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Freitag, 17. März 2023

#527 Bücherregal - The Fireman

 


TitelThe Fireman
AutorJoe Hill
VerlagHeyne Verlag
GenreDystopie/Horror
Seiten960 Seiten
Meine Bewertung
2/5

 Inhalt

Rasend breitet sich über Sporen die Dragonscale-Krankheit weltweit aus. Diese verursacht nicht nur goldene und schwarze Linien auf dem menschlichen Körper, sondern ist auch für eine spontane Selbstentzündung von diesem verantwortlich. Harper ist eine Krankenschwester und kümmert sich um die Infizierten, doch eines Tages brennt das Krankenhaus ab. Zudem ist sie schwanger und nach dem verheerenden Brand entdeckt sie Dragonscale-Male auf ihrem Körper. Ihr Freund möchte nicht mehr mit ihr zusammen sein und sie weiß genau, dass eine Gruppe Menschen Jagd auf Infizierte macht. Zu ihrem Glück trifft sie auf den Fireman, der weiß wie man das Feuer kontrolliert und der sich zur Aufgabe gemacht hat Infizierte zu schützen.

Review

Auf das Buch hatte ich mich total gefreut, schließlich habe ich schon längere Zeit nichts mehr aus dem Genre Horror gelesen. Das Setting an sich fand ich total spannend und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. 

Die Krankheit Dragonscale breitet sich unkontrolliert aus und Menschen gehen einfach in Flammen auf. Was sich natürlich wie zu erwarten auch auf die Umgebung auswirkt und mittlerweile sind schon ganze Städte abgebrannt. Dadurch funktioniert vieles nicht mehr wie gewohnt und die Unsicherheit der Menschen ist groß. Denn noch weiß man gar nicht wie sich diese Krankheit ausprobiert und wie viel Zeit die Infizierten haben, bis sie letztendlich in Flammen aufgehen. Aus verschiedenen Gründen haben sich an unterschiedlichen Standorten Betroffene zu einer Zweckgemeinschaft zusammen gefunden, was teils sektenähnliche Auswüchse angenommen hat. 

An sich hatte ich auf eine mehr oder weniger durchweg spannende Handlung gehofft. Leider musste ich schon früh feststellen, dass es ständig neue Handlungsstränge gibt und viele davon werden einfach nicht zu Ende erzählt. Stattdessen passiert dann wieder was neues und es war schlichtweg total schwer den Überblick zu behalten. Zudem tauchen durchgehend neue Charaktere auf und es fiel unglaublich schwer mir die ganzen Namen zu merken. Besonders ärgerlich fand ich diesbezüglich, dass vermeintliche Hauptcharaktere einfach verschwinden und 100 Seiten erst wieder auftauchen. 

Was ich auch total schwierig fand war, dass interpersonelle Konflikte eine viel größere Rolle spielten als das Dragonscale zeitweise. Dabei hätte ich sehr gerne gewusst wie zum Beispiel die Infrastruktur halbwegs aufrecht erhalten wurde. Schließlich weiß man ja, dass es nicht viel braucht um diese nachhaltig zu stören. Gefühlt haben die im Roman damit wenig Probleme und natürlich muss bei Fiktion nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt werden. Jedoch gab es diesbezüglich viel zu wenig Informationen und ich hätte wirklich gerne gewusst woher das Essen kam und vieles mehr.

Und dann kam noch das Problem namens Harper hinzu. Sie war mir als Heldin der Geschichte viel zu naiv und oft hatte ich mich gefragt, warum sie absolut nicht in der Lage ist dazu zulernen. Sie scheint zudem den Ernst der Lage nicht verstanden zu haben, dabei müsste sie als Krankenschwester wirklich viel Erfahrung mit Dragonscale haben. Besonders hat es mich gestört, dass sie Fremden folgt und gar nicht darüber nachdenkt, ob diese sie vielleicht in eine Falle locken könnten. 

Auch das spontan in Flammen aufgehen fand ich ab einem gewissen Punkt sehr befremdlich. Hier möchte ich nicht zu viel verraten, jedoch scheint sich der Autor diesbezüglich nicht genügend Gedanken gemacht zu haben. Also abseits von abgebrannten Gebäuden und ähnlichen Sachen. 

Fazit

Die erste Hälfte des Buches fand ich noch ganz okay und gruselig, danach kam ich jedoch aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Es ist wirklich erschreckend wie absurd die Handlung ab einem Punkt war und teils hatte ich mich gefragt, ob die Charaktere vielleicht Wahnvorstellungen hatten. 

Freitag, 13. Januar 2023

#515 Bücherregal - Ein Präsident verschwindet

  


TitelEin Präsident verschwindet(Die Philipp Gerber Romane #2)
AutorRalf Langroth
VerlagRowohlt Verlag
GenreThriller
Seiten384 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Im Jahr 1954 verschwindet der Verfassungsschutzpräsident Otto John und befindet sich dann ausgerechnet in Ostberlin. Er selbst besteht darauf entführt wurden zu sein, doch ist dem wirklich so? Konrad Adenauer beauftragt die Sicherungsgruppe rund um Philipp Gerber mit dem Fall. Im Laufe seiner Ermittlungen stößt er auf Fotos, die seine Geliebte Eva zusammen mit Otto John zeigen. Zudem wird ein Barbesitzer der Rotlichtszene ermordet, weshalb unter anderen Eva verdächtigt wird. Mitunter hat sie für die Sowjets gemordet.

Review

Ein Hauptthema ist dieses Mal Spionage in der Nachkriegszeit in Deutschland. Wen kann man trauen und wer arbeitet für den Feind? Jeder scheint seine eigenen Ziele zu verfolgen, egal was das für Mitmenschen bedeutet. Vor allem in Berlin fällt das auf, in dem der Umgangston ohnehin schon sehr rau ist. Es herrscht eine beängstigende Atmosphäre, da hier die verschiedenen Sektorenmächte auf kleinen Raum direkt aufeinander treffen. Während dem Lesen habe ich eine Menge über die Gesellschaft und vor allem den westlichen Sicherheitsapparat der BRD in den 50ern gelernt. Die rechtlichen Verhältnisse sind noch unklar und es läuft einiges noch nicht ganz rund. Die einzelnen Besatzer sehen ihr System als das einzig richtige an , was vor allem an den Grenzen immer wieder zu Problemen führt. Der Fall rund um Otto John passierte einige Zeit vor der Errichtung der Berliner Mauer, das heißt zu der Zeit waren Grenzübertritte noch leichter möglich.

Leider bremsen diese Erklärungen oft die Handlung aus. Die Ermittlungen verlaufen schleppend, denn die Kommunikation zwischen den Sektoren war nicht gewünscht. Weshalb es sehr schwer Fälle zu lösen, in denen Verdächtigte in andere Sektoren flüchteten.

Vor allem der Gewissenskonflikt von Gerber wird gut dargestellt. Er soll gegen seine Geliebte Eva ermitteln, doch sagen seine Informanten tatsächlich diesbezüglich die Wahrheit? Immer wieder muss er gegen Widerstände ankämpfen und seine eigenen Motive hinterfragen.

Das Verschwinden von Otto John wirft Fragen auf und es stellt sich die Frage, ob man seinen Worten trauen kann. Genauso wie er verschwindet auch Eva für kurze Zeit und taucht kurz darauf wieder auf. Hängt das alles zusammen oder ist es bloß ein Zufall?

Dank der vielen Spione ist es unheimlich schwer zu ermitteln, denn diese streuen gezielt Falschinformationen.

Viele der Charaktere waren mir zu blass und austauschbar, weshalb es mir schwer fiel diese auseinander zu halten.

Für einen Thriller fehlte mir der Nervenkitzel, denn nur in wenigen Kapiteln überschlagen sich die Ereignisse. Ansonsten ist es ungewöhnlich ruhig für das Genre.

Fazit

Das Verschwinden von Otto John fand wirklich statt und ich finde es immer wieder schön, wenn Romane auf wahren Begebenheiten beruhen.

An sich hat mich das Buch gut unterhalten und ich freue mich schon darauf, einen weiteren Teil der Reihe in ein paar Monaten lesen zu können. Ich mag die Kombination aus historischer Roman und Krimi sehr gerne und deshalb bin ich immer wieder froh, wenn ich diese finde.

