Sonntag, 21. Oktober 2018

#144 Bücherregal - Hör auf zu lügen




TitelHör auf zu lügen
AutorPhilippe Besson
VerlagC. Bertelsmannverlag
GenreBiographie/LGBTQ+
Seiten160 Seiten
Meine Bewertung
5/5

Inhalt

Philippe ist der Sohn des Schuldirektor und wächst in einem kleinen Ort in Frankreich auf. So wirklich viel hat er nicht mit seinen Mitschülern zu tun. Jedoch hat er unheimliches an dem Mitschüler Thomas, der dieses auch noch erwidert. Die beiden sind gerade einmal 17 und Homosexualität ist in den 80ern in Frankreich verpönt. Die beiden führen heimlich eine Beziehung und vor allem Thomas leidet darunter, da diese vollkommen entgegen der Erwartung seiner Eltern ist. Als einziger Sohn soll er den Hof seiner Eltern weiterführen und das am Besten an seine zukünftigen Kinder weiter vererben. Jedoch dauert das Glück der beiden nicht ewig an.
Hier erzählt der Autor authentisch von seiner ersten großen Liebe.

Review

Das Buch handelt vor allem wie es war als Homosexueller in den 70ern/80ern in Frankreich aufzuwachsen. Auch das Thema Aids bzw. HIV wird thematisiert und was für eine kleine Rolle mit großen Auswirkungen es für die Betroffenen es im Grunde in den Jahren bedeutet hatte. Auch das permanente Versteckspiel der homosexuellen aufgrund der Homophobie wird aufgegriffen. Die Texte sind fast schon lyrisch, was zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig ist. An manchen Stellen sind die Vergleiche und Metaphern wunderschön formuliert.
Die Liebe geht unter die Haut und wird richtig gefühlvoll beschrieben, was eine Achterbahnfahrt der Gefühle auslöst. Es ist eine Liebe, die in den Jahren einfach nicht sein durfte.
Die Texte spiegeln die Schmerzen, die Unsicherheit und auch die Auswirkungen des permanenten Versteckens für beide war wieder.

Mich haben vor allem die Erklärungen in den Klammern gestört, diese hätte man besser in den Text einbauen können.

Wenn man französisch kann, weiß man warum manche Sätze in der deutschen Übersetzung komisch klingen.


Fazit


Zusammenfassend ist das Buch einfach nur herzzerreißend. Hierbei handelt es sich zudem um eine Autobiographie. Das erklärt auch den relativ hohen Preis. Trotzdem lohnt  sich das lesen, auch wenn der Preis einen mitunter davor abschreckt.
Es fühlt sich nicht wie nur 160 Seiten an und es hat mich danach noch lange Zeit beschäftigt. Es macht einen unheimlich wütend auf homophobe Menschen, die die homosexuellen erst dazu bringen permanent über ihr eigenes Leben lügen zu müssen. Das Buch ruft zu Verständnis auf und zeigt, dass die Homophobie sehr schreckliche Seiten mit sich bringt. Es ist eigentlich von vorne herein klar wie das Ende aussieht.
Man hat das Buch schnell durch gelesen und für meinen Geschmack war es etwas zu kurz. Es könnte mitunter Menschen triggern, wegen der Themen Homosexualität und Homophobie. Beides taucht in allen Facetten auf und unter anderem gibt es Liebesakte.



Weitere Infos zum Buch findet ihr übrigens auf der Verlag Seite: Hier (Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG)

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Bloggerportal vom Randomhouse für das Bereitstellen eines Rezensonsexemplares.

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