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Freitag, 12. Februar 2021

#357 Bücherregal - Hope Street

   


TitelHope Street: Wie ich einmal englischer Meister wurde
AutorCampino
VerlagPiper Verlag
GenreSachbuch/Autobiografie
Seiten357 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Campino erzählt in diesem Buch von seiner großen Leidenschaft zum Fußballverein Liverpool FC und wie es überhaupt dazu kam. Unter anderem geht es auch um seine Familie, wie es für ihn war in einer deutsch-englischen Familie aufzuwachsen und vor allem wie sehr die Leidenschaft zum Fußball sein Leben als Sänger beeinflusst. 


Review

Hier kann ich jedem die Hörbuchversion Nahe legen, denn Campino selbst hat sie eingesprochen und an einigen Stellen gibt es auch ein paar Songs zu hören. So hat man das Gefühl als würde er einem selbst all das erzählen, wobei wenn er das getan hätte wäre seine Stimme wahrscheinlich etwas euphorischer gewesen. An manchen Stellen wird alles etwas ausufernd erklärt und man hat das Gefühl als käme er vom Hölzchen aufs Stöckchen, was teilweise durch den nicht chronologischen Aufbau des Buches verstärkt wird.

Obwohl ich mit Fußball absolut gar nichts anfangen kann und es hier ja wirklich viel darum geht, hat es mich erstaunlicherweise nicht gelangweilt. Das Hörbuch hatte ich während dem Malen gehört und ich fand es ganz angenehm, wie er über seine Liebe für Fußball geredet hatte. Hauptsächlich geht es hier um den FC Liverpool, über dessen Geschichte man einiges erfährt. Dabei werden auch die negativen Ereignisse nicht außen vorgelassen und ich finde es gut, dass er mit solchen Themen so sensibel umgeht.

Neben der Liebe zum Fußball geht es hier außerdem um Campinos Kindheit und wie es für ihn war in einer deutsch-englischen Familie in der Nachkriegszeit aufzuwachsen. Und wie sehr ihn all das geprägt hat. Man erfährt wirklich viel über seine Eltern und wie die sich kennen lernten und mit was für Hürden diese zu kämpfen hatten. Man merkt einfach wie viel Zeit er in die Spurensuche gesteckt hat und es ist einfach immer interessant Geschichten aus der Nachkriegszeit zu hören. Unter anderem wird von den Briefen erzählt, die Campinos Vater seinem Großvater schrieb. Was Campinos Sohn/Familie und die Familien der anderen Bandmitglieder betrifft erfährt man so gut wie nichts, was man ja schon von seinen zahlreichen Interviews gewohnt ist.

Ein wenig erfährt man auch über "Die Toten Hosen", auch hier werden die negativen Ereignisse nicht ausgelassen. Es war ganz interessant zu erfahren wie sehr die Liebe zum Fußball die Band beeinflusst im positiven wie im negativen Sinne. Und Geschichten aus dem Touralltag finde ich ohnehin immer interessant. Hier möchte ich einfach nur einmal anmerken, dass diese Abschnitte einen wirklich kleinen Teil im Buch einnehmen und das sollte einem vorm Lesen/Hören bewusst sein, wenn man nicht enttäuscht werden möchte und mit den anderen Themen wenig anfangen kann.

Fazit

An sich ist es ein eher kurzweiliges Buch in dem Campino unzählige Anekdoten zu unterschiedlichen Themen erzählt. Vieles wird mit Selbstironie erzählt und so finden sich einige sehr lustige Stellen im Buch.

Freitag, 16. Oktober 2020

#330 Bücherregal - 9 1/2 perfekte Morde


Titel9 1/2 perfekte Morde
AutorAlexander Stevens
VerlagPiper Verlag
GenreTrue Crime
Seiten224 Seiten
Meine Bewertung
4/5

 Inhalt

Die Dunkelziffer bei Tötungsdelikten ist erschreckend hoch, dabei sollte es doch dank DNA-Analysen, Handyortung und vielem mehr ein leichtes sein diese aufzuklären. Jedoch muss man diese Delikte erst einmal als solche erkennen und das passiert leider nicht immer, egal wie offensichtlich ein Tod durch Fremdverschuldung auch sein mag. Aus dem Grund befasst sich der Strafverteidiger Alexander Stevens mit 10 Mordfällen und erläutert warum diese so lang ungeklärt blieben oder die Täter nur vergleichsweisen milde Strafe bekamen. 