Freitag, 30. Dezember 2022

#511 Bücherregal - Bruch

      




TitelBruch
AutorFrank Goldammer
VerlagWunderlich Verlag
GenreKrimi
Seiten368 Seiten
Meine Bewertung
 3/5


 Inhalt

Sehr zu seinem Missfallen wird Bruch die neue Kollegin Schauer zugeteilt, dabei wäre er viel lieber alleine geblieben. Und als wäre der Umstand nicht schon schlimm genug, verschwindet in ihrem Zuständigkeitsbereich ein Mädchen. Vor ungefähr zwei Jahren wurde schon einmal in dem Ort eines als vermisst gemeldet, was aber nach einiger Zeit wieder auftauchte. Bis heute weiß niemand warum es passiert ist und auch jetzt schweigt die Familie eisern. Schauer ist unwohl bei der ganzen Sache, zumal ihr neuer Kollege Tabletten nimmt und alles andere als dienstfähig erscheint.

Review


Besonders gut haben mir die beiden Ermittler gefallen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Sie sind wirklich sehr speziell in ihrem Verhalten und bisher kannte ich es nur so, dass diese wenn überhaupt alleine in der Hauptrolle sind. Hier sind sie jedoch gezwungen zusammen zu arbeiten, was wir zu erwarten zu etlichen Problemen führt. Sie arbeiten gegeneinander und misstrauen sich auf allen Ebenen. Gefühlt kann das alles nur in einer Katastrophe enden.

Vor allem Schauer ist sehr direkt und weiß was sie will. Bruch hingegen will niemanden an seiner Seite und erst recht nicht Schauer. Bei ihm hatte ich mich oft gefragt warum er überhaupt arbeiten darf, schließlich ist er eine tickende Zeitbombe. Und genau damit sorgt er für ordentlich Spannung.

Beide Ermittler werfen definitiv Fragen auf und wirken mit ihren Ermittlungsmethoden definitiv ungeeignet für diesen Job. Warum dürfen sie überhaupt zusammen arbeiten? Diese Kombination ist brandgefährlich für alle Beteiligten!

An sich brauchte ich einige Zeit um mich an der Setting zu gewöhnen, was vor allem an den nicht einfachen Ermittlern lag. Als ich dann endlich mit ihnen warm wurde konnte ich das Hörbuch kaum pausieren. Können es die beiden wirklich schaffen den Fall zu lösen?

Vor allem der atmosphärische Schreibstil vom Autor fand ich phantastisch. Ich konnte mir die Szenen sehr gut vorstellen und er hat es mal wieder geschafft interessante Charaktere zu schaffen.

Und dann hat er noch ein Anwesen ins Spiel gebracht, was mich an diverse Horrorfilme erinnert. Es ist immer wieder schön, wenn Autoren es schaffen Umgebungen eine tragende Rolle in der Handlung zu geben. Und man sich diese dann bildlich vorstellen kann.

Hauptsächlich geht es dieses Mal um die schwierige Ermittlungsarbeit, was unter anderem an dem Fall an sich liegt. Aber auch natürlich durch die Probleme der Kommissare verstärkt wird. Sie stoßen nun einmal auf viel Misstrauen und scheinbar will ihnen niemand dabei helfen den Fall aufzuklären.

Immer wieder hatte ich Bruch als Täter im Verdacht und es hatte richtig Spaß gemacht mit zurätseln. Es gibt wirklich viele falsche Fährten und beim Hörbuch hatte ich oft die Zeit vergessen.

 
Fazit

Auf alle Fälle möchte ich Schauer und Bruch noch eine Chance geben und vielleicht gefällt mir ja die Fortsetzung besser als dieser Band. Denn die beiden ergeben nämlich eine interessante, explosive Kombination. Und die verspricht definitiv düstere, gänsehautbescherende Fälle, die ich an sich sehr gerne lese. Und ich mag es einfach, wenn wie hier menschliche Abgründe eine tragende Rolle in Krimis spielen.

Freitag, 7. Oktober 2022

#492 Bücherregal - Schmerz und kein Trost

 







TitelSchmerz und kein Trost(Erik Donner 8. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten409 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Anscheinend hat sich der Mörder vorgenommen eins von Grimms Märchen nachzuspielen und das auf Video festzuhalten. Erik Donner hat sich festvorgenommen sich mithilfe einer Psychotherapeuten mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Doch dann kommt alles anders und der Sohn der Therapeutin wird entführt. Obendrein ist Donners Schwester spurlos verschwunden und er bekommt merkwürdige Anrufe. Schafft er es den Fall zu lösen ehe der Täter seinen Racheplan vollendet hat?

Review

CN: brutale Morde, Kindesmissbrauch, Snuff

Wie bei den vorigen Teilen der Reihe bin ich nur so durch die Handlung geflogen und habe beim Lesen oft die Zeit vergessen. Hierbei handelt es sich um einen komplexen und recht undursichtigen Fall. Ich musste schon sehr aufmerksam lesen um keine Details und somit wichtige Spuren zu verpassen.
Es ist definitiv ein packender Thriller und Erik Donner ermittelt mal wieder gegen die Uhr. Sehr oft erscheint es so als hätte er keine Möglichkeit zu gewinnen, da jemand seine ganz eigene Vendetta gnadenlos bis zum Ende durchziehen will. Ungeachtet über wie viele Leiche er dafür gehen muss.

Im Gegensatz zu den vorigen Bänden ist die Atmosphäre durchgehend erdrückend und oft hatte ich das Gefühl, als wäre das nun das endgültige Ende. Überspitzt geschrieben geht es nur noch um das Abschlachten und Nägeln mit Köpfen machen. An sich ist die Reihe ohnehin eher in die Sparte der Thriller einzuordnen, in denen sehr viele Menschen auf brutale Weise sterben. Jedoch wurde hier noch eine gewaltige Schippe obendrauf gelegt, was mich nachdenklich gestimmt hat. Wie der Autor am Ende des Buches erahnen lässt handelt es sich hierbei wahrscheinlich um den letzten Band der Reihe, was mich jetzt wenig verwundert vor allem nach den ganzen Geschehnissen. Erik Donner ist nun einmal letztendlich nur ein Mensch und wie will er mit all dem umgehen und weitermachen? An sich fände ich es schade, wenn die Reihe nun komplett beendet wäre.

An sich hatte ich immer wieder die Hoffnung, dass es nicht noch schlimmer kommt und wurde jedes Mal eines besseren belehrt. Hier werden zahlreiche menschliche Abgründe gezeigt und diese erscheinen endlos tief. Es scheint fast so als gäbe es für manche absolut keine Grenzen. Aus diesem Grund bin ich ganz froh darüber, dass die Gewaltszenen recht oberflächlich beschrieben wurden. Trotzdem hatte mein Kopfkino daraus recht abartige Szenen gebastelt und ich musste mich oft zwingen nicht genau über manche Szenen nachzudenken. Es ist an sich wichtig solche Sachen wie Snuff in Thrillern zu thematisieren und dabei nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Ansonsten erinnert das alles zu sehr an Fetischromane und daran habe ich absolut kein Interesse. Und es sollte eher darum gehen zu zeigen, dass solche Filme existieren und es Abnehmer dafür gibt.

Vor allem in diesem Band scheint Donner unzerstörbar und ihn scheinen die neuen Erlebnisse aufgrund seiner Vergangenheit wenig zu berühren. Zudem stößt er auf alte Bekannte und man erfährt anhand von Rückblicken, wie diese eventuell mit dem neuen Fall in Zusammenhang stehen. Es ist definitiv erschreckend zu lesen was manche Polizisten erleben. 

Das Cover passt mal wieder perfekt zu der Reihe und es ist schön zu sehen, dass die Fliegen wieder mal eine Rolle spielen.

Fazit

Mich hat der Thriller definitiv daran erinnert, dass manche Menschen absolut keine Grenzen kennen und für ihre eigenen Rachegelüste sehr weit gehen. Um ein besseres Gespür für den Ermittler Donner zu bekommen, würde ich jedem empfehlen die vorigen Bände zu lesen. Ansonsten bekommt man leider das Gefühl als ginge es hier nur darum Menschen auf bestialische Art und Weise zu bestrafen. Denn wie schon im Vorfeld erwähnt handelt es sich hierbei mintunter um den letzten Band der Reihe und da ist es ja klar, dass hier ein spezielles Feuerwerk gezündet wurde um für einen krönenden Abschluss zu sorgen.

