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Freitag, 7. Oktober 2022

#492 Bücherregal - Schmerz und kein Trost

 







TitelSchmerz und kein Trost(Erik Donner 8. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten409 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Anscheinend hat sich der Mörder vorgenommen eins von Grimms Märchen nachzuspielen und das auf Video festzuhalten. Erik Donner hat sich festvorgenommen sich mithilfe einer Psychotherapeuten mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Doch dann kommt alles anders und der Sohn der Therapeutin wird entführt. Obendrein ist Donners Schwester spurlos verschwunden und er bekommt merkwürdige Anrufe. Schafft er es den Fall zu lösen ehe der Täter seinen Racheplan vollendet hat?

Review

CN: brutale Morde, Kindesmissbrauch, Snuff

Wie bei den vorigen Teilen der Reihe bin ich nur so durch die Handlung geflogen und habe beim Lesen oft die Zeit vergessen. Hierbei handelt es sich um einen komplexen und recht undursichtigen Fall. Ich musste schon sehr aufmerksam lesen um keine Details und somit wichtige Spuren zu verpassen.
Es ist definitiv ein packender Thriller und Erik Donner ermittelt mal wieder gegen die Uhr. Sehr oft erscheint es so als hätte er keine Möglichkeit zu gewinnen, da jemand seine ganz eigene Vendetta gnadenlos bis zum Ende durchziehen will. Ungeachtet über wie viele Leiche er dafür gehen muss.

Im Gegensatz zu den vorigen Bänden ist die Atmosphäre durchgehend erdrückend und oft hatte ich das Gefühl, als wäre das nun das endgültige Ende. Überspitzt geschrieben geht es nur noch um das Abschlachten und Nägeln mit Köpfen machen. An sich ist die Reihe ohnehin eher in die Sparte der Thriller einzuordnen, in denen sehr viele Menschen auf brutale Weise sterben. Jedoch wurde hier noch eine gewaltige Schippe obendrauf gelegt, was mich nachdenklich gestimmt hat. Wie der Autor am Ende des Buches erahnen lässt handelt es sich hierbei wahrscheinlich um den letzten Band der Reihe, was mich jetzt wenig verwundert vor allem nach den ganzen Geschehnissen. Erik Donner ist nun einmal letztendlich nur ein Mensch und wie will er mit all dem umgehen und weitermachen? An sich fände ich es schade, wenn die Reihe nun komplett beendet wäre.

An sich hatte ich immer wieder die Hoffnung, dass es nicht noch schlimmer kommt und wurde jedes Mal eines besseren belehrt. Hier werden zahlreiche menschliche Abgründe gezeigt und diese erscheinen endlos tief. Es scheint fast so als gäbe es für manche absolut keine Grenzen. Aus diesem Grund bin ich ganz froh darüber, dass die Gewaltszenen recht oberflächlich beschrieben wurden. Trotzdem hatte mein Kopfkino daraus recht abartige Szenen gebastelt und ich musste mich oft zwingen nicht genau über manche Szenen nachzudenken. Es ist an sich wichtig solche Sachen wie Snuff in Thrillern zu thematisieren und dabei nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Ansonsten erinnert das alles zu sehr an Fetischromane und daran habe ich absolut kein Interesse. Und es sollte eher darum gehen zu zeigen, dass solche Filme existieren und es Abnehmer dafür gibt.

Vor allem in diesem Band scheint Donner unzerstörbar und ihn scheinen die neuen Erlebnisse aufgrund seiner Vergangenheit wenig zu berühren. Zudem stößt er auf alte Bekannte und man erfährt anhand von Rückblicken, wie diese eventuell mit dem neuen Fall in Zusammenhang stehen. Es ist definitiv erschreckend zu lesen was manche Polizisten erleben. 

Das Cover passt mal wieder perfekt zu der Reihe und es ist schön zu sehen, dass die Fliegen wieder mal eine Rolle spielen.

Fazit

Mich hat der Thriller definitiv daran erinnert, dass manche Menschen absolut keine Grenzen kennen und für ihre eigenen Rachegelüste sehr weit gehen. Um ein besseres Gespür für den Ermittler Donner zu bekommen, würde ich jedem empfehlen die vorigen Bände zu lesen. Ansonsten bekommt man leider das Gefühl als ginge es hier nur darum Menschen auf bestialische Art und Weise zu bestrafen. Denn wie schon im Vorfeld erwähnt handelt es sich hierbei mintunter um den letzten Band der Reihe und da ist es ja klar, dass hier ein spezielles Feuerwerk gezündet wurde um für einen krönenden Abschluss zu sorgen.

Sonntag, 31. Mai 2020

#299 Bücherregal - Möwentod




Quelle: Netgalley.de




TitelMöwentod(Silber&Finkel 2. Fall)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten412 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Der Fall rund um eine tote Privatdetektivin entwickelt sich schnell zu einem Fall, den die beiden Ermittler Greta Silber und Hardy Finkel nicht so schnell vergessen werden. Eigentlich wollten diejenigen nur ein komplett neues Leben beginnen und dafür haben sie alles aufgegeben. Doch jemand hat sich genau diesen Umstand zu nutze gemacht und alle Spuren führen die Ermittler auf eine Fähre, die Waren ins Ausland liefert. Und jemand versucht alles in seiner Macht stehen um zu verhndern, dass einer die Wahrheit herausfindet. Was ist mit den Menschen passiert, die eigentlich nur einen Neuanfang wollten?

Review

Man kann diesen Thriller auch komplett ohne Vorwissen lesen, das heißt man muss nicht "Küstenstill"(1. Fall) gelesen haben um hier den zu verstehen. Mich freut es auf jeden Fall, dass der Autor sich dazu entschlossen hat eine Reihe rund um die Stralsunder Ermittler zu machen. Mir gefallen einfach ihre Eigenarten und ihre Nahbarkeit. Und ich bin wirklich gespannt darauf, was man noch für kuriose Details über diese erfahren wird. Hardy und Greta haben halt beide ihre Ecken und Kanten und ich finde genau das macht diese so liebenswert.

Auch dieses Mal hatte ich das Buch innerhalb weniger Tage zu Ende gelesen. Der Fall ist einfach unglaublich fesselnd und der Schreibstil des Autors macht es einem leicht, dass alles am Stück runter zu lesen.

Die Kapitel umfassen immer nur wenige Seite und deshalb fiel es mir vor allem ab der Hälfte des Thrillers unheimlich schwer mal eine Pause beim Lesen einzulegen. Die damit verbunden Perspektivwechsel und überraschenden Wendungen sorgen für ein hohes Erzähltempo. Immer wieder folgen die Ermittlern den falschen Hinweisen und man weiß nicht so recht, worauf das alles hinaus laufen wird. Dadurch steigt durchgehend die Spannungskurve und man hat ständig das Gefühl, als wäre die Auslösung des Falles greifbar nah.

Wieder einmal punktet die Handlung mit nüchternen Beschreibungen der Taten bzw. Leichen auf. Der Autor schafft es mit wenigen Worten alles zu umschreiben und trotzdem hat man immer wieder das Gefühl mit den wichtigen Informationen versorgt zu sein. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass das Geschilderte so realistisch wirkt. Auch die Auflösung wirkt sehr schlüssig und fügt sich nahtlos in die Handlung ein.

Das Cover passt gut zu der Reihe und ich finde es schön, dass das Rot des Titels auch bei den Booten wieder zu finden ist. Die riesige Welle im Hintergrund lässt vermuten, dass die Ermittler etwas sehr gewaltiges aufdeken werden und ich kann so viel verraten: Das werden sie. Und genau das hat mich nachdenklich gestimmt, schließlich gab es zu diesem Zeitpunkt die Diskussionen zu dem Thema nicht ohne Grund. Und dementsprechend finde ich es gut, dass das Thema auch einmal in einem Thriller vorkommt.


