Sonntag, 9. Oktober 2022

#493 Bücherregal - Versteckt(Kurzrezension)

   


TitelVersteckt
AutorSimon Beckett
VerlagRowohlt Verlag
GenreKrimi/Kurzgeschichten
Seiten144 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

In der ersten Kurzgeschichte erinnert sich jemand daran, dass er zusammen mit Freunden als Jugendliche etwas grausames auf der Mülldeponie gefunden hatte. In der zweiten geht es um einen Banküberfall. Und in der letzten Geschichte verirrt sich ein Junge im Wald und findet in einem Bauernhaus Zuflucht.

Review

Das Buch beinhaltet drei verschiedene Kurzgeschichten, die der Autor vor längerer Zeit verfasst hatte und die bisher in der Schublade lagen. Leider merkt man das auch beim Lesen, schließlich hat sich der Schreibstil vom Autor in all den Jahren weiterentwickelt.

Besonders hat mir der atmosphärische Schreibstil vom Autor gefallen und ich konnte mir recht gut die einzelnen Szenen vorstellen. Er schafft es einfach immer wieder spannende Geschichten zu erzählen. Alle drei Erzählungen haben etwas spezielles und sind teilweise ziemlich gruselig. Manche Szenen gehen unter die Haut. Durch die anderen Bücher wusste ich was mich erwarten wird und wurde nicht enttäuscht. 

Sonst mache ich immer einen großen Bogen um Kurzgeschichten, da mir bei diesen sowohl die Charakterentwicklung als auch der Weltenaufbau fehlt. Zudem kommt mir das Ende meist zu plötzlich. Leider ist mir keine der drei Geschichten wirklich im Gedächtnis geblieben. Mir waren sie schlichtweg zu vorhersehbar und sie konnten mich nicht so überzeugen.

Vor allem über Johannes Steck hatte ich mich als Sprecher gefreut. Ihm höre ich unheimlich gerne zu. 

Fazit

Alles in allem sind die Geschichten leider sehr kurzweilig, wobei sie sich deshalb perfekt für zwischendurch eignen. Trotz der Kritikpunkte vergebe ich 3 von 5 Sternen, da mich das Hörbuch recht gut unterhalten hatte und im großen und ganzen war es recht okay.

Freitag, 7. Oktober 2022

#492 Bücherregal - Schmerz und kein Trost

 







TitelSchmerz und kein Trost(Erik Donner 8. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten409 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Anscheinend hat sich der Mörder vorgenommen eins von Grimms Märchen nachzuspielen und das auf Video festzuhalten. Erik Donner hat sich festvorgenommen sich mithilfe einer Psychotherapeuten mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Doch dann kommt alles anders und der Sohn der Therapeutin wird entführt. Obendrein ist Donners Schwester spurlos verschwunden und er bekommt merkwürdige Anrufe. Schafft er es den Fall zu lösen ehe der Täter seinen Racheplan vollendet hat?

Review

CN: brutale Morde, Kindesmissbrauch, Snuff

Wie bei den vorigen Teilen der Reihe bin ich nur so durch die Handlung geflogen und habe beim Lesen oft die Zeit vergessen. Hierbei handelt es sich um einen komplexen und recht undursichtigen Fall. Ich musste schon sehr aufmerksam lesen um keine Details und somit wichtige Spuren zu verpassen.
Es ist definitiv ein packender Thriller und Erik Donner ermittelt mal wieder gegen die Uhr. Sehr oft erscheint es so als hätte er keine Möglichkeit zu gewinnen, da jemand seine ganz eigene Vendetta gnadenlos bis zum Ende durchziehen will. Ungeachtet über wie viele Leiche er dafür gehen muss.

Im Gegensatz zu den vorigen Bänden ist die Atmosphäre durchgehend erdrückend und oft hatte ich das Gefühl, als wäre das nun das endgültige Ende. Überspitzt geschrieben geht es nur noch um das Abschlachten und Nägeln mit Köpfen machen. An sich ist die Reihe ohnehin eher in die Sparte der Thriller einzuordnen, in denen sehr viele Menschen auf brutale Weise sterben. Jedoch wurde hier noch eine gewaltige Schippe obendrauf gelegt, was mich nachdenklich gestimmt hat. Wie der Autor am Ende des Buches erahnen lässt handelt es sich hierbei wahrscheinlich um den letzten Band der Reihe, was mich jetzt wenig verwundert vor allem nach den ganzen Geschehnissen. Erik Donner ist nun einmal letztendlich nur ein Mensch und wie will er mit all dem umgehen und weitermachen? An sich fände ich es schade, wenn die Reihe nun komplett beendet wäre.

