschalten. Sie gingen gnadenlos vor und versuchten mit brutaler Gewalt Menschen gefügig zu machen. Hauptsächlich geht hier in der Handlung um die SA und in mir kam ein richtig beklemmendes Gefühl auf während dem Lesen. Vieles was hier geschildert wurde wusste ich noch nicht.
Die Polizei wurde im Gegensatz zur SA immer weiter in ihrer Macht eingeschränkt.
Diese nationalsozialistische Machtergreifung führt in der Bevölkerung zu Angst und Misstrauen, was ich auch beim Lesen immer wieder gemerkt hatte. Niemand weiß was noch passieren wird und am Besten machte man sich quasi unsichtbar.

Vor allem der Charakter Bachmann handelt sehr skrupellos und somit steht er stellvertretend für viele in der SA und SS. Diese waren nur auf ihren eigenen Vorteil aus und ihnen war dabei jedes Mittel recht.
Mit dem Kommissar und seinem Assistenten hatte ich so meine Probleme, denn ihre Arbeit war sehr stümperhaft und teils planlos.
Den Hass und die Verzweiflung vom Kommissar in Bezug auf Bachmann konnte ich richtig spüren.


Fazit

Alles in allem fand ich das Buch recht gut, auch wenn es mir durch die holperige Erzählweise teils recht schwer fiel dem Ganzen zu folgen. Hoffentlich kann ich demnächst auch den 1. Band der Reihe lesen.

Freitag, 18. August 2023

#549 Bücherregal - Roter Rabe

 


TitelRoter Rabe
AutorFrank Goldammer
VerlagDTV
GenreHistorischer Roman/Kriminalroman
Seiten384 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

1951 machte Heller zusammen mit seiner Familie an der Ostsee Urlaub. Direkt danach reiste seine Frau alleine in den Westen um ihren gemeinsamen Sohn zu besuchen. Und genau deshalb macht sich Heller Sorgen, denn eigentlich hatte er mit der Genehmigung ihrer Ausreise nicht gerechnet. Obendrein arbeitet er gerade an einem besorgniserregenden Fall. Zwei junge Zeugen Jehovas werden festgenommen und nehmen sich beide kurz darauf auf dir gleiche Weise ihr Leben. Sie beiden galten als mögliche Spione. Und nach und nach kommen weitere Menschen ums Leben.

Review

Dank dem detaillierten Schreibstil konnte ich mir alles gut vorstellen. Immer wieder gibt es Zeitangaben, die für einen guten Überblick und eine Struktur sorgen. Mir fiel es richtig schwer das Buch aus der Hand zu legen, weshalb ich es auch relativ schnell durchgelesen hatte.

Max Heller ist auch dieses Mal sehr sympathisch und lässt sich nicht von seinen Zielen abbringen.
Seine Frau besucht in diesem Teil ihren gemeinsamen Sohn im Westen und da wohl einige solche Ausflüge nutzten um dort zu bleiben wird natürlich viel gemunkelt. Zudem sieht das Regime solche Verbindungen nicht gerne. Und dann hat sich auch noch die Demenz der alten Dame verschlechtert und anderes belasten den Ermittler. Und dann sticht er während den Ermittlungen in ein Wespennest und versteht scheinbar nicht, dass das auch für seine Familie und Bekannten negative lebensbedrohende Konsequenzen haben kann.
Der Autor zeigt sehr eindrücklich wie das Leben in den 50ern in Ostdeutschland war. Man konnte aufgrund der politischen Lage niemandem trauen und vor allen jene mit Verbindungen nach Westdeutschland machten sich verdächtig. Denn jeder hatte Angst vor dem Westen und dem möglichen Einsatz einer Atombombe.
Verschiedene Geheimdienste sabotierten die Polizeiarbeit, was aber nicht immer ganz so offensichtlich war.
Die Atmosphäre ist durchgehend angespannt und passte somit sehr gut zu dieser Zeit. Es herrschten einmal Angst, Armut und Misstrauen und niemand wollte auffallen, geschweige denn durch Nachfragen auffallen. Die DDR hat um den Zeitraum ihren Anfang und Kritik war schlichtweg nicht erwünscht.
Während dem Lesen habe ich somit nicht nur einiges über die Figuren, sondern auch über die Gesellschaft gelernt. Der recht komplexe Kriminalfall spielt nur eine Nebenrolle, was mich aber nicht gestört hatte.

Das Ende war für mich nicht schlüssig, es war schlichtweg zu wuchtig und aufgesetzt. Ein einfaches Ende hätte hier definitiv besser gepasst.


Fazit

Am liebsten würde ich sofort den nächsten Teil der Reihe lesen, jedoch soll mich diese noch eine ganze Zeit lang begleiten. Schließlich gehört der Genremix zu meinen absoluten Lieblingen und bisher habe ich noch nicht viele Alternativen finden können. Das Buch lässt sich auch ohne Vorwissen lesen.

Freitag, 11. August 2023

#547 Bücherregal - Richter morden besser

 

TitelRichter morden besser
AutorThorsten Schleif
VerlagHeyne
GenreKrimi
Seiten305 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Siggi Buckmann hatte ganz romantische Vorstellungen vom Richterberuf und dementsprechend desillusioniert ist er nun als Amtstrichter. Mittlerweile hat er es aufgegeben sich Mühe zu geben und so macht er noch das nötigste. Doch dann stirbt plötzlich ein ihm bekannten obdachloser Junkie und Siggi ist fassungslos, dass scheinbar niemand seinen Tod aufklären will. Deshalb entschließt er sich dazu auf eigene Faust zu handeln und er weiß genau wie sein Job als Amtsrichter ihm dabei helfen kann.

