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Sonntag, 29. September 2019

#242 Bücherregal - Grenzfälle(Kurzrezension)


TitelGrenzfälle: Wie Mauern so kalt
AutorElke Bergsma
VerlagBooks on Demand
GenreKrimi/Ostseekrimi
Seiten302 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Durch die Erdbeben in der Provinz Groningen sind etliche Gebäude unbewohnbar. Am Tag des Umzugs in ein Altenheim findet im Juni 2018 ein älteres Ehepaar die Leiche einer jungen Frau auf ihrem Hof, wo früher sich die Schweine im Dreck gesuhlt hatten. Bei der Toten handelt es sich um eine deutsche Studentin, die in Groningen studierte und im Zuge eines Uniprojektes Zeichnungen der beschädigten anfertigte. Könnte sie mit dem Projekt den falschen Leuten auf die Zehen getreten sein? Oder hat der Mord vielleicht ganz andere Hintergründe?


Review

Die beiden Ermittler sind wirklich sympathisch und ich habe ihnen gerne über ihre Arbeit gelesen. Es gibt wirklich viel Lokalkolorit und durch die vielen detaillierten Beschreibungen, kann man sich alles gut vorstellen. 

Man konnte wirklich gut mit raten, was ich auch immer gerne mache. Oft wurde man auf die falsche Fährte gelockt und lange Zeit hatte ich die völlig falschen Leute in Verdacht. Durch die vielen Wendungen bleibt es bis zum Ende spannend. Zusammen mit den Ermittlern kommt man dem Täter immer näher und ich liebe es einfach, wenn die Auflösung zu Greifen nahe ist und sich dann in Luft auflöst, weil es doch wieder nur eine falsche Vermutung war.

Es gibt zwei Handlungsstränge und man verfolgt alles einmal aus Sicht der Ermittler und einmal aus Sicht einer anfangs nicht näher beschriebenen Person, die man aber im Laufe der Handlung immer besser kennen lernt.

Was mich gestört hatte waren die vielen niederländischen Begriffe. Für einige musste ich dann doch die Fußnote zu rate ziehen und das hat ziemlich den Lesefluss gestört. Auch wenn ich es schön fand mal etwas "ortstypisches" zu lesen wie den Dialekt, hat es dann teilweise ziemlich gestört, weil man es ohne Fußnote einfach nicht verstanden hat.

Die Auflösung fand ich etwas zu konstruiert und "zu viel". Auch sonst fehlt mir an manchen Stellen eine angemessene Situation der Charaktere, denn stellenweise reagieren sie total gelangweilt und das egal wie heftig die einzelnen Geschehnisse sind. Vor allem am Ende fällt das auf und auch wenn das ein leichter Krimi sein soll, wirkt es einfach total deplatziert. Manches kann man nicht einfach so wegstecken und leider vergisst die Autorin das an der ein oder anderen Stelle.

Fazit

Hier wurde eine glaubhafte Geschichte rund um die Erdbeben, die durch die Gasgewinnung in der Groninger Provinz vorkamen bzw. vorkommen und etliche Gebäude zerstört haben, gestrickt. Die Vermischung von Realität und Fiktion fand ich wirklich gelungen.

Ein abschließendes Urteil über die neue Reihe möchte ich erst fällen, wenn ich noch einen Teil davon gelesen habe. Es ist quasi eine Art Crossover mit der Büttner-Reihe, was wirklich interessant ist und der niederländische Kollege ist auch wirklich sympathisch.

Der Krimi ist kurzweilig und lässt sich gut in einem durch lesen durch den flüssig zu lesenden Schreibstil. Es gibt einige lustige Stellen und am liebsten hätte ich danach noch einen guten Krimi gelesen, denn dieser hatte mich gut unterhalten. Trotzdem kann ich nur 3,5 Sterne vergeben, denn mir hat einfach das gewisse etwas gefehlt.

Freitag, 16. November 2018

#151 Bücherregal - Der Münchner Parkhausmord





Titel(Deutsch)Der Münchner Parkhausmord
AutorDaniel Reinhard
VerlagBooks on Demand
GenreTrue-Crime/Sachbuch
Seiten260 Seiten
Meine Bewertung
5/5


Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei dem Autor für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.


 Inhalt

Die Millionärin Charlotte Böhringer wurde 2006 erschlagen in ihrer Wohnung über ihrem eigenen Parkhaus aufgefunden. Der Neffe Bence Toth sitzt seit dem wegen einem Indizienprozess lebenslänglich im Gefängnis. Es gibt jedoch nach wie vor Menschen in dem Umfeld von Bence Toth, die an einen Justizirrtum glauben. In diesem Buch wird nach den Fehlern in diesem Prozess gesucht um herauszufinden, ob Bence Toth unschuldig ist.

