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Sonntag, 13. Dezember 2020

#343 Bücherregal - The tattooist of Auschwitz(Kurzrezension)


Titel(Englisch)The tattooist of Auschwitz
AutorHeather Morris
VerlagHarper Paperbacks
GenreHistorischer Roman
Seiten288 Seiten
Meine Bewertung
2/5

 Inhalt

Im Jahre 1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Seine Aufgabe war es jedem Neuen eine Nummer auf den Arm zu tätowieren. Eines Tages begegnet er während seiner Arbeit einem einem jungen Mädchen in das er sich auf den ersten Blick verliebt. Ihr Name war Gita und er machte es sich zur Aufgabe sie zu beschützen und mit ihr gemeinsam die Zeit im KZ zu überleben.

Review

Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, dann würde ich der Rezension den Titel "Schuster bleibe bei deinen Leisten" geben. Denn genau das ist hier der Fall und man merkt sehr deutlich, dass die Autorin Drehbuchautorin. Und ich kann auch nicht verstehen wie ein Verlag diesen Roman einfach so durchwinken konnte ohne ausgebesserte Dialoge zu verlangen. So wirkliche Emotionen kamen mir bei diesen nicht auf und wenn habe ich sie nur zur Kenntnisse genommen und einfach abgehakt, denn sie wirkten immer wie Einschübe und nichts was wirklich Teil des Ganzen war.

Auch sonst waren die Charaktere erstaunlich emotionslos und ganz so als wären sie gar nicht Auschwitz. Ich weiß nicht ob das einfach an der knappen Anzahl an Seiten geschuldet ist, aber selbst das sollte kein Grund dafür sein um eine so wichtige Geschichte so oberflächlich zu erzählen. Und irgendwie ist es ein komisches Gefühl als Laie zu merken, dass das Buch nicht nur einen Fehler bezüglich Auschwitz enthält. Das sollte nicht passieren, vor allem nicht wenn man selbst jemand engagiert hat der die Fakten checkt. Nach dem Lesen hatte ich zahlreiche Artikel darüber entdeckt und ich finde wenn man schon einen auf wahren Tatsachen basierenden Roman schreibt, dann sollte er wenigstens grob der Wahrheit entsprechen.

Wenn ich nicht grobe Eckdaten über das Leben im KZ Auschwitz-Birkenau hätte, dann hätte ich jetzt nach dem Lesen des Romans eine vollkommen falsche Vorstellung davon. Und das sollte einfach nicht Sinn und Zweck der Sache sein und wird der Geschichte einfach nicht gerecht. Und als Autor sollte man selbst genügend Eckdaten liefern, damit der Leser auch ohne Vorwissen sich alles vernünftig vorstellen kann.

Fazit

Alles in allem kann ich jetzt im Endeffekt nicht behaupten ich hätte ein Buch gelesen, denn alles wirkt wie ein Drehbuch samt Regieanweisungen und es hat mich einfach nicht berührt. Mir tut es einfach nur Leid so einer Geschichte nur 2 von 5 Sternen geben zu können und ich hoffe der Film ist besser als das Buch. Mir ist das einfach zu kurzweilig und ich hatte es auch in wenigen Stunden durch gelesen, was mir sonst bei Büchern in dem Genre nicht passiert.

Freitag, 17. Januar 2020

#273 Bücherregal - The Child of Auschwitz




Titel(Englisch)The Child of Auschwitz
AutorLily Graham
VerlagBookouture
GenreHistorischer Roman
Seiten255 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Im Jahr 1942 denkt die Jüdin Eva Adami im Zug auf dem Weg nach Auschwitz nur an ihren Ehemann Michal, der 6 Monate zuvor dorthin geschickt wurde. Vor Ort muss sie feststellen, dass sie sich das alles ganz anders vorgestellt hatte. Im Lager selbst lernt sie Sofie kennen, die auch die selbe Entscheidung getroffen hatte um ihren Sohn Tomas wieder zu finden. Um wertvolle Informationen über den Aufenthaltsort ihrer Liebsten zu erhalten müssen sie sich mit dem Feind anfreunden. Trotz der lebensfeindlichen Umstände wird Eva schwanger und obwohl sie weiß, dass das für sie das Todesurteil bedeuten könnte entschließt sie sich dazu das Kind zur Welt zu bringen.

