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Freitag, 17. Juli 2020

#310 Bücherregal - Strandmord


TitelStrandmord(Romy Beccare: 7. Fall)
AutorKatharina Peters
VerlagAufbau Digital
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten336 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Ein aktueller Fall erinnert die Kommissarin Romy Beccare an einen Fall, der schon über 15 Jahre zurück liegt. Denn auch dieses Mal hat der Täter die nackte Frauenleiche am Strand abgelegt und die Lippen mit zwei Ringen verschlossen. Der Verdacht verhärtet sich als sie herausfindet, dass der Täter von damals mittlerweile in Neustrelitz wohnt und vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde. Doch eine Spur spricht klar dagegen, denn das Opfer war allem Anschein nach eine Erpresserin. Und damit hat sie wohl einige Leute gegen sich aufgebracht.


Review

Der Krimi ist auf alle Fälle nichts für zarte Gemüter, auch wenn die Autorin die grausam zugerichteten Leichen nicht detailliert beschreibt. Man kann diesen Teil der Reihe auch komplett ohne Vorwissen lesen. Ganz am Ende des Bandes wird man mit allen nötigen Informationen über jedes einzelne Mitglied versorgt. Positiv hervorheben möchte ich hier auf alle Fälle, dass sich diese Nebenhandlungen nicht unnötig n den Vordergrund stellen und man gerade genug erfährt, damit die Personen greifbar und authentisch wirken.

Allein wegen der vielen Wendungen und möglichen Täter bleibt die Handlung durchgehend spannend. Die Ermittlerin Romy Beccare wirkte auf mich engagiert und sympathisch. Der Fokus liegt durchgehend auf der Ermittlung und somit gibt es auch relativ viele Verhöre und anderes. Das Team versucht zudem zusammen den Fall zu lösen, was mal eine schöne Abwechslung zu anderen Krimis ist.
Und die Autorin hat sich mal wieder ein kritisches Thema für ihre Handlung ausgesucht, denn es geht unter anderem um Medikamententests in der DDR. Das Geschilderte klingt durchaus realistisch.
Das Lokalkolorit ist sehr dezent gehalten und es hätte in meinen Augen ruhig etwas mehr sein können. Schließlich spielt die Handlung ja auf Rügen und ohne die Ortsnamen hätte das alles auch ganz wo anders stattfinden können.

Was mir vor allem ab der Hälfte des Krimis aufgefallen war, sind die teils nicht enden wollenden Dialoge. Manchmal gibt es nur einen kleinen Nebensatz bei einem Dialog, der über eine Seite geht und das ist mir definitiv zu wenig. Schließlich will man ja auch wissen wie diejenigen auf das Gesagte reagieren. Und ich finde es einfach anstrengend so einem Dialog zu folgen. Dadurch und wegen anderer Dinge entstehen immer wieder Längen, die die Spannung dämpfen und die Handlung ausbremsen. Selbst für einen Kriminalroman waren es einfach zu viele Längen.

Mir war das Ende einfach zu dick aufgetragen und ich hätte mir wirklich gewünscht, dass es wie der bisherige Verlauf der Handlung endet. So wirkt das alles einfach nur schrecklich insziniert und somit unglaubwürdig.


Fazit

Mir hat dieser Teil der Reihe jetzt nicht so zugesagt allein wegen der Dialoge. Der Krimi an sich ist eher kurzweilig und ich hatte ihn hauptsächlich wegen dem einfachen Schreibstil innerhalb kurzer Zeit durch gelesen.

Sonntag, 10. Mai 2020

#295 Bücherregal - Bernsteinmord(Kurzrezension)


TitelBernsteinmord(Romy Beccare #4)
AutorKatharina Peters
VerlagAufbau Taschenbuch
GenreKrimi/Lokalkrimi/Ostseekrimi
Seiten337 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Die gefesselte Leiche der Stralsunderin Mona Gluek wurde durch Touristen in einem Sumpf nahe des Schmachter Sees auf Rügen gefunden. Am vorigen Abend ging die Vermisstenanzeige für sie bei der Polizei ein, da sie ihren vierjährigen Sohn Benjamin nicht bei ihrer Babysitterin abholte und nicht zu erreichen war. Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass die Lebensgefährtin von Mona schon seit einem Monat verschwunden ist. Aufgrund dessen muss Romy Beccare ihren gemeinsamen Urlaub mit Jan Riechter abbrechen und zusammen versuchen sie den Mörder von Mona zu finden.

