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Mittwoch, 11. Oktober 2023

#73 Booktalk - Eine handvoll Worte

 Hallo,

im Jahr 2021 hatte ich den Roman "Eine handvoll Worte" von Jojo Moyes gelesen und heute gibt es dazu den passenden Booktalk. Den Film hatte ich mehrfach versucht zu gucken, jedoch konnte er mich schlichtweg nicht überzeugen. Dem Buch hatte ich 1 von 5 Sternen gegeben.



Ellie findet im Archiv der Zeitung Briefe von einem Mann und diese wecken ihre Neugier. Dieser bittet 1960 eine Frau darum ihren Ehemann zu verlassen, damit beide zusammen nach New York übersiedeln können. Was ist aus dieser Affäre geworden und konnte er eine gewisse Jennifer Sterling wirklich dazu überreden diesen Schritt zu gehen?


Review

Was ich bis zum Schluss nicht verstanden habe ist das extrem komplexe Beziehungsgeflecht. An sich dreht sich ja alles um zwei Paare und jeder davon hat eine Affäre. Das allein sind ja schon 8 Personen und hinzukommen dann Hausangestellte, Arbeitskollegen, Freundinnen und viele mehr. Bei der Seitenanzahl kein Wunder, aber mir waren das einfach zu viele Affären. Schließlich klingt es bis zum Schluss so als würde niemand in diesem Buch monogam leben und so ganz verstehe ich nicht, wie man die Affäre seines Partners verteufeln kann während man selbst eine heimlich führt. Vielleicht habe ich einige Passagen einfach nur falsch gedeutet, aber oft habe ich mich gefragt was überhaupt die Intention der Beteiligten für diese Affären ist, wenn diese sie scheinbar nur unglücklich machen. Und sie eigentlich nichts über diese Personen wissen, sich aber eine neue Partnerschaft mit diesen vorstellen?
Wenn dieses Beziehungsgeflecht nicht schon für genug Verwirrung in meinem Kopf gesorgt hatte, tauchten immer wieder ganz plötzlich Zeitsprünge auf. Im Hörbuch selbst sind die nicht gekennzeichnet und so war ich immer wieder überrascht darüber wenn es um die Jennifer Stirling aus dem Jahr 1960 geht. 

Wie viele Handlungsstränge letztendlich vorlagen weiß ich nicht so recht, jedoch scheinen es an sich eine Menge zu sein. Das war auch der Hauptgrund warum ich den ganzen Kram weiterverfolgt habe, schließlich wollte ich wissen wie die Geschichte für Jennifer Stirling ausging. Was letztendlich mit Ellie war hatte mich nicht interessiert, da ich zu ihr absolut keine Bindung aufbauen konnte und ich bis zum Schluss nicht einordnen konnte mit wem sie nun zusammen ist und wie sie eben tickt. Ich hatte lange Zeit das Gefühl als wäre Ellie eine Person, die gerne Luftschlösser baut und diese bewohnt und halt gerne jammert. Schließlich kann es ja nicht sein, dass ihre verheiratete Affäre immer so kurz angebunden ist und sich gar nicht so wirklich um sie kümmert. Während sie selbst natürlich eine Beziehung hat, die natürlich nicht optimal verläuft. Dass Personen nicht 24/7 am Handy/Telefon hängen scheint sie wohl nicht einsehen zu wollen und solche Personen gehen mir generell sehr schnell auf die Nerven.

Allein in der Vergangenheit gibt es zwei Handlungsstränge bzw. Zeitebene. Einmal geht es um Jennifer Stirling nach dem Unfall und wie dieser ihre Ehe beeinflusst hat. Und dann geht es um die Affäre mit B.(Boot?), die eben vor dem Unfall stattfand und über die man eher weniger erfährt. Hier hätte ich mir einfach klarere Grenzen gewünscht oder einfach nur wenige Absätze, die das alles zusammen fassen. So erfährt man einfach eine Menge Dinge, die absolut keine Rolle spielen und einfach nur schmückendes Beiwerk sind und für unnötige Längen sorgen.

Eigentlich wollte ich mir die Verfilmung anschauen und aus dem Grund hatte ich überhaupt erst zu diesem Buch gegriffen. Und jetzt bin ich mir uneins, schließlich sitze ich hier nach dem Lesen mit vielen Fragezeichen über den Kopf und weiß nicht so recht was ich über all das Denken soll. So wirklich verstanden habe ich gefühlt nichts und ich hoffe der Film wird mir einige Fragen beantworten können.

