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Freitag, 2. August 2019

#225 Bücherregal - 40 Stunden



Quelle(Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG) 

Titel40 Stunden
AutorKathrin Lange
VerlagBlanvalet
GenreThriller
Seiten416 Seiten
Meine Bewertung
4/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

Inhalt

Faris Iskander arbeitet der SERV, einer Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen und wurde aufgrund einer Auseinandersetzung mit einem Neonazi vom Dienst suspendiert. Jedoch wird er von jemanden angerufen, der ihm 40 Stunden Zeit lässt den Mann zu finden, der sich an einem Kreuz genagelt irgendwo in Berlin befindet. Schafft er es nicht werden überall in der Stadt Bomben detonieren. Zeitgleich findet in Berlin der gut besuchte ökumenische Kirchentag statt.


Review

Man wird quasi aufgrund des fehlenden Vorgeplänkels direkt ins eiskalte Wasser gestoßen, denn die Handlung beginnt mit dem ersten Anruf des Erpressers. Das Handlungstempo war von Anfang an somit sehr hoch und war somit passend zum Genre Thriller ohne dabei abgehakt zu wirken. Die Übergänge sind fließend und es fiel mir leicht dem Geschehen zu folgen.

Ab ungefähr der Hälfte des Buches konnte ich einfach nicht mehr mit dem Lesen aufhören so hatte es mich gefesselt. Allein wegen der kleinen Cliffhanger am Ende von den einzelnen Kapitel konnte ich das Buch kaum auf Seite legen. Als ich es dann fertig gelesen hatte war ich richtig enttäuscht darüber, dass es schon um war dabei ist es mit 416 Seiten alles andere als ein kurzweiliger Thriller. Ich würde noch gerne viel mehr Bücher über ihn lesen und mittlerweile gibt es ja 2 Folgebände, die ich auch schon gelesen und für sehr gut empfunden habe.

Der Hauptprotagonist ist Faris Iskander, ein Ermittler mit Ecken und Kanten und einer der sich nicht immer an Vorschriften hält. Ich hatte die ganze Zeit beim Lesen ein klares Bild von ihm vor Augen und er ist mir richtig ans Herz gewachsen. Er hat immer noch an einem Fall zu knabbern, der länger zurück liegt und genau das wurde gut umgesetzt. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen und alles erscheint in sich schlüssig.

Eigentlich mag ich es ja nicht so, wenn es bei einem Thriller viel Nebenhandlung gibt. Aber hier wird diese oft genutzt um die Charaktere näher zu beschreiben und Hinweise zu streuen. So wirkten vor allem die Hauptprotagonisten greifbar. Zudem hilft einem der bildhafte Schreibstil dabei sich in der Handlung und somit auch an den Orten zurecht zu finden.

Mich hat der Handlungsstrang rund um Pia und Jenny komplett in die Irre geleitet. Ständig habe ich darauf gewartet, dass der irgendwann auf die anderen Handlungsstränge trifft und es somit zu irgendeiner Interaktion kommt. Dem ist leider nicht so und es hätte dem Buch auch nicht geschadet, wenn man ihn komplett weg gelassen hätte. Genauso verhält es sich rund um den Handlungsstrang mit der Pfarrerin, außer dieser wird in nachfolgenden Bänden noch einmal aufgegriffen.

Vor allem überrascht hat mich das Ende, denn genau die Person hatte ich als Täter überhaupt nicht auf den Schirm. Die Auflösung klingt mir zwar ein bisschen zu konstruiert und weit hergeholt, aber sie wurde gut erklärt bzw. in die Handlung eingebunden. Hier hatte ich mir einfach ein logischeres Ende gewünscht. Zudem gibt es auch einige klare Anhaltspunkte warum er definitiv nicht der Täter sein kann.


