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Freitag, 12. Juni 2020

#302 Bücherregal - Fische, die auf Bäume klettern


TitelFische, die auf Bäume klettern
AutorSebastian Fitzek
VerlagDroemer Knaur
GenreRatgeber
Seiten256 Seiten
Meine Bewertung

 Inhalt

Um seinen Kindern ein wirklich persönliches Buch zu hinterlassen setzt sich Fitzek mit den großen Fragen des Lebens auseinander. Er fragt sich selbst wie man es besten schafft glücklich zu sein und welche Rolle dabei Träume spielen. Auf was kommt es wirklich an im Leben und wie sinnvoll ist es das Leben so zu leben, dass andere nichts daran auszusetzen haben?

Review

Immer wieder kommt Fitzek vom Hölzchen aufs Stöckchen und ich habe mich oft gefragt wie weit er noch ausholen möchte um endlich auf den Punkt zu kommen. Aber so ist er nun einmal und ich bin es ja von seinen (Psycho-)Thrillern gewohnt. Und es ist halt ein Buch für seine Kinder, da ist es klar das er Beispiele und Anekdoten aus seinem direkten Umfeld nimmt. Man merkt auf jeden Fall beim Lesen wie sehr er seine Frau und Kinder schätzt.

Was mich richtig positiv überrascht hat ist wie viele gute Texte in diesem Buch stecken, die allesamt zum Nachdenken anregen. Fitzek setzt sich kritisch mit anderen Ratgebern auseinander und pickt sich das passende raus, um seinen Kindern das Beste davon mit auf den Weg zu geben. Wer schon viel von ihm gelesen hat wird wahrscheinlich nichts andere erwarten. Schließlich setzt sich der Autor auch in seinen Thrillern wie oft mit solchen Themen auseinander, die einen selbst nach dem Lesen noch eine Zeit lang beschäftigen. Aber nicht jeder Autor schafft es all das auch in einem Sachbuch seinen Standpunkt nachvollziehbar zu erläutern und es obendrein auch noch spannend zu gestalten. Mich hat das alles an seine tollen Nachworte erinnert. Er schafft es halt immer wieder über bestimmte Themen lockere Texte zu verfassen, die einen auch mal zum Lachen bringen.

Was ich auch noch schön fand ist, dass er einige Redewendungen erläutert und sich mit denen auseinandersetzt um den Sinn bzw. Unsinn dieser seinen Kindern zu erklären. Und genau das finde ich hebt dieses Buch positiv von anderen Ratgebern über (Persönlichkeits)entwicklung ab.
Man erfährt zudem noch einiges Neues über den Autor und ich finde es schön wie schonungslos ehrlich er in diesem Buch ist.

Das Hörbuch hat Fitzek übrigens selbst eingesprochen, was ich wirklich gut finde. Ich habe ihm gerne zugehört, da er gut erzählen kann. Ein bisschen befremdlich ist es schon, dass er seine Kinder direkt anspricht im Buch. Aber wenn man sich dran gewöhnt hat kann man das gut ausblenden. Es ist schließlich ein Buch für seine Kinder und da wäre es schon ein wenig komisch, wenn er diese nicht direkt ansprechen würde. Man darf sich hiervon auch nicht beirren lassen: Es gibt viele Themen in dem Buch, die erst ältere Teenager bzw. Erwachsene betreffen und genau deshalb hat es mich als Leser auch angesprochen.


Fazit

Alles in allem ist es ein schönes Sachbuch, auch wenn der Autor einem nicht mit neuen Erkenntnissen vom Hocker haut. Es ist an sich eher kurzweilig und man hat es gefühlt viel zu schnell durch gehört. Aber trotzdem hat es an sich genau die richtige Länge und man erfährt alles unnötige.