Das Buch ist wahrscheinlich eher für diejenigen gedacht, die absolut kein Problem damit haben wenn Affären von verheiraten Menschen als vollkommen normal dargestellt werden. Der Schreibstil der Autorin ist mal wieder grandios und ich konnte mir alles gut vorstellen. Neben der Person Jennifer Stirling war das dann auch der Punkt, warum ich das Hörbuch überhaupt beendet habe und dem Buch 2 statt 1 Stern gegeben habe.


Kennt ihr das Buch und wenn ja, wie findet ihr es?

Liebe Grüße


Mittwoch, 18. Januar 2023

#008 Top10 - Lesehighlights und Flops 2022

 


Guten Morgen,

heute präsentiere ich meine Lesehighlights und -flops aus dem Jahre 2022. Von den insgesamt 119 gelesenen Büchern habe ich insgesamt 11 mit 5 von 5 Sternen bewertet und 15 mit 4,5 von 5 Sternen. Ganze 4 haben lediglich 2 von 5 Sternen bekommen, eins hat 1,5 von 5 Sternen und 7 haben lediglich 1 Sternen bekommen. Dieses Jahr habe ich erstaunlich viele Bücher angefangen und nach den ersten 30 Seiten abgebrochen, weil ich einfach nicht in der Stimmung für diese war. Hoffentlich fällt es mir dieses Jahr leichter die richtigen Bücher auszuwählen. Vor allem hatte es mich erschrocken wie oft ich Krimis mit ähnlichen Setting ganz zufällig kurz hintereinander gelesen hatte. Ich hatte meist nur nach Bänden von Reihen gegriffen ohne den Klappentext zu lesen und war dann immer irritiert, wenn es zum Beispiel schon wieder um entführte Kinder ging.

Sowohl die Highlights als auch die Flops sind chronologisch nach den Lesedaten sortiert, da ich fiktive Werke nicht mit irgendwelchen Sachbüchern vergleichen möchte. Die Kurzbeschreibungen stammen aus den einzelnen Lesemonaten.

Highlights 🌠

1) Was, wenn wir einfach die Welt retten? von Frank Schätzing, Booktalk

In "Was, wenn wir einfach die Welt retten?" von Frank Schätzing werden anhand von  Kurzthrillern die möglichen, bevorstehenden Folgen vom Klimawandel besprochen. Mir hat die Umsetzung von dem Thema und die Gestaltung des Hörbuches total gut gefallen. Es ist auf jeden Fall total interessant zu erfahren was die einzelnen Temperaturanstiege konkret zu bedeuten haben. Mich hat das alles nachdenklich zurückgelassen.

2) Das Kind in mir will achtsam morden von Karsten Dusse, Booktalk

In "Das Kind in mir will achtsam morden" von Karsten Dusse geht es um einen Anwalt, der aufgrund diverser Umstände zwei konkurrierende Mafiaclans leitet. Schon der erste Teil der Reihe hatte mich wunderbar unterhalten, weshalb ich mich richtig aufs Hörbuch gefreut hatte. Und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht. Es ist immer wieder schön gelungene Parodien zu finden und vor alle zu solchen Themen. 

3) Du darfst nicht alles glauben, was du denkst von Kurt Krömer, Rezension

In "Du darfst nicht alles glauben, was du denkst" von Kurt Krömer erzählt der Autor wie ihm die schwere Depression zusetze und wie er die Zeit in der Tagesklinik erlebte. Mir hat der schonungslos ehrliche Blick auf das alles gefallen. Es ist nun einmal nicht leicht sich Hilfe zu holen, vor allem da man in unserer Gesellschaft bis zum Schluss gefälligst zu funktionieren hat. Mich hat das geschriebene auf alle Fälle zum Nachdenken und zum Reflektieren über das eigene Leben angeregt.

4) Nachts im Kanzleramt von Marietta Slomka, Rezension

In "Nachts im Kanzleramt" von Marietta Slomka ist ein Buch über die deutsche Politik. Mir hat das alles prima dabei geholfen mein Wissen aufzufrischen und einige Zusammenhänge besser zu verstehen. Um das alles anschaulicher und vor allem verständlich erklären zu können, werden viele Beispiele benutzt. Zum Beispiel wird ein sehr aktuelles Thema wie das Greenwashing beschrieben. Hier wird auch einmal ausführlich auf die Medien und die Wirtschaft eingegangen. Alles in allem erfährt man eine Menge interessantes auf etwas mehr als 300 Seiten.

