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Freitag, 13. Mai 2022

#457 Bücherregal - Die Frau aus der Nordsee

   







TitelDie Frau aus der Nordsee(8. Fall Lena Lorenzen)
AutorAnna Johannsen
VerlagEdition M
GenreKrimi/Nordseekrimi
Seiten347 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Laut dem Obduktionsbericht hatte die Tote, welche im Wasser zwischen Pellworm und Nordstrand gefunden wurde, zwei Wochen zuvor ein Kind bekommen. Nach umfangreicher Recherche findet die Polizei heraus, dass dieses an einer Babyklappe abgegeben wurde. Erst sah es so aus, als hätte die junge Frau Selbstmord begonnen. Doch allem Anschein nach fiel diese einem Verbrechen zum Opfer. Hat vielleicht der Kindsvater etwas damit zu tun? Und vor allem warum konnte sie sich ohne reguläre Beschäftigung ein so luxuriöses Leben leisten?

Review

TW: Missbrauch

Der Fall ist dieses Mal viel komplexer als man anfangs vermutet und das hat mir richtig gut gefallen. Ich liebe es einfach, wenn alles nicht ganz so offensichtlich ist und es eine Zeit lang dauert bis man merkt wie umfangreich die Ermittlungen sein werden. Hauptsächlich dreht sich dieses Mal alles um die Vergangenheit vom Opfer und die Ermittler müssen wirklich viel recherchieren und viele Menschen befragen um den Fall auflösen zu können. Das ist teils ziemlich mühselig und man muss schon sehr aufmerksam lesen, um nichts wichtiges zu verpassen. Zudem hatte das Opfer allem Anschein nach etwas zu verbergen, weshalb nur die wenigstens genauere Auskunft über sie geben können.

Wie schon bei den vorigen Teilen besteht dieser wieder einmal hauptsächlich aus Dialogen und der reinen Ermittlungsarbeit. Dadurch hat man ihn auch relativ schnell durch gelesen, was mich bei der Seitenanzahl doch überrascht hat. Vor allem bei den neuesten Entwicklungen im Leben der Ermittlerin hätte ich mir mehr Erklärungen und Einsicht in ihre Gedankenwelt gewünscht, aber diese werden leider nur kurz angerissen.

Diesbezüglich habe ich mich schon gefragt, wie es bei Lena weitergehen wird. Schließlich brennt sie total für ihren Beruf und geht voll darin auf. Ihr Mann muss sehr viel zurückstecken, was ihm aber allem Anschein wenig ausmacht. Aber jetzt stehen ja wie schon in den vorigen Bänden angekündigt große Veränderungen an und deshalb bin ich ganz gespannt darauf, was das für Auswirkungen haben wird. Und vor allem ob sich ihre Arbeitsweise dadurch ändert, schließlich hat sie bisher immer sehr fokussiert und distanziert gewirkt.

Dieses Mal ist es mir besonders aufgefallen, dass während den Gesprächen sich gewisse Verhaltensweise der Charaktere wiederholen. Und oft wird das geholt um zu zeigen, dass sie sich definitiv an der Nordsee befinden. Mir ging das ab einem gewissen Punkt einfach nur auf die Nerven und allgemein fand ich es sehr schade wie wenig Lokalkolorit dieses Mal vorkam.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die überraschende Wendung, die der Fall gegen Ende des Buches nimmt. Bis zu dem Punkt wirkte alles in sich schlüssig und das miträtseln hat ziemlich viel Spaß gemacht. Und ich kenne es ja auch von anderen Krimis, dass ab dem Punkt meist der Hauptverdächtige keine Rolle mehr spielt. Doch hier kam das alles so überraschend und wirkte ganz so als hätte man dem allen noch die nötige Dramatik hinzufügen wollen. Dabei war das alles absolut unnötig, schließlich ist das alles so schon schlimm genug.


Fazit

Alles in allem ist es ein ganz spannender Fall, doch wirklich fesseln konnte er mich nicht. Aus dem Grund vergebe ich nur 3,5 von 5 Sternen und hoffentlich wird der nachfolgende Band etwas packender. Man kann diesen Krimi gut ohne Vorwissen lesen, da alles wissenswerte im Laufe der Handlung erwähnt wird.