Freitag, 25. Februar 2022

#440 Bücherregal - Der neunte Arm des Oktopus

 





TitelDer neunte Arm des Oktopus
AutorDirk Rossmann
VerlagBastei Lübbe Audio
GenreÖkothriller
Seiten400 Seiten bzw. 557 Minuten
Meine Bewertung
4,5/5




 Inhalt

China, Russland und die USA bilden zusammen eine Klima-Allianz um die Folgen der Klimkatastrophe abzumildern. Doch die Maßnahmen sind so einschneidend, dass sie das Leben der Allgemeinheit erheblich einschränken. Dadurch entstehen Unruhen und der Widerstand gegen die neu gegründete G3 wächst von Tag zu Tag. Und es ist mehr als offensichtlich, dass hier hauptsächlich die Interessen der jeweiligen Regierungen um jeden Preis durchgesetzt werden sollen. Ausgerechnet ein Koch und eine Geheimagentin wollen dagegen vorgehen, doch haben sie überhaupt eine Chance gegen solche Gegner?

Review

Was mich richtig erschrocken hatte beim Hören war, dass hier tatsächlich real existierende Personen genommen wurden und all das in den nächsten paar Jahren spielt. In anderen Ökothrillern bin ich immer nur mit Figuren konfrontiert wurden, die starke Ähnlichkeiten mit diversen fragwürdigen Persönlichkeiten aufwiesen. Das war definitiv eine willkommene Abwechslung, denn so abwegig ist das genannte Szenario nicht. Und man würde  ja schon gerne wissen wie es nach Corona weitergehen wird wenn die Klimakatastrophe wieder das Hauptproblem sein wird. Und wie man anhand der Inhaltsangabe schon erraten kann, sind die Veränderungen definitiv nicht  wünschenswert. Aber leider ist in einer kapitalistisch geprägten Welt nicht viel anderes zu erwarten, auch wenn wahrscheinlich nicht unbedingt diese drei Weltmächte sich zu einer  Allianz zusammen schließen werden.

Passend zu dem Thema spielt die Handlung an unterschiedlichen Orten auf der Welt, weshalb es viele rasche Perspektivwechsel gibt. Teilweise wäre ich gerne länger in einer Szene geblieben um noch mehr über die jeweiligen Personen und deren Lebensumstände zu erfahren. Der Fokus liegt hier die meiste Zeit auf politischer Ebene, dabei wäre es doch vor allem interessant zu erfahren wie die Bevölkerung mit den massiven Einschränkungen zurecht kommt.

Besonders gut gefallen hat mir im übrigen der Prolog, der einen an diverse Zeitungsartikel der letzten Monate und Jahre erinnert. Es ist erschreckend wie egal es vielen Menschen zu sein scheint, dass der Permafrostboden auftaut und dadurch diverse Krankheitserreger freigesetzt werden. Was nicht nur ein Problem für die dortige Bevölkerung darstellt. 

Ansonsten wirkt vieles weit hergeholt, was ich aber auch von anderen Büchern dieser Art kenne. Es gibt halt schrecklich viele glückliche Fügungen, was zeitweise richtig störend ist. Vor allem der Showdown wirft berechtigte Fragen auf und hier hätte man definitiv weniger dick auftragen sollen. Zusätzlich dazu wirken die Figuren recht platt und man merkt vor allem an diesen beiden Punkten, dass es sich hierbei um einen Debütroman handelt.

Mein einziger Kritikpunkt sind die teils sehr ausufernden Beschreibungen, die absolut nicht zu einem Thriller passen und für unnötige Längen sorgen. Einiges davon hätte man zusammen kürzen können ohne auf irgendwelche interessanten Informationen verzichten zu müssen. Deshalb würde ich das auch eher in das Genre Roman einordnen, da durch diese Beschreibungen kein Nervenkitzel aufkommt. 


Fazit

Hoffentlich schaffe ich es zeitnah die Fortsetzung des Thrillers zu lesen, denn darauf habe ich gerade unheimlich viel Lust. Mich hat das Buch definitiv gut unterhalten und deshalb kann ich auch über die nicht so gelungen Sachen hinweg sehen und 4,5 Sterne vergeben. Es regt zum Nachdenken an und sich mal darüber Gedanken zu machen, was weltpolitisch momentan so los ist und wohin das alles führen könnte.

Freitag, 10. September 2021

#403 Bücherregal - The Black Flamingo

 





Titel(Deutsch)-
Titel(Englisch)The black Flamingo
AutorDean Atta
VerlagBalzer+Bray
GenreJugendroman
Seiten416 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5






 Inhalt


Michael lebt in London und ist Zyperngrieche und Jamaikaner. Und immer wieder stellt er sich die Frage, ob er überhaupt wirklich einer dieser Gruppen angehört. Erst an der Universität lernt die "Drag society" kennen und dort lernt er sich selbst und seine Vorlieben zu kennen. Denn bisher hatte er sich immer gefragt, ob es wirklich okay ist als Junge bestimmte Sachen zu machen bzw. zu mögen. 

Review

TW: Homophobie(auch internalized), Rassismus

Die komplette Handlung wurde im Versstil erzählt, was anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig war. Dadurch hat man das Buch auch unglaublich schnell durch gelesen und mich hatte es im Endeffekt verwundert wie viele Seiten es letztendlich waren. Was den Erzählstil betrifft bin ich nach wievor sehr zwiegespalten und so lange ich nur ab und an mit diesem konfrontiert werde, finde ich ihn gar nicht so schlecht. Man muss halt wirklich sehr aufmerksam lesen, da das meiste in Metaphern und zwischen den Zeilen versteckt ist und eben sehr komprimiert erzählt wird.

Da alles von Michael selbst erzählt wurde bekommt man einen recht tiefen Einblick in seine Gefühlswelt und Gedanken. Man erlebt quasi hautnah mit wie er nach und nach realisiert, dass er eben sehr gerne bestimmte Kleidungsstücke tragen würde. Oder eben Spielzeuge haben möchte, welche für einen Jungen in der Gesellschaft als nicht typisch angesehen wird. All das merkt er schon als kleines Kind und erst nach und nach realisiert er warum seine Mutter so dahinter her ist, dass er eben all das eben nicht macht. Leider wird dieses Thema relativ selten in der Literatur und in den Medien aufgegriffen und es war auch eine der Hauptgründe warum ich überhaupt Interesse an diesem Buch hatte. Es ist nun einmal leider immer noch so, dass man komisch beäugt wird wenn man eben nicht Kleidung entsprechend seines Geschlechts trägt oder eben nicht heterosexuell ist. Und oft bleibt es ja nicht nur bei Blicken. 

 Seine Sexualität war eher nebensächlich und es ist schön zu sehen, wie realistisch all das dargestellt wurde. Hier wird nichts unnötig romantisiert und es wird gezeigt wie verankert heteronormative Vorstellungen nach wie vor in unserer westlichen Gesellschaft sind.

Was mich richtig überrascht hatte war, dass auch die internalisierte(Internalized) Homophobie angesprochen wurde. Diese wird ja eher selten thematisiert, dabei kann diese für denjenigen auch ein überaus großes Problem darstellen. 

An vielen Stellen wird die Frage gestellt, ob man einer marginalisierten Gruppe zu viel angehören kann. Leider wird einem das viel zu oft suggeriert und deshalb ist es umso wichtiger, dass dieses angesprochen wird.


Fazit


Wie zu erwarten ging es in diesem Buch viel um das Finden der eigenen Identität und das akzeptieren dieser. Und wie schwer es nun einmal ist sich selbst zu finden, wenn man in keine Schublade passt und immer wieder damit konfrontiert wird, dass genau das für die nähere Umgebung ein Problem zu sein scheint. Die Illustrationen war nicht Teil des eBooks, weshalb ich sie an dieser Stelle nicht bewerten kann. Es ist auf jeden Fall schön, dass das Thema "Drag" immer mehr Einzug in die Literatur findet. Und es endlich auch einmal mehr Jugendromane darüber gibt. 

Freitag, 3. September 2021

#401 Bücherregal - Bookless Teil 2

 



TitelBookless - Gesponnen aus Gefühlen(Teil 2)
AutorMarah Woolf
VerlagOetinger Taschenbuch
GenreFantasy/Jugendbuch/Youngadult
Seiten318 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Nachdem Nathan Lucy hintergangen hatte, möchte diese zu recht nichts mehr von ihm wissen. Doch wer kann ihr bei der nahezu unmöglichen Aufgabe helfen die Bücher vor dem Bund zu retten? Was passiert wenn diese für immer verloren geht und sich niemand mehr an die Geschichten erinnern kann? Wem kann sie noch vertrauen und vor allem wie viel Zeit hat sie noch? Sie möchte unter allen Umständen die Bücher retten.

