Freitag, 23. September 2022

#489 Bücherregal - Johannisglut

  

  


TitelJohannisglut(Jana Vogt/Ahrkrimi #3)
AutorKarin Joachim
VerlagGmeiner Verlag
GenreKrimi/Lokalkrimi/Ahrkrimi
Seiten312 Seiten
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Die Freundin von Jana Vogt ist Wanderführerin und begleitet eine ehemalige Theatergruppe von einer Universität von Aremberg nach Schuld entlang des Ahrsteiges. Als die Tatortfotografin davon erfährt und und einen bestimmten Namen hört beschleicht sie ein ungutes Gefühl. Hat diese Wanderung etwas mit dem Cold-Case zu tun, der momentan auf ihrem Schreibtisch liegt? Aus dem Grund entschließt sie sich dazu ihrer Freundin Gesellschaft zu leisten. Vor über 30 Jahren verschwand ein Mitglied der Gruppe spurlos und allem Anschein nach sind sich die Teilnehmer nicht ganz grün. Direkt am zweiten Tag der Wanderung wird der Leichnam von einem von ihnen gefunden und so wie es scheint, befindet sich der Täter unter ihnen.

Review

Besonders gut hat mir der komplexe Fall gefallen, denn es gibt viele Tatverdächtige und es stellt sich die Frage, wer denn nun letztendlich ein Tatmotiv hat? Hauptsächlich geht es hier um interpersonelle Konflikte und alte Geheimnisse, die besser nicht ans Licht kommen sollte. Es ist auf alle Fälle sehr interessant zu sehen wie eine Tatortfotografin ermittelt und vor allem wie sie zu all dem steht.

Wegen dem detaillierten und bildhaften Schreibstil konnte ich mir alles gut vorstellen und die Darstellung der Umgebung und der Bewohner hat mir zugesagt. Der Krimi enthält viel Lokalkolorit und somit konnte ich eine Menge über das Ahrtal lernen.  Unter anderem erfährt man hier ein wenig über die Hexenverbrennung. Die Handlungsgeschwindigkeit nimmt langsam an Fahrt auf, sodass man erst in das Tal voll eintauchen und sich somit einen guten Überblick über die Begebenheiten machen kann. Diese Herangehensweise gefällt mir bei Regiokrimis besonders gut, da bei diesen das Lokalkolorit eine tragende Rolle spielt.

Die vielen interessanten Wendungen sorgen für die nötige Spannung. Immer wieder werden neue Fährten eingestreut, damit man selbst miträtseln kann. 

Das Ermittlertrio bestehend aus Jana, Clemens und dem Airedale-Terrier Usi war mir von Anfang an sympathisch und ich finde es toll, dass man immer mal wieder eher beiläufig Informationen zu ihrem Privatleben bekommt. Die dadurch entstehenden Nebenhandlungen runden den Krimi perfekt ab und geben ihm Tiefe. Den Dreien würde ich sehr gern noch bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Vor allem ihre Ecken und Kanten wecken in mir das starke Bedürfnis noch mehr über sie herausfinden zu wollen. Es ist einfach immer wieder schön Ermittler zu haben, die eben nicht nach Schema F handeln. 

Das Lesen an sich hatte mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich immer darauf gefreut hatte endlich weiter lesen zu können. Aus dem Grund hatte ich den Ahrkrimi recht zügig durch gelesen und am liebsten hätte ich direkt zum Nachfolgeband gegriffen.

Die Morde an sich passen so gar nicht in das idyllische Ahrtal und zu der Wandergruppe. Beim Lesen musste ich mich immer wieder daran erinnern, dass der Schein trügt und hier scheinbar jemand einen ganz bestialischen Plan verfolgt damit die Wahrheit niemals ans Licht kommt. Was das betrifft hat Jana definitiv ein gutes Gespür und weiß wo sie nachforschen muss. Jedoch ist sie manchmal zu wagemutig und manchmal kommt es dadurch zu brenzligen Situationen. 


