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Freitag, 31. Januar 2020

#275 Bücherregal - What's a girl gotta do?



Titel(Deutsch)Was ist schon typisch Mädchen?
Titel(Englisch)What's a girl gotta do?
AutorHolly Bourne
VerlagUsborne Publishing LTD
GenreYoung Adult
Seiten432 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Lottie hat sich vorgenommen einen Monat lang jede Form von Alltagssexismus zu thematisieren bzw. die Menschen darauf aufmerksam zu machen. Dafür macht sie einen Vlog, auch wenn ihre Eltern absolut dagegen sind. Schließlich steht das Vorstellungsgespräch an der Cambridge-Uni bevor und genau dieser Vlog könnte das gefährden. Zusätzlich kommt sie mit Will nicht zu recht, der aber die Aufgabe hat den Vlog zu filmen. Wird sie das alles wirklich durchziehen können?

Review

Das hier ist der dritte und letzte Teil der Reihe rund um die Spinster-Girls. Leider ist es bei der deutschen Fassung als zweiter Teil angegeben, obwohl es somit Spoiler auf den eigentlichen zweiten Teil enthält.

Wie der Titel und der Klappentext des Buches schon verraten dreht sich hier alles um Feminismus. Teilweise war es einen Ticken zu viel, aber da es sich um Teenager handelt konnte man gut über ihr Verhalten hinwegsehen. Damit möchte ich jetzt ihre Taten nicht rechtfertigen, schließlich ist vieles nicht legal oder gerade so am Rande der Legalität, jedoch wirken die Taten wie halt von Personen in diesem Alter begangen und geben dem Ganzen somit Authentizität. Es ist vor allem schön, dass es auch mal ein Jugendbuch zu diesem Thema gibt. Es werden viele auch kleine Alltagsdinge aufgegriffen und Lottie ist sehr konsequent was diese betrifft.

Um ehrlich zu sein war ich von Anfang an nicht so begeistert von Lottie, denn sie ist einfach nur laut und wenn man es genau nimmt rotzfrech. Ihr Verhalten erwartet man eher von einer 13-jährigen und sie scheint oft absolut keine Impulskontrolle zu besitzen. Und dadurch bringt sie nicht nur sich selbst und ihre eigene Zukunft(Studium an der Cambridge-Universität) sondern auch die von anderen mehrfach in Gefahr. Im Laufe des Buches macht sie eine ziemliche Charakterentwicklung durch, denn ihr Handeln zieht nicht nur einmal negative Konsequenzen nach sich. Und das ist auch der Punkt den ich äußerst wichtig finde: Wenn sie eine reale Person wäre, dann würde sie auch keinen Freifahrtschein bekommen. Und genau das wird hier gezeigt. Es ist zwar schön auch mal solche Hauptprotagonisten zu haben, jedoch fand ich stellenweise die Konsequenzen zu lasch. Wobei ich es gut finde, dass andere ihr wie oft den Spiegel vorhalten und es nicht einfach unter den Teppich gekehrt wird.

Bezüglich Lottie fand ich es schön, dass sie auch verletzliche Seiten hat und sie scheinbar diese mit ihrem vorlauten Verhalten zu verstecken versucht. Und es ist vollkommen okay mal nicht zu 100 % sicher zu sein und zu seiner eigenen Unsicherheit zu stehen und genau das zeigt das Buch.
Was ich total irritierend fand beim Lesen ist, dass gefühlt ständig Alkohol getrunken wird. Die meisten Protagonisten sind unter 18 und kommen aber vollkommen ohne Probleme an Alkohol in Bars. Es ist jetzt nicht total unrealistisch, jedoch wäre die Handlung auch vollkommen ohne diese Szenen ausgekommen und es gibt schon genug Bücher, die übermäßigen Alkoholkonsum als vollkommen okay suggerieren. Es gibt mehrere Szenen in denen die Protagonisten sehr stark betrunken sind oder wo einfach nur Seiten lang Alkohol getrunken wird.


Fazit

Wer Emetophobie hat sollte besser einen Bogen um das Buch machen.

Oft war mir Lotties Verhalten einfach ein bisschen zu viel des Guten und so habe ich dann eher mit den Augen gerollt und Lesepausen einlegen müssen, damit ich das Buch nicht einfach abbreche. Vor allem das mit dem Alkohol ist mir negativ aufgefallen und oft viel es mir wirklich schwer darüber hinwegzusehen. Letztendlich ist es ein Buch für Teenies ab 14 Jahren und ja Lottie wird als die Partygängerin angepriesen, die immer mal wieder mit anderen Jungs schläft. Jedoch ist es an manchen Stellen einfach ein bisschen zu viel des Guten und so bekommt man in der zweiten Hälfte das Gefühl als wären der Autorin die Ideen ausgegangen.