Review

Das Buch hatte ich in einem durch gelesen, weil mich die Handlung so sehr fesseln konnte. Ich wollte schlichtweg wissen was es mit dem Titel auf sich hat und inwiefern der Amtsrichter damit zu tun hat. Schließlich wirkt dieser nicht so, als könnte sich der Titel auf ausgerechnet ihn beziehen. Zudem war ab einem Punkt die Spannung so hoch, dass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Hierbei handelt es sich um den Auftakt einer Reihe und das merkt man leider an der ein oder anderen Stelle recht deutlich. Vor allem merkt man es an der Tatsache, dass der Autor erst einmal ganz ausführlich erklären muss wo das ganze passiert und natürlich wer die Personen überhaupt sind um die es geht. Hauptsächlich geht es also darum was alles passiert ist, ehe der Richter angefangen hatte zu morden. Genau dieser Umstand hatte mich brennend interessiert, denn was veranlasst jemand mit dieser Berufswahl so gegen all seine Prinzipien zu verstoßen? Und dann war mir von Anfang nicht schlüssig wie der Autor das alles umsetzen möchte. Schließlich würde er ja wahrscheinlich nicht den Titel 1:1 umsetzen und den Richter die Taten direkt vollziehen lassen. Das wäre dann in meinen Augen eine viel zu banale Auflösung des Ganzen gewesen.

Der Amtsrichter zweifelt aufgrund der Vorkommnisse an seiner Berufswahl und dem Justizsystem. In seinen Augen kommen viele Wiederholungstäter mit einem blauen Augen davon, während andere zur Abschreckung bei der ersten Tat hohe Strafen bekommen. Und er hat den Verdacht, dass die Polizei bei manchen Bevölkerungsgruppen weniger ausführlich ermittelt und das erstbeste Ermittlungsergebnis nutzt. Was das betrifft hatte ich mich die ganze Zeit gefragt, wie ausgerechnet ein Amtsrichter etwas an den beiden gut bekannten Umständen etwas ändern möchte.

Mich erschreckt es immer wieder zu lesen wie an den Gerichten und vor allem Amtsgerichten die Urteile gefällt werden. Der Autor zeigt hier wie willkürlich teilweise Recht gesprochen wird und das im Willen des Volkes. Hier sollte definitiv genauer hingeguckt werden und es ist echt schade, dass manche Tatsachen schlichtweg hingenommen werden von manchen.

Fazit

Alles in allem hat mir das Buch recht gut gefallen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Es ist definitiv mal etwas anderes als die Justizkrimis, die ich sonst lese und dementsprechend gespannt bin ich auf all das was in dieser Reihe noch passieren wird.


Freitag, 4. August 2023

#545 Bücherregal - Der stumme Tod

 

  

   


TitelDer stumme Tod(Gereon 2. Fall)
AutorVolker Kutscher
VerlagKiwi Verlag
GenreHistorischer Roman/Krimi
Seiten544 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Im März 1930 wurde eine Schauspielerin während der Dreharbeiten im Filmstudio von einem Scheinwerfer erschlagen. Schnell kommt der Verdacht aus, dass das ganze kein tragischer Unfall war. Auf seiner Suche nach dem Täter lernt der Kommissar Gereon Rath jede Menge über das Filmgeschäft. Und wie sehr das vom neuartigen Tonfilm aufgewirbelt wird und sich immer mehr verändert.

Review



In den 20er und 30er Jahren verändert sich Deutschland vieles, wovon natürlich nicht alle begeistert sind. Der Tonfilm löst nach und nach den Stummfilm ab und bringt vor allem kleine Kinos und Produktionsfirmen in Bedrängnis. Genau diesen Aspekt fand ich unglaublich spannend, denn allzu oft vergisst man ja wie viel Geld und Aufwand so ein Film beansprucht und wie viele Arbeitsplätze daran hängen. Dementsprechend nachvollziehbar ist es, dass viele große Angst vor Veränderungen haben. Schließlich kann nicht jede kleine Firma das nötige Geld aufbringen um mit den anderen mitzuhalten.




Rath hat nach wie vor Probleme damit sich an das Leben in Berlin zu gewöhnen. Zudem kommt seine Art zu ermitteln bei seinen Vorgesetzten absolut nicht gut an. Er hat nun einmal keine Probleme damit Gesetze zu brechen um an Informationen zu kommen.
Auch dieses Mal gibt es vielschichtige Charaktere.

Dank der bildhaften Beschreibungen konnte ich mir alles gut vorstellen. Teilweise sind diese sehr ausufernd, was mich jedoch nicht gestört hatte. Ich konnte viel über diese Zeit lernen. Die Ermittlungsarbeit steht im Vordergrund und es ist richtig interessant, wie das alles damals ablief. Die Morde sind recht erschreckend und ich hatte oft das Gefühl, als wäre dem Täter jedes Mittel recht um an sein Ziel zu kommen.