Fazit

Der dritte Band der Reihe rund um die Tatortfotografin lässt sich gut ohne Vorwissen lesen. Mich hat er definitiv gut unterhalten und ich kann es kaum erwarten demnächst den schon erschienen  Nachfolgeband endlich lesen zu können. 


Sonntag, 18. September 2022

#65 Manga - Prinzessin Sakura 2in1 Band 4-6

 




Titel(Deutsch)Prinzessin Sakura 2in1
AutorArina Tanemura
VerlagTokyopop
GenreFantasy/Shojo
Bände6 Sammelbände(laufend), auch als 12 Einzelbände erhältlich(abgeschlossen)
Meine Bewertung
3,5/5


 Inhalt


Vor ihrem Tod versprachen Sakuras Eltern sie dem Prinzen Ora. Mit ihren gerade einmal 14 Jahren soll sie von einem Gesandten des Kaisers zu dessen Palast bringen, dafür würde sie sich viel lieber anderen Dingen widmen als ausgerechnet einer Heirat. Auf ihrer Flucht begegnet sie auf einmal einem Monster und erfährt, dass sie die Enkelin der Mondprinzessin ist und sie somit gegen das Monster kämpfen muss.


Review

#1-3. Band(1-6)


#4. Band(7-8): 

Enju sorgt dafür, dass Sakura in einer Zwischenwelt gefangen gehalten wird.
In diesem Band liegt der Fokus auf den verschiedenen Beziehungen und wie sich die bedrohliche Situation auf diese auswirkt. Vor allem Sakura macht eine unheimliche Charakterentwicklung durch. 

Beim Lesen hatte ich des Öfteren vergessen, dass Sakura ja noch ein Teenager ist. Zudem stand die Handlung im starken Kontrast zu den großen Kulleraugen, was mich dann doch sehr verstört hatte. Die Reihe passt einfach absolut gar nicht zu den anderen Manga von Tanemura und ist erschreckend brutal. Es scheint schlichtweg alles möglich zu sein, weshalb ich schon ganz gespannt auf die Auflösung von all dem bin. 

Endlich bekommen die Wendepunkte einmal genug Platz und die Story überschlägt sich nicht mehr ganz so schlimm. Somit ergibt vieles auf einmal Sinn und man hechtet nicht mehr von Drama zu Drama.

#5. Band(9-10): 

Aoba leidet unter de Fluch und Sakura versucht einen Weg zu finden ihm zu helfen.
Endlich einmal ist der Handlungsstrang um Prinzessin Yuri zu Ende. Gefallen hat er mir definitiv nicht, vor allem da mir Yuri absolut nicht sympathisch war. Ansonsten erfährt man was überraschendes über Aoba und was das betrifft bin ich total gespannt. Was für einen Einfluss wird das alles auf den Höhepunkt der Geschichte nehmen? Was bedeutet das für Sakura? Und vor allem wie wird es ausgehen? Es ist auf jeden Fall schön endlich mal ein paar Antworten auf Frage zu haben und somit macht einiges nun Sinn.

Leider nimmt die Handlung eine sehr klischeehafte Wendung. Wirklich gewundert hat es mich nicht, schließlich habe ich schon einiges von Tanemura gelesen. Mir sagt das eher weniger zu und ich finde es schade, dass genau der Weg gewählt wurde. Trotzdem bin ich ganz gespannt darauf, ob nicht doch noch etwas unvorhergesehenes passieren wird. Und vielleicht geht das ja alles ganz anders aus als es angedeutet wurde.

#6. Band(11-12): 

Rurijo flüchtet sich in den Palast und ist nun Sakuras Eigentum, doch wie wird Enju nun auf all das Geschehene reagieren?

Der letzte Band der Reihe hat es ganz schön in sich und obwohl ich schon so viel von Tanemura gelesen habe, schafft sie es immer mich zu überraschen. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen wie manche Geschichten bis zum Ende erzählen und das ohne Rücksicht auf Verluste. Und das nur weil sie ihren Charakteren erlauben den Verlauf zu bestimmen. 