Review

Erst einmal möchte ich vorweg erwähnt haben, dass an wenigen Stellen detailliert beschrieben wird wie Menschen ums Leben kommen und deshalb ist dieses Buch wahrlich nur etwas für Menschen, die mit solchen Themen umgehen können. Es ist jetzt nicht reißerisch beschrieben wurden, aber trotzdem geht es unter die Haut. Und wer suizidal ist bzw. über Selbstmord nachdenkt sollte auch einen großen Bogen um dieses Buch machen. Das Kapitel über dieses Thema beschreibt traurige Tatsachen, über die definitiv geredet werden muss in unserer Gesellschaft, aber vor denen Betroffene auch gewarnt werden müssen. Wer sich vorab informieren möchte dazu: Das Stichwort ist Selbstmordhelfer.

Besonders gut gefallen hat mir der schwarze Humor des Autors und ich denke wenn man daran keinen Gefallen hat empfindet man einige Stellen im Buch als pietätlos. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und ich fand es gut, dass bestimmte Begriffe auf verständliche Weise für den Laien erklärt werden.

Wenn man schon viele True-Crime-Bücher/Zeitschriften gelesen hat kennt man schon den ein oder anderen Fall und kann sich schon denken welche perfekten Morde zu 100%iger Wahrscheinlichkeit in diesem Buch auftauchen werden. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, da jeder Autor meist eine Sichtweise auf die Dinge hat und diese sich allein schon wegen ihrem Beruf maßgeblich unterscheiden. Und ich finde es ganz interessant das alles mal aus der Sicht eines Anwalts zu erfahren.

Das letzte Kapitel des Buches beschäftigt sich mit dem Parkhausmord, den ich im Vorfeld schon kannte durch ein anderes Buch. Es ist immer wieder erschreckend wie dreist und selbstverständlich der Täter dort vorgegangen ist.

Was ein wenig anstrengend war beim Zuhören war, dass der Autor teilweise sehr ausführliche Ausschweifungen bzw. Erklärungen ablieferte. Hier hätte ich lieber noch einen "perfekten" Mord mehr gehabt und dafür etwas kompaktere Erklärungen. Vor allem in der zweiten Hälfte fiel das negativ auf. Passend zu seinem Job geht er auch ausführlich auf das deutsche Rechtssystem ein.

Ein anderer Kritikpunkt ist der Titel des Buches, der finde ich einfach zu überspitzt ist. Auch das Cover hätte man passend wählen können, in dem man eben nicht ein Foto von dem Anwalt drauf packt. Denn das finde ich gibt dem Buch einen schmierigen Beigeschmack, der aber gar nicht sein müssten.


Fazit

Alles in allem ist es mit seinen etwas über 220 Seiten ein sehr kurzweiliges Buch, welches sich durch seine sachlichen und unblutigen Beschreibungen positiv von anderen Büchern in diesem Genre abhebt.

Freitag, 13. September 2019

#237 Bücherregal - Goldene Zeiten im Gepäck







TitelGoldene Zeiten im Gepäck
AutorAdriana Popescu
VerlagPiper Verlag
GenreRoman
Seiten512 Seiten
Meine Bewertung
4,5/5



Ich bedanke mich hiermit recht herzlichst bei Netgalley.de für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

 Inhalt

Eigentlich hatte Karla gehofft, dass andere ihre Geheimnis nie erfahren werden. Aber Elisabeth Kaiser hat es trotzdem geschafft und erpresst mit ihrem Wissen die Pflegehelferin. Denn Frau Kaiser hat einen Plan und dafür braucht sie Karla, aber diese soll so wenig davon wissen wie möglich und sie nur quer durch Europa fahren. Denn bei den Olympischen Sommerspielen 1956 in Melbourne lernte sie jemanden kennen, doch diese Liebe durfte nicht sein. Und nach so vielen Jahren wird es endlich Zeit ein Versprechen einzulösen.