Review

Positiv hervor heben möchte ich die durchaus realistischen Beschreibungen von Auschwitz-Birkenau. Hier wird nichts geschönt und es wird mehrfach darauf eingegangen was Mangelernährung und allgemein die Lebensumstände mit den Menschen dort gemacht haben.

Es gibt mehr oder weniger zwei Zeitebenen(1938 und 1942), das heißt man erfährt sowohl wie das Leben für Evas als auch für Sofie war bevor sie sich dazu entschieden ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zu gehen. Als Leser ist das alles kaum oder eher gar nicht nachvollziehbar, schließlich haben sich die beiden jüdischen Frauen mehr oder weniger freiwillig dazu entschieden. Jedoch muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass damals gar nicht so viel über das Lager bekannt war und die wenigsten wussten was dort konkret alles ablief. Und die beiden Frauen konnten auch nicht erahne was für eine folgenschwere Entscheidung sie getroffen hatten.

Zu jeder Zeit stehen die Protagonisten Eva und Sofie im Vordergrund, weshalb die Handlung meist in den Hintergrund rückt. Und ich denke das war auch die beste Wahl, die die Autorin treffen konnte. Denn ich glaube sobald die Handlung bei solchen Romanen in den Vordergrund stellt wird man den Opfern als auch den Überlebenden solcher Lager nicht gerecht. Man erfährt ziemlich viel über die beiden Frauen und man merkt auch schnell, dass sie bereit sind im Grunde alles zu tun nur um ihr Ziel zu erreichen. Genau das baut Spannung auf, denn man hofft insgeheim immer das die beiden damit durch kommen.

Ein ganz großer Kritikpunkt für mich ist das Ende, denn mir war es einfach zu viel des Guten. Ich möchte hier nicht spoilern, deshalb kann ich nur so viel verraten: Ein bisschen mehr Realismus hätte dem ganzen ein würdiges Ende gegeben.

Leider fehlt es dem Ganzen auch etwas an Tiefe, denn es passiert einfach zu viel auf noch nicht einmal 250 Seiten. Natürlich kann man einige Szenen für sich sprechen lassen und muss diese nicht in all ihrer Grausamkeit erzählen, jedoch hätte es den Personen mehr Leben eingehaucht wenn wenigstens auf die Auswirkungen eingegangen wäre. So fühlt es sich einfach an als würde man die Zusammenfassung eines Films, der im Schnelldurchlauf lief, lesen und das ist einfach nur schade.

Fazit

Alles in allem möchte ich dem Buch trotz der Kritikpunkte 3,5 Sterne geben, denn es erzählt eine durchaus realistische Geschichte. Beim Lesen ist mir auf alle Fälle aufgefallen, dass sich die Handlung auf Berichte von Überlebenden bezieht(unter anderem auch auf den von Vera Bein). Es gibt viele historische Romane, aber auch Augenzeugenberichte über das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und wer etwas mit mehr Details und Tiefe sucht, sollte sich besser diese angucken. Man bekommt halt das was man bei einem so dünnen Buch erwarten kann und das ist eine relativ oberflächliche Handlung, der es an vielen Stellen an Tiefe fehlt.Es ist ein Buch über Mut, Hoffnung und die bedingungslose Liebe einer Mutter und eine grenzenlose Freundschaft. Immer wieder riskieren sowohl Eva als auch Sofie das Leben füreinander und sie geben die Hoffnung nie auf es doch noch lebend heraus zu schaffen.