Review

Vor ungefähr zwei Jahren hatte ich den ersten Teil dieser Reihe gelesen und wahrscheinlich wäre es besser gewesen, wenn ich zeitnah den Rest gelesen hätte. Wobei ich beim Hörbuch dann doch sehr überrascht war wie viel ich noch über die Handlung wusste. Einige Details fehlten mir natürlich, aber die werden im Laufe der Handlung wieder aufgegriffen. Und so kam ich recht schnell wieder rein. 
Die Spannung war durchgehend hoch und ich wollte oft einfach nur wissen wie es weitergeht, weshalb ich das Hörbuch in der 2xfachen Geschwindigkeit gehört hatte. Und immer wenn es möglich war hatte ich weiter gehört.

Was Nathan betrifft geht es ungewiss weiter und so wirklich kann ich ihnen als Charakter immer noch nicht einschätzen. Und genau das liebe ich an solchen Geschichten, wenn man eben nicht weiß ob man demjenigen vertrauen kann oder eben nicht. Passend dazu ist es natürlich wichtig, dass der Gegenpart nicht naiv an die Sache herangeht und demjenigen dann wieder blind vertraut. Vor allem ist er ja der Enkel vom absoluten Bösewicht, also warum sollte man ihm überhaupt vertrauen können? Deshalb war ich richtig froh darüber, dass vieles hinterfragt wurde und Lucy sich nicht dauernd blenden ließ.

Im Grunde geht es die ganze Zeit um die große Frage wer nun Nathan ist und vor allem auf wessen Seite er steht und das war mir einfach zu wenig Handlung für so viele Seiten. Bei über 300 Seiten rechnet man ja schon damit, dass wenigstens noch irgendetwas anderes spannendes passiert und man das alles in etwas mehr als einem Satz zusammen fassen fassen. So wirkt es halt wie der große Auftakt für einen Showdown im dritten Teil und dafür wirkt das alles ein wenig zu langwierig. Und das Gefühl hatte ich obwohl es an manchen Stellen richtig zur Sache geht und man nie weiß, ob der eigentliche Kampf nun beginnt oder nicht. Aber im Endeffekt hatten sich die kleinen Auseinandersetzungen so unwichtig angefühlt und wie belanglose Lückenfüller.

Wie der vorige Band endet das alles in einem mehr als gemeinen Cliffhanger und deshalb bin ich unendlich froh darüber, dass ich mir direkt den 3. Teil des Buches ausgeliehen hatte. Ich möchte einfach wissen wie das alles ausgeht und vor allem ob die Bücher gerettet werden können.


Fazit

Auch diesem Teil gebe ich nur 3,5 von 5 Sternen, da es auf mich immer noch wie eine Einführung in die Geschichte wirkte. Woran das liegt kann ich nicht so genau beurteilen, aber wahrscheinlich liegt es hauptsächlich an den recht dünnen Büchern und weil der mittlere Teil meistens ohnehin recht komisch ist bei einer Trilogie. Und dann kommt natürlich noch hinzu, dass ich mit meinen 30 Jahren nicht mehr ganz so gut in der Lage bin mich in ein 17-jähriges Mädchen hineinzuversetzen. Und so ganz verstehe ich nicht warum das Buch überhaupt geteilt wurde, schließlich haben sich die bisherigen Teile nicht wie eigenständige Bände angefühlt.

Sonntag, 13. Dezember 2020

#343 Bücherregal - The tattooist of Auschwitz(Kurzrezension)


Titel(Englisch)The tattooist of Auschwitz
AutorHeather Morris
VerlagHarper Paperbacks
GenreHistorischer Roman
Seiten288 Seiten
Meine Bewertung
2/5

 Inhalt

Im Jahre 1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Seine Aufgabe war es jedem Neuen eine Nummer auf den Arm zu tätowieren. Eines Tages begegnet er während seiner Arbeit einem einem jungen Mädchen in das er sich auf den ersten Blick verliebt. Ihr Name war Gita und er machte es sich zur Aufgabe sie zu beschützen und mit ihr gemeinsam die Zeit im KZ zu überleben.

Review

Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, dann würde ich der Rezension den Titel "Schuster bleibe bei deinen Leisten" geben. Denn genau das ist hier der Fall und man merkt sehr deutlich, dass die Autorin Drehbuchautorin. Und ich kann auch nicht verstehen wie ein Verlag diesen Roman einfach so durchwinken konnte ohne ausgebesserte Dialoge zu verlangen. So wirkliche Emotionen kamen mir bei diesen nicht auf und wenn habe ich sie nur zur Kenntnisse genommen und einfach abgehakt, denn sie wirkten immer wie Einschübe und nichts was wirklich Teil des Ganzen war.

Auch sonst waren die Charaktere erstaunlich emotionslos und ganz so als wären sie gar nicht Auschwitz. Ich weiß nicht ob das einfach an der knappen Anzahl an Seiten geschuldet ist, aber selbst das sollte kein Grund dafür sein um eine so wichtige Geschichte so oberflächlich zu erzählen. Und irgendwie ist es ein komisches Gefühl als Laie zu merken, dass das Buch nicht nur einen Fehler bezüglich Auschwitz enthält. Das sollte nicht passieren, vor allem nicht wenn man selbst jemand engagiert hat der die Fakten checkt. Nach dem Lesen hatte ich zahlreiche Artikel darüber entdeckt und ich finde wenn man schon einen auf wahren Tatsachen basierenden Roman schreibt, dann sollte er wenigstens grob der Wahrheit entsprechen.

Wenn ich nicht grobe Eckdaten über das Leben im KZ Auschwitz-Birkenau hätte, dann hätte ich jetzt nach dem Lesen des Romans eine vollkommen falsche Vorstellung davon. Und das sollte einfach nicht Sinn und Zweck der Sache sein und wird der Geschichte einfach nicht gerecht. Und als Autor sollte man selbst genügend Eckdaten liefern, damit der Leser auch ohne Vorwissen sich alles vernünftig vorstellen kann.

Fazit

Alles in allem kann ich jetzt im Endeffekt nicht behaupten ich hätte ein Buch gelesen, denn alles wirkt wie ein Drehbuch samt Regieanweisungen und es hat mich einfach nicht berührt. Mir tut es einfach nur Leid so einer Geschichte nur 2 von 5 Sternen geben zu können und ich hoffe der Film ist besser als das Buch. Mir ist das einfach zu kurzweilig und ich hatte es auch in wenigen Stunden durch gelesen, was mir sonst bei Büchern in dem Genre nicht passiert.

Freitag, 16. Oktober 2020

#330 Bücherregal - 9 1/2 perfekte Morde


Titel9 1/2 perfekte Morde
AutorAlexander Stevens
VerlagPiper Verlag
GenreTrue Crime
Seiten224 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Die Dunkelziffer bei Tötungsdelikten ist erschreckend hoch, dabei sollte es doch dank DNA-Analysen, Handyortung und vielem mehr ein leichtes sein diese aufzuklären. Jedoch muss man diese Delikte erst einmal als solche erkennen und das passiert leider nicht immer, egal wie offensichtlich ein Tod durch Fremdverschuldung auch sein mag. Aus dem Grund befasst sich der Strafverteidiger Alexander Stevens mit 10 Mordfällen und erläutert warum diese so lang ungeklärt blieben oder die Täter nur vergleichsweisen milde Strafe bekamen. 


Review

Erst einmal möchte ich vorweg erwähnt haben, dass an wenigen Stellen detailliert beschrieben wird wie Menschen ums Leben kommen und deshalb ist dieses Buch wahrlich nur etwas für Menschen, die mit solchen Themen umgehen können. Es ist jetzt nicht reißerisch beschrieben wurden, aber trotzdem geht es unter die Haut. Und wer suizidal ist bzw. über Selbstmord nachdenkt sollte auch einen großen Bogen um dieses Buch machen. Das Kapitel über dieses Thema beschreibt traurige Tatsachen, über die definitiv geredet werden muss in unserer Gesellschaft, aber vor denen Betroffene auch gewarnt werden müssen. Wer sich vorab informieren möchte dazu: Das Stichwort ist Selbstmordhelfer.

Besonders gut gefallen hat mir der schwarze Humor des Autors und ich denke wenn man daran keinen Gefallen hat empfindet man einige Stellen im Buch als pietätlos. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und ich fand es gut, dass bestimmte Begriffe auf verständliche Weise für den Laien erklärt werden.

Wenn man schon viele True-Crime-Bücher/Zeitschriften gelesen hat kennt man schon den ein oder anderen Fall und kann sich schon denken welche perfekten Morde zu 100%iger Wahrscheinlichkeit in diesem Buch auftauchen werden. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, da jeder Autor meist eine Sichtweise auf die Dinge hat und diese sich allein schon wegen ihrem Beruf maßgeblich unterscheiden. Und ich finde es ganz interessant das alles mal aus der Sicht eines Anwalts zu erfahren.