Die Gesichter der Figuren mit dem gezeigten zusammen ergaben auch dieses Mal ein absolut groteskes Bild. Und es wirkte sehr unpassend zu den doch sehr emotionalen und recht brutalen Szenen. 
Leider hat mich das Ende nicht zufrieden stellen können, da vieles überstürzt wirkte. Manche Handlungsstränge wurden viel zu abrupt beendet und oft fehlten die dazugehörigen Erklärungen. Es wirkte dadurch leider so als hätte man es einfach nur sehr schnell zu Ende bringen wollen. 

Fazit

Alles in allem ist es auf alle Fälle eine spannende Reihe, die zeigt wie wichtig es ist seinen eigenen Weg zu finden. Und selbst wenn das Schicksal wie hier in Form von kleinen Kärtchen schon vorherbestimmt ist. Sakura hat durch andere gelernt sich nicht einfach all dem zu fügen und wie sehr es sich lohnt für Träume zu kämpfen. Es ist spannend zu verfolgen wie aus dem kleinen, frechen Mädchen eine kämpferische Prinzessin wird. Die eben nicht davor zurückschreckt sich den Gefahren zu stellen und darauf zu hoffen, dass ihre Angestellten alles für sie regeln.

Freitag, 16. September 2022

#488 Bücherregal - Der Mann in den Dünen

    







TitelDer Mann in den Dünen(9. Fall Lena Lorenzen)
AutorAnna Johannsen
VerlagEdition M
GenreKrimi/Nordseekrimi
Seiten365 Seiten
Meine Bewertung
4/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Schon einige Zeit arbeitet Lena Lorenzen schon wieder nach ihrer Elternzeit bei der Polizei. Doch der Schreibtischjob langweilt sie und deshalb entschließt sie sich zusammen mit ihrem Chef dazu wieder im Außendienst tätigt zu werden. Der erste Einsatz hat es jedoch ganz schön in sich, denn ein Hamburger Reeder ist verschwunden. Und die erwachsenen Kinder zeigen sich alles andere als kooperativ gegenüber der Polizei. Die Blutspuren am Strand deuten daraufhin, dass dem Reeder etwas zugestoßen ist. Als der Entführer die Kinder kontaktiert, entscheiden sie sich doch dazu der Polizei entgegen zu kommen. Ihr Vater war vor einiger Zeit den Jakobsweg pilgern und hatte dort entschlossen die Reederei und sein Leben umzukrempeln. Hängt das vielleicht mit seinem Verschwinden zusammen?

Review

Der 9. Teil der Reihe lässt sich gut ohne Vorwissen lesen. Alle relevanten Informationen erfährt man im Laufe der Handlung.

Während dem Lesen war mir immer aufgefallen wie schwer es Lena fiel wieder Ermittlungen zu führen. Obwohl sie sich offensichtlich nichts sehnlicher gewünscht hat, scheint es einfach nicht mehr in ihr Leben zu passen. Mit Kind ändern sich nun einmal die Prioritäten und da wundert es mich wenig, dass sie mit ihrem Entschluss wieder im Außendienst zu arbeiten hadert. Mir gefällt auf alle Fälle das Bild, das hier von ihr gezeichnet wird. Sie wirkt in diesem Band unglaublich nahbar und verletzlich und man lernt eine neue Seite von ihr kennen, die im starken Kontrast zu der sonst starken Ermittlerin steht.

Lena und Johann ergeben ein sehr harmonisches Team, was sich normalerweise recht gut abstimmt und an einem Strang zieht. Beide befinden sich an einem recht ähnlichen Punkt im Leben und verstehen sich privat gut. Wobei man hier im Band merkt, dass sie erst einmal nach der Pause wieder zueinander finden müssen und die Kommunikation teilweise aufgrund privater Probleme hakt. 

Besonders überraschend war für mich die Anzahl der Tatverdächtigen, die alle ein recht schlüssiges Motiv hatten. Zudem erschienen sie mir nicht sehr kooperativ und ganz so als hätten sie sehr dunkle Geheimnisse. Wer profitiert alles von dem Tod? 