Fazit

Hier wird ein nach wie vor sehr aktuelles Thema aufgegriffen und es wird realistisch umgesetzt. Allein aus dem Grund ist er nichts für Zartbesaitete. Zudem spielt die Handlung in Berlin, was das alles noch realistischer wirken lässt immerhin fand dort 2003 es erste Mal ein ökumenischer Kirchentag statt. Die Grundstimmung war durchgehend düster und bedrohlich und man hat die ganze Zeit Angst davor, dass noch eine Bombe hochgehen könnte wegen der Unberechenbarkeit des Täters. Es geht hier um christlichen Fundamentalismus,  auch wenn man eventuell was anderes vermutet.

Aber nicht nur das wird thematisiert, sondern auch der Alltagsrassismus den Faris immer wieder erlebt wird zur Sprache gebracht. Denn nicht nur seine Vorgesetzte misstraut ihm aufgrund seiner Herkunft, sondern auch andere begegnen ihm immer wieder mit Abneigung.


Booktalk zu "Gotteslüge"(Teil 2 der Faris Iskander Reihe)
Rezension zu "Ohne Ausweg"(Teil 3 der Faris Iskander Reihe)

Freitag, 26. Juli 2019

#223 Bücherregal - Steht auf, auch wenn ihr nicht könnt!


Quelle(Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG) 

TitelSteht auf, auch wenn ihr nicht könnt!
AutorMaximilian Dorner
Verlagbtb Verlag
GenreSachbuch
Seiten192 Seiten
Meine Bewertung
4/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

Inhalt

Aufgrund einer Nervenkrankheit ist der Autor seit nun mehr 10 Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. Und immer wieder muss er feststellen, was es heißt eben nicht mehr so zu funktionieren wie es gewünscht ist von der Gesellschaft. Denn nicht nur die Behinderung behindert einen, sondern auch andere behindern einen und sei es nur durch die auf sich warten lassende Reparatur eines Liftes am Bahnhof. Für ihn bedeutet Behinderung Rebellion und hier in diesem Buch beleuchtet er warum er eine andere Form des Aufstandes möchte.


Review

Es gibt ein ganzes Kapitel rund um das Thema Inklusion. Der Autor ist kein großer Fan davon und das merkt man beim Lesen immer wieder. Auch die Behindertenrechtskonvention kritisiert und hebt immer wider hervor warum er beides als problematisch ansieht. Es werden etliche Argumente angebracht und auch begründet warum die Inklusion so wie sie momentan stattfindet nicht funktionieren kann und wie man es eventuell besser machen kann. Zudem ist es ja allgemein bekannt, dass meist Nichtbehinderte über Behinderte entscheiden und da mitunter dann "nur" finanzielle Interessen im Vordergrund stehen.

Vor allem das Kapitel rund um das Thema Kurswechsel hat mir gefallen und Mut gemacht. Es zeigt wie sehr es einen lähmt, wenn man sich nur noch darauf fixiert was man eben nicht mehr kann. Vor allem von anderen bekommt man gerne genau das vorgehalten und die wollen dann auch nicht hören, dass man ja nach wie vor andere Sachen machen kann. Und wenn man sich genau von solchen Worten verunsichern lässt verliert man ganz schnell die Hoffnung. Dabei ist es so wichtig eine Behinderung auch als Möglichkeit zu sehen, auch wenn diese Einsicht erst mit der Zeit kommt und anfangs wie eine total zynische und bittere Bemerkung denkt. Genau das wird in diesem Kapitel hervorgehoben.

Der Autor erläutert auch ausführlich wie er sich die Rebellion konkret vorstellt und verfasst eine Art Manifest, was er am Ende des Kapitels selbst verwirft.

Aber auch Themen wie Alltagsdiskriminierung und das leidige Thema der Behindertenwerkstatt oder der Euthanasie(Ermordung von behinderten Menschen während des II. Weltkrieges) werden aufgegriffen. Leider sind das genau die Themen über die viel zu wenig gesprochen wird, auch wenn das Thema Behindertenwerkstatt durch ein paar wenige Skandale Schlagzeilen machte. Und genauso ist es mit der Euthanasie während des II. Weltkrieges, vielen ist genau das Thema nicht geläufig oder sie verdrängen, dass es erst wenige Jahrzehnte her ist.