An sich hat das Buch auf alle Fälle einen hohen Unterhaltungsfaktor und die Autorin schafft es wichtige Themen auf eine lockere Art und Weise zu vermitteln. Aufgrund der Kritikpunkte kann ich nur auch nur 3,5 Sterne vergeben, da mir mit dem Thema Alkohol einfach zu leichtfertig umgegangen wird. Vor allem wenn man bedenkt, dass eins der Thema in Teil 2 Alkoholismus war.

Booktalk zu "Am I normal yet?"(Teil 1)
Kurzrezension zu "How hard can love be?"(Teil 2)

Sonntag, 12. Januar 2020

#272 Bücherregal - How hard can love be?(Kurzrezension)


Titel(Deutsch)Was ist schon Liebe?
Titel(Englisch)How hard can love be?
AutorHolly Bourne
VerlagUsborne Publishing LTD
GenreYoung Adult
Seiten464 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Eigentlich erhofft sich Amber nur eines von dem Trip nach Kalifornien: Klarheit. Denn ihre Mutter ist einfach dorthin mit ihrem Lebensgefährten abgehauen und das ohne jegliche Erklärung. Da zu der Zeit auch das Sommercamp stattfindet welches die beiden Erwachsenen betreutet soll Amber kurzerhand aushelfen. Einer der Betreuer dort ist Kyle, der ein reines Klischees eines amerikanischen Teenagerschwarm ist. Ausgerechnet in den verguckt sich sehr Amber und ihre besten Freundinnen Evie und Lottie können ihr nur per Skype zur Seite stehen.

Review

Wie bei dem 1. Teil der Reihe gibt es auch dieses Mal eine Triggerwarnung vorweg. Amber ist die Tochter einer Alkoholikerin und diese ist einfach mit ihrem neuen Mann nach Amerika abgehauen und das ist unter anderem ein Thema in diesem Buch. Es ist nicht der Hauptfokus, aber es könnte dennoch für einige Personengruppen triggernd wirken!

Mir gefallen vor allem die Charaktere in den Büchern von Holly Black. Amber trifft in diesem Buch auf Kyle und auch wenn dieser auf den ersten Blick ein Berg voller Klischees ist, merkt man schnell wie er tickt und er auch ganz anders kann. Er führt unter anderem mit Amber viele Diskussionen, wobei nie weiß ob er am Ende nicht doch den Weg nehmen wird, den er laut anderen zu gehen hat und bisher auch immer brav gegangen ist. Ich finde es immer toll, wenn so etwas in YA-Romanen aufgegriffen wird und nicht alles immer nur noch Schema F läuft. Die anderen Charaktere bleiben eher blass und auch über Ambers Mutter erfährt man eher wenig. Dafür erfährt man im Laufe der Handlung warum Amber so sauer auf gefühlt alles und jeden ist und warum es ihr so schwer fällt Vertrauen auf zubauen.

Was ich ein bisschen schade fand ist, dass das Thema Alkoholismus letztendlich eher eine Randerscheinung war. Ich hätte es schön gefunden, wenn der Handlungsstrang rund um die Liebe etwas weniger stark ausgefallen und im Gegenzug dafür die Themen Alkoholismus und allgemein Stiefmutter und Halbbruder(?) mehr in den Fokus gerückt wären. Dann hätte hier die Fortsetzung auch etwas mehr zum 1. Teil gepasst und es würde gefühlt auch nicht so aus der Reihe fallen. Es ist auf alle Fälle gut mal das Thema in einem Jugendroman anzutreffen, denn das betrifft ja relativ viele und die Meinungen gehen sehr stark auseinander. Mir ist es klar, dass man so ein komplexes Thema wie Alkoholismus nicht innerhalb von 400 Seiten komplett aufdröseln kann, aber man hätte ruhig etwas mehr in die Tiefe gehen können. Was ich auch ganz schön fand ist, dass Amber auf eine trockene Alkoholikerin(Mutter) trifft und das ist ja noch einmal komplett anders und darauf wird ja in vielen Büchern nicht eingegangen.


Fazit

Wenn ich jetzt den Kritikpunkt berücksichtige würde ich dem Buch nur 3,5 von 5 Sternen geben, aber das ist einfach eine zu schlechte Bewertung. Der Schreibstil ist fantastisch und das Buch hat mich gut unterhalten. Es werden wichtige Themen aufgegriffen und auch Feminismus spielt wieder eine relativ große Rolle. Oft habe ich beim Lesen die Zeit vergessen und deshalb war ich auch innerhalb von 2 Tagen mit dem Buch fertig. Man kann sich in den Geschichten verlieren und bei einem YA-Roman erwarte ich auch in der Regel keine Tiefe, weshalb ich den Kritikpunkt bei der Bewertung auch außer Acht lassen möchte. Ich denke Mal wer einen tiefgängigen Roman zum Thema Alkoholismus sucht wird auch nicht gerade zu einem YA-Roman greifen.