Sonntag, 29. Dezember 2019

#268 Bücherregal - Mapping the Bones(Kurzrezension)




Titel(Englisch)Mapping the Bones
AutorJane Yolen
VerlagPenguin Books
GenreJugendbuch/Youngadult
Seiten432 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Das Leben der jüdischen Zwillinge Chaim und Gittel ändert sich von Grund auf, als sie 1942 ins Ghetto zwangsumgesiedelt werden. Und es dauert auch nicht lange ehe sie die Benachrichtigung bekommen, dass sie für den nächsten Zug vorgesehen sind. Ihre Eltern setzen alles daran die Zwillinge in Sicherheit zu bringen und übergeben diese deshalb Widerstandskämpfern, die sich zu der Zeit im Wald in der Nähe des Ghettos aufhalten. Doch es dauert nicht lange ehe diese gefangen genommen und umgebracht werden, während die Kinder in ein Arbeitslager gebracht werden um dort Munition für den Führer herzustellen. Dort begegnen sie auch einem Arzt, der ein besonderes Interesse für sie entwickelt.

Review

Erst einmal vorweg möchte ich anmerken, dass es sich hierbei um einen historischen Roman für junge Erwachsene/Jugendliche handelt und genau das bekommt man auch geliefert. Wer also wegen dem Klappentext einen Roman, der all die Schrecken des Holocausts beschreibt erwartet wird hier nicht fündig werden. Einige Stellen sind zwar bildhaft beschrieben, was man sich aber bei dem Klappentext auch denken kann.

Die Handlung wird abwechselnd von Chaim und Gittel erzählt, wobei Gittel das alles rückblickend erzählt. Wenn man sich dran gewöhnt hat ist das eigentlich eine gute Idee. Mir hat vor allem der Schreibstil gefallen, denn es lässt sich alles angenehm flüssig lesen.

Der Anfang des Buches war wirklich gut, jedoch wurde es im Verlauf immer schlechter. Vor allem ein Ereignis nimmt die ganze Spannung und man merkt dann auch schnell, dass der Klappentext tatsächlich die gesamte Handlung zusammenfasst.

Was mich wirklich gestört hatte war dann das rosarote Hollywood würdige Ende. Es ist teilweise realistisch und eigentlich passt es auch zum Verlauf der Handlung. Aber es ist alles so plötzlich,  fast schon vollkommen absurd und ganz so als wäre dem Autor die Lust daran vergangen dem Buch noch ein paar Seiten hinzuzufügen. Leider hatte ich diesen Eindruck an einigen Stellen im Buch, denn manche Geschehnisse verändern die Protagonisten und genau das wird einfach übergangen. Und auch wenn die Zielgruppe Young Adult/Jugendliche kann man das doch ruhig thematisieren. Dann würden die Charaktere auch menschlicher wirken, denn wen lassen solche Geschehnisse schon kalt? Und alles auf Gewohnheit und Abstumpfung zu schieben klappt einfach nicht.

Manche Szenen hätte man hingegen einfach weglassen können oder sie wurden unnötig in die Länge gezogen, was mich stellenweise richtig gestört hatte beim Lesen. Hier hätte man sich besser auf wenige Ereignisse konzentrieren sollen.


Fazit

Bisher habe ich einige historische Romane gelesen, die in diesem Zeitraum spielen. Die wenigsten thematisieren die Versuche von Dr. Mengele und in dem Buch geht es vor allem gegen Ende darum. Wenn man es Teenagern zum Lesen gibt, dann sollte man auf alle Fälle mit ihnen darüber reden. Einige Szenen vor allem gegen Ende sind nicht ganz ohne und auch wenn sie für die Zielgruppe geeignet beschrieben wurden, ist es nicht zu unterschätzen.