Und es wird immer wieder betont, dass im Grunde gar nicht über den Großteil der Menschen mit Behinderung gesprochen wird: Alte mit Behinderungen. Denn Inklusion wird oft nur auf Schulen begrenzt, dabei machen Kinder mit Behinderungen nur einen kleinen Teil aus.

Oft nimmt der Autor kleine Anekdoten um zu verdeutlichen wie er manche Aussagen meint. Auf diese Weise bringt er einem auch Nahe warum Menschen mit Behinderungen oft nicht den direkten Weg nehmen können und für alles länger brauchen. Oder warum eine Behinderung mit höheren Lebenshaltungskosten verbunden ist.

Was ich auch bemerkenswert fand ist der Abschnitt über all die Sachen, die man aufgrund einer Behinderung bekommt. Leider gibt es eine handvoll Menschen, die das System gnadenlos ausnutzen und sich quasi daran bereichern. Da werden Pflegemittel oder andere Hilfsmittel beantragt, nur weil sie einem zustehen und nicht weil man sie benötigt. Ich finde es sollte viel öfters darüber geredet werden, dass dieser Topf an Geldern begrenzt ist und man denen den Vortritt lassen sollte, die es wirklich brauchen.



Fazit

Das Buch ist recht kurzweilig und man hat es schnell durch gelesen. Es regt zum Nachdenken an und man fühlt sich nicht mehr so alleine. Der Autor berichtet mit viel Selbstironie wie es für ihn ist mit einer Behinderung zu leben und wie sehr diese einen einschränkt. Er ruft auch immer wieder dazu auf sich mit dem Thema auseinander zusetzen, denn ungefähr 1/10 der Bevölkerung sind schwerbehindert und somit betrifft es nicht nur kleinen Teil. Zudem haben davon ungefähr 2/3 eine erworbene Behinderung und bei vielen ist diese erst im Alter gekommen! Leider wird sich viel zu wenig um genau diese Altersgruppe bemüht.

Sonntag, 2. Juni 2019

#208 Bücherregal - Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte





Quelle(Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG) 

TitelMein Leben basiert auf einer wahren Geschichte
AutorAnne Freytag
VerlagHeyne fliegt
GenreRoman
Seiten416 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

Inhalt

Auf einer Backpackerreise in Australien begegnen sich Rosa und Frank in einem Hostel. Eigentlich haben sie bis auf die Tatsache, dass sie beide alleine reisen nichts gemeinsam. Nach etlichen Gesprächen fassen sie den Entschluss einen Camper zu kaufen und zusammen Australien zu erkunden. Alles scheint perfekt bis ganz unerwartet Franks bester Freund David sich doch noch dazu entschließt nach Australien zu reisen. Sie setzen die Reise zu Dritt fort und nicht nur einmal kommt es zum Konflikt. Doch trotz allem entwickelt sich etwas ganz Besonderes zwischen ihnen.


Review

Um ehrlich zu sein fällt es mir wirklich schwer meine Gedanken zu dem Buch in Worte zu fassen. Ich habe es jetzt vor ein paar Tagen fertig gelesen und immer noch sind viele Fragezeichen dazu in meinem Kopf.

Die Spannung baut sich langsam auf und bis David auftaucht erscheint alles wie eine klassische Liebesgeschichte. Die zwei Hauptprotagonisten sehen sich, verlieben sich nach und nach ineinander. Doch dann taucht David auf und um die Sache nicht unnötig kompliziert zu machen möchte Rosa mit den beiden nur befreundet sein. Auch das klingt alles nach einer möglichen Dreiecksbeziehung in der Zukunft oder wie bei einem Buch über Freundschaft, aber genau das würde als Zusammenfassung der Handlung einfach nicht gerecht werden.
So werden wirklich ernste Themen wie Drogenkonsum, Erwachsen werden und zu sich selbst finden und vieles mehr aufgegriffen.

