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Sonntag, 19. Juli 2020

#007 Comic - Check, Please!







Titel(Englisch)Check, Please!
AutorNgozi Ukazu
ZeichnerNgozi Ukazu
VerlagFirst Second
GenreSport/LGBT
Bände
1-4
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Bitty stellt schnell fest, dass Hockey an der Universität vollkommen anders ist als Clubhockey. Denn dort gibt es Checking und das ist ihm dann doch zu brutal. Schließlich hatte er deshalb auch sehr zum Bedauern von seinem Dad kein Football spielen wollen. Stattdessen hatte er sich mehr für Eiskunstlauf interessiert, Vlogs drehen und backen. Und vor allem beim Eiskunstlauf war er ziemlich weit gekommen. Doch jetzt ist er am College und muss sich an diese doch recht brutale Spielweise erst einmal gewöhnen. Und natürlich an den launigen Teamkapitän Jack.


Rezensionen

#Band 1-2:
Eigentlich bin ich ja kein Fan von diesem Zeichenstil, denn diese komischen Proportionen, eckige Hände und vieles finde ich einfach total schrecklich. Trotz allem hatte ich mich dazu entschlossen diese Webcomicreihe zu lesen, denn die Farbauswahl, der Aufbau der Panels und generell die Hintergrundzeichnungen sind einfach klasse und könnte ich stundenlang angucken.

Ein anderer Pluspunkt ist die realistische Handlung, denn auch das Thema Homophobie kommt mehrmals zur Sprache und warum Eric halt nicht geoutet ist. Wer hier also in den ersten zwei Bänden eine Liebesgeschichte sucht, der wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Und ich finde es gut mal einen Comic zu sehen bei dem halt Hockey und alles im Vordergrund steht und keine Liebesgeschichte.
Die einzelnen Protagonisten sind leicht zu unterscheiden und ich finde es toll, das sie alle so unterschiedlich sind. Und sie sind halt kein reiner Klischeehaufen, was ein weiterer Pluspunkt ist. Vor allem ist es schön Eric beim Backen und Vlog drehen zuzugucken, denn die Kombination sieht man bei männlichen Hauptprotagonisten in dem Genre so gut wie nie.

Beim Lesen merkt man immer wieder, dass es sich hierbei um einen Webomic in Episodenform handelt. Das war mir von Anfang an klar und ich empfand es deshalb auch nicht schlimm, dass immer mal wieder große Sprünge in der Handlung gemacht wurden und man vieles deshalb als Leser nicht weiß. Trotzdem merkt man wie sehr sich die Charaktere im Laufe der Geschichte entwickeln und vor allem natürlich auch, dass Eric/Bitty erwachsener und mutiger wird.

Was ist das am Ende nur für ein fieser Cliffhanger? Das was passiert ist wurde wie oft angedeutet und es war wirklich toll zu sehen, dass es auch so gekommen ist. Aber genau an dem Punkt zu enden ist einfach nur fies.

#Band 3-4:
In diesem Band geht es hauptsächlich darum was es bedeutet ein queerer Athlet zu sein und es eben nicht für jeden selbstverständlich ist und sie nach wie vor Anfeindungen erleben. Und es halt nicht normal ist, dass andere Menschen sich für queere Menschen einsetzen und zum Beispiel homophobe Kommentare unterbinden.

Ein weiterer Punkt in diesem Band ist das große Thema "sich outen", was auch gut umgesetzt wurde. Es wird hier nichts großartig geschönt und man merkt richtig wie schwer es den Betroffenen fällt darüber zu reden. Weil sie halt in einem Umfeld groß geworden sind in dem Homophobie normal war und sie genau das immer im Hinterkopf haben.

Hauptsächlich geht es aber in diesem Sammelband um Freundschaft, Zusammenhalt und Hockey und das ist einfach ein schöner Ausgleich zu diesen beiden doch recht zuweilen recht traurigen Themen. Es zeigt halt einfach, dass es am Ende des Tages wichtig ist die richtigen Leute um sich zu haben und es vollkommen okay ist um Hilfe zu bitten. Und natürlich, dass es okay ist keinen Masterplan zu haben und nicht zu wissen was man nach dem College machen möchte.

