Freitag, 31. Mai 2019

#207 Bücherregal - Dschungel







TitelDschungel
AutorFriedemann Karig
VerlagUllstein Buchverlage
GenreBelletristik/Literatur
Seiten384 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Seit 4 Wochen meldet sich Felix einfach nicht mehr und der Erzähler wird von Felix seiner Mutter dazu überredet ihn suchen zu gehen. Denn dieser hatte sich bisher auf seiner Asienreise regelmäßig gemeldet und es gibt eigentlich keinen Grund für ihn um sich nicht mehr zu melden. Der Erzähler reist ohne einen wirklichen Plan zu haben hinterher, denn die beiden verbindet nicht nur ihre Freundschaft sondern auch ein ziemlich belastendes Geheimnis. Kann der Erzähler Felix in Kambodscha finden?


Review

Das alles wird in einem detaillierten und bildhaften Erzählstil wiedergegeben, so dass man immer ein klares Bild vor Augen hat. Es lässt sich flüssig lesen. Viele Hinweise befinden sich zwischen den Zeilen und werden nicht so wie bei manch anderem Roman auf dem Präsentierteller.

Über das Leben von Felix und vom Hauptprotagonisten erfährt man so einiges anhand der vielen Rückblenden. So bekommt man auch ein ziemlich gutes Bild von den beiden und kann sie besser verstehen. Hier sind zwar einige Längen durch unwichtig erscheinende Ereignisse vorhanden, aber oft sind es ja die kleinen Dinge in einer Freundschaft die zählen. Sowohl der Ich-Erzähler als auch Felix sind mit vielen Details und Eigenheiten ausgestattet und scheinen authentisch.

Vor allem der Erzähler macht eine unglaubliche Charakterentwicklung durch und stellt vieles immer wieder infrage. Auch die Themen Backpacker und Aussteiger werden kritisch hinterfragt, denn diesen begegnet der Erzähler des öfteren während seiner Suche. Auch die Freundschaft zu Felix wieder in gewisser Weise hinterfragt. Selbst am Schluss habe ich mich gefragt, warum er an dieser nach außen hin recht toxischen erscheinen Freundschaft festhält. Der Erzähler scheint doch recht abhängig von Felix zu sein und lässt sich scheinbar immer wieder manipulieren und in bestimmte Richtungen lenken.

Die meiste Zeit habe ich richtig gehend mitgefiebert, denn auch ich wollte irgendwann nur noch Felix finden und wissen was mit ihm passiert ist. Die Spannung nimmt zum Ende immer mehr zu und es schien immer so, als wäre Felix zum Greifen nahe. Am Schluss wird dann ein riesiges Geheimnis gelüftet und man erfährt warum der Erzähler so versessen darauf Felix zu finden und warum er dafür seine Beziehung und seinen Job aufs Spiel setzt. Immerhin würde man ja nicht für jeden Freund so leichtfertig alles riskieren.

Bei manchen Dialogen merkt man sehr deutlich, dass es sich hierbei um einen Debütroman handelt. Manche Aussagen passen einfach nicht und es klingt dann immer so, als hätte der Betreffende Stunden lang Zeit gehabt um sich diese zu überlegen.

Zudem hätte ich mir klarere Abgrenzungen zwischen den Rückblenden und der Haupthandlung gewünscht zum Beispiel durch Sonderzeichen oder anderes. So fiel es mir zeitweise schwer das alles direkt zuzuordnen. Auch die imaginären Gespräche gegen Ende fand ich schwer in den Gesamtkontext einzuordnen.



Fazit

Beim Lesen hatte ich oft gar nicht gemerkt wie die Zeit verflog und so hatte ich das Buch auch in relativ kurzer Zeit durch gelesen. Es werden einige Themen wie Missbrauch und der Völkermord in Kambodscha angeschnitten. Aber ansonsten ist es eigentlich ein recht klassischer Roman übers reisen, Abenteuer und die Selbstfindung.

An sich ist es eher eine anspruchsvollere Lektüre und nichts, was man mal so nebenbei lesen kann. Sie regt zum Nachdenken an und der Autor schafft es immer interessante Fragen aufzuwerfen ohne einem direkt eine vorgefertigte Meinung als Antwort aufdrücken zu wollen.
Mich hat der Roman definitiv gut unterhalten und noch lange nachdem ich ihn gelesen hatte beschäftigt.