5) Erzählende Affen von Friedemann Karig und Samira El Quassil, Kurzrezension

"Erzählende Affen" von Samira El Quassil und Friedemann Karig zeigt wie sich Geschichten im Laufe der Zeit verändert haben. Es war sehr interessant zu erfahren wie zum Beispiel Heldengeschichten entwickelt haben und wie viel sie über die jeweilige Gesellschaft aussagen. Besonders interessant fand ich die Abschnitte über das 21. Jahrhundert und ich musste wirklich sehr aufmerksam zuhören um nichts wichtiges zu verpassen. 

6) Achtsam morden am Rande der Welt von Karsten Dusse, Booktalk

Der Krimi "Achtsam morden am Rande der Welt" von Karsten Dusse erzählt von der Pilgerreise vom Anwalt Björn Diemel und wie dieser nach allen Regeln der Achtsamkeit Störenfriede beseitigt. Mich hat das Buch unheimlich gut unterhalten und  ich freue mich schon richtig darauf den Folgeband im Herbst lesen zu können. Es ist schon immer sehr erheiternd zu sehen wie Diemel die Regeln der Achtsamkeit für seine Zwecke verwendet und wie gut diese zu manchen Geschehnissen passen. Hoffentlich kann ich demnächst das Übungsbuch von Joschka Breitner lesen, was zu dieser Krimireihe gehört.

7) Die Natur auf der Flucht von Benjamin von Brackel, Booktalk

In "Die Natur auf der Flucht" von Benjamin von Brackel geht es auf die Auswirkungen vom Klimawandel auf die Verhaltensweise von Pflanzen und Tieren. Der Autor beschreibt sehr eindrücklich was schon stattgefunden hat und wie es in Zukunft weitergehen wird. Es ist erschreckend zu lesen was das konkret alles bedeutet und vor allem was diese auf den ersten Blick recht unscheinbaren Veränderungen für langfristige Auswirkungen haben. Für mich gehört das Buch definitiv zu meinen Lesehighlights in diesem Jahr.

8) Alles muss raus von Thilo Mischke, Rezension

"Alles muss raus" von Thilo Mischke erzählt von vielen Erlebnissen, die der Autor aufgrund von diverser Reisen gemacht hat. Von ihm habe ich schon etliche Reportagen im Fernseh gesehen und deshalb war ich richtig gespannt auf das Buch. Er zeigt auf alle Fälle wie wichtig es ist dem Gegenüber wirklich zuzuhören. Das Hörbuch hatte ich ein paar Mal pausiert und auch jetzt einige Zeit später kann ich mich genau an die Wanderstrecke erinnern, die ich beim Hören zurück gelegt hatte. So wirklich in Worte kann ich das gehörte nicht fassen. Es hat mich definitiv nachdenklich gestimmt und mir noch einmal gezeigt, wie wichtig es ist sich zu informieren und nicht zu schnell Urteile zu fällen.

9) Putins Krieg von Kathrin Eigendorf

Die ZDF-Korrespondentin Kathrin Eigendorf erzählt in "Putins Krieg" wie sich die Ukraine in all den Jahren verändert hat. Sowohl Zivilisten als auch Soldaten berichten davon, was sich alles seit der Annexion der Krim passiert ist. Und wie sie den derzeitigen Krieg erleben, der sich hauptsächlich gegen die Zivilbevölkerung richtig. Es ist erschreckend dem Hörbuch zuzuhören und an sich wird in diesem vieles aufgegriffen, was Eigendorf auch in ihren Reportagen gezeigt hat.

10) Das geheime Leben der Bäume von Peter Wohlleben

Der Titel von dem Buch "Das geheime Leben der Bäume" von Peter Wohlleben verrät einem schon alles, was man über den Inhalt wissen muss. Mir hat das Buch richtig gut gefallen und ich konnte eine Menge über das Thema lernen. Es ist wirklich faszinierend wie Bäume untereinander kommunizieren und wie sich die einzelnen Arten verhalten. Einiges davon wusste ich noch aus dem Biologiestudium und es war wirklich schön, mal wieder all das Wissen aufzufrischen. Die Texte vom Autor sind leicht verständlich und er schmeißt nicht mit lauter Fremdwörtern um sich herum.