Hier das Buch kann man auch ruhig unabhängig vom vorigen lesen, denn alles nötige wird ausreichend erklärt. Ich freue mich auf jeden Fall auf das dritte Buch der Reihe, denn in dem soll es um Lottie gehen.

Booktalk zu "Am I normal yet?"(Teil 1)

Freitag, 28. Juni 2019

#215 Bücherregal - Freak the mighty





Titel(Deutsch)Freak
Titel(Englisch)Freak the mighty
AutorRodman Philbrick
VerlagUsborne Publishing Ltd
GenreRoman
Seiten192 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5





 Inhalt

Maxwell fällt es aufgrund seiner selbstunsicheren Art schwer Freunde zu finden. Zudem fällt es ihm schwer in der Schule mitzukommen und viele Kinder haben allein aufgrund seiner Größe und Art Angst vor ihm. Und dann zieht in seine Nachbarschaft ein gleichaltriger Teenager, der aber viel kleiner ist als all ihre Altersgenossen. Zudem ist er sehr intelligent, aber trotz all der Unterschiede werden sie Freunde. Zusammen bilden sie "Freak the mighty(Freak, der Starke)".

Review

Die Handlung bringt eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit sich. Auch wenn einmal nicht so viel passiert möchte man einfach wissen wie es weiter geht. Es fühlt sich alles sehr realistisch an und ganz so, als wäre es genauso passiert. Das schafft ja auch nicht jeder Autor im großen und ganzen eine nachvollziehbare und realistische Handlung zu kreieren. Es gibt einige wenigen Szenen die ziemlich abwegig klingen. Das ganze wird von Max erzählt und es ist wirklich interessant in seine Gedankenwelt einzutauchen.

Durch die vielen überraschenden Wendungen bleibt die Handlung interessant und spannend. Allein wegen dem Klappentext hatte ich was ganz anderes erwartet und war dann beim Lesen positiv überrascht.

Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und mit vielen Details ausgestattet. Man fühlt richtig mit den Hauptprotagonisten mit. Auch die Charakterentwicklung ist nachvollziehbar. Kevin und Maxwell sind eigentlich grundverschieden und trotzdem entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. Sie ergänzen sich quasi gegenseitig, denn der eine hat zum Beispiel Charaktereigenschaften die der andere nicht hat. Zu Beginn hat mich das Gefühl als könnte sich eine so tiefgründige Freundschaft zwischen ihnen entwickeln, denn dafür sind die Unterschiede doch sehr gravierend. Kevin ist im Gegensatz zu Maxwell sehr intelligent und steckt seine Nase gerne in Bücher. Maxwell hat mit Büchern gar nichts am Hut und durch seine Lernschwäche hat er massive Probleme in der Schule. Kevin ist aufgrund einer angeborenen Stoffwechselerkrankung sehr klein und auf seine Krücken angewiesen. Maxwell hingegen ist sehr groß und alles andere als selbstsicher aufgrund seiner Vergangenheit und Behinderung. Sie schaffen es jedoch diese Unterschiede als Vorteil für sich selbst zu nutzen und so hilft Kevin Maxwell in der Schule und im Gegenzug trägt Maxwell Kevin oft auf seinen Schulter durch die Gegend. Im Buch wird oft geschrieben, dass Max zu Kevins Beinen und Kevin zu Max seinem Gehirn wurde und ich denke das umschreibt das alles sehr gut. Sie helfen dem anderen einfach ohne das alles zu hinterfragen oder den anderen zu verurteilen, nur weil er etwas eben nicht kann.

Durch die bildhafte Sprache kann man sich alles gut vorstellen.
Am Ende des Buches ist das Wörterbuch von Kevin zu finden mit allerhand absurden Erklärungen für verschiedene Wörter.



Fazit

Während dem Lesen ist mir aufgefallen, dass ich mal vor sehr langer Zeit den Film dazu gesehen hatte.

Bemerkenswert finde ich wirklich wie die Handlung an sich erzählt wurde. Natürlich spielen die Behinderungen der beiden Kinder eine Rolle und die Diskriminierung, die sie dadurch erfahren. Zusätzlich wird Maxwell gemieden, da er seinem Vater sehr ähnlich sieht und dieser wegen Mordes an seiner Mutter im Gefängnis sitzt. Im Vordergrund steht jedoch die Freundschaft zwischen Kevin und Maxwell und wie sie zusammen diverse Hürden meistern. Die vielen witzigen Stellen lassen einen oft all das negative in dem Buch vergessen. Trotzdem würde ich das Buch niemanden empfehlen, der Probleme mit solchen Themen hat.

Das Buch ist eher kurzweilig und man hat es schnell durch gelesen. Es ist ein Jugendbuch und regt zum Nachdenken über das eigene Leben an.