Das letzte Kapitel des Buches beschäftigt sich mit dem Parkhausmord, den ich im Vorfeld schon kannte durch ein anderes Buch. Es ist immer wieder erschreckend wie dreist und selbstverständlich der Täter dort vorgegangen ist.

Was ein wenig anstrengend war beim Zuhören war, dass der Autor teilweise sehr ausführliche Ausschweifungen bzw. Erklärungen ablieferte. Hier hätte ich lieber noch einen "perfekten" Mord mehr gehabt und dafür etwas kompaktere Erklärungen. Vor allem in der zweiten Hälfte fiel das negativ auf. Passend zu seinem Job geht er auch ausführlich auf das deutsche Rechtssystem ein.

Ein anderer Kritikpunkt ist der Titel des Buches, der finde ich einfach zu überspitzt ist. Auch das Cover hätte man passend wählen können, in dem man eben nicht ein Foto von dem Anwalt drauf packt. Denn das finde ich gibt dem Buch einen schmierigen Beigeschmack, der aber gar nicht sein müssten.


Fazit

Alles in allem ist es mit seinen etwas über 220 Seiten ein sehr kurzweiliges Buch, welches sich durch seine sachlichen und unblutigen Beschreibungen positiv von anderen Büchern in diesem Genre abhebt.

Freitag, 18. September 2020

#324 Bücherregal - Das Labyrinth des Fauns



TitelDas Labyrinth des Fauns
AutorCornelia Funke
VerlagFischer Verlag
GenreFantasy/Jugendbuch/Youngadult
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Durch den Krieg in Spanien verlor Ofelia ihren Vater. Sehr zu ihrem Missfallen lernte ihre Mutter kurz darauf einen neuen Mann kennen, zu dem sie 1944 in die Berge zogen. Dort war er samt seiner Truppe stationiert um den Widerstand zu zerschlagen. Und für diesen Mann ist klar, dass er nur für seinen zukünftigen, noch ungeborenen Sohn da sein wird und nicht für Ofelia. Immer wieder flüchtet Ofelia in den Wald und dort lernt sie viele magische Wesen kennen. Ein Faun stellt ihr drei Aufgaben und wenn sie diese besteht, dann wäre sie die Prinzessin des unterirdischen Königreiches. Denn vor vielen Jahren verschwand diese spurlos und scheinbar wurde sie als Ofelia wiedergeboren. Doch dieses Königreich ist grausam und gar nicht so, wie sie gedacht hatte.

Review

Die Handlung ist durchgehend düster und die vielen bildhaften Beschreibungen und kurzen, eingeschobenen Geschichten geben dem ganzen etwas märchenhaftes. Es war auf jeden Fall ein sehr besonderes Lese-/Hörerlebnis, da der Schreibstil der Autorin so eindringlich und stellenweise sehr poetisch ist. An vielen Stellen hatte ich dadurch direkt sehr eindeutige Bilder vor Augen und ich finde es gut, dass die Autorin nicht versucht das alles zu beschönigen. Sie scheut sich nicht davor bestimmte Szenen zu beschreiben, die zu der Zeit der Alltag vieler Menschen in dieser Gegend war.

Die Geschichten erzeugen einen starken Kontrast zwischen der Welt, in der Ofelia aufwächst und sich tagtäglich mit dem Krieg in Spanien auseinander setzen muss und der Welt, in der sie angeblich eine Prinzessin ist. Vor allem anfangs fand ich verwirrend, da diese beiden Handlungssstränge partout nicht zusammen passen wollten. Aber als sie dann nach und nach miteinander verwoben wurden machte vieles auf einmal Sinn. Wahrscheinlich ist das auch hauptsächlich daran geschuldet, dass die Vorlage für das Buch ein Film war und sich strikt daran gehalten wurde. Manches funktioniert halt auf der Leinwand einfach besser als in einem Buch. Mir war es an einigen Stellen dadurch einfach zu oberflächlich gehalten und da hätte die Autorin ruhig etwas vom Original abweichen können.

Wenn ich mir die Handlung so angucke, fallen mir direkt ein paar doch sehr brutale Szenen auf die in Jugendromanen nichts zu suchen haben. Natürlich verlieren diese an Intensität und Wirkung, wenn man sie anders umschreibt, aber für einen Jugendroman war es mir einfach zu bildhaft. An einer Stelle geht es unter anderem explizit um Folter und so etwas gehört für mich in kein Buch ab 14 Jahren. Hier hätte man das Freigabealter von 16 Jahren wie von der Filmvorlage übernehmen sollen. Diese Szenen sind nicht schlecht beschrieben und wie schon erwähnt finde ich es gut, dass nichts beschönigt wurde. Aber sie passen halt einfach nicht in einen Roman für diese Altersgruppe.

Leider weiß man bis zum Schluss nicht, warum das alles so passiert. Und so bleibt es einem als Leser überlassen, ob Ofelia das alles wirklich erlebt hatte oder ob sie sich das nur ausgedacht hatte um besser mir der Realität klar zu kommen.

Ein weiteres Manko war die Umsetzung des Hörbuch, da es mir an vielen Stellen einfach zu viele, laute  Nebengeräusche waren. Mich haben diese Geräusche wie Tellergeklapper einfach zu sehr abgelenkt und oft hatte ich das Gefühl, als würden sie fast den Sprecher übertönen. Wobei ich vor allem die muskalische Untermalung an einigen Stellen wirklich schön fand und das hatte die märchenhafte Atmosphäre noch verstärkt.


Fazit

Mich hat das Buch definitiv gut unterhalten und deshalb gebe ich ihm 3,5 von 5 Sternen. Man merkt halt an einigen Stellen sehr deutlich, dass die hinzugefügten Elemente nicht Teil der ursprünglichen Handlung waren, deshalb und aufgrund der anderen Kritikpunktekann ich dem Buch einfach keine besser Bewertung geben. Vor dem Schreiben der Rezension hatte ich das alles mit einer 4 bewertet und während dem Verfassen ist mir dann klar geworden, dass mich doch einiges gestört hatte.

Freitag, 11. September 2020

#322 Bücherregal - How to be gay

 


Quelle: Netgalley.de 




TitelHow to be gay
AutorJuno Dawson
ÜbersetzerVolker Oldenburg
VerlagFischer Verlag
GenreSachbuch
Seiten320 Seiten
Meine Bewertung
4/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Hierbei handelt es sich um das ultimative Sachbuch rund um Sex, Gender und Liebe. Wie ist das eigentlich mit der Liebe, wenn man schwul oder lesbisch ist? Welche Möglichkeiten hat man einen Partner zu finden, wenn man eben nicht heterosexuell ist? Ergänzt wird das alles mit zahlreichen Beiträgen von verschiedenen Leuten aus der LGBT-Gemeinschaft. An einigen Stellen wird explizit über Sex geschrieben.

Review

Besonders gut hat mir der Aufbau des Buches gefallen, denn es wird mit vielen Vorurteilen aufgeräumt und man erfährt einiges über die aktuelle Situation vieler LGBT weltweit. Hauptsächlich geht es jedoch um LGBT in Großbritannien, wobei die Adresslisten am Ende des Buches an Deutschland angepasst wurden.

Vieles war mir im Vorfeld schon bekannt, da ich schon einige Sachbücher in die Richtung gelesen habe und somit habe ich jetzt nicht viel neues erfahren. Was ich jedoch wirklich schön finde an dem Buch ist, dass hier eben nichts geschönt wird und einige wirklich wichtige Themen wie STD/STI angesprochen werden. Und auch sonst kommen Themen vor, denen ich bisher in solchen Sachbüchern noch nicht begegnet bin und die Erklärungen sind durchgehend einfach und verständlich gehalten. Gegen Ende des Buches gibt es zudem ein Kapitel welches sich an Eltern wendet.

Die kleinen Illustrationen lockern das alles ein wenig auf und sind teilweise sehr witzig. Zudem kommen immer wieder verschiedene Menschen aus der LGBT-Szene zu Wort und oft liest es sich so, als würde die Autorin einem selbst das erklären. Natürlich spiegeln diese Aussagen nur einen Bruchteil der Erfahrung derjenigen wieder und das wird auch immer wieder erwähnt. Nur weil man selbst noch nicht mit Diskriminierung und Anfeindungen konfrontiert wurde heißt es nicht, dass sie nicht existiert. Nicht umsonst ist das Thema outen so ein riesiges Thema, welches angesprochen wurde. Heterosexualität ist nun einmal die Norm und leider gibt es genug Menschen, die nichts anderes akzeptieren.