Im Gegensatz zum vorigen Band haben nun die Nationalsozialisten viel mehr Macht, während die Polizei und andere Politiker diese nach und nach verlieren. Was natürlich beängstigend ist und die große Frage aufwirft, wie es weitergehen wird.

Die Handlung an sich wirkt in sich stimmig und realistisch. Ich fand es nur komisch, dass die Vorgesetzten das Verhalten von Rath duldeten. Er tanzt sehr aus der Reihe und das in diesen Jahrzehnten gar nicht gerne gesehen. Dadurch wirkt er oft aus der Zeit gefallen mit seinem Verhalten, was mich dann doch irritiert hatte beim zuhören.

Viele verschiedene Handlungsstränge führen einen durch das Buch. Obwohl der Mörder relativ früh herausgefunden wird, blieb das alles spannend bis zum Schluss. Mir fiel es deshalb richtig schwer das Hörbuch zu pausieren, da ich schlichtweg wissen wollte wie das alles weitergeht.

Fazit

Mir hat das Buch definitiv gut gefallen und ich freue mich immer darüber, wenn ich einen gelungen Mix aus historischer Roman und Krimi lesen kann.



Freitag, 21. Juli 2023

#542 Bücherregal - Der nasse Fisch

  

   


TitelDer nasse Fisch(Gereon 1. Fall)
AutorVolker Kutscher
VerlagKiwi Verlag
GenreHistorischer Roman/Krimi
Seiten496 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Kommissar Gereon Rath wird nach Berlin ins Sittendezernat versetzt und ihm kommt es so vor, als wäre er in eine andere Welt katapultiert wurde. 1929 hat das Nachtleben die Stadt fest im Griff und das Kokain fordert seinen Tribut. Doch anstatt etwas dagegen zu unternehmen, wird es schlichtweg toleriert. Gereon macht den großen Fehler sich in Ermittlungen des Morddezernates einzumischen.

Review

Der Auftakt der Reihe spielt um 1929 und er hat definitiv mein Interesse geweckt. Es geht um die goldenen 20er Jahre in Berlin und der Autor investiert richtig viel Zeit um den Leser mit dem Setting vertraut zu machen. Das führt leider auch dazu, dass die Spannung eher niedrig bleibt. Dafür lernt man jedoch eine Menge über die Stadt und kann nachvollziehen, warum die Polizei nicht immer wie gewünscht handelt. Und warum Gereon dort mit seiner Art eben ständig aneckt.

Die Mischung aus historischen Roman und Krimi ist wirklich gut gelungen. Für mich wirkte das beschriebene authentisch und ich konnte mir alles dank der bildhaften Beschreibungen gut vorstellen.

Das schillernde Nachtleben zieht immer mehr Menschen in ihren Bann und die Verbrecherraten nehmen zu. Der Autor zeigt hier ein sehr düsteres Bild von Berlin in dem Drogen und viele Tote eine Rolle spielen. Gefühlt hat niemand groß Interesse daran genau das zu verhindern, da Kokain zu dieser Zeit auf dem Vormarsch ist und davon viele Menschen Vorteile haben.

Der Nationalsozialismus ist zu dieser Zeit auf dem Vormarsch und die Politik an sich übt sehr viel Druck auf die Polizei aus. Sie mischt sich ständig in Ermittlungen ein oder versucht diese aktiv zu verhindern. Es ist wirklich erschreckend wie alles in dieser Zeit vonstatten geht und nur weil manche Angst vor berechtigten Konsequenzen für ihre Taten hatten.

Der Fall an sich ist recht komplex und ich musste aufmerksam zu hören um den Überblick zu behalten. Es gibt recht viele Handlungsstränge und dementsprechend viele Orte und Personen, die man sich merken muss.

Zudem muss sich Gereon erst einmal in Berlin zurecht finden und da er kein einfacher Zeitgenosse ist, dauert das ziemlich lange.

Fazit

Mich hat das Hörbuch definitiv gut unterhalten und ich freue mich schon darauf demnächst einen weiteren Teil lesen zu können. Ich liebe einfach den Mix aus historischen Romanen und Krimis in denen man jede Menge über die damalige Gesellschaft lernt.

Freitag, 19. Mai 2023

#533 Bücherregal - Die Unwerten

        




TitelDie Unwerten(Hannah Bloch, 1 Teil)
AutorVolker Dützer
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi
Seiten478 Seiten
Meine Bewertung
 3/5


 Inhalt

1939: Hannah Bloch geht in Frankfurt am Main zur Schule und bisher wusste in ihrer Schule noch niemanden von der Epilepsie. Was an sich gut so ist, denn durch diese Erkrankung würde sie als erbkrank gelten und das würde direkt den Behörden gemeldet werden. Doch ausgerechnet während dem Unterricht bekommt sie einen Krampfanfall und aufgrund ihres aufsässigen Verhaltens wird das direkt bei der zuständigen Behörde angezeigt. Ihre Mutter muss nun mit ihr zu einem Gutachter, der darüber entscheidet ob sie in eine der vielen Anstalten speziell für erbkrankte überstellt werden soll.