Fazit

Schon wieder hat Elias Haller einen Thriller verfasst, der mich begeistern und vor allem auch unterhalten konnte. Ich freue mich auf jeden Fall auf den nächsten Band der Reihe, der wohl Ende August erscheinen soll.


Rezension zu "Küstenstill"(Silber&Finkel 1. Fall)

Freitag, 24. April 2020

#291 Bücherregal - Ich kenne deine Lügen


Titel(Deutsch)Ich kenne deine Lügen
Titel(Englisch)The wronged sons
AutorJohn Marrs
VerlagEdition M
GenrePsychothriller
Seiten412 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Catherine Mann verschwindet vollkommen ohne eine Erklärung spurlos. Für sie steht fest, dass er sie nicht einfach so verlassen hat und ihr fällt es schwer sein Verschwinden zu akzeptieren. Plötzlich ist sie ganze alleine dafür verantwortlich sich um ihre drei Kinder zu kümmern und vor allem den Unterhalt zu verdienen, was ihr anfangs unmöglich erscheint. Währenddessen genießt Simon die Freiheit und versucht diese mit aller Macht zu verteidigen, egal was er dafür tun muss. Nach 25 Jahren steht Simon plötzlich wieder vor Catherines Tür und bittet sie um ein Gespräch.


Review

Erst einmal möchte ich vorweg eine Triggerwarnung schreiben. Hier werden einige Gewaltszenen unter anderem eine Vergewaltigung bildhaft beschrieben. Das große Blutvergießen bleibt aus und ich habe was die Gewaltszenen betrifft schon weit aus absurde und schlimmere Psychothriller gelesen. An dieser Stelle möchte ich auch direkt anmerken, dass das Buch eher als Familiendrama zu sehen ist als ein Psychothriller, bei dem der Fokus die ganze Zeit auf den einzelnen Charakteren liegt(hauptsächlich Simon und Catherine).

Die Handlung an sich spielt sich auf zwei Zeitebenen ab und wird abwechselnd aus der Sicht von Simon und Catherine erzählt. Das heißt einmal erfährt man was zu dem Verschwinden geführt hat und wie es ab da weiter ging und wie der heutige Stand der Dinge ist. Das passiert in einer eher langsamen Geschwindigkeit und so erfährt man nach und nach warum Simon verschwunden ist.

So wirklich gepackt hatte mich das Buch erst in der 2. Hälfte und bis dahin empfand ich viele Stellen nur als äußerst langatmig. Zumal ich schon relativ früh heraus hatte auf was das alles hinaus läuft, da ich die letzte Zeit sehr oft True-Crime-Podcasts höre und mich das alles an einen gewissen Fall erinnert hatte, denn da ging es auch um das Thema "Schweigen ist tödlich". Und die kleinen Informationen, die man erfährt sind das Lesen der Längen einfach nicht wert. Das macht das alles noch frustrierender und oft habe ich mich geärgert, dass die Erzähler einfach nicht zum Punkt kommen. Dafür bekommt man aber wenigstens am Schluss eine halbwegs glaubwürdige Erklärung für Simons fluchtartiges Verschwinden, denn seine Frau samt den drei Kindern ohne eine solche zurückzulassen setzt ja schon irgendein schlimmes Ereignis voraus.

Vor allem Simons Handlungsstrang wird irgendwann immer absurder und entbehrt sich jeder Logik. Ich weiß noch nicht einmal ob das dazu diente den Charakter auszuschmücken oder man es genauso gut weglassen könnte. Denn all das was ihm passiert passt einfach nicht zusammen und man hätte ruhig auf etwas mehr "Realität" Wert legen sollen. So wird die Handlung nur ins Absurde gezogen und das passt einfach nicht zu dem Genre. Überraschenderweise ist der Teil in dem das auslösende Ereignis beschrieben wird vom Aufbau und allem wirklich gut und nachvollziehbar, also eigentlich etwas was mir in den ganzen Kapiteln davor gefehlt hat. Ich fand Simon schon sehr früh unsympathisch, weshalb es mir meist auch egal war was mit ihm passierte.


Fazit

Um ehrlich zu sein schwanke ich zwischen 3,5 und 4 Sternen, denn wenn ich nur die erste Hälfte bewerten müsste wären es definitiv nur 3 Sterne. Und auf die kommt es ja letztendlich an, da man dort den Leser dazu bringen sollte am Ball zu bleiben. Ich wusste von anderen, dass sich dieses dran bleiben lohnt ansonsten hätte ich das Buch definitiv abgebrochen.

Deshalb und aufgrund der anderen Kritikpunkte gibt es auch nur 3,5 Sterne, denn von einem Psychothriller mit 4 Sternen erwarte ich einfach eine packende Handlung von Anfang bis Ende. Die deutsche Übersetzung lässt sich wirklich gut weglesen.

Das einzige was das Buch bei mir bewirkt ist, dass ich mich wieder ausführlich mit dem Thema "Schweigen tötet" beschäftigt habe. Oft sind es die ungesagten Worte, die Steine ins Rollen bringen und katastrophale Folgen haben. Und in der Handlung wird nicht nur einmal bewiesen, dass ein kleiner Satz mitunter das alles hätte verhindern können.

Sonntag, 5. April 2020

#287 Bücherregal - Die Zeit der Spiele








TitelDie Zeit der Spiele
AutorHendrik Falkenberg
VerlagEdition M
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten410 Seiten
Meine Bewertung
4/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Endlich ist es so weit, die olympischen Spiele stehen an und es ist Zeit für Hannes Niehaus sein Können unter Beweis zu stellen. Jedoch kommt alles anders und während der Eröffnungsfeier gibt es eine Bombendrohung. Und nicht nur das gibt Hannes zu Denken, denn sein Konkurrent gesteht ihm in was er hinein geraten ist. Um ihm zu helfen wendet Hannes sich an die dänische Polizei, allein damit nicht noch mehr Athleten den selben Menschen in die Hände spielen in dem sie sich für ihre Machenschaften einspannen lassen. Wie wird sich das alles auf die Spiele auswirken und kann es trotz der Umstände ein fairer Wettkampf bleiben?

Review

Wie in den vorigen Teilen der Reihe gibt es relativ viel Nebenhandlung und so erfährt man auch wie es Hannes während den olympischen Spielen erging. Ich fand es ganz schön und ich mag es, wenn Krimis etwas länger sind und eine interessante Nebenhandlung stattfindet. Jedoch nimmt dieser Teil vergleichsweise viel Platz ein, weshalb ich das alles auch über viele Tage verteilt gelesen habe um nicht das Interesse zu verlieren. Denn so groß ist mein Interesse an Olympia dann doch nicht und passend zum Genre Krimi geht es halt um die Ermittlungen und da gibt es gefühlt viele Wiederholungen, was aber normal ist. Und da mir Hannes aufgrund seiner Art als Ermittler sehr ans Herz gewachsen ist, wollte ich einfach wissen wie es ihm während Olympia erging.

Was ich auch noch toll finde ist die Aktualität des Themas, schließlich sollten ja eigentlich dieses Jahr die olympischen Sommerspiele in Tokio stattfinden. Passend dazu hat man in diesem Krimi erfahren wie die Wettmafia agiert und auch wenn mir davon ein Bruchteil bekannt war, fand ich es erschreckend zu lesen was das für Ausmaße haben kann. Und passend zu einem Ostsee-Krimi finden hier die Spiele in Kopenhagen statt. Mir hat diesbezüglich das Lokalkolorit gut gefallen.