Review

Vor allem der angenehm flüssige Schreibstil gefällt mir an den Krimis von der Autorin.
Immer wieder gibt es überraschende Wendungen und es bleibt lange Zeit offen wer denn nun der Täter ist. Es gibt viele falsche Spuren und man muss aufmerksam lesen um nicht den Überblick über all die Beteiligten Personen zu verlieren. Schließlich kommt jeder als Täter in Frage und das macht das unheimlich spannend. Im Fokus des Krimis stehen die Ermittlungen, während man aber zeitgleich auch immer wieder Kleinigkeiten über die Hauptprotagonisten der Reihe erfährt. So geraten Romy und Jan nicht nur einmal aneinander, allein weil sie einfach auch verschiedene Methoden haben um so einen Fall zu bearbeiten/lösen. Auch über die restlichen Hauptprotagonisten erfährt man wieder einiges. Mir hat die Mischung von beidem Gefallen, allein da die Ermittlungen an sich ziemlich realistisch dargestellt werden. Es wird halt gefühlt jeder Stein umgedreht und jede Spur verfolgt und da ist es auch logisch, dass diese mal ins Leere führen und seitenlang bis auf Verhöre oder ähnliches einfach gar nichts passiert.

Es wird ein nach wie vor aktuelles Thema aufgegriffen und zwar Hasskriminalität gegen Homosexuelle. Was ich ganz gut finde ist, dass die Autorin die Taten an sich nicht in all ihrer Grausamkeit beschreibt und es damit der Fantasie des Lesers überlässt. Lediglich über die Misshandlung und Vergewaltigung wird etwas ausführlicher geschrieben.

Auch das Lokalkolorit ist ganz schön und passt zu dem Bild das man von Rügen hat.
Was mich ein wenig irritiert hatte war der Wechsel der ständige Wechsel der Orte/Erzählperspektive. Das hätte man finde ich besser kennzeichnen sollen.


Fazit

Bisher habe ich erst einen weiteren Krimi aus der Reihe rund um die Ermittlerin Romy Beccare gelesen und mir gefällt sie eindeutig besser die um Emma Klar. Man kann den doch recht kurzweiligen Krimi ganz gut ohne Vorwissen lesen. Mich hat er relativ gut unterhalten, weshalb er auch 4 von 5 Sternen bekommt.

1. Fall: Hafenmord

Freitag, 21. Februar 2020

#280 Bücherregal - Die Spionin






TitelDie Spionin
AutorImogen Kealey
VerlagAufbau Verlag
GenreHistorischer Roman
Seiten457 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de und dem Buchverlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Ihr Aussehen dient ihr als perfekte Tarnung vor den Nazis, denn diese haben fünf Millionen Franc Kopfgeld auf sie ausgesetzt. Doch sie vermuten hinter dem Kämpfer der Résistance einen Mann und nicht Nancy, deshalb gelingt es ihr auch immer wieder unerkannt zu entkommen. Deshalb wurde ihr der Name "Weiße Maus" gegeben, aber alles ändert sich als plötzlich ihr Mann Henri verhaftet wird. Nancy gelingt die Flucht nach England, wo sie von der SOE zur Agentin ausgebildet wird. Zurück in Frankreich ist es ihre Aufgabe 7.000 Partisanen in den Wäldern der Auvergne zu leiten und mit ihnen gegen die Nazis zu kämpfen.

Review

Die Handlung basiert stellenweise auf wahren Begebenheiten, während einiges für die Dramaturgie abgeändert wurde. Mir hat es gefallen mal eine Geschichte über die Résistance zu lesen in der obendrein auch noch eine weibliche Figur die Hauptrolle spielt. Es wurde nachvollziehbar beschrieben wie schwer es war für sie Anerkennung in der Résistance und dann später bei den Partisanengruppen zu bekommen, denn Frauen wurde es einfach nicht zugetraut genau so wie Männer zu kämpfen und handeln zu können. Und genau das musste Nancy im Laufe der Handlung immer wieder unter Beweis stellen, dass das Aussehen und das Geschlecht rein gar nichts über die Fähigkeiten einer Person aussagen.