Es ist vieles wirklich sehr umgangssprachlich gehalten, was wirklich gut zum Thema passt. Schließlich gibt es nichts schlimmeres als Oberlehrerhafte Aufklärungsbücher mit kuriosen Bildern/Fotos. Auf diese wird hier verzichtet, was ich aber ganz okay finde. Schließlich weiß man ja was gemeint ist und so ein geschriebener Text ist ohnehin meist aussagekräftiger als eine schlechte Illustration/Grafik. 
Man bekommt einen relativ guten Einblick über die verschiedenen sexuellen Orientierungen und Identitäten, weshalb sich das Sachbuch auch wunderbar als Einstiegslektüre eignet. Wobei das Hauptaugenmerk hier eindeutig auf Lesben, Schwulen und Transsexuellen liegt. Für ein ultimatives Sachbuch über Sex und Identität fehlt mir einfach das Wissen zu all jenen Orientierungen, die hier nur als eine Art Randerscheinung dienen. Und wenn man es ganz genau nimmt geht es hauptsächlich nur um schwule cis-Männer, was für ein so inklusives Buch einfach nur traurig ist. Wer also mehr über alles jenseits von LGBT wissen möchte wird hier wahrscheinlich nicht fündig.


Fazit

Gerade für Neugierige und diejenigen ohne viel Vorwissen eignet sich dieses Buch. Man bekommt wirklich viel Wissen vermittelt. Natürlich ersetzt es kein Gespräch mit LGBT-Leuten, jedoch verschafft es fürs erste einen guten Einblick. So wirklich inklusiv ist das Buch jetzt nicht, aber im Titel steht ja auch "gay" und darum geht es ungeachtet des Klappentextes hauptsächlich. 

Mittwoch, 19. August 2020

#012 Manga - Siúil, a Rún – Das fremde Mädchen(Band 4-6)




Titel(Deutsch)Siúil, a Rún – Das fremde Mädchen
Titel(Englisch)The girl from the other side: Siúil, a Rún 
AutorNagabe
VerlagTokypop
GenreDark Fantasy/Horror
Bände4-6(bisher erschienen 7)
Meine Bewertung
5/5

 Inhalt

Das Land ist schon seit Ewigkeiten in zwei Hälften geteilt. In dem inneren Teil leben die Menschen geschützt durch eine hohe Mauer, während in dem äußeren Teil die Außenseiter leben. Ein Fluch hat diese in groteske Gestalten verwandelt. Wenn man diese berührt geht der Fluch auf einen über und man wird zu einem von ihnen. Einer hat es sich zur Aufgabe gemacht sich aufopferungsvoll um ein kleines, blondes Mädchen zu kümmern. Kann er dieses vor dem Fluch beschützen, obwohl er selbst ein Außenseiter ist?


Review

#4. Band: 

Man erfährt dieses Mal noch mehr Details über diejenigen, die verflucht wurden und bekommt ungefähr ein Gefühl dafür warum die Menschen sich so vor vor diesem Fluch fürchten. Und dann gibt es im Laufe der Handlung immer wieder  Andeutungen darauf, dass sich Dinge grundlegend für die Hauptprotagonisten ändern werden. Das war auch der Grund warum mich die doch recht wenigen Aktionen nicht vom Lesen abgehalten haben, denn gefühlt passiert in diesem Band sehr wenig. Lediglich die wenigen Wendungen und Andeutungen geben dem Ganzen Spannung. Und natürlich die latent vorhandene Grundangst, da man absolut nicht weiß was noch passieren wird und welchen Charakteren man wirklich trauen kann. Die Zeichnungen sind wieder dunkel und sorgen zusätzlich dafür, dass man immer auf der Hut ist.

Auch über Shiva erfährt man relativ viel und das hat mich einfach nur traurig gestimmt. Es verändert das Bild was man von ihr hat und ich bin gespannt darauf, ob diese Geschichte überhaupt der Wahrheit entspricht oder ob diese eventuelle Lüge einen ganz bestimmten Zweck verfolgt(Entführung?). Dieses miträtseln was als nächstes passieren könnte von Band zu Band macht voll viel Spaß und ich bin immer wieder überrascht, dass der Mangaka es schafft die Erwartungen um ein vielfaches zu übertreffen.

Dieser Band hat mir jetzt nicht so genug gefallen wie die vorigen, deshalb vergebe ich auch nur 4 von 5 Sternen vergeben. Das Ende zeigt auf jeden Fall, dass es spannend weiter gehen wird und mal schauen, wie sich das alles noch entwickeln wird.

#5. Band: 

Was mich in diesem Band positiv überraschte war vor allem eine Szene, die mich einerseits zum Lachen brachte und dann im nächsten Moment wieder traurig stimmte. Sie macht genauso wie die restliche Handlung in diesem Band sehr deutlich, dass Shiva nach wie vor noch ein kleines Mädchen ist und auch wie eines handelt. Trotzdem macht sie genauso wie der Lehrer eine unglaubliche Charakterentwicklung durch und es ist schön zu sehen, wie die beiden sich annähern und verstehen lernen. Das ist auch der Hauptfokus in diesem Band und mir hat die Umsetzung davon total gut gefallen.

Die Hintergrundgeschichte und die Mythologie, die dieser zugrunde liegt bekommt mehr Tiefe. Man weiß aber immer noch nicht wie man diese Informationen einordnen soll und ob diese überhaupt der Wahrheit entsprechen.

An sich ist es wieder ein sehr ruhiger Band, bei dem relativ wenig passiert. Trotzdem bleibt es spannend und man wartet nur darauf, dass irgendetwas ganz schlimmes passiert. Schließlich gibt es mehrere Gruppen, die für eine Shiva eine Gefahr darstellen und die jeder Zeit angreifen könnten. Das alles wird durch den nach wie vor düsteren Zeichenstil perfekt unterstrichen. Diesem Band gebe ich ganze 5 von 5 Sternen, weil ich nur so durch die Seiten geflogen bin und einfach nur wissen wollte wie es weiter geht.


#6. Band: 

In diesem Band geht es hauptsächlich um den Lehrer und Shiva und die große Frage die im Raum steht: Wer ist der Lehrer, wo kommt er und was für eine Aufgabe hat er? Ist er wirklich Opfer des Fluches oder ist er doch ein Kind der Mutter? Gehört vielleicht einer ganz anderen Gruppe an? Und wenn ja welcher? Welches Schicksal wartet auf ihn?

Im Laufe der Handlung kommt es zu einem gewaltigen Plottwist, der mich wirklich positiv überrascht hat. Dieses Mal fällt auch der Kontrast zwischen Licht und Dunkel, also schönen Momenten und beängstigenden extrem auf. Und das lässt nur vermuten, dass die Handlung wahrscheinlich ein ganzes Stück dramatischer werden wird. Schließlich kann ein Katz und Maus Spiel ja nicht ewig andauern. Und diesbezüglich denke ich auch, dass die Kirche bald ihren Zug machen wird. Und man somit sehr bald sehen wird was das für Shiva und den Lehrer bedeutet. Aber vielleicht macht auch jemand ganz anderes einen Zug, wie es ja schon in den vorigen Bänden der Fall war. Es bleibt auf alle Fälle spannend, schließlich weiß man ja auch nicht warum die Outsider sich Shiva nicht einfach nehmen, wenn sie so sehr haben wollen. Sie hatten ja schon oft genug die Chance dazu und ich denke die Kirche wäre genauso gut dazu in der Lage. Und was ist die Intention vom Lehrer diesbezüglich?

Das Ende ist mal wieder total gemein und ein gewaltiger Cliffhanger. Man weiß nicht so wirklich was jetzt auf einen als Leser noch alles zu kommen könnte. Rein von der Handlung her kann man alles was passiert in wenigen Sätzen zusammen fassen und hat trotzdem alle wichtigen Ereignisse in diesem Band erwähnt.


Fazit

Die Reihe hat definitiv großes Suchtpotential und am liebsten würde ich direkt Band 7 lesen, aber erst einmal möchte eine Pause einlegen und alles ein wenig sacken lassen Vielleicht lese ich auch noch einmal die vorigen Bände um alles ein wenig besser zu verstehen, denn vielleicht finde ich ja so verstecke Hinweise?

