Titel | Der Mann, der kein Mörder war |
Autor | Michael Hjorth; Hans Rosenfeldt |
Verlag | Rowohlt-Verlag |
Genre | Krimi/Schweden-Krimi |
Seiten | 625 Seiten |
Meine Bewertung |
Inhalt
Sebastian Bergman ist Kriminalpsychologe und soll bei einem Fall aushelfen. Bei Västerås wird in einem Waldstück die brutal zugerichtete Leiche eines Jungen gefunden. Die Polizei vor Ort fordert Verstärkung aus Stockholm an, da sie sich nicht in der Lage sieht alleine diesen Fall zu lösen. Erst sind die Komissare von Bergman absolut nicht begeistert, da er einfach unausstehlich ist. Aber bald schon sind sie froh darüber einen Kriminalpsycholoen im Team zu haben.
Review
Der Psychologe Sebastian Bergman ist ein durch und durch unsympathischer Mann. Er ist selbstverliebt und springt gefühlt mir jedem in die Kiste, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Trotzdem ist er stellenweise sehr frauenfeindlich, was aber finde ich definitiv zu seiner Persönlichkeit passt. Er liefert einfach gefühlt in jeder Szene einen neuen Grund um ihn nicht zu mögen und es zeigt einfach einmal wieder, dass nicht jeder für den Job eines Psychologen gemacht ist.
Was mir außerdem sehr gut gefallen hat ist die Länge des Krimis. Momentan gibt es ja leider viele Reihen auf dem Markt, bei dem die einzelnen Bände nur knapp 300 Seiten haben und bei dem man deshalb nur oberflächlich in den Fall eintauchen kann. Hier bekommt man auf den 600 Seiten einen komplexen Fall geliefert, über den man erstaunlich viel erfährt und es gibt im Verhältnis recht wenige Leichen. Die Spannung baut sich nur langsam auf und vieles ist typisch für skandinavische Dinge was den Handlungsaufbau betrifft.
Ein weiterer Pluspunkt sind die Beschreibungen der Tatorte. Sie sind weder blutig noch reißerisch, sondern sehr oberflächlich und nüchtern. Nahezu alles wird der Fantasie des Lesers überlassen und genau das liebe ich an solchen Krimis.
Es ist halt an sich ein typischer skandinavischer Krimi, bei dem durch gehend eine düstere Stimmung herrscht. Immer wieder ist er sozialkritisch und es wird nicht davor zurück schreckt Probleme anzusprechen. Unter anderem geht es um eine Privatschule, an der man als Kind von nicht so reichen Eltern schnell ausgegrenzt wird, weil man eben die falsche Kleidung trägt. Dann geht es um Vernachlässigung der eigenen Kinder und was das mit diesen macht. Und dann sind die meisten auftauchenden Personen alles andere als gesprächig und scheinen auf den ersten Blick etwas zu verbergen. Das macht den kompletten Fall komplett undurchsichtig und man weiß nicht so recht, wie man das alles einordnen soll. Und genau das macht das erst so unglaublich spannend, schließlich könnte jeder den Jungen umgebracht haben.
Das Ende hat mich richtig überrascht und ich frage mich immer noch, ob ich einfach wichtige Hinweise übersehen habe und deshalb die falsche Person verdächtigt hatte. Oder ob man es als Leser einfach nicht ahnen konnte aufgrund der Beweislage.
Fazit
Wer nicht vor komplexeren und längeren Krimis zurückschreckt, wird wahrscheinlich auch hier den mögen. Er ist Teil einer Reihe(6 Bände) und ich habe richtig Lust darauf so bald wie möglich den 2. Teil zu lesen. Hoffentlich erfährt man in denen mehr über die anderen Hauptprotagonisten.
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