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Sonntag, 8. März 2020

#284 Bücherregal - Totsee







TitelTotsee
AutorArne M. Boehler
VerlagEpubli
GenreThriller
Seiten368 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Eigentlich dürfte der neue Auftrag Nora Dahn absolut gar keine Probleme bereiten, schließlich gilt sie als beste Personenschützerin Deutschlands und hat nicht nur einmal hochrangige Mitglieder der Gesellschaft beschützt. Jetzt soll sie lediglich eine junge Frau während ihrem Urlaub in den Bergen begleiten, doch noch ahnt sie nicht was das für einen Rattenschwanz nach sich zieht. Ehe sie es registriert ist sie mitten in einer Verschwörung gefangen und muss nicht nur um ihr eigenes Leben fürchten. Wird sie es schaffen denjenigen ein Schnippchen zu schlagen und somit Schlimmeres zu verhindern?

Review


Hauptsächlich geht es um die Abgründe der menschlichen Psyche und was passieren kann, wenn einzelne aufgrund ihrer Wahnvorstellungen ohne Rücksicht auf Verluste andere instrumentalisieren. Die Handlung ist einfach unglaublich fesselnd, weshalb ich das Buch nach dem ersten Viertel in einem durch gelesen hatte. Hauptsächlich die vielen interessanten Wendungen und Cliffhanger an den jeweiligen Kapitelenden hatten dazu geführt. Auch der Erzählstil hat dazu beigetragen, denn diese fokusiert sich auf das Wesentliche und sorgt somit passend zum Genre für einen raschen Handlungsfortschritt. Und der Autor schafft es trotz allem mir als Leser das nötigste an Beschreibungen zu liefern, damit man sich sowohl die Umgebung als auch die Personen und das Geschehen gut vorstellen kann.

Was ich so erschreckend an dem Thriller finde ist die Ansammlung an Charakteren, die in einem eine sehr starke Abneigung hervorrufen. Und das liegt teilweise noch nicht einmal an der Machtgier, sondern an ihrem skrupellosen Handeln und somit auch über Leichen gehen um an ihre fragwürdigen Ziele zu kommen.
Mir hat der Einblick in die Psyche und allgemein die Gefühlswelt der Hauptprotagonisten/-antagonisten sehr gut gefallen. Wenn nötig gab es zum Beispiel Erklärungen zu den psychischen Erkrankungen, die gut in die Handlung eingebaut wurden. Die Charaktere sind alle recht komplex und man erfährt erst nach und nach, ob der erste Eindruck von diesen stimmt oder sie eigentlich ganz anders sind.

Aber auch die Handlung ist nicht ohne, allein wegen dem durchaus realistischen Szenario. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die nach und nach miteinander verwoben werden und anfangs weiß man gar nicht so recht wohin die einzelnen einen hinführen werden. Es werden aktuelle Themen wie die Flüchtlingspolitik und Rassismus aufgegriffen. Aber auch verschiedene Verschwörungstheorien spielen eine große Rolle machen den Thriller damit so realistisch. Es ist auf jeden Fall sehr erschreckend wie realistisch diese Szenen aufgrund des Rechtsrucks heutzutage wirken.

Einige Ideen sind jetzt nichts neues und deshalb ist die Handlung teils auch vorhersehbar, jedoch weiß man ja nie ob der Autor wirklich die angedeuteten Wege nutzt oder ganz neue findet. Und einiges was in dem Thriller passiert hat mich dann doch ziemlich überrascht und vor allem auch, weil es so glaubwürdig beschrieben wurde. Man merkt halt einfach auch immer wieder, dass hier jemand ordentlich recherchiert hat zu den einzelnen Themen.

Das Cover passt zur Handlung und zeigt scheinbar den Todtsee. Es verrät nicht zu viel und mir gefällt der grünliche Blauton. Und der Totenschädel lässt einfach nichts gutes erahnen.

Mir hat die Hauptprotagonistin Nora Dahn jetzt nicht so zugesagt und ich fand sie stellenweise zu überheblich und unnahbar. Vor allem zu Beginn und auch später gab es Szenen in denen sie unglaubwürdig handelte. Zudem lässt sie sich sehr stark von ihren Vorurteilen leiten und so etwas mag ich ohnehin nicht. Mit der Zeit wurde sie mir ein bisschen sympathischer und ich empfand sie dann auch ein Stück weit menschlicher.

Fazit

Alles in allem ist es ein solider Verschwörungsthriller, der trotz der Kritikpunkte die 4,5 Sterne mehr als verdient hat. Durchgehend herrscht passend zur Handlung eine sehr beklemmende, düstere Atmosphäre. Das was passiert stimmt nachdenklich und man kann nur hoffen, dass das alles nie geschehen wird und es wenn überhaupt so wie im Thriller ausgeht.

Sonntag, 21. Juli 2019

#222 Bücherregal - Das Weinen der Kinder






TitelDas Weinen der Kinder
AutorArne M. Boehler
VerlagEpubli
GenreThriller
Seiten352 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares über das Portal https://rezi-suche.de/



 Inhalt

Für ihren Chef zieht Anke Neuhaus von Köln in eine bayrische Kleinstadt um dort in einem alten Schloss ein Kunstmuseum zusammen mit jemandem zu errichten. Jedoch stellt sie nach dem Umzug  und nach derjenige einfach abgehauen ist fest, dass sehr viel Geld veruntreut wurde. Um ihren Chef und das Projekt vor den finanziellen Ruin zu retten lässt sie sich auf ihren Ex ein, der auf die schnelle ein paar Porträts von weinen Kindern für eine Vernissage herzaubern kann. Doch woher kommen diese Bilder? Zudem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht, dass jemand aufgrund dieser Porträts nach ihrem Leben trachtet.