Was mir auch besonders gut gefallen hatte, dass Nancy nicht als perfekte Heldin dargestellt wurde. Stattdessen wurde auch immer wieder gezeigt, dass auch sie Fehler gemacht hatte und das macht die Handlung realistisch, so sie wirkt als Figur direkt auch menschlicher und authentisch dargestellt.

Durch die vielen kurzen Kapitel und da alles Schlag auf Schlag passiert fliegt man gefühlt nur so durch die Seiten. Mir fiel es einfach unglaublich schwer das Buch auf Seite zu legen, denn ich wollte einfach nur wissen wie es weiter geht. Auch der Schreibstil trägt dazu bei, dass die Handlung einen so fesselt. Er kommt vollkommen ohne Schnörkel und ausschweifende Beschreibungen aus, aber trotzdem hat man immer ein sehr klares Bild vor Augen.

Zwischendurch gab es auch Kapitel aus der Sicht von dem fiktiven Gestapo-Beamten Major Böhm, der sich zur Aufgabe gemacht hatte Nancy zu schnappen. Das sorgt für zusätzliche Spannung und man hofft immer wieder, dass sie ihm ein Schnippchen schlagen und noch einmal entkommen kann. Er ist halt der typische Antagonist und das einzige was er in mir an Gefühlen geweckt hatte war pure Verachtung. Und somit füllt er auch genau die Rolle aus, die ihm in dem Ganzen zugedacht wurde.

Mittlerweile gibt es viele Romane, die sich mit dieser Zeit befassen und auch viele, die die Grausamkeit des Regimes in all ihren Details wiedergeben. Auch wenn hier vieles nur thematisch angekratzt wurde wie die Folter, während Gesprächen und anderes wird nichts geschönt. Vieles lässt sich nur erahnen und das finde ich das Gute an dem Roman. Der Hauptfokus liegt nun einmal auf der Spionagearbeit von Nancy Wake und dem wird die Handlung und somit das Buch vollkommen gerecht.

Das recht düstere Cover hat mir auch zugesagt. Man sieht eine Frau mit einem Fahrrad, die anstatt sich vor den Kampfflugzeugen zu ducken diese anguckt. Und genau das spiegelt Nancy wider, denn anstatt klein beizugeben hat sie immer für die Freiheit von Frankreich gekämpft egal wie die Umstände waren. Und wenn das bedeutete mehrere Hunderte Kilometer mit dem Rad zurück zulegen hat sie das gemacht.

Stellenweise sind leider bestimmte Szenen zu kurz gekommen und dadurch wirken sie abgehakt und ihnen fehlt einfach die Tiefe. Man merkt halt einfach, dass ein Drehbuchautor mit am Werk war und der legt nun einmal den Augenmerk auf ganz andere Dinge, die aber meist besser auf der Leinwand als in einem Buch zur Geltung kommen.


Fazit

Einiges hätte man sicherlich näher an der Realität spielen lassen können, aber mich haben die abgeänderten Szenen nicht groß gestört. An einigen Stellen hat mir nur einfach die Tiefe gefehlt. Es ist auf alle Fälle eine eindrucksvolle Geschichte, die zum Nachdenken anregt und mich hat sie dazu gebracht mich noch mehr mit dem Thema der SOE(Special Operations Executive) und der Résistance auseinander zusetzen.

Sonntag, 22. September 2019

#240 Bücherregal - Jaspers letzter Flirt(Kurzrezension)


TitelJaspers letzter Flirt(Kripo Wattenmeer)
AutorUlrike Busch
VerlagEdition M
GenreKrimi/Nordseekrimi
Seiten302 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Eigentlich sollte Jasper Erikson in dem Auto sitzen, als es in die Luft gesprengt wurde. Doch der Surflehrer entgeht dem Mordanschlag ganz knapp, denn kurz vorher hatte er das Auto verlassen um einer Frau hinterher zu hechten. Auf der Insel weiß jeder, dass Jasper ein richtiger Frauenheld ist und selbst seine Frau und seine zwei Kinder kein Hindernis für ihn darstellen. Dadurch macht er sich nicht nur Freunde, aber trotzdem spielt er den Mordanschlag vor den beiden Komissaren herunter. Doch irgendwann kann es selbst Jasper nicht mehr leugnen, dass das kein Zufall war mit der Explosion und es tatsächlich jemand auf ihn abgesehen hat.