FLOP 💀

1) The highly sensitive person's survival guide von Ted Zeff

"The highly sensitive person's survival guide" von Ted Zeff ist ein Ratgeber zum Thema Hochsensibilität. Mir war die Ratschläge viel zu sprituell und die meisten davon sind für viele HSPler absolut nicht anwendbar. Schließlich kann man seinen Alltag nicht komplett auf diesen Teil der Persönlichkeit optimieren außer man grenzt sich selbst auf sehr radikale weise von der Gesellschaft aus. Gefühlt hilft laut dem Buch bei allen Problem das meditieren, was aber finde ich keine universelle Lösung ist. Zumal ja eins der Merkmale ist, dass HSPler eben vieles nicht rausfiltern können und da ist es nun einmal schwer in vielen Situationen zu meditieren. 

2) Warum Diversity uns alle angeht von Balian Buschmann

"Warum Diversity uns alle angeht" von Balian Buschmann ist ein Buch über Transidentität. Eigentlich wollte ich dem Buch ein paar mehr Sterne geben, aber jetzt nach dem ich lange Zeit darüber nachgedacht habe sind zwei Sterne definitiv zu viel. Hier werden zwar viele Themen wie geschlechtsangleichende Operationen und der Weg dorthin genauestens beschrieben, jedoch wurde mir vieles schlichtweg zu glorifiziert dargestellt. Erschwerend hinzu kommt dann noch wie sich der Autor selbst und alle anderen Personen beschreibt. Manches davon ist einfach nur fragwürdig, teilweise sogar sexistisch und ständig werden irgendwelche Klischees bedient. An sich wirkt der Autor sehr sympathisch und über das Thema Sport schreibt er viel offener als über das Thema Transidentität, was wirklich schade ist. Vor allem beim zweiteren hatte ich mir Tiefgang gewünscht.

3) Here's to us von Becky Albertalli und Adam Silvera, Rezension

"Here's to us" von Becky  Albertalli und Adam Silvera ist die Fortsetzung von "What if it's us" und erzählt von einem Widertreffen von Arthur und Ben. Wie man anhand der Bewertung erkennen kann fand ich das alles weniger prickelnd und ich bin einfach nur fassungslos darüber, wie man queere Beziehung so romantisieren kann. Und manchmal hatte ich schlichtweg das Gefühl als wäre hier nur versucht wurden bestimmte Fangruppen glücklich zu machen.

4) True Crime Deutschland 2 von Adrian Langenscheid, Benjamin Rickert und Harmke Horst

"True Crime Deutschland 2" von Adrian Langenscheid, Benjamin Rickert und Harmke Horst geht es um verschiedene Kriminalfälle, die allesamt in Deutschland passiert sind. Mir hat der Schreibstil schlichtweg nicht zugesagt und mit am Schlimmsten fand ich die relativ bildhafte Beschreibung einer Vergewaltigung. Was ich total abstoßend in diesem Genre finde sind reißerische Erzählungen und hier hätte mir eine andere Erzählweise deutlich mehr zugesagt.

5) Solange du bleibst von Jessica Winter, Rezension

In "Solange du bleibst" von Jessica Winter geht es um Julia, die Zuflucht bei Jeremy sucht und der mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wird. Auf das Buch hatte ich mich unheimlich gefreut und ich weiß nicht wie oft ich mir beim Lesen gedacht hatte, dass man es schlichtweg mit Drama und Schicksalsschlägen übertreiben kann. Zumal hier Traumata durch die rosarote Brille dargestellt werden und so etwas geht mir gewaltig gegen den Strich.

6) Keine Ahnung was für immer ist von Julia Engelmann

Bei "Keine Ahnung, was für immer ist" von Julia Engelmann handelt es sich um eine Poesiesammlung. Vor allem die Vergleiche der Autorin fand ich oft einfach nur fragwürdig und leuchteten mir absolut nicht ein. Zudem waren ihre Texte oft redundant, was an sich bei Poesie nicht das Problem ist. Jedoch ist es mir dieses Mal negativ aufgefallen. Mich konnten die Texte emotional schlichtweg nicht berühren. Bis zum Schluss hatte ich darauf gehofft wenigstens einen schönen zu entdecken, dies war jedoch nicht der Fall.

7) Serienmörder von Florence McLean

Bei dem Buch "Serienmörder" von Florence McLean sagt der Titel schon alles über den Inhalt aus. Für meinen Geschmack gab es zu viel allgemeines Geplänkel, was ab einem Punkt einfach nur noch langweilig war. Es ist zudem sehr redundant und die Anekdoten sind oft am Thema vorbei. An sich habe ich mehr über die Autorin als über das Thema an sich gelernt, was einfach nur enttäuschend war.