Review

Der Fokus liegt hauptsächlich auf den Ermittlungen bzw. Anke und so gibt es auch kaum störende Nebenhandlungen. Alle Handlungsstränge fließen nach und nach zusammen und so erfährt man auch, was es mit bestimmten Charakteren oder Rückblenden auf sich hat.

Der Handlungsverlauf nimmt erst langsam Fahrt auf und somit fliegt man ab der Hälfte nur noch so durch die Seiten. Gegen Schluss überschlagen sich die Ereignisse förmlich. Die erste Hälfte nutzt der Autor um all die Charaktere vorzustellen und die Handlung nach und nach aufzubauen. So lernt man ziemlich viel über die einzelnen kennen und kann sich ein gutes Bild von der Umgebung machen. Aber einiges bleibt nach wie vor unklar und so bleibt es bis zum Schluss spannend.

Die einzelnen Hauptprotagonisten wirken sehr authentisch und haben alle ihr Päckchen zu tragen. Vor allem Anke hadert mit ihrem Leben und weiß nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Auch der Nebencharakter Niels wirkt wie ein Querulant, über dem man schon das ein oder andere mal in der Zeitung gelesen hat. Es ist halt ein Künstler, der um jeden Preis auffallen will und das gelingt ihm auch.

Der gefühlt ewig andauernde Streit zwischen Charlie und Wigland sorgten für eine gewisse Lockerheit der Handlung. Charlie besteht auf ihre Paragraphen, während Wigland das alles nicht so genau nimmt. Sie sind doch sehr unterschiedlich in ihrer Arbeitsweise, aber sie schaffen es trotzdem nach anfänglichen Schwierigkeiten zusammen zu arbeiten. Sie geben auf alle Fälle ein sehr interessantes Ermittlerduo ab, von denen man auch gerne einen 2. Fall lesen würde.

Ab ungefähr der Hälfte fiel es mir wirklich schwer das Buch auf Seite zu legen. Auch der angenehm flüssig zu lesende Schreibstil trug dazu bei. Die Spannung ist einfach enorm hoch und man möchte einfach wissen was es nun mit der Bilderreihe auf sich hat. Die vielen Wendungen sorgen dafür, dass man irgendwann jeden verdächtigt.

Das Cover ist hauptsächlich im Hintergrund weiß bzw. grau und erinnert damit an einen weißen Malgrund. Ganz blass kann man zudem passend zum Titel des Buches und den Portraits um die es hauptsächlich geht ein trauriges Kindergesicht erkennen. Im Vordergrund ist ein türkiser Pinsel mit roter Farbe, welcher auch passend zum Thema ist. Es ist wirklich schön aufgebaut und man erkennt direkt um was es geht.

Was mir jetzt nicht so gefallen hat sind die gefühlt zu vielen Probleme der Charaktere. Hier hätte man ein paar weniger thematisieren können und dafür hätte man die anderen dann detaillierter behandeln können. Auch wenn ich die angesprochenen Themen(Alkoholismus, Anorexie, Mobbing und vieles mehr) als sehr wichtig finde, hier hätte man vielleicht 2-3 weniger nehmen sollen. Es ist jetzt nur ein kleiner Kritikpunkt, aber genau das ist mir halt beim Lesen aufgefallen.


Fazit

Oft habe ich beim Lesen vergessen, dass es sich hierbei um ein Thrillerdebüt handelt. Was mich auch positiv überrascht hat sind die fehlenden blutigen Leichen. Selbst wenn man eine Tote oder ein Toter auftauchte wurde diese nicht bildhaft beschrieben und das hat es richtig angenehm gemacht. Auch die Idee hinter der Handlung wirkt nicht abgegriffen und man findet leider nicht viele Thrillers, die in der Kunstszene spielen.

Sonntag, 9. Dezember 2018

#158 Bücherregal - Mokka Noir(Kurzrezension)




Titel(Deutsch)Mokka Noir
AutorGunnar Danckert
Verlagepubli
GenreKrimi/Humor
Seiten160 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst beim Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Der neue Auftrag für den Privatdetektiv Jimmy Risiko klingt alles andere als spannend. Die Frau von dem Künstler Theodor Rabengarten beauftragt Jimmy damit denjenigen zu finden, der scheinbar ihren Mann auf dessen letzten Vernissage vergiftet hatte. Zusammen mit seinem Flachmann und etwas zu viel Gin macht sich Jimmy auf die Suche nach dem maßgeblichen Täter.

Review

Bei dem Buch fallen mir als erstes die Worte absurd und skurril ein. Und genau der Mix zwischen diesen beiden macht den Charme der Handlung aus. Man muss sich quasi immer wieder vor Augen halten, dass hier Tiere wie Menschen agieren und neben diesen völlig normal leben.
Es gibt wirklich viele sehr eigenartige Charaktere und alle haben ihr eigenes Päckchen zu tragen. Sie sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, genauso wie die Umgebung und selbst die Streichhölzer kommen zu Wort.
Die Handlung ist durchgehend spannend und trumpft immer wieder mir absurden Wendungen auf. Wenn man denkt es kann nicht absurder kommen, wird man direkt vom Gegenteil überzeugt.
Was ich total komisch und auch unterhaltsam fand waren die Gastauftritte vom Autoren selbst. Normalerweise mischt ja kein Autor die Handlung in Form eines Charakters auf.


Fazit


Wem würde ich das Buch wohl empfehlen? Ich denke mal es könnte vor allen denen gefallen, die sich gerne auf neues und außergewöhnliches einlassen. Es ist stellenweise allein wegen den Wortwitzen oder der Situationskomik wirklich lustig und man merkt auch gar nicht, dass das Buch sehr kurzweilig ist.