Vor allem die Charakterentwicklung über die vier Bände hinweg ist mir aufgefallen und ich finde es schön, wie sich die ganzen Hauptprotagonisten verändert haben und durch die verschiedenen Herausforderungen gewachsen sind.

Einerseits ist es wirklich schade, dass die Reihe zu Ende ist. Aber andererseits wurde genau der richtige Zeitpunkt gewählt für dieses Ende und es lässt einem als Leser alle Möglichkeiten offen um die Geschichte weiter zu erzählen(zu dem Webcomic gibt es jede Menge Fanfictions).

Sonntag, 10. November 2019

#254 Bücherregal - Frankly in love(Kurzrezension)



Titel(Englisch)Frankly in Love
AutorDavid Yoon
VerlagPenguin
GenreYoung Adult/Coming-of-age
Seiten414 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Frank Li geht in Südkalifornien zur Highschool und verliebt sich ausgerechnet in Brit, eine weiße Mitschülerin. Damit seine Eltern nichts merken beschließt er zusammen mit Joy ihnen eine Beziehung vorzuspielen, denn auch Joy ist wie Frank ein Kind koreanischer Immigranten und soll eigentlich nur andere Koreaner daten. Dabei ist sie mit einem chinesischen Mitschüler zusammen und deshalb kommt ihr das alles mit der falschen Beziehung nur zu gute. Doch Frank fragt sich, ob das wirklich Liebe ist und ob er je wirklich verliebt war.

Review

Die Handlung wird in der Ich-Perspektive erzählt, weshalb man einen guten Einblick in Franks Gefühlswelt bekommt.

Man lernt ziemlich viel über die koreanische Kultur und wie es ist als Kind koreanischer Einwanderer in Amerika aufzuwachsen. Direkt zu Beginn stellt Frank klar, dass er sich selbst als koreanisch-amerikanisch sieht auch wenn er  sich beiden Kulturen nicht so wirklich dazugehörig fühlt. Genau diese Zerrissenheit und dieses dazu gehören wollen wird nachvollziehbar beschrieben. Er möchte seine Eltern nicht enttäuschen, die eine andere Wertevorstellung haben wie er selbst. Man erfährt immer wieder wie sehr er sich wünscht den Mut zu haben, gegen den Alltagsrassismus vorzugehen und auch seinen Eltern mal die Stirn zu bieten, wenn diese mal wieder eine rassistische Bemerkung machen. Und genau das stimmte mich als Leser nachdenklich und ich fragte mich immer wieder, ob ich in seiner Situation auch so gehandelt hätte. Es muss einen als heranwachsenden Menschen schon ziemlich belasten, wenn man sieht wie nahezu alle um einen herum jeden daten können und man selbst darf nur Leute aus dem Herkunftsland seiner Eltern daten und heiraten.

Was mich ein wenig irritiert hat war die Instantliebesgeschichte. So etwas gibt es, aber ich fand es äußerst unpassend und etwas zu überspitzt erzählt. Die Handlung wirkte an einigen Stellen wirklich gezwungen lustig, was ich irritierend fand. Zumal der Dialog dementsprechend komisch dadurch war. Reden manche Menschen wirklich so?



Fazit

Hier möchte ich eine kleine Triggerwarnung platzieren, denn das Thema Krebs spielt hier eine Rolle.