Freitag, 24. Januar 2020

#274 Bücherregal - Das Paket


TitelDas Paket
AutorSebastian Fitzek
VerlagDroemer Knaur
GenrePsychothriller
Seiten368 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Nachdem die Psychiaterin in einem Hotel vergewaltigt wurde und ihr der Kopf geschert wurde, verlässt sie aus Angst das Haus nicht mehr. Schon seit längerem überfällt in Berlin jemand Frauen und schert ihnen die Haare, weshalb er von der Presse nur "Friseur" genannt wird. Obwohl Emma nie das Gesicht des Täters gesehen hatte, ist sie total paranoid und glaubt in jedem Mann den Täter zu sehen. Als sie der Postbote bittet ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen, packt sie die Angst. Denn sie wohnt mit ihrem Freund schon lange in Berlin Grunewald und sie hat diesen Namen noch nie gehört. Was hat es mit dem Paket auf sich?

Review

Vor allem die Darstellung der psychischen Erkrankung der Hauptprotagonistin Emma hat mir gefallen, denn diese wird realistisch dargestellt und es passiert auch nicht, dass sie während dem Laufe der Handlung diese Erkrankung plötzlich verliert. Dadurch weiß man als Erzähler eigentlich nie was jetzt nun real und was nur ein Produkt ihrer Fantasie/Paranoia ist. Ein paar Mal habe ich mich schon gefragt, wieso Emma so handelt und fand es dann auch unlogisch, jedoch ist das Handeln eines Menschen selten rational zu erklären und einiges ist wahrscheinlich wirklich ihrer ausgeprägten Paranoia und den Medikamenten geschuldet.

Dieses Mal hatte ich mir die Taschenbuchversion zugelegt, denn das Cover ist einfach ein Traum. Es fühlt sich wie ein Paket an und die blutrote Schrift passt total gut dazu.

Durch das hohe Handlungstempo, die relativ kurzen Kapitel und die vielen Cliffhanger baut sich eine Menge Spannung auf und ich bin quasi nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch kaum auf Seite legen können. Der Schreibstil ist recht einfach und kommt ohne Schnörkel aus. Fitzek schafft es detaillierte Beschreibungen der Umgebung und Charaktere zu liefern und oft kommt später heraus, das viele der genannten Sachen eine Rolle spielen. Eigentlich bin ich nicht so der Fan von detaillierten Beschreibungen, jedoch fand ich sie dieses Mal ganz okay und meist habe ich dann auch beim Lesen dran erinnert, dass das ein oder andere schon einmal eine Rolle spielte.

Leider gibt es was die Auflösung des Falles betrifft mehrere Plotholes, was das alles ziemlich unglaubwürdig erscheinen lässt. Auch sonst gibt es einige Szenen, die man sich ruhig hätte sparen können oder die man einfach näher an der Realität hätte schreiben sollen. Mir war es einfach oft ein wenig zu viel Grausamkeit, ein wenig zu viel konstruiert und vor allem war es dadurch oft einfach abzusehen was da passiert.  Schließlich wartet man auf etwas absurdes und dann hätte einem eher etwas ganz normales/harmloses überrascht.

Was mich auch irritiert hatte war der Klappentext zu dem Buch, denn der hat mehr oder weniger mal so gar nichts mit der Handlung zu tun, Das Paket taucht zwar auf, aber man erwartet als Leser einfach was vollkommen anderes, schließlich bringt es das Böse ins Haus(passiert nicht). Man bekommt zwar eine viel umfangreichere Geschichte geliefert als der Klappentext verspricht, aber trotzdem sollte man genau das doch angeben?

Die Charaktere sind mir zu einfach und bis auf Emma bleiben sie bis zum Schluss blass und austauschbar.


Fazit

Am Ende des Buches gibt es um die 30 Seiten zum Thema "10 Jahre Fitzek", die ich aber um ehrlich zu sein nicht gelesen habe. Ich möchte es einfach mal erwähnt haben, dass man nur um die 335 Seiten Psychothriller und nicht wie angegeben 368 Seiten geliefert bekommt.

Wie soll ich das Buch jetzt abschließend bewerten? Immerhin hat es mich gut unterhalten und wenn man die teilweise abstruse Handlung nicht so kritisch sieht, dann ist es ein wirklich guter Psychothriller. Positiv möchte ich noch hervorheben, dass er recht unblutig ist und ohne viel Gemetzel auskommt. Es ist also eigentlich ein recht klassischer Psychothriller bei dem mit den Erwartungen/Psyche des Lesers gespielt wird.