Trotz der Kritikpunkte gebe ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen. Es ist halt ein Buch für Jugendliche bzw. junge Erwachsene und genau das bekommt man auch geliefert. Es ist nicht melodramatisch und es wird ein genaues Bild des Holocausts gezeichnet. Mich hat es jetzt nicht so überzeugen können und ich denke wenn das Ende um einiges besser gewesen wäre, dann würde ich auch das Buch im Gesamten nicht so kritisch beurteilen. Es kommt halt letztendlich doch sehr viel auf die Klimax/den Höhepunkt einer Geschichte an und genau die Stelle fand ich einfach zu absurd.

Mittwoch, 15. Mai 2019

#24 Booktalk - Solange die Hoffnung uns gehört

Hallo,

Im Januar hatte ich den historischen Roman "Solange die Hoffnung uns gehört" von Linda Winterberg gelesen. Das Buch hatte mich sehr nachdenklich gestimmt, deshalb habe ich diesen Booktalk verfasst.





Anni arbeitete als Sängerin in der Oper in Frankfurt. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung wurde ihr 1938 kurz vor der Premiere fristlos gekündigt. Auch wegen der vielen neuen Gesetze war es ihr kaum noch möglich für ihre Tochter und sich zu sorgen. Sie erfuhr über eine Bekannte von den Kindertransporten und konnte so wenigstens ihrer Tochter ein sicheres Leben in England ermöglichen. Doch für sie schien es nahezu unmöglich das Land zu verlassen und bald darauf begann der II. Weltkrieg und die Juden wurden verfolgt und deportiert. Und trotzdem versuchte Anni an der Hoffnung festzuhalten, dass sie Ruth nach England folgen kann und alles wieder gut wird.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und man kann mit den Figuren mitfühlen. Alles scheint authentisch  beschrieben und man hat nicht das Gefühl als würde alles aufgebauscht.
Die Gefühle fahren ziemlich Achterbahn, da es neben all den sehr grausamen Momenten auch sehr herzliche und schöne Ereignisse gibt. Die Charaktere sind alle liebevoll gezeichnet und ausgeschmückt wurden. Man fühlt richtig mit ihnen mit und die detaillierten Beschreibungen ermöglichen einem auch sich die Umgebung vorzustellen.
Mir fiel es ziemlich schwer das Buch aus der Hand zu legen beim Lesen, da ich einfach wissen wollte wie das alles ausgeht. Es ist einfach unheimlich spannend und man will die Hauptprotagonisten einfach in Sicherheit wissen. Die Lage spitzt sich halt im Laufe des Buches immer weiter zu und man hofft einfach, dass alles gut ausgeht.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Anni und deren Tochter Ruth erzählt. Das heißt man erfährt einiges aus dem Leben von Anni, die in Deutschland geblieben ist und von Ruth, die per Kinderverschickung nach England kam. Beide Handlungsstränge sind gut ausgearbeitet und spannend geschrieben.

Es gibt einige Längen, was aber auch am Thema an sich liegt. Die Handlung spielt im Zeitraum von mehreren Jahren und deshalb fand ich das auch mit den Längen nicht so schlimm.

Hauptsächlich geht es in dem Buch um eine jüdische Mutter, die aufgrund des II. Weltkrieges ihre Tochter nach England verschickt um sie in Sicherheit zu bringen. Solche Schicksale gab es wie am Ende des Buches erwähnt häufiger und nicht immer konnten die Eltern ihren Kindern folgen. Die Ängste die dadurch entstehen sind nachvollziehbar beschrieben und wie schlimm es gewesen sein muss den Krieg als untergetauchte Jüdin zu erleben. Diese Ungewissheit was auf einen bei der Verhaftung zukommt und wie man es eventuell dem eigenen Kind mitteilt, dass die Mutter eben nicht mehr wiederkommt. Vor allem da das Kind zwar durch die Kinderverschickung vermutlich in Sicherheit war, aber da ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch 25 Wörter lange Briefe als Kommunikationsmittel zulässig waren, konnte man ja dem Kind kaum noch etwas mitteilen. Zudem wurden die Briefe zensiert und es wurde genau darauf geachtet was darin stand. Zusätzlich zu diesen Themen wird auch der Umgang mit Transvestiten beschrieben, da auch diese zu der Zeit verfolgt
wurden.