Wer hier einen tiefgründigen Roman erwartet wird wahrscheinlich bitter enttäuscht sein. Vieles wird ziemlich locker flockig beschrieben, was einen doch im ersten Moment ziemlich irritiert. Das bedeutet jetzt nicht, dass hier irgendetwas geschönt wird oder die ganzen hässlichen Seiten der doch sehr komplexen Themen einfach nicht erwähnt wird. Es ist ein moderner Schreibstil, er ist schlicht, nicht ausschweifend und trotzdem schafft es der Autor damit das nötigste dem Leser vermitteln. Es ist ein Debütroman und das merkt man schon sehr deutlich. Leider ist auch nicht so ganz deutlich, ob der Autor nur mit dem Haufen von Klischees spielt oder ob das mehr oder weniger ein Versehen war so viele Klischees aufzugreifen. Bei einigen legt er jedoch sehr bewusst seinen Finger in eine offene Wunde(rassistische Kommentare von Franks Eltern).

Hierbei handelt es sich zudem um ein Own-Voices Buch. Der Autor berichtet viel von seinen eigenen Erfahrungen, denn auch seine Eltern erlaubten ihn auch nur eine koreanische Freundin und sie hatten wohl ähnliche Erwartungen wie Franks Eltern(gute Noten, gute Uni uvm).

Mittwoch, 11. September 2019

#28 Booktalk - All the bright places

Hallo,

Im August hatte ich das Buch "All the bright places" von Jennifer Niven gelesen. Bei dem Buch geht es um die Themen psychische Erkrankungen, Selbstmord und vieles mehr und da ich mich einfach nicht kurz fassen konnte, gibt es darüber einen Booktalk. Es ist halt ein Thema welches mir sehr nahe geht und ich finde es sollte mehr Bücher geben in denen psychische Erkrankungen nicht romantisiert werden.






Ausgerechnet auf dem Glockenturm der Schule begegnen Finch und Violet. Eigentlich waren beide unabhängig voneinander gewillt dazu ihr Leben zu beenden, doch Finch entschließt Violet kurzerhand dazu zu überreden eben nicht zu springen. Bei einem Schulprojekt bei dem es darum geht ihren Bundesstaat besser kennen zu lernen besteht Finch darauf mit Violet zusammen zu arbeiten. Und so lernt Violet viel über den viel zu lauten Finch kennen, der ihr auch noch zeigt wie wichtig es ist die Tage bis zum Abschluss nicht nur zählen sondern auch tatsächlich zu leben.

Die Handlung wird abwechselnd von Finch und Violet erzählt, so dass man sich von der Gefühlswelt der beiden ein recht gutes Bild machen kann. Man wird auch direkt in das Geschehen hinein geworfen, das heißt es gibt absolut kein Vorgeplänkel. 

Es ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Startpunkt für eine Geschichte, denn beide sind auf dem Glockenturm der Schule um ihr Leben zu beenden und lernen sich dabei kennen. Und man erlebt wie verschieden die beiden mit der Situation danach umgehen.

Alles in allem hält das Buch was es verspricht, denn Violet lernt das Leben zu lieben von Finch, der am liebsten sterben würde. Immer wieder durchlebt dieser Höhen und Tiefen(Manische Phasen und Depression) und genau das wird nachvollziehbar und deutlich dargestellt. Dadurch verläuft auch die Beziehung bzw. die Freundschaft zwischen den beiden nicht rosig und es gibt einfach eine Menge Konfliktpotential. Sie sind halt total das Gegenteil und leben eigentlich in ganz anderen Welten. Zumal der Kontrast zwischen nicht leben wollen und wieder leben wollen(aber nicht wissen wie) wirklich extrem ist und  es deshalb zwangsläufig zu Streit kommen muss.

Aber auch Violets Unfähigkeit Gefühle zu empfinden seit dem Tod ihrer Schwester wird gut dargestellt. Leider vergessen viele, dass auch dieses nicht fühlen können ein Symptom einer Depression sein kann. 


Leider gibt es einige Längen und alles verläuft gefühlt sehr langsam und schleppend. Die Beziehung der beiden baut sich schleichend auf, was eigentlich total realistisch dargestellt wurde aber trotzdem gingen mir diese Längen ab der Hälfte ziemlich auf die Nerven. Zumal die Handlung auch viel zu wenig Überraschungen bot.