Rezension Band 1-3

Freitag, 14. August 2020

#316 Bücherregal - Der Horror der frühen Medizin


TitelDer Horror der frühen Medizin(Englisch: The Butchering Art)
AutorLindsey Fitzharris
VerlagSuhrkamp Verlag
GenreSachbuch/Geschichte
Seiten276 Seiten(Hörbuch: 8 Stunden 36 Minuten)
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

In der Mitte des 19. Jahrhunderts war das es vollkommen normal Arsen, Heroin oder Quecksilber verschrieben zu bekommen. Ärzte beschafften sich über dubiose Händler ihre Leiche zum Üben, die diese einfach ohne Erlaubnis kurz nach ihrer Beerdigung aus den Gräbern klauten. Wenn man im Krankenhaus behandelt werden wollte, musste man genug Geld für die Beerdigung vorweisen können. Denn nur eine kleine Minderheit überlebte Operationen, die mehr einer schaurigen Theateraufführung glichen als alles anderem. Warum so viele Menschen in Krankenhäusern verstarben war lange Zeit unklar. Deshalb versuchte Joseph Lister eine Methode zu entwickeln, die ein mehr oder weniger sicheres operieren ermöglichte. 

Review

Den Titel sollte man unter allen Umständen wörtlich nehmen und sich vor dem Lesen bewusst machen, dass die damalige Medizin so gut wie gar nichts mehr mit der heutigen modernen Medizin gemeinsam hat. 

Die einzelnen Szenen werden meist nicht bildhaft umschrieben, aber die wenigen Worte reichten um bei mir das Kopfkino in Gang zu bringen. Direkt vorweg möchte ich ein Beispiel nennen um zu zeigen was das Buch unter anderem behandelt. Die Menschen sind damals in die Operationssäle geströmt um den Chirurgen bei ihrer Arbeit zuzuschauen und alles glich mehr oder weniger einem Theater. Die Operationen waren unglaublich primitiv und der Gestank wurde als Krankenhausmief betitelt. Die Friedhöfe waren überfüllt und quoll im wahrsten Sinne des Wortes über.

Des öfteren war ich beim Lesen richtig geschockt, obwohl ich wusste wie schlimm die damaligen Zustände waren und Operationen um jeden Preis vermieden wurden. Man wusste halt nichts über Keime oder wie man Infektionen im Allgemeinen vermeiden sollte. Es war halt vollkommen normal und erstrebenswert eine eiternde Wunde zu haben, was heutzutage unvorstellbar wäre. Und somit war es auch vollkommen normal nach einer Operation im Krankenhaus zu versterben. Lister stieß somit quasi mit seinen Theorien bezüglich Wundheilung und Sepsis auf Granit und keiner wollte so recht auf ihn hören, obwohl seine Ergebnisse erfolgsversprechend waren. 

Dank dem Hörbuch ist mir erst einmal bewusst geworden was alles aus dem Bereich der Medizin u.ä. aus der viktorianischen Zeit stammt. Es macht einem wieder einmal bewusst wie sehr sich die Medizin seit dem 19. Jahrhundert verändert hat und das nur wegen der Forschung und weil einzelne Menschen eine Verbesserung erzielen wollten. Selbst wenn es bedeutete andere gegen sich aufzubringen. Und es ist auf eine ganz spezielle Weise faszinierend wie normal uns das Wissen heutzutage erscheint. Schließlich ist es für uns vollkommen logisch, dass Operationsbestecke und Kittel nach jedem Patient ausgetauscht bzw. desinfiziert werden. Und die Handhygiene ist ja auch Standard, was aber zu der damaligen Zeit absolut unüblich war.

Man erfährt auf den 276 Seiten wirklich viel über Listers Privatleben und was ihn geprägt und voran getrieben hat. Der Schreibstil der Autorin lässt das alles unglaublich lebendig wirken und so etwas begegnet man selten bei Biografien. Aber auch über andere Ärzte und über deren Erkenntnisse erfährt man unglaublich viel. Mir fiel es wirklich schwer beim Hören Pausen einzulegen, weil es einfach so unglaublich spannend war und man wirklich viel über die Medizingeschichte lernen kann.

Ein anderer Pluspunkt ist das Bild der viktorianischen Zeit, welches die Autorin zeichnet. Dieses unglaublich dreckig und abstoßend und wenn man eins nicht möchte, dann ist es in die Nähe eines Friedhofes oder Krankenhaus(Todeshaus!) aus dieser Zeit zu kommen. Und damit steht das Bild im sehr starken Kontrast zu dem von einigen Autoren, welche eher ein romantisches Bild zeichnen.  


Fazit

Zusammenfassend lässt sich auf alle Fälle schreiben, dass das Buch nichts fürs schwache Gemüter ist. Wie der englische Titel schon vermuten lässt geht es hier um "Metzger Kunst" bzw. Kunst des Schlachtens und wenn Operationen eines im 19. Jahrhundert waren, dann genau das. 

Sonntag, 2. August 2020

#313 Bücherregal - Everything is f*cked(Kurzrezension)


Titel(Englisch)Everything is f*cked
AutorMark Manson
VerlagHarper 
GenreRatgeber/Nonfiction
Seiten288 Seiten
Meine Bewertung
2/5

 Inhalt

Eigentlich müsste es und fantastisch gehen, schließlich sind wir in unserem Handeln so frei wie noch nie und haben eigentlich mehr als genug Geld. Und die Menschen sind heute auch viel gesünder als früher, aber trotzdem fühlen wir uns hoffnungslos. Schließlich sehen wir Tag für Tag die Folgen des Klimawandels und die Wirtschaft ist nicht so sicher wie gedacht. Was macht eigentlich das Glück und die Hoffnung aus? Und warum können wir nicht einfach zufrieden sein mit dem was wir haben?

Review

Erst einmal möchte ich vorweg erwähnen, dass es sich hierbei um eine Ansammlung von kurzen Texten handelt, die mal mehr und mal weniger gut recherchiert wurden. Einen roten Faden sucht man vergebens und viele Texte passen einfach nicht zusammen. Man hätte ruhig im Klappentext erwähnen können, dass es sich teilweise einfach um Blogeinträge handelt.

Was mir total negativ aufgefallen ist beim Lesen ist die Länge mancher Kapitel. Viele Themen werden nur angeschnitten und nie richtig erläutert und deshalb erscheint es oft so als wolle der Autor nur möglichst provokante Texte verfassen. Es ist ein dünnes Buch und ja man kann deshalb schon erahnen, dass nicht alles in voller Länge ausdiskutiert wird. Jedoch sollten wichtige Themen wie Privilegien nicht einfach unter den Tisch fallen, nur weil man halt ein dünnes Büchlein kreieren will.

Dann hatte ich auch noch einige Probleme damit seinen Argumentationsketten zu folgen. Er versucht nicht nur an einer Stelle das Leid der Leute miteinander zu vergleichen und ob es wirklich gerechtfertigt dieses Leid zu verspüren, wenn andere viel mehr ertragen müssen/mussten. Was diese Vergleiche in einem Buch über Hoffnung zu suchen haben ist mir schleierhaft und so etwas überhaupt zu vergleichen ist mir schleierhaft.

Ein anderer Kritikpunkt ist, dass man viele der Informationen aus dem Buch schon längst wo anders gelesen hat. Der einzige Unterschied ist das Niveau des Schreibstils und die Anekdoten wurden meist besser ausgewählt. Mir hat der einfache Schreibstil jetzt nicht zugesagt, aber so etwas ist ja immer Geschmackssache. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, als hätte der Autor manche Themen falsch verstanden und er widerspricht sich auch im Laufe des Buches des öfteren.

Fazit

Anfangs hatte ich noch so gedacht, dass 2 Sterne ein ziemlich harsches Urteil darstellen. Jedoch wenn ich meine Rezension so durchgehe finde ich keinen Grund dafür das Buch besser zu bewerten. Dafür hätte man einfach mehr Erklärungen abliefern müssen, anstatt einfach nur ein paar kritische Texte aneinander zureihen. Leider sucht man das Hauptthema Hoffnung vergebens und ich manchmal das Gefühl, als ginge es eher um das Gegenteil davon.

Sonntag, 26. Juli 2020

#11 Manga - Die Braut des Magiers Band 4-6




Titel(Deutsch)Die Braut des Magiers
Titel(Englisch)The Ancient Magus' Wife
AutorKore Yamazaki
VerlagTokyopop
GenreFantasy
Bändebisher 12
Meine Bewertung
4/5


Inhalt

Seit dem Selbstmord ihrer Mutter wird Chise immer wieder als Sklavin verkauft. Schon davor war ihr Leben geprägt von Vernachlässigung und Missbrauch. Eines Tages ersteigert der Magier Elias das 16-jährige Mädchen bei einer Auktion und entschließt sich dazu sie als Lehrling einzustellen und sie als Frau zu nehmen, denn scheinbar hat sie magische Fähigkeiten.


