Sonntag, 28. April 2019

#198 Bücherregal - Who the fuck is dracula?(Kurzrezension)




TitelWho the fuck is dracula? 
AutorSebastian Wotschke
VerlagIndependently published
GenreHumor/Horrorkomödie
Seiten72 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares über das Portal https://rezi-suche.de/



 Inhalt

Nach dem ihr WG-Mitbewohner ausgezogen ist, begeben ich Clarissa und Ruben auf die Suche nach einem neuen Mitbewohner. Durch Zufall trifft Ruben auf Ludwig und Clarissa ist hellauf begeistert von seinem Verhalten. Er wäre der perfekte Mitbewohner, wenn da nicht so eine kleine Sache wäre. Für Ruben ist es schwer genau das zu verdrängen und Ludwig als neuen Mitbewohner zu akzeptieren.

Review

Der Autor verwendete eine authentische Wortauswahl/Sprache als Phillip mit Ruben über Frauen spricht. Man kann hiervon halten was man will, aber eine angemessenere Umgangssprache passt einfach nicht zu den beiden Charakteren.
Es gibt einige wirklich sehr witzige Stellen. Hier werden sehr typische Klischees bedient über Langzeitstudenten, Arbeitslose und Vampire. Bei einem Kurzroman mit so einem Cover ist auch nichts anderes zu erwarten. Immer wieder spielt der Autor mit genau diesen Klischees.
Je nach Herkunftsland der einzelnen Vampire variiert auch die Bezeichnung dieser. Das ist ein sehr liebevolles Detail, dass leider viel zu wenig Beachtung findet in anderen Romanen.
Die Vampire leben mit den Menschen zusammen und nicht alle sind begeistert davon.

Zu Beginn wird Ruben als "scheißenblöd" beschrieben und das umschreibt auch viele seiner wirklich absurden Reaktionen. Die Handlung wird aus seiner Sicht von einer dritten Person erzählt. Ich musste wirklich oft den Kopf über ihn schütteln, denn er ist der stereotypische Langzeitstudent, der voller Vorurteile ist und ziemlich egozentrisch handelt.
Der Schreibstil ist locker und es ist als würde jemand die Geschichte zum Beispiel in der Kneipfe erzählen. Die Charaktere menscheln und so kommen viele Alltagssituationen vor.

Die dialoglastigen Stellen fand ich schwer zu folgen, da wenig Begleit- bzw. Nebensätze das ganze auflockern.



Fazit

Dieser Roman ist mit seinen 72 Seiten kurzlebig und schnell durchgelesen. Mich hat er gut unterhalten und vor allem fand ich das Ende gelungen, auch wenn der Anfang ja schon darauf hindeutet. Immer wieder kommt schwarzer Humor zum Einsatz, auch wenn dieser ruhig öfters hätte vorkommen können. Es ist mal etwas anderes als das was man so gewohnt ist.

Die Gruppe der Vampire kann man auch auf andere Gruppen beziehen gegen die gehetzt wird und wo Leute zum Äußersten bereit sind. Es ist erschreckend wie "normal" sich das liest und wie abgestumpft man mittlerweile ist. Genau das regt zum Nachdenken an, denn der Autor weist einen nicht mit erhobenen Zeigefinger daraufhin.

Freitag, 26. April 2019

#197 Bücherregal - Von Hoffnung getragen








Titel(Deutsch)Von Hoffnung getragen
AutorElla Zeiss
VerlagAmazon Publishing Deutschland
GenreHistorischer Roman
Seiten414 Seiten
Meine Bewertung
5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Mit gerade mal 16 Jahren wird Anfang 1942 Harald Pfeiffer ins Zwangsarbeitslager gegen seinen Willen geschickt. Dort begegnet er Annas Sohn Erich, der auch dorthin gebracht wurde. Durch die lebensfeindlichen Bedingungen überleben nicht viele die Zwangsarbeit.
Nach dem Krieg und der Auflösung der Arbeitslager machen sich Anna und Yvonne auf die Suche nach Erich. In Tscheljabinsk begegnen sich Harald und Yvonne und obwohl diese Begegnung nur sehr kurz war, können sie beide den anderen nicht vergessen. Russlanddeutsche werden zudem nach wie vor diskriminiert und müssen sich als Arbeitskraft der Sowjetunion zur Verfügung stellen, so dass ein richtiges kennen lernen erschwert wird.