Aufgrund der vielen überraschenden Wendungen wird die Spannung konstant oben gehalten. Aus dem Grund hat es mir richtig Spaß gemacht mitzurätseln. 

Durch den relativ vielen Dialog konnte ich das alles gut weg lesen, jedoch war dadurch dieser Teil trotz der Seitenanzahl recht kurzweilig. Es erstaunt mich immer wieder wie schnell ich die Bücher dieser Autorin durch gelesen habe. 

Leider sind einige Vorkommnisse aufgrund der Charakterkonstellation vorhersehbar. Es ist nun einmal ein sehr beliebtes Setting bei Krimis, deshalb habe ich einen Stern abgezogen. 

Fazit

Alles in allem handelt es sich hier um einen ruhigen Nordseekrimi, der ohne brutae Morde auskommt. Die Ermittlungen stehen nahezu durchgehend im Vordergrund und mich hat er definitiv gut unterhalten. 

Sonntag, 11. September 2022

#487 Bücherregal - Wer fast nichts braucht, hat alles(Kurzrezension)

   

 


TitelWer fast nichts braucht, hat alles
AutorAngela Bajorek
VerlagUllstein Verlag
GenreBiografie
Seiten321
Meine Bewertung
4/5


 Inhalt

Janosch ist vor allem bekannt für die Geschichten über die Tigerente und den kleinen Bär, doch sonst weiß man eher wenig über die wohl bekanntesten deutschen Kinderbuchautor. Angela Bajorek ist es jedoch gelungen den Autor dazu zubringen mit ihr über seine Kindheit und sein bisheriges Leben zu schreiben. Und von ihm hat sie die Erlaubnis bekommen mithilfe all der Mails eine Biografie zu verfassen.

Review

CN: Gewalt, Alkoholismus, Krieg, Armut

Zu Beginn geht es hauptsächlich um das einfache Leben in Schlesien und wie es sich durch den II. Weltkrieg verändert hat. Besonders die Beschreibungen über den alkoholabhängigen Vater gingen unter die Haut. Und wie es ist in einer Gegend aufzuwachsen, wo es vollkommen normal ist mit wenig auszukommen. 

Die Biografie hatte ich mir nur gekauft, weil Janosch sehr präsent war in meiner Kindheit und ich mich nach wie vor ganz gut an die Tigerente und alles erinnern kann. Ich wollte einfach wissen wer hinter all den Geschichten steckt und was für ein Mensch, so schlichte und liebevolle Illustrationen zaubert.

Beim Lesen war ich total baff, denn all das steht im starken Kontrast zu seinen Büchern. Er hatte es schwer Fuß zu fassen als Autor bzw. Künstler und es ist schon erstaunlich, wie lange er gegen den Widerstand gekämpft hatte. Er hatte an seinen Träumen festgehalten und hat über all die Jahre wirklich viel erschaffen.

An mehreren Stellen wird erläutert welche Ereignisse er in seinen Büchern aufgegriffen hat. Oft sind es wirklich erdrückende Beschreibungen, die so gar nicht seinen Geschichten passen wollen. Als junger Mensch neigt man ja eher dazu über bestimmte Beschreibungen hinweg zu lesen und versteht nicht so ganz, was das alles für eine Tragik hat. Vielleicht schaffe ich es ja demnächst ein paar seiner Bücher zu lesen und sehe mit dem Wissen aus seiner Biografie einiger seiner Charaktere mit ganz anderen Augen.
Der Titel der Biografie sagt im Grunde schon alles über den Inhalt aus. Immer wieder musste ich das Buch auf Seite legen um all das Gelesene besser einordnen zu können.

Aufgrund der vielen Namen fiel es mir anfangs total schwer den Überblick zu behalten.


Fazit

Alles in allem ist es eine erstaunlich detaillierte Biografie und so ganz anders, als ich es erwartet hatte.