Mittwoch, 29. Mai 2019

#001 Graphic Novel - Paper Girls Vol. 1-5





TitelPaper Girls Vol. 1-5
AutorStory: Brian K. Vaughn, Zeichner: Cliff Chiang
VerlagCross Cult
GenreScience-Fiction/Action Adventure
FormatSoftcover
Meine Bewertung
4,5/5

 Inhalt

Zu 4. tragen die Mädchen in der Halloweennacht wie sonst auch in einem amerikanischen Vorort 1988 die Zeitungen aus. Als ihnen das Walkie-Talkie von jemanden geklaut wird versuchen sie ihr es natürlich zurück zu bekommen, schließlich sind sie selbstbewusst und lassen sich nicht so leicht unterkriegen. Auf der Suche nach dem Walkie-Talkie erleben sie die merkwürdigsten Dinge und schnell wird ihnen klar, dass etwas unvorstellbares gerade passiert.

Rezensionen


Zeichenstil
Die Zeichnungen haben mir nicht wirklich zugesagt. Am meisten haben mich die Nasen und das eher skizzenhafte gestört. Er ist auch wie einige andere Comics aus den 80ern eher schlicht. Wobei der Panelaufbau wirklich gut ist und auch die Farben passen zur Handlung. Man erkennt alles was wichtig ist und das ist ja im Grunde die Hauptsache. Und wenn man sich daran gewöhnt hat ist der Zeichenstil auch gar nicht mehr so ungewohnt bzw. merkwürdig.
Cover
Die Cover der Sammelbände erregen auf jeden Fall allein wegen der Farbwahl die Aufmerksamkeit. Sie sind schön gestaltet, aber verraten eigentlich nur das Aussehen der Hauptprotagonisten.
Idee
Das alles spielt in den späten 80er Jahren in einer amerikanischen Kleinstadt. Allein die Idee Dinosaurier mit Raumschiffen/Science-Fiction zu kombinieren ist äußerst interessant und wirft viele Fragen auf. Und ich finde die Idee total interessant, dass es um Zeitungsausträgerinnen geht und die bis auf den Job total unterschiedlich sind vom Charakter, Aussehen und der Lebensgeschichte.


Vol 1(#1-#5):

Der Handlungsverlauf ist wirklich langsam und man hat eine Menge Zeit sich zusammen mit den Protagonisten rein zu finden. Trotz der Beschreibung weiß man ja nur, dass die Mädchen mit einer Alieninvasion konfrontiert werden und selbst nach den ersten 5 Heften(bzw. Volume 1) weiß man nicht was letztendlich auf einen zu kommt. Zudem endet das alles mit einem Cliffhanger.
Allein die Absurdität und die Schrägheit haben mich dazu gebracht weiter zu lesen. Man möchte einfach wissen warum das alles passiert und ständig kommen neue Fragen auf, ehe eine der vorigen beantwortet wurde. Wo sind all die Erwachsenen? Was machen die Flugsaurier auf der Erde? Warum taucht gefühlt überall das Symbol von Apple auf? Oder geht es die ganze Zeit um ein Zeitreisen? Erleben die Mädchen das wirklich oder passiert das alles nur in ihren Köpfen?
Einige Szenen sind wirklich witzig und oft ist die Zeit einfach nur so geflogen, weil die Handlung mich richtig mitgerissen hatte.
Jetzt nach dem Lesen ist mir auch klar warum "Paper Girls" ganze zwei Eisner Awards gewonnen hat. Es ist wirklich mal etwas anderes und es ist eine Serie, die ich auch gut umgesetzt wurde.
Das einzige was ich merkwürdig fand war das Alter der genannten Personen. Vor allem die Hauptprotagonisten also die "Paper Girls" schienen eher 15 Jahre alt zu sein und nicht 12. Auch die Art wie sie reden deutet eher auf etwas ältere Teenager hin.


Vol 2(#6-#10):