Review

Hier in diesem Buch werden die Handlungsstränge aus dem vorigen zusammen geführt und miteinander verwoben. Zu Beginn von jedem Kapitel erhält man eine Zeit- und Ortsangabe, damit man nicht den Überblick verliert.

Mich hat das Schicksal der beiden Familien zu tiefst berührt und oft habe ich mit den Tränen gekämpft. Es ist wirklich absurd wie die Russlanddeutschen in der Sowjetunion unter Stalin behandelt wurden und heutzutage kann man sich das kaum noch vorstellen. Sie waren nur eine billige Arbeitskraft und Menschen 2. Klasse. Und trotzdem haben die beiden Familien nicht aufgegeben und fest daran geglaubt, dass es nicht ewig so weitergehen kann.

In diesem Band geht es hauptsächlich um Yvonne und Harald, das heißt ihre Eltern sind nicht mehr so im Fokus. Man erlebt mit wie sie Erwachsen werden in einer Welt, in der sie nicht willkommen sind und ihnen alle möglichen Steine in den Weg gelegt werden.

Der Schreibstil ist wie beim 1. Teil eher nüchtern, aber trotzdem macht es das Erlebte der Protagonisten nicht weniger grausam. Man kann sich die Handlungsorte gut vorstellen und auch das Leben in einem Arbeitslager zu der Zeit wurde verständlich beschrieben.

Man hat beim Lesen das Gefühl als würde die Welt der Hauptprotagonisten im Laufe der Handlung nach und nach immer bunter und farbenfroher. Im 1. Teil war es das Gegenteil und die Welt wurde immer düsterer und grauer und vor allem hoffnungsloser. Das merkt man auch vor allem an dem was und wie es erzählt wird. Es ist einfach nur erschreckend zu wissen, dass das alles vollkommen normal war zu der Zeit. Oft ging es einfach nur ums überleben und später wurden auch Kinder als Arbeitskräfte eingesetzt. Es wird an vielen Stellen gezeigt, dass sich jeder selbst der nächste war und eine Denunziation immer im Rahmen des möglichen war. Selbst als der Krieg vorbei war wurden Russlanddeutsche weiterhin für viele Jahre oder auch Jahrzehnte wie Menschen 2. Klasse behandelt.



Fazit

Am Schluss des Buches sind noch einmal einzelne Protagonisten aufgelistet und wie ihr Leben weiter geht. Die Handlung basiert auf realen Ereignissen und der Familiengeschichte der Autorin. Ich finde es wirklich bemerkenswert, dass so ein Buch daraus geworden ist. Es zeigt einfach wie grausam diese Zeit war und das wird auch viel besser vermittelt als in einem Geschichtsbuch. Ich stelle es mir für die Autorin sehr schwer vor, denn das Buch ist über die Lebensgeschichte ihrer Großeltern und somit war es wahrscheinlich auch sehr schwer beim Schreiben neutral zu bleiben. Denn zu keinem Zeitpunkt der Handlung merkt man eine Verbitterung oder eine Verurteilung der Personen, die für das Regime gearbeitet haben.  Im Vordergrund stehen zu jeder Zeit die Hauptprotagonisten und wie se mit den einzelnen Situationen umgehen. Ich finde es schade, dass es so wenig historische Roman zu diesem Thema gibt und deshalb finde ich es auch so gut, dass die Autorin genau diesen Roman verfasst hat. Man darf einfach nicht vergessen was unter Stalin alles passiert ist, denn nicht nur in Deutschland unter Hitler haben die Menschen zu der Zeit unfassbares Leid erfahren.