An sich hatte ich immer wieder die Hoffnung, dass es nicht noch schlimmer kommt und wurde jedes Mal eines besseren belehrt. Hier werden zahlreiche menschliche Abgründe gezeigt und diese erscheinen endlos tief. Es scheint fast so als gäbe es für manche absolut keine Grenzen. Aus diesem Grund bin ich ganz froh darüber, dass die Gewaltszenen recht oberflächlich beschrieben wurden. Trotzdem hatte mein Kopfkino daraus recht abartige Szenen gebastelt und ich musste mich oft zwingen nicht genau über manche Szenen nachzudenken. Es ist an sich wichtig solche Sachen wie Snuff in Thrillern zu thematisieren und dabei nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Ansonsten erinnert das alles zu sehr an Fetischromane und daran habe ich absolut kein Interesse. Und es sollte eher darum gehen zu zeigen, dass solche Filme existieren und es Abnehmer dafür gibt.

Vor allem in diesem Band scheint Donner unzerstörbar und ihn scheinen die neuen Erlebnisse aufgrund seiner Vergangenheit wenig zu berühren. Zudem stößt er auf alte Bekannte und man erfährt anhand von Rückblicken, wie diese eventuell mit dem neuen Fall in Zusammenhang stehen. Es ist definitiv erschreckend zu lesen was manche Polizisten erleben. 

Das Cover passt mal wieder perfekt zu der Reihe und es ist schön zu sehen, dass die Fliegen wieder mal eine Rolle spielen.

Fazit

Mich hat der Thriller definitiv daran erinnert, dass manche Menschen absolut keine Grenzen kennen und für ihre eigenen Rachegelüste sehr weit gehen. Um ein besseres Gespür für den Ermittler Donner zu bekommen, würde ich jedem empfehlen die vorigen Bände zu lesen. Ansonsten bekommt man leider das Gefühl als ginge es hier nur darum Menschen auf bestialische Art und Weise zu bestrafen. Denn wie schon im Vorfeld erwähnt handelt es sich hierbei mintunter um den letzten Band der Reihe und da ist es ja klar, dass hier ein spezielles Feuerwerk gezündet wurde um für einen krönenden Abschluss zu sorgen.

Mittwoch, 5. Oktober 2022

#67 Booktalk - Everything leads to you

  Hallo,

im Juli hatte ich den Young-Adult Roman "Everything leads to you" von Nina LaCour gelesen und heute gibt es dazu den passenden Booktalk. Da ich dem Buch nur 1,5 von 5 Sternen gegeben habe, möchte ich im folgenden näher auf meine Kritikpunkte eingehen.




CN: Alkohol, Drogen, Missbrauch, Tod
Emi macht gerade ein Praktikum als Setdesignerin in Hollywood. Obwohl sie es besser wissen müsste, hofft sie immer noch darauf wieder mit einem ganz bestimmten Mädchen zusammen zukommen. Durch Zufall gerät sie an einem Brief von einem vor kurzem verstorbenen Schauspieler. Bei ihrer Recherche stößt sie dabei auf Ava, die bisher ein sehr bewegtes Leben hatte.

Auf das Buch hatte ich mich unheimlich gefreut, weil es nur wenige mit diesem Setting gibt. Ich finde es immer total schön Geschichten über Personen mit einem kreativen Beruf zu lesen.

Am meisten Probleme hatte ich mit den Altersangaben der Mädchen. Die Handlung wäre um einiges glaubwürdiger, wenn sie eben nicht im engen Korsett von YA stattgefunden hätte. Denn so wirken die Hauptcharaktere viel reifer und älter als sie eigentlich sind. Und da sie hauptberuflich Schüler sind hatte ich mich oft genug gefragt, wie zum Henker sie sich all die Recherchearbeit leisten können. So ein Autotank füllt sich ja nicht von selbst. Und mich wundert es wirklich, dass weder Emi noch Charlotte groß Sachen mit ihren Eltern absprechen müssen. Sie scheinen absolute Narrenfreiheit zu haben, was total irritierend ist.

Mal ganz davon abgesehen, dass sie trotz ihres Alters von gerade einmal 18 Jahren an einem Filmset arbeiten dürfen. Und sie dort wirklich viele Befugnisse haben, was einfach total unglaubwürdig ist. Schließlich sind es ja noch junge Praktikanten und warum müssen die keine Rücksprache mit ihren Vorgesetzten halten? Und warum dürfen sie so aufmüpfig sein?

Und dann kam der grottige Schreibstil hinzu, der mich die meisten Zeit ziemlich ratlos gemacht hatte. Die meisten Absätze beinhalteten absolut keine relevanten Informationen und brachten die Handlung nicht vorwärts und genau die haben jede Spannung im Keim erstickt. Sehr zu meiner Verwunderung wurden wichtige Sachen wie zum Beispiel das Aussehen von Emi und anderes viel zu spät erwähnt. Dabei geht es ja hauptsächlich um sie, jedoch bleibt sie bis zum Schluss eher blass und man erfährt viel zu wenig über sie.