Review

Auf dieses  Buch hatte ich mich im Vorfeld richtig gefreut, da ich unheimlich gerne historische Kriminalromane lese. Hier geht es zudem unter anderen um Euthanasie und den II. Weltkrieg und zu beiden Themen habe ich schon einige Sachbücher gelesen. Dadurch waren mir viele der genannten Fakten im Laufe der Handlung vertraut. Es ist wirklich schade wie wenig Bücher zu dem Thema Euthanasie existieren, dabei ist es enorm wichtig die Menschen über genau so etwas zu informieren. Am 01. Januar 1934 trat das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses in Kraft und besiegelte somit das Schicksal von mehr als 300.000 Menschen, die im Zuge von T4 einen so genannten Gnadentod erhielten.

Am Ende des Buches erklärt der Autor warum es ihm so schwer fiel darüber zu schreiben und welche Zeitzeugenberichte er für seine Handlung genutzt hatte. Es ist einfach nur erschreckend wie viele Hannah Blochs Schicksal teilten und wie das Projekt T4 als Gnadentod deklariert wurde. Mich hat das alles unfassbar wütend gemacht und im Laufe der Handlung wird das alles nicht nur einmal aus der Sicht eines Arztes erzählt, der sich aufgrund des Drucks von oben immer mehr verändert. Leider ist diese Sichtweise immer noch in vielen Köpfen verankert, was einfach nur erschreckend ist.

Aber nicht nur Euthanasie spielt eine große Rolle, sondern auch der II. Weltkrieg im Allgemeinen und wie es nun einmal war als Halbjüdin zu dieser Zeit aufzuwachsen. Zudem fiel es Hannah Bloch unglaublich schwer sich unterzuordnen und sich den neuen Begebenheiten anzupassen. Aufgrund ihres Alters ist ihr gar nicht bewusst, dass sie mit dem Feuer spielt und nicht nur ihr Leben riskiert.

Was mir jedoch weniger gut an der Handlung gefallen hatte war die Glückssträhne von Hannah Bloch. Und nicht weil ich ihr all das nicht gönne, sondern die schiere Wucht der günstigen Fügungen lassen all das Geschehene unwirklich erscheinen. Zudem drückt es enorm die Spannung nach unten, da letztendlich Hannah ohne jegliche Blessuren davon kommt. 

Zudem werden hier rund 10 Jahre aus Hannahs auf doch recht wenigen Seiten beschrieben, weshalb teilweise die Handlung im Zeitraffer abläuft. Das wirkt deshalb so komisch, weil teilweise einige Abschnitte sehr detailliert beschrieben werden und dann alles Schlag auf Schlag kommt. Hier hätte mir ein ausgeglicheneres Erzähltempo besser gefallen.

  
Fazit

An sich war die Handlung ganz okay und nachvollziehbar, jedoch hat mir schlicht und ergreifend das gewisse Etwas gefehlt. Zudem gab es zu viele glückliche Fügungen, die das alles recht unrealistisch erschienen ließen.

Freitag, 12. Mai 2023

#532 Bücherregal - Eine Nacht im Juli

 



TitelEine Nacht im Juli
AutorKarin Joachim
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi/Ahrkrimi
Seiten280 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5



 Inhalt

Aufgrund der Flutkatastrophe zieht die Tatortfotografin erst einmal in das Haus eines Bekanntes in die Eifel. Dort stößt sie während einem Spaziergang mit ihrem Hund Usti auf ein herunter gekommenes Gebäude. Da es ihr Interesse geweckt hat versucht sie mehr darüber heraus zu finden und erfährt, dass dort jemand zu Tode kam. Und wie der Zufall es so will passiert kurz darauf in der Gegend ein Mord, der ausgerechnet mit diesem Gebäude im Zusammenhang steht. Nicht nur einmal verschlägt es Jana aufgrund der Ermittlungen in das Flutgebiet.

Review

Wie der Klappentext schon verrät ist auch die Tatortfotografin Jana Vogt von der Ahrtalflut im Juli 2021 betroffen. Deshalb verschlägt es sie in die Eifel und wenn man eins dort in dieser abgelegenen Gegend nicht erwartet, dann ist es ein Mordfall. Auch Jana hatte nicht damit gerechnet ausgerechnet dort mit so etwas konfroniert zu werden. 

Allen Anschein nach spielt hier ein in die Jahre gekommenes Haus eine große Rolle. Egal wen Jana dazu im Ort befragt, ständig wird sie mit einer Mauer des Schweigens konfroniert. Doch wie schon in den anderen Bänden lässt sie sich davon nicht beeindrucken und versucht hartnäckig näheres über das Haus in Erfahrung zu bringen. 

Und ausgerechnet dieser Mordfall führt dazu, dass sie zusammen mit ihrem Freund Clemens in die flutbetroffenen Gebiete fahren muss. Mir war während dem Lesen mehrfach ein Schauer über den Rücken gelaufen, weil mir immer wieder die Fotos und Videos von kurz nach der Flut in den Sinn kamen. Auch der einprägsame Geruch drängte sich mir immer wieder auf. Die Autorin geht hier nicht übermäßig ins Detail, was mir ganz recht war. An sich erzeugen die Szenen in dem zerstörten Gebiet für ein sehr beklemmendes Gefühl. Und nicht nur einmal war es unangenehm den Ermittlungen zu folgen, schließlich werden hier nicht nur einmal fiktive Flutbetroffene befragt. Ab und an musste ich das Buch beim Lesen auf die Seite legen, weil es mich emotional dann doch sehr mitgenommen hatte. Zudem fällt es verständlicherweise weder Jana noch Clemens leicht unter diesen Umständen zu arbeiten.
Besonders gut hat mir die Komplexität von dem Fall zugesagt. Es ist immer wieder schön, wenn man während dem Lesen miträtseln kann und der Täter gar nicht so leicht zu ermitteln ist.