Die Autorin hat sich hierbei von der Lebensgeschichte einiger aus dieser Zeit inspirieren lassen. Dadurch macht auch das Ende durchaus Sinn und ich finde es auch gut, dass genau so eins gewählt wurde, da die Realität zu der Zeit nun einmal sehr grausam war. Ich fand es wurde wirklich gut recherchiert und das Thema wurde auch gut aufgearbeitet. Es ist nicht reißerisch oder unrealistisch dargestellt wurden nur um noch mehr Emotionen beim Leser zu erzeugen, was ich bei anderen Romanen immer störend finde. Manche Themen sind an sich schon grausam genug, da muss man nicht noch eins drauf setzen nur um alles noch schlimmer darstellen zu können.
Das Buch ist wahrlich nichts für Menschen mit schwachen Nerven, da es hier um die Judenverfolgung während des II. Weltkrieges geht und die Kinderverschickung.
Mich hat das Buch definitiv nachdenklich gestimmt vor allem was das Thema Freundschaft und Mutterliebe betrifft. Es ist wirklich bewundernswert wie viel Annis Freunde aufs Spiel setzen nur um ihr zu helfen. Und der Titel des Buches zieht sich durch die komplette Handlung, denn die Hoffnung auf Besserung ist permanent anwesend.

Viele Grüße

Mittwoch, 20. Juni 2018

#03 Booktalk - Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada

Hallo,


Vor kurzem habe ich den Klassiker "Jeder stirbt für sich allein" von Hans Fallada gelesen und aufgrund der Thematik habe ich dazu einen Booktalk verfasst.




Der Roman wurde 1946 verfasst und basiert auf den Gestapoakten zu dem Ehepaar Otto und Elise Hampel. Diese haben von 1940 bis 1942 in Form von Postkarten/Flugblättern zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen. Beide wurde 1942 verhaftet und 1943 zum Tode verurteilt. Der Tod vom einzigen Sohn vom Ehepaar an der Front war Auslöser für den Widerstand.
Der Autor Hans Fallada hat diesen Roman innerhalb von 4 Wochen verfasst und er wurde 1947 veröffentlicht. Kurz darauf verstarb der Autor.
Im Anhang befinden sich Fotos, biographische Daten zum Autor, Hinweise zur Entstehung des Romans und einige Begriffe werden erklärt.

Die Handlung ist in 4 Teile gegliedert. Der 1. Teil dient als Einleitung und beschreibt die Gesellschaft der 40er Jahre. Wer ist das Ehepaar Quangel? Warum schreiben die beiden die Postkarten? Wie leben sie? Und die erste Postkarte wird abgelegt.
Im 2. Teil nimmt ein Kommissar die Ermittlungen auf, das heißt die Gestapo setzt alles daran den Verfasser der Postkarten ausfindig zu machen.
Im 3. Teil wird das Ehepaar geschnappt. Die Szenen sind ergreifend, traurig und vor allem zeigt es wie grausam der NS war. Und es wird deutlich wie einsam und hoffnungslos der Kampf gegen das Regime war. Auch der Titel wird hier erklärt, denn wenn man stirbt ist niemand mehr da, der einem beisteht.
Im letzten Teil geht es um das Warten auf die Hinrichtung. Das Ehepaar ist getrennt voneinander in einem Gefängnis und hat genügend Zeit um über all das was geschehen ist nachzudenken und zu reflektieren. Und sie realisieren was für Auswirkungen ihre Taten hatten. Der Teil zeigt noch einmal sehr deutlich wie leicht bzw. einfach es war als Mittäter abgestempelt zu werden, nur weil man etwas nicht gemeldet hat und dass das Regime so etwas nicht geduldet hatte.