8) Everything leads to you von Nina LaCour, 1,5 von 5 Sternen, Booktalk

Im YA-Roman "Everything leads to you" von Nina LaCour macht Emi gerade ein Praktikum an einem Set in Hollywood. Vor allem die absurde Handlung hatte mir an diesem Buch missfallen. Und dann kommen noch Tropes hinzu, die ich einfach nur hasse. Es ist schlimm, wenn von einem Hauptcharakter nur die kaputten Seiten und die problematische Vergangenheit gezeigt und romantisiert werden. Und dem besagten Charakter es schlagartig besser geht, als Liebe und Geld ins Spiel kommen. Rückblickend frage ich mich, warum ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen habe.

9) It's okay not to be okay von Scarlett Curtis(Herausgeberin), 2 von 5 Sternen, Rezension

Die Erfahrungssammlung "It's okay not to be okay" von Scarlett Curtis beinhaltet viele Texte von verschiedenen Autoren zu dem Thema mentale Gesundheit. Was mir vor allem missfallen hatte waren die teils sehr fragwürdigen Ratschläge, die an irgendwelche Kalendersprüche erinnern. Zudem strotzen manche Texte nur so vor negativen Gedankenspiralen, die einen in der Wuchtigkeit doch sehr herunterziehen. Zudem wirken manche Texte in diesem Buch sehr deplatziert, da sie keinen nennenswerten Mehrwert hatten. 

10) Spinnst du? von Sonja Koppitz, 2 von 5 Sternen, Kurzrezension

"Spinnst du?" von Sonja Koppitz handelt von dem Umgang mit psychischen Erkrankungen in der Gesellschaft und warum diese vollkommen normal sind. Den Schreibstil empfand ich aufgrund der fehlenden Strukturierung als furchtbar anstrengend. Ständig wurde zwischen informativen Passagen zu persönlichen Anekdoten gesprungen, die für mich schlichtweg meist keinen Mehrwert hatten. Der Klappentext ließ was anderes vermuten und im Nachhinein hätte ich das Hörbuch besser mitten drin abgebrochen.

Und was waren eure Lesehighlights und -flops? 

Gerne verlinke ich hier eure Beiträge.

LG

Mittwoch, 15. Januar 2020

#003 Top10 - Lesehighlights und Flops 2019



Hallo,
Die Bücher sind nach Lesedatum geordnet, da ich mich nicht entscheiden konnte was mein absolutes Lesehighlight/-flop war. Dafür sind die Genre einfach zu unterschiedlich und deshalb wüsste ich auch gar nicht wie ich das herausfinden sollte. Ich denke mal an den einzelnen Zusammenfassungen kann aber sehr gut erkennen, dass einige der genannten mir einen Ticken besser bzw. schlechter gefallen haben als die anderen. Bei den Flops sieht man es ja schon anhand der Sternebewertungen.


Highlights 🌠

#1: Watership Down von Richard Adams, Booktalk

Mit einigen anderen Kaninchen aus der Gruppe macht sich Fiver auf den Weg um wo anders einen neuen Bau zu buddeln, denn laut ihm werden die Menschen bald ihren jetzigen Bau zerstören. 
Als Kind habe ich "Watership Down" geliebt und fand die brutalen Szenen bei der Comicverfilmung grauenvoll und furchteinflößend. Da ich selbst Kaninchen hatte wusste ich aber, dass die nicht nur lieb und flauschig sind sondern auch ganz andere Seiten haben. Jetzt hatte ich es endlich einmal geschafft das Buch dazu zu lesen und ich bin einfach nur begeistert. Noch eine kleine Anmerkung: Hier wird nichts geschönt und einige Szenen sind sehr bildhaft beschrieben.

#2: Solange die Hoffnung uns gehört von Linda Winterberg, Booktalk

Während den II. Weltkrieg schickt die Jüdin Anni ihr Kind Ruth nach England(Kinderverschickung).
Die Autorin schafft es eine durchaus realistische Handlung zu kreieren bei der nichts geschönt wird und man durchgehend merkt, wie schrecklich all das war. Und das passiert alles ohne reißerische, dramatische Beschreibung der Geschehnisse. Die Handlung hat mich auf alle Fälle nachdenklich gestimmt.