Dazu wird die Handlung abwechselnd aus der Sicht von David, Frank und Rosa in Form von kurzen Kapiteln erzählt. Hier unterscheidet sich jeweils der Schreibstil deutlich, was mir wirklich gut gefallen hatte. Man erfährt dadurch wirklich viel über die Gedanken und Gefühle und auch über die Vergangenheit.

Die drei Hauptprotagonisten sind grundverschieden und haben unterschiedliche Werte- und Lebensvorstellungen. Genau das bringt unglaublich viel Konfliktpotential mit sich und das gibt der Handlung das gewisse etwas. Sie hatten es bisher nicht leicht in ihrem Leben und man erfährt nach und nach mehr darüber.

Die Handlung ist zum größten Teil eher ruhig  und beinhaltet einige Längen. Es gibt trotzdem einige wenige Schlüsselmomente, die teils große Auswirkungen haben. Hier hat mir jedoch einfach die unvorhersehbare Wendung gefehlt. Es passiert halt genau das was im Klappentext erwähnt wurde und das fand ich dann doch etwas langweilig.

Was mich ein wenig gestört hatte war der Alkoholkonsum und die Führerscheinsache. Hier hätte ich mir einfach ein realistischeres Szenario gewünscht, denn in Australien sind die was das erste betrifft um einiges strikter als in Deutschland. Frank ist erst 17 und deshalb fand ich es auch befremdlich, dass er streckenweise den Camper fuhr und Alkohol trank. Zudem fand ich auch die Szene mit dem Geschlechtsverkehr befremdlich. Mir ist zwar durchaus bewusst das Menschen in dem Alter welchen haben, aber trotzdem empfand ich es für einen Jugendroman unpassend. Ich weiß noch nicht einmal was mich da explizit gestört hatte, aber nach dem Lesen hatte ich ein unglaublich schlechtes Gefühl.



Fazit

Zusammenfassend lässt sich über das Buch sagen, dass es um das Erwachsen werden an sich und das zu sich selbst finden geht. Denn genau das steht im Vordergrund und nicht was die Figuren erleben.
Das Buch eignet sich prima für zwischendurch und lässt sich leicht lesen.Es hat mich zum Nachdenken angeregt und selbst jetzt denke ich noch darüber nach.
Besonders gut gefallen haben mir auch die kleinen Illustrationen.

Sonntag, 24. März 2019

#188 Bücherregal - Gier




Quelle(Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG) 

TitelGier - Wie weit wirst du gehen?
AutorMarc Elsberg
Verlagblanvalet
GenreWirtschaftsthriller
Seiten448 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

Inhalt

Weltweit gibt es mehrere große Demonstration aufgrund einer neuen Wirtschaftskrise. Diese Krise stürzt Länder in den bankrott und Menschen in den Ruin. Die Konflikte geraten außer Kontrolle und einige wenige Menschen schlagen Profit aus der Krise. Um die negativen Folgen abzuschmälern findet in Berlin ein Gipfeltreffen statt. Dort soll ein Nobelpreisträger eine Rede halten, denn er ist der Meinung Wohlstand sei für alle möglich. Soweit kommt es jedoch nicht, da er bei einem angeblichen Autounfall ums Lebens kommt. Der Ersthelfer Jan Wutte sieht jedoch, dass es eben kein Unfall war und wird zu einem gefährlichen Zeugen. Aus dem Grund wollen die Unfallverursacher ihn loswerden, doch dafür müssen sie ihn erst einmal finden.