Ein anderer Pluspunkt sind die vielen Perspektivwechsel und so erfährt man aus allen möglichen Blickwinkeln wie die Ermittlung voran kommt. Oder welche Personen involviert sind und die Fäden im Hintergrund ziehen. Es ist spannend zu lesen wie die einzelnen Handlungsstränge nach und nach miteinander verwoben werden und sich gegenseitig beeinflussen.

Das Cover fügt sich prima in die Reihe ein und die Farbauswahl ist klasse. Man sieht die abgetrennten Bahnen für die Kanufahrer und ein Feuer, welches nichts gutes verheißen mag.

Das größte Manko an dem Abschluss dieser Reihe ist wahrlich die Auswahl vom Fall. Im vorigen Band trachtet ja jemand nach dem Leben von Hannes Freunden und Bekannten und auch nach seinem und das zu toppen ist sehr schwer. Ich kann auch den Autor verstehen, dass er ein großes Feuerwerk am Ende der Reihe haben wollte, aber mir war es einfach stellenweise zu konstruiert und eine Nummer zu groß.


Fazit


Diesen relativ unblutigen Krimi kann man gut ohne Vorwissen lesen. Trotz des Kritikpunktes vergebe ich 4 von 5 Sternen, da mich der Krimi gut unterhalten hat und allein die 410 Seiten lassen ja erahnen, dass dieser relativ viel Nebenhandlung enthalten wird. Über den Umfang von dieser war ich dann doch sehr überrascht, doch lässt es sich bei so einem Fall wahrscheinlich nicht vermeiden wenn man dem Leser nachvollziehbar erklären will was alles passiert.

Rezension zu Hannes Niehaus 1. Fall
Rezension zu Hannes Niehaus 9. Fall

Freitag, 13. März 2020

#285 Bücherregal - Der Luzifer-Killer









TitelDer Luzifer-Killer
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten426 Seiten
Meine Bewertung
5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Nachdem ein Junge durch das Eis eines zugefrorenen Teiches bricht, finden die Rettungskräfte während dem Einsatz einen Kindersarg. Dieser enthielt jedoch entgegen aller Erwartungen nur ein längst verblichenes Fotos von den Kriminalhauptkommissaren Klara Frost und Erik Donner. Sofort macht sich Frost auf die Suche nach dem Ursprung des Sarges, denn die beiliegende Buchstaben- und Zahlenkombination bekommen selbst die Experten nicht gelöst. Plötzlich taucht im Internet ein Video auf, das angeblich ein Verbrechen zeigt. Und nach und nach tauchen immer mehr Leichen auf, denen alle ein L in die Stirn geritzt wurde. Frost versucht deshalb Donner zu erreichen, doch dieser sitzt scheinbar in der Psychiatrie.


Review

Die Handlungsgeschwindigkeit ist passend zum Genre sehr rasant, was allein durch die vielen kurzen Kapitel begünstigt wird. Deshalb habe ich auch das Buch nahezu in einem durch gelesen, immerhin dauerte "noch ein Kapitel lesen" nie lange. Auch die Cliffhanger am Ende der Kapitel samt der rasanten Szenenwechsel haben dazu beigetragen, dass ich meist einfach nur wissen wollte wie es weiter geht. Vor allem gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse und man wird mit einigen Wendungen überrascht, die mich teils sprachlos zurück gelassen haben.

Der Autor arbeitet dieses Mal mit zwei Zeitebenen und ich fand die Entwicklung bei beiden total spannend. Immer am Anfang vom Kapitel steht in welcher Zeitebene man sich befindet, so dass man leicht den Überblick behält. Vieles was anfangs unwichtig erscheint wird später relevant, also sollte man aufmerksam lesen allein um die Auflösung des Falles am Ende verstehen zu können.
Bisher hatte ich nur die Reihe rund um den Ermittler Erik Donner verfolgt und wusste somit nur wenige Eckdaten über Klara Frost. Trotzdem habe ich mich wunderbar in diesem Thriller zurecht gefunden und auch wenn der Fokus eher auf Frost liegt, habe ich mich zu keiner Sekunde gelangweilt. Stattdessen habe ich jetzt total Lust darauf auch die Reihe über sie als Ermittlerin, bisher bestehend aus drei Bänden, zu lesen.

Um ehrlich zu sein hatte ich wieder einen sehr harten Thriller erwartet in dem nichts geschönt wird. Schließlich ist die Reihe rund um Donner genau das und deshalb war ich total erstaunt, dass dieser Thriller im Vergleich dazu relativ harmlos war. Das heißt jetzt aber nicht, dass er etwas für Zartbesaitete ist! Mir hat das ganz gut gefallen, auch wenn es wie gewohnt viele Leichen gab. So blieb der Fokus auf den Themen Missbrauch und Gewalt und was das für Auswirkungen auf die Psyche hat. Was mir auch gefällt ist wie einfach es dem Autor fällt nüchtern solche bedrückenden Szenen zu beschreiben. Und dann trotzdem immer wieder kleine lustige Szenen einzubauen, die das alles aber nicht ins Lächerliche ziehen.

Was ich auch noch hervor heben möchte sind die drei total eigenwilligen Ermittler Donner, Frost und Vogel. Sie haben definitiv einen Wiedererkennungswert und punkten alle drei mit komplett unterschiedlichen Marotten auf. Man lernt in jedem Band etwas neues über sie und merkt schnell, dass man trotzdem immer nur an der Oberfläche kratzt und es einfach noch viel mehr über diese zu erfahren gibt. Und dieses unter allen Umständen alleine arbeiten wollen bringt einfach jede Menge Konfliktpotential mit sich, schließlich treffen die drei ständig in dem Fall aufeinander und müssen sich irgendwie damit arrangieren. Auch sonst schafft es der Autor interessante und vor allem authentische Charaktere, die einem teils das Fürchten lehren.

Mir hat vor allem das relativ dunkle Cover gefallen, denn es passt von der Aufmachung zu beiden Reihen und die Elster taucht des öfteren in der Handlung auf.


Fazit

Dieses Mal geht es um das große Thema Rache und damit auch um die Selbstjustiz. Mich hat der Fall einfach nur nachdenklich gestimmt und er zeigt einfach nur, dass die menschlichen Abgründe tiefer sind als einem lieb ist und viel zu viel genau über jene erwähnte Taten geschwiegen wird.
Man kann den Thriller auch komplett ohne Vorwissen lesen.

Rezension zu "Rache und roter Schnee"(Erik Donner Band 2)
Rezension zu "Blut und böser Mann"(Erik Donner Band 3)
Rezension zu "Tod und kein Erbarmen"(Erik Donner Band 7)

Freitag, 10. Januar 2020

#271 Bücherregal - Blut und böser Mann





TitelBlut und böser Mann(Erik Donner Fall 3)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten365 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5




 Inhalt

Nicht immer hält sich Kriminalhauptkomissar Erik Donner an Dienstvorschriften und genau das möchte sich ein Kollege von ihm zu Nutze machen. Denn ein Jagdwaffenhersteller ist samt seiner Frau und der Tochter verschwunden und um diese zu finden muss er die ein oder andere Vorschrift missachten. Je näher sie der Auflösung des Vermisstenfalls kommen, desto gefährlicher wird es und nicht nur ihr Leben gerät in Gefahr. Scheinbar nimmt jemand Rache an dem Jagdwaffenhersteller, jedoch dürfte derjenige schon länger nicht mehr am Leben sein. Was hat es nur mit diesem Fall auf sich?

Review

Vor allem die vielen Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. Auch dieses Mal konnte ich das Buch kaum auf Seite legen und habe es deshalb fast in einem durch gelesen. Es gibt wirklich viele Handlungsstränge und es ist alles äußerst komplex, weshalb auch das mitraten so viel Spaß gemacht hatte. Selbst die infrage kommenden Täter sind äußerst vielschichtig und oft weiß man gar nicht, ob derjenige wirklich der Böse ist oder eben nicht.