#3: Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers Reihe von Veikko Bartel(Mörder; Mörderinnen), Rezensionen zu "Mörder" und "Mörderinnen"

Die Bücher beinhalten jeweils eine handvoll Fälle von dem Strafverteidiger Veikko Bartel.
Was ich so toll finde an der Reihe ist, dass jeder Zeit die Menschen hinter den Taten im Vordergrund standen und nicht die Taten an sich. Es wird nichts geschönt und so wird man mit Tatsachen konfrontiert, auf die man gut und gerne verzichten könnte. Mir gefällt der Erzählstil und ich finde es gut, dass nichts aufgebauscht oder künstlich Spannung erzeugt würde. Auf die Urteile wird auch kurz eingegangen, was ich auch sehr interessant fand.

#4: Du bringst mein Leben so schön durcheinander von Claire Christian, Rezension

Gideon und Ava hadern mit den Problemen in ihrem Leben und als sie sich kennen lernen, entwickelt sich zwischen ihnen eine tiefe Freundschaft und nach einiger Zeit auch mehr.
In dem Buch geht es unter anderem um die Themen SVV(Selbstverletzendes Verhalten), Suizid, Depression und Tod. Mir gefällt es wie sensibel die Autorin mit all dem umgeht und dass nichts geschönt wird. Die Liebe kann halt keine Wunder vollbringen und deshalb finde ich es auch immer wieder schön, wenn YA-Romane genau das beinhalten! Nur weil man Freunde findet oder sich verliebt macht es die psychischen Erkrankungen ja nicht schlagartig besser.

#5: Tage des Sturms Reihe von Ella Zeiss, Rezensionen zu "Wie Gräser im Wind" und "Von Hoffnung getragen"

1930 wurden unter Stalin unter anderem die Russlanddeutschen auf der Krim zwangsenteignet oder inhaftiert.
Die Autorin erzählt wie es ihren Großeltern zu der Zeit ergangen ist und alles in allem finde ich die Bücher wirklich gut gemacht. Man kann der Handlung gut folgen, das Schicksal der Menschen nimmt einen mit und es stimmt einen nachdenklich.

#6: Shining von Stephen King, Booktalk

Jacks Aufgabe ist es auf das abseits gelesen Hotel während der Wintermonate aufzupassen, jedoch merkt er viel zu spät was für dunkle Kräfte dort herrschen.
Alles in allem ist es ein klassischer King-Roman, denn es passiert mal wieder Ewigkeiten nichts und die meiste Zeit wird mit der Erwartungshaltung und der Psyche vom Leser gespielt. Gerüchten zufolge wird das Hotel immer wieder von den Geistern der vorigen Gäste heimgesucht, aber stimmt das auch? Kann man dem psychisch kranken Jack wirklich vertrauen und zu welchen Handlungen ist dieser fähig? Mittlerweile hat das Buch eine Fortsetzung(Doctors Sleep - Erwachen) und diese wurde auch schon verfilmt.

#7: Küstenstill von Elias Haller, Rezension

Auf dem Instagram-Account einer Userin wird das Bild einer entstellten Frauenleiche hoch geladen und in der Wohnung von dieser finden sie die Leiche der Userin, doch das ist nicht die Leiche auf dem Bild.
So ganz konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich lieber "Küstenstill" oder "Tod und kein Erbarmen" bei den Lesehighlights aufführen möchte. Beide Thriller hatte ich mit 5 von 5 Sternen versehen und beide finde ich im Grunde gleich gut. Ich weiß nicht, ob es das Markenzeichen von Elias Haller ist, aber auch in "Küstenstill" gibt es mal wieder eine sehr blutige und schreckliche Mordserie. Mir gefallen seine Thriller, denn man kann bis zum Ende mitraten und die Ermittler sind meistens eher ungewöhnlich.

#8: The hate u give von Angie Thomas, Buch und Film

Starr ihr bester Freund Khalil wird während einer Polizeikontrollen vor ihren Augen erschossen, weil der Polizist angeblich eine Waffe bei ihm gesehen haben will.
Ein YA-Buch welches ein wichtiges, topaktuelles Thema vor allem in den USA aufgreift. Dort kommt es immer wieder zu weißer Polizeigewalt gegen POC und oft gibt es danach keine fairen Verhandlungen. Man bekommt wirklich viel Hintergrundwissen und es wird nichts geschönt. Des öfteren musste ich das Buch auf Seite legen, da die Handlung ganz schön unter die Haut geht und ich denke das ist auch das Ziel der Autorin gewesen. Auch die Buchverfilmung ist klasse und sie hinterließ bei mir ein wirklich ungutes Gefühl. Es ist einfach erschreckend zu sehen, dass so etwas in den USA passiert.