Review

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von den Hauptprotagonisten Elli und Karla erzählt. So erhält man einen tiefen Einblick in die jeweilige Gefühlswelt. Zu Beginn von jedem Kapitel erfährt man wer gerade erzählt, wo die Person sich befindet und zu welcher Zeit das alles geschieht. So hat man die ganze Zeit einen guten Überblick über das Geschehen. Immer wieder gibt es auch Rückblenden in Ellis Vergangenheit, die einem nach und nach den Grund für ihre Reise verraten.

Die beiden Hauptprotagonisten Elli und Karla könnten unterschiedlich nicht sein. Doch trotzdem harmonieren sie miteinander und finden nach und nach immer mehr zueinander. Elli hat ein langes Leben hinter sich und bereut es damals bestimmte Schritte nicht gegangen zu sein. Karla ist noch jung und befindet sich gefühlt in einer Sackgasse, denn sie traut sich einfach nicht gewisse Schritte zu gehen. Elli ist wirklich nicht auf den Mund gefallen und das merkt man immer wieder an den spitzen Bemerkungen gegenüber Karla. Diese führen nicht nur zu sehr unterhaltsamen Dialogen, sondern regen Karla auch zum Umdenken an. Zu Beginn des Buches ist sie noch unsicher und lässt sich sehr leicht von anderen beeinflussen, weshalb sie eigentlich gar nicht weiß was sie wirklich will. Diese Unsicherheit versucht sie immer wieder zu kaschieren, aber so wirklich will ihr das nicht gelingen. Doch die spitzzüngigen Bemerkungen von Elli bringen sie dazu endlich einmal herauszufinden was ihre eigenen Ziele und Stärken sind. Beide haben auf jeden Fall ihre Ecken und Kanten und sind alles andere als perfekt, was sie so liebenswürdig und realistisch macht.

Das Cover ist liebevoll und ziemlich minimalistisch gestaltet. So sieht man Elli und Karla, die auf Karlas Auto zugehen mit dem sie nach Rumänien fahren.

Die Spannung wird durch die vielen teils doch sehr überraschenden Wendungen aufrecht erhalten. Selbst wenn die Szenen einmal trauriger werden, gibt es genug lustige Stellen um das alles wieder etwas aufzulockern. Durch den Schreibstil lässt sich das alles flüssig lesen und durch die bildhaften Beschreibungen hat man zu jeder Zeit ein klares Bild vor Augen.

So wirklich gestört haben mich nur einige Dialoge bei denen es gefühlt nur hin- und herging und wenn man dann nicht genau aufgepasst hat, dann hat man den Faden verloren.


Fazit


Während dem Lesen habe ich gemerkt, dass die Lesepausen immer größer wurden. Und nicht weil ich die Handlung irgendwie schlecht fand, sondern weil ich noch mehr Zeit mit den Hauptprotagonisten verbringen wollte. Mir sind die Hauptprotagonisten richtig ans Herz gewachsen und am liebsten würde ich noch eine Fortsetzung zu dem Buch lesen. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl mich richtig gehend zu langweilen auf der 500 Seiten andauernden Reise. Es kommen zwar Längen vor, aber die fallen nicht groß auf. Leider nimmt das ja mittlerweile Überhand mit den 300 Seiten andauernden Romanen, was ich wirklich schade finde.

Zusammenfassend lässt sich schreiben, dass es sich hierbei um einen unterhaltsamen Roman handelt, der zum Nachdenken anregt. Ist es wirklich wichtig sich vor schweren Entscheidungen zu drücken, nur weil man dem Gegenüber nicht verletzen möchte? Wie viel Stillstand hält man im Leben aus ohne daran zu zerbrechen? Kann man wirklich vor Entscheidungen oder Problemen wegrennen und was passiert wenn diese einen eines Tages einholen?