Review

Vor allem das Lokalkolorit hat mir gut gefallen und ich konnte mir Amrum richtig gut vorstellen. Die Beschreibungen der Landschaft fließen immer mal wieder ein und fügen sich prima in die Handlung, so dass sie einen nicht langweilen. Die Ermittler werden zudem immer wieder damit konfrontiert, dass es halt nicht so leicht ist einfach so mal auf einer relativ kleine Insel zu ermitteln auf der gefühlt jeder jeden kennt. Teilweise war es recht schwer die ganzen Verhältnisse der Charaktere untereinander auseinander zu halten, aber so erging es wahrscheinlich auch den Ermittlern und deshalb möchte ich das nicht ankreiden. Zumal ich das alles selbst kenne aus meiner Heimat der Eifel.

Allgemein scheinen die Charaktere sehr realistisch mit all ihren Ecken und Kanten und ihren Geheimnissen. Hier muss man wirklich aufmerksam lesen, damit man nicht den Überblick über all die Menschen verliert.

Auch die Gliederung der Handlung ist wirklich gut, denn die Kapitel sind von der Länge genau richtig. Alle paar Kapitel ist auch der Wochentag angegeben, so dass man immer genau weiß wie viel Zeit vergangen ist.

Die Spannung bleibt allein durch die vielen Wendungen bis zum Ende des Buches erhalten. Einige Kapitel werden zudem aus der Sicht des Täters beschrieben, was die Sache wirklich spannend macht. Denn man erfährt nicht wirklich wer er ist oder in welcher Bindung er zu Jasper steht, weshalb das alles sehr undurchsichtig bleibt. Deshalb kann man auch bis zum Ende mit raten, was ich immer sehr gerne mache.

Um ehrlich zu sein fand ich die Auflösung des Falls alles andere als gelungen. Es wirkt alles extrem konstruiert und sehr weit hergeholt. Hier hätte man lieber entweder direkt einen anderen Täter auswählen sollen oder einen anderen Tathergang.



Fazit

So wirklich weiß ich noch nicht, ob ich die Buchreihe weiter verfolgen möchte. Es war vielleicht nicht die beste Entscheidung direkt mit Band 2 anzufangen, deshalb werde ich noch ein weiteres Buch lesen und der Reihe an sich noch eine Chance geben. Mittlerweile besteht sie aus 7 Teilen und eigentlich liebe ich solche Krimireihen, bei denen es keine schlimm zugerichteten Leichen gibt und die so ruhig verlaufen.

Es ist auf jeden Fall ein unterhaltsamer Krimi, der aber leider mit seinen 300 Seiten eher kurzweilig ist. Zudem wird so gut wie kein Blut vergossen und die Handlung plätschert munter vor sich hin. Wobei sich die Längen in Grenzen halten, denn so viele Seiten hat der Krimi ja nicht.

Sonntag, 15. September 2019

#238 Bücherregal - Todeshaff(Kurzrezension)


TitelTodeshaff(Emma Klar ermittelt 2)
AutorKatharina Peters
VerlagAufbau Digital
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten394 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Christoph Klausen saß 10 Jahre wegen Totschlag im Gefängnis, wobei nie ermittelt werden konnte warum er diese Tat beging. Während Emma Klar ihn als verdeckte Ermittlerin beschattet kann sie keine ungewöhnlichen Vorkommnisse feststellen. Nachdem zwei entstellte Leichen in einer Ferienanlage an der Ostsee entdeckt werden, gehört Klausen zu den Verdächtigen. Kann es wirklich Klausen gewesen sein? Und wie nah kann man einem Verdächtigen kommen ohne dabei als nächstes Mordopfer zu enden?


Review

Immer wieder schafft es die Autorin einen an der Nase herum zuführen und so bleibt es bis zum Schluss spannend.