Wie auch in den vorigen Bänden gibt es unglaublich viel Lokalkolorit. Während dem Lesen habe ich eine Menge über das Ahrtal und auch die Wachholderheide gelernt. Die Beschreibungen der Menschen und der Landschaft empfand ich als passend und sie spiegeln teils auch meine eignene Eindrücke wieder. Es ist auf alle Fälle schön mal einen Krimi zu lesen, der genau in diesem Teil der Eifel stattfindet. Denn dort ist wirklich alles sehr idyllisch und ruhig und dementsprechend wenig passt in das Bild ein Mordfall.

Fazit

Alles in allem fand ich den Krimi gelungen. Die Autorin selbst ist Betroffene von der Ahrtalflut 2021 und somit flossen auch eigene Erlebnisse mit in die Handlung. Bei mir hat das Buch definitiv ein beklemmendes Gefühl hinterlassen.

Sonntag, 5. März 2023

#524 Bücherregal - Kakerlaken(Kurzrezension)

 


TitelKakerlaken(Harry Hole 1. Fall)
AutorJo Nesbø
VerlagUllsteinverlag
GenreKrimi
Seiten432 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Harry Hole soll die thailändische Polizei dabei unterstützen, den Mord an dem schwedischen Botschafter in Bangkok aufzuklären. All das soll natürlich kein Aufsehen erregen und möglichst schnell von statten gehen. Während den Ermittlungen deckt er nicht nur einmal etwas auf, was besser nicht an die Öffentlichkeit kommen sollte. 

Review

Mal wieder rutscht Hole in die Ermittlungen rein und fragt sich ständig, warum ausgerechnet er für diesen brisanten Fall ausgewählt wurde. Denn um herauszufinden wer für all das verantwortlich ist muss er in diversen Wespennestern herumstochern und einige Leute gegen sich aufbringen. Weshalb der Verdacht nahe liegt, dass ihn irgendeiner loswerden will. Und während seiner Arbeit kann er sich von dem Gedanken einfach nicht befreien.

Wie schon in dem vorigen Band macht Hole wieder sein Suchtverhalten zu schaffen und nicht nur einmal ist er geneigt dem nachzugeben. Immerhin sind die Arbeiten anstrengend und scheinbar möchte einer diese sabotieren. Genau das macht die Ermittlungsarbeiten so spannend und bis zum Ende war nicht klar, ob es ihm wirklich gelingen wird die Tat aufzuklären.

Dank der bildhaften Beschreibungen konnte ich mir Bangkok und die vielen Charaktere gut vorstellen. Der Autor äußert sich nicht nur einmal gesellschaftskritisch in diesem Buch und es ist schön, dass er offen auch das Verhalten der Europäer kritisiert. 


Fazit

Im gesamten hat mir der Krimi wirklich gut gefallen und ich freue mich schon darauf demnächst weitere Bände lesen zu können. 
 

Sonntag, 5. Februar 2023

#520 Bücherregal - Die alte Dame am Meer(Kurzrezension)

       




TitelDie alte Dame am Meer
AutorAnna Johannsen
VerlagEdition M
GenreKrimi
Seiten351 Seiten
Meine Bewertung
 3/5


 Inhalt

Bei der zweiten Leichenschau kurz vor der Einäscherung fällt auf, dass Gesa Jansen offensichtlich ermordet wurde. Sie ist vermögend, liegt aber seit Jahren mit mehreren Familienmitgliedern im Clinch. Weshalb nicht nur diese unter Verdacht geraten, sondern auch der Arzt von der ersten Leichenschau und viele weitere. Im Laufe der Ermittlungen gerät sogar der Vater von Lena Lorenzen in Verdacht, weshalb sie alles daran setzt diesen so schnell wie möglich aufzuklären.

Review

Hauptsächlich geht es hier um die Familiengeschichte der alten Dame.

In den vorigen Bänden nahm mir das Privatleben von Lena Lorenzen zu viel Platz ein, was aber dieses Mal nicht der Fall war. Genau das war wirklich angenehm, denn ich lese ja Krimis hauptsächlich wegen den Fällen.

Vor allem die Informationen über die Kunstszene der 50er fand ich interessant, aber auch total bedrückend. Es ist und bleibt nun einmal sehr schwer sich zu etablieren in so einer Szene und deshalb wundern mich die Vorgänge in diesem Buch wenig.


Die Befragungen stehen die ganze Handlung über im Vordergrund, was diese recht zähflüssig macht. Zudem herrscht durchgehend eine ruhige Atmosphäre, was diesen Eindruck noch verstärkt. An sich gibt es wenig Abwechslung und wie in den anderen Bänden lässt sich ein Muster erkennen. Entweder wird etwas gegessen oder es sitzt mal wieder wer am Strand oder es wird Tee getrunken. Natürlich gehört das alles zu einer Geschichte, jedoch könnte dabei wenigstens etwas spannendes passieren. Selbst wenn es um die Ermittlungen an sich geht, gibt es viel zu Abwechslung. Mir war das alles viel zu seicht.