Sonntag, 11. August 2019

#228 Bücherregal - Der Sommer, in dem es zu schneien begann(Kurzrezension)



TitelDer Sommer, in dem es zu schneien begann
AutorLucy Clarke
VerlagPiper Verlag
GenreRoman
Seiten400 Seiten
Meine Bewertung
3/5

 Inhalt

Jackson verunglückt erst wenige Monat nach der Hochzeit beim Angeln tödlich. Eva ist am Boden zerstört und beschließt kurzerhand Jacksons Familie in Tasmanien endlich einmal kennen zu lernen. Doch diese sind absolut nicht über ihren Besuch erfreut und nach und nach erfährt sie die Wahrheit über ihren Ehemann.

Review

Die Handlung ist spannend durch die vielen teils überraschenden Wendungen. Die Kapitel sind eher kurz. Der Hauptteil wird von Eva selbst erzählt und jedes Kapitel enthält einen kurzen Abschnitt aus der Sicht von Jackson in Form von Briefen(?). Die Zeitform ist Präsens, was mich doch sehr irritiert hat.
Über Jackson erfährt man nach und nach alles. Warum hat er gelogen und wer war er wirklich?
Man kann sich alles wegen dem detaillierten und flüssigen Schreibstil gut vorstellen und stellenweise habe ich richtig mitgefiebert.

Leider wird das Ende zu oft angedeutet und dadurch ging auch ein Teil der Spannung verloren.
Warum nimmt Eva es so wenig mit? Müsste sie nicht komplett den Halt verlieren und noch wütender sein? Das Ende fand ich alles andere als glaubwürdig, weshalb ich dem Buch auch keine 4 Sterne geben kann. Mit dem passenden Ende hätte man die Handlung an sich besser nachvollziehen können und so hinterlässt sie leider einen sehr faden Beigeschmack.
Mir war einiges ab einem gewissen Punkt einfach zu viel: Es wurde zu viel verschwiegen und zu viel gelogen(einiges war einfach zu klischeehaft). Oft habe ich einfach nur noch gedacht, kann man dem Ganzen noch mehr die Krone aufsetzen bis es auch der letzte Leser verstanden hat?


Fazit

Was mir vor allem gefallen hat ist, dass der Roman alles andere als kitschig ist. Die Charakterentwicklung ist durchaus nachvollziehbar und nimmt seine Zeit in Anspruch. Ich hätte es vollkommen absurd gefunden, wenn Eva sich urplötzlich in den nächstbesten Mann verliebt hätte.
Um ehrlich zu sein hat mich das wunderschöne Cover(Aufbau, Motiv) zum Kauf bewegt. Die Wellen ziehen sich über die Buchseiten und das sieht man ja eher selten bei Büchern. Die Hauptthemen sind Verrat, Lügen, Geheimnisse und natürlich die Liebe. Das Buch eignet sich prima für zwischendurch. Für mich war es einfach zu banal und stereotypisch.

Freitag, 22. März 2019

#187 Bücherregal - Biest


TitelBiest(Solveigh-Lang Reihe 2)
AutorJenk Saborowski
VerlagPiper
GenreThriller
Seiten432 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

 Inhalt

Die europäische Geheimpolizei ECSB hat erfahren, dass Terroristen an den gefährlichsten Computervirus gelangt sind. Geplant ist ein Anschlag ungeahnten Ausmaßes, weshalb sch die Agentin Solveigh Lang zusammen mit einem Journalistin auf die Jagd nach den Terroristen macht. Schaffen sie es noch rechtzeitig den Virus zu stoppen?

Review

Der Handlungsverlauf ist rasant und wurde in einem angenehm flüssigen Schreibstil verfasst.
Das Szenario ist durchaus realistisch und vor allem auch beängstigend.