Auch hier steht Emma wieder im Vordergrund und so erlebt man wie sie wieder aneckt und sich während der Ermittlung ihren eigenen Weg sucht. Spannend bleibt dieser Weg auf alle Fälle, denn er endet in einem Cliffhanger und man erfährt nicht wieder ausgeht. Die anderen im Ermittlerteam bleiben eher blass. Dafür erfährt man aber erstaunlich viel über die Verdächtigen und das ist ja auch nicht schlecht.

Es lässt sich alles flüssig lesen und so fliegt man nur durch die Seiten. Durch die bildhaften Beschreibungen kann man sich sowohl die Charaktere als auch die Umgebung gut vorstellen. Wobei die Tatort recht nüchtern und sachlich beschrieben werden, was mir recht gut gefallen hat.

Was mich ein wenig gestört hat waren die Dialoge. Oft habe ich genau an der Stelle den Faden verloren und es fiel mir dann auch schwer wieder in die Handlung hineinzufinden.

Auch bei der Namenswahl hätte man ruhig etwas kreativer sein können. So etwas wie "Klaus" und "Klausen" kommt vor, aber macht sich in einem Buch nicht so gut. Bei einigen Charakteren hat man einfach kein klares Bild vor Augen und das kommt erschwerend hinzu.

Das Lokalkolorit fehlt leider völlig. Mir fehlt etwas die Ostsee, die Haff vom Titel und anderes. So könnte es rein theoretisch überall spielen und das ist irgendwie schade.



Fazit

Man muss nicht unbedingt "Todesstrand" vorher gelesen haben um sich in der Handlung zurecht zu finden, denn es werden genügend Hintergrundinformationen geliefert.

Alles in allem ist es ein kurzweiliger Krimi bei dem unter anderem um Jugendwerkhöfe in der ehemaligen DDR geht. Der Handlungsstrang ist gut herausgearbeitet und so erfährt man einiges über die Vorgehensweisen in solchen Einrichtungen. Es ist wirklich erschreckend das alles zu lesen, weshalb der Krimi wahrscheinlich nichts für Zartbesaitete ist. Die Autorin beschreibt das Thema nicht reißerisch oder bildhaft, aber trotzdem stimmt es nachdenklich. Wobei es etwas schade ist, dass das alles nur so angeschnitten wurde und es mehr wie eine Randerscheinung behandelt wurde.

Das Buch wirft auf jeden Fall einige berechtigte Fragen auf. Ist Emma Klar wirklich in der Lage in diesem Beruf zu arbeiten trotz ihrer Vergangenheit? Wird sie irgendwann die Seiten wechseln, weil die Mordlust zu groß geworden ist? Schließlich kann sie ihre Peiniger nicht mehr für das bestrafen, was sie ihr angetan haben. Wie weit darf Selbstjustiz gehen? Kann das alles was in den Jugendwerkhöfen passiert ist überhaupt angemessen bestraft werden?

Rezension zu "Todesstrand"

Sonntag, 18. August 2019

#230 Bücherregal - Hafenmord(Kurzrezension)


TitelHafenmord
AutorKatharina Peters
VerlagAufbau Taschenbuch
GenreKrimi/Lokalkrimi/Ostseekrimi
Seiten316 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Die Leiche des seit Tagen vermissten Kai Richardt wird im Keller einer ehemaligen Fischfabrik in Sassnitz gefunden. Das ist der erste Fall von Romy Beccare in ihrer neuen Dienststelle auf Rügen und eigentlich hatte sie mit einem ruhigeren Start gerechnet. Während das Gelände routinemäßig durchsucht wird, stößt das Team auf das Skelett einer Frauenleiche in einem der vielen Kühlgeräte. Und schnell stellt sich heraus, dass diese Frau auf brisante Informationen bezüglich Kai Richardt stieß und diesen auch zur Rede stellte. Doch wie hängen diese Fälle zusammen? Warum wurde Kai so viele Jahre nach der Frau ermordet und was deckte diese auf?

Review

Durch die vielen ausführlichen Beschreibungen kann man sich alles gut vorstellen. Immer wieder merkt man wie die Ermittlerin an ihre Grenzen stößt, denn die Bewohner der Insel sind alles andere als gesprächig. Auch auf die ehemaligen DDR und die Wiedervereinigung wird hier Bezug genommen und wie sich dadurch das Leben der Menschen auf Rügen verändert hatte.