Stellenweise liest sich der Text nicht flüssig, was entweder am Schreibstil selbst liegt oder an der kurzen Zeit, die der Autor zur Verfügung hatte. Man merkt halt einfach, dass es sich um das Originalmanuskript handelt. Die Geschichte wird eher sachlich und nüchtern erzählt und es herrscht durchgehend eine bedrückende, kalte und beängstigende Grundstimmung.

Die Geschehnisse wurden gut aufgearbeitet. Aber auch das Schicksal von anderen Personen bzw. Charakteren wird beleuchtet. Es gibt viele grundverschiedene Charaktere und diese zeigen ungefähr wie die Gesellschaft der 40er Jahre war. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, welche alle miteinander verknüpft sind und diese werden durchgehend spannend erzählt.
Die Existenzängste der einzelnen Personen führen dazu, dass Moral nichts mehr wert ist und jeder sich selbst der nächste ist. Jedes Wort oder auch jeder Gedanke konnte einen zum Verhängnis werden.
Immer wieder merkt man, dass die Postkartenfinder Angst/Panik davor haben als Mittäter beschuldigt zu werden. Dafür könnten sie zum Tode bestraft werden und auch Familienmitglieder könnten dann ins Visier der Gestapo geraten. Es reichte allein schon aus etwas wie die Postkarte zu spät zu melden und schon war man verdächtig. Das NS-Regime hatte keine Gnade und hat versucht jeden Widerstand im Keim zu ersticken. Jeder hat quasi jeden bespitzelt, man wurde ohne Vorankündigung verhaftet, auf Essensentzug gesetzt und dann stundenlang befragt, bis die Person irgendetwas zugab. Und genau das spiegelt der Roman wieder: Es gab kein Entrinnen, sobald man in den Augen der Gestapo Täter war.


Dieser Roman ist auf alle Fälle lesenswert und ich empfehle ihn jedem der Interesse an dem Thema hat. Hauptsächlich geht es um den Widerstand der kleinen Leute und warum das alles nicht so wirklich geklappt hat.



Und wie ist eure Meinung zu dem Buch?


viele Grüße

Mittwoch, 16. Mai 2018

#02 Booktalk - Der Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne

Guten Tag :)

Heute ist es wieder einmal Zeit für eine ausführliche Buchbesprechung. Hierfür habe ich mir den Klassiker "Der Junge im gestreiften Pyjama" von John Boyne ausgesucht. Ich selbst habe die englische Originalfassung(The Boy in the Striped Pyamas) gelesen nachdem ich den Film gesehen hatte. Mich beschäftigt das Thema immer noch und aus dem Grund möchte ich das Buch auch nicht nur mit einer kurzen Rezension bewerten.




An sich ist das Buch einfach nur eine Geschichte über zwei 9 jährige Jungs, die sich während dem II. Weltkrieg kennen lernen und sich anfreunden. Jedoch verhindert ein Zaun, dass sie zusammen spielen und Spaß haben können. 

Die Handlung wird aus der Sicht von Bruno erzählt, der das alles was um ihm herum geschieht nicht ganz versteht und auch nicht weiß warum die Menschen auf der anderen Seite des Zaunes gestreifte Schlafanzüge tragen. Er weiß auch nicht was sein Vater in dem Camp überhaupt macht und was die ganzen Soldaten bei ihm zu Hause für einen Sinn machen. Auch der Junge auf der anderen Seite des Zaunes kann Bruno nicht erklären, warum er so blass ist oder auf der anderen Seite des Zaunes lebt. 

Auf der einen Seite ist es eine wirklich wundervolle Geschichte über Freundschaft, wenn man alles ausblendet was einem das eigene Wissen über eben jene Zeit unaufhörlich vor Augen hält. Der Autor selbst geht darauf immer wieder nur beiläufig ein, da Bruno eben gar nicht so viel weiß und das finde ich macht das ganze noch tragischer und bewegender. Vor allem wenn man weiß wer "The Fury"(Der Führer) und "Out-With"(Auschwitz) ist, dann läuft es einem kalt den Rücken runter.  