Man erfährt auch ziemlich viel über die Trudarmee und da taucht auch einiges auf, was wahrscheinlich nicht so bekannt ist über die Sowjetunion. Obwohl der Begriff etwas anderes vermuten lässt, handelte es sich hier um ein Lager für Zwangsarbeit für russlanddeutsche und andere.

Booktalk zum 1. Teil

Mittwoch, 24. April 2019

#23 Booktalk - Wie Gräser im Wind

Hallo,

Im Januar hatte ich den historischen Roman "Wie Gräser im Wind" von Ella Zeiss gelesen. Das Buch hatte mich sehr nachdenklich gestimmt, deshalb habe ich diesen Booktalk verfasst.





Um die Russlanddeutsche gefügig zu machen werden dieser zur Zeit der Sowjetunion um 1930 enteignet. Da sich Wilhelm Scholz weigert seinen Bauernhof an auf der Krim, also seinen hart erarbeiteten Besitz dem Staat zu überlassen, wird seine ganze Familie in den Norden umgesiedelt und dort muss er mit anderen zusammen Bäume fällen. Dort werden sie mit der Härte des Regimes konfrontiert, denn als Russlanddeutscher ist man für sie nur eine billige Arbeitskraft und viel weniger wert als ein Russe.
Zu ungefähr der gleichen Zeit gerät Samuel Pfeiffer als Lehrer ins Visier des Regimes. Als Russlanddeutscher darf er eine so einflussreiche Position nicht haben und deshalb wird er denunziert. Um seine Familie zu schützen flüchtet er von der Krim und findet selbst an seinem neuen Wohnort keine Frieden.

Es gibt zwei Handlungsstränge, die uns einerseits am Leben der Familie Scholz an der Krim und an dem von Familie Pfeiffer im Nordkaukasus teilhaben lassen.
Ab der Hälfte des Buches wird alles noch hoffnungsloser, denn Russlanddeutsche werden nach Kriegsbeginn als Feinde angesehen. Folglich ist es für sie noch schwerer als ohnehin schon eine Arbeitsstelle zu finden und ihre Familien zu ernähren. Man hofft die ganze Zeit, dass es nicht noch schlimmer wird und mit ein wenig Hintergrundwissen in Sachen Geschichte kann man erahnen in welche Richtung die Handlung gehen wird. Das nimmt dem Ganzen aber nicht die Spannung und ich wollte einfach nur wissen wie das alles weiter geht, weshalb ich auch kaum Pausen beim Lesen gemacht hatte.

Die Autorin nutzt hier die Biografie ihrer Großeltern als Grundlage und der Prolog zeigt einem auch einen kleinen Blick in die Zukunft. Denn der Hauptteil des Buches spielt zwischen 1930 und 1941.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und durch die bildhaften Beschreibungen kann man sich alles gut vorstellen.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und vor allem die Hauptprotagonisten sind sympathisch und liebevoll gezeichnet. Mir ist das Schicksal einiger Protagonisten wirklich nahe gegangen und das obwohl das Buch alles andere als einen emotionalen bzw. ausladenden Schreibstil hat. Wahrscheinlich hätte so ein Schreibstil das Buch doppelt so dick gemacht, denn oft bleibt der Schreibstil der Autorin doch sehr nüchtern. Aber trotzdem schafft es die Autorin mit ihren Worten die Hoffnungslosigkeit und Grausamkeit hervorzuheben.

Am meisten hat mich die Liebesszene mittendrin gestört und das die Protagonisten alles so schnell akzeptieren. Nach den ganzen Vorfällen ist es klar, dass sie vieles einfach hinnehmen. Aber anfangs erscheint es mir dann doch etwas absurd die schnelle Akzeptanz und die fehlende Resignation.