Ansonsten war es mir viel zu wenig Lokalkolorit für einen Krimi, der auf Sylt spielt. Er hätte auch auf einer der anderen Inseln spielen können, denn wirklich aussagekräftige Beschreibungen über Orte und Personen waren schlichtweg zu knapp um ein eindeutiges Bild abzuliefern.


Lena als Hauptcharakterin wirkte mir hier viel zu eindimensional und gefühlslos. Die Dialoge wirkten an sich meist viel zu gestellt und es kam kein Redefluss auf. An sich hatte ich oft überlegt den Band einfach abzubrechen, jedoch wollte ich wissen wie es mit Lena und Erck weitergeht und es war der einzige, der mir in der Reihe noch fehlte.
  
Fazit

Hierbei handelt es sich um einen unblutigen Krimi, der sich gut für zwischendurch eignet. Und ohne Vorwissen gelesen werden kann.



Sonntag, 1. Januar 2023

#512 Bücherregal - Das Mädchen am Strand(Kurzrezension)

 


TitelDas Mädchen am Strand
AutorAnna Johannsen
VerlagEdition M
GenreKrimi
Seiten349 Seiten
Meine Bewertung

 Inhalt

Die 14-jährige Maria ist verschwunden, deren Familie einer Freikirche angehört. Sowohl die Mitglieder als auch ihre Eltern wollen den Polizisten nicht bei der Suchaktion helfen. Selbst als das Mädchen tot am Strand aufgefunden wird und alles nach Suizid aussieht, hüllen sie sich in Schweigen. Als dann im Laufe der Ermittlungen herauskommt, dass dieses gar nicht stimmt wirft das Fragen auf. Nicht nur die zermürbende Ermittlungsarbeit macht der LKA-Beamtin Lena Lorenzen zu schaffen, sondern auch ihr Privatleben. Denn seit einiger Zeit ist sie wieder mit ihrer Jugendliebe Erck zusammen, doch ihr fällt es schwer Platz in ihrem Leben für ihn schaffen.

Review

Diesen Krimi kann man gut ohne Vorwissen lesen.

Der Fokus liegt hauptsächlich auf den Vernehmungen. Das Setting mit der Sekte fand ich ganz interessant und über diese hätte ich gerne mehr erfahren.

An sich ist es ein recht komplexer Fall, bei dem es recht viele Verdächtige gibt. Mir fiel es recht schwer den Überblick zu behalten, da man über die meisten recht wenig erfährt und diese bleiben dadurch blass und austauschbar. Zudem verhalten sich viele recht stereotypisch, weshalb ihr Verhalten vorhersehbar war.

Mittlerweile bin ich richtig froh darüber, dass ich erst viel später in die Reihe eingestiegen bin und zwar mit Band 4. Hier in diesem Band ist mir mal wieder aufgefallen wie dialoglastig die einzelnen Kapitel sind. Und wie schwer es ist deshalb der Handlung zu folgen. Ich musste schon sehr aufmerksam lesen um nicht mittendrin den Faden zu verlieren. Es wird leider ziemlich selten erwähnt wer was sagt und wie sich diejenigen dabei fühlen, oder auf welche Weise das gesagt wird.

Die Aufklärung kam aus dem Nichts und auch sonst war es recht schwer mitzurätseln, da es zu wenige Hinweise gab. Zumal ab einem Punkt nur noch eine Vermutung eine Rolle spielt, weshalb irgendwann klar war auf was das alles hinauslaufen wird. Leider gibt es hier keinen Twist, was einfach nur schade ist.

Mir war das Opfer namens „Maria“ nicht greifbar genug. Jeder sah sie anders und anstatt das zu thematisieren ging es um das Privatleben der Ermittler. Was in meinen Augen dieses Mal viel zu viel Platz einnahm und sich unangenehm in den Vordergrund drängte.

Bisher fand ich Lorenzen als Ermittlerin ganz okay, jedoch war sie mir in diesem Band alles andere als sympathisch. Sie war viel zu ehrgeizig und hatte kein Verständnis für ihren Freund Erck. Wenn ich an dieser Stelle angefangen hätte mit der Reihe, dann hätte ich definitiv nicht weiter gelesen. Weder die Handlung noch die Hauptcharaktere konnten mich begeistern.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich schreiben, dass der Krimi mich jetzt nicht überzeugen konnte. Mir war er schlichtweg zu dialoglastig und mir fehlte die Möglichkeit mitzurätseln.

Freitag, 23. Dezember 2022

#510 Bücherregal - Juwelennächte

   

  


TitelJuwelennächte(Jana Vogt/Ahrkrimi #4)
AutorKarin Joachim
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi/Lokalkrimi/Ahrkrimi
Seiten280 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Bei einem Besuch der Ahr-Thermen trifft die Tatortfotografin Jana Voigt auf den Journalisten Daniel Bender. Am nächsten Tag wird dieser von Passanten tot auf einer Parkbank aufgefunden. Bender befasste sich mit den Machenschaften einer kriminellen Gruppierung und scheinbar wusste nicht nur das LKA davon. Jana recherchiert in einem Fall, der sich während den 50ern in Bad Neuenahr rund um die Bundespressebälle ereignete. Damals wurde ein Collier geklaut, was ausgerechnet jetzt wieder auftaucht.