Review

Die verschiedenen Theorien werden leicht verständlich anhand von Beispielen und Zeichnungen erklärt. Sie finden oft direkt Anwendung in der Story und so wird eine Theorie anhand von einem Glücksspiel erläutert. Oft liegt der Fokus auf eben solchen Theorien, weshalb ein Interesse an der Wirtschaft durchaus von Nutzen sein kann.
Die Charaktere sind grundverschieden, was oft für Spannung sorgt. Hier treffen viele Klischees aufeinander, was ich sehr schade finde. Es gibt sowohl sehr reiche als auch den Pfleger Jan, der gerne etwas mehr verdienen würde. Zudem zweifelt er auch daran, dass man auf legalem Wege reich werden kann. Jedoch bleiben die Charaktere bis zum Schluss eher blass, da die Handlung an sich im Vordergrund bzw. Fokus steht.
Der Handlungsverlauf ist recht rasant und spiegelt sich auch oft in den kurzen, abgehakten Sätzen und Kapiteln wider. Der Schreibstil ist zwar anfangs gewöhnungsbedürftig, aber er ist trotzdem angenehm flüssig zu lesen.

Es gibt viele Längen bedingt durch die unendlich vielen Verfolgungsjagden und Theorien. Hier fand ich es teilweise total verwirrend, dass die Verfolger Jan quasi immer direkt gefunden haben. In einer Millionenstadt wie Berlin klingt das total abwegig. Und wenn die Protagonisten mal nicht auf der Flucht waren wurden verschiedene Theorien erklärt.
Die ständigen Perspektivwechsel haben auch nicht gerade dazu beigetragen den Überblick zu behalten.
Was mich mit Abstand am meisten gestört hat ist die ständige Erklärung der Theorie. Es ist zwar schön dargestellt und erklärt anhand von Zeichnungen, aber ab einem gewissen Punkt ist der Fokus zu sehr auf dieser Theorie. Vor allem das Ende wird dadurch zu einer einzigen Geduldsprobe finde ich, da die ständigen Erläuterungen zu sehr vom eigentlichen Geschehen ablenken.


Fazit

Um ehrlich zu sein fällt es mir wirklich schwer das Buch zu bewerten. Das Thema ist aktuell, denn es befasst sich mit der derzeitigen Wirtschaft und wieso diese nicht für alle Beteiligten vorteilhaft ist. Mir hatten die Bücher "Helix" und "Zero" von Marc Elsberg jedoch um Welten besser gefallen. Das gewählte Thema ist jetzt nicht schlecht, aber die Ganze resultierende Verfolgungsjagd erscheint mir zu aufgebauscht. Es gibt so viele kontrovers diskutierte Theorien und warum sollte dann ausgerechnet so eine Theorie zu einem Mord in Deutschland führen? Und es wurde nie so ganz erläutert warum die Wirtschaft in Europa am zusammen brechen ist.
Hierbei handelt es sich eindeutig um eine Wirtschaftsthriller und das merkt man beim Lesen auch. Ich habe bisher schon einige Wirtschaftsthriller gelesen und in diesen wurde sich nie so ausführlich mit der Thematik "Wirtschaft" auseinandergesetzt. Dadurch ging der Thrillerteil leider etwas unter und man vergisst leicht, dass die Protagonisten eigentlich auf der Flucht sind.

Freitag, 8. März 2019

#183 Bücherregal - Mörder




Quelle(Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG) 


TitelMörder - Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers
AutorVeikko Bartel
VerlagMosaik Verlag
GenreSachbuch/True-Crime
Seiten256 Seiten
Meine Bewertung
5/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

Inhalt

Veikko Bartel arbeitete als Strafverteidiger und stellt in diesem Buch sechs seiner Fälle vor. Hierbei geht es um Mörder, die aus verschiedenen Gründen handelten und jeder Fall zeigt die menschlichen Abgründe.  In einer Art Nachwort befasst der Autor sich mit dem Gewissen eines Strafverteidigers und was ihn dazu bewegt hat als Strafverteidiger zu arbeiten.