#9: Simon vs. the homo sapiens agenda von Becky Albertalli, Buch und Film

Simon ist schwul, nur wissen es seine Freunde nicht und Martin aus der Theater-AG erpresst ihm mit diesem Geheimnis, schließlich möchte Martin unbedingt mit Simons bester Freundin ausgehen.
Hier bei dem Buch hat wirklich sehr viel gestimmt und deshalb kann ich auch nicht herauspicken was ich am Besten fand. Im Buch werden wichtige Themen aufgegriffen und so verliebt sich Simon in den Charakter von Blue(hat bisher nur Mails mit ihm geschrieben und hat keine Bilder von ihm) und das jeder ein Coming-Out(Warum ist hetero die Norm?) haben sollte. Die einzelnen Personen sind mir richtig ans Herz gewachsen und die Buchverfilmung ist auch wirklich gut geworden.

#10: Born a crime von Trevor Noah

Hierbei handelt es sich um die Autobiografie von dem Latenight-Host Trevor Noah(The Daily Show), der in Südafrika zu Zeiten der Apartheid aufwuchs.
Auf dieses Buch hatte ich mich unheimlich gefreut und jetzt nach dem Lesen kann ich auch verstehen, warum es in den Medien hoch gelobt wurde. Man lernt viel über Südafrika und wie die Menschen dort leben. Und man lernt auch ziemlich viel über Trevor Noah und welche Ereignisse ihn geprägt hatten. Beim lesen merkt man auf jeden Fall, dass er die Texte geschrieben hat und er scheut sich auch nicht davor ernstere Themen anzuschneiden.


FLOP 💀


#1: The perfect roommate von Minka Kent, 258 Seiten, 1/5 Sternen

Im Grunde weiß sie alles über ihre Mitbewohnerin und allem voran weiß sie, was diese getan hat.
Das Buch hatte ich wegen einer Aktion kostenlos erhalten und letztendlich hatte ich es nur wegen dem ReadingRush zu Ende gelesen. Die relativ gute Bewertung und der Klappentext hatten mich dazu verleitet es zu lesen und ich bereue es wirklich, dass ich es nicht abgebrochen hatte. Die Handlung, die Charaktere und alles haben absolut keine Tiefe. Die Hauptprotagonisten jammert in einer Tour und ein Thriller ist es auch nicht.

#2: Suitcase Girl von Ty Hutchinson, 344 Seiten, 1/5 Sternen

In einem Koffer vor dem Gebäude des FBI wird ein Mädchen gefunden.
Der Prolog zu einer Triologie, wenn man das was geschieht in wenigen Worten zusammen fassen möchte. Es ist im Grunde vollkommen egal, warum das Mädchen im Koffer war und ich gehe einmal stark davon aus, dass ein Komissar ein stark traumatisiertes Kind nicht einfach mit heim nehmen kann. Schließlich gibt es dafür ausgebildetes Fachpersonal! Auch sonst stimmt so einiges nicht was die Handlung betrifft und deshalb kann ich auch die absurd vielen guten Bewertungen nicht verstehen.

#3: Die Tote im Räucherofen von Ivo Pala, 1/5 Sternen

Der Komissar Bodo Fuchs wurde an die Ostseeküste strafversetzt und bei seinem 1. Fall findet er ausgerechnet seine unerfüllte Jugendliebe tot im Räucherofen.
Eigentlich hat der Regionalkrimi alles was er braucht, um positiv aus der Masse hervorzustechen. Es wird Plattdeutsch verwendet, die Gegend(Mecklenburg-Vorpommern) spielt eine Rolle und auch sonst ist vieles stimmig. Jedoch fand ich es äußersts grenzwertig, wie der 40-jährige Komissar mir der 18-jährigen Verdächtigen umging und ich für meinen Teil kann auf ausführliche SM-Szenen in Krimis verzichten(zensierte Szene). Des öfteren wird auch der Leser direkt angesprochen, was auch gewöhnungsbedürftig ist.

#4: Retribution Ridge von Anna Willett, 232 Seiten, 1,5/5 Sternen, Rezension

Während dem Wanderurlaub von drei Frauen in Australien werde diese von ihrer Vergangenheit eingeholt und der Urlaub entwickelt sich zu einem Alptraum.
Ein Psychothriller bei dem ich mittem drin einfach den Faden verloren hatte und vollkommen überfordert war mit den ständigen Ortswechseln. Irgendwann wusste ich einfach nicht mehr wer nun was ist und was überhaupt passiert und das ist ja eigentlich das mindeste, was bei einem Psychothriller einfach nur eine Katastrophe ist. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl als wüsste die Autorin nicht zu was der menschlische Körper alles nicht im Stande ist.