Allgemein sind die Charaktere keine, die man sonst so üblicherweise in einem Thriller antrifft und genau das macht finde ich auch die Reihe um Erik Donner aus. Allein Donner eckt über all an und wenn er eins gerne macht, dann ist es Regeln brechen. Er legt sich ständig mit seinen Vorgesetzten an und auch wenn er manchmal etwas zu weit geht kämpft er stets für das Gute. Seine Charakterentwicklung ist glaubhaft und er hat einige schlechte Eigenschaften aus Teil 2 definitiv abgelegt(wenn auch nicht komplett). Aber auch die anderen Charaktere zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehr sind als nur ein Klischee und man nie genau weiß, was für eine Rolle sie in der Handlung erfüllen. Dadurch wird man das ein oder andere mal ganz schön überrascht, was für zusätzliche Spannung sorgt. Mir waren es einen Ticken zu viele Personen, aber wenn man dem ganzen aufmerksam folgt und ein gutes Namensgedächtnis hat, ist es wahrscheinlich nicht weiter störend.

Das Tempo der Handlung ist passend zum Genre Thriller sehr rasant und so wirkliche Längen gibt es keine. Die Kapitel sind relativ kurz und lassen sich leicht weglesen, was nicht nur an dem angenehm flüssigen Schreibstil liegt. Es gibt immer mal wieder tolle Rückblenden, die einem interessante und wichtige Informationen zu den Geschehnissen in der Gegenwart liefern.

Was auch positiv hervor sticht ist das Lokalkolorit und ich konnte mir alle Handlungsorte gut vorstellen. Das alles spielt im Erzgebirge, genauer gesagt in Chemnitz.

Der einzige wirklich Kritikpunkt ist das Ende, denn es ist wie so oft bei den Thrillern von diesem Autor einfach ein bisschen zu viel des Guten. Es macht jetzt nicht die ganze Handlung kaputt, aber manchmal ist weniger einfach mehr und es wäre auch einfach glaubhafter.



Fazit

Von den den anderen Teilen der Reihe wusste ich schon, dass es meist ziemlich viele brutal zugerichtete Leichen gibt. Die Beschreibungen sind zwar meist sachlich und nüchtern und alles andere als bildhaft, aber trotzdem empfand ich einiges als verstörend. Der Autor weiß einfach wie er den Leser schockt und dafür braucht er keine ausufernden und dramatische Beschreibungen der Tatorte. Wer mit so etwas nicht umgehen kann sollte am Besten Abstand von der Reihe nehmen.

Man kann diesen Teil komplett ohne Vorwissen lesen, denn das nötigste wird erklärt. Um die Rahmenhandlung rund um Erik Donner zu verstehen lohnt es sich aber das alles in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Passend zum dritten Teil der Reihe sind auf dem Cover dieses Mal drei Fliegen. Mir gefällt die Idee dahinter und auch sonst fügt es sich prima in die Reihe ein.


Rezension zu "Rache und roter Schnee"(Erik Donner Band 2)
Rezension zu "Tod und kein Erbarmen"(Erik Donner Band 7)

Sonntag, 8. Dezember 2019

#262 Bücherregal - Tod und kein Erbarmen







Titel(Deutsch)Tod und kein Erbarmen(Erik Donner Band 7)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten383 Seiten
Meine Bewertung
5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Ganze 10 Jahre ist die damals achtjährige Violetta schon verschwunden. Als der Kriminalhauptkommissar Erik Donner für ein paar Tage in diesen Ort reist um einfach nur abzuschalten und möglichst viel Alkohol zu trinken um zu vergessen, wird er von der Cousine von Violetta angesprochen. Scheinbar hat sie eine Mail von ihr erhalten, aber Donner möchte nichts davon wissen und deshalb geraten die beiden aneinander. Am nächsten Morgen steht Donner plötzlich unter Mordverdacht und hat einen gewaltigen Filmriss. Was ist wirklich am vorigen Abend passiert?


Review

Ein besonderer Pluspunkt bei der Reihe sind die vielen einzigartigen, teils doch eher eigenartigen Charaktere. Vor allem der Ermittler Vogel ist sehr schrullig und passt mit seiner Art perfekt zu Donner, da sie beide doch sehr speziell sind. Sie sind mit vielen Details ausgestattet und haben einen unglaublich hohen Wiedererkennungswert. Das macht es auch etwas leichter sie auseinander zu halten, denn es tauchen mal wieder ziemlich viele auf.

Die Handlung bleibt durchgehend spannend und durch die vielen Zeit- und Perspektivwechsel ergibt sich ein ziemlich hohes Erzähltempo, was auch zum Genre Thriller passt. Ich finde es immer wieder bemerkenswert wie der Autor es schafft eine so komplexe Handlung mit so wenigen passenden Worten zu beschreiben und ohne dabei zu viel wegzulassen. Dieses Mal gibt es einige Handlungsstränge, wobei einer von vor über 10 Jahren ist. Zudem erhält man tiefe Einblicke in das Seelenleben des Täters(der aber nicht namentlich erwähnt wird währenddessen), der Dorfbewohner und natürlich der Ermittler.

Gefühlt hat auch jeder der Bewohner ein Mordmotiv und man weiß dank der zahlreichen Wendungen bis zum Schluss nicht es nun war. Ich liebe es einfach, wenn man so lange mit raten kann und dann mit einer Antwort konfrontiert wird mit der man nicht gerechnet hat.

Auch der Schreibstil hat mir besonders gut gefallen, denn es lässt sich alles angenehm flüssig lesen und man hat immer wieder die passenden Bilder im Kopf. Oft habe ich beim Lesen die Zeit vergessen und deshalb hatte ich das Buch auch innerhalb kurzer Zeit durch gelesen. Die Länge der Kapitel ist wirklich gut und oft enden sie so, dass man einfach nur noch wissen möchte wie es im nächsten weitergeht.

Das Cover fällt etwas aus der Reihe und deutet auf eine große Veränderung hin. Hier im Band kommt ein Stein ins Rollen und ich bin echt gespannt darauf, was dieser für die nachfolgenden Bände bedeuten wird. Auf dem Cover ist mal kein Blut angedeutet und ich finde das Reh spiegelt gut die Einsamkeit wieder und die Abgeschiedenheit, die Donner und den anderen Ermittlern nicht nur einmal zum Verhängnis wird.


Fazit

Mittlerweile gehört der Autor mit zu meinen Lieblingsautoren des Genres Thrillers. Auch hier in dem Teil der Reihe geht es einmal wieder um menschliche Abgründe und es zeigt mal wieder wie weit manche Menschen bereit sind aus vermeintlicher Liebe zu gehen. Mich hat es immer wieder beim Lesen geschaudert und ich bin wirklich gespannt darauf, wie der Autor einen möglichen Folgeband gestalten möchte. Die Morde sind teils äußerst brutal und folglich sollte man das Buch auch nur lesen, wenn man damit umgehen kann. Die Stimmung bleibt durchgehend düster und bedrohlich, was ich ganz passend finde. Es gibt zwar keine detaillierten bildhaften Tatortbeschreibungen, aber die wenigen Worte reichen schon um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Das Buch kann man vollkommen ohne Vorwissen lesen, denn alles nötige wird erklärt. Ich hab mich gut darin zurecht gefunden, auch wenn ich bisher nur den 2. Teil der Reihe gelesen habe. Jetzt nachdem 7. Teil habe ich noch mehr das Bedürfnis endlich einmal den Rest zu lesen und endlich einmal zu erfahren warum Donner als Monster verschrien ist.