Mir waren die Kapitel viel zu kurz und dadurch gab es auch viel zu rasante bzw. abrupte Ortswechsel(bzw. POV-Wechsel). Deshalb bleibt der Spannungsbogen auch relativ flach.
Die Handlung ist teils zu konstruiert und enthält viel zu viele glückliche Zufälle und wird aus dem Grund auch vorhersehbar und klischeehaft. Stellenweise ist sie zudem sehr abstrus vor allem wenn sie sich in eine Sackgasse manövriert passieren die komischsten Sachen! Da hätte man einiges realistischer gestalten müssen.
Wegen der Nebenhandlung wirkt es weniger wie ein Thriller und ist auch streckenweise zu langatmig, weshalb ich einen Punkt in der Bewertung abziehe. Es gibt einfach zu viele nicht relevante Informationen.
Durch die vielen Handlungsstränge verliert man leicht den Überlick, da sie erst viel zu spät aufeinander treffen und man sich oft fragt was das überhaupt alles für eine Rolle im Endeffekt spielt.
Eigentlich erfährt man nur über Long mehr und die restlichen Personen bleiben blass/flach und im Grunde austauschbare Nebencharaktere. Warum bleiben ausgerechnet die Protagonisten von allem Unglück verschont?



Fazit

Hierbei handelt es sich um den 2. Teil einer Reihe.
Es wird ein sehr akutelles Thema aufgegriffen: Wie sicher ist ein AKW bei einem Terroranschlag? Es gibt ein Personenregister am Ende des Buches und jedes Kapitel ist mit Ortsangaben versehen.
Da die Handlung so verdichtet ist muss man schon sehr aufmerksam lesen um den Überblick zu behalten.
Und eine Frage die ich mir die ganze Zeit gestellt habe ist: Wieso darf die Special Agent trotz Clusterkopfschmerzen weiter arbeiten? Selbst wenn diese mit Medikamenten unter Kontrolle gebracht werden können diese ganz unverhofft bemerkbar machen. Und so stark wie diese sind, dürfte sie doch eigentlich nicht mehr in diesem Beruf arbeiten?

Freitag, 26. Oktober 2018

#145 Bücherregal - Das Netz


Titel(Deutsch)Das Netz
AutorFredrik T. Olsson
VerlagPiper Taschenbuch
GenreThriller
Seiten672 Seiten
Meine Bewertung
3,5/5

Inhalt

Ohne Vorwarnung gibt es einen länger anhaltenden Stromausfall in Stolkholm. Die Polizei hat schnell einen Schuldigen gefunden und nimmt den Cyber-Experten William Sandberg. Doch dieser hat nichts mit dem Ganzen zu tun, auf jeden Fall behauptet er dieses. Die Realität sich anders aus und er hat obwohl er es nicht weiß sehr wohl etwas mit dem Stromausfall zu tun. Kann er den Verursacher finden und somit seine Unschuld beweisen?

Review

Die Handlung ist schnell und spannend und ich konnte das Buch teilweise nicht aus den Händen legen, weil ich einfach wissen wollte was als nächstes passiert. Es gibt viele unerwartete Wendungen und man weiß ziemlich lange nicht wer oder was letztendlich die Strippen zieht.
Der Erzählstil ist angenehm zu lesen, da er präzise und zielgerichtet ist. Dadurch das detailiert beschrieben wird kann man sich auch alles gut vorstellen.
Es handelt sich hierbei um eine gute, originelle und auch überraschende Idee was den Täter betrifft.
Obwohl die Handlung teilweise wirklich abgedreht ist, ist das Szenario an sich nachvollziehbar, aktuell und realistisch. Die Handlungsstränge laufen am Ende alle mehr oder weniger zusammen.
Die Charaktere sind bis aus Sandberg vielschichtig und auch sehr detailiert.

Leider wird oft während den Kapiteln zwischen den Personen und Orten gewechselt, was stellenweise einfach nur verwirrend ist. Manches wird sogar aus verschiedenen Perspektiven erzählt, weshalb es zu Wiederholungen kommt und das hat mich schon ziemlich gestört. Wegen dem ständigen Wechsel fiel es mir auch sehr schwer überhaupt eine Bindung zu einer Person aufzubauen und teilweise konnte ich die Abschnitte auch nicht den einzelnen Personen zu ordnen was ich sehr schade finde.
Teilweise ist alles zielich langatmig, was die Spannung etwas nimmt und anderen Stellen wird man quasi von der vielen Action mitgerissen.
Das Ende fand ich eher mittelmäßig und es war auch anders als ich erwartet hatte. Man hätte es realistischer und logischer verfassen müssen.
William Sandberg hätte als Hauptcharakter emotionaler sein können, so ist er sehr unnahbar und es fiel mir schwer eine Bindung zu ihm aufzubauen. Er wirkt leider ein wenig zu flach für einen Hauptcharakter.