Man merkt halt Bruno seine Unschuld und seine 9 Jahre an. Er ist halt noch sehr naiv und das sollte man sich auch beim Lesen immer wieder vor Augen halten. Er hat halt tatsächlich keinen Schimmer, was auf der anderen Seite des Zaunes passiert.
Wobei ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wie ein deutscher Junge so unwissend sein kann? Es wurde den Kindern doch zu der Zeit schon sehr früh beigebracht, dass Juden nichts wert sind und man keine Zeit mit ihnen verbringen sollte. 

Zuerst hatte ich die wirklich tolle Verfilmung gesehen, aber es lohnt sich trotzdem das Buch zu kaufen und auch zu lesen. Ich musste es tatsächlich ein paar Mal auf Seite legen, da mich die Emotionen so überrollt hatten. Obwohl der Schreibstil wirklich detailliert ist was zum Beispiel die Beschreibung vom Haus betrifft schafft es der Autor mit relativ wenigen Worten eine sehr beklemmende Grundstimmung zu vermitteln. Diese für Bruno verwirrende Situation spiegelt sich auch in der trostlosen Stimmung wieder: Er hat nicht eine wirkliche Chance Licht ins Dunkel zu bringen. Er kann halt mit seinen 9 Jahren noch nicht begreifen, was da alles um ihn herum passiert.
Vor allem als Leser weiß man halt was im KZ Auschwitz bzw. Auschwitz-Birkenau ungefähr vor sich ging und das macht es nur noch herzzerreißender. Das Ende fand ich besonders beängstigend und ergreifend und mich hatte es richtig traurig gestimmt. Wahrscheinlich muss man aber das Wissen haben, dass ein Teil des KZ in Auschwitz das Vernichtungslager Auschwitz Birkenau war und das nahezu ausschließlich zu der systematischen Vernichtung der Menschen in dem Lager vorgesehen war. 
Man weiß einfach das all das kein gutes Ende nehmen kann. Bruno ist der Sohn von einem Lagerkommandant vom KZ Auschwitz freundet sich mit einem jüdischen Jungen  aus dem KZ an. Aber trotzdem nimmt einen das Ende mit und ich hatte wirklich die ganze Zeit gehofft, dass es nicht so weit kommt. 
Das Ende führt einfach vieles vor Augen was überhaupt erst zu der Handlung geführt hatte. Zum Beispiel wurden Menschen ohne jegliche Vorwarnung inhaftiert und in diese Lager gebracht. Und es zeigt einfach, dass einen niemand auf so etwas vorbereiten kann. Der Tod kommt halt immer dann, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Das Buch hat sehr gut gezeigt, dass man zwar als Außenstehender hier in Form von Bruno zwar sehen kann was passiert, aber trotzdem wie viele andere tatenlos zu sieht. Vor allem da ihm durchgehend gesagt wird, dass das alles seine Richtigkeit hat und es ihn auch nichts angeht was alles auf der anderen Seite des Zaunes passiert. Es zeigt aber auch vor allem, dass das was im KZ selbst passiert ist tatsächlich nur die Betroffenen nachvollziehen bzw. nachempfinden können. Der jüdische Junge erzählt kaum etwas über sein Leben und ich fand es gut, dass sich der Autor nicht daran versucht hat auch seine Geschichte zu beschreiben. 
Vor allem soll es aber zeigen, dass es nie mehr soweit kommen darf. Aber auch während der Handlung und das Ende zeigen, dass es keinen äußerlichen Unterschied zwischen den beiden Jungen gibt. 

An sich ist  es ein relativ dünnes Buch mit um die 230 Seiten. Dadurch hat man es relativ schnell durch gelesen, jedoch ist es aufgrund der Thematik alles andere als eine leichte Lektüre. 

Und was ist eure Meinung zu dem Buch?


Vor längerem hatte ich ein Buch zum Thema Holocaust rezensiert in dem es um die systematische Vernichtung von Juden geht:

viele Grüße