Und der Schluss deutet darauf hin, dass die beiden Ermittler Donner und Frost bald aufeinander treffen werden und ich bin einfach nur gespannt darauf, wie die zwei miteinander agieren werden("Der Luzifer-Killer" erscheint im Frühjahr 2020).

Rezension zu "Rache und roter Schnee"(Erik Donner Band 2)

Freitag, 6. Dezember 2019

#261 Bücherregal - Rache und Roter Schnee


TitelRache und Roter Schnee(Ein Erik-Donner Thriller Buch 2)
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten394 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Eigentlich will Kriminalhauptkommissar Donner wieder richtig in dem Job arbeiten, aber stattdessen muss er auf Anweisung seiner Vorgesetzten den Weihnachtsmarkt bewachen. Und für ihn ist das einfach nur eine sehr langweilige Aufgabe, die absolut nicht seinem Können gerecht wird. Doch dann findet ein als Weihnachtsmann verkleideter eine entstellte Leiche in seinem Sack, kurz bevor er den wartenden Kindern auf den Mark die Geschenke überreichen wollte. Und schnell wird klar, dass es nicht der einzige Mordfall bleiben wird.


Review

Die Handlung ist unheimlich spannend und mir viel es zeitweise wirklich schwer den Thriller aus der Hand zu legen. Somit habe ich ihn auch innerhalb von 2 Tagen durch gelesen, da er mich einfach nicht mehr los ließ.

Der Autor hat seinen Charakteren eine wirklich sehr glaubhaft Lebensgeschichte verpasst. Sie haben Ecken und Kanten und man hat nicht das Gefühl, als wären sie nur eine Ansammlung von Klischees. Auch den Tätern gibt etwas unglaublich menschliches und stellt sie nicht als absolute Monster da.
Es gibt einige Handlungsstränge und auch welche, die vor über 25 Jahren in der DDR spielen. Diese einzelnen Stränge werden nach und nach ineinander verwoben und man erfährt erst nach und nach den Sinn hinter ihnen.

Immer wieder wird ein möglicher Täter angedeutet und dann stellt man ein paar Seiten weiter fest, dass der Autor einen wieder nur reingelegt hat. Genau dieses Rätselraten macht mir bei Thrillern eine unheimliche Freude und der Autor beherrscht es einfach falsche Fährten zu legen.
Das Cover passt auch unheimlich gut zu dem vorigen Teil der Reihe. Es ist hier ein blutiges Skalpell auf einem weiß-grauen Hintergrund mit zwei Fliegen. Beim ersten Teil war es nahezu durch gerissenes Seil mit Blutfleck auf diesem Hintergrund und nur einer Fliege. Das Skalpell spielt im 2. Teil eine mehr oder wenige große Rolle.

Um ehrlich zu sein hatte ich erst gegen Ende einen ungefähren Überblick was die Charaktere betraf. Vorher hatte ich die immer wieder durcheinander gebracht und war beim Lesen auch dementsprechend verwirrt. Es sind einfach viel zu viele Namen, die man sich merken muss und hier hätten es ein paar weniger auch getan.


Fazit

Das Buch hat mich ziemlich überrascht, denn es war äußerst brutal und obwohl gewisse Szenen nicht bildhaft beschrieben wurden, hat es mich richtig ins Schaudern gebracht. Es geht um die menschlichen Abgründe und wer mit Kindesmissbrauch, selbstverletzenden Verhalten(psychische Erkrankungen) und Gewalt nichts anfangen kann, der sollte einen großen Bogen um den Thriller machen.

Zeitweise liest es sich echt wie eine Gewaltfantasie von jemanden, der gerne die Täter(Kindesmissbrauch) mal in die Hand bekommen möchte. Es war wirklich beängstigend zu lesen und oft habe ich mir die Frage gestellt, ob das so brutal sein muss. Man gerät definitiv in ein moralisches Dilemma und das ist auch gut so.

Der Autor hat es zudem tatsächlich geschafft zwei Rächer zu schaffen, die einem das Fürchten lehren. Somit wird zwar wieder das Klischee bedient, dass Opfer selbst irgendwann in irgendeiner Form zu Tätern werden, aber das wurde wirklich überzeugend umgesetzt. Und mir wäre es wirklich lieb wenn manche Szenen aus dem Buch nicht für ewig in meinen Gedanken herumspuken werden. Das der Autor diese Szenen fast schon nüchtern beschrieben hat, denn alles andere wäre einfach nur verstörend gewesen.

Einige Formulierungen klingen etwas fremd und falsch, was aber eventuell auch am Handlungsort liegt. Es spielt nun einmal in Sachsen und ich denke es kann durchaus sein, dass diese Redewendungen und anderes dort üblich sind.
Ich habe jetzt den vorigen Teil der Reihe nicht gelesen, aber habe mich trotzdem super zurecht gefunden. Selbst mit Vorwissen wären es mir zu viele Charaktere und das war eigentlich das größte "Hindernis" für mich in diesem Buch.
Bei der Bewertung schwanke ich so zwischen 4 und 3,5 Sternen, denn mich hat diese Sache mit den Namen wirklich sehr gestört beim Lesen und deshalb gibt es nur 3,5 Sterne.

Sonntag, 1. Dezember 2019

#260 Bücherregal - Die Frau auf Nordstrand






Titel(Deutsch)Die Frau auf Nordstrand
AutorAnna Johannsen
VerlagEdition M
GenreKrimi/Lokalkrimi/Thriller
Seiten331 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Auf der Halbinsel Nordstrand wurde die Leiche einer aus Thailand stammenden Frau gefunden, die mit einem friesischen Bauern verheiratet war. Dieser hatte vor ungefähr drei Monaten eine Vermisstenanzeige wegen seiner Frau aufgeben, aber trotzdem ist er der Haupttatverdächtige. Die LKA-Kommissarin Lena Lorenzen wird zu dem Fall hinzu gezogen. Sie ist sich sicher, dass der Mann nicht der Täter sein kann, jedoch fehlen ihr für ihre Behauptung jegliche Beweise. Kann sie es schaffen seine Unschuld zu beweisen?

Review

Im Vordergrund steht dieses Mal die klassische Ermittlerarbeit, also man erfährt sehr viel aus Lenas Alltag als LKA-Beamtin. Das war schon bei den vorigen Bänden so und das liebe ich auch so an dieser Reihe. So erhält man nämlich auch zusammen mit den Ermittlern alle relevanten Informationen und kann prima mit raten. Der Fall ist auch ziemlich kompliziert, das heißt es kommen mehrere als Täter infrage und dementsprechend langwierig gestaltet sich die Ermittlungsarbeit. Was ich daran besonders schön finde ist, dass hier alles ziemlich authentisch dargestellt wird.

Es tauchen auch wie Erck und Beke sowie andere Charaktere auf. Auch ihre Geschichte wird weitererzählt und ich finde es einfach schön, dass sie nicht vergessen wurden. Ich bin auf jeden Fall gespannt darauf wie der ihren Geschichte weiter geht, denn sie haben ja schon relativ großen Einfluss auf Lena und um die geht es ja letztendlich hauptsächlich. Auch bei den anderen Hauptprotagonisten hat mir die Charakterentwicklung gefallen und mal schauen, was diese für Auswirkungen hat.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm flüssig lesen und sie schafft es auch immer wieder die Spannung noch einen Ticken zu steigern. Oft hat man das Gefühl als wäre die Lösung des Falles zum Greifen nahe und dann merkt man recht schnell, dass man auf dem Holzweg war. Nachdem ich mich in der Handlung eingefunden hatte konnte ich den Krimi nicht mehr auf Seite legen und habe ihn regelrecht bis in die frühen Morgenstunden verschlungen.