Review

Das Buch lässt sich gut ohne Vorkenntnisse lesen. 

Dieses Mal geht es unter anderen um einen Mordfall aus den 50ern, der eventuell mit einem aktuellen in den Ahr-Thermen zusammen hängt. Es ist interessant zu lesen wie Jana versucht an Informationen zu gelangen. Schließlich liegt der erste Mordfall schon einige Jahrzehnte zurück und ist nicht ohne Grund bislang ungelöst. 

Mal wieder wird es bei der Recherchearbeit für Jana selbst gefährlich, schließlich möchte jemand die Aufklärung um jeden Preis verhindern. Zeitweise hatte ich richtig Angst deswegen, denn im Gegensatz zu Clemens scheint Jana solche Situationen oft zu unterschätzen. Und was das betrifft scheint sie obendrein ziemlich beratungsresistent zu sein.

An einigen Stellen hatte ich richtig Angst um Jana und deshalb konnte ich das Buch zeitweise kaum aus der Hand legen. Immer wieder gab es falsche Fährten und ich musste schon sehr aufmerksam lesen um nichts wichtiges zu verpassen. Deshalb hat das miträtseln richtig Spaß gemacht, einfach weil es so viele Hinweise gab und nicht alle brauchbar waren. 

Mir hat besonders gut der detaillierte Schreibstil und das Lokalkolorit gefallen. An sich gehört das zu den Regiokrimis dazu, nur leider sehen das nicht alle Schreiberlinge so. Ich habe auf alle Fälle während dem Lesen eine Menge über die Kurstadt und dem Rheintal rund um Bonn erfahren. 

Hauptsächlich ging es dieses Mal um das Leben in dieser Region in den 50ern. Und wie der Bundespresseball in Bad Neuenahr war. An sich stelle ich es mir logistisch sehr schwierig vor die Fahrten in das doch sehr enge Ahrtal zu organisieren. Schließlich hatten ein paar Menschen Interesse an den Reichtümern der Teilnehmenden. Und die Polizei hatte zu dem Zeitpunkt noch lange nicht die Möglichkeiten wie heute. 

Was mich am Ende überrascht hatte war, wir komplex der Fall an sich war. Er war gar nicht so leicht zu lösen wie gedacht und bei den wenigen Seiten hatte ich damit definitiv gerechnet. Jana überschreitet dafür mehrfach ihre Befugnisse, womit sie sich nicht nur einmal Ärger einhandelt. Zudem hat sie aufgrund vergangener Ereignisse immer mehr mit Selbstzweifeln zu kämpfen und hat privat einige Probleme. Ich finde es schön, dass auch diese Aspekte in der Reihe eine Rolle spielen, denn sie hauchen den Charakteren leben ein. 

Bezüglich der Rahmenhandlung rundum Jana und Clemens bleibt es spannend. So ganz ist gar nicht klar in welche Richtung sich das alles entwickeln wird. Das was angedeutet wird, hatte mich nachdenklich gestimmt. Auf alle Fälle bin ich deshalb sehr gespannt auf den fünften Fall der Reihe. 

Fazit

Alles in allem handelt es sich hierbei um einen ruhigeren Ahrtalkrimi, bei dem man eine Menge über die Region lernt. Mich konnte die Handlung so sehr fesseln, dass ich ihn innerhalb von zwei Tagen durch gelesen hatte.

Freitag, 25. November 2022

#504 Bücherregal - Rheinlandbastard

     




TitelRheinlandbastard
AutorDieter Aurass
VerlagHeyne Verlag
GenreKrimi
Seiten273 Seiten
Meine Bewertung
 3/5


 Inhalt

In Coblenz am Rhein war im Jahr 1924 in der französischen Besatzungszone. Während dieser Zeit kam es zu einer Mordserie, der ausschließlich Soldaten zum Opfer fielen. Die Hintergründe dieser Taten soll ein französischer Ermittler aufdecken, doch so wirklich weit kommt er nicht. Deshalb holt er sich Hilfe bei einem deutschen Polizisten, der aber in seinen Augen viel zu jung ist für diese Art von Arbeit. Dieser bittet seine französische Freundin um Hilfe, die in einem Lazarett tätig ist. Denn er hat die Vermutung, dass nicht die Deutschen Schuld am Tod der Soldaten sind. 

Review

Der Regiokrimi ist relativ kurzweilig und ich hatte ihn schnell durchgelesen. Wenn mir eins hieran gefallen hat, dann ist es der gelungene Genremix. Die Figuren und das Setting wirken sehr realistisch und ich konnte mir alles gut vorstellen. Durchgehend herrschte eine hoffnungslose und bedrückende Stimmung, was nicht nur an der angespannten Lage zwischen den Besatzern und den Bewohnern der Region rund um Koblenz lag. Hier schien zu dieser Zeit großes Misstrauen geherrscht zu haben und so ist es nicht verwunderlich, dass die Ermittlungen sich als schwierig gestaltet hatten. Zudem haben wirklich viele ein Tatmotiv, doch wem kann man die Taten letztendlich nachweisen?