Review

Der Autor beleuchtet den Fall aus allen möglichen Blickwinkeln und zeigt warum Bence Toth trotz Ungereimtheiten bei einem Indizienprozess verurteilt wurde. Es wird schnell klar, dass bei so einer unklaren Beweislage jedes noch so kleine Detail entscheidend ist. Es wurde zum Beispiel auch die Beladung der Spülmaschine untersucht und auch das Briefpapier im Büro wurde auf DANN-Spuren untersucht.
In dem Buch werden auch die Argumente der Verteidigung beim Revisionsprozess unter die Lupe genommen.
Am Schreibstil merkt man, dass der Autor Politikwissenschaften studiert hat. Die Sätze sind auf den Punkt gebracht und mit allerlei Fachausdrücken gespickt. Man merkt vor allem, dass er Ahnung von dem Thema hat und weiß worauf es bei einem Prozess ankommt. Das Buch liest sich flüssig und es fiel mir leicht dem Autor zu folgen. Es ist ein nüchterner Schreibstil und durch die vielen Querverweise weiß man auch immer wie der Autor zu den Schlussfolgerungen gekommen ist.

Zwischendurch hat man das Gefühl als würde ewig ein und dasselbe besprochen, aber das hat auch viel mit dem Prozess an sich zu tun. Deshalb könnte man das alles auch als Haarspalterei betiteln, wenn man außer Acht lässt wie so eine Anklage überhaupt zu Stande kommt bzw. kam. Letztendlich kann nämlich das kleinste Detail zu einer Verurteilung führen oder zu einem Justizfehler, der sich negativ auf den Prozess auswirkt.


Fazit

Es gibt wahrlich spannendere und widersprüchlichere Fälle, wie die NSU-Morde u.a.. Jedoch finde ich vor allem bei diesem Fall die Frage sehr spannend, wieso die Angehörigen an der Unschuld von Bence Toth festhalten trotz all der Indizien, die gegen ihn sprechen. Das Buch sticht allein wegen seinem sachlichen Schreibstil unter den True-Crime Büchern hervor, da hier vollkommen auf reißerischere Redewendungen verzichtet wird.
Der Fall wurde groß in den Medien aufgearbeitet, obwohl er an sich ja nicht äußerst spannend ist oder meiner Meinung nach eine so große Aufmerksamkeit der Medien rechtfertigt. Und da stellt sich auch die Frage warum dieser Fall so kontrovers besprochen wurde. Sitzt Bence Toth tatsächlich fälschlicherweise im Gefängnis? Oder ist diese Behauptung nur eine PR-Masche? Nach dem Lesen des Buches kann man sich eine fundierte Meinung zu dem Fall bilden.

Freitag, 12. Oktober 2018

#141 Bücherregal - Tausend Farben des Glücks


TitelTausend Farben des Glücks
AutorElla Wünsche
VerlagBooks on Demand
GenreLiebesroman
Seiten302 Seiten
Meine Bewertung
2/5

 Inhalt

Stellas Leben verläuft so ganz und gar nicht nach ihren Vorstellungen. Sie ist mittlerweile Mitte 30 und ist nach wie vor nicht über die Scheidung hinweg. Zu allem Übel hat ihr Ex-Mann jetzt genau das was ihr bisher verwährt geblieben ist: Ein eigenes Kind. Ihre Freundin ermuntert Stella dazu eine Selbsthilfegruppe zu suchen um über das hinweg zukommen. Dort lernt sie Simon kennen, einen Witwer mit 2 Kindern und ausgerechnet für ihn beginnt sich Stella zu interessieren.

Review

Besonders gut gefällt mir das Cover von dem Buch.

An vielen Stellen war die Handlung einfach nur langatmig und zog sich wie Kaugummi.
Es gibt einfach zu viele Plot-Holes/Handlungslöcher und als Leser wie man oft vor vollendete Tatsachen gestellt. Man muss quasi akzeptieren, dass Person A Person B verziehen hat, aber warum oder wie das alles von statten ging wird nie thematisiert. Dadurch fiel es mir auch schwer der Handlung zu folgen, da einfach zu viele Sprünge durch diese Löcher vorhanden sind.
Oft klingt alles ziemlich weit hergeholt und erzwungen, weshalb die Charaktere auch nicht authentisch erscheinen und scheinbar entgegengesetzt ihrer eigenen Charakterzüge handeln. Vor allem Stellas sprunghafte Art konnte ich absolut nicht nachvollziehen.
Solche Themen wie Depression werden zwar angerissen, aber nie wirklich anständig verarbeitet. Es scheint fast so als würde eine Selbsthilfegruppe den Gang zum Therapeuten ersparen und das hinterlässt einen faden Nachgeschmack. Es ist nun einmal ein sensibles Thema und es wird quasi ausgenutzt wird um zu zeigen, dass Frau/Mann nur einen Partner bzw. eine Selbsthilfegruppe braucht und alles ist wieder okay.
Das Ende hat mich persönlich sehr wütend gemacht. [Achtung Spoiler!]: Das Kind dient nur als Lückenfüller und die Person muss unbedingt ein Kind haben, weil alle anderen eins haben. Zudem ist es nicht so leicht Pflegeeltern zu werden wie dargestellt.