So wirklich weiß man zudem nicht warum Finch so handelt und er bleibt bis zum Schluss nicht wirklich greifbar. Und dabei beziehe ich mich nicht ausschließlich auf seine Handlungsgänge und Taten während den manischen Phasen, sondern auch auf die während den depressiven. Vor allem der Schluss lässt einen deshalb unzufrieden zurück, auch wenn das wahrscheinlich der Sinn dahinter sein soll. Schließlich verschwindet Finch einfach wie so oft und da ist es eigentlich auch vollkommen logisch, dass man als Leser nicht mehr weiß als die anderen Protagonisten. Trotzdem hinterlässt die Erzählweise bei einem ein sehr ungutes Gefühl. 

Allein wegen der fehlenden Dicke des Buches fehlt es den Hauptcharakteren an Tiefe und so scheint es als wäre das Hauptmerkmal der beiden die jeweilige psychische Erkrankung. Es passiert halt relativ Handlung auf so wenigen Seiten und deshalb wirken die Charaktere auch ziemlich unausgereift. So viel es mir auch schwer eine Bindung zu ihnen auszubauen. Die Nebencharaktere bleiben zudem blass und austauschbar.


Das Buch hat bei mir ein wirklich beklemmendes Gefühl hinterlassen. Hier möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen: Lest das Buch nicht, wenn ihr psychisch labil seid oder euch Themen wie Selbstmord oder allgemein psychische Erkrankungen triggern könnten. Finch leidet unter einer bipolaren Störung und Violet hat seit dem tödlichen Unfall ihrer Schwester mit einer schweren Depression(vermutlich) zu kämpfen. 

Hierbei handelt es sich zwar um ein YA-Buch, aber trotzdem ist es nicht ohne. Am Schreibstil merkt man natürlich auch das Zielpublikum, was ich aber nicht schlimm fand. Schließlich sind solche Bücher extrem wichtig für junge Leute, denn leider ist das Stigma was psychische Erkrankungen betrifft riesig und darüber wird einfach viel zu selten gesprochen. Es werden halt deutlich die Denkweisen eines suizidalen Menschen gezeigt ohne dabei ins melodramatische abzudriften(nicht jeder suizidale Mensch denkt so, aber das sollte ja klar sein). Vor allem wird hier nichts romantisiert, sondern schonungslos darüber geschrieben wie das Leben mit solchen Erkrankungen ist.

Wer hier jedoch Tiefe erwartet ist fehl am Platz, es ist halt ein YA-Buch. Das macht es nicht zu einem schlechten Buch, schließlich habe ich von vorne herein auch nichts anderes erwartet. Es soll halt einem ein Einblick geben und nicht mehr. 

Die Autorin greift hier auf eigene Erfahrungen zurück und das merkt man auch, denn alles wird sehr authentisch erzählt.

Alles in allem ist es ein durchaus lesenswertes Buch und somit würde ich 3,5 von 5 Punkten vergeben. Es gibt einige Kritikpunkte und hätte es ein anderes Zielpublikum, dann würde ich es auch um einiges schlechter bewerten. Die beiden Hauptprotagonisten sind zudem nun einmal Teenager und das sollte man sich immer wieder vor Augen führen.

Habt ihr dieses Buch schon gelesen? Wie fandet ihr es oder habt ihr noch vor es zu lesen? Sollte es mehr Bücher über psychische Erkrankungen geben? Gerne verlinke ich hier eure Rezension.

Viele Grüße

Mittwoch, 13. März 2019

#21 Booktalk - To Kill a Mockingbird

Hallo,

Im Januar hatte ich den Klassiker "To Kill a Mockingbird" von Harper Lee gelesen. Und heute möchte ich es euch gerne in einem Booktalk vorstellen, da er mich ziemlich nachdenklich gestimmt hat. Und dieses Buch handelt von nach wie vor sehr wichtigen Themen.