Die Ermittlerin Beccare hat eine wirklich interessante Lebensgeschichte und im ersten Teil der Reihe erfährt man gerade so viel, dass man sich ein ungefähres und gutes Bild von ihr machen kann. Zudem ist sie eine sympathische Ermittlerin.

Im Fokus steht jeder Zeit die Ermittlung, was auch zu einem so kurzweiligen Krimi sehr gut passt, denn alles andere hätte nur gestört. Leider gibt es deswegen auch stellenweise ziemlich viele Verhöre am Stück, was aber ja auch zur Aufklärungsarbeit gehört.
Die Handlung nimmt erst ab der Hälfte an Fahrt auf und ab dann passieren die Dinge quasi Schlag auf Schlag.
Das Ende war jetzt nicht wirklich überraschend, aber da es sich aus dem Handlungsverlauf ergibt passt es definitiv zum Buch. Ich finde es immer schlimm, wenn dann irgendein absolut unlogisches Ende gewählt wird nur um einen wirklich überraschenden Höhepunkt zu kreieren.

Leider sind die meisten Charaktere viel zu stereotypisch und so handeln sie dann meist auch. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht und unvorhersehbare Handlungsweisen gewünscht. So nimmt es dem Ganzen doch ganz schön die Spannung.
Auch sonst gibt es ziemlich wenig Hintergrund- bzw. Nebenhandlung und mir fehlt irgendwie das gewisse Etwas bei dem Großteil der Hauptprotagonisten. Sie sind dann doch sehr blass und erscheinen austauschbar.


Fazit

Hierbei handelt es sich um den 1. Band einer Buchreihe rund um die Ermittlerin Romy Beccare. An sich ist es ein typischer Ostseekrimi, denn die Handlung bleibt durchgehend ruhig und auch die Ostsee an sich spielt eine Rolle. Er trumpft auf jeden Fall mit einer durchweg spannend beschriebenen Handlung auf und kommt dabei ohne bildhaft beschriebene Morde aus.
Ich bin auf jeden Fall gespannt darauf, ob sich der Fokus in den nachfolgenden Bänden nicht doch auf die Hauptprotagonisten verschiebt. Es ist auf jeden Fall mal tatsächlich etwas anderes einen Krimi mit so wenig Nebenhandlung zu lesen und da sticht er wirklich positiv heraus.
Ansonsten ist es auf jeden Fall ein eher leichter Krimi und er eignet sich auch prima für zwischendurch oder für den Urlaub.

Freitag, 17. Mai 2019

#203 Bücherregal - Hannah und ihre Brüder








Titel(Deutsch)Hannah und ihre Brüder
Titel(Englisch)Once we were brothers
AutorRonald H. Balson
VerlagAufbau Digital
GenreHistorischer Roman
Seiten476 Seiten
Meine Bewertung
4/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Auf einer Spendengala in Chicago hält Ben Solomon dem für seine Spenden für wohltätige Zwecke bekannte Elliot Rosenzweig eine Waffe an den Kopf. Er beschuldigt diesen als hochrangigen SS-Offizier, der in Polen als "Schlächter von Zamość" bekannt war. Da der Beschuldigte jedoch all das abstreitet wendet sich an eine Anwältin, welche mit ihm zusammen Elliots wahre Identität beweisen soll. Denn dieser war scheinbar einst das deutsche Ziehkind von Bens Vater und hatte sich dann im Laufe des Krieges gegen seine Familie gewandt. Liegt Ben mit dieser Vermutung überhaupt richtig?


Review

Der Handlungsort ist in Polen und wird auch gut beschrieben. Die Hauptprotagonisten sind Juden und man lernt im Laufe des Buches viel über den Holocaust und die Restriktionen, die die Juden betrafen. Es werden auch viele heutzutage mitunter nicht mehr so bekannte Fakten erwähnt, wie die Endlösung der Judenfrage für die Heydrich beauftragt wurde und wie die speziell aussah. Und an vielen Stellen macht es einen wirklich fassungslos beim Lesen was diese Endlösung betraf, denn so etwas scheint heute unvorstellbar.

Allein die Kombination der Hauptprotagonisten bietet jede Menge überraschendes Konfliktpotential. Allein weil Otto ja von Juden quasi groß gezogen wurde stellt sich einem immer wieder die Frage, wie dieser so ein hochtragender SS-Offizier werden konnte.