Obwohl der Schreibstil angenehm flüssig zu lesen ist, hätte er ruhig detaillierter und auch emotionaler sein können.


Fazit

Ich hab mir bei den vielen positiven Bewertungen einfach mehr erhofft und war im Endeffekt froh, dass ich mir das Buch nur ausgeliehen hatte. Mir hat das Buch einfach zu wenig Tiefgang in Sachen Charaktere und Handlung für solch sensible Themen und man hätte definitiv mehr aus dieser Handlung rausholen können.

Sonntag, 17. Juni 2018

#108 Bücherregal - Sternstunden der Menschheit(Kurzrezension)


TitelSternstunden der Menschheit
AutorStefan Zweig
VerlagBooks on Demand
GenreKlassik/Historischer Roman
Seiten225 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Stefan Zweig erzählt in 14 Kurzgeschichten bedeutende Sternstunden der Menschheit. Unter anderem befasst er sich hier mit Goethe, Leo Tolstoi, Cicero und Lenin. Stefan Zweig selbst nannte diese Kurzgeschichten "historische Miniaturen".

Review

Der Schreibstil ist angenehm und ansprechend. Der Autor erzählt spannend und detailliert und man merkt richtig wie dramatisch manche Situationen waren. Man erfährt wieso es überhaupt erst soweit gekommen ist und man kann sich alles gut vorstellen.
Mir fiel es teilweise richtig schwer das Buch aus der Hand zu legen, weil manche Gechichten richtig fesselnd erzählt werden.
Die Auswahl finde ich sehr interessant, zum Beispiel geht es um Scotts Südpolexpedition und die Schlacht um Waterloo. In einer Geschichte geht es auch darum wieso das mit dem Überseetelegraphenkabel zwischen Irland und Neufundland so schwierig war. Alles in allem geht es um viele Geschehnisse, die auf den Fehlentscheidungen einer einzelnen Person oder einen kleinen Gruppe beruhen.


Fazit

Die Texte sind  kurz und ich kann es jedem empfehlen, da es ein wirklich lesenswertes Buch ist. Man sollte sich auf alle Fälle Zeit nehmen für das Buch.

Sonntag, 15. April 2018

#90 Bücherregal - Ich fühle so tief ich kann(Kurzrezension)


TitelIch fühle so tief ich kann
AutorLiane Cornelius
VerlagBooks on Demand
GenreRoman/Autobiografie
Seiten396 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Liane Cornelius ist hochsensibel und in ihrem autobiografischem Roman erzählt sie uns von den Schattenseite dieser Gabe. Als Kind hatte es Lilly nicht leicht und auch im Erwachsenenalter zieht sie das Unglück magisch an. Sie muss mehrerer schwere Operationen über sich ergehen lassen und dadurch lernt sie Andreas kennen. Er ist ihr Physiotherapeut und so ganz anders wie sie selbst. Während sie warmherzig ist, lässt er so gut wie keine Gefühle zu. Sie verliebt sich in ihn und merkt nicht, wie sehr er sie manipuliert.

Review

Das Buch ist in einem angenehm flüssigen Schreibstil verfasst und beinhaltet viel Hintergrundhandlung und ist mit sehr vielen liebevollen Details versehen. Es tauchen nur wenige Personen auf, aber diese werde alle sehr detailliert beschrieben.
Ich konnte Lillys Gedankengänge als ebenfalls hochsensible Persönlichkeit durchaus nachvollziehen, auch wenn sie um einiges emotionaler ist als ich.
Das Cover ist wunderschön, jedoch müsste die Schrift etwas heller sein. Es passt zum Buch an sich, da es sich um eine Liebe zwischen einer sehr warmherzigen und einer kühler Person handelt.
Besonders gefallen haben mir die kurzen Texte zu Beginn und am Ende des Buches.

Für meinen Geschmack war alles ein wenig zu langamtig, doch für eine Autobiographie in der Dicke ist es eine durchaus gängie Handlungsgeschwindigkeit.

Die Liebe findet auf anderer Ebene statt und somit auf eine ganz andere Art und Weise. Dadurch weiß man nicht immer was gerade wirklich geschieht und was nicht.


Fazit

Man muss sich beim Lesen voll und ganz auf das Buch einlassen. Wenn man auf übernatürliche Bindungen zwischen Menschen und dem Thema Dual-Seelen steht, dann ist es wahrscheinlich eine durchaus interessante Lektüre.

Die Autorin bietet auf ihrer Homepage einen Test an, ob man als Leser für das Buch infrage kommt.

Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Liane Cornelius für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares über das Portal https://rezi-suche.de/
Weitere Infos zum Buch findet ihr übrigens auf der Seite von Liane Cornelius: Hier (Werbung gemäß §2 Nr.5 TMG)