Atticus verteidigte zur Zeit der Depression in den 30er Jahren in den Südstaaten der USA einen jungen Afroamerikaner, der eine "weiße" Frau vergewaltigt haben soll. Erst ist es Atticus seiner Tochter Scout gar nicht bewusst was für Ausmaße dieser Gerichtsprozess annimmt und in welche Gefahr ihre Familie durch den Job von ihrem Vater gerät. Wichtige Themen sind in diesem Buch Segregation, Erwachsen werden und Gerechtigkeit.

Die gesamte Handlung wird aus der Sicht von einem 8 jährigen Mädchem erzählt und dieses merkt man auch immer wieder. Sie kann es einfach nicht verstehen, dass Mitte der 30er Jahre in Alabama für einen Farbigen kein fairer Prozess vorgesehen ist. Er oder sie ist immer schuldig, egal wie die Beweislage ist. Ich finde es gut, dass Harper Lee diese Erzählweise gewählt hat und so wird auch immer wieder hervorgehoben wie normal die Rassentrennung/Segregation für die Erwachsenen war, aber halt nicht für die Kinder. Es ist auch erstaunlich wie gut es der Autorin gelingt die Sprache darzustellen ohne in ein zu kindliches Sprachniveau abzurutschen. 
Was mich wirklich positiv überrascht hat sind die vielen durchaus lustigen Momente, die im starken Kontrast zu den doch sehr schrecklichen Themen in diesem Buch stehen. Es hebt noch einmal hervor wie normal Rassentrennung zu der Zeit war.
Vor allem bei der Tante sieht man wie schrecklich Vorurteile sind. Den Kindern wird verboten mit bestimmten Kindern zu spielen, da diese quasi nicht gut genug für diese sind(white trash). Das heißt der Stand innerhalb der Gesellschaft in dieser Gemeinde bestimmte mit wem man spielen durfte und mit wem eben nicht. 
Und es wird immer wieder hervor gehoben, dass die durch Rassentrennungen entstandenen unterschiedlichen Welten nicht miteinander vermischt werden dürfen. Atticus verteidigt als  Anwalt einen Afroamerikaner und bringt damit nicht nur sich selbst, sondern all seine Verwandten in Verruf, denn zu der Zeit war es nicht üblich genau dieses zu tun. Auch wenn Atticus es versucht seine Kinder vor den Auswirkungen des Gerichtsprozesses zu schützen, kann er gewisse Sachen einfach nicht verhindern. Und das zeigt einfach wie grausam die Gesellschaft zu der Zeit war und das es so etwas in der jetzigen Zeit eigentlich nicht mehr geben dürfte. Leider ist das Thema immer noch aktuell, weshalb das Buch auch noch nach wie vor sehr wichtig ist.
Die Handlung kommt mit einer handvoll grundverschiedener Hauptprotagonisten aus, die alle liebevoll gestaltet wurden. Am meisten hat mir Atticus gefallen, da er trotz all dem Gegenwind an seinen Ideen festhält und sich für das Gute einsetzt.

Man lernt wirklich viel über die Gesellschaft in den Südstaaten der USA in den 30er Jahren und kann sich ungefähr vorstellen, wie es ist dort aufzuwachsen. Die Autorin schafft es ein wirklich gut die Vorurteile und Grausamkeiten darzustellen ohne zu übertreiben.

Das Buch zeigt einem mehr als deutlich, dass es wichtig ist jeden Menschen ungeachtet der Herkunft zu respektieren. Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, da es ein wirklich guter Klassiker ist. Es erinnert einen immer wieder daran was wirklich zählt bei einem Menschen und das ist auf alle Fälle nicht das Geld oder die Hautfarbe. 