Review

Wie im Buch "Mörderinnen" vom gleichnamigen Autor sind auch diese Fälle aus der Sicht des Strafverteidigers erzählt wurden. Wieder erfährt man auch einige Dinge, die man lieber nicht erfahren hätte und die auch zeigen, dass das Leben halt nicht schwarz-weiß ist.
Veikko Bartel erläutert auch ausführlich was ihn dazu bewegt hat Strafverteidiger zu werden und das er auch auf manche seiner "Siege" vor Gericht nicht stolz ist. Es gehört halt auch für einen Strafverteidiger dazu, dass man sich für seinen Mandanten einsetzt egal was dieser angestellt hat. Ich finde es wirklich bemerkenswert, wie er die Fälle beschreibt und das ohne in irgendeinerweise reißerisch oder groß wertend an die Sache heranzugehen. Das hat man ja leider teilweise bei anderen True-Crime-Büchern, vor allem wenn sie Laien schreiben.
Rückblickend ist es schwer einen von den 6 Fällen herauszupicken, da ich jeden spannend und auch erwähnenswert fand. Die Hintergrundgeschichte, die zu dem Fall "Der Drücker" führte, hatte ja eine ganze Zeit lang eine große Medienpräsenz. Es ist erschreckend wie mit den Menschen in diesen Drückerkollonen umgegangen wird.
Vor allem der letzte Fall mit dem Serienvergewaltiger hat es in sich und er zeigt einfach auch, dass unserer Rechtssystem alles andere als perfekt ist. Hier geht es speziell um das Thema Sicherheitsverwahrung, was ja kontrovers diskutiert wird.
Aber auch die anderen Fälle sind nicht weniger spannend und es ist eigentlich von allem etwas dabei.

So wirklich negativ aufgefallen ist mir nur die Länge es Buches. Mir war es eindeutig zu kurz, denn es werden auf den 256 ganze 6 Fälle(+Vorwort und eine Art Nachwort) behandelt. Da sind halt auch die entsprechenden Kapitel ziemlich kurz, was ich sehr schade finde. Ich hätte gerne etwas mehr zu den einzelnen Fällen gelesen.


Fazit

Alles in allem war das Buch spannend zu lesen und mal solche Fälle aus Sicht eines Strafverteidigers zu lesen. Es ist einfach erschreckend zu was Menschen in der Lage sind und wie skrupellose diese vorgehen. Es werden hier echte Fälle beschrieben und das sollte man sich immer wieder vor Augen führen. Vor allem bei dem Fall des Serienvergewaltigers macht das einfach nur Angst! Was ich auch noch positiv hervor heben möchte ist, dass der Fokus durchgehend auf den Tätern liegt und nicht nur auf den Morden. So erfährt man sehr viel über die Tathintergründe oder wieso Veikko Bartel überhaupt deren Verteidiger wurde. Es zeigt halt einfach auch, dass diese Menschen trotz ihrer schlimmen Taten Mensch geblieben sind. Und deshalb ist es auch so wichtig, dass diese einen gerechten Prozess bekommen.
Das Cover passt perfekt zum Buch, da es den nüchternen Schreibstil widerspiegelt und auch zum Buch "Mörderinnen" passt. 

Weitere Infos zum Buch findet ihr übrigens auf der Verlag Seite: Hier (Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG)
Und hier ist meine Rezension zu dem Buch "Mörderinnen" von Veikko Bartel.

Freitag, 25. Januar 2019

#171 Bücherregal - Mörderinnen




Quelle(Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG) 


TitelMörderinnen - Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers
AutorVeikko Bartel
VerlagMosaik Verlag
GenreSachbuch/True-Crime
Seiten240 Seiten
Meine Bewertung
5/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

Inhalt

In diesem Buch erläutert der Strafverteidiger Veikko Bartel 4 seiner grausamsten Fälle. Alle wurden von Frauen begangen und es geht um Mord am Ehegatten, Kindsmord, Sadismus und Giftmord. Hier stehen die Menschen hinter den Taten im Vordergrund und auch wie schonungslos die Presse mit ihnen umging.