Hier in diesem Buch geht es um die Unterdrückung der Russlanddeutschen unter Stalin. Während dieser Zeit wurden diese verfolgt, enteignet und oft auch umgesiedelt, um für die Regierung für wenig Geld zu arbeiten. Einige werden als Regimekritiker einfach hingerichtet. Spitzelnde Nachbarn sind etwas vollkommen normales und es wird alles mögliche getan um die Menschen gefügig zu machen. Denunzierungen sind an der Tagesordnung und sei es nur um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Arbeitslager in Siberien und anderen Teilen der Sowjetunion werden genutzt um Störenfriede aus dem Weg zu schaffen. Zeitgleich kommt in Deutschland Hitler an die Macht, was aber erst in der 2. Hälfte des Buches eine Rolle spielt.

Das Buch ist allein aufgrund des Themas nichts für Menschen mit schwachen Nerven. Trotzdem ist es für mich eine klare Leseempfehlung, denn es gibt nicht so viele historische Romane über diese Zeit und ich finde es ist wichtig darüber Bescheid zu wissen. Das Thema regt zum Nachdenken an und macht klar, dass so etwas wie unter Stalin nicht  mehr passieren sollte und materielle Sachen kaum Wert im Leben haben. Die Protagonisten behalten trotz der Schicksalsschläge ihre Hoffnung und kämpfen für ihre Familie und das finde ich wirklich bewundernswert.

Hoffentlich werden die offenen Fragen in Band 2 der Dilogie beantwortet.

Habt ihr schon den Roman gelesen?

Viele Grüße

Sonntag, 21. April 2019

#196 Bücherregal - Retribution Ridge(Kurzrezension)


Titel(Englisch)Retribution Ridge
AutorAnna Willett
VerlagTHE BOOK FOLKS Australian horror thriller and suspense publishers
GenrePsychothriller
Seiten231 Seiten
Meine Bewertung
1,5/5

 Inhalt

Seit dem Tod ihrer Mutter haben die beiden Geschwister Milly und Judith kaum ein Wort gewechselt. Und nach all den Jahren der Stille lädt Judith Milly zu einer Wandertour in der Nähe von Perth in Australien ein. Auch Harper eine ehemaliger High School Freundin ist mit von der Partie. Alles scheint gut zu laufen, doch die Vergangenheit holt die drei ein. Und plötzlich wird der kleine Wandersausflug zu einem Alptraum.

Review

Es gibt viele überraschende Wendungen, die die Spannung aufrecht erhalten.

Um ehrlich zu sein hatte ich mitten drin den Faden verloren. Es wurde ohne große Hinweise zwischen den Handlungsorten gesprungen und da wusste ich irgendwann nicht mehr was gerade los ist, geschweige denn wer anwesend ist und wer wen jagt. Hier hätte man einfach die Sprünge deutlicher kennzeichnen müssen.
Es gibt auch einige logische Fehler und damit meine ich nicht nur die ungeahnten Kräfte der Protagonisten. Mit manchen Verletzungen kann man nun einmal nicht quer durch den Busch rennen, egal in welcher Situation man sich befindet. Und das war nur ein Fehler von vielen, die die Handlung ins absurde geführt haben.
Das Ende fand ich unpassend und viel zu konstruiert. Es schien ganz so als wolle man einfach nur zum Ende kommen. Und die letzten paar Kapitel hätte man ruhig weglassen können.
Von den ganzen Charakteren fand ich keinen so wirklich sympathisch und mir war es dann auch relativ egal was mit ihnen passiert.


Fazit

Das Buch ist definitiv nichts für jemanden mit schwachen Nerven. Es ist ein ziemlich brutaler Psychothriller und einige Szenen werden ziemlich bildlich beschrieben. Mir hat das Buch wegen der oben genannten Gründe nicht gefallen, wobei es jedoch auf mehreren Plattformen durchaus gute Bewertungen hat.