Im 2. Teil geht es genauso absurd weiter wie im ersten und so wirklich weiß man immer noch nicht worum es überhaupt geht.
Man landet zusammen mit einem Teil der Gruppe im Jahr 2016 und wird mit ihnen mit ihrer Zukunft konfrontiert. Der Bücherladen existiert nicht mehr und statt einem Röhrenfernseher gibt es Flachbildfernseher. Und auch Smartphones tauchen auf(iPhones um genau zu sein). Man lernt die Bedeutung des Gegenstandes aus Band 1 mit dem Apple-Logo kennen.
Und um einen noch mehr zu verwirren werden noch viel mehr Fragen aufgeworfen. Zum Beispiel wird die Sache um den "alten" Mann immer geheimnisvoller. Und auch die Sache mit denen, die eine Ausrüstung tragen und futuristisch angehaucht sprechen.
Jedoch erfährt man auch endlich um was es hauptsächlich geht und kann schon erahnen, dass es wohl nicht der einzige Zeitsprung sein wird.
Mir hat der 2. Band besser gefallen als der 1., da ich jetzt vertrauter mit der Welt bin und die Handlung ist zudem klarer strukturiert. Außerdem fand ich den Handlungsstrang rund um die jeweilige Zukunft der Kinder sehr interessant. Will man wirklich wissen wo man in 30 Jahren ist? Und wenn man es dann weiß, kann man dann die Zukunft ändern?
Wie im vorigen Band gibt es am Ende einen Cliffhanger. Und das Farbschema hat sich auch verändert.

Vol 3(#11-#15):

Um ehrlich zu sein hatte ich nicht damit gerechnet, dass das alles noch abgedrehter werden könnte. Im 3. Band geht es scheinbar um die prähistorische Zeit und so treffen sie auch auf ein sehr großes Tier aus dieser Zeit. Es kommen hier noch mehr Fragen auf und vor allem Frage ich mich, warum ausgerechnet jetzt eins der Mädchen ihre Periode bekam? Das ist genauso zufällig und deplatziert wie der Antisemitismus um vorigen Band.
Auch wenn man den Sinn hinter den neuen Charakteren oder den Geschehnissen nicht wirklich versteht bleibt es trotzdem spannend und man möchte einfach nur noch wissen was der Sinn hinter all dem ist. Die Hauptprotagonisten finden sich auch immer besser zurecht und wachsen als Gruppe zusammen.
Leider gibt es wieder wenig Action und Science-Fiction. Vielleicht ist ja der Fokus in den nachfolgenden Bänden nicht ausschließlich auf der Freundschaft zwischen den Charakteren.
Wie in den vorigen beiden Bänden endet es wieder mit einem großen Cliffhanger. Auch hier ist das Farbschema wieder anders wie in den vorigen Bänden. Hier erscheinen MacKenzies Haare nicht mehr rosa sondern kupfern.
Es scheint auf jeden Fall alles darauf hinauszulaufen, dass irgendetwas großes im nächsten Band passiert.

Vol 4(#16-#20):

Im 4. Band geht es um das Jahr 2000 und wieder treffen sie ein zukünftiges Ich von einem der Mädchen. Die Veränderung ist dieses Mal richtig eindeutig und auch erstaunlich. Leider erfährt man nicht warum sie als junge Frau plötzlich so herum läuft. Und es wird an einigen Stellen auf den Y2K-Bug hingewiesen und andere Jugendphänomene zu der Zeit.
Dieses Mal geht es um Roboter bzw. Transformer in ihrer Heimatstadt Stony Stream. Zudem tauchen wieder Zeitreisenden auf, die Jagd auf die Mädchen machen. Man erfährt auch den Grund dafür und warum die beiden Gruppierungen von Zeitreisenden sich bekriegen.
Hier der Band hat mir bisher am Beste gefallen, denn endlich gibt es Action und alles wird etwas klarer. Man erfährt die Gründe warum manche Dinge passieren bzw. passiert sind und trifft auf neue Charaktere. Ich habe den Band in einem durch gelesen und bin wirklich auf den weiteren Teil gespannt. Denn es bleiben noch einige Fragen offen, auf die man hoffentlich bald eine Antwort bekommt.

Vol 5(#21-#25):

Im 5. Band sind die Protagonisten im Jahr 2171 und man trifft wieder auf Jahpo und Wari. Es geht hier auch wieder einmal um Homophobie.
Hier zeigt sich wieder einmal, dass sich durchhalten wirklich lohnt. Der Band ist einfach noch genial und gefällt mir sogar besser als der vorige. Auch hier entwickeln sich die Charaktere weiter und die Gruppe rückt ein Stück näher zusammen.
Man erfährt wie die Welt mitunter irgendwann einmal aussehen wird. Und es werden einige Fragen beantwortet aus vorigen Handlungssträngen. Ich hatte gar nicht mehr damit gerechnet, dass zum Beispiel Wari bzw. Jahpo wieder auftauchen werden. Es wird immer klarer worauf das alles hinaus läuft und die größte Frage ist wie die Mädchen zu dem Punkt hinkommen werden. Es bleibt also definitiv spannend.
Am Ende gibt es wie gewohnt einen riesigen Cliffhanger.

Fazit

Alles in allem ist es eine wirklich schräge Comicreihe. Da der Fokus auf der Freundschaft zwischen den Mädchen liegt, rücken die Science-Fiction Elemente eher in den Hintergrund. Das finde ich aber gar nicht so schlimm und ich habe die Reihe regelrecht verschlungen. Mittlerweile hat die Reihe ganze 28 Heftchen und sie ist nach wie vor fortlaufend, also darf man gespannt auf neue Abenteuer sein.

Sonntag, 26. Mai 2019

#206 Bücherregal - Dry








Titel(Deutsch)Dry
Titel(Englisch)Dry
AutorNeal und Jarrod Shustermann
VerlagFischer Verlage
GenreDystopie
Seiten336 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Stell dir einmal vor du machst den Wasserhahn auf und es kommt kein Wasser. Du erinnerst dich an den Tap-Out und die Wasserknappheit in Kalifornien. Aber wie die meisten hast du nicht damit gerechnet, dass die einfach das Wasser abstellen. Schon nach sehr kurzer Zeit sind alle Getränke aufgekauft und die Regierung bittet um Geduld. Auch nach Tagen bessert sich die Lage nicht und für die Betroffenen wird es immer schwerer überhaupt an Wasser zu kommen. Und schnell wird klar, dass sich niemand etwas schenkt in diesem Kampf um Leben oder Tod.


Review

Während dem Lesen hat man immer wieder das Gefühl, als würde es um die Nahe Zukunft in den westlichen Ländern gehen. Es gibt einige Newsartikel, die einem einen generellen Überblick über die Sachlage geben sollen.

Die einzelnen Hauptprotagonisten kommen nahezu alle aus einer anderen Gesellschaftsschicht und habe eine unterschiedliche Hintergrundgeschichte. Sie gehen alle anders mit dem Tape-Out um und das wird an vielen Stellen immer wieder deutlich. Henry versucht als reicher Junge daraus Kapitel zu schlagen, während Kelton als Sohn von Preppern ganz entspannt mit der Lage umgeht. Sie stecken alle voller Details und Eigenarten und sind multidimensionale Charaktere.

Immer wieder geht es um das reine Überleben und obwohl Kelton eigentlich perfekt darauf vorbereitet wurde, stößt er an seine Grenzen. Zusammen versuchen die Hauptprotagonisten das Beste aus der Situation zu machen. Immer wieder zeigt sich, das solche Szenarien Menschen von Grund auf ändern können. An vielen Stellen werden menschliche Abgründe gezeigt und es ist wirklich beängstigend, wie schnell die Gesellschaft in diesem Buch zerbricht.
Durch die bildhaften Beschreibungen kann man sich alles gut vorstellen und es fiel mehr leicht dem Geschehen zu folgen.
Die Spannung steigert sich bis zum Schluss und es fiel mir zeitweise wirklich schwer das Buch auf Seite zu legen.

Was mich ein wenig gestört hat ist der ständige Perspektivwechsel. Hier hätte man sich besser auf 2 Personen beschränkt anstatt auf ungefähr 7, so läuft man schnell die Gefahr die Übersicht zu verlieren. Man erfährt zwar dadurch ziemlich viel über die Beweggründe der einzelnen Charaktere, aber mir persönlich waren das streckenweise einfach zu viele Informationen.
Das Ende hat mir nicht gefallen und es wirkte ziemlich erzwungen. Für ein Jugendbuch mag es zwar passend sein, aber ich hätte mir durchaus etwas mehr Realismus erhofft.



Fazit

Das Buch lässt sich leicht lesen und ich hatte es innerhalb von einem Tag durch gelesen. Hier geht es um die Auswirkungen der globalen Erwärmung un was passiert, wenn die Industrie nahezu unkontrolliert Wasser abzapft von Stauseen/Flüssen. Das Szenario ist realistisch dargestellt und da kann man nur hoffen, dass die Regierung oder man selbst in der Wirklichkeit viel besser auf so ein Szenario vorbereitet sind. Zudem regt es zum Nachdenken an, denn in manchen Teilen der Welt herrscht schon längst ein Kampf ums Wasser. Es verleitet einen dazu über den eigenen Wasserverbrauch nachzudenken und wie viel es wirklich bedeutet, wenn man einfach nur den Wasserhahn im Haus/Wohnung aufdrehen muss um an Trinkwasser zu gelangen.