Review

Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen. Einige Wörter fand ich im ersten Moment ein bisschen unpassend für einen Anwalt, aber da sieht man mal das so ein Prozess auch dem Strafverteidiger ziemlich Nahe geht. Und nur weil er dazu verpflichtet ist seine Mandantin zu verteidigen heißt es ja noch lange nicht, dass er die Taten in irgendeinerweise für gut befindet.
Es ist wirklich interessant auch einmal hinter die Kulissen um zu sehen wie das für einen Strafverteidiger ist. Dieser erhält natürlich ganz andere Einblicke in das Leben der Täter als zum Beispiel der Richter. Und er bzw. sie muss ja auch unzählige Stunden mit ihnen verbringen um diese anständig vor Gericht verteidigen zu können.
Beim Lesen merkt man immer wieder, dass der Grund für einen Mord nicht immer leicht zu finden ist. Und selbst wenn an den Grund erkennt hilft es einem noch lange nicht dabei die Beweggründe des Täters nachzuvollziehen.
Der Autor hält auf alle Fälle was er verspricht, denn hier wird nichts geschönt, aufgebauscht oder ausgeschmückt. Leider vergessen das einige True-Crime-Autoren, dass die Taten auch ohne ein Aufbauschen schon schrecklich genug sind. Passend zum eher sachlichen bzw. nüchternen Schreibstil ist auch das schlichte Cover.
Obwohl es sich hierbei um ein Sachbuch handelt, ist es durchweg spannend und man will einfach wissen wieso die Täterinnen so gehandelt haben und wie nachher das Strafmaß aussah. Natürlich kann es bei solchen Straftaten keine gerechte Strafe geben. Im Vordergrund stehen hier die Taten an sich und das Urteil wird meistens nur ganz kurz erläutert. Und es liest sich wenigstens nicht wie ein trockener Tatsachenbericht.
Im Vorwort erläutert der Autor zudem was ihn dazu gebracht als Strafverteidiger zu arbeiten und er erzählt etwas über seine Arbeit.

Leider ist das Buch ziemlich dünn, aber ich glaube noch mehr solcher brutalen Fälle wäre etwas zu viel gewesen.



Fazit

Um ehrlich zu sein haben mich alle 4 Fälle ziemlich geschockt wegen ihrer Grausamkeit. Teilweise musste ich mich wirklich dazu überwinden weiter zu lesen und oft habe ich mich selbst gefragt, was einen Mensch dazu verleitet so zu handeln. Der Fall Gina S. hat mich besonders erschüttert, denn das Opfer schien nahezu alles freiwillig mitgemacht zu haben. Und als Frau frage ich mich schon, wie man so etwas über sich ergehen lassen kann?!
Das Buch ist nichts für Menschen mit schwachen Nerven. Hier geht es um die Abgründe der Menschen und wer damit nicht umgehen kann, sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen. Jeder Fall umfasst um die 50 Seiten, weshalb man doch oft mehr erfährt als einem lieb ist. Einiges wurde abgeschwächt und trotzdem sind die Taten einfach nur grausam und erschreckend.
Die beschriebenen Fälle sind alle sehr unterschiedlich und passen dennoch gut zusammen. Es zeigt einem wie leicht es einem fällt sich als Dritter ein Urteil zu erlauben und Taten zu verurteilen, wenn man nur die halbe Wahrheit kennt. Denn die Täterinnen hatten alle ihre Gründe und auch wenn es einem schwer fällt ihr Handlungsweise zu rechtfertigen, bringt einen die Hintergrundgeschichte ins Grübeln. Dann erscheint die Täterin nämlich plötzlich gar nicht mehr so grausam, wie im ersten Moment angenommen.  Die Beweggründe rechtfertigen solche Taten jedoch in keinster Weise. Trotzdem finde ich es im Rechtsstaat wichtig, dass auch solchen Tätern ein Verteidiger zur Seite gestellt wird.


Weitere Infos zum Buch findet ihr übrigens auf der Verlag Seite: Hier (Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG)