Freitag, 4. Juni 2021

#381 Bücherregal - Der Angstmann

 


TitelDer Angstmann
AutorFrank Goldammer
VerlagDTV
Genrehistorischer Roman/Krimi
Seiten336 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Im November 1944 befinden sich in Dresden viele Flüchtlinge. Der andauernde Krieg sorgt für Hunger und täglich ist der Fliegeralarm zu hören. Max Heller ist Kriminalinspektor und auf der Suche nach demjenigen, der für den brutalen Mord an einer Frau verantwortlich ist. Doch sein Vorgesetzter versucht scheinbar die Aufklärung des Falles zu verhindern. Und als es dann nach den schweren Luftangriffen und dem daraus resultierenden Feuerinferno erst einmal keine weiteren Morde gibt, wiegen sich die Bewohner in Sicherheit. Bis der Angstmann wieder zuschlägt.

Review

Mir hatte vor allem die Kombination aus Krimi und historischer Roman zugesagt und deshalb war ich mit relativ hohen Erwartungen an das Buch herangegangen. Und tatsächlich konnte mich die Handlung so fesseln, dass ich es kaum erwarten kann den Rest der Reihe zu lesen.

Immer wieder erfährt man interessante Fakten über diese Zeit und ich finde es gut, dass hier auch ein paar weniger bekannte erwähnt werden. Das alles spielt nun einmal im letzten Winter vor Kriegsende und das spielt im Laufe der Handlung an vielen Stelle eine große Rolle. Es ist einfach nur erdrückend und beängstigend wie an mehreren Stellen die Luftangriffe beschrieben werden. Auch sonst werden die Hungersnot, der drohende und tatsächlich stattfindende Einmarsch der roten Armee und vieles mehr nie außer Acht gelassen. Dadurch wird ein ziemlich authentisches Bild aus dieser Zeit gezeichnet und man bekommt einen relativ guten Eindruck wie der Alltag zu dieser Zeit aussah.

Mir haben vor allem die atmosphärischen Beschreibungen gefallen und dass der Schreibstil komplett ohne Verschnörkelungen auskommt. Alles wird auf der nötigste reduziert und trotzdem werden sehr konkrete Bilder erzeugt.  

Oft hatte ich das Gefühl als würde der Kriminalfall an sich nur eine kleine Rolle einnehmen, was aber nicht weiter schlimm war. Schließlich geht es hier nicht nur um einen Kriminalkommissar, der seine Arbeit erledigt. Sondern um einen der trotz des Krieges auf der Suche nach einem Mörder ist und sich wie oft die Frage stellt, ob es überhaupt einen Sinn macht den Mörder zu finden. Er kann nun einmal nicht wie sonst üblich auf einen Polizeiapparat zugreifen, denn viele Kollegen sind an der Front. Und dann kommt noch erschwerend hinzu, dass viele Angst davor haben mit der Polizei zu reden und jeder jedem misstraut. All das wird nachvollziehbar beschrieben, wobei ich mir an der ein oder anderen Stelle ein paar passende Erklärungen dazu gewünscht hätte.

Den einen Stern habe ich aufgrund der Auflösung des Falles abzogen, da ich es einfach nicht mag wenn bestimmte Klischees bedient werden. So etwas mag vielleicht vorkommen und es ist an sich schlüssig, jedoch war es auch bei dem Titel des Buches und den Andeutungen durchaus erwartbar. 

An manchen Stellen wirkte es leider alles ziemlich modern und einige Beschreibungen und Dialoge passen einfach nicht zu 1945. Bei der Tatortbeschreibungen fiel es mir besonders auf. Erst in der zweiten Hälfte des Buches hatte ich so richtig das Gefühl, dass sich die Handlung im Dresden der 40er Jahre abspielte. Ob es jetzt nur daran lag, dass ich mich erst zurecht finden musste oder wirklich nur an den modernen Dialogen kann ich jetzt nicht konkret benennen.

Fazit

Alles in allem ist es ein wirklich spannender Kriminalroman. Mir hat vor allem der Genremix gefallen und ich bin ganz gespannt darauf, was für Fälle noch von Max Heller gelöst werden.

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