Der Autor bedient sich historischen Ereignissen, über die bisher relativ wenig bekannt ist. Während dem Lesen habe ich eine Menge über diese Zeit gelernt. Obwohl im Geschichtsunterricht ausführlich über den I. Weltkrieg geredet wurde, hatte ich bisher von den geschilderten Gegebenheiten in diese Buch noch nichts gehört. Und das obwohl ich in der Region rund um Koblenz aufgewachsen bin und somit auch über die französische Besatzung geredet wurde.

Der französische Ermittler muss ausgerechnet mit deutschen Polizisten und einem Rechtsmediziner zusammen arbeiten. Doch kann er diesen wirklich trauen? Die Spannung baut sich nach und nach auf und es hat mir Spaß gemacht mit zu rätseln. Ständig gab es neue vielversprechende Spuren. Zudem mag ich es Geschichten zu lesen, in denen menschliche Abgründe eine Hauptrolle spielen. 

Zwischendurch gab es ein paar sehr lustige Szenen, die die Stimmung etwas auflockern und somit wirkt alles nicht ganz aussichtslos.

Leider fehlten detailreiche Ortsbeschreibungen, was für mich zwingend zu einem Regiokrimi dazu gehört. Schließlich spielt es ja schon eine große Rolle wo sich das alles zugetragen hat. Zudem hätte ich gerne noch mehr über den Fall gelesen und ich vermute 100 zusätzliche Seiten hätten dem Krimi mehr Leben eingehaucht.

Fazit

Während dem Lesen hatte ich oft die Zeit vergessen und ich finde es wirklich schade, dass der Krimi so wenige Seiten hatte. Das ist auch mit der Hauptgrund warum es nur 3 von 5 Sternen gibt. Mir haben schlichtweg die Details und das gewisse Etwas gefehlt.

Freitag, 16. September 2022

#488 Bücherregal - Der Mann in den Dünen

    







TitelDer Mann in den Dünen(9. Fall Lena Lorenzen)
AutorAnna Johannsen
VerlagEdition M
GenreKrimi/Nordseekrimi
Seiten365 Seiten
Meine Bewertung
4/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Schon einige Zeit arbeitet Lena Lorenzen schon wieder nach ihrer Elternzeit bei der Polizei. Doch der Schreibtischjob langweilt sie und deshalb entschließt sie sich zusammen mit ihrem Chef dazu wieder im Außendienst tätigt zu werden. Der erste Einsatz hat es jedoch ganz schön in sich, denn ein Hamburger Reeder ist verschwunden. Und die erwachsenen Kinder zeigen sich alles andere als kooperativ gegenüber der Polizei. Die Blutspuren am Strand deuten daraufhin, dass dem Reeder etwas zugestoßen ist. Als der Entführer die Kinder kontaktiert, entscheiden sie sich doch dazu der Polizei entgegen zu kommen. Ihr Vater war vor einiger Zeit den Jakobsweg pilgern und hatte dort entschlossen die Reederei und sein Leben umzukrempeln. Hängt das vielleicht mit seinem Verschwinden zusammen?

Review

Der 9. Teil der Reihe lässt sich gut ohne Vorwissen lesen. Alle relevanten Informationen erfährt man im Laufe der Handlung.

Während dem Lesen war mir immer aufgefallen wie schwer es Lena fiel wieder Ermittlungen zu führen. Obwohl sie sich offensichtlich nichts sehnlicher gewünscht hat, scheint es einfach nicht mehr in ihr Leben zu passen. Mit Kind ändern sich nun einmal die Prioritäten und da wundert es mich wenig, dass sie mit ihrem Entschluss wieder im Außendienst zu arbeiten hadert. Mir gefällt auf alle Fälle das Bild, das hier von ihr gezeichnet wird. Sie wirkt in diesem Band unglaublich nahbar und verletzlich und man lernt eine neue Seite von ihr kennen, die im starken Kontrast zu der sonst starken Ermittlerin steht.

Lena und Johann ergeben ein sehr harmonisches Team, was sich normalerweise recht gut abstimmt und an einem Strang zieht. Beide befinden sich an einem recht ähnlichen Punkt im Leben und verstehen sich privat gut. Wobei man hier im Band merkt, dass sie erst einmal nach der Pause wieder zueinander finden müssen und die Kommunikation teilweise aufgrund privater Probleme hakt. 

Besonders überraschend war für mich die Anzahl der Tatverdächtigen, die alle ein recht schlüssiges Motiv hatten. Zudem erschienen sie mir nicht sehr kooperativ und ganz so als hätten sie sehr dunkle Geheimnisse. Wer profitiert alles von dem Tod? 

Aufgrund der vielen überraschenden Wendungen wird die Spannung konstant oben gehalten. Aus dem Grund hat es mir richtig Spaß gemacht mitzurätseln. 

Durch den relativ vielen Dialog konnte ich das alles gut weg lesen, jedoch war dadurch dieser Teil trotz der Seitenanzahl recht kurzweilig. Es erstaunt mich immer wieder wie schnell ich die Bücher dieser Autorin durch gelesen habe. 

Leider sind einige Vorkommnisse aufgrund der Charakterkonstellation vorhersehbar. Es ist nun einmal ein sehr beliebtes Setting bei Krimis, deshalb habe ich einen Stern abgezogen. 

Fazit

Alles in allem handelt es sich hier um einen ruhigen Nordseekrimi, der ohne brutae Morde auskommt. Die Ermittlungen stehen nahezu durchgehend im Vordergrund und mich hat er definitiv gut unterhalten.