Review

#1.-3. Band

#4. Band

Im 4. Band lernt man endlich mehr über Elias und in welchem Verhältnis er zu Lindel steht. Es geht im Grunde genau da weiter wo im 3. Band aufgehört wurde und ich finde es schön, dass Chise noch etwas an diesem Ort verweilt und man somit relativ viel darüber erfährt. Ansonsten werden endlich einige Fragen beantworten und ich finde es gut, dass man endlich einiges was bisher unklar war nun besser einordnen und somit auch nachvollziehen kann. Dadurch werden hauptsächlich die Hauptcharaktere greifbarer und man findet sich etwas besser in dieser doch sehr speziellen Welt zu recht.
Vor allem haben mir die magischen Wesen gefallen und es sind mal welche, mit denen ich absolut nicht gerechnet habe.

Ein anderer Pluspunkt ist die Charakterentwicklung von Chise, welche eher langsam von statten geht und deshalb so natürlich erscheint. Das macht das alles viel angenehmer zu lesen und vor allem auch interessanter. Natürlich wird die Welt in der Chise lebt deshalb nicht weniger gefährlich für sie, nur weil sie sich verändert.

Wenn man es genau nimmt passiert in diesem Band mal wieder so gut wie gar nichts, aber genau das Liebe ich an der Serie. Sie entfaltet sich nur sehr so lange und man erfährt nur portionsweise etwas über sie.

#5. Band: 

Im 5. Band lernt man zu Beginn etwas zu Silky und warum sie als Haushälterin für Elias arbeitet. Und dann lernt man auch jede Menge über das Königreich der Feen/Fae und ich finde genau das einfach total spannend. Es ist schön zu sehen, dass es nicht nur hauptsächlich um Magie und ähnliches geht. Sondern man lernt wirklich viel über Mythologie verschiedener Völker. Warum manche von diesen Wesen so leicht begleitet sind erschließt sich mir jedoch absolut gar nicht. Aber es ist halt ein Manga und ich hatte es schon vor Ewigkeiten aufgegeben ernsthaft über diese Frage nachzudenken. Wahrscheinlich kann man froh darüber sein, dass manche nicht noch üppiger bestückt sind und wenigstens etwas anhaben.

Dieses Mal wechseln sich die düsteren, bedrohlichen mit vielen herzerwärmenden, leichten Szenen ab und genau das ist dieses Mal total gut gelungen. In den vorigen Bänden fand ich diesen Wechsel leider nicht immer ganz so gut.

So wirklich weiß man nicht wohin einen die Handlung bringen soll. Oft wirken die episodenhaften Geschehnisse in sich abgeschlossen und ich kann gar nicht so genau einordnen was später noch irgendeine Relevanz haben wird und was nicht. Vor allem bei der Schlussszene weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Teile davon sind traumhaft und ich finde es gut, dass auch Feste der Region eine Rolle spielen. Aber was das andere betrifft bin ich wirklich gespannt darauf zu erfahren, was das andeuten/anteasern sollte. Und irgendwie vermisse ich die Hintergrundhandlung/Rahmenhandlung, die einen normalerweise kontinuierlich durch eine Mangaserie leitet. Diese kommt hier leider viel zu kurz.

#6. Band: 

Im 6. Band geht es hauptsächlich um die Charakterentwicklung von Chise, Elias und Alice. Man erfährt wirklich viel über diese und ich finde es schön ihnen dabei zuzusehen, wie sich langsam die Bindungen zwischen ihnen ändert und zu was sie sich entwickeln. Aus dem Grund passiert noch weniger als in den vorigen Bänden und wenn man es genau nimmt, dann ist in diesem Band so gut wie gar nichts relevantes passiert. Ein bisschen wurmt mich das, auch wenn ich es toll finde wie viel man auf einem Schlag über die einzelnen Charaktere erfahren hat.

In diesem Band passiert etwas mit Chise bzw. sie hat plötzlich eine Fähigkeit und leider weiß man so gar nicht woher diese kommt. Das kommt alles so aus dem Nichts und man kann das absolut nicht einordnen. Hier hätte ich wenigstens erwartet, dass sie mal mit Elias drüber spricht oder man im Vorfeld wenigstens ein Gespräch diesbezüglich mitbekommt. Es ist halt doch eine große Sache und ich kann mir nicht vorstellen, dass man das einfachso plötzlich kann ohne große Übung/Einweisung.
Am Ende gibt es einen riesigen Cliffhanger, der nichts gutes verspricht und ich bin wirklich gespannt darauf, ob die Handlung jetzt richtig düster wird. Die Wendung habe ich absolut nicht erwartet und ich finde es toll, dass die Handlung endlich Fahrt auf nimmt.


Fazit

Mal schauen wo die Reise hingeht und ich hoffe, dass ich demnächst den 7. Band lesen kann. Es ist toll, dass immer noch so viel ursprünglich Mythologie vorkommt und es dementsprechend auch recht düster ist von der Handlung.

Freitag, 17. Juli 2020

#310 Bücherregal - Strandmord


TitelStrandmord(Romy Beccare: 7. Fall)
AutorKatharina Peters
VerlagAufbau Digital
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten336 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Ein aktueller Fall erinnert die Kommissarin Romy Beccare an einen Fall, der schon über 15 Jahre zurück liegt. Denn auch dieses Mal hat der Täter die nackte Frauenleiche am Strand abgelegt und die Lippen mit zwei Ringen verschlossen. Der Verdacht verhärtet sich als sie herausfindet, dass der Täter von damals mittlerweile in Neustrelitz wohnt und vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde. Doch eine Spur spricht klar dagegen, denn das Opfer war allem Anschein nach eine Erpresserin. Und damit hat sie wohl einige Leute gegen sich aufgebracht.


Review

Der Krimi ist auf alle Fälle nichts für zarte Gemüter, auch wenn die Autorin die grausam zugerichteten Leichen nicht detailliert beschreibt. Man kann diesen Teil der Reihe auch komplett ohne Vorwissen lesen. Ganz am Ende des Bandes wird man mit allen nötigen Informationen über jedes einzelne Mitglied versorgt. Positiv hervorheben möchte ich hier auf alle Fälle, dass sich diese Nebenhandlungen nicht unnötig n den Vordergrund stellen und man gerade genug erfährt, damit die Personen greifbar und authentisch wirken.

Allein wegen der vielen Wendungen und möglichen Täter bleibt die Handlung durchgehend spannend. Die Ermittlerin Romy Beccare wirkte auf mich engagiert und sympathisch. Der Fokus liegt durchgehend auf der Ermittlung und somit gibt es auch relativ viele Verhöre und anderes. Das Team versucht zudem zusammen den Fall zu lösen, was mal eine schöne Abwechslung zu anderen Krimis ist.
Und die Autorin hat sich mal wieder ein kritisches Thema für ihre Handlung ausgesucht, denn es geht unter anderem um Medikamententests in der DDR. Das Geschilderte klingt durchaus realistisch.
Das Lokalkolorit ist sehr dezent gehalten und es hätte in meinen Augen ruhig etwas mehr sein können. Schließlich spielt die Handlung ja auf Rügen und ohne die Ortsnamen hätte das alles auch ganz wo anders stattfinden können.

Was mir vor allem ab der Hälfte des Krimis aufgefallen war, sind die teils nicht enden wollenden Dialoge. Manchmal gibt es nur einen kleinen Nebensatz bei einem Dialog, der über eine Seite geht und das ist mir definitiv zu wenig. Schließlich will man ja auch wissen wie diejenigen auf das Gesagte reagieren. Und ich finde es einfach anstrengend so einem Dialog zu folgen. Dadurch und wegen anderer Dinge entstehen immer wieder Längen, die die Spannung dämpfen und die Handlung ausbremsen. Selbst für einen Kriminalroman waren es einfach zu viele Längen.

Mir war das Ende einfach zu dick aufgetragen und ich hätte mir wirklich gewünscht, dass es wie der bisherige Verlauf der Handlung endet. So wirkt das alles einfach nur schrecklich insziniert und somit unglaubwürdig.


Fazit

Mir hat dieser Teil der Reihe jetzt nicht so zugesagt allein wegen der Dialoge. Der Krimi an sich ist eher kurzweilig und ich hatte ihn hauptsächlich wegen dem einfachen Schreibstil innerhalb kurzer Zeit durch gelesen.