Viele Grüße

Freitag, 25. Mai 2018

#101 Bücherregal - Sag den Wölfen, ich bin zuhause







Titel(Deutsch)Sag den Wölfen, ich bin zuhause
AutorCarol Rifka Brunt
VerlagEisele Verlag
GenreComing-of-age/Belletristik
Seiten448 Seiten
Meine Bewertung
5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Viel zu jung verstirbt Junes Onkel Finn, der die wichtigste Bezugsperson in ihrem Leben war. Auf seiner Beerdigung fällt ihr ein Mann ins Auge, jedoch warnen ihre Eltern sie vor ihm. Doch trotz dieser Warnung trifft sie diesen Mann und schnell merkt sie, dass nicht nur sie Finn unglaublich vermisst. Und genau diese Begegnung bringt auf einmal ihr ganzes Weltbild ins wanken und sie beginnt all das in Frage zu stellen, was sie bisher über Finn und ihre Eltern wusste.

Review

Die Handlung ist wirklich sehr bewegend und traurig. Eigentlich bin ich keiner der beim Lesen weint, jedoch liefen mir öfters einmal die Tränen und vor allem das Ende hat mich doch sehr mitgenommen und ergriffen.
Es gibt wirklich sehr viele Charaktere mit viel Tiefgang und vor allem wurde diese mit lauter Details und Eigenarten versehen. Zudem sind es alles andere als nur stereotypische Charaktere.
Oft viel es mir schwer das Buch auf Seite zu legen, da ich einfach wissen wollte wie es weiter geht. Ich habe richtig mit gelitten und auch mitgefiebert. Für mich war es quasi eine Achterbahnfahrt der Gefühle beim Lesen. Vor allem die kurzen Kapitel haben mich dazu verleitet einfach immer weiter zu lesen.
Obwohl die Handlung an sich sehr bewegend ist, würde ich sie alles andere als dramatisch bezeichnen. Es gibt halt nicht einen Schicksalsschlag nach dem anderen und an sich ist die Handlung wirklich eher ruhig, aber gerade diese kleinen Dinge finde ich machen das Bewegende aus. Zudem ist der Schreibstil oft sehr poetisch und auch philosophisch und regt einen dadurch zum Nachdenken an. Ich hatte zusammenfassend das Gefühl, dass sich die Dramatik und die Spannung nach und nach steigern um das letztendlich förmlich zu explodieren und alles in Schutt und Asche zu legen.

Mir persönlich gefällt das Cover der englischen Version viel besser. Es passt einfach durch die Teekanne besser, wobei das deutsche ein herumirrendes Mädchen zeigt und zu Junes Suche nach der Wahrheit passt.

Hierbei handelt es sich um einen coming-of-age Roman, das heißt die Hauptprotagonisten wird erwachsen und lernt sich gegen ihre durchzusetzen und auch Sachen infrage zu stellen. Bei der Suche nach der Wahrheit wie er ist Finns Freund wirklich und Warum hassen ihn alle bringt sie wohl behütete Familiengeheimnisse ans Licht. Dieses lässt sie reifen, aber dadurch stellt sich auch alle ihre Beziehungen und vor allem die zu ihren Eltern und zu ihrer Schwester Greta auf eine harte Probe. Können diese trotz der Wahrheit bestehen bleiben oder hat June diese unwiderruflich durch ihre Suche zerstört? Kann sie ihnen noch trauen und vor allem kann sie ihnen verzeihen?

Fazit

Man merkt es schon ziemlich deutlich, dass das alles 1987 passiert ist. Zu dem Zeitpunkt wusste man so gut wie nichts über Aids und dementsprechend wurden auch solche Leute gemieden. Neben diesem Thema geht es um Trauer und auch den Neuanfang, aber auch um den Geschwisterkonflikt inklusive Eifersucht. Was macht der Konflikt mit einem selbst und wie beeinflusst es die Beziehung zwischen der Mutter und Finn und auch die zwischen Greta und June?
Mich hat das Buch unglaublich nachdenklich gestimmt und auch jetzt frage ich mich noch, wie viel Zeit bleiben einem um wichtige Sachen zu klären und sich mit sich selbst und anderen zu versöhnen? Diese Fragen lassen mich einfach nicht los und vor allem sind mir die Charaktere unglaublich ans Herz gewachsen.