Sonntag, 29. August 2021

#39 Manga - Elainas Reise

    




Titel(Deutsch)Elainas Reise
AutorJougi Shiraishi, Itsuki Nanao, Azure
VerlagAltraverse
GenreFantasy
Bände1-2(2 sind bisher in Deutschland erschienen, 3 in Japan)
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Schon als Kind wollte Elaina genauso wie ihr Idol magische Kräfte haben und die Welt bereisen. Und nun ist es endlich soweit, nach dem sie endlich bei jemanden die Ausbildung zu einer Hexe und die anschließende Prüfung absolvieren durfte.


Review

#1. Band: 

Für zwischendurch ist es definitiv ein schöner Manga. Er hat nicht viel Tiefgang und liest sich wie eine Kurzgeschichtensammlung mit einer netten, recht niedlichen Hexe als Hauptprotagonistin mit der man allerhand erleben darf. Obwohl es unzählige Comics bzw. Manga über Hexen gibt, konnte ich hier ein paar Details entdecken, die ich noch nicht in jeder anderen Geschichte gesehen habe.

Die einzelnen Abenteuer sind mir kaum im Gedächtnis geblieben, außer halt das über das Mädchen/die Frau im Land der Blumen. Die Geschichte war wirklich düster und stach zwischen all den ruhigen Abenteuern hervor. Im Rest geht es meist nur darum ein einfaches Problem zu lösen und das dauert nicht lange. 

Besonders die detaillierten Panels konnten mich überzeugen und ich finde es schön, dass man so viel von der Umgebung sieht. Schließlich geht es hier um eine Wanderhexe und da gehört das einfach dazu. Die Figuren sind allesamt recht liebevoll gezeichnet und man kann sehr gut die Mimik erkennen und interpretieren. An sich wirken die Panels in sich stimmig und mir gefällt der Zeichenstil unglaublich gut.

Elaina als Hauptfigur ist eine recht gute Wahl und ich finde es schön, dass sie sich nicht immer an alle Regeln hält und gerne einmal Risiken eingeht. Sie weiß halt was sie alles kann und ist recht selbstbewusst, alles andere wäre für eine allein reisende Hexe fatal. Genau aus dem Grund möchte ich auch wissen was sie noch für Abenteuer erleben wird. Ein wirklich abschließendes Urteil über die Handlung konnte ich noch nicht fällen und deshalb werde ich definitiv noch den 2. Band lesen. 


#2. Band: 

Elaina begegnet auf ihrer Reise einem Jungen, der der Hausangestellten seines Vaters das Glück in Flaschen sammelt und sie entdeckt ein vollkommen zerstörtes Königreich, ehe sie im nächsten Land per Zufall auf ihre alte Meisterin stößt.

Während dem Lesen hatte ich mich oft gefragt, warum Elaina sich vorgenommen hatte so viele Länder wie möglich zu bereisen. An sich verstehe ich ja ihre Entdeckungslust und wenn ich mir die bisherigen Abenteuer im 1. Band so angucke war das auch keine so schlechte Idee. Aber jetzt nach den neuesten Ereignissen frage ich mich wie schrecklich blauäugig sie an all das heran gegangen ist. Und warum sie nicht die Tipps ihrer Eltern und Ausbilderin befolgt. Hoffentlich hat sie jetzt aus ihren Fehlern gelernt und begibt sich nicht mehr Hals über Kopf in brenzlige Situationen, nur weil sie wem helfen will.

Was ich handlungstechnisch absolut nicht verstehe ist, dass nach den paar wirklich dunklen, beängstigenden Ereignissen gar nicht darüber gesprochen wird. Elaina ist ja noch nicht lange eine Hexe und hatte wohl nur eine 1-jährige Ausbildung. Da muss es es doch unglaublich prägend sein, wenn sie in Lebensgefahr gerät? Vor allem was sonst noch so in dem Kapitel geschieht ist nicht ohne und deshalb wundert es mich wie wenig es im Anschluss thematisiert wurde. Stattdessen wird quasi zum Tagesgeschehen übergegangen, dabei geschieht die nächste Reise ja direkt im Anschluss. Dort wird das zwar oberflächlich angesprochen, aber es klingt alles halb so wild.

Hoffentlich bringt Altraverse bald die Light Novels heraus. Für zwischendurch ist es auf alle Fälle ein interessanter Manga bei dem man definitiv die Altersempfehlung ab 15 Jahren beachten soll. Einige Szenen sind ganz schön blutig und haben es in sich. Dieses Mal sind mir alle Kapitel im Gedächtnis geblieben und ich würde schon gerne wissen, ob die in der Novel genauso blutig beschrieben werden. Sie passen irgendwie so gar nicht zu der Aschehexe Elaina, die so nett erscheint.

Freitag, 15. Februar 2019

#177 Bücherregal - Der Fotograf


TitelDer Fotograf
AutorJohn Katzenbach
VerlagKnaur TB
GenrePsychothriller
Seiten688 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Jeffers entführt eine Studentin und diese soll seine bisherigen Morde als eine Art Buch niederschreiben. Bisher hatte er diese immer nur in Form von Fotos für sich selbst festgehalten, aber er möchte den nächsten großen Schritt wagen. Nachdem Jeffers die Nichte von Detective Mercedes ermordet, macht sie sich auf die Jagd nach ihm. Denn die Polizei hat scheinbar den falschen Mörder festgenommen und das will sie nicht auf sich beruhen lassen. Und sie nimmt sich fest vor den wahren Mörder auf eigene Faust zu schnappen.

Review


Es gibt nur wenige, aber dafür sehr kompexe und gut durchdachte und durchaus komplexe Charaktere.

Es dauert einige Zeit bis die Handlung wirklich beginnt und ich fand es ziemlich schwer bis zu diesem Punkt zu lesen. Es passiert leider gefühlt ewig viel zu wenig und das ist wirklich schade. Allgemein gesehen ist die Handlung an sich an sehr vielen Stellen langatmig und es fiel mir auch ziemlich schwer dann einfach weiterzulesen und darauf zu hoffen, dass sich das noch bessert. Trotz allem bleibt es spannend und ich wollte am Ende einfach nur, dass die Studentin gerettet wird.
Am meisten hat mich das Ende am Buch gestört. Es passt einfach vorne und hinten nicht und es ist einfach viel zu spektakulär.

Die Nichte von Detektiv Mercedes wird ermordet aufgefunden, doch sie hält jemand anderen als den festgenommen Mann für den Täter und macht sich auf die Suche nach dem wahren Täter.
Der 2. Handlungsstrang ist aus der Sicht vom Mörder, weshalb man auch schon sehr früh weiß wer der Täter ist. An sich ist das ein wirklich interessanter Erzählstil, da Jeffers all seine Morde einer gerade entführten Studentin gesteht. Es ist wirklich erschreckend wie kaltblütig er handelt und all das gibt dem Buch das gewisse etwas.



Fazit

Im Gegensatz zu anderen Psychothrillern gibt es hier keine blutigen, brutalen und entsetzliche Morde. Hier wird wirklich auf das psychische Element gesetzt und das Hauptaugenmerk ist immer die Jagd nach dem Täter. Auf vorige Morde wird auch nicht so wirklich eingegangen, was mich bei der Länge des Buches doch sehr irritiert hat. Für meinen Geschmack wurde gut mit der Psyche gespielt. Alles in allem hätte das Buch spannender und auch kürzer sein können.
Auch wenn das Buch mich jetzt nicht so vom Hocker gerissen hat, fand ich es trotzdem toll und einfach typisch Katzenbach allein vom Schreibstil her. Er hat durchaus schon bessere Bücher verfasst wie zum Beispiel "Der Patient" oder "Die Anstalt".
Hierbei handelt es sich um eine Neuauflage bzw. neue Übersetzung von dem Buch "Das Auge", welches eins seiner 1. Bücher ist und schon 1987 erschien.