Was ich bemerkenswert finde ist die Themenauswahl, denn die haben es teilweise ganz schön in sich. Zum Beispiel wird das Thema Thailänderinnen thematisiert und wie es für sie ist, wenn sie nach der Heirat eines Deutschen dann nach Deutschland kommen. Hier hat die Autorin wirklich gut recherchiert und ich finde es einfach wichtig, dass auch über solche Themen geredet bzw. geschrieben wird. Zudem Thema existieren ja leider viele Vorurteile und ich finde es gut, dass das Buch diese nicht bedient.

Das Lokalkolorit ist finde ich mal wieder ganz gut. Man bekommt einen relativ guten Einblick in das Leben auf der Halbinsel Nordstrand. Auch das Cover ist gut gefällt und passt zu den anderen in der Reihe. Es ist recht farbenfroh und es zeigt wohl einen Teil der Halbinsel.



Fazit

Hierbei handelt es sich um einen unblutigen Krimi mit nüchternen und kurzen Tatortbeschreibungen, das heißt wer hier entstellte Leichen sucht wird hier definitiv nicht fündig. Es ist von Vorteil die vorigen Bände gelesen zu haben, aber man findet sich auch locker ohne Vorwissen in der Handlung zurecht. Denn alles nötige was wirklich relevant ist erwähnt die Autorin. Der Fall an sich wird in diesem Band gelöst, während die Hintergrundhandlung natürlich weiter läuft. Gegen Ende wird einiges angedeutet, was eine interessante Wendung mit sich bringen könnte. Der Krimi hat zudem mit seinen 330 Seiten eine angenehme Länge.


Rezension zu "Der Tote im Strandkorb"(Die Inselkommissarin Band 1)
Rezension zu "Der Mann auf der Hallig"(Die Inselkommissarin Band 4)
Rezension zu "Juister Mohn"(Die Inselkommissarin(Lorenzen) und Büttner)

Sonntag, 3. November 2019

#252 Bücherregal - Der Zorn der Vergeltung








TitelDer Zorn der Vergeltung
AutorMartin Krüger
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten510 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Ein Kunstexperte aus Frankfurt wird samt seiner Familie in ihrem eigenen Haus hingerechnet und alles deutet darauf hin, dass eine Gruppe Menschenhändler namens "Vier Apostel" dahinter stecken. Diese Spur führt die Kriminalhauptkomissarin Marie Winter und den BKA-Profiler Daniel Parkov nach Russland und in die Schweiz. Hinter den Aposteln ist zeitgleich ein Auftragsmörder her, der vor nichts zurück schreckt. Schnell geraten die beiden Ermittler zwischen die beiden Fronten und es wird immer unklarer, wer nun gut oder böse ist und was überhaupt unternommen werden kann um die Apostel zustoppen ohne zu viele Menschenleben zu gefährden.


Review

Was ich so unglaublich faszinierend fand ist, dass ich direkt nach den ersten Seiten wieder voll drin war in dieser Winter-und-Parkov-Welt. Vor allem Parkov hat einen unglaublichen Wiedererkennungswert und genau das mag ich an solchen Reihen, wenn man ohne viele Infos die Hauptprotagonisten wieder erkennt und man nicht erst ewig im Gedächtnis herum kramen muss.

Winter und Parkov geraten dieses Mal ganz schön aneinander, da sie beide eine ganz andere Berufsethik haben. Winter legt Wert darauf Gesetze einzuhalten und Parkov hat absolut kein Problem damit diese zu brechen, schließlich schafft er es so viel leichter an benötigte Informationen zu kommen. Seine KI Elvis ist auch wieder mit von der Partie und ich finde die Vorstellung auch sehr spannend, dass so eine KI wirklich irgendwann einmal großteils zum Einsatz kommen könnte. Diese Unterschiede bei der Berufsethik haben ein unglaubliches Konfliktpotential, denn immer wieder stellt sich die Frage wie lange Winter noch mitspielt. Immerhin jagen sie Leute, die sich jenseits des Gesetzes bewegen und Parkov ist ja im Grunde nicht besser, wenn er regelmäßig Gesetze bricht und da ist es vollkommen egal wie edel seine Motive sein mögen. Auch die anderen Hauptprotagonisten wirken genauso authentisch wie Winter und Parkov und bleiben keinesfalls blass.

Mich hat die Handlung einfach nur gefesselt, weshalb ich das Buch innerhalb von 2 Tagen durch gelesen hatte. Der Schreibstil lässt sich angenehm flüssig lesen und trägt auch dazu bei, dass die Spannung keinen Abbruch nimmt. Ich habe deshalb oft nicht gemerkt wie viel Zeit beim Lesen vergangen ist. Man kann sich zudem alles gut vorstellen, da der Schreibstil recht bildhaft ist.

Mir war das alles einen kleinen Ticken zu konstruiert und abgehoben, aber wer gerne zum Beispiel amerikanische Actionthriller liest wird dieses Buch wahrscheinlich lieben. Wahrscheinlich hätte es  auch weniger konstruiert gewirkt, wenn man erfahren hätte was Parkov teilweise in die Wege leitet. So wird man immer wieder überrascht und ich habe mich manchmal gefragt, ob ich einfach nur Sachen überlesen habe. Damit bleibt zwar die Spannung erhalten, aber irgendwann rechnet man halt mit diesen geheimen Aktionen und dann zieht dieser Überraschungsmoment nicht mehr. Das ist jetzt meckern auf hohen Niveau, aber es ist halt auch der Grund warum ich einen Stern abgezogen habe.


Fazit

Das Buch endet mit einem gewaltigen Cliffhanger und ich bin echt gespannt darauf wie das alles weitergeht. Hier geht es unter anderem um Menschenhandel und wie weit Ermitteln die Gesetze sich selbst zurecht biegen oder sogar brechen um an ihr Ziel zu kommen. Auf ersteres wird jedoch nur wenig eingegangen, was aber nicht weiter schlimm ist.

Wenn ihr mit der Buchreihe anfangen wollt, dann solltet ihr mit "Die Gaben des Todes" beginnen. Dann lernt ihr Parkov besser kennen und stempelt ihn nicht direkt als arroganten Fatzkes ab. Es gibt halt schon einige Entwicklungen, die ihn prägen und ohne diese zu kennen wirkt er einfach nur ekelhaft arrogant. Er ist zudem nicht gefühlsduselig und sehr zielstrebig und selbstbewusst, was man leicht missinterpretieren kann. Für mich macht es ihn nur zu einem vertrauensvollen Ermittler, denn was will man mit einem Ermittler, der nicht in der Lage ist rational zu denken und zu handeln in entscheidenden Momenten?

Rezension zu "Die Gaben des Todes" 

Freitag, 11. Oktober 2019

#245 Bücherregal - Der Präparator


TitelDer Präparator
AutorMike Omer
VerlagEdition M
GenreThriller
Seiten456 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Bei einem Fall in Chicago steht die Polizei vor einem Rätsel und auch das FBI kommt nicht weiter. Der Agent vom FBI beschließt Zoe Bentley, eine forensische Psychologin, zum Fall hinzuziehen und kaum ist sie vor Ort geraten die beiden aneinander. Der Zeitdruck ist enorm, denn mittlerweile wurde die dritte einbalsamierte Frauenleiche an einem öffentlichen Ort gefunden und es sieht nicht so aus als würde die Mordserie bald enden. Zudem tauchen Briefumschläge auf, die eine Verbindungen zu einer Mordserie in Zoes Kindheit vermuten lassen. Werden sie in der Lage sein den Täter zu schnappen bevor noch mehr Frauen sterben?