Freitag, 24. Mai 2019

#205 Bücherregal - Nachts schweigt das Meer








Titel(Deutsch)Nachts schweigt das Meer
Titel(Englisch)Hellbay
AutorKate Penrose
VerlagFischer Verlag
GenreKrimi/Lokalkrimi
Seiten466 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Hauptziel von DI Ben Kitto war es auf den Inseln wieder zu sich selbst zu finden. Nachdem er seine Partnerin verloren hatte ist er sich nicht mehr ganz so sicher, ob er wirklich weiter bei der Mordkommission in London arbeiten möchte. Und deshalb zieht es ihn auf Bryher, eine der Scilly-Inseln um seinen Onkel beim Bootsbau zu helfen. Hier ist er aufgewachsen und er kann sich noch gut an die Ruhe erinnern. Wenige Tage nach Ankunft wird die Leiche von Laura an den Strand gespült und Ben fällt es schwer sich eben nicht einzumischen. Kurzerhand übernimmt er zusammen mit einem jüngeren Polizisten die Ermittlung und stellt schnell fest, dass eigentlich jeder als Täter in Frage kommt.


Review

Immer wieder wird dem Ermittler Ben das Leben schwer gemacht, denn eine Mordermittlung auf so einer kleinen Insel ist etwas ganz anderes als eine London. Zudem wird er immer wieder mit den Eigenarten der Bewohner konfrontiert. Obwohl er dort aufgewachsen ist hat er Schwierigkeiten sich einigen Bewohnern anzunähern, obwohl eigentlich alle nur wissen wollen wer für den Tod von Laura verantwortlich ist. Jede Familie hat halt ihre Geheimnisse und manche sollten besser nicht gelüftet werden. Und man will ja auch nicht zu viel sagen, denn in gewisser Weise ist man ja doch bei einer Insel mit nur 72 dauerhaften Bewohnern voneinander abhängig.

Typisch für Lokalkrimis nimmt die Insel Bryher eine relativ große Rolle ein und man könnte sie fast schon als eigenen Charakter sehen. Sie wird wirklich gut beschrieben und man hat oft ein genaues Bild vor Augen. Vor allem die unterschiedlichen Häuser der Bewohner werden gut beschrieben und vor allem bei Rose ihrer Hütte hat man ein sehr genaues Bild vor Augen.

Durch den lockeren und bildhaften Schreibstil kann man sich alles gut vorstellen und es fällt einem leicht sich ein Bild von den einzelnen Protagonisten zu machen. Einige bleiben eher blass und im Hintergrund, während die Hauptprotagonisten alle mit liebevollen Details und Eigenheiten ausgestattet werden. Es gibt eine viel Zahl an Protagonisten und gefühlt ist alles dabei: ein exzentrischer Maler, ein reiche Familie, eine Kräutersammlerin, ein Schiffsbauer und vieles mehr.
Die Handlung wird abwechselnd von Ben und von einer dritten Person aus Rose Sicht erzählt. Vor allem der Handlungsstrang um Rose ist teilweise sehr beängstigend und man fragt sich immer wieder, wie Menschen so grausam sein können. Aber auch Ben gerät in heikle Situationen und man hofft einfach auf einen guten Ausgang.

Vor allem die Frage des Täters bleibt lange offen und die Antwort darauf hat mich tatsächlich überrascht. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und viel zu lange hatte ich die falsche Person im Visier. Ich finde es immer spannend, wenn man bis zum Schluss bei Krimis mit raten kann.

Was am meisten auffällt bei dem Krimi ist die relativ ruhige Handlung, die aber immer wieder wieder durch bestimmte Ereignisse aufgewirbelt wird.
Auch die Nebenhandlungen halten die Spannung aufrecht und oft möchte man einfach nur wie wie es weiter geht.


Fazit

Das Buch ist wahrscheinlich eher nichts für schwache Nerven, auch wenn die Leichen nicht so bildhaft beschrieben werden wie in anderen Büchern. Jedoch könnten die Themen häusliche Gewalt den ein oder anderen verstören. Ansonsten lässt es sich leicht lesen und man merkt beim Lesen nicht wie die Zeit vergeht.

Hierbei handelt es sich um den 1. Teil, also kann man wohl auf weitere Fälle mit dem sympathischen Ben Kitto hoffen. Er ist halt doch ein sehr angenehmer und ruhiger Ermittler mit einer durchaus interessanten Hintergrundgeschichte. Und ich bin gespannt darauf, ob sein Wolfshund "Shadow" auch im 2. Teil auftauchen wird.