#5: Unauthored letters von Tara C. Allred, 392 Seiten, 1,5/5 Sternen, Rezension

Als sich das Leben von Rebecca endlich zum positiven hin ändert, erreichen sie auf einmal Briefe ohne Absender mit viel zu persönlichen Inhalten und ihr stellt sich die Frage, wer so viel über ihre Vergangenheit weiß?
Das Buch hatte ich kostenlos im Rahmen einer Aktion erhalten(wurde wegen der vielen 5/5 Sterne Bewertungen gelobt). Leider liest es sich wie ein Aufsatz von einer Schülerin und der Handlung fehlt es einfach an Tiefe. Es gibt gefühlt nur Dialog und mir fiel es unglaublich schwer die wichtigen Informationen heraus zu finden. Für mich war es einfach kein Psychothriller und wahrscheinlich könnte man das alles mit weniger als 200 Seiten erzählen.

#6: Mondprinzessin von Ava Reed, 252 Seiten, 1,5/5 Sternen, Rezension

Lynn erfährt an ihrem Geburtstag, dass sie die Mondprinzessin ist und kein gewöhnliches Kind.
Auf das Buch hatte ich mich total gefreut und dementsprechend groß war dann die Enttäuschung. Es gibt keinen roten Faden, die die durchaus schönen Szenen verbindet und die Qualität nimmt im Laufe der Handlung rapide ab.

#7: One perfect lie - Der Schein trügt von Lisa Scottoline, 412 Seiten, 2/5 Sternen, Rezension

Chris heißt eigentlich nicht Chris und er setzt alles daran den perfekten Lehrer zu mimen, weshalb auch niemand ahnt was er eigentlich vor hat.
Die Handlung ist einfach nur schlecht umgesetzt wurden. Es gibt zu viele Plotholes und Längen und an sich ergibt einfach zu viel keinen Sinn. Es ist fast so als hätte man das Buch einfach nur ganz schnell fertig stellen wollen und das ist einfach nur schade.

#8: After: The shock von Scott Nicholson, 296 Seiten, 2/5 Sternen, Rezension

Die langanhaltenden Sonnenstürme verwandeln einige Menschen in so genannte Zapheads/Zombies.
Was mir zugesagt hatte war das durchaus realistische Szenario. Nach dem Lesen hatte ich noch unglaublich viele Fragen, denn das Buch dient eher als eine Art Prolog und bei fast 300 Seiten ist das ärgerlich. Bei Reihenbüchern ist das ja oft so, dass viele Fragen offen bleiben, jedoch haben diese bei mir jetzt nicht die Lust auf den 2. Teil geweckt. Oft habe ich auch wegen der ständigen Perspektivwechsel und der 1.000 Charaktere den Überblick verloren, was auch nicht hilfreich war.

#9: The silent patient von Alex Michaelides, 339 Seiten, 2/5 Sternen, Rezension

Alicia schoss ihrem Ehemann 5 Mal ins Gesicht und hat seit dem kein Wort mehr gesprochen, jedoch hat sich ein Psychiater fest vorgenommen die Motive der Tat heraus zu finden.
Für das Buch wurde unheimlich viel Werbung gemacht und dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Nach dem Lesen war ich einfach nur enttäuscht, da die zeitliche Abfolge der Handlung absolut gar nicht stimmt, es gibt keinen natürlichen Handlungsverlauf und die Dialoge hätte man auch viel zu oft einfach weglassen können. Die Idee bzw. der Plottwist sind genial, aber zeitgleich auch schwachsinnig.

#10: The beautiful von Renée Ahdieh, 448 Seiten, 2/5 Sternen, Rezension

Die 17-jährige Celine flüchtet 1832 von Paris nach New Orleans und denkt, dass sie endlich an einem sicheren Ort angekommen ist.
Von hier dem Roman war ich unglaublich enttäuscht, denn die versprochenen Vampire tauchen erst auf ungefähr der Seite 400 auf und davor geschieht eigentlich nur Weltenaufbau. Folglich handelt es sich nur um einen Prolog und wenn ich eins nicht mag, dann ist es so etwas. Und dann kommt noch eine sehr fragwürdige Dreiecksbeziehung drin vor und alles wird romantisiert und liest sich wie ein schlechter Mix aus schon vorhandenen Roman.

Und was waren eure Lesehighlights oder -flops? Gerne verlinke ich hier eure Beiträge.

LG