Fazit

Wegen dem Thema ist es nichts für schwache Nerven. Hierbei handelt es sich um das 2. Buch in der William Sandberg Reihe, jedoch habe ich das 1. "der Code" nicht gelesen. An sich hat mich das Buch gut unterhalten und ich empfehle es auch gerne weiter.

Freitag, 29. September 2017

#46 Bücherregal - Dunkelblau.


Titel(Englisch)Dunkelblau.
AutorDominik Schottner
VerlagPiper Paperback
GenreBiographische Romane
Seiten256 Seiten
Meine Bewertung
5/5

 Inhalt

Wie hätte man seinen Vater retten können? Dieser Frage versucht Dominik Schottner auf den Grund zu gehen. Zeitgleich versucht er aber auch mit dem Buch die Alkoholsucht, die seinem Vater das Leben kostete zu verarbeiteten.

Review

Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil und man hat die ganze Zeit das Gefühl als würde er einem gegenüber sitzen und einem die Geschichte erzählen. Er erzählt alles sehr gefühlvoll, jedoch ist es nicht schnulzig und dadurch wird das alles sehr gut nachvollziehbar.
Durch das Buch versucht der Autor das Leben seines Vaters nach dessen Tod zu rekonstruieren um herauszufinden wie er zum Alkoholiker wurde.
Immer wieder vergleicht er sich mit seinem Vater, da er Angst davor hat wie er zu werden.
Zudem werden immer wieder Fragen gestellt, welche jedoch nie beantwortet werden. Dieses hat mir wirklich gut gefallen, da es auf viele dieser Fragen einfach keine Antworten gibt.
Was mir wirklich gut gefällt ist die Beschreibung von den Höhen und Tiefen die ein Alkoholiker und zwangsläufig dessen direktes Umfeld durchmacht. Immer wieder wird auch die gescheiterten Versuche von seinem Vater aus der Alkoholsucht raus zukommen erwähnt.

Nachvollziehbar war auch die Beschreibung des schleichenden Prozesses des Alkoholismus bei seinem Vater und wie gut dieser es schaffte Jahre lang dieses vor seinen Arbeitskollegen zu verstecken.
Im Laufe des Buches geht der Autor immer wieder darauf ein wie normal es in unserer Gesellschaft ist zu trinken und es herrscht auch eine sehr große Akzeptanz.  Diesbezüglich warnt er immer wieder vor dem Alkohol, da dieser sehr leicht verfügbar und vor allem sehr billig ist. Auch wird immer wieder auf die Rolle der Familie und dem Umfeld eingegangen, was meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Faktor ist wenn man ein Buch über Alkoholismus schreibt.
Am Ende des Buches sind auch jede Menge Links und Adressen zu dem Thema Alkoholismus zu finden und es wird auch immer wieder Bezug zu anderen Büchern mit dem gleichen Thema genommen. Auch werden immer wieder Statistiken erwähnt um die Grausamkeit von der Erkrankung hervorzuheben.



Fazit

Es ist definitiv keine Lektüre für zwischendurch, vor allem wenn man schon selbst mit dem Thema konfrontiert wurde. Mich hat das Buch an vielen Stellen zutiefst berührt, weshalb ich immer wieder Pausen einlegen musste um mich wieder von den Erinnerungen distanzieren zu können. Leider ist das alles immer noch ein Tabuthema, was ich absolut nicht verstehen kann! Der Autor möchte mit diesem Thema die Leser wachrütteln, da Alkoholismus eine sehr schlimme Erkrankung ist und nicht nur die erkrankten selbst betrifft, sondern auch meist das direkte Umfeld von diesen!