Die ganze Zeit stellt sich zudem die Frage, ob Elliot wirklich Otto ist oder ob es sich um einen Irrtum handelt. Und wie man so etwas beweisen kann, denn bei einem so reichen und hoch angesehenen Mann braucht man schon wirklich sehr gute Beweise. Und die Suche danach wird wirklich gut und vor allem spannend dargestellt.

Beide Geschichten laufen parallel ab und dem einen gefällt so etwas und dem anderen nicht. Ich fand es an manchen Stellen störend, aber auch eher weil ich unbedingt wissen wollte wie es weiter ging und nicht erst wieder was aus der Gegenwart lesen wollte. Das stört dann auch den Lesefluss, auch wenn es zeitgleich die Spannung aufrecht erhält. Es ist ja doch beides sehr wichtig, also die Gründe für Ben seine Klage und ob er letztendlich damit durchkommt, schließlich sind es keine kleinen Vorwürfe.

Mich hat die Romanze etwas gestört, aber da es wohl eine fortlaufende Serie ist macht sie durchaus Sinn. Sie dient wohl unter anderem als Hintergrundstory, die einen durch die Bände webt. Ich werde das jetzt mal nicht negativ anwerten, da sie sich auch nicht in den Vordergrund drängt und man sie gut ignorieren kann.


Fazit

Bisher habe ich nur Bücher in dem Genre gelesen, bei denen allerhöchstens der Prolog oder Epilog in der Gegenwart spielten. Hier ist es aber so, dass oft ein kleiner Teil vom Kapitel in der Gegenwart spielt und der Rest in Form von Rückblenden beschrieben wird. So lernt man während dem Lesen viel über die amerikanische Justiz. Die Gegenwart wird aus Sicht eines personalen Erzählers wider gegeben und die Vergangenheit aus der Sicht von Ben, so dass man auch viel über seine Gedanken zu der Zeit erfährt. Dieser Teil aus Bens Sicht ist immer mit Zeit- und Ortsangabe versehen, damit die beiden Teile leicht unterscheiden kann.

Der englische Titel "Once we were brothers" passt auf jeden Fall besser zur Lektüre, da Hannah quasi nur eine Randfigur spielt und kaum auftaucht. Im Vordergrund steht auf jeden Fall das Verhältnis Ben zu Otto, denn die ganze Zeit stellt sich die Frage warum Otto so handelte. Hierbei handelt es sich um den Debütroman des Autors und das merkt man leider auch an einigen Stellen. Jedoch hebt sich der Roman definitiv von anderen in diesem Genre ab und mir fiel es zeitweise wirklich schwer ihn aus der Hand zu legen. Zudem zeigt er einem, dass man den Holocaust nie vergessen sollte.

Freitag, 5. April 2019

#191 Bücherregal - Todesstrand


TitelTodesstrand(Emma Klar ermittelt 1)
AutorKatharina Peters
VerlagAufbau Digital
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten250 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Nach dem Emma Klar bei einem Einsatz als Polizistin entführt und gefangen gehalten wurde, erhält sie eine neue Identität und zieht nach Wismar. Aber anstatt die Füße hoch zu legen und sich einen ruhigeren Job zu suchen eröffnet sie eine Privatdetektei. Bei ihrem ersten Fall soll sie den Selbstmord eines Teenagers untersuchen, denn ihr Vater zweifelt diesen an. Und wähend den Ermittlungen stößt sie auf den Namen "Teith". Auch einer ihrer Entführer hieß so und Emma wird schnell klar was das bedeuten könnte.