Allein wegen der Kritikpunkte würde ich nur 3,5 Sterne vergeben, aber dafür fand ich das Cover und den komplexen Aufbau der Handlung einfach zu gut. Und letztendlich zählt ja auch bei einem Buch wie gut es einen unterhalten hat und deshalb vergebe ich 4 Sterne.

Sonntag, 5. Januar 2020

#270 Bücherregal - Schwimmen Tote immer oben?(Kurzrezension)


TitelSchwimmen Tote immer oben?
AutorMichael Tsokos
VerlagDroemer Knaur
GenreSachbuch
Seiten176 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

In diesem Buch räumt der Rechtsmediziner Michael Tsokos mit weit verbreiteten Irrtümern über die Rechtsmedizin auf. Immer wieder begegnet man diesen nicht nur in Krimis und deshalb erklärt der Autor unter anderem in diesem Buch, ob Tote immer oben schwimmen oder eben nicht. Es wird auch beleuchtet wie sich Stich- und Schnittverletzungen bei Toten unterscheiden und vieles mehr. Der vorige Teil heißt "Sind Tote immer leichenblass?", jedoch können beide Bücher unabhängig voneinander gelesen werden.

Review


Die einzelnen Irrtümer lassen sich gut lesen und oft habe ich gar nicht gemerkt wie beim Lesen die Zeit verging. Der Autor hat einen wirklich angenehmen Schreibstil und kann die Irrtümer anhand von einigen Beispielen(Tatort, Polizeiruf 110 u.a.) leicht nachvollziehbar richtig stellen. An der ein oder anderen Stelle findet man auch recht lustige Vergleiche oder Anekdoten, die die Erklärungen gut verdeutlichen. Es ist wie zu erwarten ein recht nüchterner Schreibstil, aber Tsokos hat eine unheimliche Gabe darin Dinge doch trotzdem unheimlich spannend zu erzählen. Auch die Fachbegriffe werden leicht verständlich erklärt.

Die Illustrationen sind lustig und lockern mit ihrem schwarzen Humor das doch recht ernste Thema ziemlich gut auf.

Vor allem die Irrtümer rund um die Mumifizierung von Leichen oder das aufplatzen von Leichen oder den Scheintod fand ich sehr interessant.

Was mich gestört hatte waren die vielen leeren Seiten im Taschenbuch und die großen ausladenden Illustrationen. Die Illustrationen hätten teilweise nichts an Details oder Aussagekraft eingebüßt, wenn sie etwas kleiner gedruckt wurden wären. So scheint es als wäre das Buch um einiges dicker, dabei hat es einfach nur viele leere Seite auf denen nur eine kleine Illustration abgedruckt ist. 30 Irrtümer sind zwar eine ganze Menge, aber es sind auch gefühlt eine Menge leere Seiten.



Fazit

Mit am liebsten lese ich Sachbücher und vor allem welche über wahre Kriminalfälle. Jetzt geht es hier aber nicht um Kriminalfälle, sondern um geläufige  Irrtümer bezüglich der Rechtsmedizin. Aber auch das interessiert mich unheimlich, denn wenn man viele Krimis konsumiert oder Krimiserien schaut, dann fallen einem zwangsläufig irgendwann bestimmte Fehler auf. Und deshalb lese  ich unglaublich gerne Bücher über Irrtümer, denn manche Fehler in Krimis sind einfach nur total absurd. Und wer könnte besser solche Fehler aufdecken als ein Rechtsmediziner? Und ich denke dem ein oder  anderen Krimischreiber würde es nicht schaden, wenn er sich mal genau so ein Buch wie dieses hier zu Gemüte führen würde.  Einige der genannten Irrtümer in diesem Buch kannte ich bisher noch nicht oder eher sie sind mir noch nicht begegnet.

Ich habe dem Buch wegen den vielen leeren Seiten und den teils zu großen Illustrationen einen Stern abgezogen. Mich stört es einfach total, wenn man gefühlt ein halb leeres Buch kauft. Ansonsten habe ich an dem Buch nichts auszusetzen und ich denke in naher Zukunft werde ich es noch einmal lesen.