Review

Es gibt reichlich Nebenhandlung und so lernt man auch einiges über die beiden Hauptprotagonisten und kann sich somit ein recht gutes Bild von diesen machen. Sowohl Zoe als auch Tatum sind Einzelgänger und so ist auch ihre Arbeitsweise. Ihnen fällt es schwer anderen zu vertrauen und so unternehmen sie viele Alleingänge. Allein das sorgt für viel Konfliktpotential und bis zum Schluss stellt sich einem die Frage, ob diese Methode wirklich erfolgreich sein kann. Schließlich sind sie auf der Suche nach einem intelligenten Serienmörder und da sollten sie eigentlich alle an einem Strang ziehen.

Die einzelnen Charaktere handeln sehr authentisch und durch vielen Beschreibungen kann man sich ein gutes Bild von ihnen machen.

Ich würde ja gerne behaupten die Kapitel rund um den Täter fand ich am Besten, aber dafür fand ich diese einfach viel zu verstörend. Sie sind genial geschrieben und dem Autor gelingt es diesen Täter als absolut verachtenswert darzustellen. Allein aus dem Grund lohnt es sich das Buch zu lesen.

Erst ganz spät merkt man worauf die Handlung hinausläuft und ich finde es klasse, wenn die Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten wird. Es gibt viele einzelne Handlungsstränge die nach und nach zusammen laufen und somit auch Sinn ergeben. So erfährt man auch viel über Zoes Vergangenheit und warum sie überhaupt forensische Psychologin geworden ist.

Man kann es eigentlich schon an der Länge des Buches erahnen(458 Seiten), denn es gibt wirklich viele Längen. Der Schreibstil ist ziemlich detailliert und man erfährt viel unnötiges. So etwas muss man einfach mögen, mein Fall war es jetzt nicht und zeitweise war ich deshalb auch etwas genervt.
Vor allem hatte ich irgendwann das Gefühl als würde es viel zu oft um das Thema Essen gehen. Hier habe ich aber schon weitaus schlimmere Thriller mit der Länge erlebt und wenn es einen zu sehr stört kann man diese Absätze ja auch einfach überspringen. Letztendlich dienen sie ja nur dazu die Charaktere lebendiger wirken zu lassen und Spannung aufzubauen und genau das gelingt dem Autor.

Was mich auch gestört hat war die Ignoranz der anderen Ermittler. Warum wurde Zoe als forensische Psychologin nach Chicago geholt, wenn eh keiner auf sie hört? Ich kann ja verstehen wenn manche Sachen verworfen werden aber alle?

Fazit

Auch wenn mich das Buch nicht zu 100% überzeugen konnte, werde ich mir wahrscheinlich Band 2 zulegen und lesen. Ich fände es auf jeden Fall schön, wenn der Autor etwas Abstand von den vielen Klischees in Band 2 nehmen würde. Denn die beiden Hauptprotagonisten strotzen nur so vor diesen und das ist wirklich schade.

Das Buch ist definitiv nichts für zartbesaitete, denn hier geht es unter anderen um das Themen Vergewaltigung und Nekrophilie. Vor allem das letztere steht im Vordergrund und genau das macht den Thriller so verstörend und das obwohl hier absolut nicht ins Detail gegangen wird und es alles andere als bildhaft beschrieben wird. Der Alltagshumor lockert das alles ein bisschen auf, aber trotzdem sollte man das Buch nur lesen wenn man mit solchen Themen klar kommt.

Freitag, 30. August 2019

#233 Bücherregal - Die Macht der Verzweiflung







TitelDie Macht der Verzweiflung
AutorHendrik Falkenberg
VerlagEdition M
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten377 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Eigentlich wollte der Sportpolizist Hannes nur das Mittsommerfest mit seiner Freundin in Schweden genießen. Scheinbar hat da jedoch jemand andere Pläne für sie, denn per Anruf erfahren sie von einem Brandanschlag auf ihre Wohnung. Ehe sie es wirklich realisieren können geschieht auch schon der nächste Anschlag und es macht allen Anschein, als wolle der Täter möglichst viele Personen in Hannes Umfeld schädigen. Plötzlich muss sich der Polizist mit dem Gedanken befassen, dass jemand möglicherweise nach seinem oder dem Leben seiner Liebsten trachtet. Kann der Täter gestoppt werden bevor noch schlimmeres passiert?

Review

Hannes ist nach wie vor ein sehr sympathischer Ermittler. Man möchte einfach wissen wer hinter ihm her ist und leidet richtig mit. Dieses Mal ist er der gejagte und kann deshalb kaum in die Ermittlungsarbeit eingreifen und muss seinem Team vertrauen.

 Immer wieder fragt man sich wer hinter den Taten stecken könnte und auch seine Kollegen tappen sehr lange im Dunkeln. Es erscheint alles wie ein persönlicher Rachefeldzug gegen Hannes und die Taten nehmen nach und nach an Grausamkeit zu. Deshalb und wegen dem zunehmenden Handlungstempo nimmt die Spannung immer weiter zu und der Krimi gleicht dadurch etwas mehr einem Thriller. Zu dem fand ich die Wendung sehr gut platziert, denn diese rückt all die Taten noch einmal in ein ganz anderes Licht. Und die Wendung kommt auch ganz überraschend, was die Spannung noch einmal erhöht.

Positiv möchte ich auch hervorheben, dass der Fokus auf den Ermittlungen liegt und nicht auf den grausamen Taten. Es gibt auch genügend Nebenhandlung, die die Hauptprotagonisten lebendig und interessant machen, aber diese drängt sich nicht in den Vordergrund.

Somit erfährt man auch wieder ziemlich viel aus Hannes Privatleben und auch Fritz ist wieder mit von der Partie. Es ist spannend ihm dabei zuzuschauen wie er an den einzelnen Fällen wächst und somit auch in die Rolle des Ermittlers hinein wächst. Er ist nach wie vor noch nur Teilzeitermittler, was wahrscheinlich den langsamen Wachstumsprozess erklärt.

Es gibt typisch für einen Ostseekrimi auch das nötige Lokalkolorit in Form von Landschaftsbeschreibungen, wobei ich mir stellenweise ein bisschen mehr ortstypische Merkmale gewünscht hätte. Aber im Vergleich zum 1. Band ist es wirklich gut.

Das Cover passt prima zu der Reihe und man sieht scheinbar die Bucht um die es des Öfteren geht. Der Titel hebt sich farblich(gelb) vom Hintergrund ab und wird dadurch gut lesbar. Die gelbe Farbe taucht auch wieder in der Boje auf. Die abgetrennte Kette und die dunklen Wolken lassen nichts gutes vermuten und passen somit auch perfekt zur Handlung. Nur das Meer ist mir etwas zu blau und passt nicht ganz zum Rest. Mir gefällt der Lichtstreifen am Horizont, der einen prima Kontrast zu den Felsen und den dunkeln Wolken darstellt.

Der einzige Kritikpunkt sind die viel zu langen Kapitel, die gefühlt nie enden wollen. Diese hätte man ruhig an einigen Stellen unterbrechen können. Es macht jetzt das Buch nicht schlecht, aber mir waren die Kapitel einfach einen Ticken zu lang.



Fazit


Bisher hatte ich ja nur den ersten Teil der Reihe gelesen und deshalb fehlt mir auch einiges an Hintergrundwissen bezüglich der Charaktere. Beim Lesen habe ich dann festgestellt, dass das alles kein großes Problem darstellt und man sich locker ohne Vorwissen zurechtfindet. Trotzdem möchte ich auch noch die fehlenden Teile der Reihe lesen, da ich diese Art von Krimis liebe. Der Fall aus dem 9. Band baut auf dem aus dem 1. auf, das heißt dort findet man mehr Informationen dazu wenn nötig.

Alles in allem hat mich der Krimi wieder einmal gut unterhalten. Die Charaktere handeln immer noch authentisch und man erfährt einiges neues über sie.