Review

Der Schreibstil ist präzise und auf den Punkt gebracht, was die Spannung aufrecht erhält. Wirklich nennenswerte Nebenhandlung gibt es nicht. Mir hat vor allem gefallen, dass hier nicht auf dramatische Szenen gebaut wurde, was zudem auch nicht zum Thema gepasst hätte. So ein Thema an sich ist schon tragisch genug und muss nicht noch extra aufgebauscht werden.
Es gibt zwei Handlungsstränge und viele unerwartete Wendungen, die für Spannung sorgen.
Die Hauptprotagonisten Emma ist wirklich gut ausgearbeitet und man erfährt auch ziemlich viel über ihre nicht so schöne Vergangenheit. Dadurch versteht man auch warum sie eine Privatdetektei hat und warum ihr der Fall so Nahe geht. Auch wenn ich mich persönlich frage warum sie gewisse Risiken eingeht, schließlich will oder muss sie ja ihre neue Identität aus einigen Gründen geheim halten und an manchen Stellen wäre sie fast aufgeflogen. Ich frage mich, ob ihre persönlichen Motive in den Nachfolgebänden noch einmal aufgegriffen werden. Denn in diesem Band kommen sie eindeutig zu kurz!

Mir persönlich hätten klarere Übergänge bei Personen- bzw. Ortswechseln besser gefallen. So wird man einfach aus einer Szene gerissen und verliert dadurch schnell den Überblick. Manchmal hat man dadurch auch das Gefühl als würden wichtige Details fehlen.
Zudem gab es für das kurze Buch einfach viel zu viele Charaktere. An sich sind sie alle liebevoll gezeichnet und haben ihre Eigenheiten, jedoch hätte man sich auf einige wenige beschränken sollen. Viele bleiben deshalb blass, was ich ziemlich schade finde.
Auch fehlt mir etwas der Bezug zur Ostsee, hier hatte ich einfach mehr erwartet. Auch den Titel fand ich zu reißerisch.



Fazit

Hierbei handelt es sich um einen kurzweiligen und sehr spannenden Ostseekrimi. Durch die Themen Vergewaltigung und Menschenhandel ist es wahrscheinlich nichts für jemanden mit schwachen Nerven.
Hierbei handelt es sich um den Auftakt einer Reihe und ich bin wirklich gespannt auf die Fortsetzung.

Freitag, 4. Januar 2019

#165 Bücherregal - Paranoia


TitelParanoia
AutorJoseph Finder
VerlagAufbau Digital
GenreThriller
Seiten529 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Adam Cassidy veruntreut Gelder von der Firma in der er angestellt ist. Daraufhin heuert sein Chef ihn als Spion an und zwingt ihn dazu in einer anderen Firma an Informationen zu einem Geheimprojekt zu kommen. Schnell merkt er, dass der Deal für ihn zum Verhängnis werden kann.

Review

Das Buch ist relativ spannend. Die Geschwindigkeit vom Handlungsverlauf steigert sich nach und nach und hat eine ziemlich lange Anlaufzeit.
Es ist wirklich gut, dass bei Cassidy nicht alles perfekt läuft und er einige Probleme lösen muss.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen.
Es gibt viele Wendungen und ein überraschendes Ende.
Manche Charaktere schätzt man völlig falsch ein.
Die Szenen und die Umgebung werden bildhaft und detailliert beschrieben. Man kann sich alles prima vorstellen und fast schon den Luxus riechen bzw. Fühlen. Es ist erstaunlich an wie viele Bonussachen Cassidy kommt und vor allem wie leicht.
Der Handlungsstrang rund um den Vater gibt dem ganzen Tiefe und erfährt erst am Ende was für eine Bedeutung das alles hat. Ansonsten gibt es kaum Nebenhandlung.

Durch die vielen Charaktere ist alles ziemlich verworren und unübersichtlich.
Einige Charaktere sind sehr überzeichnet, viel zu stereotypisch und erinnern mehr an eine Karikatur.
Der letzte Teil vom Buch ist qualitativ nicht so hochwertig wie der Anfang. Wegen der Handlungssprünge verweilt man kaum in der Szene.
Die Liebesgeschichte empfand ich als störend und man hätte sie ruhig weglassen können.
Das Ende fühlt sich unvollständig an, auch wenn alle offenen Fragen an sich beantwortet werden. 


Fazit

Der Fokus legt auf dem Erhalten von Information von dem Geheimprojekt. Das Buch ist definitiv eine gute Grundlage für den Film, welchen ich noch angucken will. Es hat mich gut unterhalten, obwohl ich solche Spionagebücher in der Regel nicht lese. Man hat es zudem gefühlt schnell durch gelesen, was bei einem Thriller ja so sein sollte.
Um ehrlich zu sein hatte ich einen anderen Ausgang der Handlung erwartet.