Ansonsten fand ich Emi als Erzählerin einfach nur anstrengend. Passend zu ihrem Alter wirkt sie sehr egozentrisch und absolut nicht selbstreflektiert. Dadurch entstehen immer wieder unangenehme Situationen und für mich wirkte sie dadurch absolut nicht sympathisch. Oft hatte ich mich gefragt was Ava oder Charlotte an ihr finden, schließlich scheint sich Emi ja nur für sich selbst zu interessieren. Zudem wächst sie sehr privilegiert auf und scheinbar hat sie keine Ahnung davon, dass es eben nicht allen so geht. Und die meisten enorm viel in ihrem Leben kämpfen müssen um überhaupt ein Bruchteil von dem zu haben, was sie hat.

Im starken Kontrast dazu ist die Schwärmerei Ava, die es alles andere als leicht hatte in ihre bisherigen Leben. Und die zufälligerweise das Interesse von Emi erwidert, obwohl es dafür augenscheinlich absolut keinen Grund gibt. Und eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, dass sie eher eine große Abneigung gegenüber ihr empfinden wird. Schließlich ist sie ja quasi von Ava besessen, will sie unbedingt retten und mischt sich in allem möglichen ein. Zumal sie beide komplett verschieden aufgewachsen sind und somit komplett anders geprägt wurden. Und dabei geht es mir noch nicht einmal um das behütete Leben von Emi, sondern ihre komplette, fragwürdige Einstellung zum Thema Leben. Ihr fliegt alles mehr oder weniger zu und sie muss sich kaum bemühen, weshalb sie es als selbstverständlich wahrnimmt wie eine Prinzessin behandelt zu werden. Und dann kommt da Ava, ein nach außen sehr zerbrechlich wirkendes Mädchen, dass natürlich Emis Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und natürlich von ihr gerettet werden muss unter jedem Preis, selbst wenn sie das nicht möchte. Wenn ich eins hasse, dann sind es Bücher mit genau diesem Trope. Hier wird so vieles romantisiert, was einfach absolut gar nicht in Ordnung ist. Ich stelle es mir für Ava sehr belastend vor dafür verehrt zu werden, dass sie eben all die belastenden Erlebnisse hatte.

Mich konnte das Buch absolut gar nicht überzeugen und letztendlich hatte ich es nur zu Ende gelesen, weil es laut anderen Rezensionen nach ungefähr der Hälfte an Fahrt aufnimmt und um einiges besser wird. Mir war die Handlung im gesamten zu oberflächlich und ich finde es immer wieder schade, dass es so enorm viele Geschichte über privilegierte Menschen gibt, die andere aus brenzligen Situationen retten.
Kennt ihr das Buch und wenn ja, wie findet ihr es?

Liebe Grüße

Sonntag, 2. Oktober 2022

#491 Bücherregal - Wie kann ich was bewegen?(Kurzrezension)

 

 



TitelWie kann ich was bewegen?
AutorRaúl Krauthausen, Benjamin Schwarz
VerlagEdition Körber
GenreSachbuch
Seiten250 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5


 Inhalt

Was bedeutet konstruktiver Aktivismus überhaupt? Wie schafft man es etwas zu verändern und Leute auf sich aufmerksam zu machen und das ohne zu randalieren? Unter anderem kommen hier Gerhard Schick(Bürgerbewegung Finanzwende), Carola Rackete(Seenotretterin) und Luisa Neubauer(Fridays for Future) zu Wort.

Review

Im Buch werden mehrere Organisationen vorgestellt und die unterschiedlichen Arbeitsweisen werden hervorgehoben. Es ist interessant zu sehen wie vielfältig das alles ist und wie unterschiedlich sie handeln um an ihre Ziele zu kommen. Passend dazu wird auch gezeigt wie eine Organisation aufgebaut ist und wie viel Arbeit dadrinnen steckt, die man auf den ersten Blick gar nicht so wahrnimmt. Sie alle verwenden teils komplett verschiedene Ansätze um auf Sachverhalte aufmerksam zu machen und ich fand es besonders interessant zu erfahren, warum sie diese ausgewählt haben.

Vor allem wird immer wieder gezeigt wie wichtig konstruktiver Aktivismus ist. Oft genug sorgt dieser für wichtige Veränderungen in unserer Gesellschaft, die ohne diesen wahrscheinlich nie stattgefunden hätten. Es ist halt enorm wichtig bestimmte Sachen immer wieder ins Bewusstsein der Allgemeinheit zu rufen.  

In den letzten Jahren hat sich der Aktivismus enorm durch die Digitalisierung verändert. Mittlerweile ist es viel einfacher sich für Sachen einzusetzen und die nötige Aufmerksamkeit zu generieren. 

Fazit

Wenn mir die letzten Jahre eins gezeigt haben, dann ist es wie wichtig die Arbeit solcher Gruppen ist. Und wie wenig man selbst aktiv werden muss um Teil dieser Bewegungen zu werden. Dank all den Aktionen wurden endlich einmal Sachen in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht, die viel zu wenig beachtet wurden.