Rezension zu Hannes Niehaus 1. Fall

Freitag, 9. August 2019

#227 Bücherregal - Das Angstexperiment



Titel(Deutsch)Das Angstexperiment
Titel(Englisch)Haunted House
AutorJ.A. Konrath
VerlagEdition M
GenreHorror
Seiten322 Seiten
Meine Bewertung
1,5/5

 Inhalt

Welche Entscheidung würdest du treffen, wenn dir jemand eine Millionen Dollar anbietet? Einigen Personen wird dieses Geld angeboten, da sie sich aufgrund ihrer Traumata für dieses Experiment qualifizieren. Die einzige Bedingung ist, dass sie es eine Nacht in einem speziellen Haus aushalten müssen. In diesem Butler-Haus wurden schon einige Mensch auf grausame Weise ermordet und seit dem soll es dort spuken. Werden sie dieses Experiment meistern können?

Review

Es gibt einen rasanten Handlungsverlauf und dieser wird mit einem einfachen Schreibstil beschrieben.

Leider fehlen Details, weshalb man sich vieles nur sehr schwer vorstellen bzw. überhaut nachvollziehen kann.
Die Handlung ist stellenweise vorhersehbar und auch für einen Splatter zu schlecht bzw. platt. Mich hat jetzt vor allem die Handlung an sich geschockt, da sie einfach alles andere als logisch bzw. realistisch aufgebaut ist. Deshalb kommt auch kaum bzw. gar keine Spannung auf.
Zudem gibt es einfach viel zu viele Charaktere und dadurch verliert man den Überblick. Man kann einfach kein System erkennen und anstatt mich zu fürchten war ich meistens einfach nur verwirrt.
Die Dialoge sind zu konstruiert und ergeben einfach keinen Sinn.
Wieso wurde ausgerechnet dieses Ende gewählt? Es ist einfach nur total unglaubwürdig.

Hier wäre Vorwissen definitiv von Vorteil, ansonsten kann man sich die Personen kaum vorstelle oder sich einen Reim darauf machen, warum sie ständig in Angst leben.



Fazit

Um ehrlich zu sein hatte ich mich nach dem Klappentext wirklich gefreut auf das Buch und war nach dem Lesen einfach nur bitter enttäuscht. Es wurde quasi was ganz anderes versprochen und eigentlich mag ich die Bücher von dem Autor durchaus! Um ehrlich zu sein hatten mich die guten Bewertungen und das Wörtchen "kostenlos" bzw. "ausleihen" dazu verleitet dieses Buch in die Hand zu nehmen. Leider ändert das aber nichts an meiner Enttäuschung und vor allem fand ich zum Beispiel die Bücher "Das Hotel" oder  "Auf der Liste" ganz gut.
Es handelt sich hierbei definitiv mehr um ein simples abschlachten als um richtigen Horror. Die Jumpscares blieben aus und gegruselt hat mich nichts. Während dem Lesen hatte ich mich mehrfach überlegt es einfach abzubrechen und mich anderen Büchern zu widmen. Im Grunde handelt es sich hierbei nur um Werbung für seine restlichen Bücher. Die ausgewählten Charaktere passen einfach einmal gar nicht zusammen und die Handlung war zu konstruiert und es fehlte der natürliche/nachvollziehbare Verlauf. Es gab einfach zu viele absurde Zufälle!

Freitag, 12. Juli 2019

#219 Bücherregal - Küstenstill








Titel(Deutsch)Küstenstill
AutorElias Haller
VerlagEdition M
GenreThriller/Ostseekrimi
Seiten379 Seiten
Meine Bewertung
5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Nach knapp 20 Jahren zieht Hardy Finkel zurück an die Ostsee und wechselt vom BKA zur Landespolizei. Seine neue Partnerin Greta Silber findet das alles sehr merkwürdig und auch ihre Kollegen sind gegenüber Hardy eher misstrauisch.
Direkt am ersten Tag wird er zusammen mit Greta mit eine Fall konfrontiert, der es in sich hat. Auf Instagram wird das Foto einer entstellten Frauenleichen zusammen mit einem verschlüsselten Text hochgeladen. Die Accountinhaberin wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden, aber sie ist nicht die Frau auf dem Bild. Erst bei der Obduktion stößt der Gerichtsmediziner auf ein Puzzleteil und stellt sich die Frage, was der Täter damit aussagen möchte.


Review

Während dem Lesen hatte ich einige Charaktere sehr lange im Verdacht. Sie hatten alle Eigenschaften eines potentiellen Mörders in einem Buch, denn sie waren unsympathisch, nicht wirklich greifbar und hatten auch ein Motiv. Oft haben die Kapitel auch in einer Art kleiner Cliffhanger mit Ortswechsel geendet, so dass sich der Verdacht noch erhärtete. Und dementsprechend geschockt war ich auch, als gegen Ende endlich der Mörder gefasst wurde! Rückblickend wurde die Auflösung einige Male angedeutet, aber in meinen Augen hätte ein anderer Protagonist der Mörder sein müssen. Wobei das Ende wirklich gut in den Handlungsablauf passt und an sich logisch erscheint.
Dieses an der Nase herum geführt werden hat der Autor wirklich gut drauf und so blieb die Handlung bis zum Schluss spannend. Ab der Hälfte ungefähr konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es in einem durch gelesen.
Allein die vielen kleinen Cliffhanger und Wendungen sorgen für ein ziemliches Tempo und so kommt die Handlung auch ohne wilde Verfolgungsjagden mit dem Auto oder anderen Actionszenen gut aus. Auch die relativ kurzen Kapitel mit etlichen Perspektivwechseln tragen dazu bei.

Oft habe ich mich gefragt, warum der Autor gewisse Handlungsstränge anfängt und ob die Informationen darin wirklich eine große Rolle spielen. Sie wirken deplaziert, aber am Ende merkt man wie wichtig sie waren. Sie wurden geschickt in die anderen eingeflochten und geben einem ganz kleine Hinweise auf den Täter, während sie einen zeitgleich auch in die Irre führen.

Was ich auch noch sehr passend und schön fand ist das Cover. Darauf zu sehen ist ein Leuchtturm, die raue See und Blut im Wasser. Es spiegelt perfekt die doch sehr turbulente Handlung wieder und zeigt, dass es trotz allem Licht im Dunkeln gibt.

Auch der Handlungsort, also Greifswald ist sehr gut ausgewählt und durch die vielen Beschreibungen kann man sich das alles gut vorstellen. Es ist eine doch recht idyllische Hansestadt und dort vermutet man so eine grausame Mordserie einfach nicht.
Die verschiedenen Charaktere haben eine unglaubliche Tiefe und sind voller Ecken und Kanten. Es ist der erste Fall von Hardy und Greta und das merkt man ihnen auch. Beide müssen erst ihre Position zu finden und ihnen fällt es schwer sich auf den anderen einzulassen.



Fazit

Alles in allem find ich es wirklich gut, dass die Tatorte doch recht nüchtern beschrieben werden. Das heißt es wird vieles der Fantasie des Lesers überlassen und es wird somit von expliziten Beschreibungen abgesehen. So bleibt es jedem selbst überlassen in wiefern er sich das alles vorstellen mag und man muss nicht ganze Absätze überspringen, um zu erfahren wie es weiter geht.

Zudem doch recht ungewöhnlichen und gegensätzlichen Ermittlerduo bestehend aus Greta und Hardy würde ich auch noch eine Fortsetzung lesen wollen. Sie wirken sehr authentisch und nahbar als Komissare und ich habe ihnen quasi gerne bei der Arbeit "zugeschaut". Und ich finde es toll, wenn man bei einem Thriller bzw. Krimi mitraten kann und immer wieder an der Nase herum geführt wird.
Das Buch ist definitiv nichts für zartbesaitete, denn hier geht es unter anderem um menschliche Abgründe.